Arbeitsblatt: 2. Weltkrieg

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Dossier zum 2. Weltkrieg mit Aufgaben und Filmlinks
Geschichte
Neuzeit
9. Schuljahr
35 Seiten

Statistik

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11.01.2014

Autor/in

Rahel Fässler
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Geschichte Zweiter Weltkrieg 1939 1945 3./ 4. Realschule 1. Die Friedensverträge nach dem Ersten Weltkrieg Nach dem ersten Weltkrieg sah die Europakarte nicht so wie heute aus. Studiere deshalb die Karte. Den ersten Weltkrieg hatten die Mittelmächte verloren. Die Siegermächte konnten die Friedensbedingungen diktieren. Dazu mussten sie sich aber zuerst untereinander einig werden. Punkte der Friedensverträge • Das österreich-ungarische Kaiserreich bestand nicht mehr. • Die Sowjetunion hatte die Westgebiete verloren. • Das Deutsche Reich verlor 13% (70‘000km2) des Landes und somit 10% der Bevölkerung. • Die deutschen Kolonien wurden unter Frankreich und Grossbritannien aufgeteilt. 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 1 • Das deutsche Heer wurde auf 100‘000 Mann reduziert, das genügt um die Ordnung im Land aufrecht zu erhalten. • Vor allem aber hatte das Deutsche Reich viel Geld zu bezahlen (Kriegsentschädigung). Begründet wurden die Punkte des Friedensvertrages damit, dass das Deutsche Reich und seine Verbündeten den Krieg verursacht hätten! Aufgabe Beantworte die folgenden Fragen. Diese sind für das weitere Verständnis des Geschichtsthemas enorm wichtig! a) Welche Länder gehörten zum Bündnissystem „Entene? b) Wie wurde das Bündnissystem der „Verlierer genannte und welche Länder gehörten dazu? c) Welche Verluste musste das Deutsche Reich nach dem ersten Weltkrieg „verkraften Schreibe alle auf! d) Welches Land wurde nach dem ersten Weltkrieg aufgelöst? Aufgabe Die Satzteile sind komplett durcheinandergeraten. Schreibe inhaltlich korrekte Sätze auf die untenstehenden Linien. Österreich-Ungarn wurde wurde auf ein Minimum beschränkt. Kolonien an Frankreich abtreten. nach dem Ersten Weltkrieg aufgelöst. Einige Landesteile musste einen Teil der Kolonien des Deutschen Reichs. wurde dem Deutschen Reich angehängt. Die Bevölkerung des Deutschen Reiches einige Landesteile. nahm ab. Grossbritannien bekam Die deutsche Armee die Sowjetunion abgeben. Die ganzen Kriegskosten Das Deutsche Reich musste Das Deutsche Reich verlor • • • • • • • 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 2 • Frage: Würden die Besiegten diese Friedensverträge akzeptieren? Schreibe deine Vermutung mit einer Begründung auf! 1.1 Die wichtigsten Ziele der Siegermächte 1. Die europäischen Staaten schliessen sich zu einem Völkerbund zusammen, so dass Kriege verhindert werden können. Sitz des Völkerbundes ist in Genf. 2. Die Siegerstaaten erhalten von den Besiegten Geld. 3. Das Deutsche Reich soll so geschwächt werden, dass es keinen Revanchekrieg führen kann. 2. Unzufriedenheit der Besiegten – Unsicherheit der Sieger 2.1 Die Unzufriedenheit der Türken Aufgrund der verlorenen Gebiete gab es Unruhen im Osmanischen Reich. Mustafa Kemal, später auch „Atatürk genannt, wollte nicht die Grösse des ehemaligen Osmanischen Reiches zurück, sondern zählte auch die Kurden und die Armenier zu seinem Reich. Dies wurde von den Siegermächten bewilligt! Nach diesem Erfolg wollte Mustafa Kemal die Türkei aus allen Konflikten heraushalten. 2.2. Die Unzufriedenheit der Deutschen Logischerweise fand das Deutsche Reich die Friedensverträge ungerecht und schlecht. Einen König gab es nicht mehr und die neugegründete demokratische Republik musste unter diesen Bedingungen neu starten. Vor allem war es schlimm, dass das Deutsche Reich so viel Land verlor hatte. Da das Deutsche Reich viele Schulden hatte, fiel die deutsche Mark ins Bodenlose. Eine enorme Geldentwertung setzte ein! Der deutschen Bevölkerung ging es schlecht und dies mussten sie wegen den Friedensverträgen noch (Kriegsschuld, Geld) 60 Jahre lang ertragen! 2.3 Die Unzufriedenheit von Ungarn und Österreich Der Grenzverlauf der beiden Länder wurde neu gezogen. Die wirtschaftliche Lage in Österreich war schlecht. Die Grenze Ungarns wurde so gezogen, dass nun viele Menschen ungarischer Sprache in den Nachbarländer lebten (Tschechoslowakei, Rumänien, Jugoslawien). 2.4 Unsicherheiten der Sieger • Die USA distanzierte sich von Europa, da sie der Meinung waren, dass der Frieden nicht gerecht sei! • In Grossbritannien herrschte eine grosse Arbeitslosigkeit. Die Kolonien, vor allem Indien, wollten unabhängig sein. Mit diesen Sorgen wollte sich Grossbritannien möglichst vom europäischen Festland distanzieren. 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 3 • Frankreich war die stärkste Macht auf dem europäischen Kontinent und wollte diese Macht auf jeden Fall behalten. So gab es für Frankreich zwei Lösungen: entweder Frankreich kontrollierte das Deutsche Reich immer (militärisch) oder Frankreich suchte das Gespräch mit dem Deutschen Reich. Aufgaben Schreibe ein passendes Satzende. Es ist wichtig, dass die Sätze grammatikalischen korrekt sind, aber es ist noch wichtiger, dass der Inhalt stimmt. Also überlege gut! Die Regierung der Türkei (Atatürk) war zufrieden, als Da das Osmanische Reich Gebiete verlor, wollten sie Als die Bedingungen des Osmanischen Reichs erfüllt wurden, zogen Da das Deutsche Reich keinen König mehr hatte, war es Das Geld des Deutschen Reiches verlor an Wert, da Da das Deutsche Reich die Friedensverträge einhalten musste, ging Da die Grenze zwischen „Österreich-Ungarn aufgelöst wurde, lebten viele Ungaren Da die Grenze zwischen dem aufgelösten Reich „Österreich-Ungarn aufgelöst wurde, lebte das österreichische Volk Da der Friede in Europa nicht gerecht sei, Die britische Kolonie „Indien, Frankreich wollte die stärkste europäische Macht auf dem Kontinent bleiben, deshalb Das Wichtigste in Kürze 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 4 3. Die Weltwirtschaftskrise (von 1929 bis zum Ende der Dreissigerjahre) 3.1 Der Börsenkrach Warum entstand Panik unter den New Yorker Aktienhändler? Viele hatten ihre Aktien mit Geld bezahlt, das sie von den Banken geliehen hatten. Da nun die Aktien ständig an Wert verloren, konnten sie diese Darlehen nicht mehr zurückzahlen. Viele mussten ihren Besitz verkaufen oder sogar Konkurs anmelden. Was ist eine Aktie? Viele Amerikaner „leasten sich Luxusprodukte (Autos, Kühlschränke, Radios, Einfamilienhäuser). Da nun aber die Banken das Geld von den Fabriken zurückgefordert hatten, hatten viele Menschen keinen Job mehr, so konnten sie die Leasingrate nicht mehr bezahlen. Vor der Wirtschaftskrise hatten sich die Fabriken teure Maschinen „geleast und die Banken wollen auch dieses Geld zurück! Je mehr Arbeitslose, desto weniger wurde gekauft und desto mehr Fabriken gingen Konkurs!!! 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 5 3.2 Von der amerikanischen Krise zur Weltwirtschaftskrise Die Krise blieb nicht auf die Vereinigten Staaten beschränkt. Geriet die bedeutendste Wirtschaftsmacht der Welt – in den USA wurden damals 45 Prozent aller Industriegüter der Welt hergestellt – in Schwierigkeiten, so hatte das auch für die übrigen Staaten Konsequenzen. Die wirtschaftliche Lage der europäischen Länder war schon vorher ungünstiger/schlechter gewesen als in den USA. Vor allem in Grossbritannien und Deutschland bestand immer eine hohe Arbeitslosigkeit. Die deutsche Wirtschaft hatte sich nach dem verlorenen Krieg vor allem mit Hilfe amerikanischer Darlehen wieder ein wenig entwickelt. Reserven für schlechtere Zeiten gab es praktisch nicht. Als nun die USA das geliehene Geld zurück wollten, gerieten viele Firmen und Stadtverwaltungen in grosse Zahlungsschwierigkeiten. Sehr rasch trat in Europa die gleiche Entwicklung wie in Amerika ein. Die Arbeitsbedingungen und damit verbunden die Lebensbedingung der Menschen waren miserabel!! Das Wichtigste in Kürze 4. Deutschland 1933: Die Nationalsozialisten ergreifen die Macht 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 6 4.1 Die Demokratie und ihre Gegner Nach dem Sturz des Kaisers am Ende des Ersten Weltkrieges war das Deutsche Reich zu einer Republik geworden. Es erhielt eine demokratische Verfassung: Das Volk wählte ein Parlament – den „Reichstag. Diese ernannte den Reichskanzler und den Reichspräsidenten. Der Reichskanzler wählt die Regierung. Nur in Notzeiten sollten Reichskanzler und die Regierung vorübergehend auch alleine regieren können. Von Anfang an gab es politische Gruppen, welche die neue demokratische Ordnung grundsätzlich ablehnten und bekämpften. • Die Kommunistische Partei wollte alleine herrschen. Das Vorbild war die Sowjetunion (heute Russland). • • Die Konservativen wollten wieder einen Kaiser haben. Die Nationalsozialisten wollten ein einiges, straff geordnetes „Drittes Reich unter ihrem Führer Adolf Hitler. Nach der turbulenten Nachkriegszeit erlebte das Deutsche Reich 1924 bis 1929 einige ruhigere Jahre. Obwohl die Beziehungen zu Frankreich und Grossbritannien besser wurden, mussten die Friedensverträge nach dem ersten Weltkrieg eingehalten werden. Aufgabe Welcher Punkt der Friedensverträge war für das Deutsche Reich sehr schwer einzuhalten? Welche schweizerischen Parteien kennst zu? Was bedeutet das Wort „kommunistisch? 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 7 Was bedeutet das Wort „konservativ? Wann/ in welcher Situation kann der Reichspräsident alleine regieren? 4.2 Die Wirkung der Weltwirtschaftskrise Diese Wirtschaftskrise traf auch Deutschland hart. Die Regierung versuchte, der Bevölkerung bestmöglich zu helfen und das Land zu regieren. So kam es unter den Parteien zu Streit. Die Frage war nun: Welche Partei würde die meisten Stimmen gewinnen? • • Die Konservativen verloren Stimmen. • Weitaus am meisten Stimmen erzielte die Nationalsozialistische Partei. Sie stieg in wenigen Jahren von einer unbedeutenden, kleinen Partei zur weitaus stärksten Partei Deutschlands auf. Die Kommunisten gewannen Stimmen, vor allem von den Arbeitern der grossen Städte. Aber sie waren mit fast allen Parteien verfeindet. Aufgabe Was stimmt? Unterstreiche die falschen Aussagen • Viele Mitglieder der Konservativen verabschiedeten sich von der Partei. • Die Konservativen haben mehr Mitglieder. • Die konservative Partei zählt mehr Wählerstimmen. • Die Kommunisten verloren Wähler auf dem Land. • Die kommunistische Partei zählte mehr Parteimitglieder auf dem Land. • Die kommunistische Partei verstand sich vor allem mit der nationalsozialistischen Partei. • Insgesamt verlor die kommunistische Partei an Stimmen. • Die Nationalsozialistische Partei war früher unbedeutend. • Auch heute ist die Nationalsozialistische Partei wichtig. • Die Nationalsozialistische Partei wurde vor dem zweiten Weltkrieg grösser. • Die Nationalsozialistische Partei war die wichtigste Partei des deutschen Reiches während dem zweiten Weltkrieg 4.3 Adolf Hitler: Person und Wirkung Der Erfolg der „Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) war stark an die Person ihres Führers gebunden. Adolf Hitler (1889 – 1945) war der Sohn eines 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 8 österreichischen Zollbeamten und wollte ursprünglich Kunstmaler werden. Nachdem er jahrelang in Wien und München von Gelegenheitsarbeiten gelebt hatte, meldete er sich 1914 freiwillig zum Kriegsdienst im deutschen Heer, wo er sich bewährte und mehrmals verwundet wurde. 1919 schloss er sich der eben gegründeten, zunächst auf München beschränkten nationalsozialistischen Partei an und wurde bald zu ihrem unangefochtenen Führer. Die NSDAP versuchte durch Wahlerfolge die Mehrheit im Reichstag zu bekommen, um so in die Regierung zu gelangen. Sie leugneten aber keineswegs, dass sie dann den Staat völlig in ihrem Sinn umgestalten würden. Adolf Hitler verdankte seinen politischen Erfolg vor allem seiner Rednergabe. Dabei überzeugte er nicht durch die Klarheit und Logik seiner Gedanken. Vielmehr gelang es ihm, die tief in den Seelen seiner Zuhörer ruhenden, oft gar nicht bewussten Gefühle – Hass, Neid, Angst, Einsamkeit, Machtgier – aufzunehmen, in Worte zu fassen und sich in eine eigentliche Ekstase hineinzusteigern. Diese übertrug sich dann wieder auf seine Zuhörer, die oft in einen Rausch der Begeisterung gerieten. Hitlers Auftritte waren jeweils der Höhepunkt der nationalsozialistischen Versammlungen. Aufgabe Welchen Fall haben wir? Adolf Hitler (1889 – 1945) war der Sohn eines österreichischen Zollbeamten. Fall: Hitler hatte von Gelegenheitsarbeiten gelebt. Fall: In den Kriegsdienst im deutschen Heer meldete sich Adolf Hitler freiwillig. Fall:_ In München schloss sich Hitler der NSDAP an. Fall: Wird Hitler an die Macht kommen, würde er den Staat vollkommen verändern. Fall: Adolf Hitler verdankte seinen politischen Erfolg vor allem seiner Rednergabe. Fall: Hitlers Reden waren nicht logisch und nicht klar. Fall: Hielt Hitler seine Reden, dann waren die Zuhörer extrem begeistert. Fall: Hitlers Auftritte waren jeweils der Höhepunkt der nationalsozialistischen Versammlungen. Fall: 4.4 Adolf Hitler: das Programm Hitlers war überzeugt, dass: • das Leben ein ewiger Kampf sei und das deutsche Volk muss die Weltmacht werden oder untergehen. • an allem Übel die „Schmarotzerrasse, die Juden schuld seien. 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 9 Das Parteiprogramm hatte viele Schlagwörter und war unklar formuliert, so dass sich verschiedene Menschen mit ganz verschiedenen Zielen und Hoffnungen der Partei anschliessen konnten. Hielt Hitler eine Rede, konnte er sich gut der gegebenen Stimmung anpassen. 4.5 Adolf Hitler: die Propaganda Hitler schrieb ein Buch, das hiess „Mein Kampf. Dieses Buch wurde oft gekauft, aber nicht gelesen. Vor allem mit seinen Reden, Versammlungen, Demonstrationszügen, Plakate- und Flugblattaktion und dem Stören von Versammlungen anderer Parteien zog Hitler die Menschen an sich. Die Hauptrolle spielte dabei die „Sturmabteilung (SA), eine uniformierte Parteiarmee, die es bis 1933 auf eine halbe Million Mitglieder brachte, darunter viele Arbeitslose. Schon früh entstand auch eine Jugendgruppe, die „Hitlerjugend (HJ). In dieser Propaganda spielte die Judenfeindschaft, der Antisemitismus, eine wichtige Rolle. Von den über 60 Millionen Deutsche war nur eine halbe Million jüdisch. Viele Juden hatten einen sehr guten Beruf und verdienten viel Geld. Deshalb waren die Menschen oft eifersüchtig. Die meisten Juden fühlten als Deutsche. Viele übten ihren Glauben nicht mehr streng oder gar nicht mehr aus, so dass sie höchstens auf Grund ihres Namens oder ihrer Abstammung als Juden betrachtet werden konnten. Die meisten Bürger fanden den nationalsozialistischen Antisemitismus schlimm. Aufgabe Welche Gemeinsamkeiten hatten die Menschen, die der Sturmabteilung beitraten? Weshalb wollten diese Menschen bei der Sturmabteilung mitwirken? Stelle eine Vermutung auf. In Deutschland lebten wenige Juden. Trotzdem wurden diese gehasst. Nenne den Grund dafür. 4.6 Der Weg zur Macht: die Wahlerfolge und die Helfer Immer mehr Leute wurden Mitglied der NSDAP. Vor allem die jungen Leute wollten der Partei zugehören. Den ersten grossen Wahlerfolg hatte die NSDAP 1930. Aber die kommunistische Partei wehrte sich gegen die NSDAP und so kam es immer 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 10 wieder zu „Schlachten zwischen diesen beiden Parteien. Viele Bürger zogen daraus den Schluss, man könne ohnehin nur noch zwischen der nationalsozialistischen und der kommunistischen Partei wählen. Es kam zur Wirtschaftskrise. Keine Partei und auch der Reichspräsident fanden keine Lösung für diese Krise. Zu dieser Zeit hatte Hitler bereits 1/3 der Bevölkerung hinter sich. So verbündete sich die konservative Partei mit Hitler und hofften, dass sich Hitler ihnen anpassen würde. Deshalb wurde Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt. Man dachte, dass Hitler so nicht mächtig werden würde. Aufgabe • Suche die Wörter zuerst im Text und unterstreiche diese. • Suche danach Synonyme. Leute: Erfolg: Kommen: Schlacht: Bürger: Schluss: Krise: Finden: Konservativ: Denken: Macht: 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 11 4.7 Hitler an der Macht: Das Ende der Demokratie Aber Hitler riss die Macht an sich, er setzte SA-Leute als „Hilfspolizisten ein und verbot die anderen Parteien. Die wichtigen Freiheitsrechte wurden aufgehoben. Die ersten Konzentrationslager entstanden, in welche Menschen ohne Gerichtsurteil eingewiesen werden konnten. In den Wahlen vom 5. März 1933 gewannen die Nationalsozialisten mit den Konservativen zusammen knapp die Wahlen. Hitler hatte nun einen grossen Teil des Volkes hinter sich und auch den Reichstag (die Regierung). So wurde Hitler zum Diktator! Aufgabe Gemeinsam suchen wir nach den Freiheitsrechten eines Menschen und das sind folgende: Welche wurden wohl aufgehoben? Wie regiert nun ein Diktator? Schreibe deine Meinung auf. Das Wichtigste in Kürze 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 12 5. Das nationalsozialistische Deutschland: So wurde regiert 5.1 Die Diktatur Seit dem 23. März 1933 konnte Adolf Hitler allein neue Gesetze machen oder bestehende ersetzen. Hitler benützte dies, um seine Stellung als uneingeschränkter Führer des Reiches aufzubauen und zu festigen. 5.2 Der Glaube an den Führer – eine neue Religion? Die Bevölkerung sollte lernen, dass das Schicksal des deutschen Volkes allein von seinem Führer abhing, dort aber in guten Händen lag. Die unter der nationalsozialistischen Herrschaft errichteten Bauten (Kirchen, Stadien, Regierungsgebäude, etc.) waren riesengross. Sie sollten den einzelnen Menschen beeindrucken und die Grösse und Bedeutung des Deutschen Reiches verkörpern. Die grössten Projekte konnten allerdings wegen des Kriegsausbruchs gar nie ausgeführt werden. 5.3 Der Weg aus der Wirtschaftskrise Die nationalsozialistische Regierung hatte der Bevölkerung versprochen, die Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Da sie für ihre weiteren Pläne auf eine positive Einstellung der Bürger angewiesen war, musste sie dieses Versprechen einlösen. Aufgabe Ist der Inhalte des Satzes korrekt? Kreuze das entsprechende an. Ja Nein Hitler konnte uneingeschränkt führen. Hitler baute grosse Gebäude, um seine Macht zu demonstrieren. Während Hitler regierte, gab es neue Arbeitsplätze. Hitler kümmerte sich gut um das ganze deutsche Volk. Es brauchte neue Arbeitsplätze, da die Bevölkerung sonst nicht mehr an Hitler glauben würde. Die Bürger sollten von den grossen Gebäuden beeindruckt werden. Dank Hitler gab es weniger Arbeitsplätze. Seit 23. März 1933 machte Hitler alle Gesetze neu! Alle geplanten Gebäude konnte Hitler aufbauen. Hitler unterstützte nur die Arier. 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 13 Die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik verfolgte drei Ziele: 1. Verringerung der Zahl der Arbeitslosen durch staatliche Unternehmungen (etwa Autobahnbau, Trockenlegung von Sümpfen) und Staatshilfen (etwa Wohnbauförderung). Für solche Zwecke wurden 1933 –1936 5.2 Milliarden Mark ausgegeben. 2. Aufrüstung im Hinblick auf einen Krieg. Die Rüstungsausgaben des Staates stiegen von 1.9 Milliarden (1933) auf 17 Milliarden jährlich (1938); bis zum Kriegsausbruch 1939 wurden total etwa 60 Milliarden ausgegeben. Durch die Aufrüstung wurden viele Arbeitsplätze geschaffen. 3. Möglichst grosse Selbstversorgung mit lebensnotwenigen Gütern, vor allem Rohstoffe, um im Kriegsfall wirtschaftlich unabhängig zu sein. So wurde beispielsweise die Herstellung von synthetischem Benzin aus Kohle gefördert. Mit diesen Massnahmen gelang es, die Wirtschaftskrise zu bewältigen. 1938 hatte praktisch die ganze deutsche Bevölkerung eine Arbeitsstelle. In manchen Bereichen herrschte sogar ein Mangel an Arbeitskräften. 1938 produzierte die deutsche Wirtschaft fast doppelt so viel wie 1932. Es wurden viel mehr Waffen aller Art produziert, neue Fabrikbetriebe aufgestellt und neue Bauten errichtet. Die Arbeiter wurden aber nicht reicher. Immerhin hatten nun fast alle Bürger eine Arbeitstelle gefunden und mussten nicht an Hunger leiden. 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 14 Das Wichtigste in Kürze 6. Das nationalsozialistische Deutschland: Die Regierten Die nationalsozialistische Regierung wollte die Bevölkerung kontrollieren und die Gegner ausschalten. Sie wollte aber auch, dass möglichst viele Bürger die Partei „gut fanden und unterstützten. Im ganzen Land gab es viele nationalsozialistischer Organisationen (Vereine). Wer in keiner Organisation war, galt als verdächtig und musste mit Schwierigkeiten rechnen. Daher wurden viele Deutsche Mitglied der „Deutschen Arbeitsfront. Diese organisierte preisgünstige Ferienreisen – für viele Deutsche ein neues Erlebnis. Wer eine höhere berufliche Laufbahn anstrebte, wurde mit Vorteil auch Mitglied der Nationalsozialistischen Partei. Wer sich für einen ganz besonders überzeugten und auserwählten Kämpfer für das Deutsche Reich und seinen Führer hielt, trat der SS bei. Für Ärzte, Lehrer, Rechtsanwälte und viele andere Berufe bestanden besondere Berufsverbände; der Beitritt war beinahe obligatorisch. Über diese Organisationen konnte die Bevölkerung beeinflusst und kontrolliert werden. Wahlkämpfe und politische Diskussionen gab es nicht mehr. Der Inhalt der Zeitungen war einheitlich und eintönig, denn Kritik an den bestehenden Verhältnissen war weder mündlich noch schriftlich gestattet. In den Vordergrund traten dagegen Massenveranstaltungen mit militärischen Aufmärschen, Reden und Zeremonien, an denen aber auch Musik, Tanz und Festfreude nicht fehlten. Zu den jährlich abgehaltenen Feierlichkeiten – „Führers Geburtstag (20. April), 1. Mai, Reichsparteitag, Erntedankfest usw. – kamen ausserordentliche Anlässe wie Staatsbesuche oder die Olympischen Spiele 1936 dazu. Radio und Kinowochenschau sorgten dafür, dass auch jene von den Ereignissen erfuhren, die nicht dabei sein konnten. Auf diese Weise versuchte man, den Bürgern ein Zusammengehörigkeitsgefühl, aber auch einen Eindruck von der Grösse und Macht des Reiches und seiner Regierung zu vermitteln. Zwischen solchen Festtagen liefen die verschiedensten Unternehmungen, welche die Bevölkerung zum Mitmachen aufforderten und ihr zeigen sollten, dass es vorwärts auf aufwärts ging. Dazu gehörten etwa. die „Reichsverkehrserziehungswoche, die Kampagne „Besseres Licht – besserer Arbeit oder die „Reichsaktionen Mottenbekämpfung. 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 15 Besonders häufig waren Spenden- und Sammelaktionen für wohltätige Zwecke, wobei registriert wurde, wer viel, wenig oder gar nicht spendete. Wohl die grosse Mehrheit der Deutschen war der Meinung, die nationalsozialistische Regierung habe ihr Sicherheit, Ordnung und Arbeit gebracht. Die aussenpolitischen Erfolge vermittelten das Gefühl, dass das Deutsche Reich endlich wieder ernst genommen werde. Anderseits registrierte die Geheime Staatspolizei auch Unzufriedenheit. Kritisiert wurden vor allem die nach wie vor niedrigen Löhne, 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 16 Versorgungsschwierigkeiten und die Bestechlichkeit und Unfähigkeit vieler Parteifunktionäre. Der Regierung war klar, dass man ältere Leute zwar zur Anpassung bewegen, aber nur beschränkt von ihren bisherigen religiösen und politischen Ansichten abbringen konnte. Daher legte sie das Schwergewicht darauf, die jungen Menschen zu überzeugten Nationalsozialisten zu erziehen. Eine wichtige Rolle spielte dabei die Schule. An der Organisation des Schulwesens wurde wenig geändert, die Lehrpläne und Lehrmittel dagegen wurden im nationalsozialistischen Geist überarbeitet. Lehrer, die als Gegner des Nationalsozialismus bekannt waren, mussten gehen. Ein grosser Teil der Freizeit wurde durch die Tätigkeit in der „Hitler-Jugend ausgefüllt. Seit 1936 war die Zugehörigkeit für alle 10- bis 18 jährigen Deutschen vorgeschrieben, während die übrigen Jugendorganisationen nicht mehr bestehen durften. Die „HJ umfasste schliesslich über acht Millionen Mitglieder, die nach Geschlecht, Alter und Wohnort in immer kleineren Einheiten gegliedert waren. Die höheren Führer und Führerinnen, etwa 8000, standen im Alter zwischen 21 und 30 Jahren und übten ihr Amt vollberuflich aus. Die HJ- Übungen wurden regelmässig am Samstag, häufig auch an weiteren schulfreien Nachmittagen oder an Abenden abgehalten. Auf dem Programm standen Sport, militärisches Exerzieren, Kartenlesen, Naturbeobachtungen, Teilnahme an Sammelaktionen, politische Ausbildung, umrahmt von viel Gesang. Besonders wichtig waren die Ferienlager und die Beteiligung an der grossen Massenveranstaltung. Der Anklang, den der HJ-Betrieb bei den Jugendlichen fand, war unterschiedlich. Er hing von den Fähigkeiten der Führerinnen und Führer, aber auch von den Einstellungen der Eltern zum Nationalsozialismus ab. Je länger, je mehr trat bei den HJ-Veranstaltungen, vor allem bei den 14 bis 18 Jahre alten Knaben, das militärische Element in den Vordergrund. Stand bei den Knaben die Erziehung zum Soldaten im Vordergrund, so bei den Mädchen jene zur künftigen Frau und Mutter. Um das deutsche Volk möglichst gross und stark zu machen, sollten möglichst viele Kinder geboren werden. Die nationalsozialistische Frauenorganisation wies zwar darauf hin, dass eine gute Ausbildung auch für die Frauen wichtig sei. Ihr Einfluss war jedoch sehr gering. Der Anteil der Mädchen an den höheren Schulen und Universitäten ging zurück. Zu diesem Text folgt nun eine Textverständnisprüfung! Das Wichtigste in Kürze 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 17 7. Das nationalsozialistische Deutschland: Die Opfer 7.1 Kontrolle und Unterdrückung Die Gegner der nationalsozialistischen Partei wurden bekämpft und auch getötet. So wurden 20‘000 Kommunisten umgebracht. Aber auch viele Künstler/Schriftsteller galten wegen ihrer Werke oder ihrer politischen Haltung als „undeutsch. Endlich gab es manche, die sich enttäuscht vom Nationalsozialismus abwandten. Zudem führte man öffentliche Bücherverbrennung durch. Das wichtigste Instrument war jedoch die Polizei, darunter besonders die Geheime Staatspolizei (Gestapo). 7.2 Konzentrationslager Alle wichtigen Polizeiämter wurden mit Angehörigen der SS besetzt und mussten Hitler gehorchen. Die Gestapo hatte das Recht, politisch Verdächtige wie Kommunisten oder Sozialdemokraten, Angehörige besonderer Religionsgemeinschaften und Zigeuner ohne Gerichtsurteil auf unbestimmte Zeit ins Konzentrationslager zu stecken. Auch diese wurden von SS-Einheiten bewacht und verwaltet. Die Behandlung der Insassen war schlecht; oft wurden sie gefoltert. Aufgabe Was passierte mit den Zigeunern? Was passierte mit bestimmten Büchern? Was passierte mit den Künstlern? Was passierte mit den Kommunisten? Wer überwachte die Gefangenen in den Konzentrationslagern? Wer konnte Gegner der nationalsozialistischen Regierung beseitigen? 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 18 7.3 Die Unterdrückung der Juden Nun wurden Massnahmen gegen die Juden unternommen. 1. Zwischen den Juden und den übrigen Deutschen sollten möglichst deutliche Unterschiede geschaffen werden: • Zwischen Juden und Nichtjuden durften keine Ehen mehr geschlossen werden (ab 1935). • Juden mussten den Zweitvornamen „Sara oder „Israel haben und erhielten in ihrem Pass den Stempelaufdruck „J (ab 1938). • Juden durften nur besondere jüdische Schulen besuchen (ab 1938). • Juden mussten einen gelben Stern tragen (ab 1941). 2. Die Rechtsstellung der Juden wurde ständig verschlechtert: • • Juden durften nicht mehr als Beamte tätig sein (ab 1933/35). • • Juden durften nicht mehr an Hochschulen studieren (schrittweise ab 1934). Jüdische Ärzte und Rechtsanwälte durften nur noch jüdische Kunden annehmen (ab 1939). Juden durften keine Einzelhandelsgeschäfte und Handwerksbetriebe mehr führen (ab 1939). 3. Gewalttätige Massnahmen gegen die Juden: • Die Bevölkerung wurde davon abgehalten, in jüdischen Geschäften einzukaufen (erstmals 1933) • Zunehmend wurden Juden in Konzentrationslager eingeliefert (ab 1938) Auswanderung war für die Juden möglich und wurde von der Regierung zeitweise sogar gefördert. Die Auswanderer mussten jedoch den grössten Teil ihres Vermögens dem Staat abliefern oder in Deutschland zurücklassen. Auch waren sie im Ausland oft nicht willkommen. Zudem waren die meisten in Deutschland verwurzelt; der Entschluss, ihre Heimat zu verlassen, fiel ihnen schwer. Das Wichtigste in Kürze 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 19 8. Der Weg in den Krieg Nachdem Hitler die Führung des Deutschen Reichs 1933 übernommen hatte, verfolgte er Wesentlichen aber vier Richtziele. im 1. Weg mit Versailles! Die Verträge nach dem ersten Weltkrieg sollten aufgelöst werden. So entstand wieder eine mächtige Armee. 2. Alle Deutschen heim ins Reich! Wie die anderen Völker sollten auch die Deutschen das Recht haben, sich in einem einzigen Staat zusammenzuschliessen. Als „deutsch galt, wer deutscher Muttersprache war. Im Vordergrund stand dabei zunächst Österreich. Viele Österreicher wollten zu Deutschland gehören. 3. Raumgewinn im Osten! Hitler wollte für das deutsche Reich mehr Land. Dabei dachte er vor allem an die Eroberung und Besiedlung von Südrussland. Die russischen Bewohner sollten als Knechte arbeiten. Dieses Ziel musste zum Krieg mit der Sowjetunion führen. Die deutsche Bevölkerung war jedoch nicht kriegsbegeistert. Daher hielt Hitler dieses Ziel nach seinem Regierungsantritt möglichst geheim. 4. Deutschland als Weltmacht! Das Deutsche Reich sollte den europäischen Kontinent beherrschen und auch auf dem Meer mächtig sein. Grossbritannien sollte als „Partner sein Kolonialreich behalten dürfen, während Japan Ostasien zu kontrollieren hatte. Diese drei Mächte sollten gemeinsam den Aufstieg der Vereinigten Staaten von Amerika, den Hitler fürchtete, in Schranken halten. Dieses Ziel konnte erst nach dem dritten erreicht werden. Immerhin wurde der Bau einer riesigen Meerflotte bereits geplant. 8.1 Die übrigen Mächte: Grossbritannien und Frankreich Grossbritannien hatte für die ersten zwei Ziele Hitlers Verständnis. Grossbritannien hatte Probleme mit seinen Kolonien, deshalb wollte es einen Krieg in Europa vermeiden (Appeasement Politik). Frankreich wollte zuerst die Friedensverträge nach dem ersten Weltkrieg einhalten. Daher schloss es sich der britischen „Appeasement (Beschwichtigungs-) Politik an. Als das Deutsche Reich im März 1938 die österreichische Regierung unter Druck zum Rücktritt nötigte und das Land besetzte, verzichteten die Westmächte auf Gegenmassnahmen, da die österreichische Bevölkerung mit dem „Anschluss einverstanden zu sein schien. 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 20 8.2 Die „Sudetenkrise 1938 Ihren Höhepunkt erreichte die „Appeasement- Politik im Herbst 1938. Der Westen und Norden der Tschechoslowakei war überwiegend von Deutschen, den „Sudetendeutschen, besiedelt. Unterstützt von der deutschen Regierung wollten sie wieder zu Deutschland gehören. Frankreich und Grossbritannien übten Druck auf die tschechoslowakische Regierung aus, die sudetendeutschen Gebiete an das Deutsche Reich abzutreten, um einen deutsch-tschechischen Krieg zu vermeiden. Ein solcher hätte zum Weltkrieg führen können, die Tschechoslowakei gab nach, weil sie sich isoliert sah. Hitler sagte dafür, dass er kein weiteres Land erobern wolle 8.3 Deutsche Expansionspläne – das Kriegsrisiko steigt In Wirklichkeit wollte Hitler mehr, nämlich die vollständige Tschechoslowakei. So konnte er Polen erobern und anschliessen einen Feldzug gegen die Sowjetunion starten. Er war nun immer mehr bereit, einen Krieg zu riskieren, allerdings nur dann, wenn die Voraussetzungen für einen raschen Erfolg günstig waren. Falls das Deutsche Reiche Polen angreifen würde, würden die Westmächte Polen „helfen. 8.4 Die Haltung der Sowjetunion Polen wollte das Deutsche Reich bekämpfen. Die Sowjetunion wusste nicht, auf welche Seite es sich stellen sollte, zu den Westmächten oder zum Deutschen Reich. So entschied sich die Sowjetunion, sich so lange wie möglich aus einem Krieg herauszuhalten und dann als die lachenden Dritten dazustehen. 8.5 Der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt Das Deutsche Reich bot der Sowjetunion einen Nichtangriffspakt an, verlangte von ihr bei einem deutsch-polnischen Krieg also bloss Neutralität. Zudem gestand es ihr die Vorherrschaft über die osteuropäischen Gebiete an der sowjetischen Westgrenze (Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Ostpolen, Bessarabien) zu. Die Westmächte hatten dagegen von der Sowjetunion aktive Hilfe an Polen gefordert und ihr keine Gebietsgewinne versprechen können. Allerdings war es widersprüchlich, dass das Deutsche Reich, das für sich „Lebensraum im Osten anstrebte, nun die Sowjetunion nach Westen vorrücken liess. Am 23. August 1939 wurde das deutsch-sowjetische Abkommen in Moskau unterzeichnet. So gestärkt, glaubt Hitler, dass Grossbritannien und Frankreich Polen keine oder zumindest keine wirksame Hilfe leisten würden. Am 1. September 1939 begann der deutsche Feldzug gegen Polen. Frankreich und Grossbritannien reagierten mit der Kriegserklärung an das Deutsche Reich. Aus dem scheinbar kurzen deutschen „Blitzkrieg gegen Polen entwickelte sich der Zweite Weltkrieg. Es ist sehr wichtig, dass du den Punkt 8 auch wirklich verstanden hast, deshalb gibt es darüber eine Prüfung! Das Wichtigste in Kürze 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 21 9. Die Zeit der Blitzkriege (1939 – 1942) 9.1 Das Konzept des Blitzkrieges Die Ziele der nationalsozialistischen Aussenpolitik mussten fast zwangsläufig zu Kriegen führen. Hitler und seine Mitarbeiter nahmen dieses Risiko auch bewusst in Kauf. Sie wollten jedoch einen langen Krieg gegen viele miteinander verbündete Mächte vermeiden. Ihre Absicht war, jeweils einen Gegner mit einem raschen Schlag, einem „Blitzkrieg, zu besiegen, bevor andere Staaten in das Geschehen eingreifen konnten. Für derartige Kriege war das Deutsche Reich mit seinem modern ausgerüsteten Militär gut vorbereitet. Für einen langen Krieg gegen viele Gegner war es jedoch bevölkerungsmässig unterlegen und besass zu wenige Rohstoffe. 9.2 Der deutsche Blitzkrieg gegen Polen (September 1939) Der Krieg gegen Polen war innerhalb von vier Wochen entschieden, obwohl die polnischen Soldaten tapfer kämpften. Wie es mit der Sowjetunion abgesprochen wurde, teilte das Deutsche Reich und die Sowjetunion Polen unter sich auf. Die Westmächte (Frankreich und Grossbritannien) halfen Polen nicht. Der Einmarsch Deutschlands in Polen wird als Beginn des 2. Weltkrieges betrachtet. Beantworte die folgenden Fragen zum Film „der Überfall 1939 aus der Reihe 100 Jahre Geschichte: 1. Welchen Namen trägt der erste Interviewte im Film. Warum ist er bekannt? 2. Warum schliesst Hitler mit seinem Erzfeind Russland einen Nichtangriffspakt? 3. Was ist Hitlers Hauptziel im Osten? 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 22 4. Mit welcher Lüge rechtfertigt Hitler den Einmarsch in Polen? 5. Wie reagierten Frankreich und Grossbritannien? 6. Weshalb hatte Polen keine Chance, gegen die deutsche Armee zu gewinnen? 7. Wie reagierte die Sowjetunion? 9.3 Der sowjetische Blitzkrieg gegen Finnland (November 1939 bis März 1940) Die Sowjetunion forderten die baltischen Staaten (Estland, Lettland, Litauen) sowie Finnland auf, der Sowjetarmee militärische Stützpunkte zu überlassen. Die ersten drei gaben nach. Doch Finnland weigerte sich. Es kam zu einem Krieg und die Sowjetunion fragte sich, ob sich dieser Krieg gegen dieses kleine Volk lohne. So schlossen die beiden Staaten Frieden. 9.4 Der deutsche Blitzkrieg gegen Norwegen und Dänemark (April bis Juni 1940) Im April 1940, einen Tag vor dem geplanten britisch-französischen Vorstoss, landeten deutsche Truppen in Norwegen. Nach zwei Monaten war das Land, obwohl noch westliche Hilfe eintraf, besiegt und besetzt. Dänemark gab kampflos auf. So konnte das Deutsche Reich das für den Krieg wichtige Eisenerz von Norwegen holen. Warum ist die Eroberung Norwegens für das Deutsche Reich wichtig? Zwei Gründe. 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 23 a) b) 9.5 Der deutsche Blitzkrieg im Westen (Mai bis Juni 1940) Am 10. Mai 1940 griff das Deutsche Reich Frankreich, Luxemburg, Belgien und Niederlande an. Obwohl die beiden Kampfparteien an Soldaten, Panzern und Flugzeugen etwa gleich stark waren, kam es zu einem raschen deutschen Sieg. Nachdem auch Paris besetzt worden war, musste die französische Regierung um einen Waffenstillstand bitten. Dieser kam am 22. Juni zustande. Frankreich blieb als Staat bestehen, doch kamen die strategisch wichtigen Gebiete unter deutsche militärische Kontrolle. Die Regierung verlegte ihren Sitz in das im unbesetzten Teil gelegene Vichy. Wenn du den Film „Frankreich – Hitler in Paris aus der Serie 100 Jahre Geschichte gesehen und den obigen Text genau gelesen hast, musst du diesen Lückentext ausfüllen können. Es war vor allem der Gedanke der den Hitler Antrieb gegen Krieg zu führen. Wie nach jedem Raubzug heuchelte Hitler willen vor. Der Einmarsch erfolgte über und Bereits im 1.WK marschierte über in an. Dieser Plan blieb aber schliesslich nur ein manöver. Der Hauptvorstoss erfolgte mit divisionen quer durch die Auch dieser Überfall wird zu den gezählt, da in nur Wochen erobert wurde. Da Hitler es sich mit nicht verscherzen wollte, liess er die Armee, welche den Franzosen zur Seite stand, Hitler war der grösste *, den es je gegeben hatte. (*Jemand, der ein hohes Risiko eingeht; Glücksspieler, Abenteurer, Waghals) Um Genugtuung für die Schmach von zu bekommen, musste die in einem im Wald von Compiègne unterzeichnen. Um die Franzosen zu , wurden an allen öffentlichen aufgehängt. Obwohl das Land Jahre besetzt wurde, war Hitler nur in Paris. Hitler besuchte vor seiner Abreise noch das Grab von , um sich an der Grösse dieses Feldherrn zu messen. 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 24 Hitler ist auf dem der Macht und der 9.6 Ein Blitzkrieg gegen Grossbritannien? Das Deutsche Reiche wollte mit Grossbritannien verhandeln, so dass es zu keinem Krieg kommen würde, aber die britische Regierung war entschlossen, den Krieg fortzusetzten. Die deutschen Flieger waren für einen Luftkrieg ungeeignet und so mussten sie aufgeben, trotzdem bombardierte das Deutsche Reich Grossbritannien, aber das Deutsche Reich unterschätze den Widerstandswillen der britischen Bevölkerung. Immer mehr rückte ein direkter Sieg über Grossbritannien aus dem Bereich der Möglichkeiten. Aufgabe Wollte das Deutsche Reich einen Krieg gegen Grossbritannien? Weshalb musste das Deutsche Reich den Krieg gegen Grossbritannien aufgeben? 9.7 Der deutsche Blitzkrieg in Südeuropa (April bis Mai 1941) Kurz vor dem Waffenstillstand mit Frankreich war Italien auf deutscher Seite in den Krieg eingetreten. Auch Jugoslawien und Griechenland wurden angegriffen und besiegt. Obwohl Grossbritannien die Griechen militärisch unterstützte, wurden beide Staaten in kurzer Zeit besiegt. Sie kamen teils unter deutsche, teils unter italienische Kontrolle. 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 25 9.8 Ein deutscher Blitzkrieg über die Sowjetunion (Juni bis November 1941) Während all dieser Blitzkriege bestand der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt weiter. Die Sowjetunion lieferte dem Deutschen Reich auch wichtige Rohstoffe. Das Verhältnis zwischen den beiden Staaten verschlechterte sich jedoch. Die Sowjetunion verfolgte das Anwachsen der deutschen Macht mit Misstrauen. Deshalb „vergrösserte es sein Reich ebenfalls (Rumänien, Stützpunkte in Bulgarien ). Deshalb wollte Hitler die Sowjetunion so bald wie möglich angreifen. Er konnte damit sein eigentliches Kriegsziel, „Lebensraum im Osten zu gewinnen, wieder aufnehmen. Dies wurde nun zum Hauptkriegsschauplatz des Zweiten Weltkrieges, wo auf beiden Seiten die meisten Soldaten eingesetzte wurden und entsprechend viele Opfer zu verzeichnen waren. Im Unterschied zu den Feldzügen im Westen und im Norden plante die deutsche Führung einen Vernichtungskrieg. Die Sowjetunion sollte als Staat verschwinden und zu einer deutschen Kolonie werden; die Bevölkerung wollte man teils vernichten, teils versklaven. Tatsächlich eroberten die deutschen Truppen zuerst Gebiete von der Sowjetunion, aber in der Schlacht um Moskau (November 1941 bis Januar 1942) verloren sie den Krieg, da sie schlecht auf einen Winterkrieg vorbereitet waren. Entgegen Hitlers Konzept war der „lange Krieg Wirklichkeit geworden. Daher war die Schlacht um Moskau der entscheidende Wendepunkt im Krieg in Europa. Beantwortet die folgenden Fragen zum Film „das Unternehmen Barbarossa 1941 aus der Reihe 100 Jahre Geschichte. 1. Auf welcher Breite greift die Deutsche Wehrmacht die Sowjetunion an? 2. In wie vielen Monaten soll das Sowjetreich zerschlagen werden? 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 26 3. Warum glaubte Stalin nicht daran, dass Hitler die Sowjetunion angreifen will? 4. Was behauptet die deutsche Propaganda, warum Russland angegriffen wurde. 5. Was ist der wahre Grund, warum Russland angegriffen wurde. 6. Welche Bedeutung muss man der Schlacht um Moskau beimessen? 7. Was bedeutet der Satz: „Mit dem Russlandfeldzug ist Hitlers Strategie der Blitzkriege gescheitert? 9.10 Der japanische Blitzkrieg im Fernen Osten (Dezember 1941 bis Juni 1942) Seit 1936 war das Deutsche Reich mit Japan verbündet. Japan wollte ebenfalls mehr Land und zwar in China. Die USA wollte aber mit China Handel treiben und verlangte von der japanischen Regierung, China zu verlassen. Die japanische Regierung entschied sich, durch einen raschen militärischen Schlag, die USA aus dem Gebiet des Pazifischen Ozeans zu verdrängen. Am 7. Dezember 1941 eröffneten sie den Krieg durch einen Luftangriff auf den amerikanischen Flottenstützpunkt Pearl Harbor (Hawaii). In den folgenden Monaten konnten die Japaner Südostasien und zahlreiche Inselgruppen im Pazifik besetzten. Ähnlich wie 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 27 die Sowjetunion und Grossbritannien gaben sich aber auch die USA nach den ersten Niederlagen nicht geschlagen. In der Seeschlacht bei der Insel Midway (westlich von Hawaii; 4. bis 6. Juni 1942) errangen sie einen wichtigen Abwehrerfolg. Auch das japanische Blitzkriegskonzept war damit gescheitert. Gleich nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor erklärte das Deutsche Reich und Italien den USA den Krieg. Das Wichtigste in Kürze 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 28 10. Die „Achsenmächte im Vielfrontenkrieg (1942 – 1945) 10.1 Die „Grosse Koalition Mit dem Kriegseintritt der USA und dem Abwehrerfolg der Sowjetunion vor Moskau war eine „grosse Koalition gegen das Deutsche Reich und seine Verbündeten entstanden. Hinter Grossbritannien standen zudem seine ehemaligen Kolonien Kanada, Australien, Neuseeland und Südafrika, hinter den USA zahlreiche lateinamerikanische Staaten. „Die Grossen Drei (USA, Grossbritannien, Sowjetunion) waren sich einig, das Deutsche Reich vollständig zu besiegen. Obwohl das Deutsche Reich aufrüstete, waren sie militärisch unterlegen und die Zahl der Opfer nahm massiv zu. Aufgabe Kreuze an, welche Staaten zu den Achsenmächten, Alliierten und zur Grossen Koalition gehören. De uts chl and Ita lien Fra nkr eic Gro ssb rita nni en Pol en Bal kan sta ate So wje tun ion Jap an Chi na US Achsenmächte Alliierte Grosse Koalition Trage nun die entsprechenden Länder in die Kästchen, so dass du dir einen besseren Überblick verschaffen kannst. 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 29 10.2 Die „AtlantikSchlacht Die USA trat in den Krieg ein und die Kriegskosten beliefen sich auf etwa 300 Milliarden Dollar. Wissenschaftler arbeiteten intensiv an der Entwicklung der Atombombe. Die Fahrt von Amerika nach Grossbritannien war gefährlich, denn die Schiffe wurden von dem Deutschen Reich oft versenkt. Mit der Entwicklung neuer Ortungsgeräte (Radar) durch die Alliierten wendeten sich aber das Blatt; nun wurden mehr deutsche UBoote versenkt, als gleichzeitig neu in Dienst gestellt werden konnten. So haben die Alliierten die „Atlantik-Schlacht gewonnen. Was muss ich mir merken: 10.3 Der Luftkrieg Gleichzeitig wurde der Luftkrieg gegen das Deutsche Reich mit grossen Langstreckenbombern immer intensiver geführt. Das Ziel war: • Zerstörung der deutschen Rüstungsproduktion • Verkehrsverbindungen lahm zu legen • die deutsche Bevölkerung zu demoralisieren Zweifelte die deutsche Bevölkerung am „Endsieg, wurden sie zum Teil mit dem Tod bestraft. Was muss ich mir merken: 10.4 Der Krieg in der Sowjetunion Der Krieg zu Lande wurde zur Hauptsache nach wie vor in der Sowjetunion ausgetragen. Im Sommer 1942 griffen die deutschen Truppen nochmals die Sowjetunion an. Es zeigte sich jedoch, dass die deutschen Kräfte nun deutlich schwächer waren als die sowjetischen. Hitler wollte nicht aufgeben und so kamen von den 300‘000 Mann etwa zwei Drittel um und der Rest geriet in sowjetische Gefangenschaft (Ende Januar/Anfang Februar 1943). Alle anderen Verbündeten des Deutschen Reichs wendeten sich ab. Was muss ich mir merken: 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 30 10.5 Die Invasion in Frankreich Im Juni 1944 wagten die Alliierten den Angriff von England aus nach Nordfrankreich. Zwischen Sommer und Herbst 1944 wurde der grösste Teil Frankreichs von der deutschen Herrschaft befreit. Damit war das Deutsche Reich von Osten, Westen und Süden her eingekreist. Die völlige Niederlage war nur noch eine Frage der Zeit. Hitler und seine Mitarbeiter wollten jedoch nicht aufgeben. Teils hofften sie auf ein Wunder, teils erkannten sie, dass sie persönlich nach dem Kriegsende nichts Gutes zu erwarten hätten. Was muss ich mir merken: Wir schauen uns den Filmreihe 100 Jahre – der Countdown die Episode „der längste Tag – 1944 an, beantworte dann die dazu gestellten Fragen. 1. Was waren die Voraussetzungen für die erfolgreiche Landung in der Normandie? 2. Die Landung in der Normandie war ein entscheidender Punkt im 2. Weltkrieg. Wieso? 3. Wie täuschten die Engländer die Deutschen in der Waffenanzahl? 4. Wie reagierten Hitler und seine Männer auf die drohende Niederlage? Welche Ansichten vertraten sie? 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 31 10.6 Das Kriegsende in Deutschland und im Fernen Osten Von allen Seiten rückten die Gegner des Deutschen Reichs vor. Ende April eroberten sowjetische Truppen die Reichshauptstadt Berlin. Hitler beging kurz vor dem Ende der Kämpfe Selbstmord. Hitlers zum Nachfolger, Admiral Dönitz, erklärte dann den 2. Weltkrieg als verloren (8. Mai 1945). Damit endete der Krieg in Europa mit der totalen Niederlage des Deutschen Reiches. Die USA griffen Japan an, diese verteidigten sich ausserordentlich hartnäckig. Deshalb entschloss die USA, die kurz zuvor getestete Atomwaffe abzufeuern. Am 6. und 8. August 1945 wurden zwei Atombomben über den Städten Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. Ihre gewaltige Sprengkraft forderte unmittelbar etwa 160 000 Todesopfer. Daraufhin erklärte Kaiser Hirohito am 15. August 1945 die Kapitulation Japans. Das Wichtigste in Kürze 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 32 11. Zusammenfassung Der zweite Weltkrieg begann im September 1939 und endete im Mai 1945. Kriegsgegner: Zeitlicher Ablauf des 2. Weltkrieges 1. September 1939: Einmarsch in Polen • Deutschland greift Polen an und besiegt das Land innerhalb von 4 Wochen („Blitzkrieg) 1940 • • • • • „Blitzkrieg gegen Dänemark und Norwegen „Westfeldzug gegen Beneluxstaaten Zerschlagung der französischen Armee Eintritt Italiens in den Krieg Erste Niederlage Deutschlands in der „Luftschlacht gegen England 1941 • „Blitzkrieg gegen Jugoslawien und Griechenland • „Unternehmen Barbarossa Feldzug gegen Russland • Japan überfällt den US Stützpunkt in Pearl Harbor, Hawaii 1942: Wende im Krieg • Beginn der alliierten „1000 Bombenangriffe gegen Deutschland • Vernichtung zahlreicher U-Boote • Einkesselung in Stalingrad • Seeschlacht bei Midway 1943 • Vernichtung der 6. Armee in Stalingrad • Beginn des Rückzuges aus Russland 1944 • Landung der Alliierten in der Normandie (Frankreich) • Hitler überlebt ein Bombenattentat 1945 • Selbstmord Hitlers im April • Ermordung Mussolinis • Kapitulation des Deutschen Reiches 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 33 • Atombombenabwurf über Hiroshima und Nagasaki • Kapitulation Japans 12. Die Vernichtung der Juden („Holocaust) 12.1 Die Lage der Juden im Zweiten Weltkrieg Bereits vor dem Krieg hatten die Juden in Deutschland weniger Rechte. Durch den Ausbruch und den Verlauf des Zweiten Weltkrieges verschlechterte sich die Lage fast aller europäischen Juden. Einerseits wurde eine Auswanderung nach Amerika praktisch unmöglich. Anderseits gerieten durch die deutschen Eroberungen die Juden vieler Länder unter nationalsozialistische Herrschaft. Für Hitler und seine Mitarbeiter richtete sich der Krieg nicht nur gegen andere Staaten, sondern auch gegen die Juden. Als Hitler merkte, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war, konzentrierte er sich auf die „Endlösung der Judenfrage. 12.2 Die Ghettos 1939 und 1940 wurden in Polen fast alle Juden gezwungen, in Ghettos umzuziehen. 1941 begann man, Juden aus Deutschland ebenfalls in die Ghettos Polens zu bringen. Diese wurden dadurch völlig übervölkert. Die Einwohnerzahl des Ghettos von Warschau stieg in kurzer Zeit von 160 000 auf über 400 000. Das Ghetto von Vilnius (Wilna) wurde derart mit Menschen vollgestopft, dass pro Einwohner nicht einmal ein Quadratmeter Wohnraum zur Verfügung stand. Die Lebensmittelrationen war minimal, die hygienischen Verhältnisse katastrophal. Im Warschauer Ghetto starben im Jahr 1941 zehn Prozent der Einwohner an Hunger, Krankheiten oder Kälte. Die meisten Ghettobewohner wurden in Industriebetrieben beschäftigt, die für die deutsche Kriegswirtschaft arbeitete. 12.3 Massenerschiessungen in der Sowjetunion Die Einpferchung in die Ghettos war nur eine Übergangslösung. Bereits bei der Eroberung Polens im Herbst 1939 hatten die SS-Kommandos viele Juden einfach erschossen. Beim Feldzug gegen die Sowjetunion wurden noch mehr Juden erschossen! 3./4. Realschule 2. Weltkrieg Seite 34 12.4 Vernichtung in Konzentrationslagern Anfang 1942 be