Arbeitsblatt: Waffen(systeme) des 1. Weltkriegs
Material-Details
Beschreibungen mit Illustration und einigen Aufgaben
Geschichte
Neuzeit
9. Schuljahr
4 Seiten
Statistik
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29.05.2016
Autor/in
Benjamin Stenger
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Die Waffen des Ersten Weltkriegs Viele Waffen wurden im 1. Weltkrieg überhaupt erstmals oder erstmals flächendeckend eingesetzt: Flammenwerfer Flammenwerfer wurden erstmals im Februar 1916 von der deutschen Armee bei Verdun in großem Maß eingesetzt. Brennende Flüssigkeit wird auf das Ziel gesprüht. Menschen, die das abbekommen, verbrennen bei lebendigem Leib. Abbildung 1 Deutsche Truppen 1917 an der Westfront mit Flammenwerfer Maschinengewehre und warum 08/15? Auch Maschinengewehre kamen während des 1. Weltkriegs Abbildung 2 Maschinengewehr MG 08/15 erstmals flächendeckend zum Einsatz. Sie konnten bis zu 600 Schuss in einer Minute abfeuern – bis dahin unvorstellbar! Zehn Kugeln pro Sekunde und jede einzelne konnte tödlich sein. Die Bezeichnung 8/15 für etwas, das nichts Besonderes ist, stammt übrigens von einem Maschinengewehr, dem MG 08/15. Es wurde 1915 eingeführt. Davon gab es so viele, dass es eben normal war, damit zu schießen. Giftgas Giftgas kam ebenfalls zum Einsatz. Es handelte sich dabei um verschiedene Gase. Chlorgas reizt Lungen und Augen so sehr, dass man zumindest kampfunfähig ist. Phosgen zerfrisst die Lunge. Mit Gasmasken versuchten sich die Soldaten zu schützen. Viele aber hatten keine zur Verfügung oder sie waren nutzlos. Abbildung 3 geblendete britische Soldaten warten auf die Behandlung (1918 in Flandern) Panzer erfolgte der erste PanzerAngriff durch die der Schlacht an der Somme. Die ersten Panzer bauten die Briten. Sie heißen auf Englisch tanks und wurden auch in Deutschland noch bis in die 1930er Jahre als Tanks bezeichnet. Obwohl sie langsam und schwerfällig waren, verbreiteten sie großen Schrecken. Vor allem Großbritannien, Frankreich und die USA setzten sie im Ersten Weltkrieg ein, um die im Grabenkrieg festgefahrene Front aufzulösen. Im September Abbildung 4 Britischer Panzer, ein Tank 1916 Mark I, 1916 Briten in Die Dicke Bertha eine Kanone Erstmals kam die Dicke Bertha im Ersten Weltkrieg zum Einsatz. Ihre Geschosse hatten einen Durchmesser von 42 cm riesig! Zwölf dieser Kanonen wurden von der Firma Krupp gebaut. Sie wurden vor allem eingesetzt, um Festungen zu erobern. Ältere Festungen hielten den Geschossen nicht stand und wurden zum Teil erheblich beschädigt. So konnte das Fort Loncin bei Lüttich eingenommen werden, nachdem die Dicke Bertha einen Volltreffer in dessen Munitionskammer landete. Abbildung 5 Die Dicke Bertha Bomben Bomben aus der Luft wurden vor allem im Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Doch auch schon im Ersten Weltkrieg war das der Fall, wenn auch die Zerstörungen insgesamt geringer waren. So warfen Zeppeline Bomben auf Antwerpen in Belgien oder auf englische Städte. Auch die Engländer bombardierten z.B. Köln und Düsseldorf. UBoote UBoote wurden von allen Marinen unterschätzt, aber dennoch gebaut. Am 22. September 1914 versenkte das deutsche U9 mit nicht einmal 30 Mann Besatzung in einer guten Stunde drei britische Panzerkreuzer. Der Erfolg von Kapitänleutnant Otto Weddigen führte in Deutschland zu einer UBoot Begeisterung und in England zu einem Schock. Wie auch im Zweiten Weltkrieg gelangen anfangs erhebliche Erfolge, und gegen die lautlose Gefahr Abbildung 6 Das deutsche U-Boot U-9 schienen die Briten machtlos. Im Laufe des Krieges wurden die Jäger aber zu Gejagten und hatten kaum noch eine Chance. Weddigen, der die Tapferkeit der britischen Matrosen stets gewürdigt hatte, war noch im ersten Kriegsjahr gefallen. Aufgaben 1. Erkläre, inwiefern der 1. Weltkrieg auch als industrialisierter Krieg bezeichnet wird. 2. Im 1. Weltkrieg kamen neuartige Waffen erstmals zum Einsatz. Nenne und beschreibe einige Änderungen seit dieser Zeit. Wie wird heute Krieg geführt? 3. Stelle die Produktion der Grosskampfschiffe zwischen 1905 und 1913 in einem einfachen Diagramm mit zwei Achsen dar. Verwende für die vier Staaten unterschiedliche Farben. 4. Das Attentat in Sarajewo gilt als Auslöser des 1. Weltkrieges, aber nicht als Grund dafür. Erkläre, weshalb es auch ohne dieses Attentat zum Krieg hätte kommen können. Wettrüsten vor dem 1. Weltkrieg Deutschland hatte zu Beginn des 1. Weltkrieges die zweitstärkste europäische Flotte nach England, doch Englands Position als größte Schiffsflotte zur See blieb weiterhin bestehen. Das Aufrüsten der Flotte wurde in Deutschland als Erfolg gefeiert. Wilhelm II. wollte eine noch größere Flotte besitzen als England. Durch Reden und Propaganda schaffte die deutsche Führung das Aufrüsten der Flotte öffentlich durchzusetzen. Schon bald verdoppelte und vervierfachte sich die deutsche Flotte. Im Jahr 1905 gab es einen Wettlauf auf der See. England stellte als erste Nation Großkampfschiffe her. Dadurch wurde die Kampfkraft der vorigen Schlachtschiffe entscheidend vermindert. Deutschland zog schnell England nach. Kurzzeitig bestand dadurch die Gefahr, dass die Deutschen die Lücke schließen könnten. Im Jahre 1909 verlor Deutschland jedoch den Anschluss an das riesige Flottenrüstungsprogramm der Briten. Die britische Überlegenheit war deutlich: Großkampfschiffe 19051913 Der Weg zum deutschen Schlachtflottenbau 1905 1906 1907 1908 1909 1910 1911 1912 1913 Summe England 4 3 3 2 10 5 5 5 5 42 Deutschland 0 2 3 4 4 4 4 2 3 26 Frankreich 0 6 0 0 0 2 2 3 4 17 Russland 0 0 0 0 4 0 0 4 0 8 Neben dieser DeutschBritischen Konkurrenz um die Vormachstellung auf See rüsteten die europäischen Grossmächte auch ihre Landstreitkräfte laufend auf. Die Armeen wurden vergrössert, die Produktion von Waffen und allerlei Kriegsgerät steigerte sich von Jahr zu Jahr. Je stärker die Konkurrenz wurde, desto mehr bemühten sich die Grossmächte, selbst schlagkräftiger zu werden Als der Krieg 1914 schliesslich ausbrach, standen sich mehrere Millionen Soldaten an mehreren Fronten gegenüber. Das Deutsche Reich und Österreich Ungarn stellten zu Beginn des Krieges zusammen 7,5 Millionen Soldaten, Russland alleine sechs Millionen, Frankreich ebenfalls vier Millionen und Grossbritannien eine Million. Dazu kommen 1914 noch Truppen aus Italien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Griechenland und des Osmanischen Reiches – insgesamt noch einmal 2,5 Millionen Mann. 1914 standen in Europa insgesamt also über 20 Millionen Soldaten für den Krieg bereit.