Arbeitsblatt: Suchtprävention

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Was ist überhaupt Prävention? Wo beginnt sie? Was gehört dazu? Wer leistet Präventionsarbeit? Wir wollen in diese und natürlich noch weitere Fragen in unserer Arbeit beantworten. [...] Also erklärten wir das Erstellen eines Dossiers zum Thema "Suchtprävention", in welchem die Lehrpersonen wichtige Informationen, Adressen und Hilfestellungen für die Durchführung von stetigem Präventionsunterricht finden, zum Produkt unserer Arbeit. M.Carrillo & P.Schärer
Diverses / Fächerübergreifend
Anderes Thema
klassenübergreifend
16 Seiten

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05.11.2005

Autor/in

paede (Spitzname)
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

0. Inhaltsverzeichnis I. Einleitung II. Theoretische Grundlagen Doch welche Definition steckt hinter dem Begriff „Sucht Das Suchtursachenmodell Das Suchtpräventionsmodell M1 – Die Suchtmittel M2 – Der Mensch M3 – Das Milieu Zusammenarbeit mit den Eltern III. Broschüren der Suchtpräventionsstellen IV. Links und Adressen Unser persönlicher Favorit Zürich Schweiz International V. Unterrichtsmaterialien VI. Schülerumfrage VII. Schlusswort (Nachdenken über die Projektarbeit) VIII. Nachtrag Suchtprävention M.Carrillo P.Schärer www.kickme.to/paedesboard I. Einleitung: Was ist überhaupt Prävention? Wo beginnt sie? Was gehört dazu? Wer leistet Präventionsarbeit? Wir wollen in diese und natürlich noch weitere Fragen in unserer Arbeit beantworten. Doch zuerst einen kleinen Abriss wie sich die Arbeit am Thema entwickelt hatte. Wir dachten zunächst daran eine Werkstatt, eine Projektwoche oder ähnliches zu gestalten, was dann jede übernehmen und in ihrer Klasse durchführen kann. Nach dem weiteren Vertiefen des Themas merkten wir, dass so allerhöchstens Drogenprävention durchzuführen ist, eine Suchtprävention jedoch häppchenweise durch die drei Jahre eingespielt werden soll. Also erklärten wir das Erstellen eines Dossiers zum Thema „Suchtprävention, in welchem die Lehrpersonen wichtige Informationen, Adressen und Hilfestellungen für die Durchführung von stetigem Präventionsunterricht finden, zum Produkt unserer Arbeit. Schwerpunkte unserer Arbeit sind: Einbezug der Eltern (Aufklärung, Hilfestellungen) Beratungsstellen Was bieten sie? Keine Abstinenz postulieren Was ist Sucht? (Wann wird Genuss zur Sucht?) Gesetzliche Bestimmungen Sucht in der Gesellschaft Toleranz gegenüber Sucht/Drogen? Information über die einzelnen Drogen und deren Folgen (Wie hoch ist das Suchtpotential? Wie ist die Wirkung? Was sind die Folgen? ) II. Theoretische Grundlagen: Suchtprävention als pädagogisches Prinzip funktioniert nicht „auf Knopfruck, sie beginnt auch nicht mit dem berühmten „pädagogischen Zeigefinger oder der Anleitung zu einer Übung, sie zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Pädagogik. Um die alltäglichen Suchtvorbeugungen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die gegeben ist, wenn sie folgende Aufgaben erfüllt: • • • • • Erziehung zur Selbständigkeit Förderung von Selbstwertgefühl und Genussfähigkeit Förderung der Kontakt- und Beziehungsfähigkeit Förderung der Kreativität und Erlebnisfähigkeit Erziehung zur Kritik- und Konfliktfähigkeit Solche Suchtprävention leistet einen entscheidenden Beitrag zum Orientierungsbedürfnis von Kindern und Jugendlichen und weist den Weg in die „Un--Abhängigkeit. 1 Diese Einleitung aus Heinz Kaufmanns Arbeitsbuch zur Suchtprävention zeigt deutlich auf, welches pädagogische Prinzip unserer Arbeit zur Suchtprävention zu Grunde liegt. Die Suchtprävention sollte nicht in einer Unterrichtsequenz durchgeführt und Abgeschlossen werden. Sie ist viel mehr ein Prozess, der sich über die gesamte Schulzeit erstrecken soll. Die Persönlichkeitsbildung ist ein wesentlicher Bestandteil der Suchtprävention. Sicherlich gehört auch die Drogenaufklärung zur Drogenprävention, aber sie ist im gesamten betrachtet ein eher kleiner Teil der Präventionsarbeit. Suchtprävention ist ebenso wenig Fächerspezifisch. Suchtprävention lässt sich auch in den Mathematikunterricht integrieren. 1 „Suchtvorbeugung in Schule und Jugendarbeit- Ein Arbeitsbuch mit 111 Übungen und Anregungen HEINZ KAUFMANN, Beltz Verlag 2001 Suchtprävention M.Carrillo P.Schärer www.kickme.to/paedesboard Der Begriff Prävention („praeventio Zuvorkommen) wird von manchen Autoren differenzierter in Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention (1. früh einsetzenden, längerfristige Vorbeugung/ 2. Hilfe für gefährdete und Risikogruppen/ 3. Behandlung und Nachbetreuung von Abhängigen) unterteilt. Wir werden uns in dieser Arbeit auf die Primärund Sekundärprävention konzentrieren. Die Tertiärprävention gehört unserer Meinung nach in professionelle Hände und gehört nicht mehr in den Aufgabenbereich der Schule, respektive der Lehrperson. Hier stell sich schon die nächste Frage- wer ist für die Suchtprävention legitimiert? Ist Suchtprävention nur für Fachleute? Jeder in Schule und Jugendarbeit Tätige ist für die Suchtprävention zuständig. Wesentlich wichtiger als ein Spezialist auf diesem Gebiet zu sein, ist das die Schüler dieser Person vertrauen. Suchtpräventive Kompetenz ist nicht zu erlangen, indem medizinisches oder suchtspezifisches Wissen akkumuliert wird. Wesentlich wichtiger sind Fähigkeiten von Selbstwahrnehmung, Kontaktfähigkeit, Konfliktfähigkeit und Gesprächsführung. Wir verwenden in unserer Arbeit bewusst den Begriff „Suchtprävention und nicht etwa „Drogenprävention. Es geht uns nicht nur um die Prävention von der Drogensucht sondern auch von den Zahlreichen Ausprägungen süchtiger Verhaltensweisen, die auch ohne Suchtstoffe auftreten können. Doch welche Definition steckt eigentlich hinter dem Begriff „Sucht? Sucht ist etwas sehr subjektives. Jeder benutzt und definiert für sich diesen Begriff anders. Regelmässiger oder periodischer „Genuss von Alkohol wird von manchen ebenso als Sucht erklärt, wie übermässiges Arbeiten oder das exzessive Glücksspiel. Wohin soll Suchtprävention in Schule und Jugendarbeit führen? Suchtprävention soll Sucht verhindern helfen! Diese Antwort ist offensichtlich und logisch. Trotzdem gibt es hier wesentliche unterschiede. Bedeutet Suchtverhinderung die totale Abstinenz oder „nur die Vermeidung von süchtigen Verhaltensweisen? Das Suchtursachenmodell Die Motive ein Suchtmittel zu gebrauchen, sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Es gibt auch nicht die typische Suchtursache. Ursachen für die Entstehung von Sucht sind aber in einem Bedingungsgefüge zu finden, das sich in drei miteinander zusammenhängenden Bereiche gliedern lässt. 1. das Suchtmittel mit seiner spezifischen Wirkung und Verfügbarkeit (M1 Mittel für stoffgebundenes und stoffungebundenes Suchtverhalten) 2. die psychophysische Kondition bzw. Fähigkeiten der Person (M2 Mensch) 3. die gesellschaftlichen Bedingungen (M3 Milieu, Umwelt: Familie, Schule, Freunde Freizeit, gesellschaftliche Perspektiven,.). M1 M2 Suchtprävention M.Carrillo P.Schärer M3 www.kickme.to/paedesboard Im folgenden wird der Zusammenhang der drei Bereiche am Suchtmittel Alkohol exemplarisch gezeigt: Das Suchpräventionsmodell Das graphische Modell für Suchtprävention lässt sich analog dem Suchtursachenmodell folgendermassen darstellen: M1 SP M3 M2 Da wir wissen, welche Faktoren eine Suchtentwicklung beeinflussen können, liegt der Umkehrschluss nahe: In der Suchtprävention müssen wir ursachenorientiert diese Faktoren beachten und ihren Einfluss verringern bzw. modifizieren. Wie man auf diese Faktoren im Einzelnen einwirken kann, soll im folgenden gezeigt werden. M1 – Die Suchtmittel Den Suchtmitteln (M1) wurde seit den frühen siebziger Jahren die grösste Aufmerksamkeit in Presse und Pädagogik gewidmet. Man sprach von Drogenprävention, -aufklärung und – Abschreckung, meinte die illegalen Drogen, warnte und informierte so ausführlich wie möglich. Ausser, dass gerade von den Jugendlichen die doppelte Moral („Ihr trinkt und raucht doch selbst, und uns wollt ihr den Spass verbieten) bald durchschaut wurde, wurde der Neugiereffekt unterschätzt. Oft wird in der Pädagogik der gewünschte Warneffekt zum Werbeeffekt. Ein gutes Beispiel ist hier die Broschüre „Leim schnüffeln im zweiten Teil unserer Arbeit. Es ist wichtiger, dass wir uns verstärkt darum kümmern, welche Funktion Suchtmittel für Jugendliche in ihrer spezifischen Situation haben, vom Sicherheitsbedürfnis bis zur Neugier und Abenteuerlust, vom Dazugehören bis zum Abgrenzen, als reine Information zu betreiben. Da bekanntlich Wissen alleine nicht vor Torheit schützt. Man bedenke nur, wie viele Ärzte oder Lehrer, trotz ihrem Wissen über die Gefahren darüber, rauchen. Es ist wahrscheinlich weniger wichtig, wie ein Suchtmittel funktioniert, sondern welche Funktion das Suchtmittel für die Betreffenden hat. Suchtprävention M.Carrillo P.Schärer www.kickme.to/paedesboard M2 – Der Mensch Der am meisten differenzierbare, aber auch besonders diffizile Faktor für mögliche Suchtursachen und Suchtprävention ist der Mensch. Hier muss Suchtprävention sowohl auf kognitiver als auch auf emotionaler Ebene stattfinden. Felder in denen Suchtprävention im Bereich M2 anzusetzen, könnten folgendermassen aussehen: Selbstwertgefühl Konfliktfähigkeit Verantwortung Kontaktfähigkeit Werte Gefühle Genussfähigkeit . Diese Ziele zu erreichen erfordert viel Zeit und Geduld. Dazu ist von der Lehrperson eine gute und kontinuierliche Kontaktfähigkeit erforderlich. Weder ein „Crashkurs in Selbstwertgefühl noch ein „Informationspaket Suchtgefahr wird die Jugendlichen in ihrer psychophysischen Befindlichkeit stabilisieren. Schlussendlich findet die Entscheidung, die dann für oder gegen das Rauchen gefällt wird, eher auf der emotionalen als auf der rationalen statt. M3 – Das Milieu Folgende gesellschaftliche Einflüsse wirken auf das Verhalten der Jugendlichen ein und sind für die Suchtprävention wichtig: Familie Schule Freunde, Peers, Partner Freizeitangebote Arbeits- und Zukunftsperspektiven . Während in der Suchtprävention die Lehrperson vor allem auf die Faktoren M1 und M2 Einfluss nehmen kann, wird es im Bereich des Milieus sehr schwer. Hier liegt der Schwerpunkt sicherlich in der Schule. Erstens sollte in der Schule ein Klima von Vertrauen, Wertschätzung des Individualismus oder Solidarität geschaffen werden. Als weiterer Punkt, sollten in der Schule suchtpräventive Richtlinien festgelegt werden und durch organisatorische Veränderungen umgesetzt werden. Gerade hier wird es sichtbar, dass diese Art von Suchtprävention das ganze Kollegium herausfordert, dass ein „Einzelkämpfer hier nicht sehr weit kommt. Suchtprävention M.Carrillo P.Schärer www.kickme.to/paedesboard Die Zusammenarbeit mit den Eltern Die Kooperation zwischen den Eltern und der Lehrperson erleichtert suchtpräventive Arbeit massiv. Sie ist theoretisch notwendig, stösst aber in der Praxis häufig auf Schwierigkeiten und Grenzen. Eine dieser Grenzen ist die psychische und physische Erreichbarkeit. Wenn Eltern den Kontakt mit der Schule meiden wollen, dann gelingt ihnen das meist recht gut. Die Lehrperson kann diesen Kontakt nicht erzwingen, aber sie kann Angebote schaffen um den Kontakt zu suchen, herzustellen und auszuweiten. Neben dem telefonischen oder persönlichen Einzelkontakt gibt es auch die Möglichkeit des Elternabend. Eine Möglichkeit für den thematischen Inhalt eines Elternabend zur Suchtprävention befindet sich beim Unterrichtsmaterial (Elternaufgabe Suchtprävention – Themen, Thesen, Fragezeichen) Dateien: Elternabend.jpg, Mein Schüler ist mit S.jpg III. Broschüren der Suchtpräventionsstellen Die folgenden Broschüren haben wir kurz kommentiert. Die Broschüren sind gratis bei den Suchtpräventionsstellen zu erhalten, oder können mit dem angegebenen Link heruntergeladen werden. Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA/ISPA): 1. Alkohol und Gesundeheit: **** Diese objektiv Informierende Broschüre zeigt mögliche Schädigungen der Organe verursacht durch Alkohol auf. Dabei wird jeweils die durchschnittliche Menge an Alkohol angegeben, die eine solche Schädigung verursacht. Auf der Rückseite sind Vorschläge zum gesunden Umgang mit Alkohol. Hier wird den Jugentlichen eine Vorstellung gegeben welcher Alkoholkonsum heute als normal gilt und was getan werden kann, wenn dieses Mass überschritten ist. ***** 2. Ihre Kinder vor Drogenproblemen schützen: Diese Broschüre könnte man am ersten Elternabend allen Beteiligten aushändigen. Sie ist nicht spezifisch auf eine Droge ausgerichtet, sondern behandelt mehr das Problem wie Eltern reagieren können, falls ihr Kind eine Droge konsumiert. Dennoch sollte die Broschüre am besten vor dem Auftreten des Konsums verstanden werden, da sie eigentlich ganz grundsätzliche Ideen gibt, wie man mit Jugentlichen umgeht. (Selbstvertrauen, Selbstverantwortung fördern) 3. Nightfever: *** Eine Fotostory zeigt ein mögliches Szenario an einer Technoparty. Die Story finde ich gar nicht mal so schlecht, doch kommt in dieser Broschüre die Information sehr kurz gefasst daher. Behandelt werden verschiedene Partydrogen mit ihren Wirkungen und Nebenwirkungen. Ein Jugentlicher sollte jedoch nicht auf Grund dieser Informationen entscheiden ob er/sie Suchtprävention M.Carrillo P.Schärer www.kickme.to/paedesboard eine Droge nehmen kann. 4. Alkohol: (Flyer) Sehr kurz gehaltene Vorschläge zum „normalen Konsum und wanns zuviel wird. 5. Alkohol-info: (Flyer) **** Der Jugentliche wird in dieser Broschüre direkt angesprochen, was den Reiz der Broschüre ausmacht. Ihm wird erklärt wie und in welchen Mengen Alkohol auf Jugentliche wirkt, was Alcopops sind und welche Gefahren sie bringen. Alkohol in der Schule, Alkohol und Gewalt, im Strassenverkehr sind weitere Themen die angesprochen werden. Die Broschüre verzichtet fast gänzlich auf das Aufzeigen von körperlichen Schädigungen. 6. Tabak: (Flyer) **** Die lockere Art dieses Flyers begeistert mich. „Rauchen ist häufig eine „blöde Angewohnheit von der man nicht mehr lassen kann. Also wieso überhaupt anfangen. ist die Grundaussage der Broschüre ohne jedoch die Schwierigkeit der Droge widerstehen zu können zu vergessen. 7. Cannabis, Marijuana, Haschisch: (Flyer) ** Ein kurzer Abriss über Substanz, Wirkung sowie Nebenwirkungen. Wie bei allen bisher gelesenen Broschüren über Cannabis fehlen auch hier wissenschaftliche Untersuchungen über den Langzeitkonsum und die körperlichen Schädigungen. 8. Zauberpilze, Halluzinogene ?REALITY?: (Flyer) ** Auch hier wird relativ kurz über die Wirkungen und Nebenwirkungen von LSD und Zauberpilzen (Psylos) informiert. Besonders gut finde ich den Abschnitt „Grenzen anders Erleben, da die Halluzinogene besondere Grenzerfahrungen hervorrufen und deshalb diese Leute ansprechen. Leider fehlt mir eine genauere Beschreibung eines Trips und natürlich auch eines Horrortrips, denn unter „Täuschungen des Seh-, Gehör- und Berührungssinnes sowie starken Angstgefühlen kann ich mir zu wenig vorstellen. 9. Amphetamine: (Flyer) *** Da Amphetamine in so verschiedenen Formen und Namen vorkommen und die Wirkung und Nebenwirkungen gut nachzuvollziehen sind, finde ich, dass diese Broschüre einen guten Überblick über Amphetamine gibt. 10. Ecstasy XTC: (Flyer) ** Angesprochen wird in dieser Broschüre die Unsicherheit über den Inhalt einer Pille und die Gefahr der ausgeschalteten körperlichen Warnsignale. Wie bei den Halluzinogenen fehlt mir eine Beschreibung der Wirkung. (Was heisst schon bewusstseinsverändernd und aufputschend.wo ist die „ich hab euch alle Lieb Wirkung abgeblieben?) Suchtprävention M.Carrillo P.Schärer www.kickme.to/paedesboard 11. SAFER DANCING: (Flyer) *** Ganz kurze Information über weitgehend unbekannte Partydrogen, die in die Schweiz Einzug halten. Klar fehlen hier viele Informationen, doch wird die Broschüre ein wenig Licht ins dunkle bringen. 12. Kokain, Cocaine: (Flyer) *** „Rauf und Runter der Weg eines Kokainkonsumenten. Gute prägnante Information über Kokain. 13. Heroin: (Flyer) *** Heroin hatte seinen Höhenflug, heute konsumieren nur noch sehr wenige diese Droge. Dies kommt in diesem Flyer klar zum Ausdruck, so wird sogar die Hilfe bei einer Überdosis behandelt. Was ist jedoch wenn die Bilder vom Platzspitz aus den Köpfen der Schweizer verschwindet? Weitere Broschüren, die sich an Erwachsene richten: 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. Fachstelle für Suchtprävention DFI Luzern: 1. Rauchen (Informationsbroschüre für Eltern und Erziehende):**** Informiert über die Wirkungen und Nebenwirkungen von Tabak, spricht einige „Einstiegsgründe an, gibt den Eltern Vorschläge wie mit rauchenden Kindern umgegangen werden kann und gibt Hilfen zum aufhören. Dennoch gefällt mir der Flyer (Tabak) der SFA besser. Tabak wird in der DFI-Broschüre eher dämonisisert während in SFAs Tabak Raucher als „zu blöd zum aufhören angesehen werden. Suchtprävention M.Carrillo P.Schärer www.kickme.to/paedesboard IV. Links und Adressen: unser persönlicher Favorit: Drugcom.de check yourself: www.drugcom.de Ein Projekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA, Köln) ist eine anregend gestaltete Seite zum Überprüfen seines Wissens über Drogen. Zum Schluss des Fragebogens werden die persönlichen Ergebnisse mit statistisch ermittelten Ergebnisse seiner Altersgruppe verglichen. Zürich: Stellen für Suchtprävention im Kanton Zürich: www.suchtpraevention-zh.ch Alle regionalen Suchtpräventionsstellen and Fachstellen des Kantons Zürich auf einen Blick Helpnet: www.helpnet-zh.ch Hilfsangebote zu Jugend- and Familienhilfe sowie beruflicher Forderung im Kanton Zürich Zürcher Gemeinschaftszentren: www.gz-zh.ch Die Zürcher Gemeinschaftszentren auf einen Blick für Anlasse im Quartier Feelok www.feelok.ch Ansprechende Website zu Wohlbefinden and Gesundheit für Jugendliche Büro für Gleichstellung: www.stadt-zuerich.ch/bfg Städtisches Büro für Fragen rund um die Gleichstellung von Frau and Mann Pestalozzianum: www.pestalozzianum.ch Die Fachstelle für Bildung and Entwicklung der Volksschule im Kanton Zürich Zürcher Frauenzentrale: Mittelschul- and Berufsbildungsamt: Mannebüro: www.bildungsentwicklung.ch/suchtpr aevention Die Fachstelle für Mittel- and Berufsschulen www.frauenzentrale.ch Informationsstelle für Frauen, Budget- and Rechtsberatungen www.mannebuero.ch Hilfe, Beratung, Unterstutzung für Männer in Krisensituationen; Männerprojekte Zürcher Aids-Hilfe: Zentrum für Menschen mit Essstörungen: www.essstoerung.ch Institut für Suchtforschung ISF: www.suchtforschung.ch Ein wissenschaftliches Institut für Forschungen rund um Suchtfragen Suchtprävention M.Carrillo P.Schärer www.zah.ch Beratung and Information zu Fragen rund um Sexualität, HIV and Aids Saferparty: www.saferparty.ch Information and Beratung zur Verminderung von Risiken des Drogenkonsums www.kickme.to/paedesboard Schweiz: VSD: SFA: www.sfa-ispa.ch Schweizerische Fachstelle für Alkohol- and andere Drogenfragen etablierte Fachstelle für Informationen and Kampagnen zu diversen Suchtmitteln RADIX: wwvv.radix.ch Fachstelle für Gesundheitsforderung and Projektentwicklung Gesundheitsforderung Schweiz: www.gesundheitsfoerderung.ch Stiftung des Bundes zur Unterstutzung von Projekten im Bereich Gesundheitsforderung www.infoset.ch/inst/vsd Verband Schweizerischer Drogenfachleute, der Berufsverband für Tätige im Suchtbereich pro juventute: www.projuventute.ch Fachstelle für Jugendfragen Eve Rave: www.eve-rave.ch Partyveranstalter, der für risikoarmen Umgang mit (Designer)Drogen plädiert, aktuelle Informationen zu Extasy and Co KOSCH: SGPG: www.sgpg.ch Schweizerische Gesellschaft für Prävention and Gesundheitswesen BAG: www.admin.ch/bag Bundesamt für Gesundheit www.kosch.ch Dachorganisation der regionalen Kontaktstellen für Selbsthilfegruppen in der Schweiz Arbeitspsychologie: www. ifap. bepr. ethz. ch Institut für Arbeitspsychologie an der ETH Zürich Beruf and Familie: www.alles-im-Griff.ch Nationale Kampagne zum Umgang mit Alkohol www.und-online.ch Beratungsstelle zur Forderung der Vereinbarkeit von Berufs- and Familienleben Blaues Kreuz: Elternbildung: www.blaueskreuz.ch Eine abstinenzorientierte, auf christlichen Grundsatzen basierende Fachstelle für Alkohol Elternmitwirkung: Alles im Griff?: pro aere: www.proaere.ch Für rauchfreie Luft and gegen Tabaksucht Suchtprävention www.elternbildung.ch Schweiz. Bund für Elternbildung www.elternmitwirkung.ch Schule and Eltern werden Partner im Bereich der Erziehung M.Carrillo P.Schärer www.kickme.to/paedesboard Beratung, Strategien, Netzwerk zu Mobbing Gesunde Schulen: www.gesunde-schulen.ch Schweizerisches Netzwerk gesundheitsfördernder Schule Internationales: Arbeitskreis Gesunde Schule konkret AKGSK WHO: www.gesundeschule.ch Interkantonaler Zusammenschluss von fünf Programmen zur Forderung Gesunder Schulen Netzwerk Essstörungen: www.who.org www.who.int/hpr Weitgesundheitsorganisation; internationale Drehscheibe für Gesundheitsthemen and -politik Health Promotion www.netzwerk-essstoerungen.ch Vorn Expertinnen-Netz für Essstörungen Schweiz Für Betroffene and Fachleute Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklarung: Nutrinet-ch: Schadensbegrenzung für Raverlnnen: www.nutrinet.ch Netzwerk für Ernährungsfragen and Gesundheit Mobbing: www.mobbing-info.ch www.bzga.de Informationen zu Sucht www.dancesafe.org Harm reduction organization promoting health and safety within the rave and nightclub community (USA and CDN). V. Unterrichtsmaterialien: Sucht Drogen Prävention Sucht, Drogen, Prävention ist erschienen im Verlag der Sekundarlehrerkonferenz des Kantons Zürich. Geschrieben und Zusammengestellt wurde die Lektionsreihe von zwei ehemaligen Lehrkräften. Dieser Ordner informiert nicht nur über die Grundlagen der Suchtprävention oder über das Erstellen von Lektionen, sondern gibt auch konkrete Ratschläge und Arbeitsmaterialien für Elternabende. Dieser Ordner ist ein Muss für jede Lehrperson, die sich mit ihrer Klasse über das Thema Sucht auseinandersetzen will. boys&girls Boys&Girls sehe ich als Ergänzung, da dieses Praxismanual seine Schwerpunkte in folgenden 3 Themenkreisen setzt: Rollenverständnis, Beziehungen, Sexualität, Beruf und Zeit des Probierens. Wie der Titel schon sagt, stellt uns dieses Praxismanual die Voraussetzung für eine geschlechtsspezifische Suchtprävention, auf die in „Sucht, Drogen, Prävention zwar auch hingewiesen wird, aber sie wird dort nicht zum Schwerpunkt gemacht. Suchtprävention M.Carrillo P.Schärer www.kickme.to/paedesboard Elternaufgabe Suchtprävention – Themen, Thesen, Fragezeichen2 1. Suchtmittel und Jugendentwicklung Der Kontakt zu legalen und illegalen Suchtmitteln ist entwicklungsbedingt, er führt aber nicht zwingend notwendig zur Sucht. Wie reagieren wir bei Verdacht oder Kenntnis? 2. Funktion von Suchtmitteln Suchtmittelbenutzung (Probieren und Konsum) hat funktionellen Charakter. Was suchen unsere Kinder/ Jugendlichen? 3. Vorbildfunktion Bezüglich Suchtmittel klaffen Wissen und Handeln bei vielen Eltern auseinander. Können wir Vorbilder sein? 4. „Peer- Gruppe Das Wort der Gleichaltrigen gilt oft mehr als das Wort der Eltern. Wie können wir darauf angemessen reagieren? 5. Ablösungsproblematik Jugendliche müssen zunehmend selbständig ihren eigenen Weg finden und gehen. Welche Rolle können wir dabei spielen? 6. Krisen Pubertät ist die Zeit der Krisen (Persönlichkeitskrisen, Beziehungskrisen, Schulkrisen). Krisen können zu Risikoverhalten (z.B. Suchtmittelgebrauch führen). Was können wir tun? 7. Alternativen Wenn Suchtmittelgebrauch Funktionen hat, die wir kennen: Welche Aktivitäten, die weniger gefährlich sind, haben gleichwertige Funktionen? 2 aus, „Suchtvorbeugung in Schule und Jugendarbeit- Ein Arbeitsbuch mit 111 Übungen und Anregungen HEINZ KAUFMANN, Beltz Verlag 2001 S. 88/89 Suchtprävention M.Carrillo P.Schärer www.kickme.to/paedesboard Hier kommen die Dossiers von „Sucht Drogen Prävention und „boys&girls Dateien: boys&girls.doc, Sucht-Drogen-Prävention.doc Suchtprävention M.Carrillo P.Schärer www.kickme.to/paedesboard VI. Schülerumfrage: Ist Suchtprävention überhaupt ein Thema für die Jugendlichen? Was interessiert sie an diesem Thema? Würde es den Jugendlichen Schwierigkeiten bereiten über ein solches Thema zu sprechen? Um wenigstens einen Hauch einer Antwort auf diese Fragen zu bekommen, liessen wir zwei Klassen aus unterschiedlichen Orten und unterschiedlichen Leistungsniveaus einige Fragen anonym beantworten. Erstaunlich fanden wir, dass viele Schüler gar nicht mehr über Sucht und Drogen erfahren wollten, was uns jedoch nicht davon abhalten sollte darüber zu reden. Suchtprävention M.Carrillo P.Schärer www.kickme.to/paedesboard Schülerantworten: fragenauswertung.fp5 (Filemaker5-Datei) Suchtprävention M.Carrillo P.Schärer www.kickme.to/paedesboard VII. Schlusswort (Nachdenken über die Projektarbeit): Da wir überzeugt sind, dass dieses Mensch und Umweltprojekt durchgeführt wird um die Unterrichtsmethode Projektunterricht besser zu verstehen, habe wir uns entschlossen diesen Teil zu schreiben und somit eine kleine Analyse unserer Zusammenarbeit zu machen. Wir fanden uns eigentlich in dieser Gruppe zusammen, um eine Datenbank für Schüler und Lehrerdaten zu programmieren. Dass nun ein Projekt über Suchprävention vorliegt, war ein langer zum Teil schwieriger Weg. Nachdem wir unsere Ideen der Datenbank konkretisiert hatten, ahnte wir, dass unsere Programmierfähigkeiten nicht ausreichen würden um die Datenbank tatsächlich nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Ein neues Thema musste her und die Zeit zerrann unter unseren Händen. Etliche Themen diskutierten wir, bevor endlich ein gemeinsames Interesse gefunden war. Nun konnte das Sammeln und Austauschen von Informationen losgehen. Wir erarbeiteten einzeln kleine Teilgebiete In zahlreichen Onlinesitzungen tauschten wir unsere Arbeitsschritte aus und gaben diese dem anderen jeweils dem zu lesen und zu redigieren. Als besonders wertvoll in unserer Zusammenarbeit erachte ich, wie wir auf die Ideen des anderen eingegangen sind und so ein Produkt erarbeiten konnten, das unseren individuellen Erwartungen entspricht und doch eine gemeinsame Basis hat. So gesehen ist das MU-Projekt ein Erfolg, jedoch hätte wir gerne mehr Hilfsmittel erhalten, wie man solchen Problemen, die auch in unseren zukünftigen Klassen entstehen können, begegnet. Wie man die Kontrolle über den jeweiligen Arbeitsstand der Projektgruppen behalten kann, oder wie man den Schülern beim Finden eines gemeinsamen Themas helfen könnte. Denn dies ist doch eigentlich was wir später können müssen. VIII. Nachtrag: Zusammenhang zwischen häufigem Fernsehen und Zigarettenrauchen: Auf der Basis einer Längsschnittstudie haben US-amerikanische Kinderärzte einen Zusammenhang zwischen dem Zigarettenrauchen und dem Fernsehschauen belegen können. Die Mediziner haben die Daten von rund 600 Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 15 Jahren untersucht. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Wahrscheinlichkeit für den Einstieg in das Zigarettenrauchen bei Jugendlichen, die 5 oder mehr Stunden vor dem Fernseher verbringen, um das 6-fache höher ist als bei Teens, die weniger als 2 Stunden vor der Flimmerkiste hocken. Schützt weniger Fernsehen nun vor dem Rauchen? Dies hängt sicherlich noch von vielen anderen Faktoren ab, beispielsweise von sonstigen Freizeitaktivitäten und sicherlich auch davon, was man sich anschaut. Generell ist die Frage daher nicht zu beantworten. Sicher ist man sich aber darin, dass die Zigarettenindustrie Einfluss nimmt auf Filme, Musiksendungen etc., damit das Rauchen ein positives Image bekommt. Gidwani, P. P., Sobol, A., DeJong, W., Perrin, J. M. Gortmaker, S. L. (2002). Television Viewing and Initiation of Smoking Among Youth. In: Pediatrics, 110 (3), 505-508. Suchtprävention M.Carrillo P.Schärer www.kickme.to/paedesboard Einleitung Liebe Lehrerinnen und Lehrer Eine 1996 breit angelegte Evaluation unserer Lektionsreihe durch das Psychologische Institut der Universität Zürich (siehe Fussnote S. 100) hat ermutigende Ergebnisse gebracht und zu einer Überarbeitung geführt, deren Resultat Sie nun in den Händen halten. Die im 3. Teil vorgeschlagenen Lektionen eignen sich vor allem für das 7. 10. Schuljahr. Für jüngere Schülerinnen und Schüler oder für Klassen mit speziellen Verhältnissen liegen im Anhang ab Seite 100 Ersatzblätter für vereinfachte Lektionen bereit. Auf der Suche nach einer Optimierung der Suchtprävention sind auf dem Hintergrund wissenschaftlicher Untersuchungen mehrere Richtungswechsel vollzogen worden: • Früher wurde vorwiegend von Drogenprävention gesprochen. Ziel war Abstinenz vor allem von illegalen Drogen, und es wurde vorwiegend mit Abschreckung gearbeitet. • Als unsere Stelle 1986 gegründet wurde, legten wir Wert darauf, nicht Drogen-, sondern Suchtpräventionsstelle zu heissen. Suchtprävention hat die Verhinderung von Missbrauch und Sucht von legalen und illegalen Suclitmitteln und Suchttätigkeiten als Ziel und geht von individuellen und gesellschaftlichen Ursachen aus. Sie will vor allem die Konflikt- und Genussfähigkeit fördern und Alternativen zu Risiko- und Suchtverhalten anbieten. • Seit einiger Zeit wird in der Fachwelt nicht mehr von Ursachen, sondern von Risiko- und Schutzfaktoren gesprochen. In einer möglichst früh einsetzenden Gesundheitsförderung wird versucht, Lebenskompetenzen (Schutzfaktoren) zu fördern und wenn möglich Risikofaktoren zu verringern, um das geistig-seelisch-körperliche-soziale Wohlbefinden zu heben. • Neuerdings wird sowohl für die Süchtigen wie für die (Noch-)Nichtsüchtigen Risikokompetenz, Risikominimierung angestrebt, indem z. B. Suchtmittelkonsumierenden oder Risikosportfans Anweisungen gegeben werden für ein risikoärmeres Verhalten. • Die verschiedenen Haltungen kommen in unserer Gesellschaft nebeneinander vor und ergänzen sich zum Teil auch, sind aber wahrscheinlich in uns allen in einem dauernden Widerstreit. Es ist wichtig, dass Sie sich über Ihre Position im Klaren sind und bei der Durchführung der Lektionsreihe unsere Haltung und unsere Ziele genau kennen (siehe Grundlagen und Ziele bei den einzelnen Sequenzen). Anders als z. B. beim Rechenunterricht spielt bei der Suchtprävention die Haltung der Lehrperson eine besonders grosse Rolle. Persönliche, ideologische, politische Werthaltungen schimmern bei den Themen Sucht und Drogen immer durch. Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass Präventionsprograrnme, die vor allem auf Abschreckung beruhen, oft kontraproduktiv wirken. Es ist grundsätzlich bei allen Informationen über Sucht und Suchtmittel zu beachten, dass besonders bei sog. Gefährdeten ein Nachahmungseffekt entstehen kann. Um dein zu begegnen, versucht diese Lektionsreihe, das Thema Sucht und Drogen in einen grösseren Zusammenhang zu stellen. Die Schülerschaft soll sich nachher wirklich mit Prävention beschäftigt, d. h. mit der Bewältigung von eigenen Problemen und dem Entdecken der eigenen Ressourcen, der eigenen Kraftquellen. Wenn Sie bei der Durchführung der Lektionsreihe Fragen haben, hilft Ihnen die für Sie zuständige Stelle gerne (Adressen siehe S. 107). Für die Durchführung des dringend empfohlenen Elternabends raten wir, für die Leitung und Gesprächsgruppenführung Fachpersonen der Suchtprävention oder speziell geschulte ElternbilnerInnen beizuziehen. Wir wünschen Ihnen für sich und die Klasse viel Gewinn. • Eveline Winnewisser und Jürg Treichler Mitarbeitende der Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich Herbst 1997 ANSATZPUNKTE DER PRÄVENTION IN DER SCHULE Aufgrund der angeführten Überlegungen zur Suchtgefährdung heisst Prävention, ganz allgemein ausgedrückt, konstruktive Verhaltensweisen zu entwickeln, sich mit Widerständen und Widersprüchen auseinanderzusetzen. Fragen nach Sinn und Werten des Lebens dürfen dabei nicht ausgeklammert werden. Die Schule begleitet Heranwachsende über einen Zeitraum von zehn und mehr Jahren und übt einen grossen Einfluss aus. Sie ist neben dem Elternhaus und der Gesellschaft mitverantwortlich für die Ressourcen, die Erwachsenen später zur Bewältigung des Lebens zur Verfügung stehen. Bei der Förderung der Schutzfaktoren und der Verringerung der Risikofaktoren bieten sich für die Schule folgende Ansatzpunkte an: Im Bereich der Persönlichkeit Kinder und Jugendliche können durch die Bezugspersonen im engeren Familienkreis, aber vor allem auch durch die Schule in ihrer Persönlichkeit und in ihrem Selbstvertrauen gestärkt stärkt werden, indem sie lernen, Gefühle und Nöte zu artikulieren verbal, im Spiel, mit Farben und Formen beim Malen usw. Wenn zum Unterrichtsinhalt wird, was Schülerinnen und Schüler wirklich bewegt, entsteht innerhalb der Klassengemeinschaft ein vertiefter emotionaler Kontakt. Exemplarisch kann erlebt werden, wie Beziehungen offen und lebendig gestaltet werden können, wie mit aktuellen Belastungen und mit Spannungen umgegangen werden kann. Bietet die Schule als Alternative zu Suchtverhalten zudem Gelegenheiten zu genussvollen, intensiven Erlebnissen in verschiedenen Rollen, so kann ein Verhaltensrepertoire erworben werden, das in Krisensituationen hilft. • Im Bereich der aktuellen Situation Die Schule kann einerseits für Kinder und Jugendliche belastend sein. Anderseits hilft sie, mit Belastungen fertig zu werden, wenn es ihr gelingt, die Klassengemeinschaft als Hort sozialer Geborgenheit aufzubauen, in der alle unabhängig vom intellektuellen Leistungsniveau ihren Platz finden. Ein tragendes soziales Netz der Klassengemeinschaft kann Jugendliche bei Pubertätskonflikten, z.B. mit dem Elternhaus, stützen. In der eigenen Familie erhält das Kind in solchen Situationen nicht immer die nötige Hilfe. Im sozialen Bereich fühlt sich ein junger Mensch dann sicher, wenn er sich in seinen Be ziehungen zum Elternhaus, zur Schule und in seiner Freizeit wohlfühlt. Es gibt empirische Belege (siehe S. 95) für einen direkten Zusammenhang von Wohlbefinden und Suchtanfälligkeit: Schülerinnen und Schüler, welche sich in der Schule wohlfühlen, rauchen und trinken (mit zunehmendem Alter immer deutlicher) wesentlich weniger als solche, die wenig Vertrauen und Unterstützung bekommen. Im Bereich der Suchtmittel Der Gebrauch und Missbrauch von Suchtmitteln ist bei Jugendlichen nicht ungewöhnlich. Die Auseinandersetzung mit Rauchen, Alkohol, Medikamenten und illegalen Drogen beginnt etwa im 11. Lebensjahr (siehe S. 62 65). In Bezug auf die Verfügbarkeit und den Handel mit Suchtmitteln sowie auf die Fahndung nach illegalen Suchtmitteln hat die Schule keine oder nur sehr begrenzte Möglichkeiten, einzugreifen. Die Schule kann aber mithelfen, das Thema Sucht zu enttabuisieren und unter anderem zu versuchen, mit gezielten Informationen dem Neugierkonsum entgegenzuwirken. Es muss aber hervorgehoben werden, dass Informationen über Wirkung und Schädlichkeit von Drogen ohne Aufdeckung der süchtigmachenden Hintergründe keine präventive Wirkung haben. Das wissen z.B. Raucher und Raucherinnen, die im Allgemeinen sehr gut über die Schädlichkeit des Rauchens aufgeklärt sind, aber trotzdem nicht mit Rauchen aufhören hören können. Wird versucht, den Suchtmitteln allein mit Verboten beizukommen, bewirken diese obschon sie für ein Schulhaus sinnvoll sind bei sich auflehnenden Pubertierenden oft Widerstand oder lustlose Passivität. Im Bereich der Umwelt Auch im Bereich der gesellschaftlichen Strukturen, der geltenden Werte und Normen und vieler Umweltfaktoren ist der Einfluss der Schule begrenzt. Sie vermag jedoch jungen Menschen Instrumente für eine aktive Auseinandersetzung mit der sie umgebenden Welt (z.B. Pausenplatz, Jugendtreffs) zu vermitteln. Die Erziehung zu engagierten, nicht resignierenden Bürgerinnen und Bürgern gehört zum Auftrag der Schule und bedeutet Prävention im weitesten Sinne. Erfolgversprechend ist dabei eine Zusammenarbeit von Menschen aus dem gleichen Quartier in einer Suchtpräventionsgruppe. Fazit: Die Schule hat in Bezug auf Suchtgefahren und deren Bewältigung viele Möglichkeiten. Eine gute Atmosphäre schaffen, die Persönlichkeit stärken, die Handlungskompetenz, Konflikt- und Genussfähigkeit fördern sind allgemeine pädagogische Ziele, die in allen Fächern (indirekt) verfolgt werden. Suchtprävention lässt sich nicht mit ein paar Lektionen abhaken. Vielmehr muss das Behandeln der Suchtproblematik immer im Zusammenhang mit der alltäglichen Situation der Klasse gesehen werden. Spezielle Suchtpräventionslektionen können an gesundheitserzieherischen Themen wie Ernährung und Körperpflege, an lebenskundlichen Inhalten, wo es um Sinnfragen geht, an Umwelterziehung usw. angeknüpft werden. Daneben empfiehlt es sich, die Suchtthematik in einer Lektionsreihe (siehe nächste Seiten) auch einmal auf einige Tage zu konzentrieren. Im Sinne einer Vernetzung sollte im Anschluss an die Bearbeitung der Thematik im Klassenverband unbedingt eine Elternveranstaltung stattfinden, an der evtl. auch die Schülerinnen und Schüler mitwirken. Eltern sollen erfahren, dass sich das Thema Sucht nicht allein auf illegale Drogen beschränkt, dass es den ganzen erzieherischen Bereich beinhaltet und deshalb eine gute Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus entscheidend ist. Elternabende können mit Hilfe von speziell geschulten Elternbildnerinnen oder Suchtpräventionsfachleuten durchgeführt werden. Vielleicht können Elternabende Anstoss geben für weiterführende Aktivitäten in einer quartierbezogenen Suchtpräventionsgruppe. Suchtpräventionsstelle 18 Schülerzeichnung (8. Schulj.) GESCHLECHTSSPEZIFISCHE ASPEKTE Männersüchte Frauensüchte? Es gibt keine Suchtmittel oder Suchtverhaltenseisen. welche aussr hliesslich bei einem Geschlecht anzutreffen sind. Gewisse Suchtformen aber, wie Tablettensucht oder Essstörungen. treten häufiger bei Frauen als bei Männern auf. Bei den meisten Suchtformen sind jedoch die Männer in der Überzahl. Die Gründe dafür sind in unterschiedlichen gesellschaftlichen Rollenerartungen und der unterschiedlichen Akzeptanz von Verhaltenseisen bei Frauen und Männern zu suchen. Während beispielsweise bei Jungen Alkoholkonsum und Alkoholexzesse als Zeichen und Ausdruck erwachsener Männlichkeit gelten, v% ird der alkoholbedingte Kontrollverlust bei Mädchen nicht toleriert. Dementsprechend bevorzugen Mädchen und Frauen unauffällige. oft angepasste Suchtformen wie Medikamentenkonsum oder Essstörungen. Ihre destruktiven Verhaltensweisen richten sich häufig gegen sich selbst. Bestimmte Suchtverhalten müssen auch in Zusammenhang mit mangelnder gesellschaftlicher Einflussnahme interpretiert werden. Essstörungen sind nach Helfferich (199-1) ein Ersatz für die fehlende Kontrolle über die Umwelt, der eigene Körper bleibt der einzige Ort der Einflussnahme, ein privater Focus von Macht. Weiter sind die Ursachen, welche zu einer Suchtentwicklung führen, bei Frauen oft anders als bei Männern. So zeigen neuere Untersuchungen, dass beispielsweise Rauchen bei Frauen stärker in Zusammenhang mit emotional belastenden Lebensereignissen und Lebenskrisen steht als bei Männern. Heroinsüchtige Männer geben als Einstiegsgrund in ihre Sucht an, dem Druck ihrer Peer-Group (Bezugsgruppe von Jugendlichen gleichen Alters und/oder gleicher Interessenlage) beim Erstkonsum nachgegeben zu haben. Als Einstiegsgrund werden von Frauen jedoch Probleme mit nahestehenden Bezugspersonen angegeben. Zudem zeigen Untersuchungen, dass gut die Hälfte der heroinanhängigen Frauen als Kind sexueller Gewalt ausgesetzt waren. Werbekampagne „Sucht beginnt im Alltag. Prävention auch. 1997 Die Stellen für Suchtprävention im Kanton Zürich. Agentur Benker Steiner Gemäss Untersuchung des Institut universitaire de medecine et preventive, Lausanne, 1994 präventionsstelle der Stadt Zürich 19 Verlag SKZ Damit Suchtprävention für Frauen und Männer wirksam sein kann, muss sie unbedingt die Unterschiede der Geschlechter in Bezug auf Rollen (-erwartungen), Verhalten, Suchtursachen und -entwicklungen berücksichtigen. Was bedeutet dies für die Schule? Mädchen und Knaben in der Schule Untersuchungen in verschiedenen Ländern zeigen erhebliche Probleme der Koedukation in Bezug auf ein gerechtes Schulsystem für beide Geschlechter auf (Eva Zeltner 1996). Mädchen sind danach benachteiligt, weil die Lerninhalte auf Jungen bzw. auf die männlichdominierte Gesellschaft ausgerichtet sind. Die Lehrmaterialien geben in den meisten Fällen die traditionelle Rollenteilung weiter. Nach Gitta Mühlen-Achs (1990) ist die Schule ein Ort für Jungen, an dem die speziellen Bedürfnisse der Mädchen selten berücksichtigt werden. Die gemeinsame Erziehung zementiert tiert die Geschlechterstereotypien erst recht: Jungen werden im Unterricht doppelt so häufig aufgerufen wie Mädchen Jungen werden öfter gelobt oder getadelt, sie erhalten dadurch mehr Beachtung Mädchen werden häufiger unterbrochen Schülerinnen mit guten Noten werden von den Lehrkräften für fleissig und ordentlich, entsprechende Schüler für aufgeweckt und intelligent gehalten. Möglicherweise finden viele Lehrerinnen und Lehrer, das oben Genannte treffe für sie und ihren Unterricht nicht zu. Es handelt sich dabei aber um Ergebnisse empirischer Untersuchungen, die ernst genommen werden müssen. Aufgrund dieser Fakten ist es wichtig, dass sich jede Lehrkraft dieser Problematik bewusst ist und das eigene Tun von Zeit zu Zeit kritisch hinterfragt. Zum Beispiel wird da und dort schon einmal ein ruhiges Mädchen neben einen frechen Knaben gesetzt, damit dieser positiv beeinflusst, mehr Anstand lernt und weniger Aggressionen zeigt. Prävention in der Schule Anregungen für den Unterricht: • geschlechtergetrennte Gruppendiskussionen verhelfen Mädchen und Knaben dazu, eigene Bedürfnisse besser wahrzunehmen und zu äussern. • die Darstellung der Geschlechterrollen in Lehrmitteln und Lektüre müssen vermehrt beachtet werden (Sensibilisierung für veraltete Rollenbilder; Vertrautmachen mit verschiedenen Familienformen; männliche und weibliche Form in mündlicher und schriftlicher Sprache gebrauchen usw.) • die Knaben im Unterricht nicht dominieren lassen; alle sollen Zeit haben, um sich einzubringen. • Aussagen, welche Mädchen oder Knaben als Gruppe diskriminieren, sind zu vermeiden, z.B. Das interessiert Mädchen wohl weniger oder Die Knaben sollen jetzt weghören. • Gewalt darf nicht zum Erfolg führen (den Mut haben, auf Gewalt zu reagieren auch Gewalt in der Sprache und Jungen wie auch Mädchen auf ihr Verhalten anzusprechen). Allgemeine Suchtprävention und Gesundheitsförderung in der Schule soll auch in folgenden Bereichen wirksam sein (Claudia Meier et al., 1995): • • • Mädchen sollen darin unterstützt werden, eine persönlichkeitsorientierte, offene Lebensplanung mit langfristigen Perspektiven über die Zeit einer altfälligen Mutterschaft hinaus zu entwickeln. Knaben, aber auch Mädchen, sollen im Unterricht eine (selbst)kritische Haltung gegenüber gewalttätigen und sexistischen Sprech- und Handlungsweisen erlernen. Es sollen Möglichkeiten geschaffen werden, die die Mädchen und Knaben zu einer Erweiterung des Verhaltensrepertoires auch ausserhalb der traditionellen Rollenerwartungen ermuntern. Hinweise auf Literatur • Helfferich C.: Jugend, Körper und Geschlecht. Die Suche nach sexueller Identität, Leske und Budrich, Opladen 1994. Meier C., Isenschmid Gerster B., Schoep-Chevalley M.: Frauen Sucht Forschung. Grundlagen einer frauengerechten Suchtprävention. Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern 1995. Mühlen-Achs, Gitta: Mädchen in der Jungenschule? Über die besonderen Auswirkungen der Koedukation auf Mädchen. In: Heiliger, Anita Funk, Heide (Hg.): Neue Aspekte der Mädchenförderung. Weinheim 1990. Zeltner, Eva: Weder Macho noch Muttersöhnchen. Denkanstösse zum Umgang mit Jungen. Zytglogge Verlag, Bern, 1996. Text: Annemarie Vogt, Mitarbeiterin der Suchtpräventionsstelle Zürich, verantwortlich fir das Ressort Geschlechtsspezifische Prävention. 2. VORBEREITUNG Vorbemerkungen zur Lektionsreihe Vor der Durchführung der Lektionsreihe Als Vorbereitung auf diese Lektionsreihe bietet die Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich (oder evtl. auch die für die Region zuständige Stelle, Adresse siehe S. 107) für einzelne Lehrerkollegien oder periodisch für alle Interessierten Einführungsstunden an. Vor der Durchführung sollten zuerst die Interessen und Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler abgeklärt werden, 7. R. schriftlich zu den Fragen: Was beschäftigt mich in Re7,.lg auf Sucht und Drogen? Welche Fragen habe ich? (oder ausführlicher mit dem Fragebogen 1, Seite 28). Die Äusserungen der Schülerinnen und Schüler ermöglichen es der Lehrperson, die Lektionen gezielt auf die Bedürfnisse der Klasse abzustimmen. Vielleicht zeigt sich dann auch, dass eine andere Form von Suchtprävention im Moment geeigneter wäre (siehe „Angebote der Suchtpräventionsstelle im Anhang oder „Weiterführende Literatur (S. 89) im Kapitel Prävention). Ein Vorschlag für eine Einladung zum Elternabend befindet sich auf Seite 33. Themen und Dauer der einzelnen Lektionen Einstieg Genuss Missbrauch Sucht Suchtmittel Suchttätigkeiten Ursachen (Risiko- und Schutzfaktoren) Prävention Elternabend Arbeitsmaterialien Alle Arbeitsmaterialien, die für die einzelnen Lektionsschritte gebraucht werden können, sind nach den Blättern mit den Lektionsbeschreibungen eingeordnet. Dort wird in der rechten Kolonne auf die entsprechenden Arbeitsmaterialien mit einem Grossbuchstaben, evtl. auch mit der entsprechenden Seitenzahl hingewiesen. (Wegleitung) und (Informationsblatt) beinhalten Hinweise und Informationen für die Lehrpersonen; (Folie) eignet sich für den Unterricht; (Arbeitsblatt) kann an die Klasse abgegeben werden. Videos und Broschüren können bei der Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich (oder bei der für die Region zuständigen Stelle) bestellt werden. Siehe auch folgende Seiten. Suchtprävention nach der Lektionsreihe Für weiterführende Suchtpräventionsbemühungen siehe Seite 27 und „Weiterführende Literatur (S. 89) sowie „Angebote der Suchtpräventionsstelle (Anhang). ca. 2 Lektionen ca. 3 Lektionen ca. 3 4 Lektionen ca. 2 4 Lektionen ca. 4 Lektionen ca. 2 Lektionen Materialien für die Lektionsreihe Bezugsstellen Auf der Suche nach. (Vom Umgang mit Drogen) SFA Lausanne, 15 Seiten Broschüre für Schülerinnen (ab etwa 12 Jahren), die dazu anregt, den eigenen Umgang mit Suchtmitteln kritisch zu hinterfragen. Bezugsstelle: SFA, Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme Postfach 870, 1001 Lausanne Meier-Bernhard, M. Winnewisser, E.: Leben hat viele Gesichter Sucht hat viele Ursachen SFA Lausanne, 33 Seiten Illustrierte Broschüre. Themen: Suchtentstehung Ursachen und Prävention (für Jugendliche und Erwachsene). Informationen über Drogen SFA Lausanne und Prophylaxestelle des Jugendamtes Basel-Stadt, 1995, 75 Seiten Kurze, klare Informationen über Gewinnung, Anwendung, Wirkung, Gefahren legaler und illegaler Drogen. Zahlen und Fakten zu Alkohol und andern Drogen SFA Lausanne, 1997 Drogeninfo* SFA Lausanne Verschiedene Informationsblätter zu diversen Drogen (Cannabis, Ecstasy, Anabolika etc.), Konsumarten (Rauchen ab Folie) und für Eltern und Erziehende (Angst ums eigene Kind?). Auch mein Kind* Verlag pro juventute, Zürich 1985 (1993 vollständig überarbeitet) Gespräche mit Eltern über Süchte und Drogen Bezugsstelle: pro juventute, Mühlebachstrasse 35, 8008 Zürich Magersucht* Verlag pro juventute, Zürich Hungern im Überfluss. Eine Informationsbroschüre für Eltern. Plakate der Zürcher Präventionskampagnen „Sucht hat viele Ursachen und „Sucht beginnt im Alltag. Prävention auch. (in verschiedenen Formaten). ai Video zur Lektionsreihe „Sucht und Drogen (1998) von Andreas Baumann (Drehbuch) und Emanuel Schillig (Regie und Produktion) kann zusammen mit dieser Lektionsreihe beim Verlag SKZ (Langnau a/A, Tel. und Fax 01 713 04 70) oder mit oder ohne Begleitheft bei der Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich (Tel. 01 444 50 44, Fax 01 444 50 33), in den meisten regionalen Suchtpräventionstellen und bei der SFA (Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme, Postfach 870, 1001 Lausanne, Tel. 021 321 29 11, Fax 021 321 29 40) gekauft werden. In den meisten Suchtpräventionsstellen in Ihrer Region (siehe Anhang: Stellen für Suchtprävention und Gesundheitsförderung, S. 107) kann der Video auch ausgeliehen werden. Achtung: Frühzeitig bestellen!! Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich 26 Verlag SKZ Weitere Literatur mit Unterrichtsvorschlägen Suchtpräventions-Wandkalender Kalender mit grossformatigen Bildern und Texten für den Einsatz im Unterricht. Lausanne: SFA 1991: Sucht allgemein; 1992: Sucht hat viele Gesichter; 1993: Leben hat viele Gesichter; 1994: Lust auf Leben; 1995: Innenwelt und Aussenwelt; 1996: Übergänge; 1997: Ganz gewöhnlich aussergewöhnlich; 1998: Kleine Freiheiten. • Ich und die andern. Eine Unterrichtseinheit zur Gesundheitserziehung im Bereich Drogen, Alkohol und Tabak für die Mittelstufe (mit Lehrerheft). Lausanne: SFA, 1986. In 6 Unterrichtsphasen erarbeiten die SchülerInnen Themen wie „Fremde Bedürfnisse eigene Bedürfnisse, Ersatzbefriedigungen, Probleme lösen usw. Vom Straucheln, Strudeln und Sprudeln. Baukasten zur Suchtprävention für die Oberstufe. Lausanne: SFA, 1994 und Bern: PLUS, Fachstellen für Gesundheitsförderung und Suchtprävention. Mit konkreten Arbeitsvorschlägen für Oberstufenlehrerlnnen mit einem Minimum an Vorberei tungszeit. Suchtprävention in Schule und Elternhaus. Ein praktischer Leitfaden für die Unter-, Mittel- und Oberstufe. Hrsg. von der Arbeitsgruppe Suchtprävention Elternrat der Schule Spiegel, 1994 (Schwerpunkt BE). Ordner mit Themenvorschlägen zur stufenspezifischen Suchtprävention unter Berücksichtigung der drei Ebenen „Drogenund suchtspezifische Informationsvermittlung, „Persönlichkeitsbildung und Gesundheitsbewusstsein und „Mitbestimmung und Mitgestaltung der Kinder und jugendlichen, mit Kurzinformationen zu Drogen und Sucht, Vorschlägen zur Elternmitarbeit, Literaturhinweisen und Adressen. TZT IMPULSE, div. Autoren und Autorinnen: Heikle Aufgabe Suchtprävention. 101 Ideen zur Stärkung mentaler und emotionaler Ressourcen in der Gesundheitsförderung. Meilen: SI TZT-VERLAG, 1997. Das Werkbuch enthält konkrete Vorschläge zu sechs Themen aus der Gesundheitsförderung und Suchtprävention und wie diese Vorschläge mit dem pädagogischen Konzept des Themenzentrierten Theaters für Gruppen und Klassen jeden Alters umgesetzt werden können. Bilstein, E., Voigt-Rubio A.: Ich lebe viel. Materialien zur Suchtprävention. Verlag an der Ruhr, 1992. Sammlung von Texten, Bildern, Spielen, Betroffenenberichten zu den Themen „Ursachen einer Suchtentwicklung, persönliche Lebensgestaltung, Wege aus der Sucht SJW-Heft Nr. 2050 Randstein Drogen. Sucht. Leben. 1997. Lebenskunde Oberstufe. SJW-Heft Nr. 2039 Sekten Geschichte mit Informationsteil. 1997. Lebenskunde Oberstufe. • kann bei der Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich, evtl. auch bei der Suchtpräventionsstelle in der Region bestellt werden (siehe Anhang). Fragen an die Schülerschaft vor der Durch Vorbereitung führung der Lektionsreihe F1 Folie 1. Was interessiert dich persönlich am meisten bei Sucht und Drogen? Welche Fragen hast du in diesem Zusammenhang? 2. Hast du Bekannte, die süchtig sind, und wie ist das für dich? 3. Hast du selbst schon einmal irgendwelche Suchtmittel (Alkohol, Tabak, Haschisch, Ecstasy, Heroin usw.) genommen oder daran gedacht, es zu tun? 4. Bist du nach etwas anderem (z.B. Fernsehen, Süssigkeiten) leicht oder schon schwer süchtig? 5. Gibt es etwas oder mehrere Dinge in deinem Leben, die dich dazu bringen könnten, Suchtmittel zu nehmen oder von irgendetwas süchtig zu werden? 6. Was hält dich am besten davon ab, was könnte dich davor bewahren, süchtig zu werden? 7. Möchtest du, dass in der Klasse das Thema Sucht und Drogen ausführlicher behandelt wird? Bist du bereit, dich einigermassen offen am Gespräch zu beteiligen? Bei welchen Themen hättest du Mühe, dich persönlich zu äussern? 8. Hast du das Thema Sucht und Drogen in einer andern Klasse schon einmal behandelt? Vorbereitung Wenn die Lehrperson, Schüler/ 11 -innen oder Eltern Suchtmittel konsumieren oder süchtig sind. Infoblatt für Lehrperson Wenn Sie selber eigene Erfahrungen oder Probleme mit Suchtmitteln oder Suchttätigkeiten haben, kann diese Erfahrung Ihnen bei der Behandlung der Themen um Sucht und Drogen sehr hilfreich sein. Vielleicht aber haben Sie gerade deshalb Mühe, das Thema im Unterricht anzugehen. Die Angst, als „schlechtes Beispiel dazustehen, ist verständlich. Es ist wichtig, sich über diesen Konflikt im Klaren zu sein und sich zum Voraus gut zu überlegen, inwieweit Sie von Ihren eigenen Erfahrungen erzählen wollen. (Dies ist auch der Sinn der 7. Frage der „Fragen an die Schülerschaft F1 S. 28.) Es ist klar, dass es äusserst heikel ist, z. B. über eigene schwere Alkoholprobleme oder über den Konsum illegaler Drogen zu reden. Es kann aber thematisiert werden, warum es für Lehrpersonen und für SchülerInnen problematisch ist, z. B. über eigene Erfahrungen mit Haschisch zu erzählen. Hingegen ist der eigene Zigarettenkonsum ja wahrscheinlich bekannt, und deshalb sollte auch möglichst ehrlich darüber gesprochen werden. In Bezug auf (Sucht-)Probleme Ihrer Schülerinnen und Schüler erfahren Sie aufgrund des Fragebogens eventuell Dinge, die Sie vorher nicht wussten oder höchstens vermuteten. Es kann aber auch sein, dass Sie über Sucht- und Konsumverhalten Ihrer Schülerinnen und Schüler und deren Eltern Dinge wissen, die in den Antworten bewusst oder unbewusst verschwiegen werden. Übrigens brauchen Sie sich keine Vorwürfe zu machen, wenn Sie in Bezug auf (Sucht-)Probleme weniger wissen als die Kinder bzw. Jugendlichen Ihrer Klasse und wenn Sie vieles nicht gemerkt haben, was nun in deren Antworten zum Vorschein kommt. Die meisten Kinder und Jugendlichen sind sehr raffiniert im Verheimlichen von verbotenem Verhalten! Die Lektionsreihe ist ja eigentlich auf Klassen ausgerichtet, in denen keine gravierenden Suchtprobleme vorkommen. Es muss deshalb bei vielen Themen bedacht werden, was damit bei Schülerinnen mit Suchtmittelerfahrungen (und das können auch schon 11-, 12-Jährige sein) oder mit Suchtproblemen im näheren Umfeld indirekt ausgelöst werden könnte. So können bei Kindern mit süchtig rauchenden oder trinkenden Eltern bei der Behandlung der schädlichen Folgen von Süchten massive Ängste aufbrechen. Oder ein/e Schüler/in kann in einen Konflikt geraten, wenn sie/er weiss, dass Kameradinnen Suchtmittel konsumieren und nun hört, wie wichtig es wäre, Suchttendenzen frühzeitig zu erkennen und etwas dagegen zu tun. Soll sie/er nun seine Kameradinnen bei der Lehrperson oder bei den Eltern „verraten? Zu diesem Thema ist in der Lektionsreihe im Teil Prävention II eine Sequenz ausgearbeitet. Sicher gibt es keine generell gültigen Antworten, wie in solchen Fällen vorgegangen werden sollte. Das Blatt „Mein(e) Schüler(in) ist mit Suchtmitteln in Kontakt gekommen (siehe S. 30) zeigt einen Weg, wie mit einzelnen Schülerinnen, die Suchtmittel konsumieren, umgegangen werden kann. Um Kindern mit süchtigen Eltern beizustehen, empfiehlt sich sicher ein Gespräch unter vier Augen. Alle SchülerInnen sollten aber wissen und spüren, dass sie mit Suchtproblemen der Eltern zu Ihnen kommen können, dass sie dabei auf Ihre Verschwiegenheit zählen können. Auf jeden Fall sollten sie Beratungsstellen für sich selbst oder für die Eltern kennen. Die Beratungsstellenlisten finden Sie im Anhang. Inwieweit solche persönlichen Probleme auch in der ganzen Klasse besprochen werden sollten, hängt wohl davon ab, ob die Klasse ohnehin schon vieles darüber weiss. Einladung zu einem Elternabend Liebe Eltern Die Klasse Ihres Kindes wird in nächster Zeit das Thema „Sucht Drogen Prävention anhand einer Lektionsreihe der Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich behandeln. Dabei werden nicht nur die illegalen Drogen angesprochen. Auch legale Drogen wie Alkohol und Tabak werden thematisiert, ebenso verschiedene Suchttätigkeiten wie z. B. Spiel- und Magersucht, sowie die Abhängigkeit von Sekten. • Die Suchtpräventionsstelle umschreibt das Ziel der Lektionsreihe wie folgt: „Es geht darum, bei Schülerinnen und Schülern aber auch bei Lehrpersonen und Eltern ein tieferes Bewusstsein zu wecken für die Gefahren, Ursachen und Hintergründe süchtigen Verhaltens. Einzelne Suchtmittel und Suchttätigkeiten stehen aber nicht im Zentrum. Ziel jeder suchtpräventiven Arbeit ist es, für den Umgang mit Spannungen und Konflikten geeignetere Möglichkeiten zu finden als die Flucht in ein Suchtverhalten und ganz allgemein die Lebensfreude, das Wohlbefinden und die Lebensqualität zu fördern. Im Anschluss an die Klassenarbeit möchten wir Sie herzlich zu einem Elternabend unter Leitung einer Fachperson einladen. Ort:. Datum/Zeit: . Leitung: . Auch die Schülerinnen und Schüler der Klasse nehmen (nur bis zur Pause bis zum Schluss) teil. Im ersten Teil möchten wir Ihnen das Erarbeitete vorstellen. Nach der Pause haben wir dann Zeit für ein längeres Gespräch über suchtpräventive Möglichkeiten im Alltag. • Es ist uns ein grosses Anliegen, dass möglichst viele Eltern von diesem Angebot profitieren, und wir hoffen auf einen lebhaften Austausch. Mit freundlichen Grüssen ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Anmeldetalon (bitte nicht Zutreffendes streichen): Ich Wir nehmen am Elternabend teil. Ich Wir sind verhindert. Datum: Unterschrift: Eltern b n WARUM? 1) Warum brauchen heute so viele Jugendliche (und nicht nur sie!) derart starke Schmerzmittel wie Heroin oder derart starke Aufputschmittel wie Kokain oder Ecstasy, so wirkungsvolle Substanzen wie Haschisch oder LSD, um ihre innere Welt zu erfahren? • 2) Warum haben immer noch zu viele Menschen nicht gelernt, mit Alkohol genussvoll umzugehen oder darauf zu verzichten? 3) Warum rauchen immer noch so viele Menschen, obwohl die schädlichen Wirkungen für sie selbst und die Passivrauchenden bewiesen sind? 4) Warum fühlen sich vor allem Mädchen und Frauen in ihrem Körper derart unwohl, dass sie einem Schlankheitswahn verfallen, der sie in eine Mager- oder Ess-Brech-Sucht drängen kann? 5) Warum sind Extremsportarten wie Bungee-Jumping, Deltasegeln, geln, Extremklettern, Autorasen, immer härtere Brutalos und Gewalt (schon in Schulen) derart in Mode gekommen? 6) Warum arbeiten sich Menschen, besonders Männer, in süchtiger Art ihrem Herzinfarkt entgegen? 7) Warum wenden sich immer mehr Menschen irgendwelchen Sekten oder Wunderheilern zu und sind bereit, ihre Persönlichkeit aufzugeben? 8) Was stimmt in unserer Gesellschaft, in unseren Schulen, Familien usw. nicht? Inhaltsverzeichnis 1.1 L2 1.3 Boys Girls in Kürze . Die Ausstellung Das Praxismanual Suchtprävention 5 Geschlechtsspezifische Suchtprävention Suchtprävention mit Mädchen Suchtprävention mit Jungen Suchtprävention im Unterricht 6 11.1 11.2 11.3 III. Folie Folie 111.1 Folie Folie 111.2 Folie 111.3 111.4 111.5 111.6 111.7 111.8 Folie 111.9 Rollenverständnis Wann ist eine Frau eine Frau? Wann ist ein Mann ein Mann? Botschaften Mädchen vor Veranstaltungsplakat Junge vor Veranstaltungsplakat Wer oder was zieht mich an? . Style your body Macho, Macho wann ist ein Mann ein Mann? . Meine vielen Gesichter Der Mann in der Werbung . Mädchen sind doof! Jungen sind doof! . Was tun, wenn.? Ein ganz normaler Tag? Ein ganz normaler Tag?. 9 11. 7 8 11 13 15 17 18 19 20 21 23 IV. Beziehungen . 24 Folie IV.1 Folie IV.2 Folie IV.3 IV.4 IV.5 IV.6 IV.7 IV.8 Ich hab einfach probiert Babyfotos . Typisch Eltern Komm mir bloss nicht mit einem Kind an! Was heisstn hier Liebe? Die passen zusammen oder? Superboy . Supergirl . Sprüche, die weh tun können Ich finde toll an dir . Rollenspielszenen Liebe . 25 27 29 30 31 32 33 34 V. Folie Folie V.1 V.2 V.3 Folie V.4 Folie V.5 V.6 V.7 V.8 Sexualität . Zeit der Veränderung (girls) Zeit der Veränderung (boys) Sexualität ist Sexualität ist nicht . Der Augenblick des Mondes . Fragen zur Sexualität für Jungen . Die Sache mit Sandra Blickwinkel. Tanjas Entscheidung Rollenspiele zum Thema Verhütungsmittel (girls) Rollenspiele zum Thema Verhütungsmittel (boys) Das Kondom dein Freund und Helfer . Eine Live-Talkshow: Welche V