Arbeitsblatt: schweizerisches Frauenstimmrecht

Material-Details

Die Schweiz seit 1945 / unterschiedliche Rollenerwartungen / Die Frau in Beruf und Politik: Soziale Frage
Pädagogik und Psychologie
Gesellschaft
9. Schuljahr
1 Seiten

Statistik

186349
77
0
24.01.2019

Autor/in

martin bütikofer
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Martin Bütikofer Lernset zum Thema: Das Frauenstimmrecht in der Schweiz, 9. Schuljahr (Niveau Bezirksschule, Niveau Sekundarschule) Grobziel aus dem Lehrplan: Die Schweiz seit 1945 unterschiedliche Rollenerwartungen Die Frau in Beruf und Politik: Soziale Frage.1 Thema Teilgebiet Das Frauenstimmrecht in der Schweiz Lernziele Ich kann ein Bild anhand von vorgegebenen Kriterien beschreiben. Ich bin fähig aus verschiedenen Medien Folgerungen in Bezug zum Thema (Frauenstimmrecht) abzuleiten. Mir wird bewusst, wie die politischen Verhältnisse um 1970 waren und kann einen Bezug zu meinem Alltag herstellen. Ich weiss über den Gegensatz pro und contra (Frauenstimmrecht) Bescheid und kann diese anhand der Medien (Bilder, Zitate und Filme) aufzeigen. Ich habe eine Vorstellung darüber, welche Auswirkungen das Abstimmungsresultat für die Frauen in der Schweiz mit sich brachte. 1 27.11.2007. 1 Martin Bütikofer Auftrag 01) Frauenstimmrecht nein! Original Plakattext 02) Frauenstimmrecht nein! Mueter, wenn chunsch hei? 03) Zitate: Argumentationen Contra Die Frau gehört ins Haus zu Mann und Kind (diese These wurde nicht mit der Abwertung sondern mit der Achtung der Frauen unterlegt. Politik sei ein zu schmutziges Geschäft für Frauen) Wenn die Frau Politisiert, „verwildern die Kinder und es herrscht Chaos in Bezug zur Erziehung unserer Schweizer Jugend. Vorauszusehende negative Auswirkungen auf die Frauen (Verlust ihrer Weiblichkeit) Hardmeier Sibylle: Frühe Frauenstimmrechtsbewegung in der Schweiz (1945-1970) Argumente Strategien Netzwerk und Gegenbewegung Zürich 1997. 04) Filmausschnitt SF: Markus Herzig, Präsident der Schweizerischen Vereinigung der Abstimmungsgegner. 2 Martin Bütikofer Aufträge Niveau Auftrag 1 Welche Aussagen haben diese vier Medien (Plakat 01, Plakat 02, Zitate 03 und Filmausschnitt 04), bzw. was wollen sie dir mitteilen? (Überlegt in Zweiergruppen und haltet zu jedem Medien zwei Sätze fest) Auftrag 2 Diskutiert eure Assoziationen (Gefühle) zur gelesenen, resp. Gesehenen Wahlpropaganda, schreibt sie in kurzen Sätzen auf. Auftrag 3 Beschreibe das klassische Rollenbild der Frau aus Sicht eines: a) Abstimmungsgegners b) Abstimmungsbefürworters (Überlege zu und je drei treffende Merkmale und schreibe sie auf) Beschreibe eine Person (Alter, Geschlecht, Beruf, Wohnort, Hobbies Familienverhältnis), die nein stimmte und eine Person die ja stimmte. Auftrag 4 Wie müsste für dich eine Befürworter und Abstimmungsgegnerkampanie aussehen? Unterteilt die Klasse in zwei Gruppen: (Pro und Contra) a) Zeichne auf einer A3 Seite ein „Pro und „Contra Plakat (die Gruppe entscheidet sich für eine Argumentation: Pro oder Contra). b) Überlege dir Kernsätze (Zitate) „für und gegen das Frauenstimmrecht. c) Überlege dir eine kurze Wahlrede als Befürworter oder Gegner. Zeichne die Scene mit einer Filmkamera auf. Auftrag 5 Durch die Aufträge eins bis vier hast du dir ein „Expertenwissen angeeignet. Dadurch ist es dir möglich, mit den Erkenntnisse eine Ausstellung zusammenzustellen: Die zwei Klassengruppen (Pro und Contra) stellen je eine Ausstellung zusammen mit: a) gezeichneten Wahlplakaten b) Zitaten c) Wahlreden (Beamer und Lautsprecher) Die zwei Klassengruppen besuchen sich gegenseitig und tauschen in kleinen Gruppen ihre Meinungen, Resultate und Ergebnisse aus. 3 Martin Bütikofer Lösungsvorschläge zu Auftrag 1 Auftrag 1 (Lösung) Das traditionelle Rollenbild der Frau aus Sicht der Abstimmungsgegner um 1970: Die Frau gehört hinter den Herd Die Kinder brauchen eine Mutter Der Mann ist der Chef der Familie Bei allen fünf Medien steht eine Drohung im Raum: Wenn die Frauen stimmen dürften, ist die Familie gefährdet! (Kinder werden schlecht erzogen) Auftrag 2 (Lösung) Aus heutiger Sicht empfinden wir die Aussagen dieser Medien als ungerecht. Heute übernehmen Frauen in der Familie und im Beruf Verantwortung. In der Familiengemeinschaft hat die Frau Verantwortung. (Oberhaupt der Familie, Matriachat) Gefühle die zu erwarten sind: Frauen werden mit weinenden Kindern erpresst. Es ist ungerecht, dass die Frau in diese Mutterrolle gezwungen wird. Die Frau wird diskriminiert. Es ist eine Art Vergewaltigung der Frau zum Schweigen in der Öfentlichkeit. Die freie Meinungsäusserung (in Bezug zum Stimmrecht) ist ein Menschenrecht. Auch Männer können kochen und Kinder erziehen. Auftrag 3 (Lösung) a) Die Frau soll bei „Herd und Kind sein (Tradition). Der Mann ist das Oberhaupt der Familie. Die Frau kann besser Kinder erziehen. Es braucht also die Frau im Haushalt. Die Frau will sich nicht politisch betätigen, weil das der Mann besser kann. (wird durch die Erziehung begründet) b) Frau und Mann sind gleichberechtigt (in allen Belangen). Politik mit Mitwirkung der Frauen bereichert die Schweizerische Gesetzgebung. Freie Meinungsäusserung ist ein Menschenrecht Auftrag 4 (Lösung) a) Die Plakate sollen direkte Aussagen machen. Kleinere Details nur in Bezug zum Hauptthema. Die SchülerInnen können frei entscheiden, mit welchen Materialien sie die Plakate zeichnen (ev. Fächerübergreifend im Bildnerischen Gestalten). b) Die Zitate können mit dem Internet erarbeitet werden (Quellenangaben erforderlich). c) Die Wahlrede soll eine Minute dauern. Hier ist kein Internetzugang erlaubt. Die Rede kann in Stichworten, oder in Textform sein. 4 Martin Bütikofer Auftrag 5 (Lösung) Die Ausstellung ist für den Elternabend der betreffenden Klasse gedacht. Die verschiedenen aufgezeichneten Wahlreden können mit Kopfhörern abgespielt werden. Eine Alternative dazu wären mp3 Aufnahmen (ohne Bild). Die SchülerInnen stellen sich durch ihr Expertenwissen als „Austellungsberater zur Verfügung. Aufträge Niveau (Sek Niveau) Auftrag 1 Beschreibe diese vier Medien (Plakat 01, Plakat 02, Zitate 03 und Filmausschnitt 04). Um was geht es? Erkläre in drei Sätzen, wovon der Film und Plakate handeln. Beispiel: 05) Frauenstimmrecht ja Was siehst du? verschiedene Hände verschiedene Parteien Ziegelsteine (Bausteine) es wird gebaut An was, oder weshalb wird hier gebaut? Verschiedene Parteien bauen am Stimmrecht für die Frau. (bauen heisst: Werbung betreiben für ein „ja an der Urne) Was ist eine Partei? Eine politische Partei ist ein organisierter Zusammenschluss, um ihre definierten Ziele in der Politik zu verwirklichen (definieren heisst abmachen). 5 Martin Bütikofer Auftrag 2 Welche Argumente nannten die Schweizer 1969, die gegen das Stimm- und Wahlrecht der Frauen waren? Schreibe drei Gründe auf, die du aus dem Film und den Plakaten erfährst. Warum sind diese Medien – abgesehen vom angeschriebenen Wort „nein – gegen das abstimmen der Frau? Diskutiert zu zweit und haltet die Resultate schriftlich fest. Beispiel: Plakat 05 „für das Frauenstimmrecht Parteien müssen zusammenhalten. „Wir bauen (mit den Ziegelsteinen) ein ja. Zusammen sind wir stark (in Bezug zu Frauen, Männer und Familie). Die Frauen bringen Farbe (bereichern) in die Politik. (Begründet durch die verschiedenen leuchtenden Farben auf dem Plakat) Auftrag 3 Suche im Internet im Lager der Abstimmungsbefürworter: a) Eine Aussage einer Person, der für das Frauenstimm- und Wahlrecht ist. Schreibe den Satz auf und schreibe dazu, wer diesen Satz sagte oder schrieb. b) Suche ein Plakat, das das Frauenstimmrecht befürwortet und zeichne es ab. c) Schreibe nun selber eine Rede, in der du für das Frauenstimmrecht wirbst. Beispiel: Rede, gegen das Frauenstimmrecht2 „Meine Damen und Herren, als Mann bin ich gegen das Frauenstimmrecht. Drei Gründe möchte ich dazu ansprechen: 1. Wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, steht ein warmes Nachtessen auf dem Tisch. 2. Meine Kinder haben durch Mithilfe meiner Frau ihre Schulaufgaben gemacht. 3. Meine Frau hat die Wohnung blitzsauber geputzt und hat dadurch Zeit, einen Pullover (für mich) zu stricken. Diese drei Beispiele beweisen, dass meine Frau ausgelastet ist. Während ich in den Männerchor gehe, wartet sie geduldig bis ich nach Hause komme und betreut inzwischen unsere Kinder. Ich denke, dass in meiner Familie die Aufgabenteilung perfekt gelöst ist. Sehen sie, meine Damen und Herren, meine Frau hätte gar keine Zeit sich politisch zu betätigen. Ich bin überzeugt, usw Auftrag 4 Stelle mit den erarbeiteten Resultate und Materialien ein Vortrag von fünf Minuten zusammen. Gestalte nun ein Wahlplakat zu einer Kopftuchinitiative. Sollen Frauen in der Schweiz ein Kopftuch im öffentlichen Gebäuden tragen dürfen oder nicht. Das Plakat hat ein Bild, einen Werbeslogan und sagt wie man stimmen muss. 6 Martin Bütikofer 2 Eigener Text: Verfasst in „Schülersprache Auftrag 1 (Lösung) a) Schweizerische Abstimmungskampanie der Gegner b) Die Frauen in der Schweiz dürfen um 1970 nicht abstimmen. Die Frauen können sich Politisch nicht betätigen (wählen lassen). Die Frauen gehören zu Herd und Kind (Abstimmungsgegner). Auftrag 2 (Lösung) Die Frauen haben einen klaren „Familienauftrag: Kinderbetreuung Hausarbeit (Waschen usw.) Verantwortung für die Familie allgemein (zu Hause). 3Ks (Kinder, Kirche, Küche) Auftrag 3 (Lösung) a) Pro – Abstimmungszitate: Das Abstimmen ist ein Menschenrecht b) Frauenstimmrechtsbefürworter Plakat: Beispiel 1 c) Frauenstimmrechtsbefürworter: Beispiel 2 06) Bsp. 1: Frauenstimmrecht ja! Titel: Zum Schutz der Jugend und der Schwachen Bsp. 2: (06) Filmausschnitt SF: Prominente Männer für das Frauenstimmrecht Auftrag 4 (Lösung) 7 Martin Bütikofer Der Vortrag sollte ca. fünf Minuten lang sein. Zeitangabe zu zweit: 10 Min. Im Gegensatz zu Niveau kann dieser Vortrag Klassenintern vorgetragen werden. Weiterführende Lektionen: Das Stimm- und Wahlrecht im Kanton Appenzell 07) Nebelspalter Titelseite vom 25. April 1985 08) Filmausschnitt SF Titel: Appenzellerinnen wollen keine Mitbestimmung 09) Filmausschnitt SF Titel: Knappe Ablehnung des Frauenstimmrechts im Kanton Appenzell 10) Radio DRS (mp3) Titel: Stimmrecht für die Appenzeller Frauen 8 Martin Bütikofer 9