Arbeitsblatt: Peking-Urumuqi mit der Bahn

Material-Details

Reisebericht Dampf über der Wüste Gobi China
Geographie
Asien
klassenübergreifend
11 Seiten

Statistik

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891
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23.02.2014

Autor/in

hr jaeger
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Beijing – Lanzhou Nachdem ich mit dem Fahrrad zwei Tage Peking erkundet hatte (Temple of Heaven, Verbotene Stadt, Tianmen Platz, diverse Tempel und Märkte etc., fand ich mich auf dem Bahnhof ein. Wer in der weichen Klasse reist, wird in der Regel zügig durch die Tore in einen der Wartesäle mit weiss bezogenen Sitzen geschleust. Die anderen Reisenden warten in einer riesigen Wartehalle mit grünen sitzen, kauern auf dem nackten Fussboden oder liegen auf ihren geschnürten Bündeln. Die Fahrgäste werden immer erst kurz vor der Abfahrt des Zuges auf die Perrons gelassen. Da die Züge meistens gut ausgelastet sind, wälzt sich bei Öffnung der Tore eine wahre Menschenflut auf die Perrons. Da die „SoftClass-Passagiere zuerst eingelassen werden, können sie das emsige Treiben in aller Ruhe vom Abteil aus geniessen.was ich dann auch mit Freude tat. Nun richtete ich mich häuslich auf dem unteren Bett ein, welches mir erlaubte in Fahrtrichtung des Zuges aus dem Fenster zu schauen. Ich teilte das Abteil zuerst mit einem Polizisten und 2 Geschäftsleuten. Mit letzteren konnte ich mich teilweise in englisch unterhalten. Die Fahrt führte zuerst durch die weiten Ebenen rund um die Hauptstadt und dann hinauf in die Berge, wo die grosse Mauer Wache steht. Vom Zug aus bietet sich ein unvergleichlicher Anblick auf dieses endlose Bauwerk, welches sich bergauf und bergab über schroffe Felsen und Bergkämme dahinzieht. Die Berge sind zerklüftet und beinahe unzugänglich, aber wo immer es möglich ist, wird auf kleinen Terrassen Reis oder Mais angebaut. Zwei Dieselloks führten den Zug bis Qinglongqiao. Dann wechselte eine Lok ans andere Ende des Zuges. Um die Steigung zu bewältigen, ging die Fahrt in umgekehrter Richtung unter der Grossen Mauer hindurch und dann nach Nordwesten weiter. Die sogar vom Mond aus sichtbare Mauer konnte ihrer Aufgabe – potentielle Eindringlinge abzuwehren- allerdings nie gerecht werden. Selbst in der Zeit, als China weitgehend geeint war, gab es nie genügend Soldaten um die ganze Strecke von 5000 km zu überwachen. So war sie eigentlich mehr eine Schnellstrasse als eine Barrikade. Die Mauer wurde vor rund 2000 Jahren unter der Qin-Dynastie errichtet. Jede Region baute ihren Abschnitt. Viele tausend Männer, meist Strafgefangene oder Soldaten, arbeiteten daran. Aber nur wenige Abschnitte wurden aus Stein erbaut, grösstenteils besteht die Mauer aus einer Art mit Lehm beworfenen Flechtwerk, das ständig repariert werden musste. Auf der Strecke von Badaling nach Datong kletterte der Zug allmählich durch das Tal des Yang He zu einer weiten, wüstenähnlichen Hochebene empor. Abgesehen von Buschwerk gedeiht hier kaum etwas, weil der Boden einfach zu arm ist. Dagegen wird unter der grauen gelben Erde Kohle abgebaut und von Zeit zu Zeit tauchte wie aus dem Nichts ein kleines Industrie- oder Bergbaustädtchen auf, aus dessen Schloten beissende Rauchwolken aufstiegen. Man erhaschte aus dem Zug einen kurzen Blick auf Stolleneingänge und Berge von Schlacken und Abraum, bevor alles wieder in der öden Landschaft verschwand. Auf einer langen, schmalen Brücke aus Stahl und Beton überquerte der Zug den Fluss, wandte sich dann nach Südwesten der Einöde der Wüste Gobi zu und fuhr an den Ruinen eines Mauerabschnitts entlang, der unabhängig als 800 km lange Schlaufe um die kargen Länder des Nordens gelegt wurde. In Datong steht bzw. stand die berühmte Dampflok-Fabrik, in der zwischen 1959 und 1988 901 Dampfloks des Typs JS (Jianshe „Aufbau und vor allem 4700 des Typs QJ (Qianjin „Fortschritt) hergestellt wurden, Diese Bezeichnungen leiten sich aus Schlüsselbegriffen der Kulturrevolution ab. Die robusten Dampfkolosse des Typs QJ mit den markanten Windleitblechen (siehe Photos) wurden auf Grund ihrer Kraft vor allem im schweren Güterverkehr eingesetzt und prägten das Erscheinungsbild der Chinesischen Eisenbahn während der Dampflokzeit .Ich muss hier erwähnen, dass die QJ meine absolute Lieblingslok ist. Ich habe von ihr auch 2 Modelle erworben. Hier nur einige wenige Daten zu diesem Dampfkoloss: Ihre 10 Antriebsräder haben einen Durchmesser von je 1500 mm, ihre 2 Zylinder einen Hubraum von je 2650 cm3 Sie bringt 133.8 Tonnen auf die Schiene, ihr Tender wiegt 116 (Fassungsvermögen 21.5 Kohle plus 50 m3 Wasser ). Sie hat 3000 PS. Und genau solche QJ‘s zogen unseren Zug von Datong aus in 27 Stunden durch die Wüste Gobi nach Lanzhou. Bevor ich die unvergessliche Fahrt mit dem fauchenden und qualmenden Dampfungetüm an der Spitze beschreibe, noch einige Bemerkungen zu Hohhot, welches wir 5 Stunden nach Datong erreichten. Hohhot ist die Hauptstadt der Inneren Mongolei. Hier treffen sich alljährlich Menschen aus der ganzen autonomen Region, um gemeinsam ein Sommerfest zu begehen, dessen kühne Pferderennen und Reitervorführungen berühmt sind. Das fruchtbare Grasland im Norden der Stadt lockt Scharen von Besuchern an, welche die mongolischen Nomaden und ihre Viehherden und die kurze Sommerblüte der Wüste erleben möchten. In Hohhot verliessen meine 3 Abteilsgenossen den Wagen. Ich behalte sie als sehr angenehme und gastfreundliche (sie boten mir immer von ihren Nahrungsmitteln, Getränken und Zigaretten an) Chinesen in Erinnerung. Die Zigaretten hatten übrigens keinen Filter. Man durfte nur am Wagenende rauchen. Hier versammelten sich dann auf engstem Raum nur männliche Wesen der Spezies „Indoorqualmer – darunter eben auch ich – als einige „Langnase. Der Qualm war fürchterlich, die Augen brannten, aber irgendwie hatte ich das Gefühl dazu zu gehören. In Hohhot drängten 3 ganz andere Gestalten in „mein Abteil. Sie waren Mitglieder einer Filmcrew – darunter die Regiesseurin, eine eingebildete unsympathische Chinesin in den Dreissigern. Sie musste gleich ihre Englischkenntnisse (welche übrigens sehr rudimentär waren) demonstrieren. Sie konnte es auch nicht fassen, dass ich nach Lanzhou noch mit dem Zug nach Urumuqi weiterreisen wollte. Was ich denn in dieser schmutzigen von primitiven Moslems bewohnten Stadt am Ende der Stadt wolle. Sie war eine Han-Chinesin und hatte für Minderheiten, Bauern und Arbeiter nur Spott und Hohn übrig. Nun ich versuchte ihr so gut wie möglich aus dem Wege zu gehen. Unterdessen kämpfte sich unsere QJ mit 18 Wagen im Schlepptau die berühmte Steigung zwischen Zhongning und Zhongwei hoch. Teilweise sank unsere Geschwindigkeit unter 20 km/h. Das Stampfen und Fauchen des „Iron Rooster – so nennt Paul Theroux in seinem gleichnamigen Buch die Dampflok – war durch die offenen Fenster auch in den hintersten Wagen nicht zu überhören und übertönte sogar die aus den Lautsprechern erklingenden Klänge der Chinese Opera. Dazu der weisse Dampf und der schwarze Qualm. „Welch animalische Kraft !, gings mir durch den Kopf. Die kurvenreiche Strecke erlaubte es mir, das Dampfungeheuer so aufzunehmen als stünde ich neben dem Geleise. Dass mein Gesicht und meine Kleider von nicht wenigen Russpartikeln übersät wurden, störte mich nicht im Geringsten. Ich konnte mich nicht satt sehen an dem gebotenen Spektakel der Elemente Feuer, Wasser, Luft Erde Das „Sehen wollen verging mir aber bald. Plötzlich wurden nämlich die Fenster runtergerissen – ein Sandsturm zog auf. Die meisten Reisenden reagierten schnell – sie kannten Sandstürme. Ich dagegen reagierte viel zu spät – und war voll Sand – vor allem die Sandkörner in den Augen fühlten sich sehr unangenehm an und ich war eine Weile damit beschäftigt, mich des Sandes zu entledigenunser Dampf- Regelzug aber dampfte unentwegt weiter durch die Wüste Gobi (siehe Photos)Lanzhou zu. Lanzhou – Urumqi Lanzhou dehnt sich ungeordnet nach allen Seiten am Südufer des Gelben Flusses aus, wo er von seinem östlichen Kurs abweicht und Richtung Norden in die Innere Mongolei eindringt. Die Hauptstadt der Provinz Gansu verdankt seine Entwicklung in erster Linie der Seidenstrasse, auch wenn es schon in allerfrühsten Zeiten ein Handelsund Umschlagszentrum gewesen ist. Die Seide kam aus den fruchtbaren Regionen der Provinz Sichuan in die karge Provinz Gansu und wurde dort auf Karawanen nach Lhasa, Sibirien, Sibirien oder Indien verteilt, während andere Güter aus dem Westen nach Beijing, Shanghai oder in die südlichen Provinzen umgeladen wurden. Lanzhou war stets das leste sichere Handlungszentrum vor den über 5000 hohen QilianshanBergen und der Wüste Gobi. Ab Lanzhou diente der Gelbe Fluss schon bevor es die Eisenbahnen gab als Transportweg für Kohle, Öl und Eisenerz. Die Bedeutung der Stadt wuchs schlagartig als die Bahnlinien nach Xining-Golmud-Lhasa und eben nach Urumqi-Almata gebaut wurden. Die elektrischen Fahrleitungen über den Geleisen im Bahnhof Lanzhou, in denen 25‘000 Volt pulsieren, indizierten bereits, dass die Tage der DampfDoppeltraktionen leider gezählt waren .ich aber konnte das Spektakel der fauchenden und stampfenden QJStahlrösser noch in vollen Zügen geniessen! Genossen aber habe ich auch die traditionellen Tanzvorfüh-rungen der hübschen grazilen unglaublich beweglichen chinesischen Tänzerinnen! Obwohl Lanzhou nicht als Tourismus Anziehungspunkt gilt, machen es seine Moscheen, Parkanlagen und Märkte doch zu einem interessanten und vielleicht etwas ungewöhnlichen Reiseziel. Die freien Märkte der Stadt bieten eine gewaltige Auswahl an exotischen Lebensmitteln an. Angeschlagene Emailschalen sind randvoll mit kleinen Meergurken, verpuppten Seidenraupen, hundertjährigen Eiern- die zwar nur ein paar Monate alt, innen aber schon schwarz und grün verfärbt sindgetrocknete Frösche, kleine quecksilbrige Fischchen, die noch im Strassenschlamm herumzappelnNoch erwähnen möchte ich die grosse aus Sandstein geformte Statue- „Mutter des Flusses genannt- in einem eigenen kleinen Park am Gelben Fluss, die eine Mutter mit Kind darstellt. Ich stieg also in den zuerst von einer Diesellok gezogenen Zug. Ich hatte ein soft-sleeper Abteil gebucht, obwohl der Zug bei weitem nicht ausgebucht war. Die 1892 km lange Strecke führte durch die Provinz Gansu bis ans Ende der grossen Mauer und von dort weiter bis Urumqi Xinjiang nahe der russischen Grenze. Alle Dörfer im Norden sind mit Schlammsteinmauern umgeben, die ursprünglich Plünderer abhalten sollten, aber auch von harschen Winden schützen, die durch die Innere Mongolei und die trockenen Täler der Provinz Gansu toben. Der Zug folgt dem des Pingfan He am Rande der Wüste Gobi. An den Fenstern ziehen regelmässige, bewässerte Felder und vom Wasser erodierte Berge vorbei. Die Wüste wird abwechslungsweise von Sand, Schiefer und Geröll dominiert und ihre Farbe verliert immer mehr an Gold und gewinnt an Grau, je mehr der Zug in Richtung Norden an Höhe gewinnt. Motorfahrzeuge sieht man, aber auch Esel, Pferde und Kamele, die mächtige Ballen von Maisstreu oder Stroh tragen oder die unglaublichsten Wagen ziehen, bei denen nicht ein Rad gleich ist wie das andere. Die Tiere bewegen sich frei, wenn sie ihre Arbeit erledigt haben, sie laufen nicht weg, denn Futter und Wasser finden sie in dieser Einöde bestimmt nur im Stall ihres Besitzers. 80% der Provinz Gansu sind reine Wüste, knapp 4% Oasen,die restlichen 16% irgendwo dazwischen. Der grösste Teil der rund 30 cm Regen pro Jahr fällt anfangs Frühling; dann setzt eine kurze, intensive Blüte ein und die Grundwasservorräte werden soweit aufgefüllt,dass die artesischen Brunnen wieder ein Jahr lang Leben spenden können. Unterdessen zog zu meiner grossen Freude wieder eine Dampflok – und zwar eine QJ- unsern Zug. Wenn sie gelegentlich an einer kleinen Haltestelle verschnaufte, konnte man aussteigen und die leere, flache, steinige Wüste bestaunen, die sich Hunderte von Kilometern ausdehnt. Auf der andern Seite des Zuges ragen die über 5000 hohen QilianBerge empor, die das ganze Jahr hindurch schneebedeckt sind. Auf der andern Seite des Zuges ragen die über 5000 hohen Qilian-Berge empor, die das ganze Jahr hindurch schneebedeckt sind. Am westlichen Ende der grossen Mauer liegen zwei grössere Städte Jiuquan und Jiayuguan. Touristen steigen oft in Jiuquan und unternehmen einen Busausflug zur Mauer. Aber es ist einfacher per Zug nach Jiayuguan weiterzufahren und die Reste der grossen, alten Sperre vom Zug aus zu bewundern. Selbst vom Zug aus ist die Mauer hier do verschieden von dem, was man gewohnt ist, dass viele Leute sie für was anderes halten. Jiayuguan entstand 1372 – zu Beginner Ming-Dynastie als letzter Posten der Mauer. Der verwitterte Schlammsteinbuckel zieht sich noch etwa einen Kilometer weiter durch die Wüste auf die fernen Qilian Berge zu., aber die Ming-Generäle waren der Ansicht, sie seien weit genug gegangen und erbauten am Ende der Mauer eine godde Festung und eine Stadt mit dem Namen „Grösste Sperre der Welt. Sie glaubten zu Recht es gebe keinen Grund, noch weiter in den Westen vorzustossen. Jeder Angreifer müsste zunächst die gewaltigen Berge bezwingen und dann mehrere Tage lang durch die Wüste marschieren, ein Unterfangen, das wohl die sturste Armee abhalten würde und der Vorposten in Jiayuguan würde wohl mit allen fertig werden, die überhaupt so weit kämen. Auf der Fahrt nordwärts nach Urumqi verlässt der Zug die Wüste Gobi und fährt in die Takla-Makan-Wüste ein, die gleiche Landschaft unter einem andern Namen. Immer noch der alten Seidenstrasse folgend, verlässt er sie Provinz Gansu und erreicht die autonome Region Xinjiang, in der seit vielen Jahren Aufstand und Unruhe schwelen. Die Bevölkerung gehört grösstenteils ethnischen Minderheiten an. Zahlenmässig am stärksten sind die Uiguren, die rassisch eher Europa als China zuzuordnen sind; sie sind treue Mohamedaner, sprechen eine Turksprache und benützen arabische Schriftzeichen. Die Beziehungen den Uiguren und den herrschenden Han-Chinesen sind seit rund 2000 Jahren schlecht. Und auch heute kommt es trotz massiver Präsenz der chinesischen Armee immer wieder zu Auseinandersetzungen und Zwischenfällen. Und die plumpen Bemühungen der Zentralregeirung, diese Minderheiten zu unterwerfen, indem man ihre Schriftzeichen für ungültig erklärt, fruchten natürlich auch nichts. Dasselbe gilt für die immer wieder propagierte Einkindpolitik. Nun ist das Land dank seinem Öl und seinen anderen Bodenschätzen ausserordentlich wertvoll und die Chinesen sind sorgsam darauf bedacht, dass ihnen niemand diesen Reichtum streitig macht. In den Oasen auf der Strecke nach Urumqi leben Uiguren, die Pferde züchten und Getreide und Obst für die Märkte in der Stadt anbauen. Ohne artesische Brunnen und Brunnen würde hier überhaupt nichts gedeihen. Nur unmittelbar südlich von Urumqi hinter dem öden und grauen Tianshan, liegt ein sehr fruchtbares, das sogenannte Südliche Weideland. Die Kasachen, eine andere ethnische Minderheit, ein Volk von Hirtennomaden, weiden ihr Vieh auf diesem weiten Grasland. Urumqi ist eine lebhafte Grossstadt rund um einen öden, massiven Fels, den Hong Shan, angelegt, von dem der Besucher die neu entstanden skyscraper, Industrieanlagen und breite, gerade Strassen überblicken kann sofern das die häufig über der Stadt hängende Smog- und Staubwolke zulässt. Der Umweltschutz spielt in Überlegungen der Investoren leider keine grosse Rolle. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, warum neue Kanalisationen nicht gleich an eine Kläranlage angeschlossen wird – es wäre relativ günstig. Irgendwann muss es sowieso gemacht werden zu einem Vielfachen der Kosten. Leider bestimmt die sofortige Profitgier die Überlegungen vieler Investoren und Parteistrategen der sogenannten sozialistischen Partei. Es sind die verschiedenen Menschen und Kulturen, die einen Besuch in Urumqi lohnend machen. Über ein Viertel der Einwohner gehört ethnischen Minderheiten an, insgesamt sind es 16 verschiedene Gruppen, die sich in Kleidung, rassischen Merkmalen und Sitten alle leicht voneinander unterscheiden. Die Märkte widerspiegeln die verschiedenen Geschmacksrichtungen natürlich auch mit einem grossen Angebot an Pelzen und Fellen, Lebensmitteln und religiösen Gegenständen für Mohamedaner, aber auch Delikatessen,z.B. mongolische Stutenmilch und harter salziger Käse. Für die Touristen gibt es Jade und Werkstätten, in denen Musikinstrumente angefertigt werden. Zudem ist das Gebiet berühmt für seine Teppiche, die heute allerdings leider oft massenweise in Fabriken produziert werden. Da Urumqi damals für individuell reisende Touristen als Sperrgebiet galtdiese Touristenkategorie erschien als suspekt und sollte ihre Nase nicht unerwünschte Bereiche z.B. Unterdrückung von Minderheiten steckenbekam ich einen Pflichtführer aufgebrummt, der mich bei meiner Ankunft empfing und mit Fahrer und Wagen ins Hotel begleitete. Er interpretierte seine „Überwachung ziemlich locker und liess mir ziemlich viel Freiheiten, d.h. ich durfte mich auch alleine bewegen. Ich musste mich einfach bei ihm ab- und zurückmelden. Diese „grosse Freiheit war wohl dem Umstand zu verdanken, dass ich sein letzter Tourist war, den er betreuen durfte. „Danach bin ich Manager in einem neuen über 20 stöckigen Hotel !, erklärte er mir stolz. Seine Freude wuchs noch mehr, als ich ihn bat, mir seinen zukünftigen Arbeitsplatz zu zeigen. Danebst führte er mich auf farbige, lebendige Märkte und interessante Museen. Der „Pflichtführer erwies sich als Bereicherung und ich musste ihm versprechen, ihn bei einem etwaigen späteren Besuch Urumqis unbedingt zu besuchen