Arbeitsblatt: Imagine 68

Material-Details

Aufgaben zur Ausstellung Imagine 68 im Landesmuseum Zürich
Geschichte
Schweizer Geschichte
7. Schuljahr
34 Seiten

Statistik

184812
248
2
24.11.2018

Autor/in

Stefanie Brunschwiler


Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Das Spektakel der Revolution 14.9.2018 – 20.1.2019 Unterlagen für Schulen www.landesmuseum.ch Landesmuseum Zürich. «Imagine 68. Das Spektakel der Revolution» 14.09.2018 bis 20.01.2019 «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAKEL DER RE VOLUTION » BILDUNG VERMITTLUNG LANDESMUSEUM ZÜRICH. UNTERLAGEN FÜR SCHULEN SEKUNDARSTUFE UND II Inhalt 3 4 6 7 8 11 12 Angebote für Schulen Einführung in die Ausstellung Ausstellungsplan Bezug Lehrpläne Didaktische Inputs Medienverzeichnis Timeline Klassenmaterialien 19 KM1* «IMAGINE» – WIRKLICH VORSTELLBAR? 20 KM2* MAKE LOVE – NUR DUMME SPRÜCHE? 21 KM3* BARBAPAPAS SCHULE – (D)EINE TRAUMSCHULE? 22 KM4* GLOBUSKRAWALL – WER PROTESTIERT? 23 KM5** «ZÜRCHER MANIFEST» – WOFÜR STEHEN WIR EIN? 28 KM6** BEFREIUNG DER KUNST BEFREIUNG DURCH KUNST? 31 KM7** KUNST DER GEGENSÄTZE – NUR EINE PROVOKATION? 33 Lösungen einfache Ausgaben ** komplexe Aufgaben Impressum UNTERLAGEN FÜR SCHULEN Idee, Konzept und Inhalt: Bildung Vermittlung Gestaltung und Illustration: Mirabella-Morganti.ch Alle Rechte vorbehalten. Schweizerisches Nationalmuseum LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung 2 34 Angebote für Schulen Angebote für Schulklassen aus der Schweiz sind kostenlos. Auf Anmeldung. SEKUNDARSTUFE Imagine 68 – auf die Barrikaden für eine bessere Welt In den 1960er-Jahren kam es weltweit und auch in der Schweiz zu Protestbewegungen der Jugendlichen. Sie wünschten sich Frieden, Freiheit und Love and Peace, waren politisch engagiert und revoltierten gegen alles, was sie einengte. In der Führung machen wir einen Rundgang zu Objekten, die von diesen Aufbrüchen erzählen. Führung 60 min kostenlos «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAKEL DER RE VOLUTION » SEKUNDARSTUFE II Imagine 68 – Kunst, Krawall Kalter Krieg Zu 1968 gehören für uns Flower-Power, Hippies, Love and Peace. Vor allem viele junge Menschen träumten damals von einer anderen, friedlichen und besseren Welt. Dafür demonstrierten sie, revoltierten und brachen mit alten Normen. Sie veränderten die Kunst, die gesellschaftliche Ordnung ihrer Zeit und prägten neue Werte, die bis in unsere Zeit von Bedeutung sind. In der Führung entdecken wir Objekte, welche die Gegensätze, Wünsche und Hoffnungen der 68er-Generation zeigen. Führung 60 min kostenlos SEKUNDARSTUFE II Imagine 68 – Spektakel oder Revolution? Wenn wir «1968» hören, fallen uns meist Schlagworte wie Flower-Power, Hippies, Love and Peace ein. Viele junge Menschen revoltierten in dieser Zeit gegen die althergebrachte Ordnung, gegen gesellschaftliche Zwänge und die Konsumorientierung ihrer Zeit. Sie haben mit kreativen Protesten viel bewegt und verändert, und doch werden sie oft belächelt. Auf der interaktiven Führung entdecken wir Objekte, welche die Unzufriedenheit, Wünsche und Hoffnungen der 68er-Generation zeigen. Gemeinsam überlegen wir, welche Folgen die Proteste der 1968er-Bewegung bis in unsere heutige Zeit haben und wofür wir heute bereit sind zu protestieren. Interaktive Führung 90 min kostenlos SELBSTSTÄNDIGE BESICHTIGUNGEN Wir empfehlen einen Besuch ab Sekundarstufe I. Der selbstständige Besuch der Ausstellung mit einer Schulklasse ist nur auf Anmeldung möglich. Zur Besichtigung stehen Klassenmaterialien und ein Rätselblatt zur Verfügung. UNTERLAGEN FÜR SCHULEN Materialien zum Ausstellungsbesuch sowie Ideen zur Vor- und Nachbereitung stehen auf der Website zum Download bereit: www.landesmuseum.ch EINFÜHRUNG FÜR LEHRPERSONEN IN DIE AUSSTELLUNG «IMAGINE 68», Führung durch die Ausstellung und Inputs zur Arbeit mit Schulklassen ab Sekundarstufe I. Mit Juri Steiner und Stefan Zweifel, Ausstellungskuratoren, Anna Wälli, Projektleiterin, und Stefanie Bittmann, Leiterin Bildung Vermittlung. Mi 19.09.2018 17.30–19.00 Information Anmeldung Mo–Fr 09.00–12.30 044 218 66 00 LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung 3 34 Einführung in die Ausstellung Imagine 68 «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAKEL DER RE VOLUTION » «Damals dachten wir alle: Morgen wird es besser sein, und wenn nicht morgen, dann übermorgen. Naja – vielleicht nicht unbedingt besser, aber doch anders, vollkommen anders, auf jeden Fall. Alles wird anders sein. Ein wunderbares Gefühl. Ich erinnere mich.» (H. M. Enzensberger, der Untergang der Titanic, 1978) Eigentlich dauerte Achtundsechzig nur einen Sommer lang. Dennoch ist «68» zur Chiffre für ein Jahrzehnt, ja einer ganzen Generation geworden, die den gesellschaftlichen Umbruch der Nachkriegszeit in allen Lebensbereichen bewirkt hat. Die Revolte war jung, international, spontan und theoretisch, befreiend und kämpferisch. Problematisch auch. Aber 68 bestimmte den Sound und das Gefühl einer ganzen Epoche samt ihren Revivals bis heute. Die Ausstellung «Imagine 68» im Landesmuseum Zürich unternimmt ein lustvolles Hinein- und Nachleben in die Atmosphäre der 68er-Kultur und bettet lokale Ereignisse in ein globales «1968» ein. Die Erzählung startet 1967. Damals veröffentlichte Guy Debord Die Gesellschaft des Spektakels, eine radikale Kulturkritik, die in Paris den Mai 68 intellektuell, künstlerisch und weltanschaulich vorbereitete. Mit provokativem Aktionismus wollten Debord und seine Gruppe der «Situationistischen Internationale» betonierte gesellschaftliche Strukturen aufbrechen und Poesie ins Alltagsleben bringen. Die Revolte schien die Realisierung des Traums vom freien Leben in Griffnähe zu bringen. Weltweit durchlief der Widerstand verschiedene Stadien. In der Schweiz verharrte der Impuls 1968 in der Revolte rund um den Globuskrawall in Zürich. In den USA weitete er sich ab 1964 zur Rebellion ganzer Bevölkerungsgruppen und breiten Ablehnung des Vietnamkriegs aus. In Deutschland mündete die Eskalation in der Isolation des Terrors und führte das Land 1977 an den Rand einer Staatskrise. Nur in Frankreich entfaltete der Widerstand für einen Moment sein ganzes Potenzial, als im Mai 1968 der Sprung vom Generalstreik zur Revolution möglich schien. Doch es kam anders. Desillusioniert ob der Brutalisierung und Kommerzialisierung des Widerstands lösten sich die Situationisten 1972 wieder auf. Und in diesem Jahr endet auch die Erzählung von «Imagine 68». Doch zurück zu den Anfängen: Bereits in den 1950er-Jahren keimte gegen die Biederkeit und Konventionen der Eltern länderübergreifend eine neue Jugend- und Gegenkultur. Das Wort Teenager tauchte auf, und Rock and Roll befreite die Libido. In den USA zeigte die Bürgerrechtsbewegung um Malcolm und Martin Luther King, wie Widerstand und ziviler LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung Ungehorsam Breitenwirksamkeit erstreiten können. 1964 kam es in den USA zu ersten Protestaktionen an der University of California. Die neue Generation in Deutschland wurde provoziert durch das Schweigen der Väter und Mütter zur Nazivergangenheit, durch den Ekel vor herumkommandierenden Autoritäten, die Brutalität der Berliner Mauer und den grossen Schlaf des von den USA nach Europa importierten Massenkonsums. Auch gegen Napalm und die Niederschlagung des Prager Frühlings schien es nur ein Mittel zu geben: die Unmittelbarkeit der Jugend. Und dazu gehörten auch die Symbole des Zeitgeistes: lange Haare, Jeans, Musik, Sex, Drogen und das Peace-Logo. Die Jugend 1968 stellte sich gegen das herrschende ideologische Blockdenken und das Wettrüsten zwischen Ost und West, das zur akuten atomaren Bedrohung während der Kubakrise von 1962 geführt hatte. Stellvertretend wurde der Krieg der Systeme in Korea und Vietnam ausgetragen. Vietnam und die apokalyptischen Bilder, welche die Reporter davon nach Hause lieferten, skandalisierten die Weltöffentlichkeit und forderten zur Solidarität heraus. Zwar stellten sich die Studenten in Kalifornien, Paris oder Berlin die Befreiung aus der Unterdrückung anders vor als der Vietcong. Selbst die Verbrüderung der Studenten mit den Arbeiterinnen und Arbeitern in den Fabriken und Zechen des Westens blieb nicht ohne grundlegende Missverständnisse. Doch solidarisch verbunden fühlte man sich in der Kritik des tristen Alltagslebens, das viele Exponenten von damals als «grau in grau» beschreiben. Dem Krieg und der Konvention nicht Hass, sondern Liebe entgegensetzen, das propagierten die Hippies. Im Sommer der Liebe des Jahres 1967 besangen sie von Kalifornien aus über den Globus hinweg die Flower-Power und praktizierten in Love-Ins freie Liebe. In der Schweiz las man von der neuen Sensibilität, und die jungen Liebespaare unterwanderten das herrschende Konkubinatsverbot. Minijupe-Wettbewerbe auf offener Strasse machten die erotischen Verheissungen der Gegenkultur auch hierzulande breitentauglich. Opposition wurde sexy! Die Rolle der Frau indes kam für die 68er-Männer erst an zweiter Stelle, nach dem Widerspruch zwischen Bourgeoisie und Proletariat. Denn es handle sich um einen «Nebenwiderspruch». Die Aktivistinnen der Frauenbewegung sahen das anders und definierten sich im Marxschen Sinn als das richtige historische Subjekt, das sich soziale Kompetenzen aneigne. Sie kritisierten bestehende Machtverhält- 4 34 nisse, widersetzten sich der Bevormundung und prangerten soziale Ungleichheit an. In der Schweiz konstituierte sich 1968 die Frauenbefreiungsbewegung (FBB). Mit medienwirksamen Aktionen forderte sie Veränderungen, welche die geschlechtshierarchische Arbeitsteilung in der Familie ebenso betrafen wie die repressive Sexualmoral. Die Emanzipationsbewegung beeinflusste die Mode in so unterschiedlichen Strömungen wie der Forderung nach Hosen, der «No Bra»-Bewegung oder der Minijupe-Debatte. Transparente Plastikmode kam auf, und selbst Nacktheit wurde als «Brave Nude World» zum Statement der aufgeklärten Frau. «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAKEL DER RE VOLUTION » «Die Beatles wollen dein Händchen halten, die Stones wollen deine Stadt abfackeln.» (Tom Wolfe) Und 31 Jahre später bekannte der Schweizer Schriftsteller Daniel de Roulet, 1975 das Gstaader Chalet von Axel Springer, Feindbild der deutschen Studentenbewegung, angezündet zu haben. «Imagine 68» strebt weder ein politisches Schaugericht noch ein enzyklopädisches Ausfransen in alle damaligen lokalen Positionen und Figuren an. Vielmehr wird eine spontane Lust am Vertiefen einzelner Momente gefördert. Zu sehen sind kulturhistorische Objekte, Kunstwerke, Fotografien, Tonaufnahmen und Filme aus Museen und privaten internationalen Sammlungen sowie aus den Beständen des Schweizerischen Nationalmuseums. Ausserdem wird mit Film, Musik und digitalen Medien gearbeitet. Juri Steiner und Stefan Zweifel, Kuratoren der Ausstellung «Imagine 1968» In Zürich gingen den 68er-Jugendunruhen das Konzert der Rolling Stones 1967 und der Auftritt von Jimi Hendrix am 31. Mai 1968 im Hallenstadion voraus. Beide Anlässe endeten in Krawallen mit der Stadtpolizei. «Wir sind brave Kinder – wir bauen uns ein Altersheim.» Mit diesem Aufruf forderten Flugblätter zur Demonstration vom 29. Juni 1968 für ein Jungendhaus im sogenannten Globus-Provisorium auf. Was folgte, ging als Globuskrawall in die Stadtgeschichte ein. Dieser Höhe- und Tiefpunkt der lokalen 68er-Jugendbewegung mündete in Verhaftungen, Strafanklagen und Prozessen und in der Republik Bunker, einem Jugendhaus-Experiment, das bald wieder abgebrochen wurde. Jürg Hassler hat die Geschehnisse in seinem Dokumentarfilm Krawall festgehalten, der in «Imagine 68» gezeigt wird. Als direkte Reaktion auf den Globuskrawall und als «Aufruf zur Besinnung» unterzeichneten 21 Personen aus Politik, Kultur und Wissenschaft, die sich auf die Seite der Jugendlichen stellten, das Zürcher Manifest. Und zwischen dem 4. und 9. September 1968 traf man sich im Centre Le Corbusier zur Veranstaltung «6 Tage Zürcher Manifest», die als Diskussions-, Informations- und Unterhaltungsforum angelegt war. Die Teilnehmer des Happenings hatten die Möglichkeit, sich anhand einer Wandzeitung zu äussern. Rund 400 handbeschriebene und 50 gedruckte Plakate sind erhalten geblieben. Sie widerspiegeln die brennenden Themen: Polizeigewalt, autonomes Jugendzentrum, Vietnam, Pazifismus, Frauenbewegung, Schul- und Universitätsreformen. Von Berkeley über Paris bis Berlin stellte sich den Studenten angesichts der Konfrontationen mit der Polizei die Frage nach der eigenen Gewaltbereitschaft, als die Protestkundgebungen immer mehr zu bürgerkriegsähnlichen Strassenkämpfen eskalierten. Spätestens seit dem tödlichen Kopfschuss eines Polizisten auf den Studenten Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 zirkulierten in Westberlin Anleitungen zur Herstellung von Molotowcocktails. Militante Splittergruppen wie die RAF gingen in den Untergrund, planten und realisierten Entführungen und Attentate, die im Deutschen Herbst von 1977 gipfelten. Selbst in Zürich Altstetten gab es eine «Revolutionäre Zelle». LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung 5 34 «IMAGINE 1968. DAS SPEKTAKEL DER REVOLUTION» LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung Ausstellungsplan Prolog Krieg vs. Peace KM 1 1 Protest (Schweiz – International) KM 2/4/5/6/7 2 Pop-Art KM 6/7 3 Sphärischer Teil 4 Mann Frau Kind KM 3/6 3 2 1 6 /32 4 NOTAUSGANG Bezug Lehrpläne Lehrplan 21, Zyklus 3 RKE 1.1 Die Schülerinnen und Schüler können menschliche Grunderfahrungen BNE Gesundheit beschreiben und reflektieren. 5.5 Aspekt Politik Politische Fragen und Probleme analysieren Sich Werte aneignen und politische Meinungen entwickeln Am politischen Leben teilnehmen Politische Meinungen teilen RKE 1.2 Die Schülerinnen und Schüler können philosophische Fragen stellen und über sie nachdenken. Kantonaler Lehrplan für die Berufsmaturität (ZH) «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAKEL DER RE VOLUTION » RKE 2.1 Die Schülerinnen und Schüler können Werte und Normen erläutern, prüfen und vertreten. RKE 2.2 Die Schülerinnen und Schüler können Regeln, Situationen und RZG.8.2 Handlungen hinterfragen, ethisch beurteilen und Standpunkte begründet vertreten. 5.1. Geschichte und Politik 5.1.4. 4.5. Neue soziale Bewegungen – Ursprung, Ausdrucksformen und Folgen von Jugendbewegungen aufzeigen – den Einfluss von Mentalitäten, Lebensformen und Geschlechterrollen an geeigneten Themen untersuchen RKE 5.2 Die Schülerinnen und Schüler können Geschlecht und Rollen reflektieren. Rahmenlehrplan für die Maturitätsschulen Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), Bern 1994 RZG 6.3 Die Schülerinnen und Schüler können ausgewählte Phänomene der Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts analysieren und deren Relevanz für heute erklären. Lernbereich Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften RZG 7.1 Die Schülerinnen und Schüler können sich an ausserschulischen geschichtlichen Bildungsorten zurechtfinden und sie zum Lernen nutzen. Berufsschule Berufliche Grundbildung, eidgenössischer Rahmenlehrplan ABU 2003 5.2 Aspekt Identität und Sozialisation Die persönlichen Lebensentscheidungen bestimmen und zur Diskussion stellen Andere Lebensstile identifizieren und sie akzeptieren 5.3 Aspekt Kultur Sich mit dem Einfluss von kulturellen Ausdrucksformen auseinandersetzen Einen Dialog über Kunst und Wirklichkeit führen LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung Grundkenntnisse: Die wichtigsten Epochen der Geschichte, mit Einbezug der Schweiz und im Hinblick auf die Gegenwart, in folgenden Bereichen kennen: – politische Strukturen und ihre Veränderungen – soziale und ökonomische Grundlagen – kulturelle Prägungen (Kunst, Religion, Wissenschaft, Technik) – Mentalitäten und Lebensformen Grundfähigkeiten: – Sich sachgerecht informieren und eine eigene Meinung bilden – Tatsachen und Meinungen unterscheiden – Kontroverse Meinungen würdigen und einordnen – Historische Quellen und Literatur kritisch und sachgerecht verarbeiten und in ihrem Kontext verstehen – Historische und aktuelle Phänomene adäquat in Worte fassen und miteinander Verknüpfen – Die Veränderbarkeit der Strukturen über längere Zeit hinweg erfassen 7 34 Didaktische Inputs VORBEREITUNG DES AUSSTELLUNGSBESUCHS «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAKEL DER RE VOLUTION » Auf schülerorientierte Materialien, die den historischen Hintergrund der Ausstellung erklären, wurde bewusst verzichtet, da einschlägige Schulmaterialien dazu umfassende Informationen bieten. Die Timeline richtet sich in erster Linie an Lehrpersonen und soll einen Überblick über die Ereignisse rund um 1968 ermöglichen; sicherlich ist sie aber auch für vorinformierte Schülerinnen und Schüler geeignet. Wir empfehlen, mit den Schülerinnen und Schülern die geschichtlichen Zusammenhänge zur Vorbereitung des Ausstellungsbesuchs wenigstens im Überblick zu behandeln, um das Potenzial der Ausstellung besser nutzen zu können. Die zusammengestellten Thementexte gewähren einen Einblick in die Inhalte der Ausstellung. Sie stehen ebenfalls als Download zur Verfügung. Die Ausstellung bietet zahlreiche Anregungen und Vertiefungsmöglichkeiten und könnte im Unterricht in folgende Themenbereiche eingebunden werden: – Kunst der 1968er – Mode als Spiegel gesellschaftlichen Wandels – Rollenverhältnis zwischen Mann und Frau – Protestbewegung und Formen des Protests – Kalter Krieg – Erziehung und Bildung Didaktische Anregungen zur Vorbereitung auf die Ausstellung – Einstimmung über «Imagine» von den Beatles (KM1) – Einstimmung über Parolen Sprüche (KM2) • – – SuS schreiben Parolen auf, die sie kennen. Anschliessend Diskussion über deren Bedeutung. • LP legt zwei bis drei bekannte Parolen aus den 68ern auf. Anschliessend Diskussion über deren Bedeutung. • Was waren Wünsche und Nöte der damaligen Generation? Einstimmung über ein Protestbild (z. B. Globuskrawall) • Bildbeschreibung • Vermutungen formulieren • LP erzählt oder SuS recherchieren selbst. Einstimmung über eine aussagekräftige Fotografie von damals, z. B. von einer Demonstration mit Plakaten und Spruchbändern • Wie sah die Welt vor 50 Jahren aus? • Warum revoltierte die junge Generation? Folgende KMs eignen sich zudem für die Vorbereitung des Ausstellungsbesuchs KM1* IMAGINE – WIRKLICH VORSTELLBAR? KM2* MAKE LOVE NUR DUMME SPRÜCHE? KM3* BARBAPAPAS SCHULE – (D)EINE TRAUMSCHULE? KM4* GLOBUSKRAWALL – WER PROTESTIERT? KM5** «ZÜRCHER MANIFEST» – WOFÜR STEHEN WIR EIN LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung 8 34 IN DER AUSSTELLUNG GEFÜHRTER AUSSTELLUNGSBESUCH Führungen Dauer 60 min kostenlos SEKUNDARSTUFE Imagine 1968 – auf die Barrikaden für eine bessere Welt SEKUNDARSTUFE II Imagine 1968 – Kunst, Krawall Kalter Krieg Interaktive Führung Dauer 90 min kostenlos SEKUNDARSTUFE UND II Imagine 1968 – Spektakel oder Revolution? «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAKEL DER RE VOLUTION » SELBSTSTÄNDIGER AUSSTELLUNGSBESUCH Die Ausstellung bietet viel Diskussionsstoff. Aus diesem Grund wurden alle KMs im Titel mit einer Frage versehen, die zum Gespräch anregen kann. Wir empfehlen, dass die LP die Schülerinnen und Schüler (SuS) auf diese Frage aufmerksam machen und sie auffordern, diese zusätzlich zur Bearbeitung der notierten Arbeitsaufträge auf den KMs zu beantworten bzw. in kleinen Gruppen zu diskutieren. Folgender Ablauf ist für einen selbstständigen Ausstellungsbesuch denkbar: Die Lehrperson wählt im Vorfeld ein oder mehrere KMs aus und verteilt diese als Kopien an die SuS, die in Kleingruppen eingeteilt werden. Die SuS besuchen die Ausstellung und gehen den Arbeitsaufträgen und Fragen nach. Sie besprechen am Ende in ihrer Kleingruppe die Aufgaben und suchen auch nach einer gemeinsamen Antwort auf die Frage im Titel. Im Anschluss präsentieren die Kleingruppen in der Ausstellung ihre Arbeitsergebnisse. Als Anhaltspunkt für die Präsentation durch die Gruppen oder bei der Moderation durch die LP kann die Titel-Frage aufgegriffen und, soweit möglich, von den SuS diskutiert werden. Folgende KMs können während des selbstständigen Museumsbesuchs besonders gut eingesetzt werden: KM1* IMAGINE – WIRKLICH VORSTELLBAR? KM3* BARBAPAPAS SCHULE – (D)EINE TRAUMSCHULE? KM4* GLOBUSKRAWALL – WER PROTESTIERT? KM5** «ZÜRCHER MANIFEST» – WOFÜR STEHEN WIR EIN? KM6** BEFREIUNG DER KUNST BEFREIUNG DURCH KUNST? KM7** KUNST DER GEGENSÄTZE – NUR EINE PROVOKATION? In der Ausstellung kann auch mit dem Rätselblatt gearbeitet werden. Es kann am Welcome Desk bezogen oder auf der Website heruntergeladen werden. LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung 9 34 NACHBEREITUNG DES AUSSTELLUNGSBESUCHS Folgende KMs eignen sich zur Nachbereitung im Schulzimmer oder als vertiefende Aufgabe: KM3* KM4* KM5** BARBAPAPAS SCHULE – (D)EINE TRAUMSCHULE? GLOBUSKRAWALL – WER PROTESTIERT? «ZÜRCHER MANIFEST» – WOFÜR STEHEN WIR EIN? Darüber hinaus bietet das Thema zahlreiche Anknüpfungsmöglichkeiten für weiterführende Projekte oder Vertiefungen: – Besuch von Schauplätzen des Zeitgeschehens: Globusprovisorium, Polizeimuseum, Münsterhof (hier hielt 1969 erstmals eine Frau eine 1.-Mai-Rede) – Oral History • • «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAKEL DER RE VOLUTION » – – – SuS befragen Grosseltern, Verwandte und Bekannte über die Zeit von damals: Stellung der Frau, Mode, Musik, Politik SuS werden gebeten, Gegenstände aus der Zeit um 1968 mitzubringen, z. B. Kleidung von älteren Familienmitgliedern, Zeitungen, Bücher, Alltagsgegenstände usw. Vintage, Retro und Co.: SuS gehen gemeinsam der Frage nach, warum zurzeit Mode und Design der 1960er- und 1970er-Jahre wieder aktuell und beliebt sind und worin die Besonderheiten des «Stils» dieser Zeit bestehen. Rollenspiel/Podiumsdiskussion der Generationen: Waren die 1968er erfolgreich? SuS recherchieren vorab, inwiefern wichtige Forderungen der Protestbewegung vor 50 Jahren heute umgesetzt sind oder in welchen Bereichen es nach wie vor aus Sicht der 1968er Handlungsbedarf gäbe; in einem Rollenspiel könnten SuS in die Rolle damaliger Protestierender schlüpfen, die unsere heutige Situation hinterfragen und nach Antworten suchen. «Hätte es die 1968er nicht gegeben ?» SuS recherchieren, in welchen Bereichen unseres heutigen Lebens die Folgen der Jugendrevolte von damals besonders zu spüren sind. Aspekte könnten sein: Vielfalt der Lebenswege, Befreiung der Sexualmoral, Rollenverhältnis zwischen Mann und Frau, autoritäre/antiautoritäre Erziehung und ihre Folgen für heutige Erziehungsmodelle und die Gestaltung von Schule und Unterricht, Umwelt- und Antiatomkraftbewegung. einfache Aufgaben ** komplexe Aufgaben LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung 10 34 Medienverzeichnis Literatur und Links Sekundärliteratur Links Jakob Tanner, Geschichte der Schweiz im 20. Jahrhundert, München 2015, S. 381–420. Dossier des SRF: (letzter Zugriff: 28.6.2018). Beat Grossrieder, Das Jahr mit den Blumen im Haar. Der Summer of Love 1967 in Zürich, Zürich 2018. «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» Romana Leuzinger, Die 68er-Generation. Protest und Sehnsucht, elk Verlag, Winterthur 2017. Damir Skenderovic/Christina Späti, Die 1968er-Jahre in der Schweiz. Aufbruch in Politik und Kultur, Baden 2012. Zur Recherche von Quellen und zeitgenössischen Dokumenten, Fotos, Filmaufnahmen: Schweizerisches Sozialarchiv, Angelika Linke (Hg.), Der Zürcher Sommer 1968 zwischen Krawall, Utopie und Bürgersinn, Zürich 2008; eine digitale Übersicht dazu unter: Ingrid Gilcher-Holtey, Die 68er Bewegung. Deutschland, Westeuropa, USA (Becksche Reihe, Bd. 2183), München 2018. Christina von Hodenberg, Das andere Achtundsechzig. Gesellschaftsgeschichte einer Revolte, München 2018. GEO Epoche Heft 88/2018; 1968, erschienen am 1. April 2018. GEO Epochen Heft 91/2018; Der kalte Krieg, erschienen am 13. Juni 2018 Zur Kunst der 1968er Thomas Kellein (Hg.), 1968. Die Grosse Unschuld, Köln 2009. Andreas Beitin/Eckhart Gillen (Hgg.), Flashes oft the Future. Die Kunst der 68er oder Die Macht der Ohnmächtigen, Ausstellungskatalog zur gleichnamigen Ausstellung des Ludwig Forum Aachen ), erschienen auch bei zeitbilder/267677/flashes-of-the-future-die-kunstder-68er-oder-die-macht-der-ohnmaechtigen Schulbücher und Lehrmittel Regula Argast/Alexandra Binnenkade u. a., Viele Wege – eine Welt. Erster Weltkrieg bis Globalisierung (Menschen in Zeit und Raum 9), Schulverlag plus, Zürich 52014. Kap. 3, «Der Traum vom besseren Leben», S. 74–107. LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung 11 /34 «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» EUROPA LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung SCHWEIZ Timeline Erste «Antibabypille» kommt auf den Markt. Zunächst wird sie aber nur verheirateten Frauen verschrieben – nachdem ihre Ehemänner der Einnahme zustimmten. Die Zeitleiste gibt einen allgemeinen Überblick über die Ereignisse in der Zeit um 1968. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird in der Öffentlichkeit zunehmend über das «Überfremdungsproblem» durch die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte diskutiert. Die DDR-Regierung beginnt mit dem Bau der Berliner Mauer. In den folgenden Monaten werden alle Grenzgebiete zur Bundes republik mit militärischen Sicherungsanlagen versehen, um die Flucht aus der DDR nach Westdeutschland zu verhindern. 12 /34 USA 1961 1963 13. August WELTWEIT Durch Volksabstimmung wird im Kanton Zürich die Einführung des Frauenstimmrechts abgelehnt. Der Bundesrat verfügt erstmals, dass die Zahl der ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch Kontingente beschränkt wird. Kurt Georg Kiesinger wird Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Der Aufstieg des früheren NSDAP-Mitglieds ist für die Ausserparlamentarische Opposition ein Beweis dafür, dass der Nationalsozialismus in der BRD längst nicht besiegt sei. 1965 Februar Gründung der Kommune 1 in West-Berlin. Die Kommune 1 war eine politisch motivierte Wohngemeinschaft, die zum Vorbild zahlreicher WGs der Studentenund Protestbewegung dieser Zeit wird. 1966 1967 Mai 10. November 20. November 1. Januar Die USA entsenden erstmals offiziell Kampftruppen in den Bürgerkrieg in Vietnam. Sie unterstützen das Regime in Südvietnam, da sie befürchten, dass der kommunistische Norden sich nach einem Sturz der südvietnamesischen Regierung in ganz Südostasien ausbreiten könnte. In China beginnt die Kulturrevolution unter Mao Zedong, der damit seine Macht sichern will. Hunderttausende Funktionäre, Intellektuelle und Künstler werden verfolgt, gefoltert und umgebracht. Offiziell für beendet erklärt wurde die Kulturrevolution erst mit Maos Tod im Jahr 1976. EUROPA LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung SCHWEIZ «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» Die Rolling Stones spielen ihr erstes Konzert in der Schweiz. Im Anschluss an das Konzert kommt es zu Ausschreitungen des Publikums, das die Bestuhlung des Hallenstadions kurz und klein schlägt. Minirock-Demo vor dem Café Odeon in Zürich. Der Odeon- besitzer verbietet jungen Frauen den Eintritt im Minirock. In Mini- Jupes und mit Transparenten protestieren Frauen medienwirksam vor dem Odeon. In Bern findet die Ausstellung «Sciene fiction» statt. Gezeigt werden Zukunftsbilder von Künstlerinnen und Künstlern des Neuen Realismus und der Pop-Art. Der persische Schah Reza Pahlewi besucht als offizieller Staatsgast West-Berlin. Der Schah steht einerseits für Modernisierung, und andererseits ist er ein brutaler Machthaber, der im Umgang mit kritischen Menschen keine Gnade kennt. Das gibt den Anlass für zahlreiche Demonstrationen. 13 /34 1967 14. April Sommer 2. Juni 5.–10. Juni 12. Juli 8. Juli – 17. Sep. In Newark, New Jersey, beginnen schwere Unruhen zwischen weissen und afroamerikanischen Bürgerinnen und Bürgern, die sich über den gesamten Süden der USA ausbreiten. Menschen mit dunkler Hautfarbe wehren sich gegen die Benachteiligung und Diskriminierung in den USA. USA WELTWEIT 6. Juli Die langjährigen Auseinandersetzungen zwischen Israel und den arabischen Staaten Ägypten, Syrien und Jordanien eskalieren zum «Sechstagekrieg». Die Israelis erobern den Gaza-Streifen, die Sinai-Halbinsel in Ägypten, das Westjordanland und die Golan-Höhen in Syrien. Beginn des Biafra-Kriegs in Nigeria. Während seines dreijährigen Verlaufs kommen etwa zwei Millionen Menschen, grösstenteils Kinder, ums Leben. In die Auseinandersetzungen mischen sich Grossbritannien, die USA, Portugal, Frankreich und China ein, zum Beispiel, indem sie militärische Unterstützung leisten. 21. Oktober Weltweit kommt es zu Massendemonstrationen gegen den Vietnamkrieg. Die grösste Protestaktion mit rund 250 000 Teilnehmern findet in Washington vor dem Verteidigungsministerium statt. Die Maxime der Hippies: «Make Love, Not War». «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» SCHWEIZ Spanische Studenten treten an den Universitäten von Barcelona, Compostela, Malaga und Sevilla in den Streik. EUROPA LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung Besetzung des Lehrerseminars Locarno. Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer fordern eine Reform der Unterrichtsmethoden, Demokratisierung der Stunden pläne und Anerkennung eines Schülerparlaments. Die berühmteste Band der Welt, die Beatles, zieht sich nach Rishikesh zurück zu Guru Maharishi Mahesh Yogi, um zu sich selbst zu finden. Im Anschluss entsteht das «White Album», ihre meistverkaufte Schallplatte. Kurz darauf löst sich die Band auf. Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Studierenden in Italien. 14 /34 1968 16. Januar 16. Februar 1. März 8. März In Warschau protestieren Studenten gegen die Verhaftung von Kommilitoninnen und Kommilitonen. Die Universität wird gewaltsam geräumt, worauf es zu tagelangen Strassenschlachten kommt. Bei weiteren Streiks in Warschau und Danzig schliessen sich Arbeiter und andere Einwohner den Protestierenden an. 8.–15. März 16. März 17. März USA In London demonstrieren über 20 000 Menschen gegen den Vietnamkrieg. WELTWEIT Die US-Army verübt in dem südvietnamesischen Dorf My Lai ein Massaker, dem über 500 Zivilisten zum Opfer fallen, darunter viele Kinder und Greise. «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» SCHWEIZ EUROPA LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung In Genf wenden sich Gruppen um das Maison des jeunes et de la culture von Saint-Gervais in Demonstrationen gegen die traditionelle Kulturpolitik und fordern mehr finanzielle Mittel für die alternative Kultur. Studentenführer Rudi Dutschke wird bei einem Mordanschlag in West-Berlin schwer verletzt. Das Attentat führt in vielen Teilen der Bundesrepublik zu Demonstrationen und teilweise blutigen Auseinandersetzungen mit der Polizei; in München gibt es zwei Tote. Der tschechoslowakische Präsident und Stalin-Anhänger Antonin Novotny tritt zurück. Sein Nachfolger Alexander Dubcek markiert durch zahlreiche Reformen, zum Beispiel die Abschaffung der Zensur und der Gewährung der Reisefreiheit für die Bürger, den Beginn des so genannten Prager Frühlings. Osterunruhen: Zehntausende gehen in West-Berlin, Hamburg, Frankfurt, München, Essen und anderen Städten auf die Strasse. 15 /34 1968 22. März 1. April 4. April 11. April 11.–18. April USA Der Bürgerrechtler Martin Luther King wird in Memphis (Tennessee) erschossen. WELTWEIT Zehntausende Arbeiter und Studenten protestieren in Brasilien gegen die Militärdiktatur unter General Arturo da Costa Silva. 29. April Jimi Hendrix spielt in Zürich. Im Anschluss an das Konzert kommt es zu Krawallen und Auseinandersetzungen mit der Polizei. Wegen seiner dunklen Hautfarbe wird ihm der Eintritt in eine Diskothek verweigert. Nach blutigen Auseinandersetzungen zwischen demonstrierenden Studenten und der Polizei wird die Pariser Universität Sorbonne geschlossen. In den folgenden Tagen schliessen sich die Arbeiter mit einem Generalstreik den Studentenprotesten an. Europaweit erfahren die französischen Proteste grosse Solidarität. Mai Das Hippie-Musical «Hair» feiert am New Yorker Broadway Premiere. 3./10./13. Mai 31. Mai «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» SCHWEIZ Bei einem Konzert in Belgrad kommt es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Studenten und Polizisten. Einen Tag später besetzen Tausende Studenten die Universität in Belgrad. In unmittelbarem Anschluss an den Globus-Krawall formuliert eine überparteiliche Gruppe Intellektueller im «Zürcher Manifest» einen Forderungskatalog an den Zürcher Stadtrat. Im Centre Le Cobusier organisieren sie eine sechstägige «permanente Diskussion» zu gesellschafts politischen Themen. Papst Paul VI. verbietet mit der Enzyklika «Humanae vitae» Katholiken jede Schwangerschaftsverhütung, auch den Verheirateten. Der «Prager Frühling» wird gewaltsam durch den Einsatz militärischer Truppen des Warschauer Pakts beendet. 25. Juni 21. August EUROPA LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung Der «Globusskandal» in Zürich bildet den Auftakt für Unruhen zwischen Jugendlichen und der Polizei. Gefordert wird die Errichtung eines autonomen Jugendzentrums in dem leer stehenden Kaufhaus «Globus». Vorangegangen waren Krawalle nach Konzerten der Rolling Stones und von Jimi Hendrix. 16 /34 1968 2. Juni 3. Juni 6. Juni 21. Juni 29./30. Juni WELTWEIT USA Die Feministin Valerie Solanas schiesst mehrere Male auf Andy Warhol. Er überlebt das Attentat schwer verletzt. 6. August Der Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei, Robert Kennedy (Bruder von Präsident John F. Kennedy), stirbt, nachdem er am Tag zuvor mitten im Wahlkampf von einem Attentäter angeschossen wurde. Mit «Bobby» stirbt die Hoffnung, das Land zu einen und den Vietnamkrieg zu beenden. In Rio de Janeiro eskalieren anhaltende Auseinandersetzungen zwischen Studenten und dem Militärregime. Eine Studentin wird von der Militärpolizei bei einer Anti-Vietnam-Demonstration vor der US-Botschaft erschossen. Mehr als 30 000 Studenten fordern bei einer Demonstration in Mexiko-Stadt die Freilassung von Hunderten verhafteter Kommilitonen und Hochschulreformern sowie eine Demokratisierung des mexikanischen Staats. Die Demonstration wird vom Militär brutal aufgelöst. 4.–9. September «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» SCHWEIZ Eine Gruppe junger Frauen und Männer stürmt die 75-Jahr-Jubiläumsfeier des Zürcher Frauenstimmrechtsvereins und protestiert mit einem Sit-in: «Wir sollten nicht jubilieren, sondern protestieren!» Diese Störaktion gilt als Auftakt der neuen, provokativen Frauenbewegung in der Schweiz. Erstmals tritt der Frauenbefreiungsbund (FBB) bei einer Kundgebung für das Frauenstimmrecht in der Öffentlichkeit auf. Der FBB gründet sich sich Ende 1968 im Zuge der Studentenrevolten. Es folgten Gründungen in weiteren Städten der Schweiz, die sich lose vernetzen. Franco, Diktator von Spanien, verhängt nach Studentenunruhen den Ausnahmezustand über das ganze Land. Inbetriebnahme des ersten Kernkraftwerks der Schweiz: Beznau-1. Charles de Gaulle tritt nach einem gescheiterten Referendum und den Folgen der Pariser Mai-Unruhen als Staatspräsident zurück. EUROPA LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung Der Betrieb des Farbfernsehens wird mit der Livesendung «Holiday in Switzerland» aufgenommen. 17 /34 WELTWEIT USA 1968 1969 1. Oktober 2./17. Oktober 24. Oktober 10. November 21. November 24. Januar Heftiger Polizeieinsatz an der Universität Berkeley gegen demonstrierende Studenten. Anlass der Proteste ist der Entzug der Lehrerlaubnis für den afroamerikanischen Schriftsteller und führenden Sprecher der «Black Panther Party», Eldridge Cleaver. Vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Mexiko-Stadt schiessen Soldaten auf Demonstranten. Während der Siegerehrung strecken die Athleten Tommie Smith und John Carlos ihre schwarz behandschuhten Fäuste als Symbol der Black-Power-Bewegung empor, daraufhin werden sie aus der Mannschaft suspendiert. Es kommt zu heftigen Studentenunruhen in der Stadt El Mansura (nördlich von Kairo), als Schüler von zwei Oberschulen gegen ein neues Schulgesetz demonstrieren. Die Polizei geht gegen die Demonstranten mit Gewalt vor. Als Reaktion darauf gehen in Kairo, Assiut und Alexandria Zehntausende Studenten auf die Strasse. 1. Februar 28. April 17. Juli «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» SCHWEIZ Nationalrat James Schwarzenbach legt ein Gesetz vor, dass den Anteil von Ausländern in der Schweiz auf maximal 10 begrenzen soll. Die «Schwarzenbach-Initiative» wird mit 54 in der Abstimmung abgelehnt. Doch immerhin gibt es sieben Kantone, in denen mehrheitlich mit Ja gestimmt wird. Die Schweizer Männer nehmen die Einführung des Stimm- und Wahlrechts für Frauen auf eidgenössischer Ebene in einer nationalen Volksabstimmung an. Der Entscheid fällt mit 66 Ja-Stimmen, bei einer Stimmbeteiligung von 58 %. 18 /34 1969 1970 1971 18. Juli 23. Juli 15.–18. August 7. Juni Mai 7. Februar USA Die US-Astronauten Neil Armstrong und Edwin Aldrin betreten als erste Menschen den Mond. WELTWEIT Zum ersten Mal dürfen auch Frauen an einer Nationalratswahl teilnehmen. Es werden 10 weibliche Abgeordnete ins Parlament gewählt. Gründung der RAF (Rote Armee Fraktion) in Westdeutschland. Sie wird für 33 Morde an Führungskräften aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, Entführungen, Geiselnahmen, Banküberfälle und Sprengstoffattentate mit über 200 Verletzten verantwortlich gemacht. EUROPA LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung Demonstranten machen in Basel ein Sit-In auf den Tramgleisen, um für einen kostenlosen Nahverkehr zu demonstrieren. Die Demonstration wird von der Polizei aufgelöst. 31. Oktober Jimi Hendrix, Janis Joplin, Joe Cocker und und viele mehr treten am Musikfestival in Woodstock auf. Mit fast einer Million Besuchern ist es das bis dahin grösste Massentreffen junger Leute. Woodstock wird zum Synonym für den Bruch mit den tradierten gesellschaftlichen Normen und Werten. Quellen: teilweise zitiert nach: 1968. Die grosse Unschuld, Dumont 2009. Und Die 68er-Generation. Protest und Sehnsucht, elk Verlag, 2017 (25.04.2018) (26.04.2018) (26.04.2018) (26.04.2018) (23.05.2018) Stell dir vor Imagine theres no heaven Its easy if you try No hell below us Above us only sky Imagine all the people Living for today Stell dir vor, es gäbe kein Himmelreich Es ist ganz leicht, wenn dus versuchst Keine Hölle unter uns Über uns nur Himmel Stell dir vor, alle Menschen Leben nur für das Hier und Jetzt Imagine theres no countries It isnt hard to do Nothing to kill or die for And no religion, too Imagine all the people Living life in peace Stell dir vor, es gäbe keine Staaten Das ist gar nicht so schwer Nichts, wofür man tötet oder stirbt Und auch keine Religion Stell dir vor, alle Menschen Leben einfach nur in Frieden You, you may say Im dreamer But Im not the only one hope someday you will join us And the world will be as one Du sagst vielleicht, ich sei ein Träumer Aber ich bin nicht der Einzige Ich hoffe, eines Tages schliesst du dich uns an Und die ganze Welt wird eins sein Imagine no possessions wonder if you can No need for greed or hunger brotherhood of man Imagine all the people Sharing all the world Stell dir vor, es gäbe keinen Besitz Es nimmt mich wunder, ob du das kannst Kein Grund für Gier oder Hunger Alle Menschen in Brüderlichkeit Stell dir vor, alle Menschen Teilen sich die Welt You, you may say Im dreamer But Im not the only one hope someday you will join us And the world will live as one Du sagst vielleicht, ich sei ein Träumer Aber ich bin nicht der Einzige Ich hoffe, eines Tages schliesst du dich uns an Und die ganze Welt wird eins sein John Lennon, 1971 Anfang des Jahres 1971 schrieb John Lennon den Song «Imagine». Im September wurde er auf dem gleichnamigen Album veröffentlicht. Sofort wurde das Lied ein grosser Hit. Viele Menschen verstanden den Text als einen Aufruf zum friedlichen Zusammenleben, und der Song wurde zur Hymne der Friedensbewegung. Doch der im Lied beschriebene Traum einer Gesellschaft ohne Religion, Nationalstaaten und Privateigentum stiess auch auf Kritik. Auch heute noch zählt das Lied zu den Klassikern der Popmusik. Als im Jahr 2004 das US-Musikmagazin Rolling Stone eine Liste mit den «500 besten Songs aller Zeiten» veröffentlichte stand «Imagine» von John Lennon auf dem dritten Platz.1 Aufgaben 1. Lies den Songtext sorgfältig durch. Könnten Menschen deiner Meinung nach so zusammenleben? Würdest du in einer solchen Gesellschaft leben wollen? Begründe deine Antwort. 2. Seit 1968 hat sich die Welt verändert. Ist diese Welt heute, von der John Lennon in seinem Lied träumt, näher, als sie es damals war? 3. Unsere Ausstellung trägt den Titel «Imagine 68 – Das Spektakel der Revolution». Formuliere Ideen dazu, warum die Ausstellungsmacher diesen Titel gewählt haben. Findest du ihn für das Thema «1968» passend? 4. Suche mindestens drei Objekte in der Ausstellung, die deiner Meinung nach zu dem Songtext passen. Stelle diese Objekte in einem kurzen Steckbrief vor und begründe, warum du sie ausgewählt hast. 1 Nach: did3031820/1fpz8hj/index.html und songtext-imagine-129673.html (3.5.2018). LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung 19 34 KM1 «Imagine» «IMAGINE» – WIRKLICH VORSTELLBAR? «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» «IMAGINE» – WIRKLICH VORSTELLBAR MAKE LOVE – NUR DUMME SPRÜCHE Aufgaben 2. 3. «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» 4. Vervollständige die Zitate, indem du das passende Ende suchst. Wie wirken diese Zitate auf dich? Sprechen sie dich an – oder findest du sie ganz veraltet und unwichtig? Suche einen Satz heraus, der auch heute noch passt, und erkläre den aktuellen Zusammenhang in Stichworten. Welches Zitat gefällt dir besonders gut, welches findest du besonders blöd? Begründe deine Antwort. Finde in der Ausstellung Objekte, die zu diesen beiden Sprüchen passen. 1. Du hast keine Chance, 10. Stell dir vor, es ist Krieg 2. Eine Frau ohne Mann 11. Traue keinem 3. Euch die Macht 12. Unter dem Pflaster 4. High sein, frei sein 13. Wenn eine Gesellschaft alle Abenteuer zerstört, dann ist das einzige Abenteuer, das noch bleibt, 5. Keine Macht 6. 14. Wer kämpft, kann verlieren; wer nicht kämpft, 15. Wer zweimal mit derselben pennt, Macht kaputt, 7. Make love 8. Nonsens statt 9. Ratschläge LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung a) b) c) d) e) f) g) h) i) j) k) l) m) n) o) 20 34 – uns die Nacht. darum nutze sie! für niemand! gehört schon zum Establishment. hat schon verloren. ist wie ein Fisch ohne Fahrrad. Konsens. liegt der Strand. not war. sie selbst zu zerstören. sind auch Schläge. Terror muss dabei sein. über dreissig. und keiner geht hin. was euch kaputt macht. KM2 1. MAKE LOVE – NUR DUMME SPRÜCHE? In der Zeit um 1968 gab es viele Protestslogans, Sprüche auf Plakaten, Liedtexte und andere Zitate. Sie wurden auf Wände gesprüht, in Liedtexten verarbeitet, auf Flugblätter gedruckt oder in Artikeln und Büchern verwendet. Bei vielen Zitaten ist nicht bekannt, von wem sie ursprünglich stammen. 1976 Annette Tison und Talus Taylor Auch in Kinderbüchern aus der damaligen Zeit lässt sich diese Haltung finden. Im Bilderbuch Barbapapas Schule wird erzählt, wie die Barbapapas, grosse, freundliche farbige Wesen, die ihre Gestalt ändern können, die bisherige Schule erleben – und verändern wollen: «Die Eltern und der Schuldirektor sind über das schlechte Benehmen der Schüler erschüttert. Sie wollen etwas dagegen tun. Manche Eltern denken, dass sie die Kinder streng bestrafen müssten. Barbapapa ist damit gar nicht einverstanden. Er meint, dass Kinder gern lernen, aber nur das, was ihnen Spass macht. Manche Kinder mögen Musik gern, andere interessieren sich mehr für Tiere. Barbapapas Meinung gefällt dem Schuldirektor nicht, denn seine Kinder lieben alles Technische, er aber will, dass sie später einmal Schuldirektor werden, so wie er. Barbapapa macht den Vorschlag, den Unterricht neu zu gestalten: In den Schulstunden soll nur das vorkommen, was den Kindern Spass macht. Barbarella gibt Tanzstunden. Nicht nur Mädchen machen mit, auch Jungen haben Spass am Tanzen. In Barbabos Malstunde darf jeder an die Wände malen, was er will und so gut er kann. Aber auch beim besten Unterricht müssen die Kinder zwischendurch tüchtig toben können. In Barbapapas Schule gibt es für Spiel und Sport täglich eine Doppelstunde. Barbaletta kümmert sich darum, dass die Kinder lesen und schreiben lernen. Es gibt bei ihr nur LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung kurze Stunden. Sobald sie merkt, dass die Kinder ermüden, hört sie mit dem Unterricht auf. Kein Wunder, dass alle von Barbapapas Schule begeistert sind! Mathematik macht von nun an Spass, weil es weder Klassenarbeiten noch Hausaufgaben gibt. Die Kinder zeichnen Figuren an die Tafel und spielen mit Dreiecken, Vierecken und Kreisen. Das Rechnen ist gar nicht wichtig – es sei denn, jemand will es von sich aus. Die Kinder sind sehr glücklich, und Barbapapa ist froh darüber.» Aufgaben 1. 2. 3. 4. 5. Fasse in (möglichst) einem Satz zusammen, was die Besonderheit an Barbapapas Schule ist. Denke dir drei weitere Vorschläge zum Unterricht und Alltag in Barbapapas Schule aus. Welche Vorteile und welche Nachteile könnte es haben, Schülerin oder Schüler in Barbapapas Schule zu sein? Würdest du gern auf diese Schule gehen? Begründe deine Antwort. Das Ideal der 68er in der Bildung war die «antiautoritäre Erziehung». Recherchiere und erkläre den Begriff. Folgt Barbapapas Schule der antiautoritären Erziehungsidee? Begründe deine Antwort. Es wird immer wieder gesagt, die 68er-Bewegung habe Folgen bis in unsere heutige Zeit. Erkläre mithilfe des Textes (und, wenn möglich, auch mit Objekten aus der Ausstellung), was die 1968er im Bereich von Bildung und Erziehung bis in unsere heutige Zeit verändert haben. Text gekürzt aus: Annette Tison (Text)/Talus Taylor (Illustrationen), Die Barbapapa-Schule, erstmals erschienen 1970; Neuauflage Atlantis Verlag, Zürich 2007. 21 34 KM3 Ende der 1960er-Jahre stellten junge Leute vieles infrage, was sie in ihrer Umwelt und Gesellschaft erlebten. Besonders die Kindererziehung und die Schule standen im Mittelpunkt der Kritik. Dort galt bisher, dass Eltern und Lehrerinnen und Lehrer sehr streng mit ihren Zöglingen umgehen sollten; es war erlaubt, Kinder auch mit Schlägen zu bestrafen. Kinder sollten brav und angepasst sein, fleissig lernen, ordentlich gekleidet sein und vor allem nicht aus der Reihe tanzen. BARBAPAPAS SCHULE – (D)EINE TRAUMSCHULE? «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» BARBAPAPAS SCHULE – (D)EINE TRAUMSCHULE? GLOBUSKRAWALL – WER PROTESTIERT? Globuskrawall Zürich (29./30. Juni 1968): Tafel «Aktionskomittee Jugendzentrum ruft zur Diskussion auf», Jugendlicher auf dem Dach einer Verkehrsinsel. Sozialarchiv Zürich Aufgaben Schau dir in der Ausstellung die Fotos vom Globuskrawall und den Protesten in Zürich im Jahr 1968 an. In der Ausstellung sind vor allem die Schaulustigen zu sehen, auf den hier abgebildeten Fotos siehst du auch viele Protestierende. 1. Beschreibe, wie die Schaulustigen und die Protestierenden aussehen, wie sie gekleidet sind und was sie tun. 2. Damals galten diese protestierenden jungen Menschen, oft Studentinnen und Studenten und Schülerinnen und Schüler, als Aufwiegler und gefährliche Unruhestifter. Kannst du dir erklären, warum sie so wahrgenommen wurden? Begründe. 3. Warst du schon einmal an einer Demonstration? Wenn ja: Wofür oder wogegen wurde dort demonstriert? Wenn nein: Gibt es ein Thema, für das du demonstrieren würdest, z. B. Umweltschutz, Krieg, Baumassnahmen, mehr Rechte und Schutz für Minderheiten, Menschenrechte ? LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung Globuskrawall Zürich (29./30. Juni 1968): Demonstrierende auf den Tramgeleisen. Sozialarchiv Zürich Globuskrawall Zürich (29./30. Juni 1968): Einsatz von Feuerwehrschläuchen, nasse Demonstranten. Sozialarchiv Zürich 22 34 KM4 Viele junge Menschen waren Ende der 1960er-Jahre unzufrieden mit den gesellschaftlichen Umständen in der Schweiz. Unter dem Eindruck zahlreicher Demonstrationen weltweit regte sich immer mehr Widerspruch und Widerstand. Zu ersten Krawallen war es nach Konzerten der Rolling Stones im April 1967 und von Jimi Hendrix im Mai 1968 gekommen. Der Globuskrawall in Zürich in der Nacht vom 29. zum 30. Juni 1968 wurde zu einem Höhepunkt der Unruhen zwischen Jugendlichen und der Polizei. Gefordert wurde die Errichtung eines autonomen Jugendzentrums in dem leer stehenden Kaufhaus Globus nahe des Hauptbahnhofs. Die Strassenschlachten und Protestkundgebungen wurden zwar von der Polizei, teils auch mit Wasserwerfern und Schlagstöcken, beendet, doch die Unzufriedenheit der Jugendlichen blieb. GLOBUSKRAWALL – WER PROTESTIERT? «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» Globuskrawall Zürich (29./30. Juni 1968): Demonstranten, Passanten. Sozialarchiv Zürich «ZÜRCHER MANIFEST» – WOFÜR STEHEN WIR EIN? 2. 3. Informiere dich in der Ausstellung über die «Sechs Tage Zürcher Manifest». Sieh dir die Plakate und Texte des «Zürcher Manifests» an. Sammle in Stichworten, was die Menschen damals beschäftigte und was sie verändern wollten. Prüfe die Forderungen auf den Plakaten und Texten, die vor 50 Jahren formuliert wurden. Haben sich die Wünsche der «68er» erfüllt? Hat sich in den angesprochenen Bereichen in unserer Gesellschaft etwas verändert? Wofür setzt du dich ein? Was ist dir wichtig? Wofür würdest du demonstrieren, protestieren, dich einsetzen? Entwirf ein Plakat oder schreibe einen Text dazu. KM5 1. 1/5 Aufgaben Veranstaltung im Zusammenhang mit dem «Zürcher Manifest»: Gruppe von Teilnehmern, vor der Wandzeitung diskutierend. Sozialarchiv Zürich Veranstaltung im Zusammenhang mit dem «Zürcher Manifest»: Mann am Mikrofon, Gruppe von Zuhörenden. Sozialarchiv Zürich LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung 23 34 «ZÜRCHER MANIFEST» – WOFÜR STEHENWIR EIN? «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» Während des Globuskrawalls waren in Zürich viele Jugendliche auf die Strasse gegangen. Zwar demonstrierten sie zunächst vor allem für ein autonomes Jugendzentrum. Doch es ging ihnen um viel mehr. Sie wollten die Gesellschaft verändern. Aus diesem Grund schloss sich eine überparteiliche Gruppe Intellektueller auf Initiative des Künstlers und Grafikers Gottfried Honegger zusammen. Gemeinsam verfassten sie im «Zürcher Manifest» einen Forderungskatalog an den Zürcher Stadtrat. Im Centre Le Cobusier organisierten sie eine «permanente Diskussion» zu gesellschaftspolitischen Themen, während der die Forderungen gesammelt werden. Zahlreiche Plakate, Collagen und Zeichnungen entstanden, die während der sechstägigen Protestaktion ausgehängt wurden. 2/5 KM5 Sozialarchiv Zürich Sozialarchiv Zürich LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung 24 34 «ZÜRCHER MANIFEST» – WOFÜR STEHENWIR EIN? «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» Sozialarchiv Zürich «ZÜRCHER MANIFEST» – WOFÜR STEHENWIR EIN? KM5 3 /5 «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» Sozialarchiv Zürich Sozialarchiv Zürich LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung 25 34 Sozialarchiv Zürich LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung 26 34 «ZÜRCHER MANIFEST» – WOFÜR STEHENWIR EIN? KM5 4 /5 «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» Sozialarchiv Zürich LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung 27 34 «ZÜRCHER MANIFEST» – WOFÜR STEHENWIR EIN? KM5 5 /5 «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung 1. 2. 3. 4. 5. 28 34 Nachfolgend findest du Definitionen für sechs Kunstströmungen, die in der Zeit um 1968 wichtig waren. Welche Definition passt zu Body-Art, Fantastischer Realismus, Fluxus, Fotorealismus, Konzeptuelle Kunst und PopArt? Trage die sechs Begriffe richtig ein. In der Ausstellung sind Kunstwerke dieser Strömungen vertreten. Ordne die sechs abgebildeten Objekte je einer Kunstrichtung zu. Finde in der Ausstellung zu den genannten Kunstrichtungen noch weitere Objekte. Den Künstlerinnen und Künstlern der damaligen Zeit war es wichtig, mit ihren Betrachterinnen und Betrachtern in Kontakt zu treten und sie durch ihre Werke zu provozieren, zu berühren; sie wollten eine politische Botschaft ausdrücken oder auf Missstände in der Welt aufmerksam machen. Suche ein Kunstobjekt in der Ausstellung, das bei dir eine solche Reaktion auslöst. Erkläre, warum du dich besonders angesprochen fühlst. Nicht jedes Kunstwerk ist einfach zu deuten. Gibt es in dieser Ausstellung ein Kunstobjekt, das du nicht genau verstehst? Diskutiere mit deinen Kolleginnen und Kollegen, und versucht herauszufinden, was der Künstler oder die Künstlerin damit ausdrücken wollte. 1/3 Aufgaben KM6 Viele junge Menschen in den 1960er-Jahren zweifelten an der Gesellschaft, am Wohlstand, der in Europa und Nordamerika nach dem Zweiten Weltkrieg rasch zunahm, und an den vielen veraltet erscheinenden Werten und Normen. Diese kritische Sicht brachten sie nicht nur bei Demonstrationen, Protestaktionen oder Sit-ins zum Ausdruck, sondern auch in der Kunst. Kunstschaffende dieser Zeit nahmen die Forderung nach Befreiung von alten Regeln und Normen sehr ernst. Sie entwickelten eine Vielzahl von neuen künstlerischen Konzepten und führten den vielleicht grössten kulturellen Wandel in der Kunstgeschichte herbei. Das Ziel war eine völlige Neuausrichtung der Kunst. Kunst wurde radikal, politisch, und das künstlerische Individuum sollte im Mittelpunkt stehen. Die Künstlerinnen und Künstler wollten, dass Kunst für alle und überall stattfinden konnte. Sie lehnten eine Einordnung nach bestimmten «Stilen» ab, die es in früheren kunstgeschichtlichen Epochen gab. Dennoch entwickelten sich verschiedene Strömungen der Kunst, von denen viele auch in unserer Ausstellung vertreten sind. Ein paar davon kannst du jetzt genauer kennenlernen. BEFREIUNG DER KUNST BEFREIUNG DURCH KUNST? «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» BEFREIUNG DER KUNST BEFREIUNG DURCH KUNST? ist die Verkürzung von «popular art» («volkstümlicher Kunst»). Sie entstand in den 1950er-Jahren in Grossbritannien und den USA und wurde in den 1960er-Jahren zur wichtigsten Kunstrichtung weltweit. Die Pop-Art entdeckte die Werbung und Unterhaltungsindustrie, wie zum Beispiel Comics, Werbeplakate, Bildreportagen, Superstars aus Film und Showbusiness, ja sogar Verkehrsschilder für ihre Kunst. Diese wurden durch Vergrösserungen, Wiederholungen, neue Farbgebungen mit grellen, leuchtenden Farben oder durch Wiedergabe nur eines kleinen Ausschnitts verfremdet. ist eine Kunstform, in der nicht die konkrete Umsetzung eines Kunstwerks im Mittelpunkt steht, sondern in der die Idee, also das Konzept des Künstlers oder der Künstlerin, entscheidend ist. Deshalb ist die künstlerische Ausführung von konzeptuellen Kunstwerken unwichtig. Dagegen erstellten die Kunstschaffenden Skizzen, Gegenstände oder Skulpturen, die eigentlich noch unfertig scheinen. Oft werden sie durch Texte ergänzt, um die Idee des Kunstwerks zu verdeutlichen. Das Kunstwerk selbst soll dann in der Vorstellungskraft des Betrachters entstehen. LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung 2/3 KM6 entwickelt sich Ende der 1960er-Jahre. Diese Kunstwerke rücken den Körper des Künstlers oder der Künstlerin selbst in den Mittelpunkt. Dabei wird der Körper Teil des Kunstwerks, indem der Künstler oder die Künstlerin die Körperoberfläche bemalt, verhüllt oder sogar verletzt. Diese Körperaktionen werden meist durch Filmaufnahmen oder Fotos dokumentiert. Rudolf Schwarzkogler, Aktion mit eigenem Körper (6. Aktion), 1966, S/W-Fotografie, 46/0 Bild 26. Foto mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien Dieter Meier, This man will not shoot, 1971, Originaldokumente und Fotografien auf Papier Grieder Contemporary AG. Küsnacht/Zürich 29 34 BEFREIUNG DER KUNST BEFREIUNG DURCH KUNST? «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» Andy Warhol, Marilyn, 1967, Siebdruck auf Papier, 114/250, Privatsammlung, Zürich, The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. /2018, ProLitteris. Zurich entwickelte sich aus dem Surrealismus, also einer Stilrichtung, in der Künstler wie Salvador Dali mit traditionellen Maltechniken überwirkliche, oft Traumwelten malten. Diese Kunstströmung bringt verfremdete und oft auch erotische Bilder hervor. ist eine Bezeichnung für Kunstwerke, die als Öloder Acrylbilder auf Leinwand gemalt wurden, aber wie Fotos wirken. Meist entstehen sie, indem Fotografien auf eine Leinwand projiziert und dann nachgemalt werden. Dabei werden auch fotografische Effekte wie z. B. verschiedene Tiefenschärfen oder Überbelichtungen im Bild übernommen. Diese Kunstrichtung entwickelte sich in den 1970er-Jahren in den USA. Sie will unsere Wahrnehmung der Realität hinterfragen, denn die Bilder wirken auf den ersten Blick realistisch, doch erheben sie zugleich keinerlei Anspruch auf eine wirklichkeitsgetreue Darstellung. LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung 3 /3 KM6 leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet wörtlich «fliessend» und «vergänglich». Zugleich kann es im medizinischen Sinn aber auch «fliessende oder flüssige Entleerung» bedeuten. Die Künstlerinnen und Künstler dieser Bewegung stellen den fliessenden Übergang zwischen Kunst und Leben, aber auch Kunst und Vergänglichkeit in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Diese «Anti- Kunst» wendet sich gegen professionelle Kunstausübung; Kunst soll kein Konsumgut oder Ware sein, die den Kunstschaffenden den Lebens unterhalt sichert. Stattdessen soll Fluxus-Kunst eine soziale und gesellschaftspolitische Bedeutung haben, die Ästhetik dagegen steht im Hintergrund. Dieter Roth, Literaturwurst «Die Welt», 1969, Zerhacktes Exemplar der Zeitung «Die Welt» in zu Wurst geformter Plastikhülle, Streifband, Bündner Kunstmuseum Chur, Schenkung Hans und Hildi Müller, Pontresina, Dieter Roth Estate. Courtesy Hauser Wirth Franz Gertsch, Vietnam, 1970, Acryl auf ungrundiertem Halbleinen, Hess Art Collection. Bern, Franz Gertsch 30 34 BEFREIUNG DER KUNST BEFREIUNG DURCH KUNST? «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» H. R. (Hans Ruedi) Giger, Gebärmaschine, 1967, Tusche auf Transcop Papier. Privatbesitz F. Burger KUNST DER GEGENSÄTZE – NUR EINE PROVOKATION? In der Zeit um 1968 wird die Kunst politisch. Sie thematisiert oft soziale, gesellschaftliche oder politische Konflikte. Künstlerinnen und Künstler wollen provozieren und aufrütteln. Oft tun sie das durch sehr drastische, kontrastreiche Darstellungen. «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» 3. 4. 5. KM7 2. Finde die skizzierten drei Objekte und ergänze die Zeichnung, so gut du kannst. Erkläre in zwei bis drei Sätzen für jedes Kunstwerk, worin deiner Meinung nach der Gegensatz, Kontrast oder die Provokation besteht. Welches Kunstwerk weist auf Konflikte hin, die auch heute noch bestehen? Begründe deine Entscheidung. Finde in der Ausstellung ein weiteres Objekt, das provokant oder aufrüttelnd ist. Skizziere es. Erkläre, worin deiner Meinung nach die Aussage des Werks besteht. Gibt es an deinem Wohnort Kunst im öffentlichen Raum, oder kennst du ein zeitgenössisches Kunstwerk? Beschreibe es und versuche, dessen Bedeutung zu erklären. KUNST DER GEGENSÄTZE – NUR EINE PROVOKATION? 1. 1/2 Aufgaben LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung 31 34 LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung 32 34 KUNST DER GEGENSÄTZE – NUR EINE PROVOKATION? KM7 2/2 «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» LÖSUNGEN KM2 AUFGABE 1 «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» Du hast keine Chance, Eine Frau ohne Mann Euch die Macht High sein, frei sein Keine Macht Macht kaputt, Make love Nonsens statt Ratschläge Stell dir vor, es ist Krieg Traue keinem Unter dem Pflaster darum nutze sie! 01b ist wie ein Fisch ohne Fahrrad. 02f – uns die Nacht. 03a Terror muss dabei sein 04l für niemand! 05c was euch kaputt macht. 06o not war. 07i Konsens. 08g sind auch Schläge. 09k und keiner geht hin. 10n über dreissig. 11m liegt der Strand. 12h Wenn eine Gesellschaft sie selbst zu zerstören. alle Abenteuer zerstört, dann ist das einzige Abenteuer, das noch bleibt, Wer kämpft, kann verlieren; wer nicht kämpft, Wer zweimal mit derselben pennt, 13j hat schon verloren. 14e gehört schon zum Establishment. 15d LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung 33 34 Flugblatt Berlin Ton Steine Scherben (Politrock-Band) Graffiti, Paris Mai 68 Pop-Art Fluxus ist die Verkürzung von «popular art» leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet wörtlich «fliessend» und «vergänglich». In der Ausstellung: Zwei Siebdrucke von Andy Warhol (Mao und Marilyn) In der Ausstellung: • Joseph Beuys • George Brecht • Robert Filliou mit Optimistic Box n 1, 1968 • Claes Oldenburg: «Ich bin für eine Kunst, die politisch-erotisch-mystisch ist, die etwas anderes tut, als auf ihrem Arsch in einem Museum zu sitzen.» • Dieter Roth mit Schimmelbild, 1967 und Literaturwurst, 1969 Body-Art entwickelt sich Ende der 1960er-Jahre «IMAGINE 1968. DAS SPEK TAK TEL DER RE VOLUTION» In der Ausstellung: Rudolf Schwarzkogler Konzeptuelle Kunst (Concept-Art) ist eine Kunstform, in der nicht die konkrete Umsetzung eines Kunstwerks im Mittelpunkt steht, sondern in der die Idee, also das Konzept des Künstlers oder der Künstlerin, entscheidend ist Fotorealismus ist eine Bezeichnung für Kunstwerke, die als Öl- oder Acrylbilder auf Leinwand gemalt wurden, aber wie Fotos wirken. In der Ausstellung: Dieter Meier Fantastischer Realismus entwickelte sich aus dem Surrealismus, also einer Stilrichtung, in der Künstler wie Salvador Dali mit traditionellen Maltechniken überwirkliche, oft Traumwelten malten In der Ausstellung: • Hugo Schuhmacher • Franz Gertsch, der seine Bilder von überdimensional vergrösserten Diapositiven abmalt und sich dabei auf die transparente Wiedergabe des Lichts, das die Gegenstände seiner Bilder in phosphoreszierende Farbwerte entmaterialisiert, konzentriert. In der Ausstellung: H. R. Giger mit den Werken «Gebärmaschine» und «Koffer-Baby» von 1967 LANDESMUSEUM ZÜRICH. Bildung Vermittlung 34 34 LÖSUNGEN KM6 AUFGABE 1 UND 2