Arbeitsblatt: Leseverstehen_6.Klasse_Mittelalter

Material-Details

Leseverstehen zum Thema Märkte im Mittelalter
Deutsch
Lesefertigkeit
6. Schuljahr
2 Seiten

Statistik

161615
1067
33
02.06.2016

Autor/in

Atzi (Spitzname)
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Markttreiben im Mittelalter Es riecht nach flüssigem Wachs, Schafwolle und feuchtem Leder. Fliegende Händler preisen lautstark ihre Waren an; wieder andere hocken auf einem Holzschemel und gehen still ihrer Arbeit nach. Ein Schreiber zeichnet mit höchster Konzentration ein goldfarbenes Initial auf ein Blatt handgeschöpften Papiers. Vor ihm stehen mehrere Fläschchen verschiedenfarbiger Tinte. Für sein Meisterwerk braucht er Geduld und eine ebenso ruhige Hand wie der Barbier nebenan, der an einem Ritter mit widerspenstigem Bartwuchs herumschabt. Ein paar Schritte weiter wird Seegras gebündelt und versponnen, in der Bäckerei geht eine Ladung Brotlaibe in den Ofen. Aus einer anderen Richtung duftet es nach Gebratenem, Gesottenem, Geröstetem. Betriebe, die Artikel rund ums Pferd herstellten, hatten immer gut gefüllte Auftragsbücher. Für den Hausrat der kaputt ging, sorgten Drechsler und Töpfer. Auch die Bekleidung kaufte man sich im Mittelalter direkt auf dem Markt. Dafür gab es die Spinnerin und Filzerin, den Gerber und den Färber. Ein Markttag im Mittelalter war ein aufregendes Spektakel. So wie heute, war fast jede Kleinigkeit gesetzlich geregelt. Nur zu bestimmten Tagen und an festgesetzten Orten kamen die Kaufleute, Handwerker und Käufer zusammen, um zu handeln. Ein Gesetz bestimmte, dass an Markttagen Frieden in der Stadt zu herrschen habe. Sicherlich keine überflüssige Vorschrift, denn in jenen Zeiten gab es viele Überfälle, wurden private Streitigkeiten gewaltsam ausgetragen. Für den Frieden garantierte der König. Nun ja, nicht immer nahm er diese Aufgabe selbst wahr. Seit der Mitte des 10. Jahrhunderts hatten manchmal auch hochgestellte geistliche und weltliche Persönlichkeiten wie Grafen und Herzöge das Privileg, Märkte abhalten zu dürfen. Dafür mussten sie für den ordnungsgemässen und sicheren Ablauf als Markther der Veranstaltung gerade stehen. Der Marktherr verdiente natürlich auch an der Veranstaltung: Er durfte von jedem Besucher, der durchs Stadttor ritt, Marktzoll kassieren. Seit dem 11. Jahrhundert gibt es Wochenmärkte. Auf diesen Märkten wurden Waren des täglichen Lebens gehandelt. Bei wohlhabenden Äbten oder Fürsten, auf der Burg eines angesehenen Ritters, waren aber nicht nur Filzdecken und neue Regenrinnen, sondern auch Luxusgüter gefragt. Die wurden auf Jahrmärkten verkauft, die wie der Name schon sagt nur einmal im Jahr stattfanden. Dort war die Auswahl gross an feinen Stoffen, Schmuck, Gewürzen aus dem Orient, edlen Metallen, seltenen Handarbeiten. Bis zum 10. Jahrhundert hatte Geld noch keine grosse Bedeutung. Man handelte lieber mit Naturalien. Ein grosses Problem für die Händler waren in späteren Zeiten die die verschiedenen Währungen, zwischen denen hin- und hergerechnet werden musste: Silbermünzen, Gulden, Sterling, Goldmünzen. Die Wechselkurse änderten sich dauernd. Aber schliesslich waren es die italienischen Kaufleute, die Buchführung, Bankwesen und den Wechselverkehr erfunden haben. Und das alles hatte seinen Ursprung in den Märkten des Mittelalters! D: Leseverstehen Markttreiben im Mittelalter Max. Punktzahl 6: 17 5.5: 1615 Datum: Erreichte Punktzahl: Note: 5: 1413 4.5: 1211 Name: Unterschrift: 4: 109 3.5: 8 3: 7 Fragen zum Text: 1. Welche zwei im Text beschriebene Berufsleute brauchen eine besonders ruhige Hand für ihre Arbeit? /2 2. Wer konnte neue Holzlöffel herstellen, falls einer kaputt ging? /1 3. Was war ab dem 11. Jahrhundert ein grosses Problem für die Händler? /1 4. Warum gab es ein Gesetz, dass an Markttagen Frieden in der Stadt vorschrieb? /2 5. Nenne zwei Unterschiede zwischen einem Jahr und einem Wochenmakt! /2 6. Wer erfand die ersten modernen Banken? /1 7. Was sind Naturalien? Erkläre! /1 8. Was ist ein Luxusgut? Erkläre! /1 Wortschatz 9. Welches ist kein Synonym für Spektakel? Sensation Ereignis Fakel 10. Was ist ein Initial? Anfangsbuchstabe Lineal lateinisches Wort /1 /1 11. Nenne ein anderes Wort für Artikel /1 12. Welches is kein Synonym von überflüssig? dünnflüssig überzählig 13. Erkläre den Begriff: garantierte /1 unpassend zu viel /2