Arbeitsblatt: Trauergedichte

Material-Details

Gedichte zum Thema Tod
Deutsch
Gemischte Themen
7. Schuljahr
1 Seiten

Statistik

126894
545
2
24.01.2014

Autor/in

Thomas Wüthrich


Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

„Wenn du bei Nacht in den Himmel schaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Dass wir erschraken, da du starbst, nein, dass dein starker Tod uns dunkel unterbrach, das Bisdahin abreißend vom Seither: das geht uns an; das einzuordnen wird die Arbeit sein, die wir mit allem tun. Rainer Maria Rilke Antoine de Saint-Exupéry Nicht alle Schmerzen sind heilbar, denn manche schleichen sich tiefer ins Herz den Traum. Trennung ist unser Los, Wiedersehen ist unsere Hoffnung. So bitter der Tod ist, die Liebe vermag er nicht zu scheiden. Aus dem Leben ist er zwar geschieden, aber nicht aus unserem Leben; denn wie vermöchten wir ihn tot zu wähnen, der so lebendig unserem Herzen innewohnt! Der Frühling kommt wieder mit Wärme und Augustinus hinein, und während die Tage verstreichen, werden sie Stein. Du lachst und sprichst, als wenn nichts wäre, sie scheinen geronnen zu Schaum, doch Du spürst ihre lastende Schwere bis in Helle, die Welt wird ein Blumenmeer, aber in Deinem Herzen ist eine Stelle, da blüht nichts mehr. Ricarda Huch Da ist ein Land der Lebenden und ein Land der Toten, und die Brücke zwischen ihnen ist die Liebe das einzig Bleibende, der einzige Sinn. Thornton Wilder Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang, Nur vor dem Tod derer, die mir nah sind. Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind? Allein im Nebel tast ich todentlang Und lass mich willig in das Dunkel treiben, Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben. Wer weiss denn, ob das Leben nicht Totsein ist und Totsein Leben? Euripidis Die Blätter fallen. Fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten; Sie fallen mit verneinender Gebärde. Und in den Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit. Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. Und sieh dir andre an: es ist in allen. Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält. Rainer Maria Rilke Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr; und die es trugen, mögen mir vergeben. Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur, Doch mit dem Tod der andern muss man leben. Die Liebe ist stärker als der Tod und die Schrecken des Todes. Allein die Liebe erhält und bewegt unser Leben. Mascha Kaléko Iwan Turgenjew Es weiss ja keiner, der nicht erlebt wie ist, wenn einer die Flügel hebt und leise, leise sich auf die Reise die letzte macht. Es weiss ja keiner, dem nicht geschah wie ist, wenn einer nun nicht mehr da. Wenn leer die Stätte des, den man hätte so gern noch nah. Geht es dir gut, werde ich gefragt im Vorübergehn. Doch, gut, sage ich und zeige das passende Gesicht: mein gutgehendes Gesicht. Mein anderes Gesicht verberge ich liebevoll unter meiner Kleidung. Zuhause ziehe ich mich aus. Dann darf es seine Trauer tragen. und geh durch Deine Träume. Michelangelo Es tut weh, diese Leere zu spüren. Es tut weh, dich nicht mehr zu berühren. Es gäbe noch so viel zu sagen. Es gäbe noch so viele Fragen. Die Liebe zu dir wird die Kraft uns geben, mit dir im Herzen weiterzuleben. So ist das menschliche Herz, es erlebt erst nach und nach, was die Vernunft längst weiß. Für den Verstand sterben die Toten ein einziges Mal, für das Herz sterben sie viele Male. René Juan Trossero Renate Salzbrenner Ich trage dich wie eine Wunde auf meiner Stirn, die sich nicht schließt. Sie schmerzt nicht immer. Und es fließt Wenn mit einem lieben Menschen die Sonne aus deinem Leben geht, dann suche den Stern, den er eigens für dich angezündet hat. das Herz sich nicht draus tot. Nur manchmal plötzlich bin ich blind und spüre Blut im Munde. Gottfried Benn Der Tod ist wie ein Horizont, dieser ist nichts anderes, als die Grenze unserer Wahrnehmung. Wenn wir um einen Menschen trauern, freuen sich andere, ihn hinter der Grenze wiederzusehen. Unsere Toten sind nicht abwesend, sondern nur unsichtbar. Sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer. Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume. Ich lebe in Dir Die Trauer hört niemals auf, sie wird ein Teil unseres Lebens. Sie verändert sich und wir ändern uns mit ihr. Sterben ist kein ewiges Getrenntwerden, es gibt ein Wiedersehen an einem helleren Tag. Die Erinnerung ist ein Fenster, durch das ich Dich sehen kann, wann immer ich will. Menschen, die man liebt, sind wie Sterne. Sie können funkeln und leuchten noch lange nach ihrem Erlöschen. Sein Unglück sagen können in Worten, in wirklichen Worten die zusammenhängen und Sinn haben und die man selbst noch verstehen kann und die vielleicht sogar irgendwer sonst versteht oder verstehen könnte und weinen können. Das wäre schon fast wieder Glück.