Arbeitsblatt: Baukasten: Erörterung
Material-Details
Kurzanleitung zum Erstellen einer dialektischen Erörterung.
Deutsch
Texte schreiben
8. Schuljahr
2 Seiten
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10
07.03.2015
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Textauszüge aus dem Inhalt:
BAUKASTEN: DIALEKTISCHE ERÖRTERUNG Eine dialektische Erörterung beschäftigt sich mit ENTSCHEIDUNGSFRAGEN (Ja oder nein?) – das bedeutet, dabei geht es um eine ABWÄGEN DES PRO UND CONTRA eines Themas in einer strukturierten und nachvollziehbaren Form. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung soll dir helfen, deine erste Erörterung zum Thema „SOLLTE DAS RAUCHEN ÜBERHAUPT VERBOTEN WERDEN? zu verfassen. SCHRITT 1: BRAINSTORMING Schreibe zunächst alles auf, was dir zu diesem Thema einfällt. Ideal ist es, wenn du deine Gedanken bereits als Plus-Minus-Liste notierst, so siehst du später auch sofort, ob Vor- oder Nachteile überwiegen. Wenn du nicht mehr weiter weißt, hilft dir vielleicht dieses Beispiel: SCHRITT 2: ORDNUNG MACHEN Um später beim Schreiben eine ordentliche Struktur zu haben, solltest du deine Einfälle nun ordnen. Ähnliche Argumente können zusammengefasst werden und jedem Pro-Argument sollte gleich ein entkräftendes Gegenargument zugeordnet werden. Strukturiere deine Argumente auch nach ihrer Wichtigkeit, beginnend mit dem einleuchtendsten bzw. für dich am schwerwiegendsten. Hier wieder ein Beispiel: Jetzt bist du dran! Ordne deine Ideen aus dem Brainstorming! SCHRITT 3: EINLEITUNG Wenn du deine Inhalte geordnet hast, kannst du mit dem Schreiben beginnen. In der Einleitung solltest du klären, warum du das Thema bearbeitest (aktueller Anlass, persönliche Betroffenheit,) und die Frage nochmals in eigenen Worten formulieren. Für den Anfang genügen drei oder vier Sätze, wie du am Beispiel siehst: Versuche nun, deine eigene Einleitung zu verfassen! SCHRITT 4: HAUPTTEIL Für den Hauptteil hast du bei einer dialektischen Erörterung zwei Möglichkeiten, wie du deine Argumente in sinnvoller Reihenfolge präsentierst: Entweder du fasst alle Pro-Argumente zusammen und auch alle Kontra-Argumente und handelst sie hintereinander ab, oder du stellst je einem Pro-Argument das entkräftende Kontra-Argument gegenüber (das nennt man Ping-Pong-Verfahren). Wichtig ist jedoch, dass du die stärksten Argumente zum Schluss schreibst, das heißt wenn du gegen etwas bist, erwähne die Gegenargumente immer an zweiter Stelle. Jedes Argument sollte im Hauptteil noch genauer erklärt werden und mit Beispielen versehen werden, damit der Leser deine Ideen verstehen und nachvollziehen kann. Erst dann solltest du zum nächsten Argument übergehen. Achte bei der Aneinanderreihung deiner Ausführungen darauf, dass du eine schlüssige Reihenfolge wählst. Hier die ersten Argumente aus dem Beispiel (im Ping-Pong-Verfahren): Wähle nun selbst ein Argument aus deiner Liste und führe es genauer aus! SCHRITT 5: SCHLUSS Im Schluss fasst du noch einmal kurz zusammen und beantwortest aufgrund deiner Erörterung die zu Beginn gestellte Frage. Erwähne keine neuen Gedanken sondern beziehe dich auf bereits Geschriebenes. Hier ist ein Beispiel: Sollte das Rauchen überhaupt verboten werden? Dass Rauchen der Gesundheit der Menschen schadet und zu einer Sucht führen kann, ist jedem klar. Trotzdem greifen viele Menschen mehrfach täglich zur Zigarette, selbst Kinder rauchen mittlerweile immer öfter. So liegt das Einstiegsalter in Österreich etwa bei 11 Jahren. Aufgrund der Gefahr, in die sich die Raucher begeben und in die sie auch andere Mitmenschen mit hineinziehen, stellt sich die Frage, ob man das Rauchen verbieten sollte. Es gibt vieles, was dafür spricht das Rauchen zu verbieten. Zum einen weiß man, dass Rauchen ein sehr teures Hobby sein kann. Derzeit kostet eine Schachtel Zigaretten im Durchschnitt 4,00 €. Dies bedeutet zum Beispiel für einen starken Raucher, der eine Schachtel am Tag braucht, dass er in der Woche 28,00 € in die Luft bläst. Von diesem Geld könnte er sich sinnvollere Dinge kaufen. Würden diese Investitionen allerdings nicht getätigt werden, so fehlt dem Staat eine wesentliche Steuereinnahmequelle. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise und der immer höheren Staatsverschuldung, von der viele europäische Länder bereits betroffen sind, wären dies unwiederbringliche Einbußen. Gegen das Rauchen spricht auch, dass es ungesund ist und zu schweren Erkrankungen führen kann. Diese Tatsache ist wissenschaftlich bewiesen. Pro Tag sterben in Deutschland ca. 400 Menschen an den Folgen ihrer Sucht. Sie sterben beispielsweise an Lungenkrebs, der eine sehr häufige Raucherkrankheit darstellt. Aber auch andere Krebsarten, Raucherbeine und Atemnot können Folgen des Rauchens sein. Seine eigene Gesundheit zu gefährden sollte zwar im Ermessen jedes einzelnen liegen, denn von Erwachsenen kann man doch erwarten, dass sie mündig genug sind, die richtige Entscheidung zu treffen, jedoch bedenken viele nicht, dass sie dabei auch das Leben ihrer Mitmenschen aufs Spiel setzen. Sogar als Nichtraucher wird man in vielen Situationen zum Passivraucher. Dies kann ebenfalls zu gesundheitlichen Schäden führen. Ein Beispiel hierfür ist, dass in Amerika viele Passivraucher Raucher anklagen, weil sie an Lungenkrebs leiden, der auf Inhaltsstoffe von Zigaretten zurückzuführen ist, obwohl sie selbst nie geraucht haben. Weiters sind nicht nur die gesundheitlichen Aspekte zu bedenken, sondern auch die Geruchsbelästigung, der die Nichtraucher ausgesetzt sind. Auch ohne selbst am Glimmstängel zu ziehen, kommt man von diversen Lokalbesuchen mit einer Duftwolke nach Hause, als hätte man persönlich ein Päckchen ausgeraucht. Der Gestank setzt sich vor allem an der Kleidung fest, aber auch aus Polstermöbeln bekommt man ihn kaum heraus. So ist für empfindliche Nasen sofort erkennbar, ob in einem Haus geraucht wird oder nicht. Natürlich wird niemand genötigt, sich in der Raucherzone aufzuhalten, doch in geselliger Runde will man sich als Außenseiter nicht abkapseln. Außerdem lässt die Trennungen der Raucher- und Nichtraucherzonen in vielen Lokalen noch sehr stark zu wünschen übrig, sodass es kaum einen Unterschied macht, wo man sitzt. Trotz härterer Gesetze und der Androhung saftiger Geldstrafen halten sich etliche Lokalbesitzer eben nicht daran bzw. ließen bauliche Maßnahmen aufgrund der hohen Kosten noch nicht durchführen. So haben die Raucher immer noch „die Zigarette vorn. Ein anderes Problem ist die Vermüllung der Gehwege und Straßen durch weggeworfene Glimmstängel. Einige Autofahrer entledigen sich ihrer Stummel sogar während der Fahrt durch das heruntergelassene Fenster, ohne darauf zu achten, wo diese landen. Besonders gefährlich können solche Aktionen sein, wenn die Zigarette nicht richtig ausgedämpft wurde, und auf der Straße oder in Müllbehältern auf Entflammbares trifft. Allerdings ist festzuhalten, dass dies nicht durch das Rauchen per se verursacht wird, sondern dass dies ein Erziehungsproblem darstellt bzw. mit dem generellen Verantwortungsgefühl und Umweltbewusstsein der Menschen zu tun hat, die auch anderen Müll achtsam wegwerfen. Anmerken sollte man auch noch, dass unter Rauchen ohnehin die Meinung herrscht, sie könnten jederzeit aufhören. Außerdem sei eine Beruhigungszigarette, in Maßen genossen, sicherlich nicht so schädlich. Inwieweit dieses Argument seine Berechtigung hat, sei nun dahingestellt – die Fakten sprechen meiner Ansicht nach eine andere Sprache. Aufgrund der Argumente, die gegen das Rauchen sprechen, bin ich der Meinung, dass man das Rauchen verbieten sollte. Denn damit könnte man viele Menschen, die schwer krank werden, weil sie rauchen, vor diesen Erkrankungen schützen. Außerdem könnte man viele Kinder und Jugendliche vom Beginn des Rauchens abhalten. Dies würde dazu führen, dass es viel weniger Raucher in unserer Gesellschaft geben würde, somit auch weniger Müll, und das Gesundheitssystem würde entlastet werden.