Arbeitsblatt: Von den Merowingern zu den Karolingern

Material-Details

Machtübernahme von Karolingern, Unterrichtsentwurf für Unterrichtsbesuch 1. Lernjahr Geschichte 6te Klasse
Geschichte
Mittelalter
6. Schuljahr
9 Seiten

Statistik

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14.06.2015

Autor/in

Annika Hofman
Land: Deutschland
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Unterrichtszeit: 45 min Lerngruppe: 6b Thema der Unterrichtsstunde: Der Hausmeier Pippin wird König – legitimer oder illegitimer Machtwechsel? Thema der nachfolgenden Unterrichtsstunde: Karl der Große – König, Kaiser und Vater Europas? Thema der Unterrichtsreihe: Das Mittelalter zwischen Klischee und Wirklichkeit 1. Lernziel der Unterrichtsstunde Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass es unterschiedliche Auffassungen von Königslegitimation gibt und dass die Kirche in einem engen Bezug zur Königsherrschaft im Mittelalter steht, indem sie sich kritisch mit zwei Quellen zum Sturz des letzten merowingischen Königs und der Krönung Pippins auseinandersetzen. 1.2. Teillernziele Konkretisierte Sachkompetenz: Die Schülerinnen und Schüler • beschreiben epochale kulturelle Errungenschaften und wesentliche Herrschaftsformen der jeweiligen Zeit. Konkretisierte Urteilskompetenz: Die Schülerinnen und Schüler • vollziehen die Motive und Interessen Pippins und des Papstes nach (Fremdverstehen), • verdeutlichen im Kontext eines Falles oder Beispiels mit Entscheidungscharakter Möglichkeiten, Grenzen und Folgen zeitgenössischen Handelns, • erklären in einfacher Form den Zusammenhang zwischen der wechselnden politischen und sozialen Ordnung. Konkretisierte Methodenkompetenz: Die Schülerinnen und Schüler • entnehmen gezielt Informationen aus den Quellentexten und benennen in elementarer Form die Hauptgedanken der Quellen, • beschreiben historische Sachverhalte sprachlich angemessen. 2. Didaktische und unterrichtsmethodische Entscheidungen 2.1. Sachanalyse: Die Mittlerposition der Franken zwischen Spätantike und Mittelalter stellt für die Geschichte eine offensichtliche Grundlage für das spätere Europa dar.1 Vor allem die Person Karl der Große steht dabei exemplarisch für diese Zeit. Der merowingische Hausmeier Pippin hat mit seiner Königserhebung erheblich zu Karls Bedeutsamkeit beigetragen. Pippins Bündnis mit der Kirche beeinflusste die Sakralisierung des Königtums, brachte in der Folgezeit auch ständig Konfrontationen mit sich, unter anderem Heinrichs IV. Gang nach Canossa. Aus diesem Grund ist wichtig, den Schülerinnen und Schülern die Herkunft und den Aufbau des Bündnisses zwischen Kirche und Königtum zu vermitteln. 2.2. Einordnung in die Unterrichtsreihe Datum/Stunde Thema der Stunde Sequenz: Das Mittelalter zwischen Klischee und Wirklichkeit Di, 19.05.2015 Einstieg: Ende des römischen Weltreiches – Einzelstunde Untergang oder Übergang zum Mittelalter Mo, 01.06.2015 Der Aufstieg der Merowinger – frühe Einzelstunde Wegbereiter Europas oder Selbsterhaltung? Der Hausmeier Pippin wird König – Di, 02.06.2015 Einzelstunde legitimer oder illegitimer Machtwechsel? Mo, 08.06.2015 Karl der Große – König, Kaiser und Vater Einzelstunde Europas? – Lernwerkstatt Teil Di, 09.06.2015 Karl der Große – König, Kaiser und Vater Einzelstunde Europas? – Lernwerkstatt Teil II Mo, 15.06.2015 Karl der Große – Heiliger oder Tyrann? Einzelstunde Di, 16.06.2015 QUIZ – Ein Blick zurück Einzelstunde 1 Schneider, Reinhard: Das Frankenreich. München 31995, S.1. 2 3. Geplanter Stundenverlauf Tabellarischer Verlaufsplan Phasen Unterrichtsgeschehen Begrüßung Begrüßung des Gastes und der SuS leitet in die Stunde ein « Wir befinden uns im Merowingerreich und schreiben das Jahr 751. Ein Bote hat sich angekündigt um uns eine Nachricht zu überbringen.« Einstieg/Hinführung Sozialform Medien LSG Folie (M1) Tafel DinA3 Blätter Klebestreife Marker trägt in der Rolle des Boten die Nachricht vor. SV zeigt Nachricht auf der Folie. SuS äußern sich zur Nachricht. fragt nach der Neuigkeit. LSG Didaktischmethodischer Kurzkommentar SuS erarbeiten die Leitfrage. Leitfrage Ist Pippin nun der rechtmäßige König oder nicht? Hypothesen werden in den Tischgruppen gesammelt und an die Tafel geheftet. Dadurch, dass alle Tischgruppen sich Hypothesen überlegen müssen sich alle beteiligen und setzen sich mit der Frage auseinander. Antizipierte Schülerantworten Erarbeitung Pippin war stärker als Childerich Childerich konnte sich nicht durchsetzen . SuS erhalten die Quellen und ein Arbeitsblatt. Sie erarbeiten dieses in Partnerarbeit. Bereits fertige Pärchen tauschen sich mit den ihnen zugeteilten Pärchen aus und ergänzen das Arbeitsblatt. Jede Gruppe erhält einen Folienabschnitt, welchen sie ausfüllen müssen. steht während der Erarbeitungsphase den SuS beratend zur Seite PA GA AB (M2) Die SuS lesen die Quelle zunächst in Einzelarbeit, dadurch ist eine sorgfältige Auseinandersetzung der SuS mit der Quelle gewährleistet. Falls dennoch Verständnisschwierigkeiten auftreten, bietet die sich anschließende Sozialform der Partnerarbeit die Möglichkeit, dass sich die SuS untereinander Hilfestellung geben. Anschließend werden die Arbeitsaufträge in Partnerarbeit bearbeitet. Der Austausch in Vierergruppen soll eine differenzierte Auseinandersetzung Anhang: I. Folien II. Arbeitsblätter III.Tafelbild IV. Literaturverzeichnis I. Folien M1 Botenvortrag: Hört Ihr Edlen der Franken: Der unfähige und nichtsnutzige König Childerich aus der Familie der Merowinger, der nichts anderes zu tun pflegte, als zufrieden mit langem Haupthaar und ungeschorenem Bart auf dem Thron zu sitzen, wurde abgesetzt. Pippin, unser wohl geschätzter Hausmeier, der erste Mann am Hofe des Königs sah sich zu diesem Schritte gezwungen. Sagt ihr Edlen, sollte nicht der König sein, der auch wirklich Macht hat? Er, der die Geschicke unseres Reiches schon seit langem mit Erfolg führt. Er soll König werden. Hoch lebe Pippin! II. Arbeitsblätter M2 Gruppe 1: Einhard, ein enger Anhänger Karls des Großen und dessen Biograph (Vita Caroli Magni), berichtet über den letzten Merowinger: „Das Geschlecht der Merowinger, aus dem die Franken ihre Könige zu wählen pflegten, herrschte nach allgemeiner Ansicht bis zur Zeit Childerichs. Childerich wurde auf Befehl des römischen Papstes Stephan abgesetzt, geschoren und ins Kloster geschickt. Obwohl das Geschlecht dem Anschein nach mit ihm ausstarb, hatte es schon lange seine Bedeutung eingebüßt und besaß nun mehr den leeren Königstitel. Die wirkliche Macht und Autorität im Königreich hatten die Hofmeier des Palastes, die sogenannten Hausmeier, die an der Spitze der Regierung standen (.). Dem König blieb nichts anderes übrig, als sich mit seinem Titel zu begnügen und mit wallendem Kopfhaar und ungeschnittenem Bart [nach fränkischer Vorstellung gelten ein Vollbart und lange Haare als äußeres Zeichen für die besonderen Kräfte eines Königs, die man Königsheil nennt] (.) auf dem Thron zu sitzen und den Herrscher zu spielen. . Der König besaß fast nichts, das er sein Eigen hätte nennen können, außer dem wertlosen Königstitle und einem unsicheren Lebensunterhalt (.), den ihm der Hausmeier gewährte. (Einhard, Vita: c.1) Info: Königsheil Bei den Franken und anderen Germanen gab es die Vorstellung, dass die Königsfamilie über glückbringende magische Heilskräfte verfügte: Die Könige konnten dadurch über ihre persönlichen Fähigkeiten hinaus ihrem Volke Siege im Krieg, andauernde Friedenszeiten und während des Friedens reiche Ernten ermöglichen, so glaubte man. Vollbart und lange Haare galten nach germanischem Glauben als äußeres Zeichen für diese besonderen Kräfte, die man Königsheil nannte. Die Franken glaubten, dass nur jene über das Königheil verfügten, die mit der rechtmäßigen königlichen Familie blutsverwandt waren. aus: Geschichte und Geschehen, Bd. 1/2 (1996), S. 166. Gruppe 2: Die Jahrbücher des fränkischen Reiches berichten über die Ereignisse aus dem Jahr 751: „(751) Bischof Burkhard von Würzburg und Kaplan [ Leiter der Kapelle des Herrschers] Fulrad wurden zu Papst Zacharias gesandt, um wegen der Könige in Franzien zu fragen, die damals keine Macht als Könige hatten, ob das gut sei oder nicht. Und Papst Zarcharias gab Pippin den Bescheid, es sei besser, den als König zu bezeichnen, der die Macht hab. Um die Ordnung nicht zu stören ließ er kraft seiner apostolischen [ päpstlichen] Autorität den Pippin zum König machen. (751/752) Pippin wurde nach der Sitte der Franken zum König gewählt und gesalbt von der Hand des Erzbischofs Bonifatius. Hilderich aber, dem Scheinkönig, schor man die Haare und schickte ihn ins Kloster. (753) in demselben Jahr kam Papst Stephan (nach Franzien Frankenreich) zu König Pippin und bat, ihn und die römische Kirche vor der Feindschaft der Langobarden zu schützen. (754) Der erwähnte Papst Stephan bestätigte Pippin durch die Salbung als König, und mit ihm salbte er auch seine beiden Söhne Karl und Karlmann zu Königen. (Annales Regni Francorum 749754. Zitiert nach: Reinhold Rau: Quellen zur Karolingischen Reichsgeschichte ( Freiherr vom SteinGedächtnisausgabe), Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) 1955. Klasse 6 Einhard: Inhalt: 1. Warum sind die Merowinger Könige? 2. Was sind die Zeichen ihrer Herrschaft? 3. 02.06.2015 Jahrbücher des fränkischen Reiches: Inhalt: 1. Welche Rolle spielt die Kirche bei der Königswerdung Pippins 751? Wie nimmt Einhard die Merowinger wahr? 2. Was passiert zusätzlich zu der mündlichen 3. Was haben die Hausmeier den Zustimmung des Papstes? Merowingern voraus? Arbeitsauftrag 4erGruppe: 1. Tauscht euch innerhalb eurer Gruppen über eure Ergebnisse aus und vervollständigt das Arbeitsblatt. 2. Überlegt euch in der Gruppe Antworten auf die folgenden Fragen: Was für einen Eindruck habt ihr von den Was für einen Eindruck habt ihr von den Merowingern als Herrschende? Karolingern als Herrschende? III. Tafelbild Der Hausmeier Pippin wird König – Ist er nun der rechtmäßige König? Merowinger Königsheil ist der Familie von Karolinger vom Papst mit apostolischer den Göttern worden Autorität zum König erhoben wenn ein König aus dieser Stellvertreter Gottes stimmt Familie stammt ihm zu es geht dem Volk gut, weil Gott wird dem Volk wohl sich das Heil des Königs auf das gesonnen sein Volk überträgt KÖNIGSHEIL GOTTESGNADENTUM IV. Literaturverzeichnis Kernlehrplan Ministerium für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung des Landes NordrheinWestfalen (Hrsg.): Kernlehrplan für die Sekundarstufe Gymnasium/ Gesamtschule in NordrheinWestfalen – Geschichte. Frechen: Ritterbach Verlag 2007. Literatur PANDEL, HansJürgen: Geschichtsdidaktik. Eine Theorie für die Praxis, Schwalbach 2013. PANDEL, Hans Jürgen: Bildinterpretation. In: MAYER, Ulrich/ PANDEL, HansJürgen/ SCHNEIDER, Gerhard (Hrsg.): Handbuch. Methoden im Geschichtsunterricht, Schwalbach4 2013, S. 172 187. SAUER, Michael: Geschichte unterrichten. Eine Einführung in die Didaktik und Methodik, Seelze Velber 2009. SCHNEIDER, Gerhard: Einstiege. In: MAYER, Ulrich/ PANDEL, HansJürgen/ SCHNEIDER, Gerhard (Hrsg.): Handbuch. Methoden im Geschichtsunterricht, Schwalbach4 2013, S. 595 618. VOIT, Hartmut: Partnerarbeit. In: MAYER, Ulrich/ PANDEL, HansJürgen/ SCHNEIDER, Gerhard (Hrsg.): Handbuch. Methoden im Geschichtsunterricht, Schwalbach4 2013, S. 481 496.