Arbeitsblatt: Das Leben von Napoléon Bonaparte

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Biographie
Geschichte
Anderes Thema
8. Schuljahr
4 Seiten

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16.01.2014

Autor/in

Barbara Rötheli
Land: Schweiz
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Textauszüge aus dem Inhalt:

Geschichte Thema: Napoléon Bonaparte 2. Sekundarklasse Napoléon Bonaparte Kurzfassung Napoléon Bonaparte (als Kaiser: Napoleon I.; 15. August 1769 in Ajaccio auf Korsika als Napoleone Buonaparte; † 5. Mai 1821 in Longwood House auf St. Helena im SüdAtlantik) war ein französischer General, Staatsmann und Kaiser. Aus korsischer Familie stammend stieg Bonaparte während der französischen Revolution in der Armee auf. Er erwies sich als ein militärisches Talent ersten Ranges. Vor allem die Feldzüge in Italien und in Ägypten machten ihn populär und zu einem politischen Hoffnungsträger. Dies ermöglichte ihm, durch den Staatsstreich vom 18. Brumaire die Macht in Frankreich zu übernehmen. Zunächst von 1799 bis 1804 als Erster Konsul der Französischen Republik und anschliessend bis 1814 Kaiser der Franzosen, stand er einem halbdiktatorischen Regime mit plebiszitären Elementen vor. Durch verschiedene Reformen etwa die der Justiz durch den Code Civil oder der Verwaltung hat Napoléon die staatlichen Strukturen Frankreichs bis in die Gegenwart hinein geprägt. Aussenpolitisch errang er, gestützt auf die Armee, zeitweise die Herrschaft über weite Teile Kontinentaleuropas. Er war daher ab 1805 auch König von Italien und von 1806 bis 1813 Protektor des Rheinbundes. Durch die von ihm initiierte Auflösung des Heiligen Römischen Reiches wurde die staatliche Gestaltung Mitteleuropas zu einem zentralen Problem des 19. Jahrhunderts. Hatte er anfangs selbst noch den Nationalstaatsgedanken außerhalb Frankreichs verbreitet, erschwerte dessen teils konservative Umdeutung in Spanien, in Deutschland und schließlich auch in Russland die Aufrechterhaltung der napoleonischen Ordnung in Europa. Der katastrophale Ausgang des Feldzugs gegen Russland, dort als Vaterländischer Krieg bezeichnet, führte letztlich zum Sturz Napoléons. Nach einer kurzen Phase der Verbannung auf Elba kehrte er für hundert Tage an die Macht zurück. In der Schlacht von Waterloo wurde er endgültig besiegt und zuletzt bis zu seinem Lebensende auf die Insel St. Helena verbannt. Geschichte Thema: Napoléon Bonaparte 2. Sekundarklasse Napoléon Bonaparte Napoléons Kindheit Napoléon wurde als Napoleone Buonaparte in Ajaccio auf der Insel Korsika geboren, die nach einem langen Unabhängigkeitskrieg gegen Genua 1768 an Frankreich verkauft worden war. Er war der zweite Sohn von Carlo Buonaparte und Letizia Ramolino, die gemeinsam 13 Kinder hatten, von denen jedoch nur acht die frühen Kindheitsjahre überlebten. Die Familie gehörte dem korsischen Kleinadel an und war seit dem frühen 16. Jahrhundert auf der Insel präsent. Ihre Wurzeln liegen in der italienischen Toskana. Napoléons Vater war der Sekretär von Pascal Paoli, einem korsischen Revolutionär und Widerstandskämpfer und hatte mit diesem für die Unabhängigkeit Korsikas gekämpft. Nach anfänglichen Erfolgen wurden die Aufständischen in der Schlacht von Pontenuovo vernichtend geschlagen und Paoli ging in das Exil nach England. Die Klagen über die verlorene Freiheit und die Opfer gehörten zu den ersten prägenden Einflüssen von Napoléons Kindheit und Paoli blieb bis in die 1790er Jahre sein Idol und Vorbild. Napoléons Vater hatte als studierter Jurist zwar an einer korsischen Verfassung mitgearbeitet, beugte sich aber 1769 rasch der französischen Oberhoheit. Er arbeitete fortan als Advokat und Richter, sowie als Winzer und Landwirt auf seinen Gütern. Sein Entgegenkommen brachte ihm die Gunst der neuen französischen Herren ein. Im Jahr 1771 wurde Carlo besoldeter Assessor in Ajaccio. Darüber hinaus war er gewählter Adelsvertreter im korsischen Standesparlament und in Paris. Die erste wenig anspruchsvolle Ausbildung erhielten die Kinder der Buonapartes in der Stadtschule von Ajaccio, später wurden Napoléon und einige seiner Geschwister von einem Abbé )in Schreiben und Rechnen unterrichtet. Vor allem in letzterem soll sich Napoléon ausgezeichnet haben. Aufgrund seiner umfangreichen Bibliothek und dem Einfluss des Vaters interessierten sich seine älteren Söhne früh für Geschichte, Literatur und Jura. Jugend und militärische Ausbildung Carlo Buonaparte gelang es, wegen seiner Zusammenarbeit mit den Franzosen vom Gouverneur Korsikas Louis Charles Graf de Marbeuf königliche Stipendien für seine Söhne Napoléon und Joseph zu erhalten. Während der Ältere auf den Priesterberuf vorbereitet werden sollte, war der jüngere für die Militärlaufbahn vorgesehen. Im Dezember 1778 verliessen beide zusammen die Insel und kamen zunächst auf das College von Autun, um vor allem die französische Sprache zu lernen. Im folgenden Jahr ging Napoléon an die Kadettenschule von Brienne. Hier galt der wenig wohlhabende Stipendiat und einzige Korse als Aussenseiter. Napoleon im Alter von 16 Jahren Seine schulischen Leistungen waren unterschiedlich und ein besonderes Talent entwickelte er in der Mathematik. Im sprachlichen Bereich blieb sein Latein so schlecht, dass er darin gar nicht erst geprüft wurde. Seine Orthographie im Französischen war mangelhaft, sein Stil hatte sich dagegen durch umfangreiche Lektüre deutlich verbessert. Dabei interessierte er sich für die grossen Helden der Geschichte wie Alexander den Grossen und Julius Caesar. Nach einer problemlos bestandenen Prüfung war er zunächst für eine Marinelaufbahn vorgesehen, aber nicht zuletzt der Einspruch der Mutter verhinderte dies. Stattdessen prädestinierten ihn seine mathematischen Kenntnisse für die Artillerie. 1784 wurde er in der École royale militaire in Paris und damit in die renommierteste Militärschule des Landes angenommen. Dort lernte er in der ArtillerieKlasse Hydrostatik, Differential und Integralrechnung. Daneben wurde Staatsrecht und Befestigungskunde gelehrt. Am 24. Februar 1785 starb sein Vater an Magenkrebs und Napoléon übernahm die Rolle des Familienoberhauptes, die eigentlich seinem älteren Bruder Joseph Bonaparte zustand. Im gleichen Jahr konnte Napoléon seine Ausbildung aufgrund seiner guten Leistungen vorzeitig beenden und erhielt, kaum 16 Jahre alt, sein Offizierspatent und trat in das Regiment La Fère in Valence ein. Dort nahm er als Leutnant im Januar 1786 seinen Dienst auf, bis er im Juni 1788 nach Auxonne versetzt wurde. Um seine Mutter zu entlasten, nahm er seinen elfjährigen Bruder Louis zu sich und kümmerte sich um dessen Erziehung. In seiner Freizeit widmete er sich der Literatur und der Schriftstellerei. Er las in dieser Zeit sehr viel. Die Lektüre reichte von Romanen bis zu Lehrbüchern, von antiken Werken wie denen Platos bis hin zu neuzeitlichen Werken. Daneben studierte er eine Reihe militärischer Standardwerke der Zeit. Als er sich später zunehmend für Politik interessierte, wurde JeanJacques Rousseau sein grosses Vorbild. Eine konstitutionelle Monarchie wie die Grossbritanniens schien ihm vorbildlich. Die Revolution und korsische Ambitionen Napoleone Buonaparte als Oberstleutnant der korsischen Nationalgarde (1792) Napoléon hat die französische Revolution im Sommer 1789 ausdrücklich begrüsst, auch wenn er die damit verbundenen Unruhen und Ausschreitungen verurteilte. Er schwor der neuen Ordnung mit seinem Regiment Ende August die Treue. Allerdings sah er die Revolution primär als Chance für die Befreiung von Korsika. Im September nahm er Urlaub von der Armee und kehrte nach Ajaccio zurück. Zusammen mit Bruder Joseph entfaltete er dort umfangreiche politische Aktivitäten. Als Folge der Revolution konnte der Volksheld Paoli wieder aus dem Exil zurückkehren. Zwar hat Napoléon Paoli in einer Flugschrift als sein Vorbild verherrlicht, dieser aber misstraute den Söhnen des zu den Franzosen übergegangenen Carlo Buonaparte. 1791 kehrte Napoléon zu seinem Regiment zurück und wurde zum Premierleutnant befördert. Nach der versuchten Flucht von Ludwig XVI. im Juni des Jahres erklärte sich Napoléon zum Republikaner und trat dem örtlichen Jakobinerclub bei. Als Wettbewerbstext für die Akademie in Lyon reichte er eine Schrift mit stark republikanisch geprägten Ansätzen ein. Der Aufenthalt bei der Truppe war kurz und Ende 1791 war Napoléon wieder auf Korsika. Dort schaffte er es gegen den Wille Paolis durch Wahlmanipulation zum Führer der Nationalgarde aufzusteigen. In der Folge wurde deutlich, dass Napoléon diese nutzte um seinen politischen Einfluss gegenüber Paoli auszubauen. Nachdem seine Truppe in blutige Unruhen verwickelt war, wurde die Einheit ins Innere der Insel verlegt und Napoléon kehrte nach Frankreich zurück. Wegen zahlreicher Klagen aus Korsika über die Handlungen Napoléons und dessen Überschreitung seines Urlaubs wurde er Anfang 1792 aus der Armee entlassen. Als er daraufhin nach Paris reiste, um eine Wiedereinstellung zu erreichen, wurde ihm diese nicht nur gewährt, sondern aus Mangel an Offizieren wurde er zum Hauptmann ernannt. Er kehrte allerdings bald schon wieder nach Korsika zurück. Von dort aus beteiligte sich Napoléon mit seiner Freiwilligeneinheit an einer Militäraktion gegen Sardinien. Der Versuch mit seiner Truppe eine zu Sardinien gehörende Insel zu erobern, scheiterte kläglich, weil die Besatzung der Schiffe meuterte. Nachdem der inzwischen neu gebildete Nationalkonvent die Verhaftung Paolis angeordnet hatte und sich Lucien Bonaparte in einem Brief rühmte, dass die Familie Buonaparte dafür verantwortlich sei, musste diese vor dem Zorn der PaoliAnhänger von der Insel fliehen. Dies bedeutet für die Familie ein Leben im französischen Exil und für Napoléon das Ende seiner korsischen Ambitionen. Soldat der Revolution Nach der Flucht kehrte Napoléon zu seinem in Südfrankreich stationierten Regiment zurück. In Frankreich hatten inzwischen die Jakobiner des Maximilien de Robespierre die Macht übernommen. Hatte sich Napoléon ein Jahr zuvor noch von den Jakobinern distanziert, diente er sich nunmehr der neuen Führung an. Im Juni 1793 verfasste er eine Broschüre, in der er seine politische Position darlegte. In Form eines fiktiven Dialogs liess diese keinen Zweifel an Bonapartes Zustimmung zum Regime aufkommen. Der Bruder Robespierres, Augustin, der sich als Beauftragter des Konvents im Süden aufhielt, wurde auf Napoléon aufmerksam und liess seine Schrift drucken. Ausserdem wurde er zum Kommandanten der Artillerie bei der Belagerung der von aufständischen gemässigten Revolutionären und Royalisten gehaltenen Stadt Toulon ernannt. Die Aufständischen wurden von der britischen Flotte unterstützt. Die Ausschaltung dieses potentiellen Brückenkopfes für die englische Armee war also von grosser Bedeutung. Am 25. November 1793 trug Napoleon dem Befehlshaber General Dugommier seinen Plan für den Sturm auf die Stadt vor. Dieser führte am 19. Dezember zur Eroberung von Toulon. Der Erfolg war der eigentliche Beginn des Aufstiegs Napoléons. Am 22. Dezember wurde er zum Dank mit nur 24 Jahren zum Brigadegeneral ernannt. Er erhielt das Kommando über die Artillerie der Italienarmee, die in Nizza aufgestellt wurde. Nach dem Sturz der Jakobinerherrschaft wurde Napoléon als Parteigänger Robespierres zeitweise inhaftiert, bald aber wieder freigelassen. Seine militärische Karriere erhielt durch die politische Wende einen Rückschlag und führte zum Verlust seines Kommandos. Joséphine de Beauharnais Napoléon lebte nun mit der übrigen Familie Buonaparte in Marseille. Sein Bruder Joseph warb dort um die Hand der Julie Clary und Napoléon verliebte sich in deren Schwester Désirée Clary, der späteren Frau von JeanBaptiste Bernadotte, dem späteren Marschall und nachmaligen König von Schweden. Um seine Karriere zu retten, reiste Napoléon nach Paris und versuchte sich den neuen Machthabern den so genannten Thermidorianern um Paul de Barras anzudienen. Als es in Paris zu einem Aufstand von Rechts kam, wurde Barras zum Oberbefehlshaber der Armee des Inneren ernannt. Ohne eigene militärische Kenntnisse holte er Bonaparte an seine Seite. Dieser liess mit konzentriertem Geschützfeuer die Aufständischen am 5. Oktober 1795 zusammenschiessen. Zum Dank wurde er zum Divisionsgeneral und kurze Zeit später zum Oberbefehlshaber im Inneren ernannt. Bonaparte lernte im privaten Umfeld der neuen Machthaber Joséphine de Beauharnais kennen. Diese war Witwe des hingerichteten Alexandre de Beauharnais und ehemalige Geliebte von Barras. Für Joséphine, die deutlich älter als Napoléon war, schien bei einer Heirat dessen neue Karriere eine Möglichkeit zu sein, ihren kostspieligen Lebensstil zu finanzieren. Napoléon seinerseits war in Joséphine sicherlich verliebt, aber bei ihm spielten bei dieser Verbindung auch rationale Überlegungen eine Rolle. Damit wurde die Verbindung zu Barras weiter gestärkt und er fand Einlass in die Pariser Gesellschaft. Bonaparte brach die Beziehung zu Désirée Clary ab und heiratete am 9. März 1796 Joséphine. Napoléon Bonaparte als Erster Konsul der Französischen Republik Nach der neuen Verfassung vom 25. Dezember 1799 wurde der erste Konsul für zehn Jahre gewählt und hatte weit reichende Vollmachten. So lag das Recht zur Gesetzesinitiative bei ihm, er ernannte die Minister und die weiteren hohen Staatsbeamten. Dagegen waren die Mitwirkungsrechte der beiden Parlamentskammern (corps legislatif, Tribunat) begrenzt. Insgesamt legitimierte die Verfassung eine verdeckte Diktatur Bonapartes. Eine Volksabstimmung, deren Ergebnisse freilich geschönt waren, ergab die Zustimmung der Bürger zur neuen Verfassung. Gewissermassen als Regierungsprogramm gab Bonaparte die Parole aus: „Bürger! Die Revolution ist zu den Grundsätzen zurückgekehrt, von denen sie ausging; sie ist zu Ende.[11] Dies entsprach dem Wunsch vor allem der bürgerlichen Schichten. Sie wollten die Errungenschaften der Revolution, wie die Abschaffung feudaler Privilegien oder die Rechtsgleichheit zwar bewahrt sehen, verlangten aber auch nach Schutz vor Umtrieben der Radikalen oder Unruhen der Unterschichten. Dem trug der neue Machthaber Rechnung. Die Ordnung in einigen Unruhegebieten wurde wiederhergestellt. In verschiedenen Bereichen liess Napoléon Reformen durchführen, die teilweise weit über seine Herrschaftszeit Bestand hatten. Dazu gehört die weitere Zentralisierung der Verwaltung, der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, die Sanierung der Staatsfinanzen, eine Währungsreform die im Kern bis 1914 Bestand hatte, die Gründung der Banque de France und schliesslich 1804 den Erlass des Gesetzbuches Code Civil, der als Code Napoleon bekannt ist. Dieser hat bis zum heutigen Tag in vielen Ländern Bedeutung und blieb auch in einigen Teilen Deutschlands bis 1900 in Kraft. Für besondere Verdienste stiftete Bonaparte 1802 die Ehrenlegion. Napoléon liess die organisierte politische Opposition bekämpfen, gleichzeitig versuchte er sowohl die ehemaligen Anhänger der Jakobiner wie auch die Royalisten in den neuen Staat zu integrieren. Im Fall der letzteren spielte das Konkordat mit Papst Pius VII. von 1801 eine wichtige Rolle. Als Bonaparte nach einer aufgedeckten Verschwörung im August 1803 um Georges Cadoudal, Pichegru und General Moreau den Herzog von Enghien, einen Angehörigen des ehemaligen Königshauses, in Deutschland entführen, verurteilen und erschiessen liess, bedeutete dies einen Rückschlag für den Versöhnungsprozess und löste insbesondere im Ausland heftige Proteste aus. Aussenpolitisch ging es zunächst darum, den zweiten Koalitionskrieg siegreich zu beenden. Mit seiner Armee zog er nach dem Vorbild von Hannibal über die Alpen. Der Sieg in der Schlacht bei Marengo am 14. Juni 1800 war allerdings vor allem General Desaix zu verdanken, der in der Schlacht fiel. Nach dem entscheidenden Sieg der von General JeanVictor Moreau geführten Truppen in der Schlacht von Hohenlinden wurde am 9. Februar 1800 in Luneville der Frieden mit Österreich geschlossen. Der Frieden mit Russland folgte am 8. Oktober 1801 und der Frieden von Amiens beendete am 25. März 1802 den Krieg mit England. In Übersee führte die Wiedereinführung der Sklaverei 1802 in Haiti zum Aufstand und schließlich zur Unabhängigkeit. Im Jahr 1803 verkaufte Bonaparte Louisiana (Neufrankreich) an die Vereinigten Staaten (Louisiana Purchase). Damit zog sich Frankreich gänzlich vom nordamerikanischen Kontinent zurück. Die innen und aussenpolitischen Erfolge ermöglichten es Bonaparte, sich legitimiert durch eine weitere Volksabstimmung am 2. August 1802 zum Konsul auf Lebenszeit erklären zu lassen. 3 Millionen abstimmende Franzosen entschieden sich für ein „Ja, 1600 für ein „Nein. Die Bestimmung, seinen Nachfolger selbst auswählen zu können, war wie die Einführung einer regelrechten Hofhaltung in den Tuilerien, ein Schritt auf dem Weg zur Monarchie. Die Friedenszeit dauerte nicht lange. Napoléons Außenpolitik mit der Annexion von Piemont, der engen Bindung der Schweiz an Frankreich, der Verordnung einer neuen Verfassung in Holland und letztlich der Streit um den Status der Insel Malta führten zur Kriegserklärung Großbritanniens. In den ersten Jahren blieben deren Auswirkungen begrenzt. Während England vor allem einen Kolonial und Seekrieg führte, sperrte Bonaparte seinen Machtbereich für englische Waren und annektierte Hannover. Der Plan einer Invasion Englands wurde 1805 erneut aufgegeben. [12] Der Aufstieg des Kaiserreiches und die Neuordnung Europas Die Krönung in Notre Dame (1804) Nachdem Napoléon in einer Volksabstimmung die Kaiserwürde angetragen worden war, krönte sich Napoléon am 2. Dezember 1804 in der Zeremonie in Anwesenheit von Pius VII. selbst in der Kathedrale Notre Dame de Paris zum Kaiser. Am 26. Mai 1805 wurde Napoléon im Mailänder Dom mit der Eisernen Krone der Langobarden zum König von Italien gekrönt. Während die Annahme der Kaiserkrone nach innen sein Prestige weiter erhöhen sollte, war es nach aussen ein Versuch, sein Regime dynastisch zu legitimieren. Gleichzeitig signalisierte der Kaisertitel jedoch den Anspruch auf die zukünftige Gestaltung Europas. Eine Verbesserung der internationalen Beziehungen war mit der Krönung nicht verbunden. Stattdessen ging Zar Alexander I. im April 1805 ein Bündnis mit Grossbritannien ein. Ziel war es, Frankreich auf die Grenzen von 1792 zurückzuwerfen. Dem schlossen sich Österreich, Schweden und Neapel an. Nur Preussen beteiligte sich nicht an dieser Dritten Koalition. Umgekehrt traten die nach dem Reichsdeputationshauptschluss gestärkten deutschen Länder Bayern, Württemberg und Baden auf Seiten Bonapartes in den Krieg ein. Gemäss seiner schon früher bewährten Taktik, die feindlichen Armeen voneinander zu trennen und nacheinander zu schlagen, wandte sich Napoléon zunächst gegen Österreich. Der erste Schlag traf mit einer Blitzkampagne die Österreicher in der Schlacht von Elchingen bei Ulm (25. September – 20. Oktober 1805), wo General Karl Mack von Leiberich gezwungen wurde, mit seiner gesamten Armee von anfangs 70.000 Mann zu kapitulieren. Damit stand Napoléon der Weg nach Wien offen: Nach kleineren Scharmützeln entlang der Donau gelang seinen Truppen am 13. November die kampflose Einnahme Wiens. Napoleon in der Schlacht bei Austerlitz Im Anschluss lockte Napoléon die Russen und Österreicher durch geschickte Vortäuschung eigener Schwäche in die Schlacht bei Austerlitz, die er am 2. Dezember 1805 gewann. Zwar wurde die französische Flotte bei Trafalgar von Nelson am 21. Oktober 1805 vernichtend geschlagen, aber auf dem Kontinent bedeutete Austerlitz die Entscheidung. Am 26. Dezember 1805 wurde mit Österreich der Friedensvertrag von Pressburg geschlossen. Die Bedingungen waren hart. Die Habsburgermonarchie verlor Tirol und Vorarlberg an Bayern und ihre letzten italienischen Besitzungen fielen an das napoleonische Königreich Italien. Zum Dank für ihre Unterstützung wurden die Kurfürsten von Bayern und Württemberg zu Königen erhoben. Um die Erfolge zu sichern, betrieb Napoléon mit den jüngeren Angehörigen seiner Familie gezielte Heiratspolitik und setzte Geschwister und Gefolgsleute als Herrscher der abhängigen Staaten ein. So wurde Joseph 1806 zunächst König von Neapel und 1808 König von Spanien, Louis wurde König von Holland. Seine Schwester Elisa wurde 1809 Großherzogin der Toskana, Pauline war vorübergehend Herzogin von Parma und darüber hinaus Herzogin von Guastalla. Caroline Bonaparte wurde als Frau von Joachim Murat 1808 Königin von Neapel. Jérôme wurde König des neugeschaffenen Königreich Westphalen. Einzig sein Bruder Lucien, mit dem sich Napoléon überworfen hatte, ging weitgehend leer aus. In Deutschland wurde am 16. Juli 1806 aus anfangs 16 Ländern der Rheinbund gegründet. Seine Mitglieder verpflichteten sich zur militärischen Unterstützung Frankreichs und zum Austritt aus dem Heiligen Römischen Reich. Protektor des Bundes war Napoléon. Daraufhin legte Franz II. die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches nieder.[13] Krieg gegen Russland und Preußen Inzwischen hatten sich die Beziehungen Frankreichs zu Preußen verschlechtert. Nachdem dieses mit Russland ein geheimes Bündnis geschlossen hatte, wurde Napoléon am 26. August 1806 ultimativ aufgefordert, seine Truppen hinter den Rhein zurückzuziehen. Dies betrachtete Bonaparte als Kriegserklärung. Er stieß daraufhin mit seinen Truppen vom Main aus durch Thüringen auf die preußische Hauptstadt Berlin vor. Im Oktober 1806 kam es zu der Schlacht bei Jena und Auerstedt, in der die preußischen Truppen vernichtend geschlagen wurden. Die französischen Truppen marschierten in Berlin ein. Napoleon zieht am 27. Oktober 1806 an der Spitze seiner Truppen in Berlin ein. Mit den verbliebenen Truppen setzte Preussen den Kampf an der Seite der russischen Armee fort. Bei dem Feldzug gegen Russland zeigten sich erstmals deutliche Grenzen der napoleonischen Armee. Das Land war zu weitläufig und die Wege zu schlecht für rasche Truppenbewegungen. Die Versorgung der Armee war unzureichend und die Russen unter General Levin August von Bennigsen wichen immer weiter zurück, ohne sich zur Schlacht stellen zu lassen. Den Winter 1806/1807 verbrachte Napoléon in Warschau, wo ihn polnische Patrioten zur Wiederherstellung Polens drängten. Dort begann auch Bonapartes langjährige Beziehung zu Gräfin Walewska, mit der er ein Kind zeugte. Erst am 8. Februar 1807 kam es zur Schlacht bei Preussisch Eylau, ohne dass eine Entscheidung gefallen wäre. Am 14. Juni 1807 konnte Bonaparte Bennigsen in der Schlacht bei Friedland entscheidend schlagen. Am 7. Juli schlossen Frankreich, Russland und Preussen den Frieden von Tilsit. Für Preussen waren die Friedensbedingungen katastrophal. Alle Gebiete westlich der Elbe gingen verloren und wurden Grundlage für das neue Königreich Westphalen. Die polnischen Provinzen Preussens wurden zum Grossherzogtum Warschau erhoben. Insgesamt verlor Preussen etwa die Hälfte seines bisherigen Territoriums, musste zudem noch hohe Kontributionen zahlen und durfte nur noch in einem beschränkten Umfang eine Armee unterhalten. Fast ganz Kontinentaleuropa war nun unter direkter oder indirekter Kontrolle Napoléons. Gegen das weiter feindlich gesinnte England verhängte Bonaparte mit der Kontinentalsperre einen europaweiten Handelsboykott. Der Russlandfeldzug Zar Alexander I. von Russland war Ende 1810 aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr bereit, sich an der von Napoléon verhängten Kontinentalsperre gegen England zu beteiligen. Da Napoléon diese als einziges Kampfmittel gegen England ansah, führte die Position Russlands und weitere Faktoren dazu, dass sich die Beziehungen zwischen beiden Seiten abkühlten. Bonaparte bereitete sich im Jahr 1811 und in der ersten Hälfte des Jahres 1812 auf einen Krieg mit Russland vor. Die Rheinbundstaaten wurden verpflichtet, ihre Kontingente zu erhöhen und auch Österreich und Preußen sahen sich genötigt, Truppen zu stellen. Nur Schweden hielt sich unter dem neuen Kronprinzen und ehemaligen französischen General Bernadotte abseits und verbündete sich mit Russland. Insgesamt war die Grande Armée bei ihrem Aufmarsch 675.000 Mann stark. Dies war die größte Armee, die es in Europa jemals gegeben hatte. Napoleon auf dem Rückzug Am 24. Juni 1812 überschritt Napoléon die Memel. Sein Plan für den Russlandfeldzug war, wie in den bisherigen Blitzfeldzügen eine schnelle spektakuläre Entscheidungsschlacht herbeizuführen, die den Krieg bald beenden und Friedensverhandlungen einleiten sollte. Doch die russischen Truppen unter der Führung von Barclay de Tolly wichen in die Weiten des Landes zurück. Die bisherige Methode, die Armee aus den Erzeugnissen des Landes zu versorgen, funktionierte nicht, da die Russen eine Politik der verbrannten Erde betrieben. Bereits am 17. August 1812, als die Truppe Smolensk erreichte, war sie nur noch 160.000 Mann stark. Vor Moskau stellten sich die Russen unter Kutusow zur Schlacht. Die Schlacht von Borodino konnte Napoléon zwar gewinnen, aber sie wurde zu einer der verlustreichsten Auseinandersetzungen der napoleonischen Kriege überhaupt. Insgesamt 80.000 Tote oder Verwundete gab es auf beiden Seiten zusammen. Durch diesen Pyrrhussieg gelang es Napoléon zunächst, ohne weiteren Kampf Moskau einzunehmen. Nach dem Einmarsch wurde die Stadt vermutlich von den Russen selbst in Brand gesetzt. Die Soldaten der Grande Armée litten unter Hunger, Krankheiten, Schnee und Kälte. Der Zar verweigerte Verhandlungen. Am 18. Oktober gab Napoléon den Befehl zum Abmarsch. Fehlender Nachschub, Krankheiten sowie ständige Angriffe der russischen Kosaken setzten den französischen Truppen schwer zu. In der Schlacht an der Beresina wurde Napoléons Grande Armee endgültig zerschlagen. Nur 18.000 napoleonische Soldaten übertraten im Dezember 1812 die preußische Grenze an der Memel. Der Befehlshaber des preußischen Hilfskorps, Yorck von Wartenburg, trennte sich von der Grande Armee und schloss eigenmächtig einen Waffenstillstand mit dem Zaren (Konvention von Tauroggen). Napoléon war schon vorher nach Paris geflohen, um eine neue Armee aufzustellen. Noch während des verlustreichen Rückzugs ließ der kaiserliche Hof vermelden: „Seine Majestät der Kaiser befinden sich bei bester Gesundheit. Der Zusammenbruch In Deutschland führte die Niederlage Napoléons zu einem Aufschwung der nationalen Bewegung. Der Druck der öffentlichen Meinung führte dazu, dass bisherige Verbündete Bonapartes sich der Gegenseite zuwandten. König Friedrich Wilhelm III. schloss ein Bündnis mit Russland und rief zum Befreiungskrieg auf. Dem folgten anfangs nur wenige deutsche Länder, auch Österreich hielt sich zunächst von diesem Bündnis fern. Unmittelbar nach seiner Rückkehr begann Napoléon damit, neue Soldaten auszuheben. Mit einer nur schlecht ausgebildeten Armee, der es zudem an Kavallerie mangelte, marschierte Bonaparte nach Deutschland. Anfangs zeigten sich noch einmal die militärischen Fähigkeiten Napoléons. Er siegte bei Lützen am 2. Mai 1813 und bei Großgörschen am 20. Mai. Die reorganisierte preußische Armee hatte sich in einen ernstzunehmenden Gegner gewandelt, der den Franzosen hohe Verluste beibrachte. Aus diesem Grund stimmte Bonaparte einem Waffenstillstand zu. Napoléons Abschied von der Kaiserlichen Garde in Fontainebleau (Gemälde von Antoine Alphonse Montfort) Diesen nutzten die Gegner dazu, Österreich auf ihre Seite zu ziehen. Auf einem Friedenskongress in Prag wurde Napoléon ein Ultimatum gestellt, das unter anderem die Auflösung des Rheinbundes, die Aufgabe des Großherzogtums Warschau sowie die Wiederherstellung Preußens in den Grenzen von 1806 vorsah. Da dies faktisch die Aufgabe der französischen Vormacht in Europa bedeutet hätte, ging Napoléon darauf nicht ein. Daraufhin erklärte Österreich Frankreich den Krieg. Da auch Schweden sich an der Koalition beteiligte, standen nunmehr alle nicht von Bonaparte direkt oder indirekt kontrollierten Staaten in Europa gegen ihn. Im folgenden Feldzug spielten die Verbündeten ihre zahlenmäßige Überlegenheit aus, wichen einer Entscheidungsschlacht mit der französischen Hauptarmee anfangs aus und fügten den Truppen der napoleonischen Marschälle erhebliche Verluste zu. Immer stärker wurde der Bewegungsspielraum der französischen Hauptarmee begrenzt. Die endgültige Niederlage der Franzosen kam 1813 in der sogenannten Völkerschlacht bei Leipzig. Dabei spielte der Seitenwechsel Bayerns wenige Tage vorher auch eine Rolle, während Sachsen mit Napoléon unterging. Napoléon zog sich mit den Resten seiner Armee hinter den Rhein zurück. In der Folge kündigten die Rheinbundstaaten Bonaparte die Gefolgschaft auf und an der spanischen Front rückte Wellington bis zur französischen Grenze vor. Im Inneren Frankreichs regte sich erstmals seit langem öffentlicher Widerspruch gegen das Regime. Als die gesetzgebende Körperschaft bürgerliche Freiheitsrechte einforderte, ließ Napoléon diese schließen. Die Rekrutierung neuer Soldaten stieß wegen der nachlassenden Unterstützung für Bonaparte auf erhebliche Schwierigkeiten, so dass Napoléon den alliierten Streitkräften nur noch eine zahlenmäßig unterlegene und schlecht ausgebildete Armee entgegensetzen konnte. Dennoch zeigte sich angesichts der unmittelbaren Bedrohung noch einmal Napoléons Geschick als Feldherr. Trotz deutlich unterlegener Kräften gelang es durch geschicktes und temporeiches Manövrieren die zahlenmäßig drückend überlegenen, aber getrennt marschierenden Feinde mehrfach zu schlagen. Diese Erfolge veranlassten ihn, sich bei einem weiteren Friedensangebot ablehnend zu zeigen. In der Folge war klar, dass er trotz geschickter Manöver der zahlenmäßigen Überlegenheit nicht mehr gewachsen war. Daher nahmen die alliierten Truppen am 31. März 1814 Paris ein. Der Kaiser verlor daraufhin jegliche Unterstützung der Armee, der Politik und selbst enger Getreuer. Am 2. April 1814 sprach der Senat die Absetzung des Kaisers aus, es blieb ihm danach nichts anderes übrig als am 6. April 1814 in Fontainebleau bedingungslos abzudanken. Ihm wurde die Insel Elba als Wohnsitz zugewiesen und einzig der Kaisertitel belassen.[17] Elba, Herrschaft der Hundert Tage und Waterloo Auf Elba landete er am 4. Mai 1814. Er war nun der Herrscher über ein Eiland mit 10.000 Einwohnern und einer Armee von 1.000 Mann. Er begann zwar eine umfangreiche Reformtätigkeit, die ihn als ehemaligen Beherrscher Europas aber nicht ausfüllen konnte. Durch ein Netz von Agenten wusste er genau, dass es in Frankreich nach der Restauration unter Ludwigs XVIII. eine weit verbreitete Unzufriedenheit gab. Ermutigt von diesen Meldungen kehrte Napoleon am 1. März 1815 von seinem Exil auf der Insel Elba nach Frankreich zurück. Die Soldaten, die ihn hätten aufhalten sollen, liefen zu ihm über. Am 19. März 1815 floh König Ludwig aus den Tuilerien. Zwar wurde die Verfassung des Kaiserreichs teilweise liberalisiert, aber die Zustimmung zum wiederhergestellten napoleonischen Regime blieb begrenzt. Abdankung Napoleons. Seine Unterschrift auf der Urkunde. Aufgeschreckt von den Ereignissen in Frankreich entschieden sich Österreich, Russland, England und Preußen daraufhin auf dem Wiener Kongress zum militärischen Eingreifen. Am 25. März erneuerten sie ihre Allianz von 1814. Trotz aller Schwierigkeiten gelang es Napoléon, eine gut ausgerüstete Armee aus 125.000 erfahrenen Soldaten auszuheben. Er ließ eine provisorische Regierung unter Marschall Davoust in Paris zurück und marschierte gegen die Allianz. Wie gewohnt plante Bonaparte, die Gegner nacheinander zu schlagen. Anfangs gelang es ihm bei Charleroi, einen Keil zwischen die britische Armee unter Wellington und die preußischen Truppen unter Blücher zu treiben. Am 16. Juni schlug er die Verbündeten in der Schlacht bei QuatreBras und der Schlacht bei Ligny. Am 18. Juni 1815 griff Napoléon die alliierte Armee von Wellington nahe dem belgischen Ort Waterloo an. Wellington gelang es, die günstige Stellung gegen alle französischen Angriffe im Wesentlichen zu halten. Aus dieser Lage ist sein Ausspruch überliefert: Ich wünschte es wäre Nacht und die Preußen kämen. Tatsächlich kamen die preußischen Truppen unter Marschall Blücher den Briten zur Hilfe und Napoléon wurde geschlagen. Das Ende dieser Schlacht bedeutet faktisch das Ende der Herrschaft der hundert Tage. Bei seiner Rückkehr nach Paris trat Napoléon am 22. Juni 1815 zurück, nachdem er bei Parlament und ehemaligen Getreuen jegliche Unterstützung verloren hatte. Weder die Hoffnung auf eine Emigration nach Amerika noch auf politisches Asyl in Großbritannien erfüllten sich, stattdessen wurde Napoléon auf Beschluss der Alliierten nach St. Helena im Südatlantik verbannt.[18] Verbannung, das Ende auf St. Helena und Aufbahrung Auf der britischen Insel St. Helena wurden Bonaparte und der kleinen Gruppe seiner Begleiter der Wohnsitz des Gouverneurs Longwood House zugewiesen. Nach dem Willen Napoléons hielten die Franzosen die Illusion eines kaiserlichen Hofstaates aufrecht. Bonaparte schrieb seine Memoiren. Im Laufe der Zeit verschlechterte sich der Gesundheitszustands Napoléons deutlich und er starb am 5. Mai 1821. Sein Leichnam wurde noch am selben Tag obduziert und am 9. Mai in einem vierfachen Sarg beigesetzt. Napoléons Sarkophag im Invalidendom In der medizinischen Fachliteratur ist überzeugend dargelegt, dass Napoléon an fortgeschrittenem Magenkrebs mit Lymphknotenbefall verstarb. Aller Wahrscheinlichkeit nach war eine durch das Karzinom ausgelöste starke Magenblutung die unmittelbare Todesursache. Neue Forschungsergebnisse legen darüber hinaus nahe, dass der bösartige Tumor, nicht wie früher vermutet, familiär bedingt war – bis heute sind die Todesursachen anderer Familienmitglieder nicht geklärt – vielmehr sei die Erkrankung auf eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori zurückzuführen. Daneben gab es weitere Vermutung über die Todesursache.[19] Eine davon lautet, dass Napoléon sukzessiv durch Arsen vergiftet worden sein könnte, zum Beispiel von General Montholon. Mit letzter Gewissheit werden sich die genauen Ursachen seines Todes heute wohl nicht mehr klären lassen.[20] Nach seinem Tod setzten sich die Bonapartisten für die Thronansprüche der Familie Bonaparte ein. Sie trugen wesentlich zum Aufstieg Napoleons III. bei und hatten noch nach dessen Sturz auf das Heer und die Beamtenschaft großen Einfluss. Erst in den 1880er Jahren verlor der Bonapartismus an Bedeutung. Fast zwanzig Jahre nach seinem Tod wurde Napoléon Bonapartes Leichnam am 15. Oktober 1840 exhumiert, auf der Fregatte Belle Poule zurück nach Frankreich gebracht und in den Pariser Invalidendom überführt. Er ist dort seit dem 15. Dezember 1840 in einem Sarkophag aufgebahrt.[21] Beziehungen und Nachkommen Siehe auch: Stammliste der Bonaparte Wappen derer zu Buonaparte Neben seinen Ehen hatte Napoléon verschiedene Geliebte, mit denen er auch Kinder hatte. Bereits während seiner Ehe mit Joséphine hatte er zwei illegitime Kinder von Mätressen. Aus der Verbindung mit Eleonore Denuelle de la Plaigne (1787–1868): • Graf Charles Léon Denuelle (1806–1881) Aus einer sieben Jahre währenden Liebesbeziehung mit Gräfin Maria Walewska (1786–1817): • Graf Alexandre ColonnaWalewski (1810–1868) Beide Söhne hatten ihrerseits Nachkommen. Weitere Kinder: • Émilie Louise Marie Françoise Joséphine Pellapra von FrançoiseMarie LeRoy • Karl Eugin von Mühlfeld von Victoria Kraus • Hélène Napoleone Bonaparte (1816–1910) von Gräfin Montholon • Jules BarthélemySaintHilaire (1805–1895) Zu Napoléons weiteren Geliebten gehörten u. a. die Schauspielerinnen Marguerite Joséphine George, genannt Georgina, und Catherine Josephine Duchesnois; Madame Duchâtel, Frau eines älteren Staatsrates; Carlotta Gazzani, eine genuesische Tänzerin, die von Napoléon zur Vorleserin von Joséphine ernannt wird, und teilweise Frauen seiner Offiziere