Arbeitsblatt: Kritisch Konsumieren

Material-Details

Fussabdruck Fairtrade Food Wast Konsumentenschutz Handy Rohstoffe, Recycling
Wirtschaft, Arbeit, Haushalt
Ökologie
8. Schuljahr
13 Seiten

Statistik

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1247
62
12.01.2016

Autor/in

Martina Häfliger


Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

KRITISCH KONSUMIEREN Worum es geht Pizza, Computer, Handy, Sommerurlaub – Wir konsumieren täglich, viel und gerne. Doch alles, was wir tun, alles was und wie wir konsumieren, hat Auswirkungen und Folgen. Niemand lebt völlig auf sich allein gestellt als Selbstversorger. Das Ausmass unseres Konsums bedroht aber unsere Lebensgrundlagen: Wir verbrauchen Unmengen von Rohstoffen und Energie und unser Konsum erzeugt Berge von Abfällen und Schadstoffen. mitdenken und nachhaltig handeln bedeutet nicht Konsumverzicht, sondern eine kritische Auseinandersetzung mit unserem Kaufverhalten. 1 2 KRITISCH KONSUMIEREN POSTEN 1 Wir leben auf zu grossem Fuss Auf grossem Fuss leben bedeutet aufwändig leben, viele Güter konsumieren. Im  übertragenen Sinn ist damit ein verschwenderischer Umgang mit Ressourcen  gemeint, also ein Lebensstil, durch den mehr Naturkapital aufgebraucht wird, als zur  Verfügung steht.  Aufgaben mit Hilfe Hauswärts S. 46 lösen 1. Was bedeutet das Wort „Ressourcen? 2. Erkläre; Naturkapital das aufgebraucht wird? Um unseren Umgang mit dem Naturkapital zu messen, hilft ein ökologischer  Fussabdruck. Er zeigt deutlich wieviel Wasser und Bodenfläche wir Menschen  brauchen.  Die Schweiz lebt seit Jahren auf zu grossem Fuss. Dies hängt mit unserem Konsum  zusammen. Wir verbrauchen viel. Wenn jeder Mensch so leben würde wie wir  Schweizer, bräuchten wir insgesamt 2,8 Planeten! Wir haben aber nur 1 Planeten! 3     3. Welche Länder haben einen ähnlichen Fussabdruck, wie die Schweiz? 4. Wenn alle Menschen so leben würden wie die Amerikaner, wieviele Planeten  bräuchte es dann? 5. Weshalb hat Indien so einen geringen, kleinen Fussabdruck? Diskutier deine  Antwort mit einem Partner! 4 5 KRITISCH KONSUMIEREN POSTEN 2 Mein Fussabdruck Manchmal tut es gut, sich und sein Konsumverhalten zu überdenken.  Zu Fuss, mit dem Velo, mit dem Mofa, mit dem Bus, mit dem Auto zur Schule gehen? Bereits solche Entscheidungen können den eigenen Fussabdruck verändern. Kebap vom Take away, frischer Salat, Tiefkühlpizza, Pizzaservice? Auch da wird der Fussabdruck unterschiedlich gross ausfallen. Zeichne einen Fussabdruck von dir auf ein farbiges Papier und schreibe auf den Abdruck deine alltäglichen Konsumverhalten mit blauer Farbe. Schreibe mit grüner Farbe, was könnte man allgemein besser machen, damit wir Schweizer nicht so grosse Fussabdrücke haben! Klebe auf die Rückseite dieses Blattes deinen  Fussabdruck auf! 6 KRITISCH KONSUMIEREN POSTEN 3 Fairtrade bringt gerechtes Einkommen Die Arbeitsteilung ist die gleiche wie schon seit hundert Jahren: Der Süden liefert die  Rohstoffe, der Norden verarbeitet sie zu Industrieprodukten. Hier fallen die grossen  Gewinne an – bei der Verarbeitung, beim Zwischenhandel und beim Verkauf. Ganz  unten im globalen Geschäft stehen die Kleinbauern und Arbeiterinnen in den  Entwicklungsländern. Sie erhalten den kleinsten Anteil an der Wertschöpfung. Obwohl  sie hart arbeiten und grosse Risiken tragen: Ungeziefer, Krankheiten und  Wetterereignisse können Kleinbauern in den Ruin treiben. Ein Preiszerfall am Weltmarkt  kann bedeuten, dass der Anbau mehr kostet, als er einbringt. Auch Arbeit auf den  Plantagen ist meistens schlecht bezahlt und reicht nicht aus, um die Familie über die  Runden zu bringen. Stabiel Abnahmpreise bringt und eigene Projekte Der Faire Handel garantiert demgegenüber existenzsichernde Löhne und faire Preise für die Menschen, die unseren Morgenkaffee, die Zutaten für den Riz Casimir oder die  Baumwolle für unsere Kleider produzieren. Langfristige, stabile und partnerschaftliche  Handelsbeziehungen verschaffen den Produzenten im Süden einen fairen Zugang zum  Weltmarkt und garantieren ihnen stabile Abnahmepreise. Zu Fairtrade gehört auch die  mögliche Vorfinanzierung der Ernte sowie eine FairtradePrämie. Damit werden zum  Beispiel eigene Entwicklungsprojekte geplant und umgesetzt, was die  Eigenverantwortung der Bauern und Arbeiterinnen stärkt. Der Bau eines Schulhauses  oder einer Wasserversorgung kommt nicht nur den Einzelnen, sondern der ganzen  Gemeinschaft zu Gute. Viele nutzen die FairtradePrämie, um ihre Produktion auf Bio  umzustellen. Wer FairtradeProdukte einkauft, fördert also auch eine soziale und  umweltverträgliche Produktion. 7 Aufgaben Lies den Text zur fairen Schokolade und beantworte anschliessend die Fragen Kakao/Schokolade Der Markt Auf   dem   Weltmarkt   ist   Kakao   nach   Erdöl   und   Kaffee   der   meistgehandelte   Rohstoff.   Die kostbare Kakaobohne stammt ursprünglich aus Lateinamerika, doch wird heute über 70% des   Kakaos   in   Westafrika   angebaut.   In   Westafrika   leben   Millionen   von   Familien   vom Kakaoanbau.   Der   handelsübliche   Preis   wird   an   den   Börsen   in   London   und   New   York festgesetzt.   Dieser   Preis   unterliegt   grossen   Schwankungen   und   fällt   teilweise   unter   die Produktionskosten der Bauern. Die   Schweizer   sind   Weltmeister   im   Schokoladenkonsum.   Im   Durchschnitt   isst   jeder Schweizer ca. 12 KG Schokolade im Jahr, das heisst das alle Schweizer zusammen 94‘000 Tonnen   Schokolade   pro   Jahr   konsumieren.34   Prozent   der   verkauften   Schokolade   in   der Schweiz ist importiert. Die restlichen 66 Prozent werden hier hergestellt. Fairtradezertifizierter Kakao Auch beim Kakao wird das von der Max Havelaar Stiftung vergebene FairtradeGütesiegel eingesetzt und hilft den Produzenten, ihre Lebenssituation zu verbessern. Beim Verkauf von Fairtrade   Kakaobohnen   erhalten   die   Bauern   einen   garantierten   Mindestpreis   und   eine FairtradePrämie.   Wie   viel   eine   Tafel   Schokolade   schliesslich   im   Supermarkt   kostet, entscheidet der Supermarkt, also der Lizenznehmer, selbst. Der Kakao aus dem fairen Handel gelangt hauptsächlich in die Schokoladenherstellung. In der   Schweiz   gibt   es   mehr   als   140   Fairtradezertifizierte   Produkte   aus   Kakao,   wie   zum Beispiel Tafelschokoladen, Pralinen, Brotaufstriche, Riegel Kakao und Schokoladenpulver, SchokoladeDrinks,   Glacé,   Joghurt   oder   Backwaren.   Der   Anteil   von   Fairtrade   auf   dem Schweizer SchokoladenMarkt beträgt  1.6  Prozent, wobei der Fairtradezertifizierte Kakao hauptsächlich   von   Kooperativen   aus   Bolivien,   der   Dominikanischen   Republik,   Ecuador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama, Peru, der Elfenbeinküste und Ghana stammt. 1. Welche drei Rohstoffe sind die meistgehandelten im Weltmarkt? 2. Woher kommt ursprünglich die Kakaobohne? 3. Und wo wird Kakao heute über 70 % produziert? 4. In welche Herstellung wird der Kakao hauptsächlich gelangen? 5. Nenne 3 verschiedene Produkte mit Kakao? 6. Wer entscheidet über den Preise einer Fairtradezertifizierten Schokolade im  Supermarkt? 8 7. Aus welchen Ländern stammt der Fairtradezertifizierte Kakao hauptsächlich?  Nenne mindestens drei Länder und suche sie auf der Weltkarte. Klebe ein  Punkt auf. 8. Wie viel macht der FairtradeSchokoladenmarkt in der Schweiz anteilmässig  aus? 9. Wie viel verschieden Fairtradezertifizierte Produkte mit Kakao kann man in  der Schweiz kaufen? 10. Wo wird der Kakaopreis festgelegt? 11. Wie viele Tonnen Schokolade werden in der Schweiz pro Jahr konsumiert? 12. Wie viele Kilo pro Schweizer Einwohner sind das (Tipp: die Schweiz hat ca. 8  Mio. Einwohner)? 9 KRITISCH KONSUMIEREN POSTEN 4 Food Waste in der Schweiz Rund ein Drittel aller in der Schweiz produzierten Lebensmittel geht zwischen Feld und Teller verloren oder wird verschwendet. Das entspricht pro Jahr rund 2 Millionen Tonnen  Nahrungsmittel oder der Ladung von rund 140‘000 Lastwagen, die aneinandergereiht eine  Kolonne von Zürich bis Madrid ergeben würden. Fast die Hälfte der Abfälle werden in  Haushalten und der Gastronomie verursacht: Pro Person landen hier täglich 320 Gramm  einwandfreie Lebensmittel im Abfall. Dies entspricht fast einer ganzen Mahlzeit. Diese Zahlen stammen aus wissenschaftlichen Ergebnissen, die nun laufend präzisiert und  verdeutlicht werden. Fest steht: die Verluste müssen verringert und die Verschwendung  gestoppt werden – für die Menschen und ihre natürliche Umwelt. 10 Aufgaben Schau dir die Infos von „foodwaste.ch an und lies den Zeitungsbericht. 1. Benenne Gründe für die grosse Lebensmittelverschwendung? 2. Wie denkst du darüber? 11 3. Hast du Ideen, wie du, die Schweizer Bevölkerung die Verschwendung  minimieren könnten? 12 KRITISCH KONSUMIEREN POSTEN 5 Konsumentenschutz Konsumenteninformationen In der Schweiz ist das Amt für Kosumentschutz beauftragt uns Konsumenten zu unterstützen. Aufgaben 1. Durchstöbere die verschiedenen Zeitschriften. 2. Schreibe zu einem Artikel, eine kleine Zusammenfassung! Um was handelt es sich und in welcher Zeitschrift hast du es gelesen? 13 3.  KRITISCH KONSUMIEREN POSTEN 6 Wie viel Energie steckt in meinem Handy? Wir alle brauchen Energie im Alltag. Wir arbeiten mit dem Computer, fahren Zug, schalten das Licht an und wohnen in geheizten Räumen. Dieser Energieverbrauch ist offensichtlich. Doch wir verbrauchen auch Energie, wenn wir es uns gar nicht  bewusst sind – beispielsweise jedesmal, wenn wir etwas kaufen. Schliesslich musste auch der neue Pullover,das Mittagssandwich oder das Smartphone produziert und in den  Laden gebracht werden. Energie wird dabei zum Beispiel für den Antrieb von Maschinen, das Beheizen von  Schmelzöfen(Metall) oder für Transporte verwendet. Weil dieser Energieverbrauch  nicht offensichtlich ist, wird er als «grau» bezeichnet. Wie würdest du «graue Energie» definieren? Wo ist in deinem Handy graue Energie versteckt? 14 Die Berechnung der grauen Energie ist sehr kompliziert.In einem Handy stecken  42 kWh graue Energie. Ein Vergleich: Um auf einem Fahrrad mit Generator 1 kWh zu erzeugen, musst du 10 Stunden  strampeln. Wie lange müsstest du strampeln, um die Energie zu erzeugen, die es braucht,  um ein Handy herzustellen? Berechnung: Hier einige weitere Beispiele von grauer Energie. Berechne, wie lange du dafür  strampeln musst. Gegenstand Graue Energie Desktop PC (ohne  Bildschirm) Fernseher Kühlgerät Handy  1328 kWh So lange müsste ich  strampeln 732 kWh 905 kWh 42 kWh Angenommen, jemand erwidert: «Diese Zahlen stimmen bei mir nicht; ich lasse den  Fernseher nie auf Standby, mein Gerät verbraucht deshalb viel weniger!». Wie  würdest du auf diese Aussage antworten? Damit du die graue Energie mit dem Stromverbrauch während der Nutzung der  Geräte vergleichen kannst, folgt eine Auflistung des jährlichen Energieverbrauchs  derselben Geräte: Gegenstand Energieverbrauch pro Jahr Desktop PC (ohne Bildschirm) 204 kWh Fernseher 240 kWh Kühlgerät 876 kWh Handy 21 kWh Wie lange musst du die Geräte nutzen, damit du dieselbe Menge Energie verbraucht  hast, die für die Herstellung aufgewendet wurde? a) Desktop PC b) Fernseher 15 c) Kühlgerät d) Handy Jetzt weisst du, was graue Energie bedeutet und kennst den Unterschied zum  Energieverbrauch eines Gegenstands, wenn er eingeschaltet ist.  Recycling Welche Schätze in Handys schlummern  In der Schweiz liegen rund acht Millionen nicht mehr benutzte Handys in den  Schubladen. Würden sie rezykliert, könnten weltweit knapp gewordene Metallreserven geschont werden.  Beim HandyRecycling geben Schweizerinnen und Schweizer kein Vorbild ab: Die  Rücklaufquote der nicht mehr gebrauchten Geräte beträgt nur 15 Prozent. Im Abfall landet  gemäss einer Schätzung von Nokia nur ein kleiner Teil; 40 Prozent werden weitergegeben  oder verkauft – und fast die Hälfte aller nicht mehr benutzten Handys lagern in den  Schubladen. Bei jährlich 2,8 Millionen verkaufter Handys dürften sich in den Haushalten zirka acht Millionen alte Geräte angesammelt haben.  In all diesen Geräten schlummern wertvolle Rohstoffe. Rezykliert werden Edelmetalle wie  Kupfer, Silber und Gold. In Handys stecken aber auch mehr als 20 exotische Metalle, so  etwa Tantal, Indium, Palladium und Gallium. Einige dieser Stoffe sind gesundheitlich  problematisch, andere äusserst selten. Gemeinsam ist ihnen, dass sie für die Handy Herstellung unentbehrlich sind. «Gerade beim Indium ist das Verhältnis zwischen der  Nachfrage und den verfügbaren Mengen aus dem Abbau kritisch geworden, deshalb ist das  16 Recycling von indiumhaltigen Geräteteilen nötig», sagt Patrick Wäger von der  Eidgenössischen Materialprüfungs und Forschungsanstalt (Empa).  Indium ist in Form eines leitfähigen Glases ein zentraler Bestandteil des Displays. Der Bedarf hat die Jahresproduktion längst um ein Vielfaches überholt. Die weltweiten Ressourcen,  schätzt die deutsche Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, reichen  höchstens noch 15 Jahre.  3. Wusstest du, dass Handys recycelt werden? 4. Wohin bringst du dein Handy, damit es korrekt recycelt wird? 17