Arbeitsblatt: Eidgenossenschaft von 1353 - 1515

Material-Details

Schweizergeschichte 1353 - 1515 als Kurzzusammenfassung (Theorieheft)
Geschichte
Schweizer Geschichte
7. Schuljahr
5 Seiten

Statistik

152147
955
20
13.10.2015

Autor/in

Robert Oesch
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Schweizergeschichte von 1350 1515 1. Situation in der Schweiz um 1553 Die Eidgenossenschaft war zur damaligen Zeit ein Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und somit theoretisch Untertanengebiet des deutschen Kaisers. Dieser liess den Eidgenossen jedoch viele Freiheiten und gab ihnen zahlreiche Sonderrechte Zur Eidgenossenschaft zählten acht Orte, vier Städte und vier Landorte. Dieser Bund blieb über hundert Jahre bestehen. Man nannte ihn die achtörtige Eidgenossenschaft. Er umfasste folgende Orte: Uri Schwyz Unterwalden Luzern Zürich Glarus Zug Bern (seit (seit (seit (seit (seit (seit (seit (seit 1291) 1291) 1291) 1332) 1351) 1352) 1352) 1353) 2. Die Sempacher Kriege von 1386 und 1388 In den beiden Sempacher Kriegen (1386 bei Sempach 1388 bei Näfels) standen sich die Eidgenossen und die Habsburger gegenüber. Beide Kriege endeten mit dem Sieg der Eidgenossen. Gründe für die Kriege: Die Luzerner wollten sich endgültig von den Habsburgern trennen und versuchten, einige Städte der Umgebung (Sempach) ebenfalls von Österreich zu loszulösen. Habsburg wehrte sich dagegen und die Luzerner riefen die übrigen Eidgenossen zu Hilfe. Herzog Leopold von Habsburg versammelte in Brugg ein Ritterheer. In Sempach standen sich je 3000 Eidgenossen und 3000 Habsburger gegenüber. Es gab im Juli eine blutige Schlacht, welche die Eidgenossen gewannen. Herzog Leopold starb auf dem Schlachtfeld. Aus Rache für die Niederlage besetzten die Habsburger Glarus und wurden bei Näfels nochmals von den Eidgenossen geschlagen. 3. Gebietsgewinne der Eidgenossen im Norden Eroberung des Aargaus und des Thurgaus Im Jahre 1415 wollte der Habsburger Herzog Friedrich den deutschen Kaiser stürzen. Dieser rief die Eidgenossen zu Hilfe, um den Habsburgern Gebiete wegzunehmen. Stammgebiet der Habsburger war heutige Aargau mit dem Stammschloss Habsburg und den Städten Aarau, Lenzburg, Brugg, Zofingen und Baden. Den Eidgenossen gelang es, diese Gebiete zu erobern. 1460 hatten die Habsburger Streit mit dem Papst, der wiederum die Eidgenossen um Hilfe rief. Diese eroberten in seinem Auftrag den zu Habsburg gehörenden Thurgau. Beide Gebiete waren von jetzt an Untertanengebiete der Eidgenossen und wurden von ihnen gemeinsam verwaltet. 4. Innere Bedrohung der Alten Eidgenossenschaft Die Eidgenossenschaft wurde nicht nur von ausländischen Feinden bedroht, sondern es gab auch Streit innerhalb der acht Orte. Trauriger Höhepunkt war der Alte Zürichkrieg von 1436 – 1450, der beinahe das Ende der bisherigen Eidgenossenschaft bedeutete. Grund: Es ging um das Erbe eines verstorbenen Grafen. Sein Gebiet zwischen Zürich- und Walensee machten sich Zürcher und Schwyzer streitig. Die Eidgenossenschaft half dabei den Schwyzern. Verlauf: Während 14 Jahren herrschte in unserem Land ein Bürgerkrieg. Weil die Zürcher viel schwächer waren als die anderen 7 Orte, holten sie sich von den Habsburgern (!) Hilfe. Die Schlacht von St. Jakob an der Birs (1444) Zürich geht ein Bündnis mit Österreich ein, dieses ruft zusätzlich die Franzosen zu Hilfe, worauf Kronprinz Ludwig mit seinem Söldnerheer der Armagnaken (3000 – 4000 Soldaten) gegen die Eidgenossen zieht. 1500 Eidgenossen kämpften gegen 4000 Söldner. Alle Eidgenossen kamen ums Leben und Frankreich war der Sieger. Trotzdem schloss Frankreich einen Friedensvertrag mit den Eidgenossen. Der Zürichkrieg dauerte aber noch weitere 6 Jahre, bis 1450 Frieden geschlossen wurde zwischen Zürich und der Eidgenossenschaft. 5. Die Burgunderkriege (1475 – 1477) Das Herzogtum Burgund wurde von Herzog Karl dem Kühnen regiert. Sein Reich erstreckte sich vom Burgund in Frankreich bis zum Genfersee. Karl der Kühne wollte ein europäisches Grossreich errichten. Deshalb stand er in Feindschaft mit Österreich, dem König von Frankreich und mit den Eidgenossen. Nachdem Karl alle seine Gegner besiegt oder mit ihnen Frieden geschlossen hatte, blieb als einziger grösserer Feind die Eidgenossenschaft. Sein Feindschaft richtete sich vor allem gegen das starke und reiche Bern, das sich immer weiter nach Westen ausdehnen wollte. So kam es ab 1475 zu drei Kriegen gegen die Eidgenossenschaft. Die erste Schlacht fand am Neuenburgersee bei Grandson statt, wo Karl der Kühne fast 500 Berner Besatzer von Schloss Grandson hinrichten liess. Die Eidgenossen kamen zu spät, um dieses Blutbad zu verhindern, dafür gewannen sie nach kurzem Kampf die Schlacht und Karl der Kühne flüchtete mit seiner Armee und liess Gold, Geld, Waffen, Schmuck, Pferde im heutigen Wert von fast 400 Millionen Franken zurück. Der geschlagene Herzog wollte sich an Bern rächen, stellte ein neues Heer zusammen und wollte Bern erobern. So kam es im Jahre 1476 bei Murten zur entscheidenden Schlacht zwischen Burgund und der Eidgenossenschaft. Die Eidgenossen feierten den grössten Sieg in ihrer Geschichte und waren für kurze Zeit das militärisch mächtigste Land in Europa und von allen gefürchtet. Die Schlacht von Murten ist auch deshalb interessant, weil über Truppenstärke, Bewaffnung und Kriegspläne alles genau bekannt ist. Im Winter 1477 kam es in Nancy (F) zu einer 3. Schlacht, welche auch diesmal von den Eidgenossen gewonnen wurde. Karl fand in diesem Kampf den Tod. 6. Von der achtörtigen zur 13-örtigen Eidgenossenschaft Nach den Burgunderkriegen waren die Eidgenossen das berühmteste Kriegsvolk Europas und von allen gefürchtet. In den kommenden Jahren bis 1513 wuchs die Eidgenossenschaft von acht auf 13 Orte an. Folgende Ereignisse führten dazu: a) Das Stanser Verkommnis (1481) Nach den Burgunderkriegen herrschte unter den Eidgenossen Streit. Hauptgründe: 1. Streit um die Verteilung der Burgunderbeute 2. Streit um die Aufnahme von Freiburg und Solothurn in den Bund Zwischen Stadtorten und Landorten drohte ein Bürgerkrieg. In letzter Minute kam es in Stans mit Hilfe von Niklaus von Flüe zu einer Einigung. Hauptpunkt des Stanser Verkommnisses war, dass Solothurn und Freiburg 1481 in den Bund aufgenommen wurden. b) Der Schwabenkrieg (1499) Der Schwabenkrieg war ein Krieg zwischen den Eidgenossen und dem Deutschen Reich. Grund: Der deutsche Kaiser wollte den Eidgenossen alte Rechte wegnehmen. Folge: Krieg zwischen Eidgenossenschaft und Deutschland. Auswirkungen: 1. Die Eidgenossen siegten in 8 Schlachten und mussten das neue Reichsgesetz nicht annehmen. Damit lösten sie sich praktisch vom Deutschen Reich. 2. Basel und Schaffhausen wurden 1501 als Dank für ihre Unterstützung in den Bund aufgenommen. c) Der 13. Ort Ohne Kriegshandlungen trat im Jahre 1513 Appenzell in den Bund der Eidgenossenschaft ein. 7. Die Mailänderkriege (1512 – 1515) Nach den zahlreich gewonnenen Schlachten wandten sich die Eidgenossen auch nach Süden. Vor allem der Bau eines Weges über den Gotthardpass erleichterte ihnen diese Reise über die Alpen. Sämtliche Kriege in Oberitalien (Po-Ebene) führen die Eidgenossen als Söldner im Dienste fremder Heerführer. Junge Leute liessen sich von Werbern für fremde Kriegsdienste einstellen, um als Söldner zu kämpfen (Reislauf). Im Verlauf von 20 Jahren kämpften Eidgenossen für folgende fremde Herrscher: 1499 – 1500: 1509 – 1513: 1515 – 1516: für den König von Frankreich für den Papst gegen Frankreich für Italien gegen Frankreich Nach vielen Erfolgen auch in Italien verloren die Eidgenossen im Jahre 1515 bei Marignano eine entscheidende Schlacht gegen die Franzosen. Von 2000 Schweizern stirbt fast die Hälfte auf dem Schlachtfeld. Es war die schwerste Niederlage, die je ein Schweizer Heer erlitten hatte. Die Auswirkungen dieser Niederlage war für die Zukunft der Eidgenossenschaft entscheidend. Auswirkungen: 1. Eidgenossenschaft erhielt das Tessin. 2. Die Eidgenossen kämpften nicht mehr als Söldner in fremden Heeren. 3. Ewiger Friede mit Frankreich 4. Die Eidgenossen wollten sich bei Streitigkeiten anderer Staaten neutral verhalten.