Arbeitsblatt: Pilgerleben im Mittelalter

Material-Details

Gestaltungsübung mit Anleitung
Informatik
Textverarbeitung
8. Schuljahr
2 Seiten

Statistik

156511
525
1
23.01.2016

Autor/in

STEPHANIE CHARLIER
18
4730 HAUSET

Land: andere Länder
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Pilgerleben im Mittelalter Zwischen Andacht und Abenteuer Gefahren als Folge von Überheblichkeit er zu fernen Wallfahrtsorten unterwegs war, lernte abendländische Gemeinsamkeiten kennen und schätzen. Und trotzdem: Pilger unterschieden sich von den Einheimischen in Lebensweise, Kleidung und Sprache. Diese Andersartigkeit wurde oft nicht als Wert verstanden, als Bereicherung der gemeinsamen Kultur, sondern dünkelhaft verachtet. Eine Mahnung des Ambrosius an Augustinus war manchem bekannt, was nicht heißt, dass sie auch beherzigt wurde: „Wenn du willst, dass du niemandem ein Ärgernis seist und niemand dir, dann halte jeglicher Kirche Gebrauch und achte die Bräuche anderer Länder, so möchte man ergänzen. Reisen bildete und bildet nicht nur, sondern kann auch Vorurteile wecken oder verstärken, wie an Beispielen gezeigt sei; sie stammen aus einer Zeit, die mit den Kreuzzügen Millionen von Menschen in fremde Länder geführt hat. Der Verfasser der Annomirakel bekundet einen von chauvinistischen Anwandlungen nicht freien Stolz auf die Heimat: An der römischen Kurie habe man sich verblüfft darüber gezeigt, dass auch der deutsche Boden mit Anno heilige Männer hervorbringe, habe man doch allenfalls mit Kriegern aus dem Norden gerechnet! Belehrend heißt es zu einem wassersüchtigen Franzosen, der in seinem Land nirgends, am Grab Annos aber sofort Heilung gefunden hatte: Frankreich soll lernen, dass Deutschland nicht von Gott verlassen ist! Otto von Freising, Bischof und einer der großen mittelalterlichen Geschichtstheologen, hatte 1147 auf dem Zweiten Kreuzzug Ungarn kennen gelernt. Später schilderte er das Land als „anmutig wegen der ihm von Natur verliehenen Lieblichkeit und reich infolge der Fruchtbarkeit seiner Äcker. Es erscheint ihm fast wie das Paradies Gottes. Ganz anders zeichnet er die Menschen, die diesen Garten Eden bewohnen: ein Barbarenvolk, in Sitten und Sprache bäurisch und ungeschliffen, mit hässlichem Gesicht und tiefliegenden Augen. Man müsse das Schicksal tadeln oder sich vielmehr über die göttliche Duldsamkeit wundern, die dieses schöne Land „menschlichen Scheusalen, denn Menschen kann man sie kaum nennen, ausgeliefert habe! Beispiele bösartiger Arroganz bietet auch der Pilgerführer. Der wahrscheinlich aus dem Poitou stammende Autor schildert in den schwärzesten Farben Menschen, denen man auf dem Weg nach Santiago begegnete, auf deren Gastfreundschaft man angewiesen war und deren Hilfsbereitschaft über Leben und Tod des Pilgers Vorname Name 2 entscheiden konnte. Statt die Bewohner des Pyrenäenraumes dem Pilger vorzustellen, gegebenenfalls mit ihren Stärken und Schwächen, reiht er aneinander, was polemische Literatur an Feindklischees im Laufe der Jahrtausende entwickelt hatte: „Es ist ein seltsames Volk, nach Brauch und Wesen anders als die übrigen Völker geartet, missmutig dreinschauend, zutiefst verderbt: verkehrt, schurkisch, treulos und verdorben, ausschweifend, dem Trunk ergeben, erfahren in jeglicher Art von Gewalttat, wild und hinterwäldlerisch, unredlich und verworfen, gottlos und düster, unheilvoll und streitsüchtig, ein Volk, das in allem Guten ungeübt, in allen Lastern und Unbilligkeiten überaus erfahren ist; in ihrer Bosheit ähneln sie sehr den Geten und Sarazenen. Uns aus Franzien sind sie in allem fremd. Um den Preis eines einzigen Pfennigs bringt der Navarrer oder der Baske, wenn er kann, einen von uns um. Der Autor versucht erst gar nicht, Verständnis für Menschen aufzubringen, die ein unbefangenes Verhältnis zum unbekleideten Körper haben. Mehr noch, er kolportiert niederträchtige Unterstellungen: „Mancherorts zeigen Männer und Frauen der Navarrer, wenn sie sich wärmen wollen, gegenseitig das, was man scheu verhüllen sollte. Auch treiben die Navarrer schimpflich Unzucht mit Tieren. Man erzählt, gewisse Navarrer brächten am Hinterteil ihres Maultieres oder ihrer Stute einen Lederriemen an, damit niemand anders als sie selbst mit dem Tier Unzucht treiben könne. Vor ihren perversen Ausschweifungen sind weder Frauen noch Tiere sicher. Einem Zeitalter, das Massen von Pilgern in Bewegung setzte, blieben Animositäten zwischen Angehörigen verschiedener Reiche, Sprachen, Kulturen nicht erspart; diese Spannungen ließen kollektive Vorurteile entstehen und aufbrechen. Wenn der Dritte Kreuzzug (1187 – 1192) scheiterte – Jerusalem konnte damals nicht zurückerobert werden –, dann auch sicher wegen der Feindseligkeiten zwischen den Heerführern König Richard Löwenherz von England, König Philipp II. August von Frankreich und Herzog Leopold V. von Österreich. In einem späteren Kapitel ist noch davon zu sprechen, dass es selbst am Grab von Heiligen zu Handgreiflichkeiten und Totschlag kam. Gefahren in Furten und auf Fähren Flüsse halfen dem Pilger und behinderten ihn. Auf ihnen überwand er stromabwärts bequem und schnell auch weite Strecken. Doch behinderten sie den Landverkehr. In den Legenden zweier Heiliger haben diese Erfahrungen ihren Niederschlag gefunden: Als Fährmann sühnte Julian, dass er seine Eltern irrtümlich Vorname Name 3 erschlagen hatte; Christophorus, ein Hüne an Gestalt und Kraft, trug Reisende von einem Ufer zum anderen. Oft reichte das Wasser dem Fährmann nicht nur bis an die Waden, wie Darstellungen des hl. Christophorus glauben lassen, sondern denen, die den Strom durchqueren mussten, bis an den Hals oder sogar über den Kopf. Lebensrettend wurde da ein über den Fluss gespanntes Seil; es bot Halt auf glitschigen Steinen sowie gegen Strömung und tückische Tiefen. Man wird es überall dort wie ein Geschenk des Himmels begrüßt haben, wo der Verkehr zu gering war, als dass ein Fährmann davon hätte leben können. Regelmäßig und zuverlässig bediente Fähren bilden – bis in die Gegenwart – eine unschätzbare Hilfe für Wirtschaft und Verkehr. Die „Fergenordnung aus Wimpfen verdankt ihre Entstehung wohl Missständen; jedenfalls ist eingangs von Klagen die Rede. Eine Vorstellung davon, wie der Fährbetrieb zeitweise abgewickelt wurde, vermitteln die dem Fährmann eingeschärften Gebote: Unverzüglich soll er jeden übersetzen, der „gebetten, begert, geschrien, oder gerufen habe. Trotzdem behielt der Fährmann einen weiten Ermessensspielraum; bei Dunkelheit, Sturm, Hochwasser und Eisgang musste sich der Pilger in Geduld üben; er konnte von Glück reden, wenn er während der oft mehrtägigen Wartezeit in einem Hospiz Aufnahme fand, wie es sie nicht selten in der Nähe von Fähren oder Brücken gab. Die Bedeutung von Fähre und Furt lebt in Ortsnamen mit dem Bestandteil „Bac in Frankreich, „furt und „foerde in Deutschland, „ford in England weiter. Bis zum Bau von Eisenbahnen im 19. Jahrhundert gab es jahrhundertelang rheinabwärts ab Basel keine feste Rheinbrücke; Fähren genügten. Seit dem Spätmittelalter waren manche so groß, dass man auf ihnen Wagen übersetzen konnte. Pilger schätzten sich glücklich, wenn sie eine Fähre vorfanden, z. B. über die Gironde, den breiten Unterlauf von Garonne und Dordogne in Südwestfrankreich. Manche Fährleute waren wohl weit vom Ideal eines hl. Christophorus entfernt. Bei SaintJean de Sorde, klagt der Pilgerführer nach Santiago, komme man an zwei Flüsse, die man unmöglich ohne die Hilfe von Fährleuten überqueren könne. „Aus tiefstem Herzen wünsche ich diese Kerle zur Hölle! Von Armen und Reichen verlangten sie eine weit überhöhte Gebühr, die sie zudem vor der Überfahrt kassierten. Man könne nicht genug aufpassen: „Ich rate dringend dazu, das Boot nur zu wenigen Personen zu besteigen; ist es nämlich zu schwer beladen, so kentert es umgehend. Daraufhin „stimmen die nichtsnutzigen Schiffer ein Freudengeheul an Vorname Name 4 und bemächtigen sich der Habe der Ertrunkenen. Zur Information werden die Gebühren genannt: „Für zwei Personen, sofern sie wohlhabend sind, nur ein kleines, für ein Pferd nur ein großes Geldstück; Arme brauchen nichts zu bezahlen. Der Autor spricht dann einen offensichtlich zeitlosen Übelstand an: „Die Fährleute sind auch gehalten, große Boote in Dienst zu stellen, in denen Reittiere und Menschen ausreichend Platz finden. Auszug aus Norbert Ohler: Pilgerleben im Mittelalter. Zwischen Andacht und Abenteuer Vorname Name 5 Arbeitsanleitung Gesamter Text Arial 12 Pt, Blocksatz, Einzug erste Zeile 1,25 cm Überschrift: Arial 18 Pt, fett, rechtsbündig Initial im ersten Absatz Quellenangabe Arial 11 Pt Füge eine Fußzeile ein Fügt am Beginn der Fußzeile euren Vor und Zunamen und nach Eingabe eines Tabbefehls eine Seitenzahl (Einfache Zahl) ein. Formatiert die Fußzeile jedoch um 2 Pt kleiner, fett, schwarz heller 5O Fügt die Grafik eines Pilgerstabes ein, Größe 4 cm, weist ich den Zeilenumbruch „Vor den Text zu. Verschiebt die Grafik in den rechten Randbereich auf halbe Seitenhöhe. Verändert das Maß des unteren Seitenrandes auf 5 cm Fügt zu Beginn der Datei eine neue Seite ein Auf der ersten Seite soll die Fußzeile nicht erscheinen. Aktiviert daher in der Fußzeile die Funktion „Erste Seite anders Schreibt auf diesem neu entstandenen Deckblatt bei 10 cm im vertikalen Linieal den zweizeiligen Titel: Pilgerleben im Mittelalter Zwischen Andacht und Abenteuer Übertragt das Format eurer Überschrift auf diese beiden Zeiten. Vergrößert den Schriftgrad der ersten Zeile auf Zeilenbreite. Vorname Name 6