Arbeitsblatt: Textilkunde

Material-Details

Textilkunde über die verschiedenen Stoffe
Werken / Handarbeit
Textil
8. Schuljahr
3 Seiten

Statistik

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17.08.2016

Autor/in

Désirée Baur
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Naturfasern versus Chemiefasern Am Anfang steht die Faser: Sie ist das Ausgangsmaterial für Garne und Gewebe, aus denen Kleidungsstücke hergestellt werden. Laut Duden ist eine Faser ein „feines, dünnes fadenähnliches Gebilde, das aus einem pflanzlichen oder tierischen Rohstoff besteht oder synthetisch erzeugt ist [und als Ausgangsmaterial für Garne und Gewebe dient]. Naturfasern-Pflanzlicher Ursprung Schon vor Jahrtausenden haben die Menschen begonnen, Pflanzenfasern zur Herstellung von Kleidung zu verwenden. In Georgien entdeckten Forscher vor einigen Jahren Faserreste aus wildem Flachs, die auf ein Alter von 34.000 Jahren datiert wurden. Offenbar hatten die Frühmenschen den Flachs zu Schnüren und Seilen verarbeitet, um damit Tierhäute zusammenzunähen oder ihre Habseligkeiten auf Reisen zu Bündeln zu schnüren. Auch heute verwenden wir pflanzliche Naturfasern für die Kleidungsherstellung: Neben Hanf, Jute oder Sisal auch Leinen (das aus den Stängeln der Flachspflanze hergestellt wird) und die überaus beliebte Baumwolle. Baumwolle: Bilder von Baumwollpflanzen haben viele von uns schon mal gesehen: Aus den Kapseln der Baumwollpflanze quellen die stark behaarten Samen, die aussehen wie dicke weiße Wattebäusche. Der Anbau und die Verarbeitung von Baumwolle ist berüchtigt für ihren hohen Wasserverbrauch: Auf die Produktion von einem Kilogramm Baumwollstoff kommen etwa 11.000 Liter Wasser! Aus den behaarten Samen der Baumwollpflanze wird die weiße Baumwollfaser gewonnen. Kleidungsstücke, etwa T-Shirts, können zu 100% aus Baumwolle bestehen. Baumwollprodukte können aber auch mit anderen Faserarten wie Viskose, Leinen oder Elasthan gemischt sein. Tierischer Ursprung Ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte der menschlichen Bekleidung begann in der Jungsteinzeit mit der Verarbeitung von Schafswolle. Schafhirten entdeckten wohl im vierten Jahrtausend vor Christus die Wolle als idealen Rohstoff zur Herstellung von Garnen und Geweben die sich zu Kleidungsstücken weiterverarbeiten ließen. Fasern tierischen Ursprungs sind neben der Schafswolle zum Beispiel Kaschmir (aus den Haaren der Kaschmirziege), Angora (aus den Haaren des Angorakaninchens) oder Seide (aus den Fäden der Seidenraupe). Wolle Wolle ist nicht nur unempfindlich gegen Schmutz und knittert kaum, sondern hält auch kuschelig warm. Woll-Lieferant Nummer eins ist das Schaf. Doch auch die feinen Haare von Angora-Kaninchen, Alpakas, Kaschmirziegen und anderen Tieren dürfen laut Textilkennzeichnungsgesetz als Wolle bezeichnet werden. Ein besonderer Fall ist die Schurwolle: So darf nur Wolle bezeichnet werden, die von lebenden Tieren gewonnen (geschoren) wurde und lediglich einen minimalen Anteil an Fremdfasern enthält. Seide Der Maulbeerspinner, eine gezüchtete Seidenraupe, ist der Hersteller von echter Seide. Denn diese wird aus den Kokons der Raupe gewonnen – der Faden ist sage und schreibe rund 1000 Meter lang! Seidenraupe und Kokons, aus denen 1000 Meter lange Seidenfäden gewonnen werden. Seide ist wegen verschiedener Eigenschaften sehr beliebt: Zum einen ist sie im Sommer wie im Winter angenehm zu tragen, da sie bei Hitze kühlt und bei Kälte wärmt. Zum anderen ist sie sehr reißfest, gibt Hautfeuchtigkeit nach außen ab und besitzt eine schöne glänzende Oberfläche. Ihr größter Nachteil: Nach wie vor ist Seide eines der teuersten Textilien! Außerdem ist dieses Textil ein echtes Sensibelchen und alles andere als pflegeleicht. In Verbindung mit Schweiß, Parfüm oder Deo kann der Stoff sogar brüchig werden oder vergilben. Leinen Schon in der Jungsteinzeit trugen die Menschen Kleidung aus Leinen. Gewonnen wird die Leinenfaser aus der Flachspflanze. Allerdings ist die Herstellung von Leinen aufwendig, der Stoff daher teuer. Leinen zeichnet sich durch seine sehr glatte Oberfläche aus, durch die es einen matten Glanz erhält. Es verschmutzt und fusselt kaum, ist strapazierfähig und gibt Feuchtigkeit gut ab. Weil es stark knittert und ein eher steifer Stoff ist, enthalten Kleidungsstücke aus Leinen häufig Anteile aus Baumwolle oder Chemiefasern. Chemiefasern Mit der Herstellung von Chemie- oder Kunstfasern experimentierte erstmals ein Engländer im 17. Jahrhundert. Wirklich bedeutsam wurden Chemiefasern aber erst im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts. Mittlerweile liegt der Anteil von chemisch gewonnen Fasern laut Oerlikon bei rund 65% der Weltfaserproduktion (Quelle). Bei den Kunstfasern unterscheidet man zwischen zwei Arten: den zellulosischen und den synthetischen Fasern. Zellulosische Chemiefasern Der Grundstoff dieser Fasern ist pflanzlich. Wie ihr Name schon sagt, werden sie aus der Zellulose, also Holz, gewonnen. Zu ihnen zählen etwa Viskose, Modal oder Acetat. Synthetische Chemiefasern Zur Herstellung synthetischer Textilien werden die Grundstoffe Kohle, Erdöl und Erdgas verwendet, die in chemischen Prozessen zu Fasern umgewandelt werden. Dazu gehören unter anderem Polyester, Polyamid, Elasthan oder Polyacryl. Viskose Viskose ist die Natürliche unter allen Kunstfasern, denn ihr Grundmaterial ist Zellulose aus Holzarten wie Buche, Bambus oder Eukalyptus. Ein sehr aufwendiges chemisches Verfahren lässt aus der Zellulose Viskosefasern entstehen. Besondere Eigenschaften der Viskose sind die Feinheit ihrer Fasern (10 bis 15 m Durchmesser) und ihre gute Feuchtigkeitsaufnahme, die sie zu einem sehr hygienischen Stoff macht. Weil Viskose so seidig glänzt und zudem weich und fließend fällt, wird sie auch „Kunstseide genannt. Allerdings ist sie auch sehr knitteranfällig und nicht formbeständig. Modal Wie die Viskose ist auch Modal eine sogenannte Regeneratsfaser, das heißt, auch diese Kunstfaser wird aus Cellulose hergestellt. Modal zeichnet sich durch seine hohe Elastizität und Festigkeit sowie durch seine gute Saugfähigkeit aus. Außerdem ist der Stoff hautfreundlich und atmungsaktiv und kommt deswegen „hautnah zum Einsatz: etwa bei Unterwäsche, Bett- und Schlafwäsche. Bei uns finden Sie zahlreiche Produkte aus Modalfaser, vom atmungsaktiven Poloshirt bis zum bequemen Slip: Elasthan Das Besondere an der Kunstfaser Elasthan ist seine hohe Elastizität und Dehnbarkeit – um bis zu 700% kann es gedehnt werden und nimmt danach wieder seine Ausgangsform an. Außerdem ist es sehr reißfest und gut waschbar, allerdings scheuerempfindlich. Eine bekannte Elasthan-Marke ist Lycra. Etwa Hosen mit Elasthan-Anteil, gehen bei Bewegungen besser mit, der Bund dehnt sich beim Sitzen und die Hose hält über den Tag besser die Form. Egal ob Badeshorts oder Jogginghose – Elasthan sorgt für die nötige Dehnbarkeit: Polyester Die Chemiefaser Polyester, die aus Säuren und Alkohol gebildet wird, ist sehr vielseitig – sie kommt in Fleece- und Mikrofaser-Produkten ebenso zum Einsatz wie als Futterstoff oder Oberbekleidung. Seit 1947 wird sie industriell gefertigt und ist die meistproduzierte synthetische Faser. Industrielle Herstellung der Kunstfaser Polyester. Vorteile der Polyesterfasern sind beispielsweise, dass sie leicht und elastisch, aber dabei reißfest und strapazierfähig sind. Wird Polyester mit anderen Naturfasern wie Baumwolle oder Wolle gemischt, behalten diese Mischungen auch bei Feuchtigkeit besser ihre Form und knittern kaum. Weil Polyester schnell trocknet und kaum Feuchtigkeit aufnimmt, ist er außerdem das ideale Material für Sportbekleidung. Übrigens: „Artikel mit einem Mix aus 60 bis 85% Baumwolle und 15 bis 40% Polyester sind heute Standard, erklärt Oliver Koppitz. „Durch Polyester bleiben Textilien mehr in Form und die Farbe hält auch länger. Unbeliebt ist der Stoff, weil sich viele Menschen an den Polyester der 60er und 70er Jahre erinnern. Aber keine Sorge: Bei einem Polyesteranteil von 15 bis 40% im T-Shirt-Stoff besteht nicht die Gefahr, dass Sie verstärkt schwitzen oder sich gar unangenehmer Schweißgeruch bemerkbar macht. Kunstleder Kunstleder ist die preiswerte Alternative zu echtem Leder und findet auch bei Tierschützern Gefallen. Lederimitate gibt es in allen Variationen, vom Nappaleder- bis zum Velourslederimitat. Ihre Grundlage können entweder Naturfasern, wie Baumwolle, oder synthetische Fasern sein. Außerdem sind Lederimitate mit einer Kunststoffschicht aus weichem PVC oder Polyurethan überzogen. Was ist eigentlich besser-Natur- oder Chemiefaser? Diese Frage ist pauschal nicht zu beantworten. Beide Faserarten haben ihre Vor- und Nachteile und ergeben oft als Gemisch das ideale Gewebe. „100% Baumwolle wird immer als natürlich empfunden, erklärt unser Textil-Experte Oliver Koppitz. Angenehm sei vor allem, dass Baumwolle Schweiß gut aufnimmt. Doch Fakt ist: ohne Chemiefasern wären zahlreiche Kleidungsstücke, an die wir uns gewöhnt haben, nicht denkbar: „In der Outdoor- und SportBekleidung haben Kunstfasern stark gewonnen. Schlagwörter: atmungsaktiv, winddicht, wasserdicht!, so Koppitz. „Das sind Eigenschaften, die reine Baumwolle so nicht bieten kann. Und in vielen Bereichen geht es entsprechend dann auch nicht ohne Kunstfasern. Quelle: