Arbeitsblatt: Sonnenschutz für Kinder

Material-Details

Sonnenregeln
Wirtschaft, Arbeit, Haushalt
Gesundheit
11. Schuljahr
2 Seiten

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05.11.2014

Autor/in

Kathrin Holinger
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Berufsfachschule Basel Sonnenschutz für Kinder Kinder dürfen unter keinen Umständen einen Sonnenbrand erleiden, denn der Eigenschutz gegen die UV-Strahlung entwickelt sich erst in den ersten Lebensjahren. Jeder einzelne Sonnenbrand im Kindesalter erhöht das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken. Ein schwerer Sonnenbrand kann sogar lebensbedrohend sein und muss sofort ärztlich behandelt werden. Keine Sonnenstrahlung für Babys Besonders gefährdet sind Säuglinge. Sie sind der UV-Strahlung praktisch schutzlos ausgeliefert und dürfen daher nicht in die direkte Sonne. Innert Kürze würden sie einen Sonnenbrand erleiden und ihre Augen könnten Schaden nehmen. Verwenden Sie für die empfindliche Babyhaut keine Sonnencreme. Schützen Sie Babys mit sonnengerechten Kleidern und vor allem mit Schatten. Sonnenexposition frühestens im 2. Lebensjahr Im zweiten Lebensjahr darf Ihr Kind gut geschützt ein wenig in die Sonne. Auch Sonnencreme können Sie jetzt anwenden (physikalische Filter verwenden). Tragen Sie eine halbe Stunde bevor Sie in die Sonne gehen eine grosszügige Menge Creme auf nicht bedeckte Körperstellen. Nach dem Baden muss sie erneuert werden. Doch auch mit Sonnenschutz sollte Ihr Kind nicht zu lange in der Sonne sein. Die starke Mittagssonne von 11-15 Uhr muss auf jeden Fall gemieden werden. Nutzen Sie den Vor- und Nachmittag für Aufenthalte im Freien. Schatten und sonnengerechte Kleidung Kinder müssen ab UV-Index 3 (mittlere Strahlungsstärke) geschützt werden: durch Kleidung, breitrandige Kopfbedeckung und Sonnenbrille mit UV-Filter. Kinder sollten vorwiegend im Schatten spielen, besonders zwischen 11 und 15 Uhr, wenn die UVStrahlung am stärksten ist. Die Kleider sollten aus engmaschigem Stoff und nicht eng anliegend sein. Achten Sie darauf, dass die Schultern Ihres Kindes auch beim Baden mit einem T-Shirt oder Badekleid bedeckt sind. Vorsicht: Auch unter dem Sonnenschirm kann die UV-Strahlung noch beträchtlich sein. Zusätzlicher Schutz mit Kleidung, Sonnencreme und Brille ist notwendig. Mein Kind hat Sonnenbrand. Was kann ich dagegen tun? Geben Sie Ihrem Kind viel zu trinken, damit der Flüssigkeitsverlust durch die Sonne ausgeglichen wird. Um den Sonnenbrand selbst zu lindern, legen Sie ein Baumwolltuch in kühles Wasser, wringen es aus und legen es sanft für eine Viertelstunde auf die betroffene FAHW 2A Gesundheits- und Sozialwesen 1. Bildungsjahr Berufsfachschule Basel Stelle. Wiederholen Sie das mehrfach am Tag, achten Sie aber darauf, dass es Ihrem Kind dabei nicht kalt wird. Ebenfalls kühlend und beruhigend auf die Haut wirken Kompressen mit Buttermilch, Quark oder Kamillentee. Vielleicht mag Ihr Kind auch ein kaltes Bad nehmen, dann allerdings ohne seifenhaltige Badezusätze. Oder Sie tupfen (nicht reiben!) eine Feuchtigkeit spendende Creme auf Wasserbasis oder ein Gel auf, zum Beispiel mit Aloe Vera. Achten Sie darauf, dass die Creme keinen Alkohol enthält, denn das trocknet die Haut zusätzlich aus und brennt. Homöopathisch kann man entweder Calendumed-Gel auftragen oder BelladonnaKügelchen geben. Ziehen Sie Ihrem Kind weit geschnittene, leichte Kleidung an, die nicht kratzt. Halten Sie Ihr Kleines von der Sonne fern, bis die Haut völlig geheilt ist denn so lange ist die Gefahr eines erneuten Sonnenbrands besonders hoch. Ein paar Dinge, die Sie unbedingt vermeiden sollten: • • • Verwenden Sie keine Öle oder fetthaltige Cremes für die Hautbehandlung, denn diese hindern das Kind am Schwitzen und die Hitze kann nicht aus dem Körper entweichen. Stattdessen kann es die Verbrennung verschlimmern. Verwenden Sie keine Eiswürfel zum Kühlen, sie schaden der Haut (Erfrierungen!). Drücken oder stechen Sie Brandblasen nicht auf. Sie sind entstanden, um die unteren Hautschichten zu schützen und wenn sie geöffnet werden, dann kann eine Infektion entstehen. Wenn sich die Brandblasen von selbst öffnen, ist die Haut darunter meist schon verheilt, wenn auch noch sehr empfindlich. Warum ist ein Sonnenbrand bedenklich? Ein Sonnenbrand ist eine akute Entzündung, es ist buchstäblich eine Verbrennung. Vielleicht erleidet Ihr Kind nur eine Verbrennung ersten Grades, was bedeutet, dass sich die Haut rötet, leicht anschwillt und schmerzt. Eine Verbrennung zweiten Grades ist schlimmer in jeder Hinsicht: Die Rötung, die Schmerzen, die Schwellung sind heftiger und die Haut kann Blasen bilden. Eine Verbrennung ersten Grades heilt meist innerhalb von zwei bis fünf Tagen, eine Verbrennung zweiten Grades braucht zur Heilung einige Wochen. In diesem Fall sollten Sie mit Ihrem Kind auch zum Kinderarzt gehen selten kann ein stationärer Aufenthalt notwendig werden. Außerdem kann Ihr Kind einen Hitzschlag bekommen, wenn es zu lange in der Sonne war. Noch schlimmer können allerdings die Spätfolgen eines Sonnenbrandes sein. Schon der erste schlimme Sonnenbrand kann ein Auslöser für Erkrankungen im Erwachsenenalter sein. So haben wissenschaftliche Studien gezeigt, dass viele Hautkrebs-Erkrankte in ihren frühen Lebensjahren stark der Sonne ausgesetzt waren. Zwar verursacht Sonnenbrand nicht automatisch Hautkrebs, aber die Haut speichert diese Verletzung und die Zellstruktur kann sich dadurch verändern. Muss ich mir Sorgen wegen Hautschäden machen? Leider ja. Etwa 80 Prozent der Sonneneinstrahlung im Leben nehmen wir während der ersten 20 Jahre auf. Sich dem UV-Licht der Sonne auszusetzen ist die Hauptursache für Hautkrebs aller Art. FAHW 2A Gesundheits- und Sozialwesen 1. Bildungsjahr Berufsfachschule Basel Manche Studien deuten darauf hin, dass Sonnenbrand in der Kindheit das maligne Melanom auslöst die tückischste Form des Hautkrebs. Die ersten Lebensjahre bis zum Alter von 12 Jahren sind dabei entscheidend. Eine australische Studie deutet darauf hin, dass vier von fünf Hautkrebserkrankungen bei entsprechend vorsichtigem Verhalten vermeidbar wären. Blonde, hellhäutige, sommersprossige sowie grün- oder blauäugige Kinder haben das höchste Risiko, Hautschäden und Krebs durch Sonne zu bekommen, aber gefährlich ist die Strahlung für jeden. Wann muss ich zum Arzt? Wenn es nur ein leichter Sonnenbrand ist und die Haut Ihres Kindes gerötet und empfindlich ist, dann brauchen Sie nicht zum Arzt/ zur Ärztin gehen. Aber wenn Ihr Kind eines der folgenden Symptome hat, dann ist ein Arztbesuch nötig: Innerhalb der ersten 24 Stunden bilden sich Blasen auf der Haut • Hände oder Gesicht schwellen an • Anzeichen einer Infektion (Eiter oder rote Striemen) • Fieber • Extreme Schmerzen oder Unwohlsein • Übelkeit, Erbrechen oder Ohnmacht Der Sonnenbrand kann sich ein oder zwei Tage lang noch verschlimmern, bleiben Sie also mindestens so lange auf der Hut vor diesen Symptomen. • Was ist, wenn sich die Haut schält? Machen Sie sich keine Sorgen, wenn sich die Haut Ihres Kindes nach einem Sonnenbrand schält. Das ist ein normaler Teil des Heilungsprozesses und setzt ein paar Tage nach dem Sonnenbrand ein. Sonnenschutz für Kinder ohne Wenn und Aber Mit nur einigen wenigen Vorsichtsmaßnahmen können auch Kinder schönes Sonnenwetter in vollen Zügen genießen. Für Babys sollte Sonne jedoch tabu sein FAHW 2A Gesundheits- und Sozialwesen 1. Bildungsjahr Berufsfachschule Basel Kinderhaut ist sehr empfindlich Die Haut von Säuglingen und Kleinkindern ist besonders empfindlich auch und vor allem, wenn es um UV-Strahlung geht. Denn sie ist noch sehr dünn und der UV-Eigenschutz muss sich in den ersten Lebensjahren erst noch entwickeln. Gleichzeitig brauchen Kinder aber auch möglichst viel Gelegenheit, sich im Freien austoben und bewegen zu können. Sie sind also naturgemäß der UV-Strahlung in besonderem Maße ausgesetzt. Doch wenn Sie einige Verhaltensregeln beachten und Ihr Kind auch durch Ihr Vorbild mit wichtigen Schutzmaßnahmen vertraut wird, können Sie den schädlichen Einflüssen der Sonne und damit langfristigen Sonnenschäden wirkungsvoll vorbeugen. Im ersten Lebensjahr ist Schatten angesagt In den ersten zwölf Lebensmonaten sollte ein Kind möglichst gar keiner direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt sein. Dennoch muss Ihr Baby nicht auf die heilsamen Kräfte der Sonne verzichten. So reichen beispielsweise für die körpereigene Bildung von Vitamin auch in unseren Breitengraden bereits zehn bis 15 Minuten indirekter Sonneneinstrahlung völlig aus. • Achten Sie darauf, dass Ihr Baby immer einen Schattenplatz hat. • Vermeiden Sie auch mit Sonnenschutz, wie Schirm oder Verdeck, die pralle Sonne, damit Ihr Kind nicht überhitzt wird. • Sonnenschutzmittel sollten im ersten Lebensjahr möglichst nicht verwendet werden, da sie die empfindliche Babyhaut unnötig belasten. • Babyöl ist kein Sonnenschutzmittel, sondern fördert noch die Lichtempfindlichkeit der Haut. Auch bis ins Vorschulalter gilt: pralle Sonne möglichst vermeiden Für Kinder ist es wichtig und gesund, sich viel im Freien bewegen und draußen spielen zu können. Und das können und sollten sie auch. Allerdings sollten sie hierbei auch nach dem ersten Lebensjahr möglichst wenig direkter Sonnenbestrahlung ausgesetzt sein. Kinderhaut kann noch nicht schnell und ausreichend Pigmente produzieren, die als natürlicher FAHW 2A Gesundheits- und Sozialwesen 1. Bildungsjahr Berufsfachschule Basel Eigenschutz gelten, und sie kann UV-Schäden auch nur unzureichend reparieren. Denn dieser körpereigene Schutz vor Sonnenstrahlen entwickelt sich erst im Verlauf von Jahren. Den einfachsten und gleichzeitig wirksamsten Sonnenschutz bieten deshalb schattige Plätze und sonnengerechte Kleidung, und gerade während der stärkeren Mittagssonne sollte besser eine Pause eingelegt werden. Auch bei bedecktem Himmel ist noch Vorsicht angesagt, denn bis zu 80% der UV-Strahlung dringen auch dann noch bis auf die Haut durch. Sonnengerechte Kleidung Den wirksamsten Schutz bietet neben schattigen Plätzen eine sonnengerechte Kleidung von Kopf bis Fuß: • Der Kopf, insbesondere auch Gesicht, Nacken und Ohren sind sehr empfindlich. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Kind in der Sonne immer einen Hut, eine Kappe oder ein Tuch mit Schirm und Nackenschutz trägt. • Die Kleidung sollte luftig und nicht zu eng sein und möglichst viel vom Körper bedecken. Langärmelige Hemden oder T-Shirts und weit geschnittene, möglichst lange Hosen sind ideal. • Nicht alle Stoffe sind sonnendicht. Mittlerweile gibt es T-Shirts, Hemden und Hosen, deren Stoffe durch besondere Webtechniken oder Imprägnierungen einen besonderen UV-Schutz bieten. Dieser so genannte UV-Protektionsfaktor (UVP) sollte nicht niedriger als 30 sein. • Beim Plantschen oder Schwimmen sollten Schultern und Rücken am besten durch ein T-Shirt geschützt werden. Allerdings bieten nicht fest gewebte Baumwoll-T-Shirts keinen ausreichenden Schutz und lassen vor allem im nassen Zustand UV-Strahlen durch. Der Stoff sollte also entweder sehr fest gewebt oder am besten mit einem UV-Protektionsfaktor ausgestattet sein. • Schuhe sollten den Fuß auch Ferse und Fußrücken weitgehend bedecken. Sonnenschutzmittel richtig verwenden Ergänzend zum textilen Sonnenschutz sollten alle nicht geschützten Körperteile wie Hände, Gesicht, Fußrücken durch Sonnenschutzmittel geschützt werden. Allerdings darf häufiges Eincremen und ein hoher Lichtschutzfaktor nicht dazu verleiten, Kinder unbesorgt in der prallen Sonne oder länger in der Sonne spielen zu lassen. • Verwenden Sie nur speziell für Kinder geeignete Sonnenschutzmittel. Cremes und Lotionen trocknen die Kinderhaut weniger aus, als zum Beispiel Gele. • Das Sonnenmittel sollte UV-A- und UV-B-Strahlen blocken mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 15, besser noch 20. • Cremen Sie alle unbedeckten Körperstellen vor dem Hinausgehen am besten etwa eine halbe Stunde vorher sorgfältig ein. • Achten Sie darauf, dass ausreichend Sonnenschutzmittel aufgetragen wird, da andernfalls der Lichtschutzfaktor nicht wirksam ist. FAHW 2A Gesundheits- und Sozialwesen 1. Bildungsjahr Berufsfachschule Basel • Cremen Sie die Haut bei längeren Aufenthalten im Freien wiederholt ein. Da das Sonnenschutzmittel durch Schwitzen und Abrieb abgetragen wird, ist dieses wiederholte Auftragen nötig, um den Schutz aufrechtzuerhalten; hierdurch verlängert sich jedoch nicht die durch den Lichtschutzfaktor angegebene Schutzdauer des Sonnenschutzmittels. Beim Schwimmen, Plantschen oder Spielen am Wasser ist das Risiko für einen Sonnenbrand besonders hoch. Dies gilt selbst dann, wenn sich die hauteigenen UV-Filter bereits herausgebildet haben. Bestimmte Stoffe dieses natürlichen Schutzschirms sind nämlich wasserlöslich und waschen sich während des Badens schon innerhalb kurzer Zeit aus. • • Verwenden Sie für Aufenthalte am und im Wasser besonders wasserfeste Sonnenschutzmittel. Erneuern Sie nach jedem Baden den Sonnenschutz. Auch die Augen brauchen Schutz Nicht nur die Haut braucht besonderen Schutz, auch die Augen reagieren besonders empfindlich auf Sonnenlicht und UV-Strahlen. Eine extreme UV-B-Belastung, zum Beispiel bei längeren Aufenthalten im Hochgebirge vor allem im Schnee kann zu schmerzhaften Entzündungen der Horn- und Bindehaut führen. Achten Sie deshalb darauf, dass die Augen Ihres Kindes insbesondere im Gebirge oder an der See durch eine entsprechende Kopfbedeckung mit Sonnenschirm oder durch eine Sonnenbrille mit UVFilter geschützt sind. • Gehen Sie mit gutem Beispiel voran Kinder lernen vor allem durch Nachahmen und eifern auch in ihrem Verhalten gerne ihren erwachsenen Vorbildern nach. Ihr Kind wird umso leichter lernen, sich auch selbst vor den Risiken der Sonne zu schützen, wenn Sie als Eltern mit gutem Beispiel vorangehen. Schützen Sie sich deshalb auch selbst, indem Sie sich zum Beispiel nicht zu lange in der direkten Sonne aufhalten und sich durch entsprechende Kleidung und Kopfbedeckung schützen. FAHW 2A Gesundheits- und Sozialwesen 1. Bildungsjahr