Arbeitsblatt: Irakkrieg 2003

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Irakkrieg 2003 - Ursachen, Verlauf, Folgen US-Aussenpolitik AB mit Fragen
Geschichte
Politik
9. Schuljahr
4 Seiten

Statistik

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768
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25.01.2014

Autor/in

Adrian Bechtiger
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

1 1 Die neue US-Aussenpolitik unter Präsident Bush (jun.) und der Irakkrieg 2003 2 Die Bush-Doktrin 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 Die sogenannte Bush-Doktrin der US-Aussenpolitik setzte sich zum Ziel, nicht nur das Territorium der USA, sondern die ganze Welt insgesamt sicherer zu machen. Hinsichtlich der Ziele distanzierte sich Bush zunächst vom gewohnten Isolationismus der Republikaner, nicht aber in der Wahl seiner Methode, einem einseitigen Vorgehen, verbunden mit offener Geringschätzung der NATO-Partner und der UNO. Den USA als einziger Weltmacht sei mit dem 11. September die Aufgabe übertragen worden, eine neue Weltordnung zu umreissen und zu etablieren, das die Grundlage seiner Doktrin. Dieser Verengung der eigenen Basis seht die Ausweitung der Schar möglicher Feinde gegenüber, die durch eine kollektive und undifferenzierte Diffamierung von sogenannten Schurkenstaaten (Irak, Iran, Nordkorea, Kuba, Syrien, Sudan, und Lybien) erreicht wurde. Die Bush-Doktrin besagt, dass jedes Land, von dem eine Bedrohung der Sicherheit der USA oder eines ihrer Verbündeten ausgehen könnte, mit einer Intervention der US-Streitkräfte rechen müsse. In der Weltgeschichte braucht man für dieses Verfahren den Ausdruck Präventivkrieg. Präventivkriege sind zu Recht verpönt, weil sie von lauter unsicheren Voraussetzungen ausgehen, nämlich: 19 • Hat der Gegner überhaupt die Absicht, seinerseits anzugreifen? 20 • Wird die Prävention erfolgreich verlaufen? 21 • Wird dadurch – selbst wenn man Erfolg hat – das Problem wirklich gelöst? 22 23 24 25 26 27 28 29 30 Die an unendlich viele Wiedersprüche und Unterschiede gewöhnten Europäer stiessen sich bei der Bush-Doktrin am offensichtlichen Mangel an Differenzierungsvermögen, an der fatalen Neigung zum Grossreinemachen, an der Illusion, das Böse könne besiegt werden. Diese Bedenken wurden natürlich auch in den USA geäussert, doch unter der Betäubung durch den Schock vom 11. September 2001 wurden sie nicht mehr zur Kenntnis genommen. Jetzt fand sogar der erfahrene und angesehene Alt-Diplomat Henry Kissinger, der seinerzeit die Amerikaner aus dem katastrophalen Vietnamkrieg herausgeführt hatte, die USA müssten Stärke demonstrieren. 31 Erste Drohung 32 33 34 35 36 37 38 39 40 Ein Jahr nach den Terroranschlägen sprach Präsident Bush ganz offene Drohungen aus, und die US-Regierung begann eine breite Propagandakampagne zur Begründung des längst beschlossenen Angriffs auf den Irak. Diese Gründe waren in keinster Weise überzeugend oder erwiesen sich sogar später als objektiv falsch: Saddam verfüge über Massenvernichtungswaffen und er plane ihren unmittelbaren Einsatz, er habe den Terrorismus unterstützt, und eine der grausamsten Diktaturen müsse um jeden Preis beseitigt und die von ihr verfolgte Bevölkerung befreit werden. Ausser Grossbritannien, Japan und Italien gewannen die USA jedoch las Verbündete für diesen einseitig lancierten Konflikt bloss mittlere 2 41 42 43 und kleinere Staaten, die sich in irgendeiner Weise den USA gegenüber erkenntlich zu zeigen hatten. Vom Erdöl war übrigens nie die Rede; der beabsichtigte Krieg hatte mit der Versorgungssicherheit zunächst gar nichts zu tun. 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 Im November 2002 erneuerte die Uno das Mandat für die Kontrolle von Massenvernichtungswaffen im Irak. Unter dem Eindruck der Amerikanischen Drohungen erklärte sich Saddam Hussein einverstanden. Als die UN-Experten kein Material fanden, zeigte sich Bush jedoch keineswegs überzeugt, sondern er zog daraus bloss den Schluss, es sei eben zu gut versteckt worden und die Kontrolleure hätten sich täuschen lassen. Am 5. Februar 2003 legte Aussenminister Powell dem Sicherheitsrat Beweise vor, die auf dem Computer fabriziert worden waren. Später hat er sich davon distanziert und sich entschuldigt. Für George W. Bush war ohnehin die UNO nicht mehr massgeblich, sonder die Militärmacht, die er schon seit Monaten vor Ort aufmarschieren liess. Am 18. März forderte er seinen irakischen Kollegen zum Verlassen des Landes auf. Nach Ablauf der Frist begann der Einmarsch. 55 Der Irakkrieg 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 Der rein militärische Feldzug verlief erwartungsgemäss zur Zufriedenheit der technisch weit überlegenen Angreifer. Am 1. Mai, nach kaum sechs Wochen Krieg, erklärte Bush die Kampfhandlungen für beendet. Indessen war es bloss ein Scheinerfolg, den die rasche und völlig unkontrollierte Auflösung der Armee Saddam Husseins lies ungeheure Mengen von Kampfmitteln, Handfeuerwaffen, Munition, und Sprengstoff buchstäblich versickern. Die Zerstörung der Infrastruktur und die sofortige Auflösung der alten Ordnungskräfte, Armee, Polizei und Geheimdienst, führten vielerorts zu völligem Chaos. Es kam zu ausgedehnten Plünderungen, z.B. in den Verwaltungsgebäuden der Ministerien und namentlich in den wertvollen archäologischen Sammlungen von Bagdad. Damit begannen die wirklichen Probleme erst recht aufzutauchen, Probleme, auf die das US-Militär nicht vorbereitet war. Die Truppe hatte den Auftrag und war dazu ausgebildet, den Gegner militärisch zu besiegen. Mit kulturellen, ethnischen und sozialen Problemen umzugehen, mussten die US-Soldaten zuerst lernen. 70 Folgen des Irakkriegs 71 72 73 74 75 76 77 78 79 Ein wichtiger Grund für die Schwierigkeiten der Nachkriegszeit ist in der Geschichte des Iraks zu finden. Saddam Husseins Land war kein normaler Staat wie irgend ein anderer (z.B. das besiegte Deutsche Reich von 1945), sondern eine Diktatur, an der bis auf wenige Ausnahmen nur sunnitische Clans beteiligt waren. Die drei unterschiedliche Kulturen der Schiiten, der Sunniten und er Kurden hatten nie auf vertragliche Weise einen Zusammenschluss zu einem Gemeinwesen gesucht, sondern stets nur unter äusserem Druck zusammengelebt. Mit dem Sturz Saddam Husseins ging im Frühjahr 2003 auch die Ordnungsstruktur verloren, auf die sich die Bevölkerung bis dahin verlassen hatte. 80 81 Für eine effektive Kontrolle des ganzen Landes mit seine 27 Millionen Einwohnern standen viel zu wenige Truppen zur Verfügung, weil Präsident Bush aus 3 82 83 84 85 innenpolitischen Gründen nicht beliebig viel Reservisten einberufen konnte. Es begann ein unabsehbarer Kleinkrieg von ethnischen und religiösen Gruppen, unter denen die radikalsten gerade zu al-Quaida die Verbindung suchten, die es vorher gar nicht gegeben hatte. 86 87 88 89 90 91 92 93 Eine Demokratie nach westlichen Vorstellungen einzuführen, gehörte zu den Rechtfertigungsgründen des US-Präsidenten. In der Tat fanden zwei Jahre nach dem Sturz Saddams Wahlen zu einer verfassungsgebenden Versammlung statt, nur ging daraus im Verlauf von weiteren zwei Jahren keine Verlässliche Ordnungsstruktur als Alternative zum Machtapparat der Diktatur hervor. Die Besatzungsmächte waren sogar dazu genötigt, ehemalige Polizisten und Agenten Saddam Husseins wieder als Freunde und Helfer einzustellen. Die Anhänger von Saddam Husseins Baath-Partei waren ja auch die einzigen überzeugten Modernisierer. 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 Die vermeintlichen Kämpfer gegen den Terrorismus, die im Mai 2003 triumphiert hatten, sahen sich vier Jahre später ziemlich isoliert; die Regierungen reifen ihre Truppenkontingente zurück. Das Anfängliche Einverständnis der von Saddam Hussein verfolgten Bevölkerungsgruppen der Kurden und Schiiten wandelte sich in Enttäuschung. Die aus Patriotismus erfolgte Zustimmung des amerikanischen Volkes ermüdete ach und nach unter dem Eindruck der Erfolglosigkeit und wegen der Unverhältnismässigkeit von Aufwand und Ertrag. Die Wiederwahl von George W. Bush Ende 2004 war noch ein grosser Erfolg gewesen, aber schon die MidtermWahlen von 2006 zeigten die Ernüchterung der Wählerschaft und bescherten dem Präsidenten einen mehrheitlichen oppositionellen Kongress. Fragen zu Zeilen 1-29 Was sind die Ziele der sogenannten Bush-Doktrin? Wie nennt man die Art von Krieg, welche die USA 2003 mit der Bombardierung Bagdads begannen? Wieso wird ein Krieg dieser Art so bezeichnet und weshalb missbilligen viele Staaten die Idee dahinter? Fragen zu Zeilen 30-53 Der Irak sollte zu einer Art Leuchtturm der Demokratie für den nahen Osten entwickelt werden. Der Wille Demokratie zu schaffen ist aber noch kein Kriegsgrund. Welche Beweise legte der US-Aussenminister am 5. Februar 2003 vor, die schliesslich zum Krieg führten? 4 Nenne 2 weitere Gründe, welche die US-Regierung anbrachte, um die Invasion in den Irak 2003 als notwendig zu legitimieren. Hilfe dazu findest du auch im Geschichtsbuch auf S. 250. Behauptungen, die Besetzung des Iraks sei erfolgt, um das irakische Öl für die USA zu sichern, haben sich bisher als haltlos erwiesen. Weshalb könnten erhöhte irakische Ölexporte der USA trotzdem indirekt Vorteile bringen? Achtung, diese Antwort steht nicht im Text. Frage zu Zeilen 54-102 US-Präsident Bush erklärte den Irakkrieg am 1. Mai 2003 für Beendet. Im Nachhinein kann man sagen, die USA haben zwar den Krieg gewonnen, aber nicht den Frieden. Nenne mindestens 3 Gründe, weshalb sich die Nachkriegszeit im Irak so schwierig gestaltet. 5