Arbeitsblatt: Lesetext Dachs von Geolino

Material-Details

Lesetext Dachs von Geolino
Deutsch
Leseförderung / Literatur
5. Schuljahr
2 Seiten

Statistik

185856
92
0
10.01.2019

Autor/in

Véronique Imhof
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Der Dachs 7.12.18 Der Dachs ist ein europäisches Säugetier und bekannt für seine riesigen Dachsbauten. Diese bestehen aus zahlreichen Wohnkesseln und Tunneln von hunderten Metern Länge. Ausgewachsene Dachse erreichen eine Körperlänge von 64 bis 88 Zentimetern. Sie wiegen durchschnittlich 7 bis 14 Kilogramm. Die Weibchen werden nicht ganz so groß und schwer wie die Männchen. Ansonsten sehen sich beide Geschlechter sehr ähnlich. Sie haben einen gedrungenen, kräftigen Körper. Die Schnauze ist schlank und rüsselartig. Charakteristisch für den Dachs ist das schwarz-weiß gezeichnete Fell am Kopf. Dachsen steht ein breites Nahrungsangebot zur Verfügung. Je nach Jahreszeit ernährt er sich mehr von Kleinsäugern oder von pflanzlicher Nahrung wie Feldfrüchten und Beeren. Auch wirbellose Tiere wie Regenwürmer und Insekten zählen zu seiner Hauptnahrung. Dachse leben in komplexen Höhlen, die von der Familie über Generationen hinweg weiter ausgebaut werden. Die Dachsbaue bestehen aus zahlreichen Wohnkesseln, Tunneln und Schächten zur Belüftung. Daher ist der Dachs besonders in hügeligen Landschaften weit verbreitet. Anders als beim Fuchs stattet der Dachs seine Baue ausgiebig mit Laub und Gras aus. Nach einer Tragzeit von etwa 45 Tagen bringt das Weibchen zwei bis fünf Jungtiere zur Welt. In den 1970er Jahren wurden in Deutschland die Bauen von Rotfüchsen begast, um den Füchsen Herr zu werden. Dabei wurden auch die Dachsbestände enorm verkleinert. Seitdem ist die Zahl der Dachse aber wieder gestiegen. Doch auch aufgrund seines beliebten Fells ist der Dachs nach wie vor vom Menschen bedroht. Die ersten Tage der Dachskinder Tief unter der Erde kommen Dachskinder auf die Welt. Bis sie zum ersten Mal das Licht der Welt erblicken und an Gänseblümchen schnuppern, werden sie von ihren Eltern in der kuschligen Höhle versorgt. Ist die Luft rein? Vorsichtig lugt das Dachsmännchen in der Dämmerung aus seinem Versteck. Durch die dichte Laubschicht sind nur die weißen Spitzen seiner Ohren zu erkennen. Zum Schutz vor Feinden hat der Dachs seinen unterirdischen Bau in der Nähe von Brennnesseln errichtet so kommt ihm niemand freiwillig zu nah. Denn obwohl der Dachs selbst ein Raubtier ist und sich seinen Bau in den Wäldern häufig mit Füchsen teilt, fürchtet er sich vor Wölfen und Braunbären. Doch er kann nicht länger warten der Hunger überwiegt! Schließlich war der Dachs während der kalten Wintermonate in seinem Bau und hat von Futterreserven gezehrt. Nach der langen Winterruhe, in der der Dachs unter der Erde viel geschlafen hat, während es draußen regnete und stürmte, ist es jetzt Zeit für frische Kost: Beeren, Eicheln und Pilze stehen auf seinem Speiseplan. Mit seiner feinen Nase erschnüffelt er seine Beute. Da der Dachs schlecht sehen kann und keine Farben erkennt, hilft ihm seine Spürnase, Regenwürmer, Mäuse und Schnecken aufzufinden. Obwohl er mit seinen kurzen Beinen schnell laufen und sogar schwimmen kann, geht der ruhige Geselle dabei nicht auf die Jagd, sondern sammelt einfach alles auf, was ihm vor die Schnauze kommt. Im Sommer ist der Wald für Dachse ein Schlaraffenland. Hat sich der Dachs den Magen vollgeschlagen, geht es schnell wieder zurück in seinen Bau, den er dank der hinterlassenen Duftmarken schnell wiederfindet. Bis zu fünf Meter tief graben die Tiere mit ihren langen Krallen Höhlen in das Erdreich. Immer wieder reichen vereinzelte Gänge an die Oberfläche, um den Dachs unter der Erde mit Sauerstoff zu versorgen. Durch einen versteckten Eingang rutscht das Dachsmännchen in seinen Bau, wo es schon ungeduldig von seiner Familie erwartet wird. Dachse sind ihrem Partner ein Leben lang treu. Im März wurde ihr Nachwuchs nach einer achtmonatigen Tragzeit geboren. Gerade einmal zwölf Zentimeter groß sind die jungen Dachskinder, die von einem dünnen, weißen Fell bedeckt sind. Die Wärme der Höhle und ihrer Eltern schützt sie vor dem kalten Winter. Nach fünf Wochen haben die Kleinen bereits ihre Augen geöffnet und erkunden ihre gemütliche Kinderstube. In der Zeit stehen die jungen Dachse noch unter der Obhut ihrer Eltern. Die Entwicklung der Kleinen geht jetzt aber schnell voran. Nachdem sie vier Monate von der Mutter gesäugt und vom Vater mit der ersten festen Kost versorgt wurden, ist es jetzt an der Zeit, die geschützte Höhle zu verlassen. Ungeduldig laufen die jungen Maskierten an den großen Dachsen vorbei und beschnuppern zum ersten Mal das frische Gras und die ersten Gänseblümchen. Während die männlichen Nachkommen ein Jahr nach ihrer Geburt ausziehen und sich einen neuen Bau suchen, bleiben die Weibchen meist im elterlichen Zuhause und bauen dieses sogar noch an so entsteht häufig ein Labyrinth mit bis zu 100 Meter langen Gängen. Ein einmal errichteter Bau wird so über viele Generationen von der Dachsfamilie bewohnt. Daher geben sich Dachse große Mühe bei der Innenausstattung ihrer Höhlen. Mit Laub und Gras polstern sie die Gänge, damit es die Kleinen warm und kuschelig haben. Doch zu dieser Zeit steht auch Frühjahrsputz auf dem Plan. So wird der Dachsvater nicht nur nach draußen geschickt, um Futter zu holen, sondern auch, um die Blätter immer wieder nach draußen zum Lüften zu bringen. Schließlich soll es drinnen gemütlich bleiben.