Arbeitsblatt: Lustige Weihnachtsgeschichte

Material-Details

Lustige Geschichte zum Lesen in der Weihnachtszeit
Deutsch
Lesefertigkeit
5. Schuljahr
1 Seiten

Statistik

126309
608
16
11.01.2014

Autor/in

Patricia Schöpfer
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Beim Aufräumen des Dachbodens, ein paar Wochen vor Weihnachten, entdeckt der Vater in der hintersten Ecke in einer Truhe ein ganz verstaubtes uraltes Ding. Das muss der Christbaumständer sein, von dem die Oma an Weihnachten immer erzählt. Es ist nämlich ein besonderer Ständer, mit einem Drehmechanismus und einer eingebauten Spieluhr. Wenn man vorsichtig eine kleine Sperre löst, dreht er sich und spielt dabei das Lied „O du fröhliche. Der Opa hat ihn mal auf einem Weihnachtsmarkt gekauft und dann hat der Christbaumständer jahrelang seinen Dienst getan, bis er nicht mehr funktioniert hat. Irgendwie ist er dann verschwunden und nie mehr aufgetaucht. Jetzt liegt also vor dem Vater dieser Christbaumständer. Er sieht zwar fürchterlich aus und dreht sich nicht mehr, aber da kommt dem Vater ein wunderbarer Gedanke. Wie würde sich die Oma freuen, wenn sie am Heiligabend vor dem Baum sässe und dieser sich auf einmal wie in uralter Zeit zu drehen begänne und dazu „O du fröhliche spielt. Nicht nur die Oma, sondern die ganze Familie würde staunen. Nach längerem Suchen findet der Vater dann auch genau den Baum, den er sich vorgestellt hat, ein schön gewachsenes über 2 hohes Exemplar. Die Oma und der Rest der Familie würden Augen machen. Nun konnte der Heiligabend kommen. „Den Baum schmücke ich heuer alleine, tönt der Vater. So aufgeregt ist er schon lange nicht mehr gewesen. Vorsichtig befestigt er die Tanne im Christbaumständer und löst dann die Sperre. Es funktioniert alles wie am Schnürchen. Die Musikwalze spielt O du fröhliche und der Baum dreht sich. Jetzt muss er nur noch geschmückt werden. Der Vater hat wirklich an alles gedacht. Er hat echte Kerzen besorgt, der Stern von Bethlehem sitzt oben auf der Baumspitze und davor ein Rauschgoldengel. Bunte Kugeln und Lametta hängen an den Zweigen, und auch Schokolade und Wunderkerzen hat er nicht vergessen. Denn alles soll wie früher sein. „Die werden Augen machen, sagt er bei jeder Kugel,die er aufhängt. Endlich ist es soweit. Der Baum strahlt mit Vater um die Wette. Die Feier kann beginnen. Für die Oma schleppt der Vater den grossen Sessel herbei. Dann wird die alte Dame geholt und feierlich in ihrem Stuhl platziert. Rechts und links von ihr nehmen Vater, Mutter und die beiden Kinder Platz. Und dann kommt Vaters grosser Auftritt. Bedächtig zündet er Kerze für Kerze an, dann noch die Wunderkerzen. „Und jetzt kommt die große Überraschung, verkündet er, löst die Sperre am Christbaumständer und nimmt ganz schnell seinen Platz ein. Es gelingt dem Vater, mit dem antiken Stück ungesehen in seinem HobbyRaum zu verschwinden. Gut gereinigt, eine neue Feder, dann müsste das Ganze doch wieder funktionieren, überlegt er. Gesagt getan. Abends verschwindet der Vater jetzt immer in seinem Hobbyraum, verriegelt die Tür und werkelt. Und auf neugierige Fragen antwortet er nur „Weihnachtsüberraschung. Langsam dreht sich der Weihnachtsbaum, hell Kurz vor Weihnachten hat er es geschafft. spielt die Musikuhr „O du fröhliche. Ist das Der Christbaumständer dreht sich bei den eine Freude! Die Kinder klatschen vergnügt in Probeläufen wie geschmiert und spielt dazu Odie Hände. Die Oma hat Tränen der Rührung du fröhliche. Und wie neu sieht er aus, nachdem in den Augen und sagt immer wieder: „Och wenn er auch noch einen neuen Farbanstrich das der Opa noch erleben dürfte! Eine ganze bekommen hat. Weile schaut die Familie glücklich auf den drehenden Christbaum und lauscht der Melodie. Jetzt fehlt nur noch der passende Und die Oma sagt immer wieder: „Och wenn das Christbaum. der Opa auch noch erleben dürfte! Da reisst sie plötzlich ein quietschendes Geräusch aus ihrer Versunkenheit. Ein leichtes Zittern geht durch den Baum und die bunten Kugeln beginnen zu klirren. Aber nicht genug, der Baum fängt an, sich langsam aber sicher immer schneller zu drehen. Und auch das O du fröhliche ist bald nicht mehr als solches zu erkennen. Die Mutter ruft mit erschrockener Stimme: „So tu doch etwas! Und die Oma murmelt nur: Och wenn das der Opa noch erleben dürfte! Der Vater sitzt wie versteinert da, was aber den Baum auch nicht davon abhält, seine Geschwindigkeit zu steigern. Er dreht sich mittlerweile so schnell, dass die Flammen hinter den Kerzen hergehen. Die Kinder klatschen vor Begeisterung in die Hände und die Oma murmelt vor sich hin: „Och wenn das der Opa noch erleben dürfte! Als Erstes löst sich der Stern von Bethlehem, saust wie ein Komet durch das Zimmer, klatscht gegen den Türrahmen und fällt dann Felix, unserem Dackel, der dort ein Nickerchen macht, direkt auf den Kopf. Der arme Hund flitzt wie von der Tarantel gestochen aus dem Wohnzimmer in die Küche, wo man von ihm nur noch die Nasenspitze und ein Auge um die Ecke schielen sieht. Das Lametta hat sich erhoben und schwebt wie ein Kettenkarussell am Weihnachtsbaum bis es sich löst. Gerade noch rechtzeitig gibt der Vater das Kommando „Alle in Deckung!, als auch schon der Goldengel durchs Zimmer fliegt. Die Weihnachtskugeln und die Schokolade folgen ihm. Vater und Mutter liegen mittlerweile flach auf dem Boden und die Mutter jammert in den Teppich hinein: „Alles umsonst die viele Arbeit, alles umsonst! Dem Vater ist das alles sehr, sehr peinlich. Die Kinder hocken hinter Omas Sessel und beobachten begeistert aus sicherer Entfernung das Schauspiel. Oma sitzt immer noch wie erstarrt auf ihrem Logenplatz, von oben bis unten mit Lametta behängt. Als sie die verschmierte Schokolade auf ihrem Kopf entdeckt meint sie nur: „Och wenn das der Opa noch erleben dürfte! Zu all dem jault die Spieluhr weiter ein fast nicht mehr zu erkennendes „O du fröhliche, bis der Christbaumständer mit einem ächzenden Ton den Geist aufgibt. Durch den plötzlichen Stopp neigt sich der Christbaum ganz langsam und fällt dann krachend auf das Essen. Die letzten Kugelscherben vermischten sich mit dem Nudelsalat und dann ist es plötzlich totenstill. Oma, mittlerweile nicht nur mit Lametta, sondern auch mit Schokolade in allen Geschmacksrichtungen geschmückt, ist die erste, die sich wieder rührt. Sie steht schweigend auf und geht kopfschüttelnd aus dem Wohnzimmer. In der Tür stehend sagt sie nur noch: „Gut, dass das der Opa nicht mehr erleben muss! Die Mutter starrt, in Tränen aufgelöst, auf das riesige Chaos im Wohnzimmer. Der Vater ist käsebleich. Nur der kleine Andi meint: „Du, Papi, das ist echt stark! Machen wir das jetzt Weihnachten immer so?