Arbeitsblatt: Beschreibung: Personenbeschreibung

Material-Details

Theorie- und Arbeitsblatt zur Personenbeschreibung
Deutsch
Texte schreiben
7. Schuljahr
2 Seiten

Statistik

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14
21.05.2015

Autor/in

Nicole Wüthrich
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Deutsch Schreiben Personenbeschreibung Mit der Personenbeschreibung soll das Äussere eines Menschen so genau wie möglich beschrieben werden. Wie sieht der Mensch aus, was sind seine körperlichen Eigenheiten, wie ist er/sie gekleidet, frisiert usw? Was hilft beim Schreiben? Verwende treffende Adjektive und Nomen. Achte auch auf Gesicht, Grösse und Figur der Person (erstaunlich häufig fehlen diese Angaben). Unterscheide die Personenbeschreibung von der Charakterisierung, bei der es um die Eigenschaften des Menschen geht. Aufgaben Diskutiere die vier 1. 2. 3. 4. Personenbeschreibungen und beantworte folgende Fragen: Welche Beschreibung gefällt dir am besten? Warum? Welche Beschreibung wirkt am genauesten? Warum? Was unterscheidet den Steckbrief von 1784 von den anderen Beispielen? Verfasse einen modernen Steckbrief. Ein amtlicher Steckbrief aus dem Jahre 1784 Johannes Baumann, gebürtig von Thun (BE), 29. Jahre, ist samt den Schuen gemessen, 5 Schu, 6 1/4 Zoll hoch, seiner Profession ein Perrukenmacher, hat schwarzbraune Haare, und trägt dieselben offen, graue Augen, roth braune Augsbrauen, eine spize Nase, ein weiten Mund, seine Zähne sind complet; er hat auf der linken Hand hinder dem Gelenk eine starke Wundnarbe; ist sehr mageren leibs, spricht deütsch und französisch, auch etwas Piemontesisch, geht grad einher. Gustave Flaubert beschreibt eine unbekannte Frau in „Lehrjahre des Herzens (1869). Da traf es ihn wie eine jähe Erscheinung. Sie saß in der Mitte der Bank, ganz allein; vielleicht konnte er auch, vom Glanz, den ihre Augen ausstrahlten, geblendet, sonst niemanden erkennen. Als er vorüberging, hob sie den Kopf. Unwillkürlich verbeugte er sich; und als er sich auf derselben Seite in einiger Entfernung niedergesetzt hatte, sah er sie an. Sie trug einen breitrandigen Strohhut mit blassroten Bändern, die über ihrem Rücken im Winde flatterten. Ihr schwarzes, glatt gescheiteltes Haar fiel tief in die Stirn und war über den Schläfen hochgekämmt, so dass es schien, als schmiegte sich das Haar zärtlich an das Oval ihres Gesichtes. Ihr helles, getupftes Musselinkleid bauschte sich in unzähligen Falten. Sie stickte; und ihre gerade Nase, ihr Kinn, ihre ganze Gestalt hoben sich klar vom Blau des Himmels ab. Da sie unbeweglich in der gleichen Haltung verharrte, ging er mehrmals von rechts und von links an ihr vorüber, um sein Vorhaben zu verschleiern. Dann aber blieb er nahe bei ihrem Sonnenschirm, der gegen die Bank gelehnt war, stehen und tat, als beobachte er ein Boot auf dem Fluss. Eine modernere Beschreibung einer Frau von Christopher Isherwood («Leb wohl, Berlin») Sally lachte. Sie trug ein schwarzes Seidenkleid mit einem schmalen Cape um die Schultern, und eine kleine Mütze wie die eines Pagen sass keck auf der einen Seite ihres Kopfes. «Darf ich mal dein Telefon benutzen, Schätzchen?» Als sie die Nummer wählte, fiel mir auf, dass ihre Fingernägel smaragdgrün lackiert waren, eine unglückliche Farbwahl, denn es machte auf ihre Hände aufmerksam, die vom vielen Zigarettenrauchen recht fleckig waren und so schmutzig wie die eines kleinen Mädchens. Sie war dunkel genug, um Fritz Schwester zu sein. Ihr Gesicht war länglich und schmal, totenbleich gepudert. Sie hatte sehr grosse braune Augen, die hätten dunkler sein müssen, um zu ihren Haaren und dem Augenbrauenstift zu passen, den sie verwendete. Beschreibung eines seltsamen Mannes von Miguel Delibes («Der Verrückte») Es vergingen einige Minuten, bis mir der Mann auffiel, der sein Glas an der Theke zum Munde führte und den glatt gekämmten Kellner, der ihn bediente, ins Gespräch zog. Ein ziemlich korpulenter Mann, der den Eindruck machte, irgendwie kompakt und schlecht gebaut zu sein. Er steckte in einem schwarzen Mantel, der seinen Körper so eng umschloss, als wäre dieser eine Wurst. Der Mantel war ihm zu kurz, so dass die Hosen zu sehen waren, die an den Knien riesige Deutsch Spez. Sek N. Gerber 1 Deutsch Schreiben Beulen zeigten. Obschon er beim Reden die Hände auf eine törichte Art und mit einer gewissen Ungeduld bewegte, bot er den Eindruck eines schwerfälligen Mannes, und seine Bewegungen waren verfänglich und feierlich wie die eines Elefanten. Aber am meisten beeindruckte mich sein Gesicht. Es hatte ein entgleistes Auge und eine verrutschte Pupille. Seine Augen waren von einem ausgelaufenen Grau, fast weiss, und in ihren Tiefen von einer Unergründlichkeit, die einen schauern ließ. Er hatte sehr rote Lippen, oder jedenfalls schien es bei der Blässe seiner Haut so, und die Unterlippe hing ihm, sobald er eine Pause machte, auf peinliche Weise herunter wie ein totes Gewicht. Hier beschreibt eine Schülerin das Gesicht einer Person (Friedrich Overbecks Bildnis von Charlotte Overbeck). Die Frau auf diesem Bild hat kein markantes Gesicht, sondern feine, zarte Gesichtszüge. Ihre Lippen sind schmal, und die Mundwinkel zeigen leicht nach oben, so als formten sie ein leises Lächeln. Sie hat schöne, grosse Augen, die einen direkt ansehen. Sie blicken vielleicht nicht gerade scheu, aber zurückhaltend. Ihre feine Nase passt perfekt in ihr Gesicht. Ihre Haut erscheint mir sehr geschmeidig und glatt, fast wie Porzellan. Die Frau hat ihre Haare hinten hoch gesteckt, und vorne fallen ihr leicht gewellte Strähnen ins Gesicht, die ihr auf jeder Seite bis zu den Augen reichen. Dadurch, dass sie ihr Haar zurückgesteckt hat, ist ein Ohr zu erkennen. Das andere Ohr sieht man nicht, weil sie seitlich zu einem sitzt und den Kopf nur ein wenig in die Richtung des Betrachters dreht, eben nur so weit, dass das zweite Ohr verborgen bleibt. Für mich ist aber auch etwas Stolz im Gesicht der Frau. Nach ihrer Frisur und dem Kleid, das sie trägt (obwohl man nur ein bisschen davon sehen kann), würde ich sagen, dass sie aus einer eher wohlhabenden Familie kommt. Miriam Arn, 16 5.Beschränke dich bei einer Personenbeschreibung auf das Gesicht einer Person Beschreibe dieses umso genauer. 6. Beschreibe eine Person an einer Haltestelle. 7. Beschreibe deine Nachbarin/Ihren Nachbarn im Schulzimmer. 8. Wähle für deine Beschreibung ein Paar, das sich irgendwie ergänzt (Liebespaar, Mann Hund, Mädchen Pferd usw.). Deutsch Spez. Sek N. Gerber 2