Arbeitsblatt: Musikgeschichte -Epochen

Material-Details

Von der Antike bis und mit dem Barock - Geschichte und Übungen mit verlinkten Hörbeispielen
Rumantsch
Musica
7. Schuljahr
10 Seiten

Statistik

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476
8
02.07.2018

Autor/in

Tara Poyau
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Antike 1000 vor Christus bis ca. 500 nach Christus In zahlreichen bildlichen Darstellungen der antiken Hochkulturen finden sich Zeichnungen von Musikinstrumenten und musikalischen Aufführungen. Sie reichen Jahrtausende zurück und belegen, dass Musik den Menschen von Anfang an begleitet hat. Die wesentlichen Grundlagen der abendländischen Musikgeschichte werden im antiken Griechenland (seit etwa 1000 v. Chr. gelegt). Instrumentarium Bildliche Darstellungen (wie z.B. auf antiken Vasen) zeigen ein reiches Instrumentarium und belegen eine rege Musikpraxis schon in der ägyptischen Antike und später auch in Griechenland. Wichtige Instrumente der Griechen sind die Kithara (ein Zupfinstrument, in dem schon der Name Gitarre erkennbar ist) verschiedene Lauten und Blasinstrumente wie Aulos (ein Doppelrohrblatt-Instrument, dessen Schallerzeugung dem der heutigen Oboe vergleichbar ist) und Syrinx (Flöte). Hinzu kommen Schlaginstrumente wie Kymbala und Xylophon. Kitharodie Musik Im 8. Jahrhundert v. Chr. entsteht die Kitharodie, eine Form des gesungenen und instrumental begleiteten Vortrags der Ilias und Odyssee von Homer. Später wird getrennt zwischen einem Sprecher für den Vortrag des Textes (Rhapsode) und einem Sänger (Kitharode), der zwischen einzelnen Textabschnitten Gesänge vorträgt. Musik in der Tragödie Im 5. Jahrhundert v. Chr. entwickelt sich die klassische Tragödie. In ihr spielt Musik eine wichtige Rolle: Ein Chor bestehend aus Sängern und Instrumentalisten, steht vor der Bühne, im sogenannten Orchestra. Er tritt zu Beginn an zentralen Stellen des dramatischen Geschehens und zum Schluss auf und übernimmt eine kommentierende Funktion. Mit dem Beginn der Renaissance (siehe später) wird die griechische Tragödie und ihre Musikpraxis zum Vorbild und Ausgangspunkt für Erschaffung der Oper. Was ist eine klassische Tragödie? Musik und Zahl Musik Im 6. Jahrhundert entdeckte der Philosoph und Mathematiker Pythagoras, dass die musikalischen Intervalle ( Zusammenklang zweier Töne) auf bestimmten Zahlenverhältnissen beruhen. Dieselben Zahlenverhältnisse finden sich nach seiner Erkenntnis auch im astronomischen System der Himmelskörper. Musik gilt Pythagoras daher als klingendes Abbild der kosmischen Ordnung. Diese Vorstellung findet noch bis in das 17. Jahrhundert hinein Beachtung. Musik Beispiel 1: Was hörst du? Was fällt dir auf? Wie findest du diese Musik? Was fühlst du während du es hörst? Woran erinnert dich diese Musik? Musik Beispiel 2: Was hörst du? Was fällt dir auf? Wie findest du diese Musik? Was fühlst du während du es hörst? Woran erinnert dich diese Musik? Einen Fakt, den du über die Musik der Antike gelernt hast. Eine Frage, die du über die Musik der Antike hast. Etwas, das dich erstaunt hat über die Musik der Antike. Mittelalter von ca. 500 nach Christus bis ca. 1500 Klöster und Kirchen sind die kulturtragenden Institutionen des Mittelalters. Die meditativ-religiöse Vortragsweise des gesungenen Gebets in lateinischer Sprache wird als gregorianischer Choral bezeichnet. Dieser Gesang ist einstimmig, von einer einfachen Melodik und ohne Begleitung. An den Königshöfen und in den Städten entwickeln sich im Hoch und Spätmittelalter parallel dazu weltliche Musikformen wie der Minnesang und das Meisterlied. Abb: Guillame de Machaut, Dichter und Komponent gilt als bedeutenster Vertreter des Ars Nove (lat. Neue Kunst). Der Gregorianische Choral Musik Im Verlauf des 4. Jahrhunderts n. Chr. entstehen in Europa verschieden Erzbistümer und Klöster und mit ihnen unterschiedliche Liturgien und Gesänge. Endes des 6. Jahrhunderts werden diese Gesänge im Zuge einer Kirchenreform zusammengetragen und geordnet. Einer der Päpste, die diese Reform vorantreiben, ist Papst Gregor I. Man spricht deshalb vom Gregorianischen Choral. Über Jahrhunderte hinweg sind die Gregorianischen Choräle Grundlage vieler geistlicher Kompositionen. Bis heute sind sie mehr oder weniger unverändert Teil der römisch-katholischen Liturgie. Etwa zur selben Zeit entwickelte sich auch die Mehrstimmigkeit, was als eine der wichtigsten musikalischen Entwicklungen des Mittelalters anzusehen ist – ebenso wie die Entstehung der Notenschrift. Weltliche Liedkunst Neben der geistlichen entwickelt sich Ende des 11. Jahrhunderts eine weltliche Form der Liedkunst. Diese Lieder handeln von Liebe, Trauer und Krieg. Die Liedschaffenden zählen zum Adel und sind Dichter und Sänger in einer Person. Man unterscheidet zwischen Trouvères (Nordfrankreich) und den Troubadours (Südfrankreich). Mitte des 12. Jahrhunderts entwickelt sich ausserdem der mittelhochdeutsche Minnesang (MinneLiebe). Mit dem Aufblühen der Städte im 15. Jahrhundert entsteht der Meistersang, der vor allem von Handwerkern gepflegt wird. Zentren sind Mainz und Nürnberg. Schon im Mittelalter verfügte man über ein abwechslungsreiches Instrumentarium. Die bekanntesten Instrumente waren die Flöte, die Fidel, die Schalmei und die Sackpfeife (Dudelsack). Daneben erfreute sich die Harfe großer Beliebtheit. Musik Trouvères Musik Troubadour Musik Minnesang Musik Meistersang Auftrag: Suche im Internet einen Komponist aus dem Mittelalter. Lese ein wenig über sein Leben und über seine Musik. Schreibe eine kleine Zusammenfassung und finde ein Liedbeispiel. Deine Zusammenfassung und das Lied trägst du der Klasse vor. Mittelalterkomponist Name des Komponisten: Wichtigste Infos über sein Leben (Woher kommt die Person, Schulkarriere, Musik, wichtige Werke, Merkmale seiner Musik) Musikwerke/Lied, welches ich vorstellen will: Funfact (interessanter, lustiger Fakt über die Person/ Musik) Renaissance ca. 1300 1600 Renaissance (franz. für Wiedergeburt) steht für die Entdeckung des Menschen (Humanismus) und eine allmähliche Lösung von der Glaubenslehre der Kirche. Vorbilder sind die griechische und die römische Antike. In der Musikgeschichte gelten 15. und 16. Jahrhundert als Zeitalter der Renaissance. Neben der geistlichen Musik etablieren sich zunehmend weltliche Formen. Abb: Johannes Oeckghem dirigiert seinen Chor auf dem Pult steht steht die Komposition eines Gloria. Ausdifferenzierung der Mehrstimmigkeit Mittelalterliche Formen werden zunächst fortgeführt und weiterentwickelt. In der Musik spiegelte sich die Suche nach Klarheit und Einfachheit in der Schaffung einer Ordnung im Tonsystem.Terzen (Abstand zwischen 1. und 3. Ton der Tonleiter) und Sexten (1. und 6. Ton) werden jetzt nicht mehr als dissonante, sondern als konsonante (wohlklingende Intervalle begriffen. Dur und Moll setzen sich als bestimmende Tongeschlechter durch. Mit der Erweiterung der Intervallstruktur wird auch die melodische Struktur differenzierter. Dur oder Moll Dur Song Moll Song Erst im späten 16. Jahrhundert entstehen neue Gattungen. Der vierstimmige Satz wird Standard.Im vierstimmigen Satz wir die Melodie auf alle Stimmen verteilt. Die einzelnen Stimmen bewegen sich dabei rhythmisch und melodisch gegeneinander. Man bezeichnet dies als Polyphonie. Musik Musikalische Instrumente Zu den typischen Musikinstrumenten, die in der Epoche der Renaissance ihre Blütezeit erlebten, gehörten die Gambe, die Laute, der Zink, die Rebec und das Krummhorn. Aus ihnen entwickelten sich einige der heute modernen Standard instrumente. Aufbau und Spielweise sind also schon seit Jahrhunderten bekannt. Ein besonderer Hingucker sind Gamben. Ihre Wirbelkästen wurden durch Schnitzereien kunstvoll verschönert. Unter den geschnitzten Verzierungen findet man Tier-, Menschen- und auch häufig Engelsköpfe. Josquin Desprez Giovanni Pierluigi Wie kann man Moll von Dur unterscheiden? Was bedeutet Dreiklang? Welcher Dreiklang gefällt dir besser? Begründe. Finde im Internet ein aktueller Song mit entweder Moll oder Dur Akkorden. Schreibe den Songtitel und Künstler hier auf. Barock ca. 1660 1760 Die Zeit zwischen 1600 und 1750 gilt in der Musik als Barock barocca portugiesisch unregelmässige Perle). Das Barock beginnt mit der Entwicklung der Oper, die seit etwa 1580 in Florenz entsteht. Neben ihr sind die Formen wie z.B. Solo-Konzert, Concerto Grosso und die geistliche Musik (Oratorium und Passion) von zentraler Bedeutung. Das Barock endet mit dem Tod von J.S. Bach (1750) und G. F. Händel (1759) Abb: Garten von Schloss Versailles in Frankreich, Sitz des Sonnenkönigs Ludwig XIV Was ist der Unterschied zwischen einem Solo-konzert und einem Concerto Grosso? Was ist ein Oratorium? Was ist eine Passion? Erfindung der Oper Prägend für das Barock ist die neue Gattung: die Oper (von opera, lat. Werk). Im Hause des Grafen Bardi in Florenz trifft sich seit 1576 die Florentiner Camerate, ein Gesprächskreis aus Gelehrten und Musikern. Ziel dieses Zirkels ist die Wiederbelebung der antiken Tragödie, die man sich als Verbindung aus szenischer Darstellung und Musik vorstellt. Letztere besteht aus intrumental begleiteten einstimmigen Gesängen und einem Chor, der antiken Vorbilderns entsprechend an dramatisch bedeutsamens Punkten auftritt. Zu den ersten Opern zählen La Dafne (1598) und LEuridice (1600) von Jocopo Peri sowie LOrfeo (1607) von Claudio Monteverdi. Zwei Jahre nach der Uraufführung in Mantua veröffentlicht Monteverdi die Partitur des LOrfeo, der ersten vollständig erhaltenen Oper der Musikgeschichte. Euridice Affktenlehre und Madrigalkunst Zentral für die Musik des Barocks ist die Darstellung menschlicher Affekte wie Bewunderung, Liebe, Hass, Verlangen, Freude und Trauer. Diese Darstellung geschieht in hochstilisierter Form: Dissonazen, Mollklänge und langsames Tempo versinnbildlichen negative Gefühle Durklänge, Konsonanzen und Einstimmigkeit stehen für positive Affekte. Die Gefühlsdarstellung wird vor allem im Madrigal kultiviert, einer meist weltlichen Vokalkomposition. Wichtige Madrigalkomponisten sind Carlo Gesualdo (1566 1613) und Claudio Monteverdi (1567 1643). Carlo Gesualdo Monteverdi Konzentrierender Stil Unterschiedliche Klanggruppen, wie z.B. hohe gegen tiefe Stimmen, wenige Stimmen gegen alle Stimmen oder (später) eine Stimme gegen das Orchester werden einander abwechselnd gegenübergestellt. Dies bezeichnet man als konzentrierter Stil (von concertare ital. Wetteifern, wettstreiten). Im Concerto grosso, einer frühen Form des Konzertes, spielen Soloinstrumente und Orchester im Wechsel. Die Oper wird zur eigenständigen Musikform. Sie entstand um 1600 in Italien und verbindet erstmalig Musik und Dichtung. Die Kantate (lat. „cantare singen) und das Oratorium sind mehrteilige Musikstücke, wobei ein geistlicher Text musikalisch untermalt wird. Sie bestehen aus Arien, Rezitativen und Chorsätzen. Das Oratorium ist dabei umfassender als die Kantate und stellt das kirchliche Gegenstück zur weltlichen Oper dar. Vivaldi Instrumente und Virtuosität Das vielfältige Instrumentarium der Renaissance (z.B. die grosse Vielzahl an Blasinstrumenten) wird im Laufe des 17. Jahrhunderts auf wenige Instrumentenfamilien reduziert. Besondere Bedeutung gewinnt der Geigenbau: In Cremona wirken Nicola Amati (1596 -1684), Antonio Stradivari (1648 1737) und Guiseppe Guarneri (1698 1744). Ihre Instrumente gelten bis heute als unübertroffen. Sie eröffnen neue spieltechnische Möglichkeiten und eine neue Form der Virtuosität (Brillianz). Musik Beispiel Euridice: Was hörst du? Was fällt dir auf? Wie findest du diese Musik? Was fühlst du während du es hörst? Woran erinnert dich diese Musik? Musik Beispiel Gesualdo und Monteverdi: Was hörst du? Was fällt dir auf? Wie findest du diese Musik? Was fühlst du während du es hörst? Woran erinnert dich diese Musik? Musik Beispiel Vivaldi : Was hörst du? Was fällt dir auf? Wie findest du diese Musik? Was fühlst du während du es hörst? Woran erinnert dich diese Musik? Barock-Komponisten und ihre Werke Claudio Monteverdi (1567 1643) Kapellmeister in Mantua, später am Markusdom in Venedig; entwickelte massgeblich die Oper und mit ihr den einstimmigen, instrumental begleiteten Gesang (Monodie) Schuf Madrigale (acht Bücher), Opern und geistliche Werke Heinrich Schütz (1585 1672) Antonio Vivaldi (1678 1741) Georg Philipp Telemann (1681 1767) Johann Sebastian Bach (1685 1750) Georg Friedrich Händel (1685 1759) LOrfeo Marienvesper Wiener Klassik (und Vorklassik) ca. 1750 1830 Stellt euch vor, ihr habt gerade eine wirklich interessante Musikstunde mit einem tollen Thema, das euch fesselt, und der Klassenclown macht mal wieder eine unpassende Bemerkung! Das ist dann wohl „klassisch im Sinne von „typisch. Stellt euch weiter vor, ihr befragt 100 Leute nach einem bekannten Komponisten. Umfragen zufolge nennen die meisten Mozart oder Beethoven. Wie kommt das? Es sind eben typische „Klassiker! Da Wien in dieser Zeit die Metropole des musikalischen Wirkens war, wird die Epoche zwischen 1750 und 1830 als „Wiener Klassik bezeichnet. Die Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) und Ludwig van Beethoven (1770–1827) gehören zusammen mit Joseph Haydn (1732–1809) zu den bedeutendsten Vertretern der Epoche. Stilistische Entwicklung Der Begriff Klassik meint generell etwas zeitlos Mustergültiges. Er wurde ursprünglich für die Kunst der Antike geprägt und später auch auf die Musik angewendet. Manche der stilistischen Merkmale der Wiener Klassik werden bereits in den Jahrzehnten zwischen 1730 und 1770 vorweggenommen, unter anderem durch die Mannheimer Schule (Entwicklung der Orchestermusik), die Bach-Söhne Johann Christian und Carl Philip Emaunel. Man bezeichnet die von ca. 1730 1770 als Vorklassik. Thematisch-motivische Arbeit Einfache, eingängige Themen unterschiedlichen Charakters bestimmen die Musik der Klassik. Sie sind klar gegliedert und beinhalten markante Motive. (Ein Motiv ist die kleinste musikalische Sinneinheit. Es kann wie in den Eingangstakten der 5. Symphonie von Beethoven aus nur wenigen wiedererkennbaren Tönen bestehen.) Musikalische Form entsteht aus der Reihung, Gegenüberstellung und Veränderung der Themen und Motive. Man spricht deshalb von thematisch-motivischer Arbeit- Dieses Kompositionsprinzip wird von Joseph Hayden entwickelt und später von Mozart und Beethoven vorgeführt. Musik Musikalische Formen Bestimmend für die Entwicklung der Wiener Klassik ist die reine Instrumentalmusik. Sowohl Sonate (für ein Instrument, zum Beispiel Klavier) als auch Streichquartett und Symphonie (Orchester) haben denselben Aufbau (drei oder vier Sätze). Die Opera seria (ernste Oper) veliert an Bedeutung. Stattdessen werden die Opera buffa (lustige/komische Oper) und das Singspiel (in deutscher Sprache, mit gesprochenen Dialogen, zum Beispiel Mozarts Zauberflöte) populär. Musik Komponisten der Klassik und ihre Werke Bild Name/Alter Joseph Haydn (1732-1809) Wolfang Amadeus Mozart (1756-1791) Ludwig van Beethoven (1770-1827) Wichtige Info zum Leben Wichtigste Werke Romantik ca.1795 1900