Arbeitsblatt: Perth - Sidney mit der Bahn

Material-Details

Reisebericht Mit dem Indian-Pacific durch Australien
Geographie
Anderes Thema
klassenübergreifend
7 Seiten

Statistik

128201
353
1
23.02.2014

Autor/in

hr jaeger
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

Downloads Arbeitsblätter / Lösungen / Zusatzmaterial

Die Download-Funktion steht nur registrierten, eingeloggten Benutzern/Benutzerinnen zur Verfügung.

Textauszüge aus dem Inhalt:

Gespannt schlenderte ich in Perth zur Railway-Station, um ein Bahnticket für den Indian-Pacific nach Sidney zu ergattern. Und ich hatte Glück – der freundliche Schalterbeamte eröffnete mir, dass er mir noch genau 3 freie Plätze offerieren könne. Einer davon war eine Single Cabin mit Waschgelegenheit in der Kabine und Dusche und Toilette am Ende des Wagens. Im nicht eben günstigen Ticketpreis sind dann aber auch die ausgezeichneten Mahlzeiten im Restaurant Car eingeschlossen. Als ich die Reise 1991 im Herbst unternahm kostete es rund 900 US –Dollars. Heute ist es luxuriöser und teurer. Mehr Informationen dazu siehe Perth Da mein Zug erst in 2 Tagen fuhr, hatte ich Zeit die Hauptstadt des Bundeslandes Westaustraliens am Swan River und deren Umgebung etwas zu erforschen. Das sonnenverwöhnte ca. 1.5 Millionen Einwohner zählende Perth wird auch als einsamste Grossstadt der Welt bezeichnet da sie von allen andern australischen Siedlungsräumen durch die riesige australische Wüste getrennt ist. James Stirling landete hier 1829 mit den ersten Siedlern. Die 1915 fertiggestellte Bahnstrecke des Indian Pacific schaffte den Anschluss an die Zentren des Ostens. Die Innenstadt gibt sich modern und geschäftig, die Vororte besitzen teilweise einen starken englischen Einschlag. Was mir sehr auffiel ist das multikulturelle Element Indische, griechische chinesische .Restaurants sind hier anzutreffen. Auffallend viele Asiaten scheinen sich in Perth niedergelassen zu haben. Perth sieht sich auch gerne als Metropole des Wassersports Schwimm- und Windsurf-WM. Wildflowers und Pinnacles September ist vielleicht die schönste und fotogenste Zeit, um Perth zu besuchen, denn dann erblühen viele der ca. 12‘000 Arten umfassenden berühmten Wildflowers. Noch weiter im Norden trifft man auf die berühmten Pinnacles der Pinnacle Desert im Nambung National Park. Die bis 3.5 hohen von Wind und Wetter geformten Stein/Sand-Gebilde weisen die unterschiedlichsten Formen auf. The Indian Pacific Er zählt zu den grossen Eisenbahnen dieser Erde. Wie die Tanssibirische oder der Orientexpress weckt sein Name Fernweh und Abenteuerlust Beim Anblick des noch vom roten Staub bedeckten Indian Pacific bei dessen Ankunft in Perth, spürt man, dass da draussen jenseits der hellen Lichter der Stadt ein ganzer Kontinent in seiner ungezähmten Rauheit nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Die legendäre Strecke durchquert den 5. Kontinent von West nach Ost – von Küste zu Küste. Der Indische Ozean bei Perth und der Pazifische Ozean bei Sidney geben Strecke und Zug den Namen. 65 68 Stunden dauert die Fahrt und es werden 4352 km überwunden. Endlich setzte sich die silberne Schlange (der Zug misst etwa einen Kilometer) in Bewegung. Nach Perth wechseln sich Weizenfelder und Weiden mit Busch und Wald ab. Doch bald verabschiedet sich die Zivilisation, auf die Felder folgen rote Erde, Büsche und Eukalyptusbäume. Die Schluchten des Avon River ziehen vorbei: Ockergelbe und graue Felsen, umrahmt von Eukalyptusbäumen, säumen den glitzernden Fluss. Nach 10 Stunden erreichten wir Kalgoorlie, die Stadt mit der grössten Open Cut Goldmine. Noch heute spiegelt sich der 1893 durch den ersten Goldfund erworbene Reichtum in der feinen Architektur des Stadtbildes wieder. Besonders beeindruckend ist das Rathaus. Der Zug hält ein paar Stunden in der Bergbaustadt. Zeit genug, um im Flutlicht die gewaltige Goldmine, die über 400 tief und 3.3 km lang ist und riesige Maschinen enthält, die aus der Ferne wie Spielzeuglaster aussehen, zu bestaunen. Through the Nullarbor Plain Bitte das Bild doppelklicken Film Weiter ging eine der längsten Zugreisen der Welt durch die Nullarbor Wüste. Der Name der Wüste ist Programm: Nullarbor bedeutet kein Baum. Hier stellt der Indian Pacific Express einen Weltrekord auf: 478 Kilometer lang führen die Schienen ohne eine einzige Krümmung, ohne Kurve oder Kehre gradaus ein zweifelhafter Rekord. Zwei Menschen. Bremsung. Postsack. Heute leben in Forrest zwei Leute. Der Zug bremst trotzdem – man wirft einen Postsack für eine der Farmen im Outback ab. Ein Geländewagen holt ihn und düst im Abendlicht davon. Für manche Farm ist der Indian Pacific auch zu Zeiten des Internets eine wichtige Ader zur Welt: Im Postsack können Ersatzteile sein, Medikamente – oder ein handgeschriebener Gruß. Die Landschaft hier ist karg, heiß und menschenleer, denkt man. Doch im paprikaroten Sand lebten einst die Spinifex People, ein bis 1950 unentdeckter Stamm der Aborigines. Ihr erster Kontakt zu den Weißen sollte auch der letzte des Volksstamms sein. Wenige Kilometer nach dem Stopp in der Geisterstadt Cook passiert der Zug den Ort, der den Spinifex People zum Verhängnis wurde: das Woomera Prohibited Area Australiens Atombomben-Testgelände. Hier zündete die britische Armee einst mehrere Atom-Bomben. Eine unbekannte Anzahl der Spinifex People verlor ihr Leben, man hätte sie angeblich nicht mehr warnen können. Ein trauriges Kapitel der australischen GeschichteHeute sichert ein Drahtzaun das riesige Territorium.In der Wüste regnet es im Durchschnitt 200mm pro Jahr. Die Nullarbor ist mit 200‘000 km2 offiziell das grösste Stück Kalkstein (Karstgebeit) der Erde. Man kann sich leicht vorstellen, dass dieses flache Kalksteinplateau vor Millionen von Jahren der Boden eines Meeres war. Die Aborigenes sagten der hügellosen Weite, in der kaum mehr wächst als Salzbusch und bläuliches Gestrüpp, Oondiri die Wasserlose Während der Fahrt schaute ich sehr oft aus dem Fenster und bewunderte die vorbeiziehenden Landschaften. Die Mahlzeiten, die wirklich gut mundeten, nahm ich meistens zusammen mit einem australischen Ehepaar im Speisewagen ein. Es ergaben sich interessante Gespräche, da wir alle Zeit der Welt hatten Cook In Cook ist Zeit für einen Spaziergang durch den Ort, den heute nur noch Versorgungspersonal von Zügen nützt. Der Ort verkommt zur Geisterstadt, die Bahn bietet keine Arbeitsplätze mehr. Hier tankt der Zug Wasser, das durch eine Pipeline aus dem 822 km entfernten Port Augusta heran gepumpt wird. Adelaide Vor der Ankunft in Adelaide durchquerten wir Weinbaugebiete, in denen bekannte Weine „produziert werden. In der Hauptstadt des Bundestaates South Australia,die auch als Festival City bekannt ist, stiegen nicht wenige Touristen aus und fahren mit dem Auto weiter, um die malerische Südküste mit ihren langen Stränden, bizzaren Felsen und alten Fischerdörfern zu erkunden. Broken Hill Das historische Broken Hill liegt 1117 km von Sydney entfernt im Herzen des Outbacks. Der Zug macht hier in dieser faszinierenden Stadt voller Kunstgalerien, historischer Gebäude und einer reichen Bergbaugeschichte eine Pause. Hier findet man auch den Roayal Flying Doctor Service und die School of Air. Dieses einzigartige Klassenzimmer unterrichtet per Funk hunderte von Kindern, die in der riesigen Weite des Outbacks auf abgelegenen Farmen leben. Von Broken Hill aus gibt es zahlreiche Ortschaften im Outback zu entdecken – auch Nationalparks und eine vielfältige Tierwelt, darunter Rote Riesenkängurus und mächtige Keilschwanzadler, erwarten den Besucher hier. Landschaft. Lichtmuster. Leben. Dennoch ist es hier voller Leben, man muss nur genau hinschauen. Sonne und Wolken malen ständig wechselnde Lichtmuster auf die mal ockerrote, mal graue Steppe. Keine zehn Meter entfernt kreisen drei braunweiße Keilschwanz-Adler, Australiens größte Raubvögel mit mehr als zwei Meter weit spannenden Flügeln. Ich frage mich, was die Lady nebenan wohl mit There is nothing out there! Nothing. – Nichts sei dort draußen, rein gar nichts meint. Sicher, die Durchquerung dieser Wüste bietet kaum Kicks im Minutentakt. Doch wer sich auf den ruhigen Rhythmus der Bahn und die karg-wilde Landschaft einlässt, erlebt faszinierende Natur. Und erfährt nebenbei ein Stück Pioniergeschichte. Blue Mountains Allmählich stieg das Gelände an, so dass der Zug von 3 Dieselloks gezogen wurde. Die Landschaft wurde üppiger – wir hatten die legendären Blue Mountains erreicht. Weitläufige Eukalyptuswälder prägen dieses Mittelgebirge, dessen Sandsteinplateaus bis zu 1000 hoch aufragen und das durch spektakuläre Felsenbänder geprägt ist. Die blauen Berge erhielten ihren Namen dank der ätherischen Öle, die aus den Eukalyptuswäldern ausströmen: Bei warmer Luft verflüchtigen sich diese Öle und verursachen den charakteristischen blauen Dunst. So kurios es klingt, diese Eukalypten sind Phytozyten Feuerliebhaber. Ihre Samen brauchen das Feuer um zu keimen und sich gegen andere Pflanzen durchsetzen zu können. Deshalb unterstützen sie mit ihren Ölen kleine Schwelbrände, die abgestorbenes Pflanzenmaterial am Boden in fruchtbare Asche verwandeln. Allerdings gerät dieser natürliche Brandzyklus durch ungewöhnliche Dürren in den letzten Jahren durcheinander. Top-Wahrzeichen ist die Felsformation Three Sisters. Sie liegen nahe Katoomba über dem Jamison Valley gelegen Meehni (922 m), Wimlah (918 m) und Gunnedoo (906 m). Die Felsformation entstand durch Erosion. Darüber hinaus gibt es weitere bizarre Aussichtskanzeln, gigantische Canyons und wilde, bis zu 300m hohe Wasserfälle. Wahrscheinlich gibt es hier eine der ältesten Höhlen unseres Erdballs: Im Jahr 2006 wurde eine Untersuchung veröffentlicht, wonach die Jenolan Caves vor mindestens 340 Millionen Jahren, im Erdzeitalter des Karbon, entstanden. Sydney Nach 3 Tagen und 3 Nächten gelangten wir in der Hauptstadt von New South Wales ein. Eine unvergessliche Fahrt durch einmalige Landschaften – vor allem durch die Outbacks nahm ihr Ende. Wie immer nach langen Zugreisen kletterte ich etwas wehmütig aus dem Zug Die 3.6 Millionen zählende Metropole ist als grösste Stadt Australiens ein Handelsund Finanzzentrum und ein wichtiger Tourismusort. Hier findet man zahlreiche Universitäten, Museen und Galerien. Weltberühmt sind das Sydney Opera House und die Harbour Bridge. Die Briten errichteten hier 1788 mit der Ankunft der First Fleet die erste Sträflingskolonie in Australien . Sydney – New Castle Von der Sydney Central Station fuhr ich gleich mit einem Zug der CitylRail in 3 Stunden nach New Castle, wo ich erwartet wurde – aber das ist eine andere Geschichte