Arbeitsblatt: Hygiene - Bakterien züchten

Material-Details

Anleitung wie Nährböden hergestellt werden. So können Bakterien z.B. in der Küche gezüchtet und anschliessend korrekt entsorgt werden
Wirtschaft, Arbeit, Haushalt
Gesundheit
7. Schuljahr
11 Seiten

Statistik

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17.10.2015

Autor/in

Luzia Schuler-Wigger
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Bakterien in einer Petrischale züchten Wolltest du schon einmal Bakterien für ein Wissenschaftsprojekt oder einfach nur aus Spaß  züchten? Es ist überraschend einfach. Alles was du brauchst, ist Nähragar (eine galertartige  Wachstumssubstanz), einige sterile Petrischalen und einige grässlich gute Bakterienquellen! Teil 1 von 3: Vorbereitung der Petrischalen Bereite das Agar vor. Agar ist eine geleeartige Substanz, die verwendet wird, um Bakterien zu züchten. Sie  wird aus einer Sorte roter Algen gewonnen und bietet die ideale Wachstumsumgebung für viele verschiedene Bakterienarten. Einige Agarsorten beinhalten beigemengte  Nährstoffe (wie etwa Schafsblut), die das Wachstum der Bakterien zusätzlich  beschleunigen.  Die einfachste Agarsorte, die man für dieses Experiment verwendet, ist  Nähragar, das in Pulverform angeboten wird. Du brauchst ungefähr 1.2 Gramm (etwa einen halben Teelöffel) Agarpulver für jede 10 cm große Petrischale, die  du verwenden möchtest. Mische also einen halben Teelöffel dieses Nähragars in 60 ml heißen Wassers.  Verwende dabei ein hitzebeständiges Gefäß! Multipliziere diese Menge mit der Zahl von Petrischalen, die du verwenden willst. Platziere dieses Gefäß in der Mikrowelle und lasse es eine Minute lang kochen. Achte jedoch darauf, dass die Lösung nicht überkocht! Wenn diese Lösung bereit ist, sollte das Agarpulver komplett aufgelöst sein  und die Flüssigkeit sollte farblos sein. Lass die Lösung ein paar Minuten lang auskühlen, bevor du fortfährst.[1]  Bereite die Petrischalen vor. Petrischalen sind kleine, flache Behälter aus klarem Glas oder Plastik. Sie haben zwei  Hälften – Boden und Deckel – die ineinander passen. Das schützt den Inhalt vor  ungewollter Verschmutzung, erlaubt aber den entstehenden Gasen, zu entweichen.  Die Petrischalen müssen komplett sterilisiert sein, bevor man darin Bakterien  züchten kann. Sonst werden die Ergebnisse des Experiments verfälscht. Neu  gekaufte Petrischalen sollten bereits steril und versiegelt in einer  Plastikverpackung geliefert werden. Entferne die Verpackung der Petrischale und teile sie in zwei Hälften. Gib nun  sehr vorsichtig AgarLösung in die Bodenhälfte der Schalen – gerade so viel,  um eine dünne Schicht zu bekommen. Gib den Deckel schnell auf den Boden, damit nichts mit irgendwelchen  Bakterien in der Luft verunreinigt wird. Lass die Petrischalen nun 30 Minuten  bis 2 Stunden auskühlen. Die Lösung wird abhärten (wenn sie bereit ist, wird  sie wie Götterspeise / Gelee aussehen).[2]  Kühle die Petrischalen so lange, bis du sie brauchst. Wenn du nicht vor hast, die vorbereiteten Petrischalen gleich zu verwenden, dann lege sie am besten in den Kühlschrank, bis du mit deinem Experiment soweit bist.  Das Aufbewahren der Petrischalen im Kühlschrank verhindert, dass das  Wasser in den Schalen verdunsten kann (Bakterien brauchen eine feuchte  Umgebung, damit sie wachsen können). Es ermöglicht auch, dass die  Oberfläche vom Agar schleichend aushärtet, wodurch es nicht reißt oder  bricht, wenn du deine Bakterienproben transportierst. Wenn du deine Petrischalen im Kühlschrank aufbewahrst, lege sie kopfüber  hinein. Das verhindert Kondensation auf dem Deckel oder eine Störung der  Wachstumsumgebung.[3]  Mit Agar befüllte Petrischalen können über einige Monate hinweg im  Kühlschrank gelagert werden. Wenn du sie brauchst, nimm sie aus dem  Kühlschrank und lasse sie Raumtemperatur erreichen, ehe du sie benützt. Teil 2 von 3: Bakterien züchten Gib Bakterien in die Petrischalen.  Wenn die Agarlösung einmal ausgehärtet ist und die Petrischale Raumtemperatur  erreicht hat, kommt der lustige Teil – Bakterien einführen. Es gibt mehrere  Möglichkeiten, das zu tun – entweder durch direkten Kontakt oder durch  Probennahme.  Direkter Kontakt: Das ist, wenn man Bakterien durch direkten Kontakt auf  die Petrischalen überträgt, zum Beispiel, indem man das Agar berührt. Einer  der häufigsten Wege, das zu tun, ist der sanfte Druck mit der Fingerspitze  (entweder vor oder nach dem Händewaschen) auf die AgarOberfläche. Du  kannst auch versuchen, einen Fingernagel oder die Oberfläche einer alten  Münze ins Agar zu drücken, oder oder ein kurzes Haar oder einen Tropfen  Milch im Gefäß zu platzieren. Benütze einfach deine Fantasie! Probennahme: Mit dieser Methode kannst du Bakterien von den meisten  Oberflächen sammeln und sie in die Petrischale transferieren. Alles, was du  dazu brauchst, ist ein paar saubere Wattestäbchen. Streiche einfach mit einem  Wattestäbchen über eine Oberfläche – oder die Schleimhäute in deinem Mund, oder einem Türgriff, die Tasten deiner Computertastatur oder den Tasten einer  Fernbedienung – übertrage diese Bakterien auf dein Agar, ohne die Oberfläche zu verletzen. Diese Oberflächen beherbergen eine Unmenge von Bakterien und somit solltest du einige interessante (und grausige) Ergebnisse nach wenigen  Tagen erhalten. Wenn du magst, kannst du mehrere verschiedene Bakterien in eine Petrischale  geben – alles, was du tun musst, ist die Schale in Viertel zu unterteilen und  verschiedene Proben auf die verschiedenen Viertel zu übertragen. Beschrifte und versiegle deine Petrischalen. Wenn du die Bakterien übertragen hast, solltest du den Deckel mit Klebeband  versiegeln.  Gehe auf Nummer sicher, dass du jede Schale mit der Quelle der enthaltenen  Bakterien beschriftet hast, sonst wirst du nachher nicht mehr wissen, was wo  drin ist. Du kannst das tun, indem du Klebeband und einen Permanent Marker  verwendest. Als zusätzliche Vorsichtsmaßnahme, kannst du jede Petrischale in eine  Plastiktüte mit Reißverschluss geben. Das bietet eine extra Schutzschicht  gegen störende Bakterienkolonien, die sich bilden könnten. Dennoch kannst du deinen Bakterien beim Wachsen zusehen. Stelle deine Petrischalen an einen warmen, dunklen Ort.  Lasse die Petrischalen für einige Tage an einen warmen dunklen Ort, wo sich die  Bakterien ungehindert entwickeln können. Vergiss nicht, sie kopfüber aufzubewahren, damit sich keine störenden Wassertröpfchen auf dem Agar bilden.  Die ideale Temperatur für wachsende Bakterien liegt zwischen 20 und 37 Grad Celsius. Wenn nötig, kannst du die Petrischalen auch an einem kühleren Ort  aufbewahren, aber dann werden die Bakterien langsamer wachsen. Gib den Bakterien 46 Tage Zeit, um sich zu entwickeln. Das ist genug Zeit,  damit sich die Kulturen vermehren können. Wenn die Bakterien einmal zu  wachsen beginnen, wirst du einen Geruch aus den Schalen wahrnehmen. Dokumentiere deine Ergebnisse. Nach einigen Tagen wirst du eine erstaunliche Vielfalt an Bakterien, Schimmelarten  und Pilzarten in deinen Petrischalen wachsen sehen.  Benutze einen Notizblock, um deine Beobachtungen über deine Inhalte der  verschiedenen Schalen zu protokollieren. Vielleicht ergeben sich Rückschlüsse darüber, wo die meisten Bakterien zu finden sind. War es in deinem Mund? Auf der Türklinke? Auf dem Knopf auf der  Fernbedienung? Die Ergebnisse werden dich überraschen! Wenn du magst, kannst du das tägliche Wachstum der Bakterienkolonien  messen, indem du mit einem Filzstift mit Kreisen am Boden der Schale die  Größe der jeweiligen Kolonie markierst. Nach einigen Tagen solltest du eine  Sammlung von konzentrischen Kreisen am Boden jeder Petrischale finden. Teste die antibakterielle Wirkung von verschiedenen Mitteln. Eine interessante Variante dieses Experiments ist es, antibakterielle Mittel  (Handreiniger, Seifen, etc.) in die Petrischalen mit einzubringen, um deren Effektivität zu prüfen.  Wenn du die Bakterien erst einmal in die Petrischale eingebracht hast, benütze  ein Wattestäbchen, um einen kleinen Tropfen von Handseife,  Desinfektionsmittel oder Haushaltsreiniger in der Mitte der Bakterienprobe zu  platzieren, dann setze dein Experiment ganz normal fort. Während Bakterien in der Schale wachsen, wirst du einen Ring oder einen  Fleck um den Punkt sehen, wo du das antibakterielle Mittel platziert hast und  wo deshalb keine Bakterien wachsen. Diese Zone wird als „Todeszone  bezeichnet. Du kannst die Effektivität des antibakteriellen Mittels messen, indem du die  Größe der Todeszonen der einzelnen Schalen miteinander vergleichst. Je  größer die Todeszone, desto effektiver wirkt das antibakterielle Mittel.[3]  Teil 3 von 3: Sichere Entsorgung der Bakterien Achte auf Sicherheitsmaßnah men. Bevor du die Petrischalen wegwirfst, musst du einige Sicherheitsvorkehrungen  beachten.  Obwohl die meisten Bakterien, die du züchtest, nicht giftig sind, können große  Bakterienkulturen durchaus Risiken mit sich bringen – also musst du sie töten,  bevor du sie wegwirfst. Verwende dazu Haushaltsbleichmittel. Schütze deine Hände vor dem Bleichmittel, indem du Gummihandschuhe  anziehst. Schütze deine Augen mit einer Plastikbrille und deine Kleidung mit  einer Schürze. Schütte etwas Bleichmittel in die Petrischalen.  Öffne die Petrischalen und gib vorsichtig etwas Bleichmittel über die  Bakterienkolonien. Halte die Schalen dabei über ein Waschbecken. Das wird die  Bakterien zerstören.  Sei sehr vorsichtig und pass auf, dass der Bleiche nicht mit deiner Haut in  Berührung kommt, weil das brennt. Gib die desinfizierte Petrischale in einen verschließbaren Plastikbeutel und  entsorge diesen im Mülleimer. Tipps Versuche, KartoffelDextroseAgar als Wachstumsmittel zu verwenden. Bereite eine  Kartoffel DextroseMischung vor, indem du 20 Gramm Kartoffel, 4 Gramm Agar und  2 Gramm Destrose in einem Topf kochen lässt. Gib diese Lösung in eine Petrischale  und lass sie trocknen. Nimm einige sterile Wattestäbchen und reibe über eine Fläche  (Fernbedienung, Türklinke, Wasserhahn, etc.). Schließe die Petrischale und wickle sie  in eine Plastikhülle. Lass sie 24 Stunden lang in warmer Umgebung brüten. Am  nächsten Tag solltest du Bakterienkolonien sehen können. Warnungen Gib niemals etwas in die Petrischale, was gefährliche Bakterien wachsen lässt  (Körperflüssigkeiten sollten niemals in eine Petrischale kommen). Wenn eine Schale  wieder geöffnet wird, kann das zu ernsten Erkrankungen führen. Quellen und Zitate 1.   2.   3.   3,0  3,1  DishesW54C659.aspx