Arbeitsblatt: Wenn Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen
Material-Details
Hörspiel in Textform
Deutsch
Vorlesen / Vortragen / Erzählen
5. Schuljahr
2 Seiten
Statistik
141764
818
2
11.01.2015
Autor/in
Emily Kottke
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Wenn Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen Es ist ein lauer Sommerabend. Hell stehen der Mond und die Sterne über dem dunklen Wald. Der Sommer ist fast vorbei. die Felder sind gemäht und die Tage werden langsam kürzer. Aber noch duftete alles nach Heu, Blumen und Tannennadeln. An diesem Ort, wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen, sitzt ein kleiner Hase auf einem Hügel und findet den Heimweg nicht mehr. Was ist das? Am Waldrand taucht eine Gestalt zwischen den Bäumen auf. Der Fuchs. Er hat ein schönes, dichtes, rotes Fell und eine buschige Rute. Sein Bauch und seine Schwanzspitze sind schneeweiss. Er wittert, kommt aus dem Schatten des Waldes hervor und schaut sich um. Auf einmal hört er ein Geräusch. Was war das?, denkt er erschrocken. Da, schon wieder. „Hoppla das ist ja mein Bauch, stellt er fest. So hungrig ist also unser Fuchs. Er schaut sich suchend um. Ob wohl eine leckere Beute in der Nähe ist. Da sieht er das Häschen, klein und ängstlich sitzt es auf dem Hügel. „Hmhm, was für eine leckere Mahlzeit, denkt er, leckt sich die Schnauze und schleicht den Hügel hinauf. Das Häschen sitzt auf den Hügel und schaut auf den Wald. Klein ist es. Gerade in diesem Sommer geboren und der ganze Stolz seiner Eltern. Braun mit einem weissem Puschelschwänzchen und schönen langen Ohren. Mal drehen sich die Ohren in die eine und die andere Richtung. Den ganzen Tag ist es mit seinen Freunden über die Wiese gehoppelt und Verstecken gespielt. Nun hatte es heute ein so gutes Versteck gefunden, dass es wartete und wartete, doch niemand kam. Als es aus dem versteck kroch, war kein anderes Häschen zu sehen. Die anderen sind wahrscheinlich schon zu hause bei den Eltern. Das kleine Häschen jedoch weiss nicht wo es nach Hause geht. Es hat sich verlaufen. Die Eltern haben den Häschen immer gesagt, dass es nicht alleine im Dunkeln rumhoppeln soll, weil es viele böse Tiere gibt. Da sass es nun auf dem Hügel ganz allein. Da kam auch schon der Fuchs angeschlichen und sperrt sein grosses Maul auf, zeigt seine spitzen weissen Zähne. „Halt! Nicht fressen!, sagt der kleine Hase. „Weisst du nicht, dass das hier ein Ort ist, wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen? Das Häschen streckt dem Fuchs seine Löffel und seinen Zeigefinger entgegen. Der Fuchs schaut den Hasen verblüfft an. „Gute Nacht!,sagt der Fuchs und sperrt sein grosses Maul wieder auf. Dabei reisst er seine Augen und sein Rachen weit auf und streckt seine Zunge raus. Ganz fürchterlich sieht der Fuchs jetzt aus. Doch unser kleine gase verschränkt tapfer seine Arme. Er weiss, dass er jetzt keine Angst zeigen darf. „Der Fuchs wird mich fressen, wenn ich jetzt fortlaufe, denkt er. Er sagt zum Fuchs: „Halt! Nicht fressen! Zum Gute-Nacht-Sagen gehört eine Gute-Nacht-Geschichte. Verwundert denkt der Fuchs: „Was will der denn von mir. Doch da sagt der Hase schon frech: „Und du musst sie mir erzählen. „Was ist eine Gute-NachtGeschichte?, fragt der Fuchs neugierig. „Du weisst nicht, was eine Gute-Nacht-Geschichte ist? Das ist eine Geschichte, die man den Kindern zum Einschlafen erzählt. Dann schlafen sie besser und träumen schön, erwidert der Hase. Der Fuchs denkt nach: „Das ist leicht, das kann ich. Er legt sich auf den Rücken und der Hase setzt sich erwartungsvoll auf seinen Bauch. Der Fuchs fängt an zu erzählen: „An einem ort, wo Fuchs und gase sich Gute Nacht sagen, sitzt ein kleiner, frecher Hä auf einem Hügel, und aus dem Wald kommt ein hungriger Fuchs angeschlichen. Der fuchs sagt dem Hasen Gute Nacht und erzählt ihm eine Gute-Nacht-Geschichte von einem Ort, wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen. Und dann frisst der Fuchs den gasen auf. Der Fuchs sperrt wieder sein grosses Maul auf. „Halt! Nicht fressen! Nach einer Gute-Nacht-Geschichte muss man mich ins Bett bringen, sagt der kleine Hase, „zu mir nach Hause. „Zu dir nach Hause, fragt der Fuchs. „Wo ist denn dein zu Hause? „Ich habs vergessen, antwortet das Häschen. „Ich finde den Weg nicht mehr, aber du mit deiner Supernase kannst den Weg doch bestimmt erschnüffeln, oder? „Fein, denkt sich der Fuchs und riecht den Braten schon: „Das gibt einen dreifachen Hasenschmaus: Hasenmama, Hasenpapa und ein zartes Hasenkind. Schon sieht er die Hasen ängstlich auf Teller hockend, derweil er sich daran macht sie zu würzen und zu salzen, sie zu rupfen und zu zupfen, sie aufzuspiessen und zu fressen. Er leckt sich die Lippen. „Setz dich auf meinen Rücken, sagt er grossmütig zum Hasen. „Ich bringe dich nach Hause. Und los gehts. Über Stock und Stein in den dunklen Wald. Schnell erschnüffelt er sich den Hasenbau. Schön versteckt unter den grossen Tannen mitten im Wald, da wo die Büsche am dichtesten sind, befindet sich der Hasenbau. Er öffnet vorsichtig die Tür und schaut sich überall um. Der Hasenbau ist gemütlich eingerichtet. Im Wohnzimmer brennt ein Feuerchen und in der Küche kocht eine Mohrübensuppe. „Da ist ja niemand zu Hause! Mama und Papa sind bestimmt auf der Suche nach ihrem Hasenkind, sagt der Fuchs. „Aber das verschwindet jetzt in meinem Bauch. Darauf sieht er sich in der Hasenküche um und stellt einen Teller auf den Tisch, holt sich Messer und Gabel und setzt sich auf ein viel zu kleines Hasenstülchen. Er leckt sich die Schnauze und sperrt sein grosses Maul auf. Doch wieder streckt der Hase seinen Zeigefinger und sagt: „Halt! Nicht fressen! Jetzt musst du mir ein Gute-Nacht-Lied singen und mir so lange die Pfote halten, bis ich einschlafe. Das machen nämlich alle Füchse, wenn sie dem Hasen Gute Nacht sagen. Hast du das nicht gewusst? „Ich kenne kein Gute-Nacht-Lied, protestiert der Fuchs. „Ausserdem habe ich Hunger. Hörst du nicht wie mein Magen knurrt? „Das tut mir Leid. Ich hätte eine Karotte für dich, bietet der Hase an. „Nein danke, ich esse lieber Hasenbraten. „Sing mir doch erst mein Lied vor, bettelte der Hase. Fuchs und Hase gehen ins Hasenschlafzimmer und der Fuchs setzt sich auf einen Stuhl neben das Bett. Der Hase kuschelt sich unter seine Decke und hört dem Fuchs erwartungsvoll zu. Der Fuchs seufzt und beginnt zu singen und zu summen, zu murmeln und zu brummen, leiser, immer leiser und schläft ein. Er schnarcht und schnarcht, so dass der Hasenbau nur so wackelt. Er träumt von Hasenbraten, von gesalzenen Hasenohren und von eingelegten Hasenkeulen. Der Fuchs schläft immer tiefer ein. Darauf hat das Hasenkind nur gewartet. Es richtet sich in seinem Bettchen auf, betrachten den Fuchs und lauscht seinem Schnarchen. Die Tür geht auf. Herein kommen Hasenmama und Hasenpapa. Der kleine Hase springt geschwind auf Mamas Arm. Als aber der Hasenpapa den Fuchs neben dem kleinen Bett sitzen sieht, erschrickt er gewaltig. Die Hasenmama drückt das Häschen fest an sich. „Wie kommt der Fuchs in unser Hasenbau?, fragen die Eltern das Häschen. „Er hat mich nach Hause gebracht, antworten das Hasenkind. Bevor es seine Geschichte erzählen kann, holt der Hasenpapa das Nudelholz und macht sich auf den Fuchs los. Doch bevor er auf dem Fuchs einen auf die Nase geben kann, stoppt das Häschen ihn und flüstert: „Halt! Nicht hauen! Weisst du nicht, dass das hier ein Ort ist, wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen? Der Hasenpapa schaut verdutzt auf das Hasenkind und lässt das Nudelholz sinken. Der Fuchs schläft seelenruhig weiter. „Der Fuchs kann aber nicht in unserem Hasenbau bleiben. Wenn er aufwacht wird er uns alle fresse, sagt Hasenmama. Die Hasenfamilie überlegt gemeinsam wie sie den Fuchs wieder nach draussen schaffen können. Hasenpapa holt einen dicken Strick aus seiner Werkzeugkiste. „Den binden wir dem Fuchs um den Bauch und ziehen ihn dann heraus. Wie gesagt, so getan. Vorsichtig binden sie dem Fuchs den Strick um den Bauch. Zu dritt ziehen sie den schlafenden Fuchs aus ihrer Höhle. Ganz vorsichtig müssen sie dabei sein, denn sollte der Fuchs aufwachen daran wollen sie gar nicht denken. „Hauruck, flüstert der Hasenpapa. Der Fuchs ist ganz schön schwer für die kleinen Hasen, doch mit aller Mühe schaffen sie es nach draussen. Sie gönnen sich ganz kurz eine Pause. „Lasst und schnell reingehen und die Tür verschliessen, flüstert die Hasenmama. „Halt!, stoppt das Hasenkind seine Eltern, ihr wisst doch das ist ein Ort an dem sich Hase und Fuchs Gute Nacht sagen. Alle drei sagen leise im Chor: „Gute Nacht, Fuchs! „Schlaf gut, fügt das Häschen hinzu. Die Hasenfamilie hoppelt in ihren Hasenbau zurück. Der Hasenpapa hat schon einen Hammer und Nägel aus seinem Werkzeugkasten geholt und hämmert Bretter vor die Tür und Fenster. „Damit der Fuchs nicht hereinkommt, erklärt er dem Häschen, wir wollen doch in Ruhe schlafen. „Darf ich bei euch im Kettchen schlafen? „Ausnahmsweise, zwinkert die Mama dem Kind zu, das war schliesslich ein aufregender Tag für dich. Alle kuscheln sich unter die Decken und sagen sich Gute Nacht. „Könnt ihr mir noch eine Gute-Nacht-Geschichte erzählen?, fragt das Häschen seine Eltern. Der Hasenpapa schnarcht schon und die Hasenmama sagt: „Na gut. An einem Ort wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen, trifft ein kleiner Hase einen hungrigen Fuchs. Ich werde dich fressen, sagt der Fuchs und sperrt sein grosses Maul auf. Halt, ruft der Hase, weisst du nicht, dass das ein Ort ist wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen, weiter kommt die Hasenmama nicht und schläft ein. Als die Eltern nun schlafen und der Hase noch das Magenknurren vom Fuchs draussen hört, denkt er an den guten Ausgang seines Abends nach und fängt an zu träumen. „Rates doch einmal von was unser Häschen wohl träumen mag.