Arbeitsblatt: AB_Die Musik in der Renaissance

Material-Details

Kurze Geschichte über die Musik in der Renaissance (Eigenschaften)
Musik
Musikgschichte
7. Schuljahr
3 Seiten

Statistik

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26.01.2019

Autor/in

Ivan Scaparra
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

AB Renaissance Musik Die Musik in der Renaissance Das Wort «Renaissance» hat seinen Ursprung in der italienischen Sprache. Dort heisst es «rinascita» und bedeutet Wiedergeburt – die Wiedergeburt des Geistes und der Ideale der Antike. Heute verstehen wir unter Renaissance die Epoche (Zeitspanne) der beginnenden Neuzeit. Davor war es nicht so wichtig, welcher Künstler etwas komponiert, geschrieben, gebaut oder gemalt hatte, es galt nur das Werk selber. Und das Werk sollte am Besten immer Gott gewidmet sein. Ab der Renaissance jedoch zählte auch die Person hinter dem Kunstwerk. So kannte man plötzlich die Namen der Erbauer wichtiger Kirchen oder Paläste und man wusste, wer ein musikalisches Stück geschrieben hatte. Vor der Renaissance waren Künstler meistens als Diener der Kirche oder eines Adelshauses am Werk, danach begannen sie, finanziell unabhängig ihrer Arbeit nachzugehen. Dies war möglich, weil Städte aufblühten, in denen Handel betrieben wurde, in denen Waren hergestellt wurden, die eine unabhängige Lebensform von der Kirche sicherten. Die Menschen wandten sich auch von der Kirche ab, weil so viele von ihnen an der Pest gestorben waren und die, die überlebt hatten, sich mehr auf ihr eigenes Leben als auf ihre Religiosität konzentrieren wollten. Die Renaissance war das Zeitalter der Neugierde: Bücher und Noten konnten erstmals in grösserer Menge hergestellt werden, da der Buchdruck von Johannes Gutenberg erfunden worden war. Zuvor musste jedes Schriftstück von Hand abgeschrieben werden, wodurch es meistens nicht sehr viele Ausgaben von einem Werk gegeben hatte und Bücher ein seltener und teurer Luxus waren. Mit der neuen Druckertechnik konnten viele Werke, darunter auch die Bibel und Ablassbriefe, für viele Menschen gedruckt werden. Ablassbriefe waren sogenannte Schuldscheine, wo Menschen, die Sünden begannen hatten, sich von diesen durch eine Spende an die Kirche freikaufen konnten. Martin Luther veröffentlichte 1517 seine berühmten 97 Thesen ( Annahmen) gegen diese Ablassbriefe. Ihm war der Gedanke, dass Menschen nach Lust und Laune Sünden begehen durften, so lange sie der Kirche nur genug Geld zahlten, zuwider. Er erklärte der katholischen Kirche den Krieg, was zur Spaltung der Kirche in katholische und protestantische Kirche führte. Nahm man im Mittelalter noch an, dass die Erde im Mittelpunkt des Universums stünde und sich alles um Gott drehe, so änderte sich die Weltanschauung in der Renaissance, indem Galileo Galilei feststellte, dass sich die Erde und alle Planeten um die Sonne drehten (Heliozentrismus). Die Vertreter der Kirche und der Religion waren entsetzt und auch erbost, wie es jemand wagen konnte, Gott aus dem Mittelpunkt alles menschlichen Denkens zu entfernen. Das Schwächen des göttlichen Ansehens verstärkte auch immer mehr den Eindruck, dass der Mensch das Mass aller Dinge war. Das neue Weltbild wird kopernikanisches (nach Kopernikus), heliozentrisch («helios» bedeutet auf griechisch Sonne) oder anthropozentrisch (auf griechisch bedeutet «anthropos» Mensch; «centrum» auf lateinisch Mittelpunkt) genannt. Davor sprach man vom ptolemäischen (nach dem griechischen Mathematiker Ptolemäus), geozentrischen ( erdzentriert) oder theozentrischen ( Gott steht im Mittelpunkt) Weltbild. 1 AB Renaissance Musik Da sich nun der Mensch von Gott unabhängiger fühlte und wichtiger nahm, begann man auch, auf die Erziehung und Ausbildung der Kinder (damals vorwiegend der Söhne) zu achten. Handwerksberufe nahmen ihre Form an. Frauen war der Zugang zu Bildung generell nicht erlaubt. Ihre Ausbildung bestand darin, auf ein Leben als Mutter und Hausfrau vorbereitet zu werden. In der Malerei und Bildhauerei versuchte man, Eleganz, Schönheit und Stil in jedem Werk darzustellen. Wenn etwas nicht die perfekte Masse hatte, so wurden diese in den Kunstwerken ausgebessert, um zum Beispiel den idealen Menschen darzustellen. Zugleich wollte man aber auch alle Details in den Malereien zeigen, so dass die Proportionen, also die Grössenverhältnisse, stimmten. Die berühmtesten Künstler waren Michelangelo, Raffael, Albrecht Dürer und Leonardo da Vinci, der auch die Skizze des berühmten «Vitruvianischen Menschen» verfasste. In dieser Skizze wird ein Mensch mit ausgestreckten Armen und Beinen gezeigt, die in einen Kreis bzw. in ein Quadrat passen und somit die richtigen Grössenverhältnisse (Proportionen) veranschaulichen. In der Literatur fingen die Schriftsteller an, Bücher zu drucken und viele Menschen damit zu erreichen. Das Interesse am Lesen stieg auch bei den Menschen ausserhalb der Klosters. Die bedeutendsten Schriftsteller der Renaissance waren Dante Alighieri, Giovanni Boccaccio, Erasmus von Rotterdam oder William Shakespeare. Dennoch blieb die Bildung immer noch nur den gehobenen Gesellschaftsschichten vorbehalten, da diese ihre Kinder unterrichten liessen. In der Musik war es erstmals so, dass die Komponisten ihren Namen unter die Werke schrieben und ihrem Publikum bekannt wurden. Auch war die Musik nicht mehr rein für kirchliche Zwecke geschrieben, sondern dazu gedacht, den Menschen Freude zu machen und sie zu unterhalten. Kunstliebende Adelige zahlten Komponisten dafür, dass sie für sie Werke schrieben. Das nannte man «Mäzenatentum» und die Förderer «Mäzen». War der Gesang von der Renaissance oft einstimmig im Stille der gregorianischen Gesänge des Mittelalters, entwickelten sich nun die verschiedenen Stimmlagen (Sopran, Alt, Tenor, Bass) und es wurde mehrstimmig (polyphon) gesungen. Wurden zwei Stimmen gleichberechtigt gesungen oder gespielt und unterlag nicht eine Stimme einer führenden Melodie, so nannte man das Kontrapunkt. Orlando di Lasso war ein Meister dieser Technik. Die beliebteste musikalische Form der Renaissance war das Madrigal – ein Musikstück für mindestens drei Stimmlagen, meistens ohne Instrumentenbegleitung und mit Texten aus dem Leben. War ein Komponist für seine Madrigale bekannt so wurde er in viele Länder 2 AB Renaissance Musik eingeladen, diese vorzutragen. Die schönsten Madrigale entstanden in Italien, wo sich auch viele Musiker hinbegaben, um diese Kunst von den wahren Meistern zu erlernen. Claudio Monteverdi fügte dem Madrigal auch noch Begleitungsmusik dazu, so entstand die erste frühe Form der heutigen Oper. Geschickte Handwerker bauten schöne und gut klingende Instrumente und konnten so als Instrumentenbauer ihren Lebensunterhalt verdienen. Beliebte Musikwerke konnten in Notenform gekauft und nachgespielt werden. Immer mehr Menschen erlernten ein Instrument und spielten die schöne Musik nach. Durch Kompositionslehre konnten die Musik auch besser erklärt und gedeutet werden. Unter den wichtigsten Komponisten der Renaissance finden sich: John Browne, Antoine Busnoys, William Byrd, John Downland, Giovanni Gabrieli, Carlo Gesualdo, Clément Janquin, Josquin Desprez, Orlando di Lasso, Luca Marenzio, Jakob Obrecht, Johannes Ockeghem, Giovanni Pierluigi da Palestrina, Cyprian de Rore, Thomas Tallis, Johannes Tinctoris, Tomás Luis de Victoria. 3