Arbeitsblatt: 10 kurze Fabeln
Material-Details
10 kurze Fabeln mit Bilder
Kann verwendet werden für Gruppen oder Partnerarbeit.
Bei mir hatten die SchülerInnen den Auftrag, herauszufinden, was die Fabel sagen möchte. (welche Moral in der Geschichte steckt)
Deutsch
Textverständnis
klassenübergreifend
2 Seiten
Statistik
142388
983
34
01.02.2015
Autor/in
Ellen Schmidli
4802 Strengelbach
Land: andere Länder
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Der Adler und die Schildkröte Eine Schildkröte bat einen Adler, sie im Fliegen zu unterrichten. Der Adler versuchte der Schildkröte ihren Wunsch auszureden, aber je mehr er sich bemühte, ihr das Dumme ihres Wunsches klarzumachen, desto stärker wünschte sich die Schildkröte, fliegen zu können. Um dem ein Ende zu bereiten, trug der Adler die Schildkröte bis in die Wolken hinauf und ließ sie herabstürzen. Am Boden angelangt, zerschmetterte sie und büsste damit für ihre Dummheit. Zwei Frösche Ein Sumpf trocknete während eines langen und heissen Sommers aus und so brachen die Frösche dieses Sumpfes auf, um einen besseren Ort zu finden, der ihr Leben sichern sollte. Auf ihrer Wanderschaft kamen zwei dieser Frösche zu einem tiefen Brunnen, der noch Wasser führte. „Ei! Sieh da!, rief der eine. „Wir haben ein feuchtes Plätzchen gefunden, lass uns hineinhüpfen! Längst haben wir genug gelitten. „Halt!, erwiderte der andere. „Wenn auch dieser Brunnen versiegt, sind wir dann nicht rettungslos verloren? Der Fuchs und der Storch Ein Fuchs lud einen Storch zu sich nach Hause ein und setzte ihm die leckersten Speisen vor, aber nur auf ganz flachen Schüsseln, aus denen der Storch mit seinem langen Schnabel nichts fressen konnte. Gefrässig wie der Fuchs war, hatte er das ganze Mahl für sich allein und bat den Storch obendrein, es sich schmecken zu lassen. Der Storch fühlte sich betrogen, doch lobte er die gute Bewirtung und lud seinerseits den Fuchs zu sich ein. Der Fuchs ahnte, dass der Storch sich rächen wollte und wies die Einladung ab. Doch der Storch drängte ihn freundlich und so blieb dem Fuchs nichts anderes übrig, als die Einladung anzunehmen. Am nächsten Tage fand der Fuchs alle möglichen Leckerbissen aufgetischt, aber nur in Geschirr, das lange Hälse hatte. „Lass es dir munden, rief ihm der Storch zu, „und fühle dich wie zu Hause. Und er frass mit seinem Schnabel ebenfalls alles allein, während der Fuchs ungehalten nur das Äussere des Geschirrs belecken konnte und ausser dem Geruch des Essens nichts davon hatte. Hungrig stand er vom Tische auf und gestand, dass ihn der Storch für seine Gemeinheit hinlänglich gestraft habe. Die mit Pfauenfedern geschmückte Elster Eine eitle Elster sch mü ckte sich mit Pfauenfedern, die sie hier und da zusam engelesen hatte. Dieser geborgte Putz machte sie so stolz, dass sie die anderen Elstern verachtete. Sie sonderte sich von ihnen ab und engte sich dreist unter einen Haufen Pfauen, die den Betrug erkannten und ihr die falschen Federn abrupften. Nach dieser Misshandlung wollte die beschä mte Elster wieder zu ihren Brüdern zurückkehren, diese aber wiesen sie mit ewalt zurück zerbissen sie und rissen ihr auch die eigenen Federn aus. Und da sah sie sich nicht nur von anderen ö geln, sondern selbst von ihre eigenen eschlechte verachtet. Die Ameise und die Fliege Eines Tages geriet die Ameise mit der Fliege in Streit, die sich rühmte, dass sie wie die Vögel fliege, in fürstlichen Palästen wohne und ohne alle Mühe immer eine gute Tafel halte. Sie warf der Ameise ihre niedere Geburt vor, dass sie beständig auf der Erde herumkrieche und durch Fleiss und Arbeit ihren Lebensunterhalt suche. Sie sei genötigt, einige Körner zu zernagen und in Höhlen zu wohnen. Auf diese Vorwürfe antwortete die Ameise, sie wäre mit ihrem Schicksale zufrieden und eine sichere, eigene Wohnung gefiel ihr besser, als ein irrendes, herumschweifendes Leben: Brunnenwasser und Getreidekörner schienen ihr von auserlesenen Geschmack weil sie Früchte ihrer Arbeit wären; da hingegen ist die Fliegen einem jeden lästig und niemand mag sie. Die Schlange und der Bauer Ein Bauer erzürnte einst über eine chlange, die er unterhielt und verfolgte sie mit aufgehobene Stocke. Die chlange entwischte nach einigen mpfangenen Wunden. eit diese Auftritte geriet der Bauer in eine große Ar mut und hielt die üble Behandlung der chlange für die Ursache seines Unglücks. Er suchte sie wieder auf und bat sie in sein Haus zu ko m en. Die chlange entschuldigte sich und sagte, sie könne sich nicht dazu entschließen, weil sie mit eine so unverträglichen Menschen nicht in Einigkeit leben önne. „ Meine Wunden , setzte sie hinzu, sind zwar geheilt, „ ch kann aber die Erinnerung an deine Grausamkeit nicht aus eine Herzen bringen. Der Eber und der Esel Ein Esel begegnete von ungefähr eine Eber und fing an, sich über denselben lustig zu machen und ihn zu verspotten. Vor Wut zitternd hatte der Eber anfänglich Lust, ihn in Stücke zu zerreissen. Aber plötzlich machte er die Betrachtung, dass ein elender Esel seines Zorns und seiner Rache nicht würdig sei und sagte daher zu ihm: „Unglücklicher, ich würde dich wegen deiner Überheblichkeit züchtigen und bestrafen, wenn du der Mühe wert wärest, aber du bist einer Rache nicht würdig. Dich schützt deine Du mheit und rettet dir das Leben. Der vom Alter entkräftete Löwe Ein Löwe, der in seinen jungen Jahren die ewalt und Stärke missbrauchte, die ih die Natur über andere Tiere gab, hatte sich viele Feinde ge macht. Als sie ihn vo Alter geschwächt sahen, beschlossen sie einhellig, sich an ih wegen seiner Grausamkeit zu rächen und ihm Gleiches mit Gleiche zu vergelten. Der Eber verwundete ihn mit seinen Waffen, der chs stiess ihn mit seinen örnern, aber am mpfindlichsten fiel es de Löwen, dass ihm der Esel, der geringste und verächtlichste von seinen Feinden, zu seiner Beschi mpfung einige chläge mit de Hufe versetzte. Die junge Ziege und der Wolf Eine junge Ziege verließ den Stall, um auf die Weide zu gehen und sch ärfte ihre Jungen mit Nachdruck ein, dass es in ihrer Abwesenheit ja nie mande die üre öffne. Kau war sie fort, so klopfte schon einer Wolf an die Stalltüre; er ahmte die Stim e der Ziege nach und befahl de Zieglein, dass es aufmache. Dies Tier dachte an die Lehren seiner Mutter. Es blickte durch eine Öffnung und erkannte den Wolf. „Ich werde die üre nicht öffnen , sagte es, „ enn obschon du die Stim e einer Ziege nach machst, so sehe ich doch an deiner Gestalt, dass du ein Wolf bist, der mi ch nur zu verschlingen sucht. Der Hund und das Stück Fleisch Ein Hund, der auf eine Stege über einen Bach ging, trug in seiner chnauze ein Stück Fleisch, das sich bei Sonnenschein im Wasser spiegelte und viel gr ößer erschien, als es in der Natur war. Vor Gier haschte er nach de m, was er da im Wasser sah und da er nach de S chatten schnappte, entfiel ih m, was er wirklich im Munde trug. Auf diese Art ward seine Gefr äßigkeit bestraft und er erfuhr zu seine S chaden, dass es klüger sei, zu bewahren, was man besitzt, als de nachzutrachten, was man nicht hat.