Arbeitsblatt: Krank sein im Mittelalter
Material-Details
Infoblatt
Geschichte
Mittelalter
5. Schuljahr
1 Seiten
Statistik
139567
1057
6
24.11.2014
Autor/in
D. B.
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Krank sein im Mittelalter Die Menschen im Mittelalter wurden nicht so alt wie heute. Einerseits war das Wissen über das Heilen von Krankheiten und Verletzungen nicht so ausgeprägt wie heute, andererseits hatten viele Leute nicht die Möglichkeit, so gesund zu leben wie heute. Im Winter lüftete man so wenig wie möglich, weil die Häuser sowieso schon nur schwer zu heizen waren. Viele Leute konnten sich keine Fensterscheiben leisten, so waren die Fenster im Winter mit Brettern oder Lumpen vermacht. Stell dir vor, wie schnell man in so einer muffigen, kalten Luft einen Schnupfen einfing Gesunde Esswaren zu bekommen war im Winterhalbjahr ebenfalls schwierig. Allenfalls hatte man im Keller einige verschrumpelte Äpfel und Karotten, Randen, Sellerie usw. Dazu war vor allem in den Städten die Hygiene katastrophal. Abfall und Exkremente wurden vielerorts einfach auf die Strasse gekippt. Es gab massenhaft Ratten und Mäuse, die ebenfalls Krankheiten übertrugen. Die grossen Pest-Epidemien sind das berühmteste Beispiel. In einigen Städten starben während der Pest bis zu einem Viertel aller Menschen. Im Sommer waren die Menschen vor allem in der Nähe von Seen gefährdet. Weil es grosse Sumpfflächen gab, entwickelten sich Krankheiten stark, die sich über Mücken verbreiteten. Heute sind diese Krankheiten bei uns verschwunden, weil es keine grossen Sumpfflächen mehr gibt und dadurch viel weniger Mücken. Wer krank wurde, dachte oft, von Gott eine Prüfung auferlegt erhalten zu haben. Viele Kranke beteten deshalb oder spendeten Geld an ein Kloster. Auch unternahmen Kranke oft Reisen zu Wallfahrtsstätten und baten dort um Heilung. Weil vielen Tieren und Gegenständen magische Wirkung nachgesagt wurde, blühte der Aberglaube. Menschen mit unheilbaren Krankheiten wurden aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Sie mussten im Siechenhaus ausserhalb der Stadtmauer leben. Alles in allem muss gesagt werden, dass Menschen entweder eine Krankheit mehr oder weniger von selbst überlebten oder daran starben. Die Lebenserwartung lag bei 33 Jahren. (Heute liegt sie bei etwa 75 Jahren.)