Arbeitsblatt: Flow - Wasser ist Leben

Material-Details

Begelitmatrial mit Arbeitsaufträgen zum Dokumentarfilm "Flow - Wasser ist Leben"
Diverses / Fächerübergreifend
Anderes Thema
10. Schuljahr
32 Seiten

Statistik

126603
983
8
14.01.2014

Autor/in

Gelöschtes Profil (Spitzname)
Land:
Registriert vor 2006

Downloads Arbeitsblätter / Lösungen / Zusatzmaterial

Die Download-Funktion steht nur registrierten, eingeloggten Benutzern/Benutzerinnen zur Verfügung.

Textauszüge aus dem Inhalt:

Flow-Wasser ist Leben Arbeitshilfe www.filmwerk.de Flow wasser ist leben inhalt Kurzcharakteristik4 DVD Kapitel 5 DVD Kap. 1-2: Wasser macht krank 5 DVD Kap. 3-5: Pestizide Not Jeder braucht Wasser .5 DVD Kap. 6-7: Indien Wasser ist Geld .6 DVD Kap. 8-9: Kraft der Natur Vertreibung .7 DVD Kap. 10: Nestlé 7 DVD Kap. 11: Das Recht auf Wasser .7 DVD Kap. 12: Abspann .8 wasser als lebenselement – Der Film im Kontext der aktuellen Diskussion 8 Der Wasserkreislauf als Ökosystem 9 Die Kommerzialisierung der Wasserversorgung .9 Wasserverschmutzung 10 Ökologie und Schöpfungstheologie .11 Unterrichtsbausteine für Religionsunterricht, Erwachsenenbildung und Gemeindearbeit. 13 Didaktisch-methodische Leitgedanken .13 Bausteine für Unterricht und Bildungsarbeit 14 Baustein 01: Wozu wird Wasser eigentlich gebraucht? .14 Baustein 02: Expertenmeinungen zum Wasser .15 Baustein 03: Verschmutzung – Versorgung Kommerzialisierung 15 Baustein 04: Alternative Wasserversorgung: Zisternenwasser oder Wasser in Flaschen? 15 Baustein 05: Staudämme – eine unmögliche Alternative? .16 Baustein 06: Das Wasser und die Religion 16 Baustein 07: Recht auf Wasser 17 2 Bibliografische Hinweise und Links . 17 M01 Wasser ist Leben Expertenmeinungen 19 M02 Wassermangel – was könnte man tun? 20 M03 Das Geschäft mit dem Wasser – Suez -Ondeo .21 Aufgaben21 M04 Das Geschäft mit dem Wasser – Vivendi-Veolia 22 Aufgaben22 M05 Das Geschäft mit dem Wasser – RWE-Thames Water 23 Aufgaben23 M06 Brunnenwasser oder Wasser in Flaschen 24 M07 Regenwasserzisternen – alternative Wasserversorgung .25 M09 Das Wasser und die Religion .27 M10 Menschenrecht auf Wasser – der 31. Artikel der UN-Menschenrechte? .28 3 Flow wasser ist leben wasser ist leben FLOW: FOR LOVE OF WATER (Originaltitel) Dokumentation, 81 Minuten USA, 2008 Regie: Irena Salina, Produktion: The Group Entertainment, Steven Starr Productions FSK: ab 6 Jahren Kurzcharakteristik „Ohne Liebe haben Tausende gelebt, ohne Wasser kein einziger. Mit diesem Zitat beginnt ein gut 80-minütiger Dokumentarfilm, in dessen Focus nur ein einziges, aber das wohl wichtigste Element allen Lebens auf der Erde steht: Wasser. Mehr als fünf Jahre Recherche zu diesem Thema liegen dem Film zugrunde, der die Zuschauer(innen) auf die Spuren der nicht mehr nur natürlichen, sondern mehr und mehr menschlich gemachten, produzierten und vermarkteten Wasserkreisläufe auf unserem Planeten setzt. In eindrücklichen Bildern zeigt die Regisseurin die Umwelt zerstörenden und menschenverachtenden Auswirkungen des unbedachten Umgangs mit Wasser, die nicht nur die Armen betreffen, sondern mittelbar auch die Bewohner der reichen Länder. Wiederholt kommen Experten aus Wissenschaft und nichtstaatlichen Umweltorganisationen (NGO) zu Wort, die erläutern, wie Trinkwasser zum Geschäft einiger weniger Unternehmen wird und vor allem die Bewohner der südlichen Hemisphäre notgedrungen zu ihren „Kunden macht. Industrielle Großprojekte wie der Bau von Staudämmen greifen tief in das Ökosystem der Wasserkreisläufe ein oder führen – wie der Bau einer Wasserabfüllanlage – zu deren Zerstörung. Klimawandel und Wasserverknappung bedingen sich gegenseitig. Die Darstellung der Kommerzialisierung der Wasserversorgung und des globalisierten, ressourcenfressenden Gebrauchs von Wasser werden kontrastiert mit der Information über lokale Initiativen zur dezentralen Wasseraufbereitung, zur Regenwassergewinnung und zum Bau von Brunnenanlagen. Eine Dezentralisierung der Wasserversorgung wird als entscheidende Alternative zu zentralen Systemen propagiert. FOR LOVE OF WATER – der Originaltitel des Films deutet an, dass dieser Dokumentarfilm nicht aus der Perspektive des neutralen Beobachters gedreht worden ist, sondern eindeutig Stellung bezieht für einen Lebenswandel in Harmonie mit der Natur. Kurze Hinweise auf die religiöse Bedeutung des Ganges im Hinduismus und auf die bekannte „Rede des Indianerhäuptlings Seattle verweisen auf den religiös-ethischen Ansatz des Films. Der Film nötigt damit die Zuschauer(innen), selbst einen solchen Perspektivwechsel vorzunehmen und den Umgang mit Wasser, dem natürlichsten Lebenselement unserer Erde, einer Revision im eigenen Lebenswandel zu unterziehen. Der Film unterstützt damit jene Forderungen kirchlicher Verlautbarungen und Initiativen von Hilfswerken, die die Wasserversorgung zu einem Menschenrecht erklären und diese Forderung in lokalen Projekten fördern. In der Bildungsarbeit kann dieser Film damit zu einem Impuls werden, das Dreieck Klimawandel – Wasserwandel – Lebenswandel zum Anlass für Gesprächsanregungen und vertiefende Informationen zu nutzen. Der ethische Aspekt, der sich aus der christlichen Schöpfungstheologie ergibt und im Film selbst nicht zum Thema wird, wird dabei als Gesprächselement in die Diskussion eingebracht werden müssen. Dazu geben die Bausteine dieser Arbeitshilfe weiterführende Anregungen. Der Film eignet sich für den Einsatz in der Bildungsarbeit in Schule und Erwachsenenbildung, ggf. auch durch die Auswahl einzelner Sequenzen. Neben der Verwendung im Religionsunterricht und im Fach Ethik bieten sich fächerverbindende Unterrichtsprojekte mit den Fächern Biologie, Erdkunde und Politik Gesellschaftslehre an. Umweltinitiativen und Gesprächskreise werden in diesem Film grundlegendes Informationsmaterial finden. 4 DVD Kapitel 01. 02. 03. 04. 05. 06. 07. 08. 09. 10. 11. 12. 00: 00: 06: 14: 20: 26: 32: 41: 47: 55: 63: 75: 00: 00 57: 18 01: 15 38: 06 32: 03 23: 18 47: 01 43: 15 47: 12 37: 17 12: 10 35: 07 Vorspann Wasser macht krank Pestizide Not Jeder braucht Wasser Indien Wasser ist Geld Kraft der Natur Vertreibung Nestlé Das Recht auf Wasser Abspann bis 80:52:01 DVD Kap. 1-2: wasser macht krank (00:00 – 06:01) „Ohne Liebe haben Tausende gelebt, ohne Wasser kein einziger. Nach der Einblendung des Zitats des Lyrikers W.H. Auden beginnt der Film mit insgesamt elf Statements von Wissenschaftlern und Umweltaktivisten zum Thema „ohne wasser kein leben, die auf der einen Seite die Lebensbedeutung des Wassers verdeutlichen und auf der anderen Seite dessen gegenwärtige Gefährdung. Die Bilder konfrontieren die Zuschauer(innen) mit den Konsequenzen. DVD Kap. 3-5: Pestizide not Jeder braucht wasser (06:01–11:00) Der Film verdeutlicht, dass die Erhöhung des Wasserverbrauchs vor allem in der Landwirtschaft dadurch veranlasst ist, Pflanzen dort anzusiedeln, wo sie von Natur aus nicht wachsen würden. Hinzu kommt der problematische einsatz von Pestiziden, Herbiziden (z.B. Atrazin) und Düngemitteln, die nicht nur das Wasser verunreinigen, sondern auch zu genetische Veränderungen im Fischbestand führen. Durch die Nahrungskette gelangen sie in den tierischen und menschlichen Körper und führen dort zu hormonellen, geschlechtsverändernden und krebserregende Folgen. Das Pestizid Atrazin ist bis heute in den USA nicht verboten. (11:25–17:15) Eine blutrote Wasserader, ein Zufluss des Titicacasees, fließt verunreinigt durch Blut und Abfälle eines Schlachthauses durch die bolivianische Stadt El Alto, La Paz. Eine Klärung des Abwassers findet nicht statt. Die Wasserversorgung wurde aus dem Aufgabenbereich des Staates in die Hände von gewinnorientierten Unternehmen gegeben, trinkwasser als Geschäft. Die drei größten Unternehmen sind Vivendi, Suez und Thames Water. Im krassen Gegensatz zu den Berichten von Anwohnern zur Qualität des Wasser verspricht ein Plakat von Aqua dIllimani, einem Tochterunternehmen von Suez: „Mehr Wasser, mehr Leben. Wir sind einfache Leute, die kaum für ihren Lebensunterhalt bezahlen können. Wenn die Privatisierung kommt, woher sollen wir das Geld nehmen [] Fast jedes zehnte Kind in diesem Land stirbt, bevor es fünf Jahre alt ist. Und die meisten Todesfälle stehen im Zusammenhang mit Krankheiten, die durch den Mangel an sauberem Trinkwasser hervorgerufen wird. Der Film zeigt Proteste bis hin zu Straßenschlachten, zu denen die von der Weltbank 1997 verordnete Trinkwasserprivatisierung in Bolivien geführt hatte. Ich glaube, dass der Kampf gegen die Privatisierung der Wasserversorgung ein Kampf gegen den Tod ist, ein Kampf um das Leben, damit das Leben für unsere Kinder und unsere Enkelkinder, für uns alle wieder lebenswert wird. Es ist ein Kampf für ein würdevolles Leben, ein Leben der Freude und gegen ein Leben der Unterwerfung, gegen ein Leben der Bitterkeit, der Sorgen und Unsicherheit. Denn das ist kein Leben. 5 Flow wasser ist leben Die Sequenz endet mit der Einblendung: Im Januar 2007 kündigte die bolivianische Regierung den Vertrag mit Suez und legte die Wasserversorgung wieder in die Hände der Menschen von La Paz. (17:15-26:23) Die Sequenz beschreibt den Zusammenhang von armut und wasserversorgung am Beispiel der Situation in Südafrika. Einwohner berichten von Krankheiten und Todesfällen im Zusammenhang mit unreinem Trinkwasser. Die Kosten für die Reinigung von Flusswasser erweisen sich für die arme Bevölkerung als zu hoch. Die Wasserversorgung erfolgt dort per Vorkasse. Allerdings muss die Bevölkerung manchmal wochenlang an der lokalen Wasserzapfstelle auf Wasser warten. Menschen in den Armutsvierteln schließen deshalb ihre Häuser illegal wieder an die Wasserversorgung an. Der Film zeigt, wie Umweltaktivisten sich gegen die Privatisierung der Wasserversorgung einsetzen. Mitarbeiter von Vivendi und Suez betonen dagegen: Wir haben kein Problem damit, wenn gefordert wird: „Das Wasser den Menschen! Wasser darf auch keine Handelsware sein. Wir sind nur der Dienstleister, der das System in Ordnung hält, weil wir langjährige Erfahrungen besitzen. Wir verkaufen unser Wissen. Wir haben das Know-how. Wir haben die Technik, wir wissen, wie man sehr große Netze betreibt und Wasser in die Haushalte bringt. Heute sterben täglich 30.000 Menschen an Krankheiten infolge verschmutzten Wassers. Das Ziel muss sein, jeden mit sauberem Wasser zu versorgen. Ein ehemaliger Mitarbeiter von Vivendi argumentiert: Diese Unternehmen sind 150 Jahre alt. Gegründet wurden sie von Bankiers, das darf man nicht vergessen. Diese multinationalen Konzerne sind keine philanthropischen Organisationen. Deswegen ist ihre progressive Sprache auch ein echter Skandal. Sie sagen: Wir sind es, die im Hinblick auf das Wasser der Armut ein Ende bereiten werden. Aber die Vivendi-Aktionäre werden nicht zehn oder fünfzehn Jahre warten, bis Menschen mit Wasser versorgt werden, die dafür gar nicht zahlen können. Das interessiert sie doch überhaupt nicht. DVD Kap. 6-7: indien wasser ist Geld (26:24–31:23) Dezentrale wasseraufbereitung durch UV-Filter ermöglicht in einem indischen Dorf im Gegensatz zu einem zentralen Wasserversorgungssystem die Lieferung von Wasser an alle Bewohner. Der Film zeigt die Möglichkeiten dieser Form der Versorgung, die für alle finanzierbar ist. Von dieser Technologie profitieren derzeit 300.000 Menschen in Indien – das sind jedoch viel zu wenige. (31:23-34:53) Experten nehmen Stellung zum Zusammenhang von Klimawandel, wasserverknappung und kommerziellen interessen. Der Klimawandel ist ein ernsthaftes Problem. Der Mensch verändert das Klima und eine der gravierendsten Auswirkungen wird der Klimawandel auf unsere Wasservorräte haben [] Viele Menschen werden infolge von Überschwemmungen, Dürren und sozialen Unruhen sterben, die die Erderwärmung mit sich bringen wird [] Die Leute sagen, Wasser ist doch dasselbe wie Luft und muss man für Luft bezahlen? Natürlich nicht, ok, aber warten sie ab, was passiert. (34:53–38:15) Diese Sequenz entlarvt das Geschäft mit sauberem und scheinbar gutem wasser in Flaschen als großen Schwindel, der vielmehr zu einem überteuerten Kauf der „Ware Wasser führt. Mit erfundenen Wassermarken werden Kunden eines Restaurants „getestet: In den Flaschen ist nichts als Leitungswasser. Ein Test von unterschiedlichen Wassermarken in den USA zeigte, dass dieses Wasser nicht gesünder ist als Leitungswasser. 6 Nach UN-Schätzungen wären jährlich 30 Milliarden Dollar mehr nötig, um den Planeten mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Letztes Jahr wurde dreimal so viel für abgefülltes Wasser ausgegeben. (38:15–41:43) „Der Traum vom sauberen Wasser ist in erreichbare Nähe gerückt, verkündet der ehemalige Leiters des IWF auf einer tagung des weltwasserrats, einer von den Interessengruppen gegründeten Organisation, die nach Aussage der Filmemacher dazu da ist, das Geschäft mit dem Wasser untereinander aufzuteilen. Kritiker fragen dagegen: „Wem gehört Wasser? Wer darf über es bestimmen? Wie kommt es, dass diese Gruppe, die Weltbank, der Weltwasserrat und die großen Konzerne, für den Rest von uns Entscheidungen trifft. Wer hat sie eigentlich gewählt? [] Es ist ein Club, der Wasser zum fast kostbarsten Rohstoff der Welt gemacht hat, bevor wir es begriffen haben. Es ist blaues Gold. Man wird Unmengen von Geld verdienen, denn Süßwasser wird vergleichbar mit Öl werden. Vor allem aber geht es um Macht . [] welche Konzerne die Macht über das blaue Gold der Zukunft haben werden. Den Abschluss dieser Sequenz bildet ein Ausschnitt aus „Der dritte Mann (1949, Regie: Carol Reed, mit Orson Welles, Joseph Cotten): Harry Lime (Welles) erläutert Holly (Cotten) seine Geschäftsphilosophie im Handel mit Medikamenten in der Nachkriegszeit: „Nur so kommt man heute zu Geld! DVD Kap. 8-9: Kraft der natur Vertreibung (41:43–50:15) Eine indische Physikerin erläutert die religiös-spirituelle Bedeutung des Ganges in Indien: „Er ist der Fluss, der uns unsere Menschlichkeit gibt. Aber seine Existenz ist bedroht. Und mit dem Leben des Ganges ist auch der Glaube einer Milliarde Inder bedroht. Der Lauf des Ganges ist unterbrochen. Ein Staudammprojekt im Oberlauf des Ganges, finanziert von SUEZ, speichert das Wasser, um es dann teuer an die Bewohner Indiens zu verkaufen. Umweltexperten erläutern die umweltbeeinflussenden Konsequenzen von staudammprojekten durch die Veränderung natürlicher Ökosysteme und die Förderung des Treibhauseffektes. Weltweit führen Staudammprojekte zudem zur Zwangsumsiedlung der dortigen Bewohner. (50:15–55:37) Im Gegensatz zur zentralen Wasserversorgung erläutert diese Sequenz die Möglichkeiten der Wasserversorgung durch den rückgriff auf natürliche ressourcen am Beispiel von lokalen Regenwassergewinnungsanlagen in Indien, die die natürlichen Wasserkreisläufe zwischen Regen – Grundwasser – Oberflächenwasser wieder herstellen. Der Initiator dieses Projekts berichtet: Als wir mit dem Bau dieser Anlage begannen, bekam ich ein amtliches Schreiben. Gemäß dem Gesetz 54 zur Be- und Entwässerung hieß es da, gehört der Regen, den sie an diesem Ort sammeln, nicht ihnen. Wem gehört das Wasser dann? fragte ich. Ihnen, der Regierung. Nein. Wasser ist eine natürliche Ressource, Allgemeingut. Wasser kann man nicht besitzen. Es ist ein Grundstoff des Lebens. DVD Kap. 10: nestlé (55:37–63:12) Gerade dieser Einsicht wird ein Projekt der Firma Nestlé gegenübergestellt. Nestlé errichtet eine wasserabfüllanlage in Michigan, USA, und raubt damit die natürlichen Wasserressourcen, indem es das Wasser aus den Flüssen pumpt. Der Film beschreibt die Proteste einer Bürgerinitiative gegen die Abfüllanlage. Ein Anwalt für Umweltrecht erläutert seine Rechtsauffassung: Wasser ist das flüchtige Geschenk der Erde für das Leben. Es bewegt sich und fließt. In dieser flüchtigen Natur steckt das Prinzip der Gemeinschaft. Dinge, die nicht flüchtig sind [] kann man in die Hand nehmen und besitzen. Dinge, die flüchtig sind, besitzt man nicht. 7 Flow wasser ist leben Einen durch mehrere Gerichtsinstanzen hindurch geführten Prozess konnte Nestlé letztlich für sich entscheiden. Nestlé führte weitere Probebohrungen in den USA durch. DVD Kap. 11: Das recht auf wasser (63:12–64:59) Ein Auszug aus der „rede des häuptlings seattle vermittelt eine naturreligiöse Begründung des Zusammenhangs zwischen Natur und menschlichem Leben: „Kann man den Himmel kaufen oder verkaufen? Die Wärme des Landes? Diese Vorstellung ist uns fremd. Wir besitzen weder das Frische der Luft noch das Glitzern des Wassers. Wie könnte man es da kaufen? Es gehört uns nicht. Alles auf dieser Erde ist meinem Volk heilig [] Diese wundervolle Erde ist die Mutter des roten Mannes. Wir sind Teil der Erde und sie ist Teil von uns. Die Flüsse sind unsere Brüder (64:59–67:50) Proteste gegen eine Abfüllanlage von Coca-Cola in Indien. Die Abfüllanlage verseucht das dortige Trinkwasser. Die Menschen in Placimeda waren erfolgreich. 2005 wurde die Schließung der Coca-Cola Abfüllfabrik angeordnet. Das Unternehmen behauptet nach wie vor, das es die lokalen Wasserprobleme nicht zu verantworten hat. (67:50–73:00) Die beiden Schlusssequenzen des Films fassen dessen grundlegende Botschaft zusammen: weltweite Proteste gegen die Kommerzialisierung der wasserversorgung werden in Bildern von Demonstrationen, Protestkundgebungen dargestellt. Wenn es um das Wasser und das Recht der Menschen auf Wasser geht, geht es um die gesamte Menschheit und um das gemeinsame Überleben. Es gibt keinen Ersatz für sauberes, frisches Wasser und die Flüsse, Ströme und Grundwasser vor Ort. Es gibt keinen Ersatz, es gibt keine Alternative, und deshalb muss Wasser überall geschützt werden. (73:00–75:35) Dezentrale Lösungsansätze für den Umgang mit dem Wasser stehen am Ende unter der Frage: Warum nicht in harmonie mit dem wasser arbeiten? Die im Film zu Wort gekommenen Umweltexperten und -aktivisten werden noch einmal mit einem Schlussvotum vorgestellt, in dem die Bedeutung der lokalen Initiativen für die Wasserversorgung wie Brunnenbohrungen, Karussellbrunnen und Regenwasserrückhalteanlagen betont wird. Eine Einblendung stellt die politische Forderung der Wasserversorgung als Menschenrecht dar. DVD Kap. 12: abspann (75:35 – 80:52) Abspann des Films. wasser als lebenselement – Der Film im Kontext der aktuellen Diskussion Wasser bedeckt zwei Drittel der Erdoberfläche – deshalb nennen wir die Erde auch den blauen Planeten. Mehr als 97 Prozent des gesamten Wassers auf der Erde aber ist Salzwasser. Der Anteil des Süßwassers beträgt lediglich zweieinhalb Prozent, wovon das meiste (etwa zwei Drittel) in den Eiskappen der Pole und in Gletschern gebunden ist. Ein weiteres Drittel der Süßwasservorräte sind unterirdische Grundwasservorkommen und nur winzige 0,3 Prozent der gesamten Süßwasservorräte der Erde befinden sich in Oberflächengewässern wie Flüssen, Bächen und Seen.1 1 Aus: 8 Wasser gehört zu den großen ökologischen Themenfeldern seit der beginnenden Diskussion um Umweltschutz und -verantwortung im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts. Während es damals um die eher lokalen Diskussionen zur Verunreinigung von Flüssen und Seen, Verklappung von chemischen Stoffen in der Nordsee, zum Fischsterben durch ungeklärte Einleitung von Industrieabfällen und zur Ölpest an europäischen Stränden ging, ist das Thema Wasser zunehmend in den Fokus globalisierender Diskussionen um Wasserverbrauch, -versorgung und -reinigung gerückt. Mit dem seit 1993 jährlich am 22. März begangenen Weltwassertag hat sich die UN das Wasser zum Thema gemacht und mit der zweiten UN-Dekade „Water for life – Wasser zum Leben in aktuelle internationale Diskussionszusammenhänge eingebracht. Der Film greift diese aktuellen Diskussionen auf und leistet dazu einen pointierten, diskussionswürdigen Beitrag. „Think globally, act locally. Dieser Slogan aus den Anfängen der Umweltdebatte darf als hermeneutischer Schlüssel dienen, mit dem die vielfältigen Informationen, die der Film bietet, geordnet und in einen Zusammenhang mit den christlichen Themen der Schöpfungstheologie und der Bewahrung der Schöpfung gestellt werden können. Denn mehrere Argumentations- und Informationsstränge durchziehen den Film, die zwar in sich verflochten sind, deren einzelne Betrachtung aber die Zuschauer(innen) davor bewahrt, von der Fülle der Informationen überrollt zu werden. In allen Argumentationssträngen erhält die Dezentralisierungsthese im Hinblick auf die Wasserversorgung ein entscheidendes Gewicht. Der wasserkreislauf als Ökosystem Eine grundlegende Informationslinie des Films verweist auf die Bedeutung des Wasserkreislaufs als eines jener Ökosysteme, die durch das unbedachte Eingreifen des Menschen aus dem Gleichgewicht geraten sind. Rudimentäre Kenntnisse über diesen Kreislauf vermittelt vermutlich bereits der Sachkundeunterricht in der Grundschule und dürfte jedem Zuschauer in seiner lokalen Bedeutung klar sein. Der Film beschreibt diesen Kreislauf weiterführend als globalen Prozess: Unser Planet ist mit all dem Wasser, das durch ihn fließt, ein riesiger lebendiger Körper. Über die Landmassen ziehen sich Adern von fließendem Wasser. Dieses Wasser fließt in unser Meer, in das Herz unserer Erde. Es lässt das Wasser verdunsten und führt es so dem Wasserkreislauf wieder zu, damit es bis zu den Gipfeln der Berge steigt und von dort in Form von Adern wieder hinabfließt. Unser Planet ist ein großer lebendiger Körper, durch den beständig Wasser zirkuliert, dass ihm Leben spendet. Wie die Oberfläche unseres Planeten bestehen auch wir zu 70 aus Wasser. Auch wir haben ein Herz. Uns durchziehen 60 Meilen an Adern und so wie die Erde Wasser recycelt, besitzen auch wir einen Wasserkreislauf. „Think globally, act locally. Lokales Eingreifen in dieses globale Ökosystem wird deshalb nicht nur Auswirkungen auf lokaler Ebene finden, sondern muss in globalisierenden Zusammenhängen wahrgenommen werden. Am Beispiel der weltweiten Staudammprojekte (41:57–50:15) verdeutlichen Experten, wie solche Eingriffe in das Ökosystem Wasser wirken: Wenn wir einen Fluss stauen, den Lauf eines Flusses ändern oder ihn begradigen, spielen wir mit etwas sehr Mächtigem. Wir verändern in sehr kurzer Zeit Ökosysteme, die sich innerhalb von Abermillionen Jahren entwickelt und angepasst haben. Im Fluss gibt es organische Stoffe, die mit dem Wasser fließen und alles Leben im Fluss und am Fluss ernähren und schließlich in unsere Ozeane gelangen. Errichtet man nun einen Staudamm, werden diese organischen Stoffe hinter dem Damm festgehalten, sie beginnen zu faulen und Methangas zu entwickeln. Methan ist eines der Gase, die zum Treibhauseffekt auf unserem Planeten beitragen. Die Auswirkungen eines Staudamms auf die globale Erwärmung können manchmal um das Zwanzigfache gravierender sein als bei einem Kohlekraftwerk. Als Rechtfertigung für den Bau eines Staudamms wird oft angeführt, dass er den Armen Wasser bringt und die von Dürre geplagten Gegenden versorgt. Irgendwann denkt man, dass es sich um ein tolles Entwicklungsprojekt handelt, das die kleinen Bauern in ihrer Existenz unterstützt. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass die Nutznießer der verstärkten Bewässerung ausnahmslos die großen Landwirte sind. 9 Flow wasser ist leben Ähnliche Wirkung erzielt die Installation einer Wasserabfüllanlage am Oberlauf eines Flusses, die zur Absenkung des Wasserlaufs im anschließenden Flussabschnitt führt (55:30–63:20). Experten stellen demgegenüber diese zentrale Massenspeicherung von Wasser in Frage. Die Alternative kann dort gesehen werden, wo sich menschliches Handeln die natürlichen Wasserkreisläufe zu Nutze macht. Regenwasserrückgewinnung und -speicherung bietet eine adäquate Lösung auf lokaler Ebene (50:15– 55:30), um die Versorgung mit Wasser zu sichern. Globale Einsichten ermöglichen das lokale Handeln ohne Eingriff ins Ökosystem Wasser. Die Kommerzialisierung der wasserversorgung Ein Schwerpunkt der Dokumentation liegt auf der Darstellung der zunehmenden Kommerzialisierung der Wasserversorgung. Die Darstellung der Aktivitäten der drei Global Player im Wasserversorgungsgeschäft – Vivendi, Suez und Thames Water – und der Proteste gegen diese Aktivitäten durchzieht den Film und stellt den wichtigsten Informationsstrang dar. Die großen multinationalen Mischkonzerne mit einem Schwerpunkt auf der Energieversorgung haben das globale Geschäft mit dem Wasser unter sich aufgeteilt (11:25–17:15). Dass der Film dabei nur den „Ist-Zustand dieser Aktivitäten wie in einer Momentaufnahme fokussieren kann, macht deutlich, welche finanziellen und ideologischen Machtpotentiale in dem hart umkämpften Wirtschaftsektor derzeit ausgetragen werden. Die Zuschauer(innen) in Deutschland sollten sich angesichts der französischen und britischen Firmennamen nicht leichtfertig aus der Diskussion verabschieden: Thames Water war ein Tochterunternehmen des deutschen Energiekonzerns RWE und wurde 2006 für 7,1 Milliarden Euro an Kemble Water verkauft.2 Veolia Deutschland, ehemals Vivendi, ist nach eigenen Angaben „Dienstleistungspartner von mehr als 450 Kommunen und Industrieunternehmen in ganz Deutschland3 und wirbt in seiner Referenzliste unter anderem mit einer Beteiligung von 49,9 (zusammen mit RWE) an der Wasserversorgung Berlins. Suez schließlich ist derzeit wesentlich stärker unter dem Namen Ondeo im Wassergeschäft aktiv und mit seiner Tochtergesellschaft Eurawasser4 u.a. an der Wasserversorgung von Rostock, Goslar, Leuna, Schwerin und Potsdam beteiligt. Suez selbst fusionierte 2006 mit dem französischen Energieversorger Gaz de France und ist derzeit der größte dieser Mischkonzerne, während Vivendi 2002 mit einem Rekordverlust von 23 Milliarden Euro in die Bilanz ging. Der Markenname Vivendi agiert gegenwärtig nur auf dem Mediensektor, während das Wasserversorgungsgeschäft von der 100 Tochter Veolia weitergeführt wird. „Think globally, act locally. Im Sinne des Slogans bildet der Weltwasserrat (World Water Council, WWC) mit seinen über 300 Mitgliedern eine wichtige internationale Interessenvertretung mit Vertretern aus Regierungen, der Wissenschaft, der Weltbank, der UNO und den großen Wasserversorgungsunternehmen, der das alle drei Jahre stattfindende Weltwasserforum (2009: Istanbul) organisiert. Der Film wirft einen nicht unberechtigt kritischen Blick auf den Weltwasserrat (38:15–41:57), der auch von Entwicklungshilfeorganisationen wie „BROT FÜR DIE WELT geteilt wird: In den verschiedenen internationalen Vereinigungen wie dem WWC oder der GWP [Global Water Partnership, eine von der Weltbank gegründet Organisation, Anm.d.A.] sitzen überwiegend Technokraten der Entwicklungs-, Bewässerungs- und Energieministerien sowie Vertreter von transnationalen Wasserkonzernen, Ingenieur- und Baufirmen. Sie versichern, dass die Politik, auf deren Umsetzung sie drängen, von der Sorge für die Armen dieser Welt getragen sei. Tatsächlich aber entspringen ihre vorgeblichen „Lösungen persönlichen, institutionellen, politischen und Unternehmensinteressen.5 Bisher konnten sich die Mitglieder des WWC auf ihren Weltwasserforen nicht auf eine gemeinsame Erklärung verständigen, die den freien Zugang zum Wasser zum Menschenrecht (63:00–69:07) erklärt. 2 3 4 5 10 Quelle: Aus: Der im Film eingeblendet 31. Artikel der Deklaration der Menschenrechte6 existiert in Wirklichkeit (noch?) nicht: Wir wollen die Vereinten Nationen mit einer Petition bitten, das Recht auf Wasser in die Menschenrechtscharta aufzunehmen. Bitte unterstützen sie uns. Artikel 31: Jeder hat das Recht auf sauberes und frei zugängliches Wasser, das dem Einzelnen und seiner Familie Gesundheit gewährleistet. Niemandem darf der Zugang und die Qualität dieses Wassers aus individuellen wirtschaftlichen Gründen verwehrt werden. Demgegenüber wächst die Gefahr, dass die Versorgung mit Wasser zunehmend zu einem Anlass für Kriegs, zumindest für zwischenstaatliche Auseinandersetzungen, werden könnte. Eine mögliche Wiederaufnahme des Illisu-Staudammprojekts in der Türkei, der durch Stauung der Quellflüsse von Euphrat und Tigris die Wasserversorgung des Irak gefährdet, könnte zu einem solchen Konflikt führen.7 wasserverschmutzung Einen weiteren Informationsstrang bildet der Hinweis auf die Wasserverschmutzung durch Pestizide, Herbizide und Düngemittel (06:01–11:00) sowie Verunreinigungen durch Abfall und Industrieproduktion (64:59–67:50). Auch dieser Aspekt hat sich seit den Umweltdebatten in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts von der lokalen Ebene auf die globalen Diskussionsebenen verlagert. Während im europäischen Kontext die Erfolgsmeldungen im Hinblick auf die Verbesserung der Wasserqualität von Flüssen und Seen zunimmt, wächst global gesehen die Verschmutzung des Wassers durch extensive Landwirtschaft und chemische Verunreinigung. Extensive Landwirtschaft bedeutet auch, dass der Wasserverbrauch gegenüber dem Ernteertrag stetig ansteigt: Es gibt über 116.000 von Menschen hergestellte Chemikalien. Wir werden zu Versuchsobjekten für diese synthetischen Chemikalien. Was passiert, wenn die Leber diese Chemikalien aus unserem Körper herausfiltert? Sie werden in der Toilette herunter gespült, gelangen in die grundwasserführenden Schichten und in unsere Flüsse und Gewässer. Dort entnehmen wir das Wasser, speisen es in unsere Wasserversorgung und trinken es wieder. Auch im Hinblick auf die Wasserverschmutzung gilt: „Think globally, act locally. Globales Handeln hat Auswirkungen auf jeden einzelnen menschlichen Körper an jedem Ort der Welt. Ökologie und schöpfungstheologie Der Film greift religiöse Aspekte zum Thema Wasser nur im Kontext hinduistischer Religion und indianischer Naturreligion auf. Diese religiösen Zugänge sind nur bedingt tauglich,8 um – vor allem im europäischen Kontext – in der gegenwärtigen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Diskussion um das Thema Wasser Gehör zu finden. Das „stahlharte Gehäuse (Max Weber) rationaler Handlungsstrategien ist für solche naturreligiösen Zugänge nur bedingt zu öffnen. Die Frage lautet: Wie kann sich christlicher Glaube zum Gesprächspartner in der Diskussion um das Wasser machen? Christliche Schöpfungstheologie wird sich deshalb in einem ersten Schritt mit den eigenen Verflechtungen beschäftigten, die zum derzeitigen ressourcenverschwendenden Umgang mit Wasser führten und sich in einem zweiten Schritt auf die den verantwortlichen Umgang mit Wasser fördernden und unterstützenden Argumentationslinien christlicher Umweltethik beziehen. Der erste Schritt bedeutet „notwendige Abschiede (Klaus-Peter Jörns) und einen bereits eingeleiteten Perspektivwechsel im Umgang mit den beiden Schöpfungsberichten des ersten Testaments. In beiden 6 7 Siehe z.B.: 8 Die sog. „Rede des Häuptlings Seattle wird im Zusammenhang mit schöpfungstheologischen Aussagen sehr oft zitiert. Ihre Verwendung sollte nicht ohne eine kritische Betrachtung ihrer Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte erfolgen, vgl. und drei_versionen_der_rede_des_hauptlings_s570835/ 11 Flow wasser ist leben Schöpfungsberichten ist nicht der Mensch der „Erstling der Schöpfung, noch ihre Krone. Wasser ist grundlegendes, globales Element des Lebens in beiden Schöpfungsberichten. Der Slogan „Think globally, act locally könnte als Erfindung der Bibel gelten. Im ersten Schöpfungsbericht (Gen 1,1-2a) ist es das Wasser in seiner chaotischen Form, das Gottes ordnendem Handeln zugrunde liegt. Land und Meer bekommen durch dieses Handeln ihren jeweiligen Ort, nichts deutet darauf hin, dass es dem Menschen trotz seiner Beauftragung am sechsten Schöpfungstag in die Hand gegeben ist, diese Ordnung willkürlich zu verändern. Laut biblischem Schöpfungsbericht will Gott den Menschen als sein Ebenbild und er vertraut ihm seine Schöpfung an. Der Mensch wird dieser Verantwortung gerecht, wenn er das Werk Gottes fortführt, es hegt und pflegt und dies insbesondere aus der Perspektive der Ärmsten. Allen Menschen steht z.B. ausreichend Nahrung und sauberes Wasser zu. Das ist göttliches Recht. Denn Gott will, dass jeder Mensch nicht nur ein Leben, sondern dass er ein Leben in Würde hat. Doch der Mensch ist versucht, selbst Gott sein zu wollen oder zumindest den Auftrag Gottes falsch zu verstehen: nämlich als Aufforderung, die Schöpfung und damit andere Menschen aus kurzfristigem, egoistischem Interesse heraus rücksichtslos auszubeuten – jeder für sich so viel er nur kann.9 Ziel des ersten Schöpfungsberichtes ist nicht die Erschaffung des Menschen, sondern der siebte Tag und die Ruhe Gottes, mit der er auf das „sehr gute Werk der Schöpfung blickt und damit seine wunderbare Ordnung preist, auf die die Begründung des Sabbatgebotes in Ex 20,8-11 zielt. Die christliche Auslegung der in Gen 1,27 zum Ausdruck gebrachten Gottesebenbildlichkeit des Menschen zielt maßgeblich auf eine Privilegierung des Menschen gegenüber seiner Mitwelt und sollte eine kritische Korrektur erhalten in der von Jesus Christus neu repräsentierten menschlichen Gestalt des imago dei: „Es ist Zeit, dass wir in der Ethik Abschied nehmen davon, uns am Gottesbild zu messen, das unsere Idealbilder repräsentiert. Es ist Zeit, dass wir das Menschenmaß akzeptieren, mit dem Jesus Christus die Gottesebenbildlichkeit korrigiert hat.10 Der zweite Schöpfungsbericht (Gen 2,4b-25) weist darüber hinaus auf die grundlegende Bedeutung der Wasserkreisläufe hin, wenn er den Regen, den Nebel und den feuchten Boden zur Grundvoraussetzung der Entstehung des Lebens wählt, und Gott mit den vier Flüssen jene Lebensgrundlage erschafft, die der ursprünglichen Lebenswelt des Menschen zu Grunde liegt. Der Verweis auf das ordnende Handeln Gottes, das beiden Schöpfungsberichten aber auch den Schöpfungspsalmen (Ps 8; Ps 104) zugrunde liegt, dürfte jener Botschaft entsprechen, die der Film als „Harmonie mit der Natur beschreibt. Wenn menschliches Handeln diesen Kreisläufen widerspricht, führt dies – so die Botschaft der Sintflutgeschichte (Gen 6-9) zurück in den chaotischen, und damit lebenzerstörenden Ursprung des Anfangs. Und nicht zuletzt gehört das Wasser in die Symbolik der Heilszusage, wenn das Johannesevangelium Jesus als Spender lebendigen Wassers beschreibt (Joh 4,13ff.) und die Johannesapokalyse den „Strom lebendigen Wassers (Apg 22,1-2) zum Ausgangspunkt ihrer Heilsbilder wählt. Schließlich ist das Taufwasser ökumenisches Zeichen der Verbundenheit im christlichen Glauben. Biblischem Denken ist der Konflikt um Wasser nicht fremd. Die mehr als 700 Bibelstellen, an denen Wasser erwähnt wird, erzählen auch von der Auseinandersetzung um die Wasserversorgung (z.B. die Brunnengeschichten in Gen 12ff.), sie erzählen von der Suche nach frischem Wasser angesichts vergifteter Brunnen und Quellen (Ex 15,22) und dem Zug durch bedrohliche Wassermassen als Befreiungstat Gottes (Ex 14). Demgegenüber berichten gerade die Brunnengeschichten mit Abraham, Isaak und Jakob und ihren Frauen auch davon, wie Wasser Beziehungen stiften kann, Freundschaften besie9 10 Jörns, Klaus-Peter (2005): Notwendige Abschiede – Auf dem Weg zu einem glaubwürdigen Christentum. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, S. 241. gelt und die Suche nach Wasser aus Fremden Nächste werden lässt. Die Wassersymbolik der Bibel vergleicht schließlich Recht und Gerechtigkeit mit Wasser und einem „nie versiegenden Bach (Am 5,24)11 und der Gesetzestreue gleicht einem Baum „gepflanzt an den Wasserbächen (Ps 1). Umgekehrt wird Wassermangel, Dürrekatastrophe, der Aufenthalt in der Wüste als Strafe erfahren für begangenes Unrecht und Ungerechtigkeit. Soziale Gerechtigkeit wird so in den Kontext ökologischer Gerechtigkeit gestellt und trifft damit auf jene Erkenntnis, dass ökologischer Raubbau letztlich auf die Gefährdung des Menschen zurückwirkt. Knapp werdendes Trinkwasser – eine Folge der Veränderungen – entwickelt sich zu einer zentralen Ursache für Flucht und kriegerische Auseinandersetzungen. Trinkwasser wird zu einem knappen und teuren Gut, das sich Reiche eher leisten können, ebenso wie den Schutz vor Sturm, Überschwemmungen und Dürren.12 Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung gehören deshalb gerade in der ökologischen Diskussion um Wasser unmittelbar zusammen. Diese Zusammenhänge kann „eine schöpfungstheologisch fundierte christliche Wasserethik als ihr Kernthema in die globalisierte, ökologische Diskussion einbringen. Wasserversorgung für alle ist nicht nur eine Überlebenschance der Menschheit, sondern auch ein Grundbaustein des Weltfriedens. Eine Kundgebung der EKD-Synode spricht deshalb in einem Dreischritt von Klimawandel – Wasserwandel Lebenswandel13, in dem sich alle drei Schritte gegenseitig bedingen. Die Kundgebung versteht dies als aus dem christlichen Schöpfungsglauben entwachsene intelligente Liebe, die „hilft, die eigene Provinzialität zu überwinden und die meist verborgenen globalen Zusammenhänge aufzudecken, von denen die eigene Lebensweise profitiert. Wir ‚essen‘ mehr Wasser, als wir trinken: Reis, Zuckerrohr, Gemüse und viele Obstsorten, die wir importieren, werden unter hohem Einsatz von Wasser für unseren Konsum produziert. Es findet ein ‚virtueller Wasserexport‘ von Süden nach Norden statt. Wir sind also unmittelbar an der Wasserknappheit in vielen Regionen der Erde beteiligt. ‚Intelligente Liebe‘ schließt die Bereitschaft ein, sich den negativen Folgen des bisherigen Lebenswandels zu stellen und auf eine bewusste Begrenzung der eigenen Wünsche und Möglichkeiten zuzugehen.14 Der damit initiierte veränderte Lebenswandel steht der Kundgebung entsprechend unter der Perspektive der „4 D: Dank, Demut, Denken und Dienst, eine Orientierungslinie, die sich auch in katholischen Verlautbarungen widerspiegelt: „Die Umwelt ist eine wesentliche Dimension unseres Lebens. In ihr erkennen wir die Schöpfung Gottes, wobei Schöpfung kein einmaliger Vorgang ist, sondern ein andauernder Prozess. Zukunftsorientiertes Handeln kann für uns Christen immer nur im Einklang mit der Umwelt stattfinden. Dazu muss jeder seinen Lebensstil kritisch hinterfragen, damit es gelingt, schöpfungsfreundliches Handeln in die Praxis umsetzen zu können.15 Projekte zur Wasserversorgung gehören zu den vorrangigen Initiativen kirchlicher Entwicklungsdien 11 12 Vgl. dazu die Bibelarbeit zu Am 5,24 von Walter Altmann: 13 Der Klimawandel: Brennpunkt globaler, intergenerationeller und ökologischer Gerechtigkeit. Ein Expertentext zur Herausforderung des globalen Klimawandels. Mit einem Geleitwort des Vorsitzendender Deutschen Bischofskonferenz, 2007, online: 14 Ebenda. 15 13 Flow wasser ist leben Unterrichtsbausteine für religionsunterricht, erwachsenenbildung und Gemeindearbeit Didaktisch-methodische leitgedanken FOR LOVE OF WATER – mit seinem englischen Originaltitel deutet der Film seinen eindeutigen Appellcharakter an. Die „Liebe zum Wasser legt eine engagierte Dokumentation vor, die nicht darauf aus ist, als „ausgewogen eingestuft zu werden. Sie möchte vielmehr einen Beitrag dazu leisten, dass der visionär eingeblendete 31. Artikel der Menschenrechte in nicht allzu weiter zeitlicher Ferne Wirklichkeit werden kann. Der Film bittet indirekt um Unterstützung für jene lokalen, dezentralen Wasserprojekte, die jenseits der starken Wasserlobby den offenen Zugang zu sauberem Trinkwasser für alle Menschen ermöglichen. Die Dokumentation wird in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit deshalb nicht in der Form eines bloßen Sach- und Lehrfilms zum Einsatz kommen, sondern ihren appellativen und engagierten – und damit durchaus auch einseitig gewichteten Charakter dazu verwenden, Impulse für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Umgang mit der lebenswichtigen Ressource Wasser zu setzen. „Think globally, act locally. Dieser Slogan bildet dabei wiederum einen didaktischen „roten Faden, der die folgenden Bausteine verbindet. Methodischer „roter Faden ist schließlich eine gestaltete Mitte innerhalb des Teilnehmerkreises, in die allmählich symbolische Objekte aus den Filmbeiträgen gelegt werden. Das Wasser und die mit ihm zusammenhängenden gegenwärtigen Fragestellungen erscheinen so symbolisch „in unserer Mitte. Wer darüber hinaus den Film in der Schule in einer größeren Unterrichtseinheit zum Thema „Wasser einsetzen möchte, sei auf das ausgezeichnete Material („Wasser und Lebensstil Unterrichtseinheit, Arbeitsblätter) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (vgl. Linkliste) hingewiesen. bausteine für Unterricht und bildungsarbeit Bearbeitungshinweise: Die Materialien zu den jeweiligen Bausteinen befinden sich im Ordner „Arbeitsmaterialien in den Unterordnern „01 Baustein usw. In den jeweiligen Unterordnern befinden sich zwei Ordner „Szenenfotos und „Arbeitsmaterialien, auf die in den folgenden Beschreibungen der Bausteine und methodischen Ideen Bezug genommen wird. baustein 01: wozu wird wasser eigentlich gebraucht? Der Einstieg in das Thema erfolgt in den DVD Kap. 1-2 zunächst unvermittelt mit einer Vielzahl von Stellungnahmen. Gleichzeitig bereiten diese ersten Sequenzen des Films die Perspektive vor, unter der die folgenden Filmbeiträge gesehen werden wollen. Um den Zuschauer(innen) den bewussten Einstieg in die Thematik zu ermöglichen, bietet dieser erste Baustein die Möglichkeit, sich mit den eigenen, oft unbewussten Wasserverbrauchsgewohnheiten auseinanderzusetzen. Die Teilnehmer(innen) ( T) nehmen wahr: Lokales Handeln hat globale Auswirkungen. Methodische ideen: Der Leiter ( L) stellt ein Glas Wasser in eine gestaltete Mitte. Die erhalten Karteikarten und Stifte. Die werden in einem ersten Schritt aufgefordert aufzuschreiben, wie viel Trinkwasser sie am Tag verbrauchen. Dazu erhalten sie die folgende Zusatzinformation16: Was ist Trinkwasser? Alles Wasser, das zum Trinken, Kochen, Getränke-/Speisezubereitung, Körperpflege, Reinigung von Gegenständen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, genutzt wird, ist Trinkwasser. Es ist so beschaffen, dass bei lebenslangem Genuss die menschliche Gesundheit nicht beeinträchtigt wird (lebenslang ein Konsum von 2 bis 3 Litern pro Tag). § 3 Trinkwasserverordnung 16 14 Die folgenden Informationen entstammen aus dem o.g. Material „Wasser und Lebensstil des BMU. Die geschätzten Mengen werden mit dem tatsächlichen Wert (129 Liter) verglichen, ggf. werden internationale Werte genannt (USA: 300 Liter; Norwegen: 260 Liter; Senegal: 26 Liter; Indien: 25 Liter; Haiti: 16 Liter). Anschließend legt die folgenden Objekte in die Mitte: Kaffeebohnen, Weizenkörner, ein Bild von einem Stück Rindfleisch, ein Blatt Papier, einen PC-Chip und ein T-Shirt. führt den Begriff des „virtuellen Wassers ein: „Virtuelles Wasser ist jene Wassermenge, die zur Herstellung eines Produktes gebraucht wird. Überlegen Sie: Wie viel virtuelles Wasser wird verbraucht: für eine Tasse Kaffe, ein KG Weizen, ein Kg Rindfleisch, ein Blatt Papier, einen PC-Chip und ein T-Shirt. Die Vermutungen werden mit den tatsächlichen Werten verglichen, ggf. kann kleine Pappreiter zu den Objekten stellen: 1 Tasse Kaffee: 140 Liter, 1 kg Weizen: 350 Liter, 1 kg Rindfleisch: 16.000 Liter, 1 Blatt Papier: 10 Liter, 1 PC-Chip: 32 Liter, 1 T-Shirt: 200 Liter.17 Vor allem die hohen Wassermengen bei Rindfleisch und dem T-Shirt lassen ein Gespräch initiieren, wie solche Mengen zustande kommen. Wenn der Gedanke nicht selbst aus dem Teilnehmerkreis kommt, bringt den Slogan „Think globally, act locally in das Gespräch ein. Zur Bündelung stellt einen großen Pappreiter zum Wasserglas in der Mitte mit dem Eingangszitat des Films: „Ohne Liebe haben Tausende gelebt, ohne Wasser kein einziger. Die werden aufgefordert, zu diesem Satz Stellung zu nehmen. Ggf. kann die Stellungnahme auf der Rückseite der ausgeteilten Karteikarten geschrieben werden und für eine Schlussrunde am Ende der Präsentation des Films verwendet werden (siehe Baustein 07) baustein 02: expertenmeinungen zum wasser DVD Kap. 1-2 präsentieren unterschiedliche Perspektiven zum Thema „Wasser. Sie ermöglichen kritische Impulse für ein erstes Film-Gespräch. Gleichzeitig wird der globale Aspekt des Themas „Wasser deutlich. Methodische ideen: sagt: „‘Ohne Liebe haben Tausende gelebt, ohne Wasser kein einziger.‘ Mit diesem Satz beginnt ein Film, der in vielen Sequenzen Einblicke in das Thema Wasser in einem weltweiten Zusammenhang gibt. Zu Beginn sehen wir den Satz und danach hören wir vielen Aussagen von Experten aus Wissenschaft und Umweltorganisationen, die uns einen ersten Eindruck vermitteln, was uns erwartet. zeigt DVD Kap. 1-2. Nach einer Spontanphase (Impulse: Was hat mich erstaunt? Was hat mich betroffen gemacht? Was war mir neu?) kann das Arbeitsblatt M01 vertiefende Gespräche (auch in Zweier- oder Kleingruppen) über das Gesehene und Gehörte ermöglichen. baustein 03: Verschmutzung – Versorgung Kommerzialisierung In den DVD Kap. 3-5 werden die drei wichtigen aktuellen Perspektiven zum Thema Wasser benannt sowie deren Verknüpfung: Verschmutzung, Versorgung und Kommerzialisierung. Mit den Drehorten USA, Bolivien und Südafrika wird gleichzeitig der globale Aspekt dieser Perspektiven hervorgehoben. Bearbeitungsmöglichkeiten ergeben sich unter der Perspektive drohenden Wassermangels. Methodische ideen: Zur Vorbereitung der Präsentation der DVD Kap. 3-5 verteilt das Arbeitsblatt M02. Die Bearbeitung erfolgt in Einzelarbeit, die im Arbeitsauftrag vorgestellten Ideen zur Reduzierung des Wassermangels werden zunächst in Partnerarbeit verglichen und im Plenum vorgestellt. Ggf. wird eine „Hitliste der Ideen erstellt. 17 Weitere Fakten zum Wasserverbrauch können unter abgefragt werden. 15 Flow wasser ist leben legt eine Weltkarte/ oder stellt einen Globus in die gestaltete Mitte: „Auf der Suche nach Fragen zum Thema Wasser führt uns der Film einmal rund um den Globus. Im nächsten Abschnitt werden wir in den USA, in Bolivien und Südafrika Station machen. Beobachten Sie, welche Probleme dort aufgezeigt werden. zeigt DVD Kap. 3-5. Anschließend werden die dort aufgezeigten drei Themenfelder mit den Lösungsvorschlägen zur Wasserverknappung auf M02 bzw. der Hitliste verglichen unter der Fragestellung: „Wo und wie blockieren die aufgezeigten Probleme unsere Vorschläge zur Reduzierung der Wasserverknappung? Ggf. wird die Frage nach vertiefenden Informationen zu den großen Wasserversorgungsunternehmen aufkommen. Dazu können sich Kleingruppen mit je einem der drei benannten Versorgungsunternehmen auseinandersetzen. Informationshinweise und Arbeitsaufträge finden die Gruppen auf den Arbeitsblätter M03, M04 und M05. baustein 04: alternative wasserversorgung: Zisternenwasser oder wasser in Flaschen? Die DVD Kap. 6-7 stellen einen krassen Gegensatz zwischen den lokalen Regenwasserzisternen in Indien und dem Schwindel mit angeblichem Qualitätswasser in Flaschen vor, der z.T. komisch-groteske Elemente aufweist. Im Grunde geht es um alternative Wasserversorgung in armen Ländern und reichen Ländern. Lokale Alternativen können kritisch in den Fokus genommen werden. Es geht dabei nicht nur um finanzielle Aspekte. Der zitierte Ausschnitt aus „Der dritte Mann korrespondiert die Vermarktung des Wassers mit allgemeingültigem, aber auch kriminellem Geschäftsinteresse. Ein „Sprung in das DVD Kap. 10 sollte diesen Baustein abschließen. Es stellt mit dem Protest gegen eine Abfüllanlage von Nestlé in Michigan die ökologischen Konsequenzen von Abwasserabfüllanlagen für Flaschenwasser dar. Methodische ideen: Das Experiment mit „Wasser in Flaschen kann ggf. in der Teilnehmergruppe durchgeführt werden. hat dazu Leitungswasser in einige gängige, in den lokalen Supermärkten angebotenen Wasserflaschen abgefüllt und führt das Experiment ein: „Sauberes Wasser ist wichtig! Eine Alternative zum Genuss sauberem, gutem Wasser bietet der Gebrauch von Wasser in Flaschen, wie wir es im Supermarkt bekommen. Und auch da gibt es ja Qualitätsunterschiede, oder? Welches Wasser schmeckt am besten? Einige Testpersonen werden ausgewählt, führen den Test durch, legen Qualitätsurteile ab. Die Auflösung des Tests kann ggf. erst nach der Einspielung der Sequenz folgen. führt die Präsentation von DVD Kap. 6-7 ein: „Welche Alternativen zur Wasserversorgung gibt es weltweit? Der Film zeigt uns zwei mögliche Alternativen. Das kann, wie wir sehen werden, auch recht komisch sein. Die beiden Aspekte – Regenwasserzisternen und Wasser in Flaschen – können im anschließenden Gespräch mit Hilfe der Informationen auf Arbeitsblatt M06 und M07 vertieft werden. baustein 05: staudämme – eine unmögliche alternative? Staudämme gelten im Allgemeinen als eine sinnvolle Alternative der Wasserspeicherung und Wasserversorgung. Die DVD Kap. 8-9 zeigen dagegen die Gefahren der Staudammprojekte für die Wasserversorgung und ihre wirtschaftlichen und sozialen Folgen rund um die Welt auf. Die erhalten die Möglichkeit, die in den vorangehenden Bausteinen allmählich entwickelten Argumente für die Alternative zwischen zentraler und dezentraler Wasserspeicherung und -versorgung zu diskutieren. Methodische ideen: zeigt das Bild eines Staudamms (M08) und legt es dann in die gestaltete Mitte: „Eine mögliche Alternative, die Wasserversorgung zu sichern, ist der Bau von Staudämmen. In einem Plenumsgespräch 16 werden mögliche Argumente für – ggf. schon gegen – den Bau von Staudämmen gesammelt und ggf. an einer Flipchart, Tafel oder Stellwand gesammelt. zeigt anschließend DVD Kap. 8-9 mit dem Arbeitsauftrag, auf die dort genannten Argumente zum Staudammbau zu achten. Anschließend werden die Argumente gesammelt. Neu an den Argumenten gegen den Staudammbau dürften die ökologischen und wirtschaftlichen Aspekte sein. Gegenüber dieser zentralen Wasserspeicherung kann noch einmal die in dieser Sequenz dargestellte dezentrale Wasserversorgung durch Regenwasserrückhaltebecken ins Gespräch gebracht werden. baustein 06: Das wasser und die religion Die in DVD Kap. 8 sowie zu Beginn des DVD Kap. 11 benannten religiösen Aspekte müssen durch christliche Aussagen zur Schöpfungstheologie und Schöpfungsethik ergänzt werden. Eine Arbeit mit biblischen Texten bietet sich entsprechend der Ausführungen im Abschnitt „Ökologie und Schöpfungstheologie an. Es sollte dabei um ein neues Lesen der biblischen Texte gehen. Erster und zweiter Schöpfungsbericht können unter der Perspektive gelesen werden, welche Bedeutung dort das Wasser hat und welche Rolle dem Menschen in diesem Konzept wirklich zugewiesen wird. Methodische ideen: zeigt die Sequenzen 41:43–44:00 und 63:12–64:59. Anschließend arbeiten Kleingruppen mit Hilfe des Arbeitsblattes M09 an biblischen Texten, erstellen „Wasser-Sätze zu den biblischen Texten, die im Anschluss vorgetragen und in die gestaltete Mitte gelegt werden. Aus biblischer Perspektive nehmen die Gruppen zu dem Satz „Think globally, act locally Stellung. baustein 07: recht auf wasser Der „virtuelle 31. Artikel der Deklaration der Menschenrechte bildet den logischen Abschluss des Films. Die erhalten die Möglichkeit, nach der Auseinandersetzung mit dem Film der Relevanz dieser Forderung eines „Menschenrecht auf Wasser nachzugehen. Methodische ideen: zeigt die Schlusssequenz des Films ab 63:00. Die Einblendung des „virtuellen 31. Artikels der Menschenrechte wird mit Hilfe des Arbeitsblattes M10 vertieft. In die Diskussion werden auch die im Baustein 01 aufgeschriebenen persönlichen Statements zum Eingangszitat „Ohne Liebe haben Tausende gelebt, ohne Wasser kein einziger hinzugenommen. Eine Bündelung der gesamten Auseinandersetzung mit dem Film kann über die nunmehr in der gestalteten Mitte liegenden Objekte erfolgen. Bibliografische Hinweise und Links Literatur: Wolfram Mauser: Wie lange reicht die Ressource Wasser? Vom Umgang mit dem blauen Gold. Frankfurt/M.: Fischer-Verlag 2. Aufl. 2007. Karo Katzmann: Schwarzbuch Wasser. Verschwendung, Verschmutzung und bedrohte Zukunft, Wien: Molden 2007. Maude Barlow Toni Clarke: Blaues Gold: das Geschäft mit dem Wasser, München: Kunstmann 2004. Vandana Shiva: Der Kampf ums blaue Gold. Ursache und Folgen der Wasserverknappung, Zürich: Rotpunkt 2. Aufl. 2005. Uwe Hoering Lisa Stadler: Das Wasser-Monopoly: Von einem Allgemeingut zu seiner Privatisierung, Zürich: Rotpunkt 2003. Fred Pearce: Wenn die Flüsse versiegen, München: Kunstmann 2007. 17 Flow wasser ist leben Links (Stand 01.04.2009): Homepage des Films: Zum Weltwasserrat (World water council) einigt sich nicht auf Grundrecht des freien Zugangs zu Wasser Weltwasserforum.pdf Zum Weltwasserforum: Zu Wasserprojekten kirchlicher Hilfsorganisationen Arbeits- und Unterrichtsmaterialien: Material des Bundesministeriums für Umwelt: Lebensstil und Wasser doc/38381.php lehrer.pdf Zu Bibel und Wasser bzw. Schöpfung: 3 hintergrundwasser-religion.pdf%22WasserindenWeltreligionen%22&hlde&lrlang de&ieUTF-8 kurier 21/wasser.html WasserWort.pdf auch%20sie%20kochen%20mit%20wasser MaterialienAngebote.pdf old/materialien/047155/Predigt.pdf 258 Kieffer.pdf 02/04 02 blum/index.html f03.htm bibel.html quelle des lebens.htm wasser.pbwiki.com/f/ZusammenfassungA4-Kutschera.doc Manfred Karsch AUTOR: Dr. Manfred Karsch, Referat für pädagogische Handlungsfelder in Schule und Kirche des Kirchenkreises Herford. Materialien M01 Wasser ist Leben Expertenmeinungen M02 Wassermangel – was könnte man tun? M03 Das Geschäft mit dem Wasser 1: Suez-Ondeo M04 Das Geschäft mit dem Wasser 2: Vivendi-Veolia M05 Das Geschäft mit dem Wasser 3: RWE-Thames Water M06 Brunnenwasser oder Wasser in Flaschen M07 Regenwasserzisternen – alternative Wasserversorgung M08 Staudamm M09 Das Wasser und die Religion M10 Menschenrecht auf Wasser – der 31. Artikel der UN-Menschenrechte? 18 M00 piktograMMe fÜr die gestaLtete Mitte 19 Flow wasser ist leben 20 21 Flow wasser ist leben M01 Wasser ist Leben expertenMeinungen 1. Jedes Jahr sterben mehr als zwei Millionen Menschen an Krankheiten, die durch Wasser übertragen werden. Die meisten sind Kinder unter fünf Jahren. 2. Jeden Tag drehen in den USA Millionen von Menschen den Wasserhahn auf und wissen nicht, dass in ihrem Wasser Raketentreibstoff enthalten ist. 3. Man hat das Ausmaß der Bedrohung, der wir uns gegenüber sehen, gezielt falsch dargestellt. 4. Wir führen Krieg für Öl. Wenn wir beim Wasser dieselbe Richtung einschlagen, wird es auch hier zu Kriegen wie beim Öl kommen. 5. Die Süßwasservorräte der Erde werden knapp. Die Menschen werden alles geben – ihre Ersparnisse, ihr Haus – um an Wasser zu kommen. 6. Ohne Wasser haben wir nichts. Ohne Wasser gibt es kein Leben, keine Kultur, keine Gesellschaft, keine Wirtschaft. Ohne Wasser wäre die Erde nicht das, was sie ist. 7. Unser Planet ist mit all dem Wasser, das durch ihn fließt, ein riesiger lebendiger Körper. Über die Landmassen ziehen sich Adern von fließendem Wasser. Dieses Wasser fließt in unser Meer, in das Herz unserer Erde. Es lässt das Wasser verdunsten und führt es so dem Wasserkreislauf wieder zu, damit es bis zu den Gipfeln der Berge steigt und von dort in Form von Adern wieder hinab fließt. Unser Planet ist ein großer lebendiger Körper, durch den beständig Wasser zirkuliert, das ihm Leben spendet. Wie die Oberfläche unseres Planeten bestehen auch wir zu 70 aus Wasser. Auch wir haben ein Herz. Uns durchziehen 60 Meilen an Adern und so wie die Erde Wasser recycelt, besitzen auch wir einen Wasserkreislauf. 8. Die USA führen keine offizielle Statistik darüber, wie viele Menschen jährlich durch Trinkwasser erkranken. Schätzungen gehen von 500.000 bis sieben Millionen Menschen pro Jahr aus, die davon betroffen sind. 9. Eines der Probleme sind die vielen Störfaktoren im System, Viren, Krankheitserreger, Bakterien. Vieles, was wir als Magen-Darm-Virus oder Grippe beschreiben, rührt vom Trinkwasser her, ungefähr 40 %. 10. Wir reinigen das Wasser nicht von chemischen Stoffen wie Industriechemikalien, Raketentreibstoff, Pestiziden, pharmazeutischen Präparaten oder Medikamenten, die von großen Tierbetrieben oder Klärwerken abgeleitet wurden. Viele glauben, man müsse sich keine Sorgen machen und kaufen abgefülltes Mineralwasser. Aber aufgepasst: Tatsächlich findet ein Großteil der Aufnahme dieser Chemikalien beim Duschen statt. Einige dieser flüchtigen Schadstoffe dringen über die Haut ein. 11. Es gibt über 116.000 von Menschen hergestellte Chemikalien. Wir werden zu Versuchsobjekten für diese synthetischen Chemikalien. Was passiert, wenn die Leber diese Chemikalien aus unserem Körper herausfiltern? Sie werden in der Toilette herunter gespült, gelangen in die Grundwasserführenden Schichten und in unsere Flüsse und Gewässer. Dort entnehmen wir das Wasser, speisen es in unsere Wasserversorgung und trinken es wieder. All diese Stoffe der Pharma- und Kosmetikindustrie ändern die Chemie in unseren Körpern und schädigen uns. 22 M02 WasserMangeL – Was könnte Man tun? wassermangel – für die welt Wasser ist die Quelle allen Lebens. Wasser bestimmt unsere Lebensbedingung durch Klima und Wetter. Seine Qualität und die lokale Verfügbarkeit beeinflussen das Schicksal ganzer Völker. Die Oberfläche unseres Blauen Planeten besteht zu zwei Drittel aus Wasser, das aber ungleich über die Erde verteilt ist. Von den 1.400 Mio. km Wasser, die weltweit zur Verfügung stehen, sind 97 Salzwasser. Von den restlichen 3 Süßwasser ist das meiste in den Eiskappen der Pole, in Gletschern sowie in der Atmosphäre und im Boden gebunden. Nur 0,3 der gesamten Süßwasservorräte sind als Trinkwasser verfügbar. Eine Prognose stellt fest: (aus: Wassermangel – für den menschlichen körper Schon geringe Prozente an Wasserverlust bringen den Menschen in Not: 3 reduziert den Speichel und die Harnproduktion 5% beschleunigt die Herztätigkeit und lässt Puls und Temperatur ansteigen 10 verursacht Verwirrtheit 20 führt unweigerlich zum Tod (aus: wassermangel – was kann man tun? Schreiben Sie fünf Ideen dafür auf, was man gegen den Wassermangel tun kann? 1 2 3 4 23 Flow wasser ist leben M03 das geschäft Mit deM Wasser – suez -ondeo Am 10. September 2000 bekam meine Mutter Magenschmerzen. Drei Tage später starb sie. Sie hatte verschmutztes Wasser getrunken. Es war Wasser, das wir aus dem Fluss holten [] Man hat uns einen Wasseranschluss im Haus versprochen. Aber Wasser ist nicht kostenlos und wir haben kein Geld es zu bezahlen. Also gehen wir wieder zum Fluss. Ohne Wasser lässt sich Armut mit Sicherheit nicht reduzieren. Schmutziges Wasser tötet mehr Menschen als AIDS, mehr als Kriege. Wir sind verpflichtet, den Anteil der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, um die Hälfte zu reduzieren. Wir haben das Know-how. Wir sehr große Netze betreibt und sterben täglich 30.000 Menschen Wassers. Das Ziel muss sein, jeDiese Unternehmen sind 150 Jahre alt. Gegründet wurden kiers, das darf man nicht vergessen. Diese multinationalen sind keine philanthropischen Organisationen. Deswegen ist sive Sprache auch ein echter Skandal. Sie sagen: Wir sind Hinblick auf das Wasser der Armut ein Ende bereiten werden. vendi-Aktionäre werden nicht zehn oder fünfzehn Jahre warschen mit Wasser versorgt werden, die dafür gar nicht zahlen interessiert sie doch überhaupt nicht. haben die Technik, wir wissen, wie man Wasser in die Haushalte bringt. Heute an Krankheiten infolge verschmutzten den mit sauberem Wasser zu versorgen. sie von BanKonzerne ihre progreses, die im Aber die Viten, bis Menkönnen. Das aufgaben Im Film wird von den Aktivitäten der drei großen Wasserversorgungsunternehmen Suez, Vivendi und Thames Water berichtet. Wer sind diese Unternehmen, welche Produkte oder Dienstleistungen stellen sie her oder vermitteln sie? Wo sind sie aktiv und was verdienen sie? Informieren Sie sich in ihrer Arbeitsgruppe über SUEZ, häufig tritt dieser Konzern auch unter dem Namen ONDEO auf. Informationsquellen im Internet: Suez