Arbeitsblatt: Anti-Design

Material-Details

Alltagsgegenstände werden auf ihre Form und Funktion untersucht und in einem weiteren Schritt neu designt. Ziel ist eine absolute Unfunktionalität. (Inkl. Bewertungsbogen)
Bildnerisches Gestalten
Plastik
10. Schuljahr
2 Seiten

Statistik

173065
411
7
15.07.2017

Autor/in

Nadja Künzli
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Bildnerisches Gestalten Form follows Function 2aN 2aW Nadja Künzli Anti-Design Der vernunftbetonte Funktionalismus des High-Tech-Designs der Moderne sollte das Leben des Menschen reformieren, indem er durch optimierte Alltagsgegenstände gesünder und produktiver wird. Schlichte Farben, klare Formen, Massenproduktion und Einheitsgrössen prägten das Bild des 20. Jahrhunderts. Um 1960 entstand in den USA und Grossbritannien die Gegenbewegung des AntiDesigns. Ziel war es, die fehlende soziale Bedeutung im Design zu fördern. Orientiert an der Pop-Art entstanden Objekte mit auffälligen Farben und verzerrten Grössen, meist in Kleinserien produziert (vgl. Konsumkritik der Pop-Art). Ein Beispiel dafür ist das 1981, unter anderem durch Ettore Sottsass Jr. (1966 – 2007) entstandene Memphis-Design. Es handelt sich dabei um bunte, kindliche und antifunktionalistische Möbel, die durch Emotionalität und Affekte geprägt sind. „The ‚Carlton Room Divider, Memphis Design, Ettore Sottsass, 1997. Von zeitgenössischem Design wird wieder vermehrt Funktionalität und Schlichtheit gefordert. Gleichzeitig sollte es aber entsprechend unserer immer stärker individualisierten Welt anpassungsfähig und vom Benutzer veränderbar sein. Eine emotionale Bindung durch persönliche Gestaltung soll der Wegwerfmentalität entgegenwirken und Wert auf Nachhaltigkeit legen. Was geschieht, wenn man die Funktionalität ganz im Sinne des Anti-Designs komplett den Emotionen und Affekten unterordnet? „Die Form folgt der Funktion so ein Leitsatz aus dem Produktdesign und der Architektur. Wie weit kann die Funktion verändert werden ohne dass sich die Form signifikant verändert? Kann dieses Gleichnis widerlegt werden? Auszug aus dem Projekt „The Unconfortable, KK Studio, 2013. Aufgabe Suche einen funktionalen Alltagsgegenstand, den du gerne umgestalten möchtest. Stelle dir dabei folgende Fragen und halte die Überlegungen dazu in deinem Skizzenheft fest: Was ist „gutes Design? Was interessiert mich an diesem Objekt? Gibt es andere Formlösungen, die zur gleichen Funktion führen? Halte Ursprungsform und Funktion mittels Fotografien und Skizzen fest. In einem weiteren Schritt veränderst du die Funktion. Entwickle ein absurdes Design mit höchstmöglicher Unfunktionalität oder Frustrations- bzw. Faszinationsfaktor. Wie hat sich dein Alltagsgegenstand verändert? Wie beeinflussen sich Form und Funktion in deinem Objekt? Auszug aus dem Projekt „The Unconfortable, KK Studio, 2013. Form follows Function Bewertungskriterien Der Prozess steht im Vordergrund. Notiere und dokumentiere alle Zwischenschritte und Überlegungen zu deinen Eingriffen in deinem Skizzenheft. • • • • Auswahl des Objekts (Potenzial des Alltagsgegenstandes, vertiefte Auseinandersetzung mit dem Design, nachvollziehbare Begründung der Auswahl) Dokumentation (Schlüssiger Prozess, verständliche Bilder und Skizzen der Zwischenschritte, Experimente und Alternativlösungen) Technische Umsetzung (Wurde das Objekt sauber und technisch sinnvoll umgestaltet?) Endprodukt (Wurde die Lösung in einem schlüssigen Prozess erarbeitet? Ist ein Frustrations- oder Faszinationsfaktor vorhanden? Reflektion zur schlussendlichen Form und Funktion des Objektes) Form follows Function