Arbeitsblatt: Unterrichtshilfe Pärke

Material-Details

Diese Unterrichtshilfe bieten theoretisches Hintergrundwissen und ermöglicht mit vielen Praxisbeispielen das Gestalten von interessanten Unterrichtseinheiten zum Thema National- und Naturpärke. Spielerisch können die SuS mehr über dieses faszinierende Instrument des Naturschutzes erfahren. Das Dossier orientiert sich an Kompetenzen, die auf den neuen Lehrplan 21 abgestimmt sind.
Biologie
Oekologie
klassenübergreifend
24 Seiten

Statistik

177170
213
2
13.12.2017

Autor/in

UB Pro Natura
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Eine Unterrichtshilfe von Pro Natura EinfÜhrung Ein « Schutzgebiet » ist ein Stück Land oder Meer, das zu Gunsten der Natur und Landschaft unter Schutz gestellt ist. Schutzgebiete sind nicht nur für die Bemü hungen zum Schutz bedrohter Arten weltweit von zentraler Bedeutung, sondern liefern auch grundlegende Ökosystemdienstleistungen und biologische Ressourcen. (IUCN, 2008). Die Schaffung von Schutzgebieten ist ein wesentliches Instrument zum Schutz der Biodiversität. Zwar ist ihre Bedeutung für den Natur und Landschaftsschutz auf internationaler Ebene anerkannt, aber es ist dennoch nicht immer einfach, neue Schutzgebiete zu schaffen und zu erhalten. Denn die Bedürfnisse der Menschen und der Natur sind nicht immer vereinbar, und dies kann zu verschiedenen Kon fl ikten führen. In der Schweiz hat das Thema Schutzgebiete durch die Annahme des revidierten Bundesgesetzes über den Natur und Heimatschutz (NHG) vom 1. Dezember 2007 neuen Aufschwung erfahren. Dieses Gesetz schafft die Grundlagen für die Einricht ung neuer so genannter Pärke von nationaler Bedeutung. Die im NHG defi nierten Kategorien von Pärken – Nationalpärke, Regionale Naturpärke und Naturerlebnis pärke – nehmen Rücksicht auf die Vielfalt von Natur und Kulturlandschaften in der Schweiz. Die Begleitunterlagen zum SchoggitalerVerkauf wollen aufzeigen, was Pärke von nationaler Bedeutung sind. Sie enthalten eine Einführung ins Thema, Vorschläge für Aktivitäten sowie Arbeitsblätter, um die komplexen Begriffe « Schutzgebiete » und « Pärke » zu erklären. Wir wünschen viel Vergnügen beim Kennenlernen unserer Schutzgebiete und Pärke ! Für mehr Natur – überall ! hErausgEBEr Pro Natura Postfach 4018 Basel www.pronatura.ch Talerverkauf für Heimat und Naturschutz Postfach 8032 Zürich www.schoggitaler.ch rEdaktion Dolores Ferrari PierreAndré Varone illustrationEn Monique Felix graPhik Contreforme sàrl www.contreforme.ch Photos Roland Gerth Benoît Renevey Urs Blumer Pro Natura hat im Bereich Umweltbildung ein vielfältiges Angebot. Aktuelle Informationen erhalten Sie ganz einfach unter : www.pronatura.ch Umweltbildung oder : Pro Natura, Umweltbildung, Postfach, 4018 Basel Pro Natura, 2009 Kopien und andere kommerzielle Weiterverwendungen sind nur mit schriftlichem Einverständnis von Pro Natura erlaubt. Für den Gebrauch in Schulen besteht kein Copyright. inhalt Einige didaktische Hinweise zur Benutzung dieses Dossiers 1 1. WARUM MUSS DIE NATUR GESCHÜTZT WERDEN ? 3 2. WAS WIRD IN DER NATUR GESCHÜTZT ? 3 3. EIN KURZER GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK ÜBER DEN NATURSCHUTZ 3 4. WIE KANN DIE NATUR GESCHÜTZT WERDEN ? 5 5. RAUMPLANUNG UND SCHUTZGEBIETE 5 6. SCHUTZGEBIETE WELTWEIT 7 6.1. Was ist ein Schutzgebiet ? 7 7. BEISPIELE VON INTERNATIONALEN SCHUTZGEBIETSINSTRUMENTEN 9 7.1. Biosphärenreservat der UNESCO 9 7.2. Das UNESCO-Welterbe 9 7.3. Das Smaragd-Netzwerk des Europarates 9 8. SCHUTZGEBIETE IN DER SCHWEIZ 11 9. PÄRKE VON NATIONALER BEDEUTUNG 11 9.1. Die drei Kategorien von Pärken von nationaler Bedeutung 11 9.2. Was ist ein Nationalpark ? 11 11 13 13 Kernzone Umgebungszone Ziele 9.3. Was ist ein Regionaler Naturpark ? Ziele 9.4. Was ist ein Naturerlebnispark ? Kernzone Übergangszone Ziele 13 15 15 15 15 15 9.5. Pärke und Parkprojekte in der Schweiz 15 9.6. Welche Chancen bieten Pärke ? 17 9.7. Wie wird in der Schweiz ein Schutzgebiet oder Park geschaffen ? 18 18 18 Pärke von nationaler Bedeutung Andere Kategorien von Schutzgebieten 10. PRO NATURA UND SCHUTZGEBIETE 18 11. Einige Definitionen 19 11.1. Weiterführende Informationen 20 11.2. Mit wenigen Klicks 20 EinigE didaktischE hinwEisE zur BEnutzung diEsEs dossiErs PÄrkE Von nationalEr BEdEutung Dieses praktische Dossier umfasst Aktivitäten und Arbeitsblätter, die sich im Wesentlichen auf das The ma Pärke von nationaler Bedeutung konzentrieren. Zur Vereinfachung verwenden wir im Text den Begriff « Pärke » für alle drei Kategorien von Pärken von nationaler Bedeutung (Nationalpark, Regionaler Naturpark und Naturerlebnispark). angEstrEBtE koMPEtEnzEn, MEthodEn Nachfolgend fi nden Sie die didaktischen Hinweise zu den Arbeitsblättern. Sie sind aus Platzgründen hier und nicht auf den Arbeitsblättern selbst erwähnt. Die entsprechenden Hinweise zu den Aktivitäten sind direkt auf den dazugehörenden Blättern aufgeführt. Sie erkennen die Arbeitsblätter and diesem Logo, die Blätter zu den Aktivitäten an diesem schutz ist notwEndig S.4 angEstrEBtE koMPEtEnzEn Verstehen, was der Begriff « Schutz » bedeutet Erkennen, auf welche Weise sich Lebewesen schützen dauEr 30 Minuten Ein rauM – VErschiEdEnE nutzungEn S.6 angEstrEBtE koMPEtEnzEn Die verschiedenen Arten der Bodennutzung in einem Gelände identifi zieren können Eine einfache Landschaftsanalyse vornehmen können Die Bodennutzung in der Schweiz kennen dauEr 30 Minuten wEitErfÜhrEndE idEEn Fassen Sie die Antworten der Kinder zusammen und vergleichen Sie sie mit der Bodennutzung in der Schweiz. ich darf, ich darf nicht angEstrEBtE koMPEtEnzEn Verstehen, was der Begriff « Schutz » bedeutet Die Kinder für einige elementare Regeln sensibilisieren, die in einem Naturschutzgebiet gelten. dauEr 45 Minuten 1 S.10 BEdEutung dEr hinwEistafEln Quelle : www.nationalpark.ch Markierte Wege nicht verlassen Keine Hunde, auch nicht an der Leine Kein Velofahren Nichts aus der Natur mitnehmen Keine Übernachtungen, auch nicht auf Parkplätzen Kein Feuer entfachen diE aufgaBEn EinEs Parks S.14 angEstrEBtE koMPEtEnzEn Einige Aufgaben benennen können, die ein Park erfüllen soll dauEr 45 Minuten dEBattE rund uM EinEn Park S.16 angEstrEBtE koMPEtEnzEn Einen eigenen Standpunkt zur Schaffung eines Parks entwickeln Die eigene Meinung ausdrücken, sich mit anderen Standpunkten auseinander setzen und dadurch lernen, sich auf eine Debatte einzulassen dauEr 45 Minuten EinfÜhrung Die Schaffung eines Parks ist ein partizipativer Vorgang, in den zahlreiche Beteiligte involviert sind. Für Schüler und Schülerinnen ist es schwierig, sich einen solchen Prozess vorstellen zu können. Mit Hilfe eines Rollenspiels können sie eine wirklichkeitsnahe Situation simulieren und sich in die Rolle einer Person versetzen, die aktiv an der Schaffung eines Parks beteiligt ist. Kontext : Einige Bewohner und Bewohnerinnen einer Region treffen sich, um über die Schaffung eines Parks zu diskutieren. Sie wollen hier ihre Argumente vorbringen, denn sie denken nicht alle gleich über dieses Thema. VorgEhEn 1. Rollen durchlesen. 2. Mehrere Gruppen bilden (je 5 Personen). 3. Die verschiedenen Rollen innerhalb jeder Gruppe verteilen. 4. Die einzelnen Gruppen bereiten ihre Diskussion vor. 5. Fragen, welche Gruppe ihre Diskussion vor den anderen vorspielen möchte. 2 UNESCO-Welterbe : Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch (BE / VS) Roland Gerth 1. WARUM MUSS DIE NATUR GESCHÜTZT WERDEN ? In westlichen Gesellschaften kommt es nicht selten vor, dass sich der Mensch als Wesen versteht, das nicht zur Natur gehört – als wäre er kein Teil davon. Dabei bewohnen wir Menschen diesen Planeten mit der gleichen Berechtigung wie alle anderen Lebe wesen. Aber durch unsere Lebensweise und unsere Aktivitäten beeinflussen wir die Natur viel stärker als andere Lebewesen, und manchmal bringen wir sie sogar in Gefahr. Der Schutz der Biodiversität ist für die Menschheit eine Frage des Überlebens. Ohne Pflanzen und Tiere, ohne Ökosysteme wäre für uns Menschen auf dieser Erde gar kein Leben mehr möglich. Die Natur liefert uns zahlreiche Dinge : saubere Luft, Trinkwasser, fruchtbaren Boden, Nahrungsmittel sowie zahlreiche Rohstoffe. Aber die Natur produziert nicht nur, sondern sie bietet uns auch Raum für Entspannung und Freizeitaktivitäten und schützt vor Naturgefahren. Sie ist eine Quelle von Wissen und Spiritua lität und unersetzlich für das Gleichgewicht zwischen Geist und Seele. Sie hilft uns, uns selbst besser kennen zu lernen und uns mit allem Lebenden verbunden zu fühlen. 2. WAS WIRD IN DER NATUR GESCHÜTZT ? Im Zentrum des Naturschutzes steht die Harmonie zwischen Mensch, Erde, Tieren und Pflanzen. Der Naturschutz will Landschaften und Naturmonumente schützen, die Biodiversität fördern und ungestörte Flächen für die Natur freihalten. Arten und ihre Lebensräume sollen gesichert, degradierte Lebens räume aufgewertet und Vorschläge für eine naturverträgliche Nutzung auf der ganzen Landesfläche aufgezeigt werden. Einige Etappen des Naturund Umweltschutzes in der Schweiz 1882 kauft der Club Jurassien ein Stück Land im Creux du Van (NE) und erklärt diese Zone zum Naturschutzgebiet. Dieser Felsenkessel ist damit das äl teste Naturschutzgebiet der Schweiz. Rücksichtslose Abholzung und dadurch verursachte Überschwemmungen führen zum ersten Bundesgesetz über die Forstpolizei, das für das gesamte Schweizer Staatsgebiet Gültigkeit besitzt. Das 1902 in Kraft getretene Gesetz legt die Schutzwälder fest und verlangt, dass für alle abgeholzten Flächen eine gleich grosse Fläche wieder aufgeforstet werden muss. 1909 wird der Schweizerische Bund für Naturschutz (heute Pro Natura) gegründet, um die Schaffung des Schweizeri schen Nationalparks zu finanzieren. 1914 wird der Schweizerische Nationalpark im Kanton Graubünden gegründet. 1967 tritt das Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz (NHG) in Kraft. Dieses Gesetz, das seither mehr mals revidiert wurde, legt unter ande rem seit 2007 die gesetzlichen Grund lagen für die Förderung von Pärken von nationaler Bedeutung fest. Seit 1970 wurden weitere Gesetze in Kraft gesetzt : das Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (1972), das Bundesgesetz über die Raumplanung (1981) sowie das Bundesgesetz über den Umweltschutz (1985). 3. EIN KURZER GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK ÜBER DEN NATURSCHUTZ Die amerikanischen Indianer und Indianerinnen schützten die Natur, indem sie die Bisonjagd und das Sammeln von Pflanzen und Früchten strengen Regeln unterwarfen und damit ihre Nahrungsressourcen bewahrten. In Europa wurden seit dem Mittelalter gewisse Wälder aus wirtschaftlichen Gründen mit grosser Umsicht genutzt, damit die Holz- und Wildressourcen nicht zerstört wurden. Um etwas zu schützen, muss man sich aber erst einer Bedrohung bewusst sein : sei dies drohender Mangel an Wild, Früchten oder Holz. Solange der Bevölkerungsdruck gering ist und die klimatischen Bedingungen günstig sind, ist der Naturschutz nicht die oberste Priorität der Menschen. 3 schutz ist notwEndig 1.  Lies den nachfolgenden Text : « Ein Schaf frisst alles, was ihm vors Maul kommt. » « Auch die Blumen, die Dornen haben ? » « Ja. Auch die Blumen, die Dornen haben. » « Wozu haben sie dann die Dornen ? » Ich wusste es nicht. Ich war gerade mit dem Versuch beschäftigt, einen zu streng angezo genen Bolzen meines Motors abzuschrauben. Ich war in grosser Sorge, da mir meine Panne sehr bedenklich zu erscheinen begann, und ich machte mich aufs Schlimmste gefasst, weil das Trinkwasser zur Neige ging. « Was für einen Zweck haben die Dornen ? » Der kleine Prinz verzichtete niemals auf eine Frage, wenn er sie einmal gestellt hatte. Ich war völlig mit meinem Bolzen beschäftigt und antwortete aufs Geratewohl : « Die Dornen, die haben gar keinen Zweck, die Blumen lassen sie aus reiner Bosheit wachsen ! » « Oh ! » Er schwieg. Aber dann warf er mir in einer Art Verärgerung zu : « Das glaube ich dir nicht ! Die Blumen sind schwach. Sie sind arglos. Sie schützen sich, wie sie können. Sie bilden sich ein, dass sie mit Hilfe der Dornen gefährlich wären »1 2. Beantworte die folgenden Fragen : a. Warum muss sich die Blume schützen ? b. Was tut sie, um sich zu schützen ? c. Gelingt es ihr, sich alleine zu schützen ?   1 Der Kleine Prinz, von Antoine de Saint-Exupéry Deutsche Ausgabe für die deutsche Ausgabe : 1950 by Verlags-AG, Zürich Alle Rechte der deutschen Ausgabe für Österreich und die Schweiz vorbehalten. Die französische Ausgabe erschien u.d.T. Le Petit Prince bei Editions Gallimard, Paris. 1945 by Editions Gallimard, Paris Nachdruck, Vervielfältigung und sonstige Verwendung nur mit Genehmigung des Verlags. 4 Gegen die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts führte der Aufschwung der Natur und Geisteswissenschaften dazu, dass die Menschen die Natur immer mehr mit anderen Augen betrachteten. Der Naturschutz wurde zuneh mend von einer wissenschaftlichen Warte aus umgesetzt. In dieser Zeit entwickelten die Menschen zudem ein wachsendes Bewusstsein dafür, welche Masse von Abfällen durch die Industrie und die Ausdehnung der Städte und Agglomerationen verursacht werden. In der Folge entstanden schliesslich die ersten grossen Schutzge biete wie etwa der Yellowstone Nationalpark (USA) oder auch der Krüger Nationalpark (Südafrika). 4. wiE kann diE natur gEschÜtzt wErdEn In der Schweiz stützt sich der Bund auf verschiedene Instrumente, um ein natur oder umweltfreundliches Verhalten zu fördern oder auch zu verordnen. Der Bund kann Schutzmass nahmen auf Ge setzesebene erlassen ; die Kantone müssen diese dann umsetzen. Die Kantone dürfen dabei die Bestimmungen des Bundes nicht einschränken, aber sie verfügen dennoch über eine grosse Auto nomie bei der Umsetz ung. Daraus ergibt sich eine Vielzahl von Normen und Verfahrensweisen : jeder Kanton hat seine eigenen kantonalen Gesetze für den Naturschutz geschaffen. Schutzgebiete sind ein grundlegendes Instrument des Natur schutzes, aber sie reichen alleine nicht aus, um einen umfas senden Schutz unserer Natur zu gewährleisten. diE wildnis MYthos odEr rEalitÄt Was heisst eigentlich Wildnis ? Gibt es in der Schweiz überhaupt noch Regionen mit unberührter Natur ? Wenn man Wildnis als ein Gebiet defi niert, das nicht vom Menschen beeinfl usst ist, dann muss man sie wohl auf einem anderen Planeten suchen. Hier auf der Erde hat der Mensch fast überall seine Spuren hinterlassen. 5. rauMPlanung und schutzgEBiEtE Ziel der Raumplanung ist es, die Landnutzung so zu planen und zu koordinieren, dass ein attraktiver Lebensraum erhalten bleibt. Die Raumplanung muss dabei die langfristige Entwicklung miteinbeziehen, um gleichzeitig für die Bevölkerung eine gute Lebensqualität zu gewährleisten und die Ressourcen zu schützen. Mit der Entwicklung unserer Gesellschaft (Bevölkerungswachstum, Änderung der Lebensweise) werden raum planerische Fragen immer komplexer und der Druck auf die Landnutzung steigt, wobei immer weniger Raum zur Verfügung steht : steigende Nachfrage nach Wohnraum, wachsender Bedarf nach Freizeiträumen und Industri ezonen, Intensivierung der Landwirtschaft, Verdichtung des Strassennetzes und vieles mehr. zustand Entwicklung dEr landnutzung Zustand, 1992/97 Entwicklung, von 1979/85 bis 1992/97 15 6,8% 25,5% 13,3% 10 36,9% 5 1,4% 0 30,8% -5 279090 ha Siedlungsflächen 1525122 ha Landwirtschaftsflächen Quelle : BFS (Bundesamt für Statistik), Arealstatistik 5 -0,1% -3,1% 1271645 ha Bestockte Flächen (Wald und Gehötze) 1052619 ha Unproduktive Flächen (Seen, Füsse, Felsen) Ein rauM – VErschiEdEnE nutzungEn 1.  Betrachte die unten abgebildete Landschaft. 2. Welche Elemente und Besonderheiten kannst du erkennen ? Die Landnutzung  in der Schweiz ist in vier grosse Kategorien unterteilt : Siedlungsfl ächen, Landwirtschaftsfl ächen, bewaldete Flächen, unproduktive Flächen. Ordne die Elemente,  die du eben aufgelistet hast, in diese vier Kategorien der Landnutzung ein. katEgoriE dEr landnutzung ElEMEntE Siedlungsfl ächen Kirche, Strassen Landwirtschaftsfl ächen Bewaldete Flächen Unproduktive Flächen 6 6. schutzgEBiEtE wEltwEit 6.1. was ist Ein schutzgEBiEt Der Begriff « Schutzgebiet » umfasst ganz unterschiedliche Ge biete – von riesigen Landschaften bis hin zu einzelnen Parzellen. Es kann sich dabei um sehr streng geschützte Gebiete handeln oder um solche mit einer Kombination von Naturschutz und tra ditioneller Lebensweise der Bevölkerung oder sogar mit einer nachhaltigen Nutzung von natürlichen Ressourcen. Die IUCN defi niert ein Schutzgebiet wie folgt : « Ein geografi sch klar festgelegtes Gebiet, das aufgrund rechtlicher oder anderer wirksamer Mittel anerkannt, gewidmet und  gemanagt wird, um eine langfristige Erhaltung der Natur und der  damit einhergehenden Leistungen der Ökosysteme und kultureller Werte zu erreichen. » (Übersetzung, Pro Natura, 2008) diE uicn Die 1948 gegründete IUCN gilt international als Referenzorganisation für die Kate go risierung von Schutzgebieten. Sie hat ein Kategorisierungssystem defi niert, das in der ganzen Welt Anwendung fi ndet und das als Grundlage für zahlreiche nationale Gesetzgebungen dient. Die Schutzgebiete sind in sechs Kategorien unterteilt, die verschiedene Zielsetz ungen verfolgen. iucn-katEgoriEn fÜr schutzgEBiEtE iucn-katEgoriE strEngEs naturrEsErVat I Schutzgebiet, dessen Management hauptsächlich dem Schutz der Öko systeme und zur Schaffung von Erholungs möglichkeiten für die Bevölkerung dient naturMonuMEnt III Schweizerischer Nationalpark (GR) YosemiteNationalpark (USA) Naturwaldreservate Derborence (VS) Scatlé (GR) Nationalpark Berchtesgaden (Deutschland) Parc National de la Vanoise (Frankreich), Kernzone Nationalpark des grossen Himalaya (Indien) Kernzonen von neu projektierten Nationalpärken Locarnese (TI), Projekt Adula (GR / TI), Projekt Naturerlebnispärke Wildnispark Zürich (ZH), Kandidat Schutzgebiet, dessen Management haupt sächlich dem Schutz der Wildnis dient. nationalPark II BEisPiElE in dEr schwEiz Wolong Nature Reserve (China) Schutzgebiet, dessen Management hauptsächlich Forschungszwecken dient. wildnisgEBiEt BEisPiElE aus allEr wElt Schutzgebiet, dessen Management hauptsächlich der Erhaltung bestimmter natürlicher Besonderheiten dient BiotoP artEnschutzgEBiEt Mit ManagEMEnt Goldenen Berge von lAltaï (Russland) Naturdenkmäler von nationaler  Weltkulturerbe auf der AthosHalbinsel Bedeutung (BLN) (Griechenland) Rheinfall (SH) Naturreservat von Popenguine (Senegal) Amphibienlaichgebiete Kiesgrube Honert (AG) Peney (GE) Flachmoore Kaltbrunner Riet (ZH) Grèves du lac (FR) Sonderwaldreservate Le Communal (NE) Laseier, Ebenalp (AI) Jagdbanngebiete Mythen (SZ) Val Ferret / Combe de lA (VS) Reservate für Wasser- und Zugvögel Stausee Niederried (BE) Reussdelta (UR) Gebirgskette Wuyi Shan (China) Moorlandschaften Rothenthurm (ZG / SZ) Les PontsdeMartel (NE) Regionale Naturpärke Entlebuch (LU) Parc Chasseral (BE / NE) Umgebungszonen zukünftiger  Nationalpärke Locarnese (TI), Projekt Adula (TI / GR), Projekt Landschaften von nationaler  Bedeutung (BLN) Vallée de la Brévine (NE) Weissenstein (SO) Randen (SH) Lavaux (VD) TiticacaSee (Bolivien / Peru) Keine in der Schweiz Schutzgebiet, dessen Management der Erhaltung bestimmter Arten und Lebensräume dient, was durch gezielte Eingriffe sichergestellt wird IV gEschÜtztE landschaft Schutzgebiet, dessen Management hauptsächlich der Erhaltung bestimmter Landschaften oder Meeresabschnitte und bietet Erholungsmöglichkeiten für die Bevölkerung. VI rEssourcEnschutzgEBiEt Mit ManagEMEnt Schutzgebiet, dessen Management hauptsächlich der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ökosysteme dient. Bei den Schutzgebieten in der Schweiz ist nur eine kleine Auswahl aufgeführt. Diese Liste ist nicht vollständig. Weitere Beispiele fi nden Sie zum Beispiel im Wanderführer durch 132 Naturschutzgebiete der Schweiz oder auf den Websites von Bundesamt für Umwelt und Pro Natura. 7 dEr Miniatur-Park angEstrEBtE koMPEtEnzEn Sich mit dem Begriff « Park » vertraut machen Die eigene Fantasie einsetzen, um einen fi ktiven Park zu schaffen dauEr Phase 1 : 30 Minuten Phase 2 : 45 Minuten für die Schaffung des MiniaturParks 15 Minuten für den Meinungsaustausch und die Präsentation der MiniaturPärke MatErial Eventuell farbige Schnüre, um die abgeschlossenen Flächen abzugrenzen BEMErkungEn Die Umsetzungsphase erfolgt im Freien VorgEhEn 1. Diskussionsphase a) Eröffnen Sie die Diskussion mit der Frage : « Wisst ihr eigentlich, was ein Park ist ? » b) Listen Sie alle Arten von Pärken auf, die von den Kindern genannt werden : öffentlicher Park, Zoo logischer Garten, Botanischer Garten, Technopark, Vergnügungspark, Nationalpark, Naturpark usw. c) Fragen Sie die Kinder, was man in diesen verschiedenen Pärken macht, und erstellen Sie eine entsprechende Tabelle. d) Fragen Sie die Kinder, wie man merkt, dass man in einem Park ist : Ein Park hat Grenzen, ein Reglement, Informationstafeln, Führungen, Schutzprojekte, Pfl egearbeiten usw. e) Fragen Sie die Kinder, ob es in der Schweiz Nationalpärke oder Naturpärke gibt und ob die Schülerinnen und Schüler bereits davon gehört haben. f) Erklären Sie abschliessend, dass es in der Schweiz bereits einen Nationalpark und einen Naturpark gibt und dass man dabei ist, weitere solche Pärke zu schaffen. 2. Umsetzungsphase a) Erklären Sie Ihren Schülerinnen und Schülern, dass sie nun einen eigenen Park erfi nden können : « Wir werden jetzt einen MiniaturPark schaffen. Er liegt ganz in der Nähe und ist ganz klein. » b) Teilen Sie die Schülerinnen und Schüler in Gruppen mit je 4 bis 5 Kindern auf. Jede Gruppe sucht sich einen Ort, wo sie ihren MiniaturPark einrichten will, und bestimmt die besonderen Merkmale ihres Parks. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt : Ein kleiner Erdhaufen wird zu einem Berg, eine Blume zu einem Paradies für Insekten und andere Kriechtiere, eine Pfütze verwandelt sich in einen Weiher, ein Stück Gras zwischen zwei Steinen wird zu einer Oase mitten in der Wüste. c) Wer Lust hat, kann sich rund um die Blume oder irgendeine andere Besonderheit des Miniatur Parks eine Geschichte oder eine Erzählung ausdenken. d) Ein Kind jeder Gruppe wird zur Parkführerin oder zum Parkführer ernannt und lädt eine andere Gruppe zum Besuch des Parks ein. Es führt die Gäste durch den Park, erklärt ihnen dabei, worauf sie besonders achten sollen. Ein anderes Kind der Gruppe erzählt eine Geschichte, wieder andere übernehmen weitere Aufgaben. 8 Kandidat : Smaragd-Netzwerk des Europarates Grande Cariçaie (VD / FR) Benoit Renevey 7. BEISPIELE VON INTER NATIONALEN SCHUTZ GEBIETSINSTRUMENTEN 7.1. BIOSPHÄRENRESERVAT DER UNESCO Das Konzept eines Biosphärenreservats zum Schutz besonders wertvoller Gebiete wurde 1974 im Rahmen des Programms « Mensch und Biosphäre » (Man and Biosphere) der Unesco vorgeschlagen. Diese Gebiete sollen die Erhaltung der Biodiver sität und der biologischen Ressourcen mit einer nachhaltigen Nutzung durch die Menschen vereinbaren. Gegenwärtig gibt es weltweit über 500 Biosphärenreservate, die auf alle fünf Kon tinente verteilt sind. In der Schweiz wurden bislang zwei Ge biete als Biosphärenreservate anerkannt : das Entlebuch (LU) seit 2001 nach heutiger Definition sowie der Schweizerische Nationalpark (GR) seit 1974. 7.2. DAS UNESCO-WELTERBE Die Unesco zeichnet auch Orte und Regionen aus, die für das gemeinsame Natur- und Kulturerbe der Menschheit von her ausragender Bedeutung sind. Dies betrifft sowohl natürliche als auch kulturelle Objekte. Die Liste der Unesco-Welterbe stätten umfasst über 800 Einträge. In der Schweiz sind bislang zehn Stätten als Unesco-Welterbe anerkannt. Zur Kategorie « Naturerbe » gehören momentan drei Gebiete in der Schweiz : die Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch (BE / VS), der Monte San Giorgio (TI) und die Tektonikarena Sardona (SG / GR / GL). Als « Kulturerbe » gelten die Altstadt von Bern, das Kloster St. Johann Müstair (GR), der Stiftsbezirk St. Gallen, die Rhätische Bahn Albula-Bernina (GR), La Chaux-de-Fonds / Le Locle (NE), Lavaux (VD) und die drei Burgen von Bellinzona (TI). 7.3. DAS SMARAGD-NETZWERK DES EUROPARATES Das Smaragd-Netzwerk wurde vom Europarat ins Leben ge rufen. Dabei handelt es sich um ein europäisches Netzwerk zum Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten sowie ihrer Lebensräume. Die Staaten sind dazu aufgefordert, besonders kostbare Habitate in Europa zu kennzeichnen und zu schützen. Die Schweiz hat bisher 39 Gebiete für die Aufnahme in dieses Netzwerk angemeldet. 9 Einige Instrumente des Natur- und Umweltschutzes in der Schweiz Die gesetzlichen Bestimmungen befinden sich hauptsächlich in den Bundesgesetzen über den Natur- und Heimatschutz (NHG) und den Umweltschutz (USG), aber auch in anderen Gesetzen, welche die Land- und Forstwirtschaft, die Gewässer, die Jagd oder die Raumplanung betreffen. Auf den Roten Listen sind Pflanzen, Tiere oder Pilze aufgeführt, die selten, gefährdet, vom Aussterben bedroht, ausgerottet oder verschwunden sind. Ausgehend von diesen Listen lassen sich die Arten bestimmen, die prioritär zu schützen sind, und Aktionspläne für ihren Schutz festlegen. Finanzielle Anreize: Der Bund bezahlt zum Beispiel Landwirten und Landwirtinnen, die ökologische Ausgleichsflächen schaffen, eine finanzielle Entschädigung. Bei solchen Ausgleichsflächen handelt es sich um Flä chen, die extensiv und mit Rücksicht auf die Naturvielfalt genutzt werden. Sie ermöglichen den Schutz und die Förderung der Biodiversität in ländlichen Gebieten. Finanzielle Auflagen: Verhaltensweisen, die für die Umwelt ungünstig sind, werden steuerlich belastet. Dadurch werden naturund umweltverträgliche Verhaltensweisen gefördert. So werden die Kosten für die Abwasserbehandlung, Abfallentsorgung oder die leistungsabhängige Schwerver kehrsabgabe denjenigen auferlegt, die sie verursachen. Die Umweltbildung ist ein ganz entschei dendes Instrument für den Natur- und Umweltschutz in der Schweiz. Sie möchte den einzelnen Menschen anspornen, ein kritisches Denken zu entwickeln und sich verantwortungsvoll und umweltbewusst zu verhalten. Die Umweltbildung soll ein fester Bestandteil der Grundausbildung – vom Kindergarten – bis ins Erwachsenenalter sein. Technische Fortschritte wie etwa die Einführung von Katalysatoren für Autos oder die verbesserte Energieeffizienz von Haushaltsgeräten tragen markant zum Umweltschutz bei, weil dadurch negative Auswirkungen auf die Umwelt verringert werden. ich darf, ich darf nicht 1.  Im Schweizerischen Nationalpark müssen gewisse Regeln beachtet werden. Einige  dieser Vorschriften werden durch die unten aufgeführten Piktogramme illustriert.  Weisst du, was sie bedeuten ? Schau sie dir gut an und fülle die Tabelle aus ! was BEdEutEt diEsEs PiktograMM wEshalB ist das VErBotEn Markierte Wege nicht verlassen. Um die Tiere nicht zu erschrecken. Um keine Blumen zu zertrampeln. Quelle : www.nationalpark.ch 10 8. schutzgEBiEtE in dEr schwEiz Die Gesamtfl äche der unter Schutz stehenden Gebiete in der Schweiz umfasst rund 27 % der Landesfl äche. Der Schutz der Natur und Landschaft hat jedoch nur gerade auf rund 5 % des Schweizer Staatsgebietes Priorität. In unserem Land fehlen vor allem grossfl ächige Schutzgebiete, wo der Naturschutz wirksam umgesetzt wird oder wo Eingriffe durch den Menschen minimal oder ausgeschlossen sind. Die meisten Schutzgebiete sind kleine iso lierte Inseln, die von intensiv genutzten Landwirtschaftsfl ächen, Kommunikationswegen und Agglomerationen eingeschlossen oder zerschnitten werden. Neben der Schaffung von grossen Schutzgebieten ist es deshalb auch nötig, biologische Korridore zu schaffen und die Landschaft zwischen den Schutzgebieten durchlässiger zu gestalten : Nur so können Pfl anzen und Tiere zwischen den Lebensrauminseln wandern und neue Lebens räume, Nahrung oder Fortpfl anzungspartner fi nden. 9. PÄrkE Von nationalEr BEdEutung Die Schaffung von Pärken von nationaler Bedeutung verleiht dem Thema Schutzgebiete in der Schweiz eine neue Dynamik. 1914 hat die Schweiz mit der Schaffung des Schweizerischen Nationalparks, der dank dem En gagement des Schweizerischen Bundes für Naturschutz zustande kam, eine Pionierrolle gespielt. Dieser Park war der erste Nationalpark in Zentraleuropa. War die Begeisterung, die dieser erste Park ausgelöst hat, verant wortlich dafür, dass die Schweiz während langer Zeit in Sachen Naturschutz zu den fortschrittlichsten Ländern der Welt gehörte ? Vielleicht, aber unterdessen begnügt sich die Schweiz seit fast 100 Jahren mit nur einem Nationalpark. In der gleichen Zeitspanne sind in unseren Nachbarländern rund 50 Nationalpärke entstanden. Zwar sind unsere Nachbarländer grösser und weniger dicht besiedelt, und daher nicht direkt mit der Schweiz zu vergleichen, aber es ist dennoch erwähnenswert, dass Frankreich 9 Nationalpärke und 44 Regionale Naturpärke und Deutschland sogar 14 Nationalpärke besitzt (Stand 2008). Mit der Lancierung der Kampagne « Gründen wir einen neuen Nationalpark ! » hat Pro Natura einen neuen Anlauf genommen, um auch in der Schweiz weitere grossfl ächige Schutzgebiete zu schaffen. Im Jahr 2000 hat Pro Natura alle Gemeinden der Schweiz eingeladen, über die Schaffung eines neuen Nationalparks nach zudenken. Eine Vielzahl von Parkinitiativen entstanden in der Folge, und durch die Revision des Natur und Heimatschutzgesetzes wurden die gesetzlichen Grundlagen für die Einrichtung von Pärken von nationaler Be deutung geschaffen. 9.1. diE drEi katEgoriEn Von PÄrkEn Von nationalEr BEdEutung Im Rahmen der Revision Natur und Heimatschutzgesetzes wurden drei verschiedene Kategorien von Pärken defi niert : Nationalpark – parc national – parco nazionale Regionaler Naturpark – parc naturel régional – parco naturale regionale Naturerlebnispark – parc naturel périurbain – parco naturale periurbano Diese Pärke sollen zum einen dem Naturschutz dienen und zum andern einen Beitrag zur nachhaltigen Entwickl ung der Region leisten. Dabei sind die Schutzziele unterschiedlich, je nachdem, ob es sich um einen National park, einen Regionalen Naturpark oder einen Naturerlebnispark handelt. 9.2. was ist Ein nationalPark Gemäss der neuen schweizerischen Gesetzgebung ist ein Nationalpark ein grösseres Gebiet, das der ein heimischen Tier und Pfl anzenwelt unberührte Lebensräume bietet und der freien Ent wicklung von Natur und Landschaft dient. In diesem Rahmen dient er auch der Erholung und Umweltbildung der Bevölkerung sowie der wissenschaftlichen Forschung. Ein Nationalpark be steht aus einer Kern und einer Umgebungszone mit je spezifi schen Eigenschaften. kErnzonE Minimale Fläche von 100 km2 in den Voralpen und Alpen, 75 km2 im Jura und auf der Alpensüdseite und 50 km2 im Mittelland ; freie Entwicklung der Natur ; geregelte Zugänglichkeit für die Allgemeinheit ; stark eingeschränkte produktive Tätigkeiten und menschliche Aktivitäten (Bauen von Infrastrukturen, Landwirtschaft usw.) ; keine Jagd, ausser bei nachgewiesenem Gesundheitsrisiko für die Fauna. 11 MEdiEnsPiEgEl angEstrEBtE koMPEtEnzEn Sich mit dem Begriff « Park » vertraut machen Die wichtigsten Aufgaben eines Parks benennen können dauEr 30 Minuten MatErial Tageszeitungen, Zeitschriften oder Medienspiegel « Pärke von nationaler Bedeutung » von Pro Natura. EinfÜhrung Wer Zeitungen liest, bleibt auf dem Laufenden ! Ist die Schaffung von Pärken von nationaler Bedeutung eigent lich ein aktuelles Thema ? Eine Möglichkeit, um dies herauszufi nden, besteht darin, während einer gewissen Zeitspanne alle Artikel zu beobachten, die zu diesem Thema veröffentlicht werden. VorgEhEn 1. Erklären Sie Ihren Schülerinnen und Schülern, dass sich Ihre Klasse mit dem Thema  « Nationalpärke und Naturpärke » beschäftigen wird, und fordern Sie die Kinder dazu auf, Artikel zu diesem Thema mit in die Schule zu bringen. Dieser Auftrag lässt sich natürlich nicht von heute auf morgen erledigen, und die Kinder müssen genügend Zeit für ihre Recherchen zur Verfügung haben. Planen Sie für dieses Thema deshalb einen Monat ein, und erinnern Sie Ihre Schüler und Schülerinnen jede Woche an ihren Auftrag. Die Kinder können übrigens auch ihre Eltern mit einspannen und sie bitten, sie auf entsprechende Artikel hinzuweisen. Wenn Sie diese Recherchierarbeit nicht selbst mit Ihrer Klasse durchführen möchten, dann kann Ihnen Pro Natura einen regelmässig aktualisierten Medienspiegel in den drei Landessprachen (D / F / I) zur Verfügung stel len. Wenn Sie diesen Medienspiegel im PDFFormat erhalten möchten, dann senden Sie ganz einfach eine ent sprechende Mitteilung mit dem Vermerk « Medienspiegel » an : 2. Nachdem die Artikel gesammelt sind, werden sie analysiert. Stellen Sie den Schülerinnen und Schülern dazu die folgenden einfachen Fragen : a) Gibt es in der Schweiz ParkProjekte ? b) Wo sollen solche Pärke entstehen ? Ist das weit von eurem Wohnort entfernt ? Wo genau ist das ? c) Gibt es verschiedene Kategorien von Pärken ? d) Weshalb will die Bevölkerung neue Pärke schaffen ? e) Welche Aspekte werden in den Artikeln am häufi gsten behandelt ? f) Bringen die Pärke Vorteile ? g) Ist die Bevölkerung einstimmig für die Schaffung von Pärken ? wEitErfÜhrEndE idEEn ParkProjekte in der Schweiz können auch mit Hilfe der GoogleSuchmaschine lokali siert werden. Selbstverständlich können Sie auch die Liste der Schutzgebiete weltweit auf S. 7 verwenden und diese Pärke ebenfalls über Google Maps ausfi ndig machen. 12 Projekt: Parco Nazionale del Locarnese (TI) Urs Blumer uMgEBungszonE Die Umgebungszone umfasst die Kernzone möglichst vollständig ; die Umgebungszone ist Lebens und Wirtschaftsraum der ansässigen Bevölkerung ; in der Umgebungszone sollen die Natur und Landschaftswerte erhalten und die Prinzipien der Nachhaltigkeit umgesetzt werden. ziElE Für die Kernzone : Schutz der natürlichen Prozesse und Verhinderung von schädlichen Eingriffen durch den Menschen ; Koordination und Überwachung der menschlichen Tätigkeiten, die in der Kernzone vorgesehen sind. Für die Umgebungszone : Erhaltung der Natur und Landschaftswerte und Verbesserung der Pufferwirkung der Umgebungszone ; dEr schwEizErischE nationalPark Der Schweizerische Nationalpark ist in einem eigenen Gesetz geregelt, dem Nationalparkgesetz. Gemäss diesem dient er dem Naturschutz und der Forschung. Damit ist er nach Defi nition der IUCN eigent lich kein Nationalpark, sondern ein strenges Naturreservat (Kategorie 1a gemäss IUCN). Der Schweizerische Nationalpark umfasst nur eine Kernzone und keine Umgebungszone. Darin ist die Natur vor jeglichen Interventionen der Menschen geschützt, Fauna und Flora werden ihrer natürlichen Entwicklung überlassen. Erlaubt sind ein zig Eingriffe, die direkt dem Erhalt des Parkes dienen. Der Schweizerische Nationalpark ist für die Öffentlichkeit im Rahmen der in der Nationalparkverordnung festgelegten Beschränkungen zugänglich. Förderung der nachhaltigen Nutzung von natürlichen Ressourcen (nachhaltiger Tourismus, erneuerbare Energien, nachhaltige Mobilität, regionale Produkte). Allgemeine Ziele : Förderung der Umweltbildung, der Entdeckung des natürlichen und kulturellen Erbes sowie der Sensibilisierung bezüglich Nachhaltigkeit ; Förderung und Koordination von Forschungsprojekten ; Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden des Parks bei raumplanerischen Aktivitäten im Gebiet. Bestehend : Schweizerischer Nationalpark (GR) (siehe Kasten) Projekte : Locarnese (TI), Adula (GR / TI) 9.3. was ist Ein rEgionalEr naturPark Gemäss der Schweizerischen Gesetzgebung ist der Regionale Naturpark ein grösseres, teilweise besiedeltes ländliches Gebiet, das sich durch hohe Natur und Landschaftswerte besonders auszeichnet und dessen Bau ten und Anlagen sich in das Landschafts- und Ortsbild einfügen. Ein Regionaler Naturpark bedarf einer minimalen Fläche von 100 km2. Das gesamte Gemeindegebiet ist grund sätzlich im Perimeter enthalten. Es wird nicht in verschiedene Zonen unterteilt, im Gegensatz zum Nationalpark oder Naturerlebnispark. 13 diE aufgaBEn EinEs Parks 1.  Du spazierst in einem Park und triffst dabei auf verschiedene Menschen. Weisst du, was sie hier tun ? Der Parkwächter Die Lehrerin Der Besucher Der Landwirt Der Forscher 14 Ziele Erhaltung, Pflege und Aufwertung des natürlichen, landschaftlichen und kulturellen Erbes ; Erhalten eines harmonischen ländlichen Raumes mit landschaftstypischer Besiedlung und Unterstützen einer nachhaltigen sozioökonomischen Entwickung ; Fördern von nachhaltigen Aktivitäten in den Bereichen Tourismus, Mobilität, Energie usw. ; Stärkung einer multifunktionalen Land- und Forstwirtschaft durch Qualitätsprodukte ; Förderung der Umweltbildung, des Natur- und Kulturerlebnisses sowie der Sensibilisierung bezüglich Nachhaltigkeit. Die Biosphärenreservate der Unesco werden in der Schweiz ebenfalls als Regionale Naturpärke behandelt. Sie müssen einige zusätzliche Anforderungen erfüllen, welche die Unesco vorgibt, wie die Repräsentativität des Gebiets und die Unterteilung in drei Zonen, und sie haben einen Forschungsauftrag. Bestehend : Entlebuch (LU)   Kandidaten : Thal (SO), Val Müstair (GR), Binntal (VS), Chasseral (BE / NE), Diemtigtal (BE), Ela (GR), Gantrisch (BE), Thunersee-Hohgant (BE) Projekte : Beverin (GR), Doubs (JU / NE / BE), Gruyère-Pays dEnhaut (VD / FR), Jurapark (AG / BL), Parc jurassien vaudois (VD), Pfyn-Finges (VS), Val dHérens (VS), Camoghé (TI), Schwägalp-Säntis (AR), Schaffhauserland (SH), Seerücken-West (TG), Urschweiz (NW / UR / OW) 9.4. WAS IST EIN NATURERLEBNISPARK ? Der Naturerlebnispark ist eine spezifisch schweizerische Erfindung. Gemäss den gesetzlichen Grundlagen ist er definiert als ein Gebiet, das in einer dicht besiedelten Region liegt (im Umkreis von 20 km des Kerns einer Agglomeration, in topographisch ähnlicher Höhenlage sowie mit ÖV gut erreichbar). Es soll über naturnahe Gebiete verfügen, sich für die didaktische Vermittlung von Naturerlebnissen anbieten und die Lebensqualität der städtischen Bevölkerung verbessern. Ein Naturerlebnispark weist eine Fläche von mindestens 6 km2 auf und ist in zwei Zonen mit folgenden Besonder heiten gegliedert : Kernzone Minimalfläche von 4 km2 ; dem Schutz von Natur und Landschaft bestimmte Zone ; geregelte Zugänglichkeit für die Allgemeinheit ; keine Bewirtschaftung und andere menschliche Aktivitäten ; keine Jagd und Fischerei, ausser bei nachgewiesenem Gesundheitsrisiko der Fauna ; kein Mitführen von Tieren, ausser Hunden an der Leine ; Ausnahmen sind aus wichtigen Gründen zulässig. Übergangszone Erhaltung, Pflege und Aufwertung der Natur- und Landschaftswerte ; Dient der Bevölkerung für Naturerlebnisse und zur Umweltbildung ; Hat Pufferfunktion zwischen Kernzone und intensiv genutzter Umgebung des Parks ; Land- und waldwirtschaftliche Nutzung sowie neue Bauten und Anlagen sind ausgeschlossen, wenn diese unberührte Lebensräume beeinträchtigen. Ziele In der Nähe eines dicht besiedelten Raumes unberührte Lebensräume für die einheimische Tier- und Pflanzenwelt bieten ; der Allgemeinheit Naturerlebnisse ermöglichen ; die Umweltbildung fördern. Bestehend : keiner  Kandidat : Zürich-Sihlwald (ZH) Projekte : Bois du Jorat (VD) 9.5. PÄRKE UND PARKPROJEKTE IN DER SCHWEIZ Die Situation der Pärke ändert sich ständig. Die oben aufgeführte Liste der verschiedenen Pärke und Park projekte sowie die unten stehende Karte widerspiegeln den Stand im Juni 2009. 15 dEBattE rund uM EinEn Park Einige Bewohner und Bewohnerinnen einer Region treffen sich, um über die Schaffung eines Parks zu disku tieren. Die folgenden Personen sind anwesend : E E n dE an Est llt Name : Verena Dorfmeister Ziel : alle zufrieden stellen « Die Menschen müssen in der Natur spazieren gehen können. » « Die Menschen müssen in Häusern leben können (und sollen deshalb auch solche bauen können). » « Die Menschen brauchen Brennholz. » « Die Menschen sollen sammeln und nutzen können, worauf sie Lust haben. » « Schöne Landschaften müssen geschützt werden. » Bauun E n hM r Name : Fritz Neubauer Ziel : möglichst viele Häuser bauen « Man muss sich schliesslich den Lebensunterhalt verdienen ! » « Es gibt keinen andern Platz, wo gebaut werden könnte. » « In einem schönen Einfamilienhausquartier hat es auch Natur. » « Ein natürliches Gebiet ist ein Gebiet, das nichts bringt. » Estauran t- BEs tz r Name : Walter Koch Ziel : mehr Kundschaft für das eigene Restaurant gewinnen « Der Park wird viele Besucher und Besucherinnen bringen. » « Ich könnte den Menschen in der Region Arbeit anbieten. » « Ich könnte in meinem Restaurant Produkte aus der Region verwenden. » r i wi lli E hE lf r n i E n at ur schutzorgan sat o Name : Sonja Grün Ziel : die Natur verteidigen « Der Mensch braucht die Natur. » « Dank dem Park können die Fauna und Flora der Region geschützt werden. » « Der Park bietet eine naturnahe Freizeitzone, in der sich die Menschen  entspannen können. » « Kinder können im Park die Natur entdecken. » Paz E rg Än E i Name : Liliane Wandeler Ziel : dort spazieren gehen, wo es ihr gerade gefällt « Ich will auch weiterhin dort spazieren gehen können, wo ich will. » « Ich will auf meiner Spazierroute keine neuen Häuser. » « Ich will nicht zu viele Leute in meiner Region. » « Ich will alles sammeln können, was ich will (Pilze, essbare Pfl anzen, Holz). » 16 Kandidat : Regionaler Naturpark Thal (SO) @ Roland Gerth PÄrkE, ParkProJEktE und unEsco-gEBiEtE in dEr schwEiz Schaffhauserland SeerückenUntersee Zürcher Weinland Jurapark BL Jurapark AG Thal Schwägalp/Säntis Sihlwald Doubs Parc Chasseral Biosphäre Entlebuch Muotathal Ibergeregg Swiss Tectonic Arena Sardona Urschweiz Gantrisch Parc jurassien vaudois Bois du Jorat ThunerseeHohgant Beverin Uri Schweizerischer Nationalpark Diemtigtal Parc Ela Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch GruyèrePays dEnhaut Val MüstairParc Naziunal Parc Adula Binntal Pfyn-Finges Val dHérens Matterhorn/Cervin Locarnese Vallemaggia Camoghè Monte San Giorgio Stand Sommer 2009 PROJEKTSTAND Als Park oder UNESCO-Gebiet anerkannt Errichtung bewilligt Gesuch eingereicht Projekte/Studien Sistiert KATEGORIEN Nationalpark Regionaler Naturpark Naturerlebnispark UNESCO Weitnaturerbe UNESCO Biosphärenreservat 9.6. wElchE chancEn BiEtEn PÄrkE Mit den neuen Pärken von nationaler Bedeutung hat die Schweiz nicht nur ein wichtiges neues Instrument für den Natur und Landschaftsschutz geschaffen, sondern sie verleiht auch dem Tourismus und der nachhaltigen Entwicklung einer Region wichtige Impulse und ermöglicht der Bevölkerung wertvolle Naturerlebnisse. In den Umgebungszonen von neuen Nationalpärken und in Regionalen Naturpärken soll eine nachhaltige Ent wicklung gefördert werden. Das Label « Park » gibt zum Beispiel Landwirten die Chance, ihre Produkte besser zu verkaufen. Die Pärke bieten zudem Möglichkeiten für die Entwicklung eines naturnahen Tourismus oder anderer Aktivitäten, die Rücksicht auf Natur und Umwelt nehmen. 17 Nebst wirtschaftlichen und Bildungszielen sollen die neuen Pärke aber vor allem den Schweizer Natur- und Landschaftsschutz einen grossen Schritt voran bringen. Sie bieten die Chance, eine Landschaft mit ihren ein zigartigen Naturwerten grossflächig zu erhalten und zu entwickeln. Mit einem aktiven Management vor Ort, über welches Pärke verfügen, können Schutzanliegen wirksamer umgesetzt und das Verständnis der Bevölker ung geweckt werden. 9.7. WIE WIRD IN DER SCHWEIZ EIN SCHUTZGEBIET ODER PARK GESCHAFFEN ? Das Entscheidungsverfahren für die Schaffung eines neuen Schutzgebietes oder Parks und die zu erwarten den Fördermittel variieren stark je nach Art des geplanten Schutzgebietes. Pärke von nationaler Bedeutung Die Schaffung eines Parks ist keine obligatorische Massnahme, die von Behörden getroffen wird, um eine wertvolle Landschaft zu schützen. Das Projekt muss vielmehr von den Bedürfnissen und Anliegen der örtlichen Bevölkerung ausgehen. Es handelt sich hier also um einen Prozess der nachhaltigen Entwicklung im eigentlichen Sinne. Vertreter von lokalen Akteuren sind von Anfang an in den Prozess integriert, wobei auch die erklärten Gegner nicht vergessen und an den Diskussionen beteiligt werden sollen. Letztlich entscheidet der Bund, ob ein Projekt die Bedingungen erfüllt, um als Park von nationaler Bedeutung anerkannt zu werden. Andere Kategorien von Schutzgebieten Bei andern Kategorien von Schutzgebieten sind die Entscheidungsmodalitäten komplexer. Der Bund hat verschiedene Schutzgebietsinstrumente entwickelt, wie die nationalen Landschafts- und Biotopinventare, die Jagdbanngebiete oder die Waldreservate. Die Umsetzung der nationalen Schutzgebietsinstrumente obliegt den Kantonen. Diese tun das jeder auf seine Weise ; die Kantone haben zudem eigene Gesetze und Strategien für Schutzgebiete. Die Schweiz umfasst 26 Kantone und mehrere tausend Gemeinden. Demnach gibt es eine Vielzahl von Gesetzen und Verfahrensweisen. Im Prinzip sind die Kantone verpflichtet, genügend grosse Lebensräume zu sichern, um das Verschwinden von einheimischen Tier- und Pflanzenarten zu verhindern. In der Praxis gibt es vielerorts noch erhebliche Defizite in der Umsetzung. 10. PRO NATURA UND SCHUTZGEBIETE Pro Natura ist die Schweizer Naturschutzorganisation, die sich im Zusammenhang mit Schutzgebieten einen ausgezeichneten Namen geschaffen hat. Ihre Gründung ist ganz direkt mit der Schaffung des Schweizerischen Nationalparks verbunden. Begonnen hat alles mit der Zukunftsvision einiger Pioniere, dass ein Teil der Schweiz ganz der Natur überlassen werden sollte. Sie gründeten 1909 den Schweizerischen Bund für Naturschutz (SBN) – heute Pro Natura –, um für ihre Vision Geld zu sammeln. Mit der Gründung des Schweizerischen Nationalparks wurde die ehrgeizige Idee 1914 schliesslich Realität. Nach diesem ersten Erfolg setzte sich Pro Natura weiterhin engagiert für die Schaffung von Schutzgebieten ein und baute ein Netz von über 600 solchen Gebieten auf. Der Verein besitzt einen Teil dieser Flächen oder hat mit den Besitzern Verträge abgeschlossen, um sie als Naturschutzflächen zu sichern. Dieses Netzwerk von Naturschutzgebieten erstreckt sich über die gesamte Schweiz. Das grösste Schutzgebiet, das Pro Natura ge schaffen hat, ist mit einer Fläche von 172 km2 der Schweizerische Nationalpark, das kleinste ist mit nicht einmal 12 m2 ein Waldweiher im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Um die Schaffung neuer grossflächiger Schutzgebiete in der Schweiz anzuregen, hat Pro Natura im Jahr 2000 die Kampagne « Gründen wir einen neuen Nationalpark ! » lanciert und einen Appell an alle Gemeinden des Landes gerichtet, sich für einen neuen Nationalpark in der Schweiz zu engagieren. Nach diesem Aufruf sind rund 30 Parkprojekte im ganzen Land entstanden. Für Pro Natura stellen Schutzgebiete auch ein grosses Potential für die Umweltbildung dar. Diese sind gewisser massen Schulzimmer in Lebensgrösse. In Schutzgebieten sind alle Materialien greif- oder sichtbar vorhanden, um den Kindern und Jugendlichen den Schulstoff der obligatorischen Schulzeit fächerübergreifend vermitteln zu können. 18 11. EinigE dEfinitionEn Agglomeration Eine Agglomeration ist ein urbanes Gefüge, das in der Regel aus mehreren Städten besteht. Arten Eine Art oder Spezies bezeichnet eine Gemeinschaft einzelner Wesen, die genetisch ähnlich sind und sich untereinander fortpfl anzen können. Die Konvention über die biologische Vielfalt (KBV) Das internationale Rechtsabkommen, das am Umweltgipfel von Rio de Janeiro im Jahr 1992 unterzeichnet wurde, ist von der Schweiz 1994 ratifi ziert worden. Diese Konvention verfolgt drei Hauptziele : den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Biodiversität sowie eine ausgewogene und gerechte Aufteilung der sich aus der Nutzung genetischer Ressourcen ergebenden Vorteile. Habitat Der Lebensraum in der eine Art lebt. IUCN Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (Weltnaturschutzunion IUCN), der Pro Natura als Gründungsmitglied angehört, wurde am 5. Oktober 1948 gegründet und ist die grösste Naturschutzorganisation der Welt. Ihre Aufgabe ist es, die Gesellschaften für den Natur und Artenschutz zu sensibilisieren und so zu beeinfl ussen, dass eine nachhaltige und schonende Nutzung der Ressourcen sichergestellt ist. In der IUCN sind 83 Staaten, 114 Regierungsbehörden, über 800 Nichtregierungs organisationen und mehr als 10000 Experten und Wissenschaftler aus aller Welt versammelt. Der Sitz der IUCN ist in Gland (Schweiz). www.iucn.ch Landschaft Eine Landschaft ist ein strukturierter Teil des Territoriums, der sich von einem bestimmten Punkt aus global überblicken lässt und der ein Ensemble natürlicher geomorphologischer sowie allenfalls hydrologischer, pfl anzlicher und / oder künstlicher Elemente umfasst, die mit menschlichen Aktivitäten zusammenhängen. Lebensraum / Biotop Ein Lebensraum ist ein Teil der Welt, in der ein Lebewesen oder eine Lebensgemeinschaft lebt. Die Wüste, der Wald, die Berge oder die Prärie sind Lebensräume. Jeder hat seine Besonderheiten und beherbergt ge wisse Lebensformen (s. a. Ökosystem). Ökosystem Ökosysteme sind selbstregulierende ökologische Einheiten, auf die sich höchst komplexe ökologische Sys teme reduzieren lassen. Es handelt sich hierbei um ein Schlüsselkonzept, das eine Unterteilung der Biosphäre ermöglicht. Ein Ökosystem stellt einen homogenen natürlichen Lebensraum dar (z. Bsp. Moor, Wald). Rote Listen Die Roten Listen umfassen diverse Kategorien bedrohter Tier und Pfl anzenarten. Sie werden von Experten der IUCN aufgrund internationaler und allgemein verständlicher Kriterien zusammengestellt. Zahlreiche der darin aufgeführten Arten sind noch nicht untersucht und behandelt worden. Diese Listen bilden eine wichtige Grundlage für den Naturschutz, enthalten aber keine Schutzmassnahmen. www.bafu.admin.ch Pfl anzen und Tiere Rote Listen Unesco Die Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation ist eine Institution der UNO. Sie ist in fünf grossen Programmbereichen aktiv : Bildung, Exakte und Naturwissenschaften, Sozial und Human wissenschaften, Kultur, Kommunikation und Information. Pufferwirkung Wirkung, die durch eine Pufferzone erzielt wird. Eine Pufferzone wird als Gebiet zwischen dem Kern von Schutzgebieten und der umgebenden Land oder Meeresfl äche defi niert, die den Kern von potenziell schädlichen Einfl üssen schützt. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Übergangszonen. (Defi nition gemäss IUCN). Natürlicher Prozess Beispiele natürlicher Prozesse oder Vorgänge sind die Erosion, Lawinenabgänge oder auch die Wasserver sickerung. 19 11.1. wEitErfÜhrEndE inforMationEn Wanderführer durch 132 Naturschutzgebiete der Schweiz, von Annette Barkhausen und Franz Geiser Sie suchen ein Schutzgebiet oder genauer gesagt ein Naturschutzgebiet in Ihrer Nähe ? In diesem Buch werden 132 Naturschutzgebiete beschrieben, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Zudem fi nden Sie in diesem Führer alle Informationen für die Anreise sowie Angaben zu den wichtigsten Merkmalen der ver schiedenen Gebiete. OnlineBestellung unter www.pronatura.ch Shop Buch Urlandschaften, von Heinz Staffelbach In diesem faszinierenden Buch entführt Sie Heinz Staffelbach in zwanzig der schönsten und am besten bewahrten Regionen der Schweizer Alpen und Voralpen. Vorgestellt werden zudem zahlreiche Gegenden, die als neue Nationalpärke oder Naturpärke im Gespräch sind. Eine Auswahl von Ausfl ugsvorschlägen mit Varianten für Familien mit Kindern oder auch Schulklassen lädt zu Entdeckungen ein. Jeder Vorschlag umfasst auch eine Skizze, die Ihnen hilft, Ihre Tour zu planen. Suchen Sie nach Ideen für Schulreisen oder möchten Sie Ihre Kinder in direkten Kontakt mit der Natur bringen ? Dann ist dieses Buch genau das Richtige für Sie ! OnlineBestellung unter www.pronatura.ch Shop Buch Pro Natura Standpunkt : Welche Schutzgebiete braucht die Schweiz ? Diese Analyse gibt einen Überblick über die Situation der Schutzgebiete in der Schweiz per 2006 und schlägt Ziele und Handlungsfelder zur Verbesserung der aktuellen Lage vor. Herunterladen unter www.pronatura.ch Naturschutz Schutzgebiete Guidelines for Applying Protected Area Management Categories, herausgegeben von Nigel Dudley, UICN, Service des publications, Gland Diese Fachschrift gilt international als Referenz für die Anwendung der Kategorien von Schutzgebieten. Bestellung : 11.2. Mit wEnigEn klicks Biosphärenreservate www.portal.unesco.org Natural Sciences People, Biodiversity & Ecology Biosphere Reserves Bundesamt für Raumentwicklung www.are.admin.ch Bundesamt für Umwelt www.bafu.admin.ch Themen Pärke Europarat www.coe.int Netzwerk Schweizer Pärke www.netzwerk-parke.ch Pro Natura www.pronatura.ch/neue-paerke Schweizerischer Nationalpark www.nationalpark.ch UnescoWelterbe www.welterbe.ch 20