Arbeitsblatt: Schlangen Mytholgie
Material-Details
Zur Biologie und Mythologie der Schlangen
Biologie
Tiere
5. Schuljahr
4 Seiten
Statistik
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17.02.2015
Autor/in
pm (Spitzname)
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Schlangen In der christlichen Kultur gelten Schlangen als hinterlistig und falsch. In anderen Ländern, wie zum Beispiel Indien, werden sie dagegen als Gottheiten verehrt, um die sich viele Mythen ranken. Schlangen sind eher scheue und zurückhaltende Tiere, in der Regel meiden sie den Menschen. Aber sie wehren sich, wenn man sie stört oder belästigt. Schlangen töten nur, wenn sie Futter brauchen. Dennoch wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch Kopfprämien auf Schlangen ausgesetzt. Heute sind viele unserer einheimischen Arten vom Aussterben bedroht. Giftschlangen in der Schweiz: Aspisviper und Kreuzotter Eine Erfolgsstory der Natur Schlangen sind entwicklungsgeschichtlich sehr alte Tiere, die nahezu alle Lebensräume der Erde erobert haben. Verschiedene Formen der Anpassung und eine ganze Reihe besonderer Sinnesorgane haben die Voraussetzungen für die weltweite Verbreitung der Reptilien geschaffen. Vielleicht sind die besonderen Fähigkeiten der Schlangen aber auch schuld daran, dass viele Menschen sie als unheimlich, eklig oder heimtückisch empfinden. Schlangen riechen mit Hilfe ihrer Zunge Feinsinnige Schlangen Eine Schlange hat keine äußeren Ohren. Aber wenn sie ihren Kopf auf den Boden legt, kann sie ein Beutetieres hören, das sich mehrere Kilometer weit entfernt aufhält. Die Bewegungen des Opfers erzeugen Vibrationen im Boden, welche die Schlange über den Unterkiefer wahrnimmt. Diese Schallwellen werden im Innenohr wie bei anderen Wirbeltieren in Nervenimpulse übersetzt und ans Gehirn weitergeleitet. Jeder Mensch hat schon mal eine züngelnde Schlange gesehen. Die typisch gespaltene Zunge dient dazu, Duftmoleküle aus der Luft einzufangen und zum Riechorgan im Gaumendach zu befördern, zu dem sogenannten Jacobsonchen Organ. Auf diese Weise erschnuppern Schlangen ihre Beutetiere. Das Riechorgan spielt aber auch bei der Partnersuche eine wichtige Rolle, denn auch Sexualhormone werden über den Geruchssinn wahrgenommen. Grubenottern, einige Boas und Pythons besitzen zusätzlich Infrarotrezeptoren am Kopf, mit denen sie minimalste Temperaturunterschiede wahrnehmen können. Warmblütige Beutetiere wie Mäuse, Ratten und andere Säuger verraten sich so allein durch ihre Körpertemperatur. Mit Hilfe dieses Wärmesinnes spürt die Schlange ihre Beute selbst bei absoluter Dunkelheit punktgenau auf, attackiert und tötet sie. Mit Haut und Haaren auffressen Schlangen würgen ihre Beute stets unzerteilt als Ganzes herunter. Manche Schlangen verspeisen Tiere von der Größe eines Kängurus oder eines Wildschweins, sogar erwachsene Menschen sollen schon in Schlangenmägen verschwunden sein. Um einen derartig großen Brocken herunterzuwürgen, hängt die Schlange einfach ihren Unterkiefer aus, sodass nur noch Haut, Speiseröhre und Magen der enormen Dehnung standhalten müssen. Nach einer ausgiebigen Mahlzeit kann es mehrere Wochen dauern, bis die Beute verdaut ist und die Schlange erneut auf Beutezug geht. Im tödlichen Würgegriff Fast alle Schlangen töten ihre Beute, bevor sie sie verschlingen. Ebenso wie riesige Boas und Pythons bedienen sich dazu auch kleinere Schlangen der Würgetechnik. Blitzschnell packen sie mit dem Maul zu und ziehen ihren muskulösen Körper in Windungen um das Opfer immer enger, je stärker sich dieses wehrt. Erst wenn der Körper des Opfers erschlafft, lockert die Schlange den Würgegriff. Sie verschlingt ihre Beute immer mit dem Kopf zuerst, sodass seine Gliedmaßen sie nicht beim Fressen behindern. Die Mehrzahl aller Schlangen sind Würgeschlangen. So auch alle bei uns heimischen Nattern (Ringel-, Schling-, Würfel- und Äskulapnatter). Überdosis aus dem Giftzahn Giftschlangen produzieren ihr Gift in einer Drüse am Hinterkopf. Beißt die Schlange zu, wird das Gift durch die beiden hohlen Giftzähne tief in die Wunde des Opfers eingespritzt. Es gibt verschiedene Arten von Gift. Seeschlangen, Mambas und Kobras zum Beispiel produzieren ein Nervengift, das die Nervenbahnen des Opfers lähmt und zerstört. Die Menge des in die Wunde eingespritzten Gifts entscheidet, ob das Opfer an dem Biss stirbt oder ob es unbeschadet davonkommt. Vipern hingegen produzieren ein Gewebegift, das die Organe und Gewebe des Opfers angreift und zu Blutgerinnungen führt. Dieses Gift hinterlässt auch dann dauerhafte Schäden, wenn die Dosis nicht tödlich ist. Schlangenmystik Schlangen haben viele Gesichter Bei vielen Menschen lösen Schlangen vor allem Unbehagen, Furcht und Ekel aus. Und das, obwohl kaum jemand über persönliche Erfahrungen mit den von Natur aus menschenscheuen Reptilien verfügt. Es sind die Horrorgeschichten von Seeungeheuern, Menschen fressenden Untieren und vielleicht auch die undankbare Rolle der Schlange in der christlichen Mythologie, die Schlangen den schlechten Ruf eingebracht haben. Das ist aber nicht in allen Kulturen so. Andernorts gelten Schlangen als heilig, werden als Götter, Wahrsager und Heiler verehrt. Auch im vorchristlichen Europa genossen Schlangen hohes Ansehen. Seeungeheuer in Schlangenform Schutzpatronin der Wolken In Indien werden Schlangen als Nagas verehrt. Das sind Wesen, die als gewöhnliche Schlangen, Schlangen mit mehreren Köpfen oder Mischwesen aus Schlange und Mensch gelebt, und mit den Göttern zusammen gearbeitet haben sollen. Sie gelten als Schutzpatrone des Wassers und der Wolken, können es aber auch zu Überschwemmungen oder Dürreperioden kommen lassen. In der buddhistischen Lehre werden sie als Helfer Buddhas erwähnt, die ihn beschenken und sich zu seiner Lehre bekennen. Das Wahrzeichen der Heilkunst: der Äskulapstab Eine uralte Heilerin Im alten Griechenland galt die Schlange als Beschützerin der Unterwelt, sie symbolisierte die religiöse Verbindung mit der Erdtiefe. Ihre Häutung stand für Wiedergeburt, ewige Jugend und Unsterblichkeit. Schlangen wurden aber auch wahrsagende Fähigkeiten zugesprochen. Es heißt, eine Schlange habe Asklepios, den griechischen Gott der Heilkunst, auf die Wirksamkeit der unterschiedlichen Heilpflanzen aufmerksam gemacht. Manche glauben sogar, er selbst sei ein Erdgott in Schlangengestalt gewesen. Der Äskulapstab, um dessen Schaft sich eine Schlange windet, ist seither das Wahrzeichen der Apotheker und Ärzte. Schlangenkult im alten Rom Nach Rom kam der Äskulap-Kult, als der Gott Asklepios wegen einer Pest im Jahre 293 vor Christus angeblich als Retter in der Gestalt einer Schlange erschien. In der römischen Kaiserzeit war Asklepios einer der meist verehrten Götter. Ihm wurden zahlreiche Tempel gewidmet, in denen man Äskulapnattern hielt, und die von vielen Kranken als Wallfahrtsorte aufgesucht wurden. Die symbolträchtige Schlange ist wahrscheinlich von den Römern in die besetzten Gebiete Germaniens eingeschleppt worden. Noch heute wird in den Sanitätertruppen der Bundeswehr der Äskulapstab als Abzeichen auf Ärmeln und Schulterklappen getragen. Teuflische Verführerin Die Rolle der listigen Verführerin im biblischen Sündenfall, machte die Schlange zum Symbol der Falschheit und des Bösen schlechthin. Nachdem es dem tückischen Wesen gelang, Eva zu überreden, von der verbotenen Frucht zu essen, verfluchte Gott Adam, Eva und die Schlange. Fortan sollte die Schlange auf dem Bauch kriechen und Staub fressen. Ohne sie hätte die Menschheit allerdings nie die Fähigkeit zur Erkenntnis erlangt. Ein Symbol der Heilung wurde die Schlange im Christentum durch eine biblische Begebenheit im Alten Testament. Als das Volk unter einer Schlangenplage litt, richtete Moses auf Geheiß Gottes das eherne Bild einer Schlange auf und rettete damit das Volk vor dem Tod. Ein symbolischer Heilvorgang, der noch bis weit ins Mittelalter in der abendländischen Kunst aufgegriffen wurde