Arbeitsblatt: Die Schweiz im 2. Weltkrieg

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Powerpoint-Präsentation zur Schweiz im 2. Weltkrieg
Geschichte
Schweizer Geschichte
9. Schuljahr
0 Seiten

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17.03.2008

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Die Schweiz im 2. Weltkrieg Inhalt der Präsentation Chronologie des Zweiten Weltkriegs Vorgeschichte und Krieg Bergier – Bericht: Schlussbericht der Unabhängigen Expertenkommission Schweiz (UEK) – Zweiter Weltkrieg Lektüre: Das Boot ist voll Spielfilm: Das Boot ist voll Literatur und Homepages Chronologie des Zweiten Weltkriegs Vorgeschichte und Krieg WELT SCHWEIZ 1933 1933 Am 30.Jan. wird Hitler zum Reichskanzler ernannt. Bereits Zwei Monate später lässt er sich ausserordentlich die Vollmachten geben. Hitler kann in den folgenden zwei Jahren eine totalitäre Diktatur errichten. Bundesrat Minger ruft im Juli zu einer massiven Verstärkung der Armee auf. Der Bundesrat entscheidet, für Flüchtlinge die Grenzen offen zu halten, ihnen jedoch nur einen vorüber Gehenden Aufenthalt zu gestatten. Die Schweiz soll nur als Transitland dienen. WELT 1936 Deutschland besetzt das entmilitarisierte Rheinland. Beginn des spanischen Bürgerkrieges. Er wird bis 1939 dauern und mit dem Sieg von General Franco enden. Flüchtlingsunterkunft SCHWEIZ 1936 Höhepunkt der Wirtschaftskrise mit 124000 Arbeitslosen. Die Wehranleihe erbringt 332 Mio. Fr. und ist ein überwältigendes Zeichen des Wehrwillens („geistige Landesverteidigung). Um den Fr. der internationalen Finanzspekulation zu entziehen und bessere Bedingungen für die Exportwirtschaft zu schaffen, wird der Schweizer Fr. um rund 30% abgewertet. Gründung der Schweizerischen Zentralstelle für Flüchtlingshilfe. Flüchtlingsunterkunft WELT 1938 Besetzung und Annexion Oe durch D. Es entsteht Gross Deutschland. und GB opfern die Tschechoslowakei, um den Frieden kurzfristig zu erhalten (Münchner Abkommen). Die Nazis begehen schwere Ausschreitungen gegen Juden in der so genannten Reichskristallnacht. In Evian (F) findet eine internationale Konferenz über die Flüchtlingsfrage statt, die ohne Ergebnisse endet. SCHWEIZ 1938 Durch Volksabstimmung wird das Rätoromanische zur vierten Landessprache. Die CH tritt aus dem Völkerbund aus. Abkommen mit D, welches den „J-Stempel in den Pässen deutscher Juden zur Folge hat. Im August wird die Grenze für Flüchtlinge ohne Visum geschlossen. Der Schweizer Maurice Bavaud wird in verhaftet. Da er bei den Verhören zugibt, Hitler umbringen zu wollen, wird er 1941 hingerichtet. - Stempel WELT 1939 März: besetzt die heutige Tschechische Republik und annektiert sie unter dem Namen „Protektorat Böhmen und Mähren. August: und die Sowj. schliessen am 23. einen Nichtangriffspakt (Hitler-Stalin Pakt). In einem geheimen Zusatzprotokoll teilen sich die beiden Diktatoren Osteuropa untereinander auf. P. Grüninger H. Guisan SCHWEIZ 1939 Der Kommandant der SG KP, Paul Grüninger, wird wegen Fälschung von amtlichen Dokumenten und Verletzung der Amtspflicht von seiner Funktion enthoben. 1993 wird er rehabilitiert. März: Der Bundesrat befiehlt das Laden der Minen an der Grenze. April: Die Bevölkerung wird aufgerufen, Lebensmittelvorräte anzulegen. August: Der BR bietet am 28. die Grenzschutztruppen auf. Die Vereinigte Bundesversammlung wählt am 30. Henri Guisan zum General und Oberbefehlshaber der Schweizer Armee. Gleichzeitig erteilt das Parlament dem Bundesrat umfassende Vollmachten. Paul Grüninger wurde 1891 in St. Gallen geboren. Seine Ausbildung zum Lehrer brach er frühzeitig ab und wurde Polizist. 1925 wurde er Hauptmann. Während seiner Dienstzeit als Hauptmann half er hunderten von Flüchtlingen über die Grenze und wurde darum 1939 wegen Urkundenfälschung und Vergehen gegen den Staat angeklagt und vom Dienst suspendiert. Indem er illegale Grenzübertritte tolerierte und manchen Flüchtlinge sogar Einreisepapiere besorgte, bewahrte er die Menschen vor dem sicheren Tod. So sandte er zum Beispiel gerichtliche Vorladungen an Inhaftierte des Konzentrationslagers Dachau. Mit diesen amtlichen Papieren war es den Flüchtlingen möglich, die Schweizer Grenze ohne Probleme zu überschreiten. Nach seinen eigenen Angaben konnte er zwischen 2000 und 3000 Menschen so das Leben retten. Genaue Zahlen sind aber heute nicht mehr rekonstruierbar. Trotz all diesen Tatsachen, wurde er erst im Jahre 1993 von der Schweizer Regierung politisch und 1995 vom St. Galler Bezirksgericht juristisch rehabilitiert – 13 Jahre nach seinem Tod. Henri Guisan (* 21. Oktober 1874 in Mézières, Kanton Waadt; † 7. April 1960), Bis zum Ersten Weltkrieg erreichte er den Grad eines Majors. Während des Krieges war er mehrmals an der Deutschen Ostfront, um Kriegstaktik zu erlernen. Als sich im Sommer 1939 die Lage in Europa zuspitzte, wurde er am 30. August 1939 von der Vereinigten Bundesversammlung zum General der Schweizer Armee gewählt – einem militärischen Rang, den es in der Schweizer Armee in Friedenszeiten nicht gibt. Aufgrund seiner unbestrittenen Fähigkeiten und weil überdies der französischsprachige Landesteil damals in der Regierung nur mit einem Bundesrat vertreten war, wurde Guisan auf Anhieb mit 204 von 229 möglichen Stimmen gewählt. Der Schweizer Generalstab ging zu der Zeit davon aus, dass die Neutralität von Frankreich bedroht sei, nicht von Deutschland. Während des Kriegs verstand er es immer wieder, die Schweizer Soldaten aufzubauen und ihnen Mut zu machen (zum Beispiel am 25. Juli 1940 mit seinem Rapport auf dem Rütli). In diesem Rapport vor über 500 Truppenkommandanten erläuterte der General seinen Entschluss des Réduitsystems. Durch die Aufrechterhaltung des Wehrwillens in der Bevölkerung (zum Beispiel Bildung von Ortswehren gegen mögliche Saboteure) trug General Guisan zur Bewahrung der Schweiz vor dem Krieg bei. Mit seiner Idee von einem nationalen Réduit wurde er auch bei den Deutschen bekannt. WELT 1939 September: Beginn des Weltkrieges am 1. mit dem Angriff auf Polen. Drei Tage später erklären GB und den Krieg. Am 17. tritt die Sowj. auf der Seite in den Krieg gegen Polen ein. November: Angriff der Sowj. Auf Finnland. Der Finnisch-Russische Winterkrieg dauert bis März 1940. Finnland wird gezwungen, Gebiete an die Sowj. abzutreten. Mobilmachung SCHWEIZ 1939 September: Die Armee wird mobilisiert. Es rücken rund 420000 Soldaten ein. Der Bundesrat führt am 2. eine Arbeitsdienstpflicht für Männer zw. 16 65 und für Frauen zw. 16 60 Jahren ein. Es halten sich zwischen 7000 und 8000 Flüchtlinge, davon rund 5000 Juden, in der CH auf. Die allgemeine Visumspflicht für Ausländer wird eingeführt und die Grenzkontrollen werden verstärkt. November: Die deutsche Presse beschuldigt die CH, ein Zentrum einer Organisation zu beherbergen, welche die Ermordung Hitlers plant. sieht in diesen Presseangriffen Vorbereitungsmassnahmen für einen Angriff auf die CH und hält Truppen für den Einmarsch bereit. Stacheldrahtverhau Autos Stacheldrahtverhau zum Transport in in Bern von Truppenübung in Lausanne Waffen (auch Zürich Privatautos) WELT 1940 April: Truppen marschieren in Dänemark ein und erobern Norwegen. Mai: greift die NL, B, und an. Winston Churchill wird englischer Premierminister. und die NL kapitulieren. Juni: Italien tritt auf die Seite in den Krieg. Baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen werden von der Sowj. besetzt und später annektiert. kapituliert am 26. und wird in einen von deutschen Truppen besetzten Teil und einen Satellitenstaat mit der Hauptstadt Vichy aufgeteilt. SCHWEIZ 1940 Um der ausländischen Propaganda entgegenzuwirken, schafft der Bundesrat die Schweizerische Filmwochenschau und erklärt die Ausstrahlung für alle Kinos obligatorisch. März: Der Bundesrat beschliesst die Errichtung von Arbeitslagern. Mai: Die ganze Armee wird erneut aufgeboten. In der Bevölkerung treten Panikreaktionen auf. Es finden überstürzte Fluchtbewegungen aus der Nord- und Nordostschweiz Richtung Alpen statt. Beginn der Bildung von Ortswehren. Ortswehr Arbeitslager Polnische Ortswehr Internierte bei der Arbeit WELT 1940 August: Beginn der Luftschlacht über England. Es gelingt der deutschen Luftwaffe nicht, die Luftherrschaft über GB zu errichten. Somit kann eine Invasion über den Kanal nicht stattfinden. Lage der Schweiz Reduitplan SCHWEIZ 1940 Juni: Zw. Dem 1. und 8. kommt es über dem Jura zu Luftkämpfen zw. und CH Jagdpiloten. Dabei werden 11 und 2 CH Flugzeuge abgeschossen. 3 CH Piloten sterben. Ab dem 17. stehen Panzer an der schweizerisch-französischen Grenze. Das 45. Armeekorps wird in der CH interniert. Mit dem Kriegseintritt ist die CH von kriegführenden Mächten umschlossen. Juli: General Guisan versammelt die höheren Offiziere auf dem Rütli und gibt ihnen den Reduitplan bekannt. Die Wehrmacht plante einen Angriff auf die Schweiz unter dem Decknamen Operation Tannenbaum. Als die Kriegsgefahr im Frühling 1940 am grössten war, sah man sich vor grosse Probleme gestellt: Angesichts der schier unlösbaren Aufgabe, dass gesamte Territorium langfristig zu verteidigen musste General Guisan einen mutigen Entschluss fassen. Man erkannte schnell, dass die Alpen am einfachsten zu verteidigen wären, Daher wählte man diese als Rückzugsfestung für die Armee. Die Idee des Rèduit war geboren. Die Grundidee bestand darin, dass man sich in den Alpen noch Jahre hätte halten können. Ein kleiner Teil der Schweiz würde somit überleben und mit ihm die Schweiz als souveräner Staat. Weiter wäre die Alpenfestung eine optimale Operationsbasis für die Alliierten Truppen gewesen, um Europa aus seinem Herzen heraus zu befreien. Ein Widerstandsnest inmitten des Grossdeutschen Reiches hätte zudem viele, an der Front dringend benötigte Truppen zur Eindämmung beansprucht. Weitere Bilder Bundesratsbunker Sitzungszimmer Schlafzimmer imim im Küche Bundesratsbunker Bundesratsbunker Reduit Kriegstechnische Flugzeugbau Krankenzimmer Biwak FHD-derAbteilung in der Schiessübungen Waggonfabrik derTelephonistinnen Gebirgsinfanterie Waffenfabrik Schlieren Bern WELT 1941 März: GB und die noch neutralen USA beschliessen, ihre Kräfte zuerst gegen einzusetzen und erst später Japan niederzukämpfen. April: Angriff auf Jugosl. Und Griechenland. Juni: greift die Sowj, an. September: Während einer Schlacht bei Kiew geraten rund 650000 sowjetische Soldaten in deutsche Kriegsgefangenschaft. Dezember: Mit dem japanischen Angriff auf den US-Stützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii beginnt der Krieg im Pazifik. Der Krieg hat sich endgültig zum Weltkrieg entwickelt. Vor Moskau startet die Sowjet. zu einem ersten grossen Gegenangriff. SCHWEIZ 1941 März: Vermögende Flüchtlinge werden zu einer Solidaritätsabgabe verpflichtet. April: Die CH gewinnt ein Fussball Länderspiel gegen Grossdeutschland mit 2 zu 1 Toren in Bern. Mai: Bezugssperre und Rationierung von Kaffee, Kakao und Tee. Wunder von Bern Rationierung Spiel in Bern Spielfilm Frauen Lebensmittelkarte beim Anbau WELT 1942 Januar: Pakt der „Vereinten Nationen wird unterzeichnet. Die ersten Amerik. Truppen treffen in GB ein. An der Wannsee-Konferenz wird Die Vernichtung („Endlösung) der Juden beschlossen. Juni: Sieg der Amerikaner in der Seeschlacht bei den Midway-Inseln. Wendepunkt des Krieges im Pazifik. November: Amerikanische und Englische Truppen landen in Nordafrika. und italienische Truppen besetzen ganz F. SCHWEIZ 1942 Januar: Der CH Diplomat C. Lutz rettet von der CH Botschaft aus in Budapest, in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Diplomaten R. Wallenberg, über 100000 Juden vor der Deportation und somit dem Tode retten. März: Bezugssperre und Rationierung von Fleisch. August: Die Abweisung sämtlicher Zivilflüchtlinge an der Grenze stösst auf Widerstand in der Presse und in der Öffentlichkeit. In der Folge wird diese Massnahme nicht mehr konsequent durchgeführt. Okt./Nov.: Rationierung von Brot, Milch und Backwaren. WELT 1943 Mit der Kapitulierung der deutschen 6. Armee in den Ruinen von Stalingrad findet der Wendepunkt im Kriegs zw. und der Sowj. statt. Juli: Die alliierten Truppen in Nordafrika landen in Sizilien und Mussolini wird abgesetzt. September: Italien kapituliert. Ankunft ital. Soldaten SCHWEIZ 1943 Die Rationierung unterschreibt die als notwendige erachtete Grösse von 2160 Kalorien. Juni: Bezugssperre und Rationierung Von Schokolade und Zuckerwaren. September: Über 30000 italienische Militärangehörige und 15000 Zivilisten werden in der Folge als Flüchtlinge in der CH aufgenommen. Ankunft ital. Soldaten bei Campocologno im Puschlav WELT 1944 März: Die rote Armee befreit die Ukraine von deutschen Truppen. Juni: Mit der Landung der Westalliierten an der Küste der Normandie beginnt die Befreiung Westeuropas von der Besatzung von Westen. In Ungarn werden 380000 Juden deportiert und später Grösstenteils umgebracht. Die ersten Angriffe der deutschen „Vergeltungswaffe V1 auf London. Stein am Rhein SCHWEIZ 1944 Die Ernährung nicht mehr Niveau von 2000Kal./Tag. Der CH Luftraum wird über 2000mal verletzt. Mehr als 100Maschinen landen oder stürzen ab. Der Bundesrat verfügt über die Rekrutierung eines Teils der 19Jährigen. März: Es wird eine Sachverständigenkommission für Flüchtlingsfragen bebildet. Der Bundesrat ist bereit, 14000 ungarischen Juden aufzunehmen. April: Amerikanische Flugzeuge Bombardieren irrtümlicherweise die Stadt Schaffhausen. 40 Tote und über 100 Verletzte. Mehrere Tote und Verletzte forderte die Bombardierung in Genf derBombardierung Altstadt Stein am Rhein 1944 WELT 1944 Juli: Ein Attentat von deutschen Offizieren auf Hitler missglückt August: Die rote Armee erreicht die Grenze. Paris wird von den alliierten Truppen befreit. September: Die beginnen mit dem Abschuss von V2 gegen London. Die Alliierten überschreiten die deutsche Grenze. SCHWEIZ 1944 Juni: Beginn des völligen Unterbruchs des Güterverkehrs zw. Marseille, Spanien und der CH. Bewirkt Güterknappheit. Juli: Weisung, alle jüdischen Flüchtlinge an der Grenze aufzunehmen. September: CH Pilot Paul Treu wird von US-Jäger abgeschossen und stirbt. Bundesrat beschliesst Verbot der Ausfuhr Von Kriegsmaterial. WELT SCHWEIZ 1945 1944 April: Hitler begeht in Berlin Selbstmord. Am 25. treffen sich die sowjetische und amerikanische Truppen in Thorgau an der Elbe. Mai: Durch die bedingungslose Kapitulation endet der Krieg in Europa am 8.Mai. August: Die USA werfen am 6. eine Atombombe über Hiroshima und drei Tage über Nagasaki ab. Japan kapituliert am 14. Grenze In der CH befinden sich fast 100000 Flüchtlinge. März: In ZH wird das Milchbuckquartier durch amerikanische Flugzeuge bombardiert. 5 Menschen sterben. Bei Gleichzeitigen Bombardierungen des Güterbahnhofs von Basel waren 7 Verletzte zu beklagen. April: Der Bundesrat schliesst Teile der Grenze. Trotzdem gelingt es Tausenden Von Flüchtlingen, in die CH zu gelangen. Mai: Bei Kriegsende befinden sich über 115000 Flüchtlinge und Internierte in Der CH. August: Mit einer Fahnenehrung auf dem Bundeshausplatz endet der Aktivdienst und General Guisan wird entlassen Grenzübergang bei St. Grenze bei Konstanz Margrethen Mai 1945 Bergier – Bericht: Schlussbericht der Unabhängigen Expertenkommission Schweiz (UEK) – Zweiter Weltkrieg Im Dezember 1996 beschlossen die beiden Kammern des Parlaments einstimmig die Einsetzung einer Expertenkommission, welche die in die Schweiz gelangten Vermögenswerte zur Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft historisch und rechtlich untersuchen soll. Nach fünfjähriger Forschungstätigkeit konnte die UEK ihren Schlussbericht der Öffentlichkeit vorlegen. Der Schlussbericht ist in sieben Hauptkapitel gegliedert und umfasst rund 600 Seiten. (in mehreren Sprachen! Präsident der UEK war Prof. Jean-Francois Bergier) Aufbau des Schlussberichts: 1. Einleitung: wie Rolle der Schweiz während dem 2WK Mitte der 1990er Jahre thematisiert wurde, Fragestellung und Forschungsstand, Forschungsprogramm und einzelne Arbeitsphasen, Verhältnis zwischen Geschichts- und Rechtswissenschaft und die Bedeutung des Archivprivilegs Kapitel 2: Geschichte der Zwischenkriegszeit und Periode des 2WK, Aufstieg und die Verbrechen des NS-Regimes, politischen wirtschaftliche und gesellschaftliche Umwälzung in CH (1930er und 1940er) Kapitel 3: Flüchtlingspolitik der CH, greift verschiedene Kritiken auf (Bericht „die CH und die Flüchtlinge zur Zeit des Nationalsozialismus; Verhalten des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds bez. Äusserungen zu Flüchtlingsfragen) Kapitel 4: Aussenwirtschaftliche Verflechtung schweizerischer Unternehmen und/oder Tochtergesellschaften und Vermögenstransaktionen (in 12 Unterkapiteln; Aussenwirtschaft, Rüstungsindustrie, Kriegsmaterialexport, Elektrizitätsexporte, Alpentransit und Transportleistungen, Goldtransaktionen, Bankensystem und Finanzdienstleistung, schweiz. Versicherungen in Deutschland, Kriegsgefangnen- und Zwangsarbeitereinsatz, Flucht- und Raubkulturgüter, deutsche Tarn- und Absetzoperationen in CH) Kapitel 5: Untersuchungsstand aus der rechtlichen Perspektive (öffentliches Recht: bspw. Neutralität, Raubgold; internationales Privatrecht: Handel mit geraubten Gütern und ausländischen Wertpapieren) Kapitel 6: vermögensrechtliche Fragen der Nachkriegszeit im Überblick (Kernfrage des Mandats) wichtigsten Bezugspunkte bilden der Raubgutbeschluss von 1946 und der so genannte Meldebeschluss von 1962. Untersuchung der Haltung der schweizerischen Akteure (Wirtschaft, Staat und Gericht) nach 1945 gegenüber Restitutionsforderungen (Wiederherstellung/Ersatzleistung). Kapitel 7: UEK Bilanz aus Erkenntnissen des Verhalten der damals Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft und Rechtssprechung in der CH gegenüber den vom nationalsozialistischen Unrecht Betroffenen, Bewertung der Flüchtlingspolitik, in die CH gelangten Vermögen und deren „Nachrichtenlosigkeit nach 1945, das Neutralitätsrecht und Neutralitätspolitik, die Herausforderung des Rechtsstaats durch das NS-Unrechtssystem, sowie Fragen nach dem Wissen um den Holocaust und das Problem der politischen Verantwortung. UEK setzt sich auch mit so genannten „Kriegsverlängerungsthese auseinander Kritik zum Bergier Bericht Zweifel an den Flüchtlingszahlen des Bergier Berichts meldete der Lausanner Professor Jean-Christian Lambelet an. Er machte geltend, dass zahlreiche Fälle bekannt sind, bei denen sich eine Person bis zu fünfmal an der Grenze gemeldet hat, mehrmals weg gewiesen wurde, oft schliesslich aber doch Aufnahme fand. Der Bergier Bericht verkenne, dass die Anzahl der Wegweisungen nicht das gleiche sei wie die Anzahl der endgültig weg gewiesenen Personen. Noch in jüngster Zeit hat Lambelet den Flüchtlingsbericht der Bergier Kommission scharf kritisiert. Von Den 8000 endgültig Abgewiesenen, die Lambelet zählt, seien „in jedem Fall weniger als die Hälfte jüdische Flüchtlinge gewesen (NZZ vom 16.Aug. 2000) Literatur: Das Boot ist voll Autor: Alfred A. Häsler Im Auftrag des Ex Libris-Leiters Franz Lamprecht und für eine von Tat-Chefredaktor Erwin Jaeckle zum Abdruck angenommene Serie arbeitete Häsler 1966 das triste Kapitel der schweizerischen Asylpolltik 1933-1945 mit bis dahin einzigartiger Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit auf. Er förderte dabei eine Vielzahl bisher unbekannter Dokumente zutage, verstand es aber auch, das Material aus einem stets spürbaren persönlichen Engagement heraus so darzustellen, dass der Leser, in Spannung versetzt wie bei einem guten Krimi, erst nach und nach merkt, wie sehr ihn der schlicht gestaltete Bericht zu erschüttern vermag. Und was nicht minder spektakulär ist: die Recherchen des Autodidakten Häsler konnten durch die zünftige Geschichtswissenschaft nicht entkräftet werden, sondern wurden Punkt für Punkt bestätigt und erhärtet! (Umstrittene) Asylpolitik der CH während dem 2. WK In den 1930er Jahren, als grosse Flüchtlingswellen zu erwarten waren, definierte die Schweiz ihre Asylpolitik neu: Die Eidgenossenschaft sollte von einem Asylland zu einem Durchreiseland werden. Mit einem grundsätzlichen Arbeitsverbot und einem Verbot politischer Aktivitäten für Flüchtlinge versuchte der Bundesrat die Attraktivität der Schweiz für Flüchtlinge zu senken. Für viele Staaten wurde Ende der 1930er Jahre eine Visumspflicht eingeführt. Weil man dies aus handelspolitischen Gründen für Deutsche nicht tun wollte, drängte die Schweiz die deutschen Behörden dazu, den berüchtigten J-Stempel in den Pässen deutscher Juden einzuführen. So konnte die Schweiz weiterhin mit Deutschland ungehinderte Wirtschaftsbeziehungen unterhalten und gleichzeitig die vor allem beim Justizund Polizeidepartement unbeliebten Juden an einer Einreise in die Schweiz hindern Mit der Devise Das Boot ist voll„ (Angst vor der Überfremdung), gab der damalige Justizminister Eduard von Steiger die Marschrichtung der zukünftigen Asylpolitik vor: Vor allem jüdische Asylsuchende, die offiziell nicht als politische Flüchtlinge galten, wurden während der ersten Phase des Krieges direkt an der Grenze wieder abgeschoben, viele von ihnen kamen in deutschen Konzentrationslagern um. Spielfilm: Das Boot ist voll Von Markus Imhoof Verfilmung des Buches „Das Boot ist Voll von Alfred A. Häsler DAS BOOT IST VOLL (1981) Einer zufällig zusammen gewürfelten Gruppe von Flüchtlingen ist während des letzten Krieges der heimliche Grenzübertritt in die Schweiz gelungen. Sie alle können nicht wissen, dass diese Zuflucht trügerisch ist, dass Flüchtlinge «nur aus Rassengründen» kein Anrecht auf Asyl haben und dass seit einiger Zeit die Grenzen für Fremde verschlossen sind. Halbherzig von Schweizern aufgenommen und halb wieder verraten, sind die Flüchtlinge sogar bereit, sich selber preiszugeben um sich zu retten. Sie formieren sich zu einer grotesken Familie, um so die Voraussetzungen zu erfüllen, unter denen die fremdenpolizeilichen Vorschriften noch Ausnahmen gestatten. Das Verstellspiel gelingt nur eine trügerische Weile, dann wird die Heimat wieder hergestellt, die Heimatlosen bezahlen sie mit ihrem Leben. Presseberichte zum Film „Dem Projekt fehlt die historische Distanz und Würdigung. Es wirkt dramaturgisch veraltet und erinnert in negativem Sinne an Volkstheater. Ein Beitrag wird einstimmig abgelehnt. – Bundesrat Hans Hürlimann, Schreiben vom 9. Januar 1980 „Sinnliche Bilder, die anrühren, unter die Haut gehen; Figuren, die dem Schweizer Alltag entnommen sind; Gefühle, die man auf Anhieb versteht; eine Sprache, die vertraut klingt. Imhoof gelingt Atmosphäre, Glaubwürdigkeit, Spannung, Momente von Beklemmung, Schmerz und Trauer. – NZZ, 16. Januar 1981 Bücher und Homepages Die Schweiz 1939-1945, Damit unsere Nachkommen nicht vergessen, Berichte von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Redaktion: Jean-Marc Hochstrasser, Verlag Pro Senectute Zürich, 1998. Bilder aus der Schweiz, 1939-1945, Katri Burri; Thomas Maisson, Verlag Neue Zürcher Zeitung, in Zusammenarbeit mit dem schweiz. Bundesarchiv Bern, 2. Auflage, 1998. (Festungsbauten)