Arbeitsblatt: Alkohol: Wirkung, Folgen, Aufgaben

Material-Details

Informationen zur Wirkungsweise von Alkohol im Körper; Folgen für den Körper; Seh- u. Reaktionsvermögen. 1 Aufgabenblatt.
Lebenskunde
Drogen / Prävention
8. Schuljahr
4 Seiten

Statistik

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18.01.2017

Autor/in

Patrick Aeschbacher
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Was geschieht, wenn Alkohol getrunken wird? Im folgenden Abschnitt ist beschrieben, wie sich Alkohol nach der Einnahme im ganzen Körper verteilt und welche Organe am Abbau und der Ausscheidung beteiligt sind. Sofort nach der Einnahme von Alkohol beginnt die Aufnahme ins Blut, denn ein kleiner Teil gelangt über die Mundschleimhaut und die Schleimhaut der Speiseröhre direkt in die Blutbahn. Bis zu einem Viertel wird über die Magenschleimhaut aufgenommen, und der Rest gelangt über den Darm, in erster Linie über den oberen Dünndarm, ins Blut. Alkohol kann mehr oder weniger schnell ins Blut gelangen. Es gibt verschiedene Faktoren, die die Aufnahmegeschwindigkeit erhöhen: • warme alkoholische Getränke • kohlensäurehaltige alkoholische Getränke • Getränke mit Alkohol und Zucker • schnelles Trinken • leerer Magen • individuelle Faktoren, z.B. Krankheiten Je schneller Alkohol ins Blut gelangt, desto schneller steigt die Blutalkoholkonzentration an, und man wird schneller betrunken. Im Gegensatz dazu steigt die Blutalkoholkonzentration langsamer an, wenn die Magenentleerung verzögert ist. Nahrung ist hierbei der Hauptfaktor. Sie führt dazu, dass der Alkohol länger im Magen bleibt und später in den Darm gelangt. Einmal im Blut angelangt, verteilt sich Alkohol schnell und gleichmässig im Körper und gelangt so in alle Organe. Die maximale Blutalkoholkonzentration ist in der Regel nach etwa 60 Minuten erreicht. Bei der Messung der Blutalkoholkonzentration ist jener Teil des Alkohols nachweisbar, der im MagenDarm-Trakt und in der Leber nicht schon wieder abgebaut worden ist. Alkohol löst sich besser im Wasser als im Fett. Deshalb hängt die Blutalkoholkonzentration im Wesentlichen von der Menge des Körperwassers ab. Wer schwerer ist, hat in der Regel mehr Körperwasser und damit bei gleicher konsumierter Menge eine tiefere Blutalkoholkonzentration. Bei gleichem Körpergewicht haben Personen mit mehr Fettgewebe weniger Körperwasser. Unmittelbare Wirkungen und Risiken des Alkoholkonsums Alkohol beeinflusst Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen, wirkt sich aber auch auf Emotionen und Verhalten aus und hat sogar einen Einfluss auf grundlegende körperliche Systeme wie die Regelung der Körpertemperatur und die Atmung. Über die Blutbahn wird der Alkohol ins Gehirn transportiert. Im Gehirn wirkt er auf den Botenstoffwechsel und beeinträchtigt damit verschiedene Hirnfunktionen: Die Sehleistung wird verringert und das Blickfeld verengt sich (Tunnelblick). Aufmerksamkeit, Konzentration, Kritik und Urteilsfähigkeit und Reaktionsvermögen werden beeinträchtigt. Die Risikobereitschaft steigt an. Je nach Menge des konsumierten Alkohols können diese Leistungen leicht bis sehr stark eingeschränkt sein. Die Reaktionszeit ist zum Beispiel bei einem Blutalkoholwert von 0,8‰ gegenüber dem nüchternen Zustand um 30 bis 50% verlängert. Die Wirkung von Alkohol kann anfänglich als positiv Quelle: 1 / 4 empfunden werden. Mit zunehmender Konsummenge treten negative Emotionen und unangebrachtes Verhalten auf. Die Wirkung hängt dabei auch von der momentanen Verfassung ab. War man vor dem Alkoholkonsum traurig oder wütend, kann etwas Alkohol zu besserer Laune führen; schnell schlägt dies aber um in noch tiefere Traurigkeit und grössere Wut. Ab einem Blutalkoholwert von 0,5‰ wird die Stimmung euphorisch, man wird mitteilsam und hat einen starken Rededrang. Es setzen bereits leichte Koordinationsstörungen ein, die mit zunehmendem Blutalkoholwert in starke Gleichgewichtsstörungen übergehen. Je mehr Alkohol man zu sich nimmt, desto mehr fallen die Hemmungen, man ist zunehmend rücksichtslos und überschätzt sich selbst. Vom Rauschstadium spricht man ab einem Blutalkoholwert von etwa 1 bis 2‰. Funktionen wie die Reaktionsfähigkeit und das Gleichgewicht sind bereits stark beeinträchtigt, Emotionen und Verhalten verändern sich. Man wird zunehmend verwirrt und verliert die Orientierung. Es setzen Stimmungsschwankungen und Schläfrigkeit ein. Grössere Mengen Alkohol führen zu Übelkeit und Erbrechen. Im Betäubungsstadium mit etwa 2 bis 3‰ sind die Störungen der allgemeinen Funktionen sehr ausgeprägt. Ein Reaktionsvermögen zum Beispiel ist kaum noch vorhanden. Ab einem Blutalkoholwert von 3‰ kann eine erwachsene Person bewusstlos werden und ins Koma fallen. Die Körpertemperatur ist dann bereits deutlich gesunken, die Atmung schwach, und es kann zu Atemnot bis hin zu Atemlähmung kommen, was tödliche Folgen haben kann. Für Kinder und Jugendliche sind schon geringere Blutalkoholkonzentrationen lebensgefährlich. Sehleistung Alkohol beeinflusst die Sehleistung schnell. Die Sehleistung erfordert ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Augenmuskeln. Verfolgen die Augen ein Objekt, zum Beispiel ein herannahendes Auto, muss dieses Zusammenspiel sehr gut koordiniert sein. Macht Alkohol dick? Alkohol enthält 7,1 Kilokalorien pro Gramm. Diese führen zu Gewichtszunahme, sind aber „leere Kalorien, da sie nur sehr geringe Mengen an Nährstoffen enthalten. Ein Deziliter Rotwein (12 Volumenprozent) enthält 9,5 g Ethanol und damit ca. 67 kcal. Neben den Kalorien, die Ethanol enthält, kommt zusätzlich der Kohlenhydratgehalt der einzelnen alkoholischen Getränke hinzu. Likör und Dessertwein enthalten deutlich mehr Kohlenhydrate als Wein oder Bier. Wird Alkohol zum Essen getrunken, so wird zuerst der Alkohol abgebaut. Da Alkohol die Fettsäureverbrennung während mehreren Stunden verringert, wird die Fettdepotbildung verstärkt. Alkohol steigert damit also das Risiko, übergewichtig zu werden. Gemäss Untersuchungen fördert erhöhter Alkoholkonsum die Fettansammlung vor allem im Bauchbereich. Quelle: 2 / 4 Welches sind die Risiken bei chronischem Alkoholkonsum? Die nachfolgend beschriebenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen zeigen sich in der Regel erst nach jahrelangem übermässigem Alkoholkonsum. Die Gefahr gesundheitlicher Risiken durch chronischen Alkoholkonsum liegt in den Augen der Jugendlichen deshalb meist in weiter Ferne. Es ist dennoch wichtig, sie über diese Risiken zu informieren und ihnen aufzuzeigen, in welchem Zusammenhang ihr Alkoholkonsum mit diesen Risiken stehen kann. Denn viele Menschen, die unter alkoholbedingten Krankheiten leiden, haben bereits in ihrer Jugend übermässig Alkohol konsumiert. • Durch chronischen Alkoholkonsum können schwere Organschäden entstehen. Am stärksten davon betroffen ist die Leber. Beim Abbau von Alkohol in der Leber werden Zellen geschädigt, und es sammelt sich Fett an. Dies kann mit der Zeit zu einer Fettleber führen und später zu Gelbsucht, Leberzirrhose und Leberkrebs. Regelmässiger Alkoholkonsum steigert den Eisengehalt im Blut, was ebenfalls zu Leberschädigungen führen kann. Diese Leberschädigungen können bereits bei Kindern und Jugendlichen eintreten. • Es besteht die Gefahr einer chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse. • Magenblutungen und Gewebeveränderungen können eintreten, da der Alkohol die Schleimhaut von Magen und Darm verletzen kann. • Akuter und chronischer Alkoholkonsum können Veränderungen am Herzen zur Folge haben. Der Blutdruck wird durch Alkoholkonsum erhöht. Dadurch steigt auch das Herzinfarktrisiko. Nur bei älteren Personen reduziert ein leichter Alkoholgenuss das Risiko eines Herzinfarkts. Aber es gibt weitaus bessere Methoden, dieses Risiko zu vermindern: Bewegung und gesunde Ernährung. • Chronischer Alkoholkonsum steht im Zusammenhang mit der Entstehung von Krebs. Vor allem das Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken, ist erhöht. • Haut und Blutgefässe können ebenfalls geschädigt werden. Chronischer Alkoholkonsum kann eine entzündliche Hauterkrankung auslösen (Psoriasis). • Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit können dauerhaft beeinträchtigt werden. Chronischer Alkoholkonsum kann zu schweren hirnorganischen Schäden führen. Psychische Krankheiten wie Depressionen und Psychosen können eintreten. Quelle: 3 / 4 Quelle: 4 / 4