Arbeitsblatt: i.ch _ wie online leben uns verändert

Material-Details

Speziell konzipierte Unterrichtsmaterialien bieten die Möglichkeit für Lehrer, die Ausstellung "i.ch _ wie online leben uns verändert" individuell für ihre Schüler vorzubereiten und sich so bereits vorgängig im Schulzimmer dem Ausstellungsthema zu nähern. Die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden durch dialogische Führungen angeregt, ihr Denken eigenständig zu reflektieren, ihre Meinungen zu formulieren und sich in der Gruppe auszutauschen. Das Vögele Kultur Zentrum bietet Schulklassen jeder Bildungsstufe freien Eintritt und kostenlose dialogische Führungen durch die Ausstellung mit ausgewiesenen Fachpersonen. Unsere Kulturvermittler führen während der regulären Öffnungszeiten. Information und Anmeldung unter vermittlung@voegelekultur.ch Weitere Informationen zur aktuellen Ausstellung: www.voegelekultur.ch
Lebenskunde
Kommunikation / Medien
6. Schuljahr
15 Seiten

Statistik

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456
10
05.12.2015

Autor/in

Nadia Sambuco
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

i.ch wie online leben uns verändert 22.11.2015 – 20.3.2016 Input für Lehrpersonen zur Vor- und Nachbereitung der Ausstellung im Unterricht Quelle: Impressum Konzept, Texte und Ausführung Stefanie Kasper und Cornelia Spillmann Kasper Spillmann Kunstvermittlung GmbH Pflanzschulstrasse 93, 8004 Zürich www.k-s-kunstvermittlung.ch Kontakt Vögele Kultur Zentrum Gwattstrasse 14, 8808 Pfäffikon SZ Gaby Bachmann, Tel. 055 416 11 25 www.voegelekultur.ch Öffnungszeiten Mittwoch bis Sonntag: 11.00-17.00 Uhr Donnerstag: 11.00-20.00 Uhr Führungen für Schulklassen Eintritt und Führung sind kostenlos. Anmeldungen siehe Kontakt. Inhalt 1. Gedanken zum Thema . 2 1.1 Digital Native versus Digital Immigrant. 2 1.2 Ein kleines Gedankenexperiment 4 1.3 Online Leben . 4 1.4 Medienkompetenz . 5 1.5 ;-) – Wie bitte, Kommunikation . 6 1.6 Datenschutz: Das grosse Fragezeichen 7 1.7 Digital Detox: Wenn Entzug angesagt ist . 7 2. Einstiegsfragen 8 3. Vermittlungsideen zu Kunstwerken 9 3.1 Hasan Elahi, ab 2002 9 3.2 Peter Picciani, Soziales Netzwerk, 2014/15 . 10 3.3 Aram Bartholl, Are you Human?, 2011. 11 3.4 Jean Revillard, Ondes, 2004 12 3.5 Emoji-Kunst ;-) . 13 1 1. Gedanken zum Thema Wie online leben uns verändert bei diesem Thema sind für einmal die Schülerinnen und Schüler die Experten! Sie gehören der Generation der sogenannten „Digital Natives an – ein Aspekt, der uns bei den Überlegungen zur Vermittlung der Ausstellung zentral erscheint. Obwohl Internet und Social Media für Kinder und Jugendliche viele Gefahren bergen, das Thema Datenschutz von ihnen möglicherweise zu wenig ernst genommen wird und in den Schulen mittlerweile Workshops zu „Cybermobbing angeboten werden müssen, finden wir wichtig zu betonen, dass „online leben die Realität von Schülerinnen und Schülern darstellt und deshalb positiv und umsichtig vermittelt werden sollte. 1.1 Digital Native versus Digital Immigrant Achtung: Zitate zum Begriff „Digital Native stammen alle von der Wikipedia-Seite und sind direkt in diese Unterlagen eingeflossen! Quelle: Als digital native (deutsch: „digitaler Ureinwohner; Plural: digital natives) wird eine Person der gesellschaftlichen Generation bezeichnet, die in der digitalen Welt aufgewachsen ist.[1] Als Antonym existiert der Begriff des digital immigrant (deutsch: „digitaler Einwanderer[2] oder „digitaler Immigrant) für jemanden, der diese Welt erst im Erwachsenenalter kennengelernt hat. Das erste Mal tritt der Begriff native im technologischen Zusammenhang in der 1996 veröffentlichten Unabhängigkeitserklärung des Cyberspaces am Weltwirtschaftsforum in Davos von John Perry Barlow auf. In dieser heisst es in einem Absatz: ‘You are terrified of your own children, since they are natives in world where you will always be immigrants. Marc Prensky prägte den Begriff Digital Natives 2001 und beschrieb damit alle Schüler vom Kindergarten bis zum College. John Palfrey und Urs Gasser ziehen mit 1980 als ältestem Geburtsjahrgang von Digital Natives in ihrem 2008 erschienenen Buch Born Digital eine noch deutlichere Grenze.[3]. Prensky beschreibt Digital Natives wie folgt: „Es ist die erste Generation, welche von klein auf mit der neuen Technik des digitalen Zeitalters aufgewachsen ist. Computerspiele, E-Mails, Internet, Mobiltelefone und Instant Messaging seien integrale Bestandteile ihres Lebens, sie wurden schon früh damit sozialisiert. Diese allgegenwärtige Ausstattung und die massive Interaktion damit führe zu einem anderen Denken, anderen Denkmustern und zu einem fundamentalen Unterschied, Informationen zu verarbeiten. Grundlage ist demnach, dass unterschiedliche Erfahrungen zu 2 unterschiedlichen Hirnstrukturen führen. Sie seien gewohnt, Informationen sehr schnell zu empfangen, sie lieben es, parallel in Multitasking zu arbeiten. Sie lieben den Direktzugriff auf Informationen (im Gegensatz zum seriellen), ziehen die Grafik dem Text vor und funktionieren am besten, wenn sie vernetzt sind. Sie gedeihen bei sofortiger und häufiger Belohnung.[4] Digital Immigrants sind mit diesen Techniken nicht von klein auf vertraut, sie adaptieren ihre Umwelt, um damit zu arbeiten. Als Kennzeichen bringt Prensky folgende Beispiele: Sie drucken eher eine E-Mail aus oder lassen sie sich von der Sekretärin ausdrucken. Sie bringen eher Leute physisch ins Büro, um ihnen eine Webseite zu zeigen, als dass sie nur die URL versenden. Um einen Text zu überarbeiten, drucken sie ihn vorher aus. Sie können sich nicht vorstellen, dass man, während man Musik hört oder Fernsehen schaut, lernen kann, weil sie es selbst nicht können, da sie es in ihren Jugendjahren nicht gemacht haben. [4] Primär sind mit der Gruppe die Geburtenjahrgänge vor 1970 gemeint.[5] Gemäss Prensky waren schon 2001 die Schüler sind nicht mehr dieselben wie früher. Man hat nach Prensky dadurch die Unterrichtsmethoden und den Inhalt anzupassen. [4] Autor und Management-Professor Don Tapscott beschäftigt sich seit seinem Buch Net Kids (1998) mit den Auswirkungen und Veränderungen, die das Aufwachsen der Generation der Digital Natives auf alle Bereiche der Gesellschaft hat. Im Bestseller Wikinomics (2006) beschreibt er insbesondere die Folgen für die Wirtschaft. Für sein Buch Grown up digital (2008) [6] hat er 11‘000 Jugendliche zu ihrem Netznutzungsverhalten befragen lassen. Nach Moshe Rappoport von IBM Research zeichnet sich die junge Generation auch durch Risikobereitschaft und schnelles Handeln aus, analog zu Computerspielen, wo man mit Risikoverhalten schnell zum Ziel komme beziehungsweise nach einem Game over einfach neu beginne. Galt man früher als gescheitert, wenn eine Geschäftsidee nach zwei Jahren nicht mehr funktionierte, so gehe es heute stärker darum, Ideen auszuprobieren, umzusetzen und gegebenenfalls wieder zu verwerfen. Auch spiele die Akzeptanz für neue Technik für die Einführung in Unternehmen eine wichtige Rolle und deshalb werde es beim Eintreten der Digital Natives in die Führungsebenen zu einem radikalen Umdenken in Unternehmensführungen kommen. [5] Einzelnachweise: 1) Eva Windisch Niclas Medman: Understanding the digital natives. In: Ericsson Business Review. 1/2008, S. 36–39 (217 KB). 2) Peter Marwan: PC-Arbeitsplatz der Zukunft: So stellen Firmen die Weichen Teil 2:Digitale Ureinwohner, zdnet.de, 18. Februar 2008. 3) John Palfrey, Urs Gasser: Born Digital: Understanding the First Generation of Digital Natives, Basic Books, 2008, ISBN 0-465-00515-2, S. 1. 4) Marc Prensky: Digital Natives, Digital Immigrants (PDF; 135 kB), in: On The Horizon, ISSN 1074-8121, MCB University Press, Vol. 9 No. 5, Oktober 2001. 5) Pressemitteilung: Digitale Immigranten IBM ortet gespaltene Technologie-Gesellschaft, 24. September 2008. 6) Jan Free: Netzgeborene können besser, ZEIT online, 16. September 2009. 3 1.2 Ein kleines Gedankenexperiment Mit dieser Ausgangslage wäre es doch durchaus möglich, einmal die Rollen zu tauschen. Die Schülerinnen und Schüler könnten beispielsweise in einer Projektwoche zum Thema „online leben Workshops für die Lehrerschaft veranstalten. Oder lassen Sie Ihre Klasse eine Lektionenreihe zum Thema „Social Media bestreiten und lehnen Sie sich zurück. Zugleich ist Ihre Perspektive als „Digital Immigrant, also als Person, die sich noch mit analogen Technologien und Kommunikationsformen auskennt und die die starken und rasanten Auswirkungen der digitalen Revolution auf den Alltag am eigenen Leben erfahren hat, für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema von unschätzbarem Wert. Auch bietet die Ausstellung eine gute Gelegenheit, mit einer Medienpädagogin oder einem Medienpädagogen zusammenzuarbeiten, um Themen wie Datenschutz und Cybermobbing im Klassenverband genauer zu betrachten. 1.3 Online Leben Mit „Online leben fokussieren wir, wie technische Errungenschaften, insbesondere das sogenannte „Internet der Dinge, Einfluss auf unsere Lebensweise, unsere alltäglichen Verrichtungen und Tätigkeiten, aber auch auf die Wirtschaft haben. Was passiert, wenn der Computer als Gerät zunehmend verschwindet und durch „intelligente Gegenstände ersetzt wird? Das „Internet der Dinge soll den Menschen bei seinen Tätigkeiten unmerklich unterstützen. Die immer kleineren eingebetteten Computer sollen eine Funktion erfüllen, ohne abzulenken oder überhaupt aufzufallen. Dabei darf auch die kritische Frage nach den Vor- und Nachteilen solch technologischer Neuerungen und einer automatischen Digitalisierung von Abläufen gestellt werden. Verbessert sich unsere Lebensqualität, wenn in unserer Wohnungen die Heizungen aufgrund von Aussentemperaturmessungen automatisch gesteuert werden? Wenn Sonnenstoren in Sekunden auf wetterbedingte Lichtveränderungen reagieren? Wenn der Weg eines Pakets, das auf dem Postweg verschickt wird, online mitverfolgt werden kann? Man wird auf die Frage zurückgeworfen, was man überhaupt unter Lebensqualität versteht. Geben diverse Gadgets, per App gesteuerte Apparaturen und Wearables tatsächlich mehr Freiheit und Zeit? Oder werden wir zu Sklaven der Technik? • • • Begriffe klären: „Internet der Dinge, Wearables, Quantified Self. Die Schülerinnen und Schüler können zum Thema eine Hitliste der hilfreichsten Apps oder Wearables für den Alltag erstellen und diese einander gegenseitig vorstellen. Oder sie entwickeln auf dem Papier (oder als gestalterische Aufgabe) ein digital gesteuertes Wunsch-Gadget, das sie für ihren Alltag nützlich fänden. 4 Artikel, Bücher, Filme, Links • Vögele Kultur Bulletin 99/2015, „Wir, die Netz-Kinder, S. 17. • Vögele Kultur Bulletin 99/2015, „Das Internet der Dinge, S. 25. • Film: „Her, Regie: Spike Jonze, US, 2013, Drama, 126 Min. Veranstaltungshinweis: Kino am Sonntag im VKZ, 7.2.2016, 13.00 Uhr. • Film: „Robot &Frank, Regie: Jake Schreier, US, 2012. Tragikkomödie, 90 Min. Veranstaltungshinweis: Kino am Sonntag im VKZ, 13.12.2015, 13.00 Uhr. • Weblink: 1.4 Medienkompetenz Neue Kompetenzen und Fertigkeiten im Umgang mit Medien und ICT (Information and Communication Technology) werden heute von Kindern und Jugendlichen verlangt, privat wie auch später in der Arbeitswelt. In fast jedem Beruf sind zumindest Grundkenntnisse zur Bedienung von ICT-Mitteln notwendig, ebenso die Fähigkeit zur verantwortungsvollen ICTbasierten Kommunikation sowie ein fundiertes Verständnis für die Wirkungsweisen der Medien. Der neue Lehrplan 21 sieht deshalb die Medienbildung vor. Doch wie sehen Medienerziehung und -pädagogik aus? Ein zweijähriges Pilotprojekte im Schuljahr 2009/2010 der Projektschule Goldau, SZ hat in diesem Zusammenhang Schlagzeilen gemacht. Alle Kinder einer 5. Klasse erhielten persönliche Smartphones, die sie nach einer Einführungszeit auch nach Hause nehmen und ausserschulisch nutzen durften. Die Kinder sollten die Geräte innerhalb und ausserhalb der Schule als Teil ihrer persönlichen Lern- und Arbeitsumgebung nutzen und dabei emanzipiert und kritisch mit zukünftig immer verfügbarer Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) umgehen lernen. • • Welche Rolle spielen neue Medien in Ihrem Unterricht? Wie stehen Sie persönlich dazu? Artikel, Bücher, Filme, Links • Literatur: Eli Pariser, „Filter Bubble. Wie wir im Internet entmündigt werden, 2012. • Film: „The Social Network, Regie: David Fincher, US, 2010, Drama, 120 Min. Veranstaltungshinweis: Kino am Sonntag im VKZ, 3.1.2016, 13.00 Uhr. • Weblink: • Weblink: • Weblink: 5 1.5 ;-) – Wie bitte, Kommunikation Kommunikation hat durch neue Technologien und Social Media eine andere Dimension erhalten. Noch nie zuvor ist es uns möglich gewesen, so oft und durch so viele verschiedene Mittel mit Freunden, Bekannten, der Familie und einer weltweiten, oft anonymen Community zu kommunizieren. Inwiefern und wie exzessiv werden die verschiedenen Kommunikationskanäle von Kindern und Jugendlichen genutzt und mit welchen Folgen? Gehen Sie den Bedürfnissen, Ansichten und Gewohnheiten Ihrer Schülerinnen und Schüler auf den Grund und stellen Sie sich dabei folgenden Fragen: • • • • • Begriff klären: Was ist Social Media? Schreiben die Kinder aus dem Schullager noch Postkarten? An wen? Und: Sind sie im selben Ferienlager mit ihren Schulkameradinnen und Kameraden via WhatsApp am chatten – auch wenn diese sich im Zimmer nebenan befinden? Inwiefern lassen sich die Möglichkeiten von Social Media mit alten Kommunikationswegen vergleichen? Welche Inhalte gehören in einen Brief, was kommuniziert eine Postkarte? Wofür eignet sich ein Chat, wann schreiben wir eine EMail, ein SMS? Wann greifen wir besser zum Telefonhörer und was wird auf Facebook gepostet? Wie steht es um das Wissen der Schülerinnen und Schüler, wann welche Kommunikationswege angebracht sind und bei welchen sozialen Medien man beim Kommunizieren gewisser Inhalte vorsichtig sein sollte? Emoticons oder Emojis sind bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Wann werden diese genutzt und wie? Inwiefern bereichern sie die Kommunikation? Oder führen sie zu einer Verarmung der individuellen Ausdrucksfähigkeit? Welche Fähigkeiten erlagen Kinder und Jugendliche durch die Nutzung von Social Media? Und geht ihnen dabei wirklich etwas verloren, wie so oft und gerne behauptet wird? Artikel, Bücher, Filme, Links • Vögele Kultur Bulletin 99/2015, „Die Stopptaste, bitte, S. 11. • Vögele Kultur Bulletin 99/2015, „FOMO*, S. 21. • Vögele Kultur Bulletin 99/2015, „Was ich von der fremden Frau gelernt habe, die mich im Zug einfach nicht in Ruhe lassen wollte., S. 22. • Vögele Kultur Bulletin 99/2015, „Emoji and me, S. 38. • Film: „The Social Network, Regie: David Fincher, US, 2010, Drama, 120 Min. Veranstaltungshinweis: Kino am Sonntag im VKZ, 3.1.2016, 13.00 Uhr. • Weblink: 6 1.6 Datenschutz: Das grosse Fragezeichen Aufgrund eines Facebook-Chats ist einer deutschen Abiturientin von den amerikanischen Behörden die Einreise in die USA verweigert worden. Aus der vorliegenden FacebookKommunikation mit ihrer Cousine ging für die Einreisebehörde hervor, dass die junge Frau vorhatte, illegal als Au-Pair zu arbeiten – anstatt wie von ihr vorgegeben das Land zu bereisen und Ferien zu machen. Recht und Gesetz sollen vor dem Missbrauch persönlicher Daten schützen. Es braucht einen verantwortungsvollen Umgang mit den eigenen Daten im Internet. Die Frage stellt sich jedoch immer wieder: Inwiefern ist Datenschutz bei jungen Menschen ein Thema? Und: Schützt ein umsichtiger Umgang mit persönlichen Informationen tatsächlich vor Datenmissbrauch? Der Klassiker „1984 von George Orwell könnte als Ausganslage für das Thema im Unterricht dienen. Inwiefern haben sich Orwells Zukunftsvisionen bewahrheitet? Artikel, Bücher, Filme, Links • Lektüre: George Orwell, „Nineteen Eighty-Four (1984), 1949. • Artikel: Andreas Kraft, „Jugendliche entwickeln eigene Werte in Netzwerken, in: Zeit Online, 26.11.2011. • Interview: Bernd Kramer: „Gescheiterte US-Einreise: ‚Ich kam mir vor wie eine Schwerverbrecherin, in: Spiegel Online, 5.8.2015. • Weblink: • Weblink: 1.7 Digital Detox: Wenn Entzug angesagt ist Digital Detox, ein Trend aus den USA, der ironischerweise aus dem Silicon Valley stammt, hat sich mittlerweile als eigener Industriezweig etabliert. Von Coachings über Camps und Apps preisen zahlreiche Lösungen eine digitale Auszeit an, um dem Leben wieder offline begegnen zu können und mehr Achtsamkeit zu erlangen. Digital Detox plädiert für den offline Rückzug und offeriert dafür eine technikfreie Wellness, die persönliche „Off-Grid (netzunabhängige) Erfahrungen ermöglichen soll. Die Klasse könnte als Projekt für einen Tag oder länger auf Mobilgeräte, Internet usw. verzichten. In der Off-Grid-Zeit werden spezielle Aktivitäten geplant, die konträr zum digitalen 7 Leben stehen. Wie könnten solche Aktivitäten aussehen? Nach dem Experiment sollen die Schülerinnen und Schüler Bilanz ziehen und ihre Erfahrungen reflektieren. Artikel, Bücher, Filme, Links • Vögele Kultur Bulletin 99/2015, „Zurück in die Gegenwart, S. 30. • Vögele Kultur Bulletin 99/2015, „Digital Detox, S. 44. • Blogbeitrag: 2. Einstiegsfragen Eine Auswahl offener Diskussionsfragen ermöglicht eine unmittelbare Annäherung ans Ausstellungsthema ohne aufwendige Vorbereitungsarbeiten. Die Schülerinnen und Schüler werden bei ihrem Wissens- und Erfahrungsstand abgeholt und – mündlich oder auch schriftlich – zu einer aktiven Auseinandersetzung angeregt. • Was bedeutet für Dich „online leben? Gibt es in Deinem Alltag einen Unterschied zwischen online und offline leben? • Wärst Du bereit, für eine Woche auf Dein Smartphone zu verzichten? Begründe Deine Antwort! • Wie und wofür nutzt Du das Internet? Welche Alternativen hätten sich Dir vor gut 20 Jahren geboten? • Pflegst Du einen bewussten Umgang mit den Möglichkeiten, welche das Internet und digitale Kommunikation Dir bieten? Inwiefern ja/nein? • Hast Du schon einmal das Gefühl gehabt, Du musst Deinen Umgang mit Internet und Social Media besser regeln, weil er zu viel Zeit beansprucht? • Machen Dir das Internet und digitale Kommunikation manchmal Angst? • „Ich könnte mir ein künftiges Jahrtausend denken, das unser Zeitalter der Technik anstaunte, wie wir die Antike bewundern, und Maschinen ausgrübe wie wir Statuen. So der Dichter, Autor und Journalist Christian Morgenstern (1871 – 1914). Inwiefern ist seine Vorstellung heute wieder aktuell? • Das Leben ohne Internet: Was würde sich für Dich verändern? • Du hast Dein Handy zu Hause vergessen. Unter welchen Umständen kehrst Du zurück, um es zu holen? 8 3. • Welches sind die Anstandsregeln beim Smartphone-Gebrauch in Gesellschaft? Gibt es dazu einen Knigge? • Wie oft brauchst Du Emoticons und Emojis und was gefällt Dir an ihnen? • Was denkst Du, warum gibt es keinen „Dont like-Button bei facebook? • „Nichts verbindet so unverbindlich wie das Internet, stellt der Autor Klaus Klages (*1938) fest. Kannst Du ihm beipflichten oder möchtest Du ihm eher widersprechen? Vermittlungsideen zu Kunstwerken 3.1 Hasan Elahi, ab 2002 Screenshot der Website von Hasan Elahi vom 5. November 2015. Kontextinformationen • Vögele Kultur Bulletin 99/2015, „Die totale Transparenz, S. 9. • Artikel: Hasan M. Elahi, „You Want to Track Me? Here You Go, F.B.I., in: New York Times, 29.10.2011. • Website des Künstlers: Diskussionsfragen Hasan Elahi macht seinen Alltag auf einer Internetseite transparent, um dem Amerikanischen Geheimdienst proaktiv seine Unschuld zu beweisen, einem Terrornetzwerk anzugehören. Was haltet Ihr von seinem Vorgehen? Schaut die Website des Künstlers an. Welche Informationen finden sich darauf? Wie sind die Informationen verfügbar? Zu den Fotos: Beschreibt und kategorisiert die Fotos. Was zeigt uns der Künstler, was bleibt verborgen? Macht er sein Leben tatsächlich öffentlich? 9 Unter welchen Umständen ist Eurer Meinung nach gerechtfertigt, dass Personen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Herkunft und vager Verdachtsmomente vom Geheimdienst beschattet oder sogar verhört werden? Hasan Elahi sagt selbst zu seiner Strategie: „By putting everything about me out there, am simultaneously telling everything and nothing about my life. Was meint er wohl damit? „In an era in which everything is archived and tracked, the best way to maintain privacy may be to give it up, lautet eine weitere Feststellung Hasan Elahis. Worin denkt Ihr bestehen Vorteile oder Gefahren, wenn man seine Privatsphäre aufgibt? Denkt Ihr, es ist eine gute Lösung, seine Privatsphäre transparent zu machen? Und: Gibt Hasan Elahi tatsächlich seine Privatsphäre auf? Was ist Eure Meinung dazu? Umsetzung Die Schülerinnen und Schüler sollen ein eintägiges Experiment durchführen, indem sie sich und ihre Tätigkeiten selbst dokumentieren, bzw. aussagekräftiges Dokumentationsmaterial sammeln, das eine Aussage über ihre Aufenthaltsorte, Begegnungen oder Kommunikationsaktivitäten und Beschäftigungen gibt. Am Anfang stellt sich die Frage: Welche Unterlagen, Bilder, Dokumente könnten als aussagekräftiges Dokumentationsmaterial dienen? ÖV-Tickets, E-Mails, Chats, Auszüge aus der Telefonrechnung, Quittungen, Eintrittskarten, Kreditkartentransaktionen, Fotos mit Datum. Dann wird das gesammelte Material an eine Mitschülerin, einen Mitschüler übergeben. Diese/r soll mit den Daten einen fiktiven Tagesablauf zusammenstellen und eine mögliche Geschichte dazu erfinden. 3.2 Peter Picciani, Soziales Netzwerk, 2014/15 Peter Picciani, Soziales Netzwerk, 2014/15. Figuren aus Lindenholz geschnitzt, bemalt, 33 cm hoch, auf Grundplatte 125 115 cm. Foto: Peter van de Waal. 2015, ProLitteris, Zürich. Kontextinformationen • Vögele Kultur Bulletin 99/2015, „Generation ‚Kopf unten, S. 14. Diskussionsfragen Betrachtet die einzelnen Figuren von Peter Picciani und beschreibt sie! Vergleicht die Figuren: Was ist ähnlich und wodurch unterscheiden sie sich voneinander? Gehören diese 10 Menschen in irgendeiner Form zusammen? In welcher Beziehung könnten sie zueinander stehen? Was denkt Ihr, wollte der Künstler mit seinen Figuren ausdrücken? Wieso hat er wohl die Figuren aus Holz geschnitzt und nicht einfach mit einem 3-D-Printer ausdrucken lassen? Picciani hat den einzelnen Figuren Titel gegeben wie „Das ist Kevin, weltoffen, aufgeschlossen und voller Tatendrang. Wie deutet Ihr diesen Untertitel? Wer könnte so etwas gesagt haben? Welche Gefühle löst dieser Titel bei Euch aus? Umsetzung Ausgehend von Peter Piccianis Holzfiguren steht die Frage im Zentrum, welche Auswirkungen technologische Errungenschaften kurz oder auch langfristig auf unseren Körper – unsere Haltung, unsere Fertigkeiten, unseren Körperbau – haben könnten. Dieser Fragestellung soll nicht wissenschaftlich angegangen, sondern vielmehr spielerisch-visionär und humorvoll in einer dreidimensionalen Arbeit aus Ton oder als skulpturale MaterialCollage umgesetzt werden. Werden unsere Daumen vom Tippen auf dem Smartphone immer stärker und dicker, dafür unsere Haltung immer schlechter? Werden wir manuell immer ungeschickter, weil Maschinen handwerkliche Arbeiten für uns verrichten? Brauchen wir unsere Beine noch, wenn wir doch alle wichtigen Aufgaben sitzend am Computer erledigen können? Weiterhin können die Schülerinnen und Schüler die Figuren nachstellen und aus der Situation eine absurde, komödiantische oder dramatische Szene entwickeln. 3.3 Aram Bartholl, Are you Human?, 2011 Aram Bartholl, Are you Human?, 2011. Aluminium, je ca. 40 90cm. Courtesy DAM gallery xpo gallery. Foto: Aram Bartholl, 2015. Kontextinformationen • Vögele Kultur Bulletin 99/2015, „Are you human, S. 15. • Website: 11 Diskussionsfragen Für seine Arbeit Are you Human? Kopierte Aram Bartholl sogenannte „Captcha Codes aus dem Internet und setzt diese als Aluminiumreliefs um. Wofür braucht es diese „Captcha Codes? Recherchiert, was die Abkürzung „Captcha bedeutet! Überlegt Euch, wodurch sich die „Captcha Codes in der künstlerischen Arbeit Are you Human? von Aram Bartholl von gewöhnlichen „Captcha Codes unterscheiden! Welche Sicherheitsmassnahmen kennt Ihr aus der digitalen Welt, aus dem Internet? Wo kommen sie zum Tragen? Wo müssen spezielle Codes und Passwörter eingesetzt werden und warum? Welche Sicherheitsvorkehrungen kennt Ihr aus der analogen Welt, und inwiefern sind diese vergleichbar? Umsetzung Die Schülerinnen und Schüler sollen im Internet oder in Bibliotheken oder direkt bei „Anbietern Bilder von digitalen und analogen Sicherheitsmassnahmen sammeln und diese auf einem grossen Plakat als Gemeinschaftsarbeit zusammenstellen, wobei die analogen und die digitalen Codes, Absicherungen, Sperren usw. einander gegenüber gestellt werden. 3.4 Jean Revillard, Ondes, 2004 Jean Revillard, Ondes, 2014. Injet-Print auf Aluminium, 50 70 cm. Jean Revillard REZO. Kontextinformationen • Vögele Kultur Bulletin 99/2015, „Wenn online sein weh tut, S. 51. • Website: • Artikel: as: „Wie Foto-Tableau von Jean Revillard. Weisse Zone – Wie Elektrosensible leben, in: NZZ, 6.7.2015. • Artikel: Anne Kunze und Max Rauner: „Verstrahlt, in: Zeit Online, 22.8.2013. • Website des Künstlers: 12 Diskussionsfragen Schaut Euch die Fotografien von Jean Revillard an. Beschreibt die gezeigten Menschen und Orte! Worum könnte es in dieser Fotoserie gehen? In der Fotoserie portraitiert Jean Revillard sogenannte elektrosensible Menschen, die behaupten, dass sie auf elektromagnetische Wellen von Drahtlosnetzwerken, Antennen, Mobiltelefonen oder einfachen elektrischen Geräten mit wie Schwindel, Schmerzen, Konzentrationsstörungen oder gar Herz-Kreislauf-Störungen reagieren. Überlegt Euch: Was für Auswirkungen hat die Elektrosensibilität auf das Leben und auf die sozialen Vernetzungen dieser Menschen? Was wisst Ihr bereits über dieses zivilisationsbedingte Leiden? Informiert Euch über das Phänomen Elektrosensibilität im Internet. Umsetzung Die Schülerinnen und Schüler wählen aus der Fotoserie von Jean Revillard je ein Bild aus und erhalten die Aufgabe – mit dem Hintergrundwissen zum Thema Elektrosensibilität – einen kurzen Text dazu zu verfassen. Welche Form für den Text gewählt wird – ob Kurzgeschichte, Gedicht oder wissenschaftliche Erörterung – wird den Schülerinnen und Schülern überlassen. Die Texte sollen zusammen mit den Bildern im Klassenverband einander vorgestellt und im Schulzimmer ausgestellt werden. Weiterhin können sich die Schülerinnen und Schüler überlegen, wo in ihrem Zuhause elektromagnetische Strahlung vorkommt. Wo befinden sich Antennen, Drahtlosnetzwerke und elektrische Geräte? Sie zeichnen darauf einen Grundriss von ihrem Zuhause oder ihrem Zimmer und wählen eine passende, ästhetische Form, um schematisch die Strahlungsintensität der verschiedenen Orte einzuzeichnen. 3.5 Emoji-Kunst ;-) 13 Quellen (von links oben nach rechts unten): Umsetzung Im Internet finden sich zahlreiche Bilder von berühmten Werken der Kunstgeschichte, die durch Emojis humorvoll neu interpretiert wurden (siehe oben). Die Schülerinnen sollen sich selbst ein Kunstwerk suchen, das sie mit Emojis umgestalten. Dabei sollen sie sich auch die Frage stellen, ob die Emojis ausreichen, um die auf den Gemälden dargestellten Gefühle und Regungen darzustellen und was mit den Gemälden durch das Ersetzten der gemalten Gesichter passiert, wie sie sich verändern. 14