Arbeitsblatt: Der Sonderbundskrieg

Material-Details

Der Sonderbundskrieg inkl. einer Beschreibung Dufours
Geschichte
Schweizer Geschichte
8. Schuljahr
4 Seiten

Statistik

127001
1143
16
23.01.2014

Autor/in

Dominic Beyeler
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Der Sonderbundskrieg Vorgeschichte: Konservative und Liberale im Streit Im Sonderbundskrieg von 1847 unterlagen die konservativen und überwiegend katholischen schweizerischen Kantone Schwyz, Uri, Unterwalden, Luzern, Zug, Freiburg und Wallis den übrigen demokratisch verfassten Kantonen. Der Sieg der Liberalen machte den Weg frei für die Umgestaltung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom lockeren Staatenbund, wie er seit 1815 bestanden hatte, zu einem modernen Bundesstaat. Mit der Bundesverfassung von 1848 wurde die Schweiz zu einer repräsentativen Demokratie; zu einem Bund von 22 souveränen Kantonen, deren Eigenständigkeit aber durch die Rechte des Bundes beschränkt wird. Die Julirevolution 1830 in Frankreich gab in der Schweiz den Anstoß zu einer Belebung des politischen Liberalismus. Die Liberalen forderten die Gleichheit eines jeden Bürgers vor dem Gesetz, die Gewährung politischer Freiheitsrechte, allgemeine Volksbildung und die repräsentative Demokratie. Die Kantone Zürich, Bern, Luzern, Solothurn, Freiburg, Schaffhausen, Sankt Gallen, Aargau, Thurgau und der Waadt erhielten 1831 liberale Verfassungen. Volkssouveränität (Volksentscheide über die Verfassung, allgemeines und zumeist direktes Wahlrecht), repräsentative Demokratie, Trennung der richterlichen von der politischen Gewalt, die Gewährung persönlicher Freiheitsrechte und die Förderung des Schulwesens wurden hier verwirklicht. Bis auf Freiburg, Schaffhausen und Waadt schlossen sich die Kantone 1832 zum Siebenerkonkordat zur gegenseitigen Garantie der regenerierten Kantonsverfassungen zusammen. Im Laufe der 1830er Jahre erstrebten die rasche Kampf gegen die Konservativen (Katholiken spalteten sich die so genannten Radikalen von den Liberalen ab. Sie Verwirklichung der nationalen Einheit und beschworen durch den Gleichberechtigung von Obrigkeit und Kirche den Widerstand der und Reformierte) herauf. Der Kampf der politischen Parteien nahm eine religiöse Färbung an und rief Gegenkräfte hervor: 1839 wurden in Zürich und 1841 auch in Luzern die liberalen Regierungen gestürzt. Der im Januar 1841 gefasste Beschluss des Kantons Aargau, alle Klöster des Landes aufzuheben, wurde zwar durch die Tagsatzung (Oberste Bundesbehörde der 22 Kantone) wieder aufgehoben, verschärfte jedoch den Streit. Gleiches gilt für die erneute Berufung der Jesuiten nach Luzern im Oktober 1844. Dies wurde von den Protestanten, ungeachtet ihrer politischen Auffassung, als Affront empfunden. Straßenkämpfe in Liestal im Kanton Basel am 21.08.1831. wissenmedia Die Gründung des Sonderbundes Am 11.12.1845 vereinbarten in Luzern die konservativen Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug, Freiburg und Wallis gemäß den alten Bünden und unter Berufung auf den geltenden eidgenössischen Bundesvertrag vom 7.8.1815 die Gründung einer Schutzvereinigung zur Wahrung ihrer Souveränitäts- und Territorialrechte. In fünf Artikeln, die maßgeblich vom Luzerner Schultheißen Konstantin Siegwart-Müller formuliert worden waren, verpflichteten sich die beteiligten Kantone, jedem angegriffenen Bundesgenossen sofort beizustehen: Sowie ein Kanton von einem bevorstehenden oder erfolgten Angriff sichere Kenntnis erhält, ist er bereits als bundesgemäß aufgemahnt anzusehen und verpflichtet, die nach den Umständen erforderliche waffenfähige Mannschaft aufzubieten, ohne geradezu die offizielle Mahnung des betreffenden Kantons abzuwarten. Ferner wurde ein gemeinsamer Kriegsrat geschaffen.Der Sonderbund hoffte auf ausländische Hilfe, vor allem durch den konservativen österreichischen Staatskanzler Klemens Wenzel Lothar Fürst von Metternich. Er sollte Geld und Waffen zur Verfügung stellen. Als die Existenz dieses Sonderbundes im Juni 1846 bekannt wurde, löste dies bei den Liberalen und Radikalen einen Sturm der Entrüstung aus. Der Beschluss zur Auflösung des Sonderbundes Nach dem Sieg der Radikalen in Bern (Juli 1846) und Genf (Oktober 1846) sorgte der Sieg der Liberalen bei den Großratswahlen im Kanton Sankt Gallen (im Mai 1847) für die nötige Mehrheit in der Tagsatzung, in der jeder Kanton über eine Stimme verfügte, um den Sonderbund auflösen zu können. Am 20.7.1847 erklärte die Tagsatzung den Sonderbund für aufgelöst und berief eine Siebenerkommission zur Klärung dieser Angelegenheit. Am 16.8.1847 erklärte die Tagsatzung ihre Absicht, den geltenden Bundesvertrag zu revidieren und forderte am 3.9.1847 die Kantone Luzern, Schwyz, Freiburg und Wallis auf, die Jesuiten auszuweisen.Nachdem am 18.10.1847 auch der letzte Versuch einer Verständigung gescheitert war, wählte die Tagsatzung am 21.10.1847 den Genfer Offizier Guillaume Henri Dufour zum General. Ihm unterstand ein Heer von rund 99000 Mann mit 172 Geschützen. Das Heer des Sonderbundes (79000 Mann mit 88 Geschützen) wurde von dem aus Graubünden gebürtigen Obersten Johann Ulrich von Salis-Soglio befehligt, einem konservativ gesinnten Protestanten. Einen Tag nachdem die Sonderbundstruppen die Kriegshandlungen eröffnet hatten, beschloss die Tagsatzung am 4.11.1847 die gewaltsame Auflösung des Sonderbundes. Zur Begründung wurde erklärt, dass die sieben Kantone schon vor dem 20. Juli, sowie nachher außerordentliche militärische Rüstungen getroffen, Feldbefestigungen aufgeworfen, Waffen und Munition aus dem Ausland bezogen haben, offenbar zu dem Zweck, um sich der Vollziehung der durch die Tagsatzung gefassten Beschlüsse selbst mit Waffengewalt zu widersetzen. Es sei daher die Pflicht der Tagsatzung, den von ihr auf Grundlage bundesrechtlicher Vorschriften gefassten Beschlüssen Nachachtung zu verschaffen.. Chronik des Kriegsverlaufs Vormarsch eidgenössischer Truppen im Sonderbundskrieg (Votiv-Tafel; Zürich, Landesmuseum). wissenmedia 03.11.1847: Der Krieg beginnt mit einem Ausfall der Sonderbundstruppen im Kanton Tessin. Dadurch zersplittert die Sonderbundsarmee ihre Kräfte. 08.11.1847: General Guillaume Henri Dufour eröffnet den Aufmarsch gegen Freiburg. 14.11.1847: Freiburg kapituliert. 21.11.1847: Der Kanton Zug kapituliert. 23.11.1847: In blutigen Gefechten gegen die Sonderbundstruppen bei Honau, Gisikon und Meierskappel erzwingt die 4. eidgenössische Division den Durchbruch auf Luzern. Zugleich drängt die 7. Reservedivision bei Schüpfheim die Sonderbundstruppen zurück. 24.11.1847: Ohne weitere Kämpfe ziehen die 24000 Mann starken eidgenössischen Truppen in Luzern ein. 25.11.1847: Die Halbkantone Ob- und Nidwalden kapitulieren; am 26.11. auch Schwyz. 28.11.1847: Nach der Kapitulation von Uri verlässt der Luzerner Konstantin Siegwart-Müller, der Präsident des sonderbündischen Kriegsrates, über den Simplon-Pass die Schweiz. Er hatte vergeblich Österreich um militärische Intervention angerufen. 29.11.1847: Mit der Kapitulation des Wallis ist der Sonderbundskrieg zu Ende. Das eidgenössische Heer verzeichnet 60 Tote und 386 Verwundete, das Sonderbundsheer 26 Tote und 114 Verwundete. Das Ergebnis des Krieges Erst nachdem der militärische Sieg der Tagsatzungsarmee über den Sonderbund bereits feststand, boten am 30.11.1847 Österreich, Frankreich und Preussen ihre Vermittlung an. Ein früheres diplomatisches Eingreifen hatte Großbritannien verhindert. Anders als die kontinentalen Monarchien befürchtete Großbritannien nicht, dass der Sieg der schweizerischen Liberalen den entsprechenden politischen Bewegungen in ihren eigenen Ländern Auftrieb geben könnte. Endgültig abgewendet wurde die Gefahr einer ausländischen Intervention durch die Februarrevolution 1848 in Frankreich und die anschließenden liberalen Revolutionsbewegungen in Deutschland, Österreich und Italien. Am 2.12.1847 beschloss die Tagsatzung, die Kriegskosten in Höhe von 6179626 Franken (in alter Währung) durch die sieben Sonderbundskantone bezahlen zu lassen. Zur Sühne für ihre Nichtbeteiligung an der Bundesexekution wurde den Kantonen Neuenburg und Appenzell Innerrhoden eine Buße von 300000 bzw. 15000 auferlegt. Beide konservativ regierten Kantone hatten sich, geografisch isoliert, zur Neutralität entschieden. Die Niederlage des Sonderbundes machte den Weg frei für die Ausarbeitung einer neuen Verfassung, die am 12.9.1848 verkündet wurde. Durch das neue Grundgesetz wurde die Schweiz zu einer repräsentativen Demokratie mit den Gesetzgebungsorganen Nationalrat und Ständerat (und einem siebenköpfigen Bundesrat als Exekutivorgan, dessen Präsidium (Bundespräsident) jährlich wechselt. Damit wurde die Schweiz zum Vorbild für das liberale Europa. Um die Gräben zwischen den politischen Lagern nicht zu vertiefen, kamen Liberale und Radikale den Föderalisten in einigen wichtigen Punkten entgehen: Den Kantonen wurden wichtige Hoheitsrechte belassen (Polizeigewalt, Jagd-, Fisch- und Salzregal, Straßenwesen, Rechtspflege, Steuerhoheit, Schule und Kirche). Ihren Verfassungen, sofern sie republikanisch und revidierbar waren, wurde der Schutz des Bundes gewährt. Biografie: Guillaume Henri Dufour Guillaume Henri Dufour. wissenmedia Guillaume Henri Dufour *15. 9. 1787 Konstanz, †14. 7. 1875 Genf, schweizerischer General. In Frankreich militärisch ausgebildet, wurde Dufour 1831 Generalstabschef und am 21.10.1847 von der Tagsatzung zum General und damit zum Oberbefehlshaber der eidgenössischen Armee zur Niederwerfung des Sonderbunds berufen. Politisch war Dufour ein gemäßigter Liberaler, der keinen Rachefeldzug anstrebte, sondern die Gegner von heute zu Mitbürgern im künftigen Bundesstaat machen wollte. Charakteristisch hierfür war der Aufruf vom 22.11.1847 an seine Soldaten vor dem Einmarsch in Luzern: Eidgenössische Wehrmänner! Ihr werdet in den Kanton Luzern einrücken. Wie Ihr die Grenzen überschreitet, so lasst Euern Groll zurück und denkt nur an die Erfüllung Eurer Pflichten.Sobald aber der Sieg für uns entschieden ist, so vergesset jedes Rachegefühl, betragt Euch wie großmütige Krieger, denn dadurch beweist Ihr Euren wahren Muth . Zerstört nichts, verschleudert nichts; mit einem Wort, betragt Euch so, dass Ihr Euch stets Achtung erwerbet und Euch stets des Namens, den Ihr traget, würdig zeigt. Nach dem Krieg widmete er sich der Reorganisation der Armee. Dufour war Schöpfer (1833-1865) der topografischen Karte der Schweiz und 1864 Mitgründer des Roten Kreuzes. Die Dufourspitze des Monte-Rosa-Massivs an der schweizerischitalienischen Grenze (4634 m), der zweithöchste Berg der Alpen und höchste Berg der Schweiz, trägt seinen Namen. Notizen: