Arbeitsblatt: AB Zwischenkriegszeit

Material-Details

AB
Werken / Handarbeit
Gemischte Themen
8. Schuljahr
2 Seiten

Statistik

126483
584
1
23.02.2014

Autor/in

Ludwig89 (Spitzname)
Land: Deutschland
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Die Stärke der politischen Parteien in der Weimarer Republik (19241933) Aufgaben zur politischen gesellschaftlichen Situation der Weimarer Republik 1. Lies den Text „Alltagsleben in der Weimarer Republik durch. Wie würdest du die Grundstimmung der Weimarer Bevölkerung beschreiben? (max. 2 Sätze). 2. Betrachte die Grafik zur Parteienlandschaft der Weimarer Republik zwischen den Jahren 1924 bis 1933. Was fällt dir auf? (Stichworte genügen) 3. Versuche einen Zusammenhang herzustellen zwischen den Fragen 1 und 2: Versuche dabei auch aufgrund der Situation der Bevölkerung in Deutschland zu beurteilen und zu begründen, welche Staatsform (Demokratie oder Diktatur) das Volk weshalb bevorzugen würde. (max. 8 Sätze) Alltagsleben in der Weimarer Republik Die Gesellschaft der Weimarer Republik war eine zutiefst gespaltene. Wirtschaftliche Not bestimmte in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg den Alltag eines Grossteils der Deutschen. Dem auch während der Goldenen Zwanziger grassierenden Elend der am Rande des Existenzminimums lebenden Arbeiterfamilien stand eine Kunst und Kulturszene mit einem avantgardistischen Lebensstil kaum dagewesener Intensität gegenüber. Ebenso wie der Freizeit und Vergnügungsbereich immer konkretere Formen annahm, wuchsen in einer durch Technikbegeisterung geprägten Zeit die Möglichkeiten der Kommunikation und der Motorisierung. Mit dem Automobil oder dem Motorrad, dem beliebtesten Verkehrsmittel der Weimarer Republik, unterwegs zu sein, bedeutete Unabhängigkeit und Flexibilität. Die Folgen des Ersten Weltkriegs waren im Alltagsleben der Deutschen nach Kriegsende stets präsent. Kriegsversehrte prägten ebenso das Strassenbild wie unterernährte Kinder und Erwachsene, die nach den entbehrungsreichen Jahren der staatlichen Nahrungsmittelrationierung (Nahrungsmittel lagern, damit man im Krieg mehr hat) sehnsüchtig auf ausreichende Mahlzeiten und einen vollen Speiseplan hofften. Der chronische Mangel an Grundnahrungsmitteln förderte Hamsterfahrten und einen regen Schleichhandel, bei dem sämtliche Arten von Wertgegenständen gegen Kartoffeln, Eier, Mehl oder Zucker getauscht wurden. Arbeitslosigkeit sowie Hunger und soziales Elend führten zu einer Kriminalisierung des Alltags, bei dem im Kampf ums nackte Überleben Diebstähle von Lebensmitteln und Plünderungen von Geschäften mancherorts gravierende Ausmaße annahmen. Die galoppierende Inflation verschärfte 1923 die Situation und machte über Nacht Millionen vormals kaufkräftiger Bürger und von Vermögenszinsen lebender Rentiers zu Bettlern, während Spekulanten und Kriegsgewinnler ihren neuen Reichtum in Amüsierbetrieben schamlos zur Schau stellten. Die psychologischen Folgen der Geldentwertung waren für einen Großteil der Deutschen ebenso tiefgreifend wie 1918 die unerwartete Kriegsniederlage, die das nationale Selbstwertgefühl verletzte. Einige Soldaten schworen sich, nie wieder zu den Waffen zu greifen, und ereiferten sich für den Pazifismus. Unter dem Motto Nie wieder Krieg versammelten sie sich alljährlich zu Massenkundgebungen. Demonstrationen und Aufmärsche verschiedenster politischer Gruppierungen, die durch Präsenz auf der Strasse ihre Stärke beweisen wollten, gehörten ebenso zum alltäglichen Erscheinungsbild der Weimarer Republik wie die durch häufigen Wechsel der Regierungen bedingten monströsen Wahlbewegungen der Parteien. Viele Jugendlichen gehörten der sogenannten verlorenen Generation an, die einschneidende Erfahrungen in den Schützengräben des Ersten Weltkrieges sammelte oder ohne Väter aufwachsen musste. Die ihr nachfolgende überflüssige Generation musste ab 1929 zumeist die bittere Erfahrung machen, während der Weltwirtschaftskrise auf einem überfüllten Arbeitsmarkt nicht Fuss fassen zu können. Arbeitslosigkeit und Massenverelendung kennzeichneten in der Wirtschaftskrise die Alltagssituation breiter Bevölkerungsschichten. Resignation und Verzweifelung waren Begleiterscheinungen der Krise, in der Tausende ihr als nutzlos empfundenes Leben freiwillig beendeten. Andere erkannten in Adolf Hitler die letzte Hoffnung auf Arbeit und Auskommen. Unter den Bedingungen der Angst und Hoffnungslosigkeit von Millionen Menschen entfalteten die Nationalsozialisten ab 1930 eine hasserfüllte Propaganda gegen Republik und Demokratie