Arbeitsblatt: Genetik

Material-Details

Knabe oder Mädchen
Biologie
Genetik
9. Schuljahr
1 Seiten

Statistik

176568
426
3
21.11.2017

Autor/in

Peter Vetter
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Knabe oder Mädchen Seit eh und je hat es nicht an Versuchen gefehlt, das Geschlecht eines Kindes vor der Geburt zu bestimmen. Auch bei uns gab es früher viele gutgemeinte Ratschläge, die man befolgen sollte, um als Nachwuchs eine Tochter oder einen Sohn zu bekommen. Trotz all dieser Versuche blieb über die Zeiten das Zahlenverhältnis von Mädchen- und Knabengeburten immer etwa 1 1. Daraus kann man schliessen, dass nicht irgendwelche Umwelteinflüsse, sondern Erbanlagen das Geschlecht des Menschen bestimmen. Aus einem Biologiebuch um 1887 Ein ganz eigentümliches Vorgehen, um Knabengeburten zu erzielen, ist sodann bei den wilden ostgrönländischen Eskimos noch heute im Gebrauch. Lieutenant Holm, welcher 1885 lebte, erzählt darüber, dass das höchste Verlangen der dortigen Frauen darauf geht, einen Sohn zu haben, und dass die Ehe bei ihnen so lange als unvollständig betrachtet wird, bis die Gattin nicht Mutter geworden ist. Um es nun zu erreichen, dass das Kind ein Knabe wird, werden die Frauen veranlasst, einen Tanz in der Weise zu veranstalten, dass sie mit ihren Füssen die Figur einer Acht beschreiben. Wird diese Vorsicht streng befolgt, so hat es die Bestimmung des Geschlechtes von dem erwarteten Kind zur Wirkung. Bei der mikroskopischen Untersuchung des menschlichen Chromosomensatzes stellt man fest, dass dieser bei Männern und Frauen nicht vollständig identisch zusammengesetzt ist. Bei der Frau kann man alle 46 Chromosomen zu 23 Paaren ordnen. Beim Mann dagegen haben nur 22 Chromosomen einen gleich aussehenden Paarling. Das 23 Paar besteht aus zwei ungleichen Chromosomen. Das kleinere Chromosom dieses 23. Paares nenn man Y-Chromosom, das grössere X-Chromosom. Bei Frauen sind zwei gleiche X-Chromosomen vorhanden. Dieses 23. Chromosomenpaar ist für die Bestimmung des Geschlechtes verantwortlich. Bei der Bildung der Geschlechtszellen wird bei Vater und Mutter der doppelte Chromosomensatz zum einfachen halbiert. Das bedeutet, dass die beiden X-Chromosomen der Frau jeweils in eine der Eizellen gelangen. Das Y- und das X-Chromosom des Mannes werden ebenfalls in eine Samenzelle verpackt. Bei der Befruchtung verschmilzt eine weibliche Eizelle mit einer männlichen Geschlechtszelle. Dabei kann nun eine männliche Geschlechtszelle mit einem XChromosom oder einem Y-Chromosom auf eine Eizelle treffen. Alle Eizellen besitzen nur X-Chromosomen. Befruchtete Eizellen enthalten daher entweder zwei XChromosomen oder das Chromosomenpaar XY. Das Geschlecht eines Kindes wird also durch die Verschmelzung der Geschlechtszellen bei der Befruchtung festgelegt. Massgebend für die Bestimmung des Geschlechtes sind dabei die Geschlechtszellen des Mannes.