Arbeitsblatt: Gelatine und Gummibärchen

Material-Details

eigene Gummibärchen herstellen
Chemie
Anderes Thema
7. Schuljahr
3 Seiten

Statistik

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10.05.2016

Autor/in

Mohamed Osman
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Gelatine und die Gummibärchen Geschichtliche Aspekte Hans Riegel gründete 1920 seine Fabrik „HARIBO, was so viel bedeutete wie HAns RIegel BOnn. Er kaufte sich ein Haus als Produktionsstätte, das Startkapital waren ein Sack Zucker, eine Marmorplatte, ein Herd, ein Kessel und ein Hocker. Zwei Jahre danach erfand er den „Tanzbär, ein Vorgänger des heutigen Gummibärchens. Seine Frau fuhr zu Beginn die Ware täglich mit dem Fahrrad aus. Doch schon wenig später musste ein Auto angeschafft werden, denn die Nachfrage war gross. 1930 waren bereits 160 Mitarbeiter angestellt und der Werbeslogan „Haribo macht Kinder froh! erstellt. In den 60ern wurde er mit „und Erwachsene ebenso erweitert. Bild 1: Haribo Tanzbären 1922 Heute arbeiten ca. 6000 Leute für Haribo und produzieren pro Tag 100 Mio. Goldbären! Chemische Anschauung Bild 2: Reine Gelatine Gummibärchen bestehen vor allem aus Zucker und Gelatine. Die Gelatine ist chemisch gesehen ein Eiweiss, das aus Knochen und Häuten gewonnen wird. Durch Erhitzung und verschiedene Trennungen kommt man dann zum Endprodukt. In warmem Wasser löst sich Gelatine unter starkem Aufquellen, beim Erkalten erstarrt die Lösung zu einer gallertartigen Masse. Sie ist sehr temperaturempfindlich, weshalb die Gummibärchen im Mund auch schmelzen und in den wärmeren Ländern keine Gelatine in den Bärchen gebraucht wird. Dort verwendet man stattdessen Seetang oder Stärke. Die Gelatine ist vielseitig einsetzbar, wie wir später noch sehen werden. Wirtschaftliche Bedeutung Weltweit werden jährlich ca 260‘000 Tonnen Gelatine produziert, wovon ca. 2/3 Speisegelatine ist. Die übrigen Tonnen werden als Pharma-, Foto- und Spezialgelatine verwendet. Die Herstellung ist aufwändig und kompliziert. Ihre Anwendung ist breit gefächert, sie wird in Medizinkapseln, Fotos, Milchprodukten, Kuchen, Süssigkeiten usw. gebraucht, kann sogar als Blutersatz dienen. Ca. 80% der in Europa produzierten Speisegelatine ist reine Schweinsschwartengelatine, 15% wird aus dem Rind produziert. Ziel des Versuchs Die Schülerinnen und Schüler sehen aus was Gummibärchen bestehen, also eigentlich nur aus Gelatine, Wasser, Zucker, Aroma und Säuremittel. Aus dem Theorie-Input wissen sie nun, was Gelatine ist und wo es alles gebraucht wird. Dadurch entsteht hoffentlich eine Sensibilisierung zu den Nahrungsmitteln. Ferner sehen sie, dass ein fruchtiger Geschmack nicht nur aus Süssem besteht, sondern dass die Säure eine wichtige Rolle spielt. Hinweis zum Versuch: Invertzucker kann auch gekauft werden, der ist jedoch honigfarben bis dunkelbraun, d.h. helle Farben sind dann nicht mehr realisierbar. Gummibärchen selbst herstellen: Material Esslöffel Pinzette 2 Bechergläser 200ml Becherglas 400ml Glasstab Spatel Heizrührer Termometer 120 Ggf. Wasserbad Ggf. Glastrichter Messzylinder 50 ml Heisses Wasser Alufolie Stärkebett (feinste Maisstärke im Backblech) Stempel (Giessvorlage für Fruchtgummis) Lebensmittelfarben Saccharose (Haushaltszucker) Fruchtaromen Gelatine Weinsäure Apfelsäure Vorbereitung: Puderkasten: Stärke über Nacht bei 100C im Brutschrank (Backofen) trocknen Herstellung von Invertzucker: 67g Saccharose und eine Spatelspitze Weinsäure in ein 200ml Becherglas mit 33 ml Wasser vermischen und mittels Heizrührer auf 75C erhitzen (kann bis 30 Min dauern). Becherglas mit Alufolie abdecken und bis zur Gummibärchen-Produktion aufbewahren (min. 4 Wochen haltbar). Fruchtgummi Herstellung: 30g Gelatine im 400 ml Becherglas einwiegen und mit 50 ml Wasser verrühren, bis die ganze Gelatine durchfeuchtet ist. Nun 15 Min. stehen lassen. 80g Saccharose ins 200 ml Becherglas einwiegen, 25ml Wasser zugeben und kochen, bis die Temperatur genau 115C beträgt. Sofort von der Platte nehmen. Gelatine vorsichtig unter Rühren schmelzen (Achtung, 75C nicht überschreiten, bei ungeübten oder unkonzentrierten SuS besser mit Wasserbad). Nun erst den Invertzucker, dann die Zuckerlösung zur Gelatine giessen und mit dem Glasstab gut durchmischen. Aromatisierung: Von hier aus immer wieder abschmecken, aber Vorsicht, das Aroma ist in der warmen Masse intensiver als im Produkt! Erst mit 5 Aromatropfen beginnen, dann portionsweise Apfelsäure zugeben und dazwischen stets probieren. Dann den Rest des Aromas zugeben nach Tabelle: Aroma Volumen Apfelsäure Masse Kirsche 20 Tropfen 5.5 Zitrone 2 ml 8.0 Ananas 30 Tropfen 5.5 Erdbeere 10 Tropfen 4.5 Himbeere 20 Tropfen 5.5 Pflaume 30 Tropfen 5.5 Aprikose 40 Tropfen 6.0 Hinweis: Die Dosierung hängt vom sauren Charakter der natürlichen Frucht und der persönlichen Vorlieben sowie von der Konzentration und der Sorte (Hersteller, Produkt) des verwendeten Aromas ab. Puderkasten: Backblech mit Stärke befüllen und mit Streichleiste so verteilen, dass eine glatte Oberfläche entsteht (bündig mit Blechkante). Ggf. Stärke nachfüllen, aber nie festdrücken! Nun mit Pinzette handelsübliche Gummibärchen oder andere Motive vorsichtig eindrücken. Warme Masse durch Trichter in die Formen giessen (Becherglas in warmes Wasser legen, da es schnell erstarrt). Nach 2 – 12 Stunden sind die Fruchtgummis ausgehärtet und können heraus genommen werden. Bärchen in ein Sieb geben und mit Druckluft Stärke weg pusten (nicht alles, die Stärke dient als Trennmittel). Haltbarkeit ist mind. 3 Monate ohne auszutrocknen. Quellen Bilder: (Zugriff am 28.11.2012) (Zugriff am 28.11.2012) Texte: Schülerduden Chemie, Bibliografisches Institut, 6. Auflage, S. 46. (Zugriff am 28.11.2012) (Zugriff am 28.11.2012) Versuch: (Zugriff am 28.11.2012)