Arbeitsblatt: Dossier Leben mit technischen Revolutionen

Material-Details

Dossier zu Zeitreise 2
Geschichte
Neuzeit
8. Schuljahr
19 Seiten

Statistik

186783
216
11
09.02.2019

Autor/in

Corinne Good
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

LEBEN MIT TECHNISCHEN REVOLUTIONEN Leben mit technischen evolutionen Name: 2 Prüfungster min: LEBEN MIT TECHNISCHEN 3 REVOLUTIONEN LEBEN MIT TECHNISCHEN REVOLUTIONEN Lernziele Technische Revolutionen Ich kenne das jeweilige Hauptmerkmal der drei technischen Revolutionen. Ich weiss zu welchen drei Zeitpunkten jeweils eine neue technische Revolution einsetzte. AB 0 Seite 3 AB 1 Seite 4 AB 2 Seite 6 AB 3 Seite 8 AB 4 Seite 10 AB 5 Seite 12 AB 6 Seite 14 AB 7 Seite 16 AB 8 Seite 18 Aufbruch ins Industriezeitalter Ich kenne die folgenden Begriffe: Heimarbeit, Verlagssystem. Ich kann erklären wie eine Dampfmaschine funktioniert und kenne die dazugehörigen Begriffe. Ich verstehe den Zusammenhang zwischen den technischen Errungenschaften und dem Bevölkerungswachstum. Massenproduktion in Fabriken Ich kenne die folgenden Begriffe: Massenproduktion, Industrialisierung. Ich kenne die Biografie von Caspar Honegger und kann erklären weshalb er eine Beispielsfigur für die Industrialisierung ist. Die Fabrikarbeit schafft Probleme Ich kenne die Probleme, die durch die Fabrikarbeit entstanden sind. Die Zweite Technische Revolution Ich kann die Zweite Technische Revolution erklären und kenne Beispiele von Erfindungen aus dieser Zeit. Die kann die Begriffe „Aktie und „Aktiengesellschaft erklären. Suche nach einem besseren Leben Ich weiss, was unter dem Begriff Wirtschaftsflüchtlinge zu verstehen ist. Ich kann erklären, warum Leute ausgewandert sind und weiss in welches Land sie gegangen sind. Erst der Anfang? Ich habe eine Meinung zu Roboter im Alltag und kann sie begründen. Ich kann die Veränderung eines Berufes im Laufe der Zeit darstellen. Statistiken auswerten Ich kann ein Diagramm verstehen. Ich verstehe auch die Erklärungen zum Diagramm und bringe beides in einen Zusammenhang. Die Industrielle Revolution und die soziale Folgen Ich kenne die sozialen Folgen der Industrialisierung. Allgemein Ich kann Bilder oder schriftliche Quellen analysieren und in einen historischen Kontext setzen. Ich kenne die sozialen Folgen der Industrialisierung 4 LEBEN MIT TECHNISCHEN REVOLUTIONEN Technische Revolutionen 0 Fährst du Tram, statt zu Fuss zu gehen – dann ersparst du dir Muskelkraft. Siehst du fern – dann siehst du weiter als deine Augen blicken können. Telefonierst du mit dem Handy – dann musst du keine Nummern im Kopf haben. Seit jeher hat der Mensch Geräte konstruiert, die ihm mehr Möglichkeiten eröffnen, als ihm sein Körper bietet. In den letzten 250 Jahren wurden es so viele Möglichkeiten, dass man von „technischen Revolutionen spricht: Bei der Ersten (seit etwa 1770) ging es um die Erleichterung der Muskelarbeit, bei der Zweiten (seit etwa 1850) um die Erweiterung von Sehen, Hören und Sprechen und bei der Dritten (seit etwa 1970) um die Erleichterung der Denkarbeit. 5 LEBEN MIT TECHNISCHEN REVOLUTIONEN Aufbruch ins Industriezeitalter 1 Seit 250 Jahren häufen sich Erfindungen, die das Alltagsleben grundlegend verändern. Wir sprechen von „technischen Revolutionen. Diese begannen in Grossbritannien um 1770, in der Schweiz dreissig Jahre später. Verlagssystem Im 18. Jahrhundert wuchs in der Schweiz die Bevölkerung und der Boden ernährte nicht mehr alle Familien. So begannen ärmere Menschen, neben ihrer Bauernarbeit bei sich zuhause Baumwolle zu spinnen, zu weben, Uhrenteile herzustellen und Uhren zusammenzusetzen. Diese Arbeit zuhause wird Heimarbeit genannt. Die Rohstoffe erhielten die Heimarbeiter von Händlern in der Stadt. Ihnen lieferten sie die fertige Ware wieder ab. Dies ermöglichte den Heimarbeitern einen zusätzlichen Verdienst. Damit konnten sie Nahrungsmittel kaufen. Für diese Produktionsart wird auch der Begriff „Verlagssystem verwendet, weil die Händler Verleger hiessen. Heimarbeit Arbeit, die zuhause für einen auswärtigen Arbeitgeber verrichtet wird. Verlagssystem Produktion von Gütern in Heimarbeit. Im Zentrum steht der Verleger, der Rohstoffe liefert und Fertigprodukte abnimmt sowie vereinzelt die Arbeitsgeräte zur Verfügung stellt. Bevölkerungswachstum In reinen Bauernfamilien konnte jeweils nur der Hoferbe heiraten, und die ledigen Geschwister mussten ihm als Knechte oder Mägde dienen. In Heimarbeiterfamilien hingegen konnten die Söhne und Töchter leichter eine eigene Familie gründen. Denn es genügten eine Kammer und ein Spinnrad, um Geld zu verdienen. Auch die Aufklärung bestärkte die Menschen darin, das eigene Leben selbst gestalten zu wollen und eine Partnerschaft einzugehen. All das hatte zur Folge, dass die Bevölkerung rasch anwuchs. Dampfmaschine Ebenfalls die Aufklärung veranlasste Forscher und Tüftler, mit vorhandenen Geräten nicht einfach zufrieden zu sein, sondern sie zu verbessern. Die entscheidendste Erfindung gelang dem Schotten James Watt 1776. Er war unzufrieden mit den bisherigen Dampfmaschinen. Bei diesen drückte der Dampf den Kolben im Zylinder nur 6 LEBEN MIT TECHNISCHEN REVOLUTIONEN auf eine Seite weg; dann musste der Zylinder abgekühlt werden; die kalte Luft darin zog sich zusammen und sog den Kolben zurück. Watt hatte die Idee, den Dampf abwechslungsweise auf beiden Seiten des Zylinders einströmen zu lassen. Solche leistungsfähigen Dampfmaschinen trieben bald einmal viele Spinn- und Webmaschinen an und machten die Handarbeit der Heimarbeiter und vieler Handwerker wertlos. Deshalb mussten sie neue Arbeit in den Fabriken suchen. So begann das Industriezeitalter um 1770 in England, um 1800 in der Schweiz. Massenproduktion in Fabriken 2 Kannst du dir vorstellen, dass Autofensterscheiben von Hand mit einer Kurbel bedient wurden? Heute nehmen uns Maschinen jede kleinste Anstrengung ab. Das ist das Ergebnis einer Entwicklung, die vor 200 Jahren einsetzte: der Industrialisierung. Fabrik Dampfmaschinen erleichtern den Menschen die mühsame Muskelarbeit. In der Schweiz war es allerdings umständlich, die Kohle für die Dampfmaschinen zu 7 LEBEN MIT TECHNISCHEN REVOLUTIONEN beschaffen. Deshalb wurde auch die Wasserkraft an den Flussläufen genutzt. Kohle und Wasser produzierten viel Kraft. Damit konnten gleich mehrere Maschinen angetrieben werden. So entstand die Fabrik. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde zuerst das Spinnen, dann auch das Weben in der Fabrik verlagert. Weil die Maschinen repariert, weiterentwickelt oder neu erfunden werden mussten, wandelten sich einige Spinn- und Webfabriken zu Maschinenfabriken. Diese stellten auch Lokomotiven, Dampfschiffsmotoren, Automobile und später Turbinen her, welche zu den grössten von Menschen entworfenen Maschinen gehören. Fabrik Anlage, in welcher mithilfe von Fremdenergie (z.B. Strom) und Maschinen in Arbeitsteilung Produkte hergestellt werden. Massenproduktion Herstellung von Gütern in grosser Zahl. Massenproduktion Die Handwerker hatten früher auf Bestellung produziert, und die Bauern hatten ihre wenigen Produkte auf dem lokalen Markt verkauft. In Fabriken konnten hingegen grosse Mengen von Gütern produziert werden. So wurden zum Beispiel in der Schweiz im Jahr 1814 680 Tonnen Garn hergestellt, fünfzig Jahre später waren es bereits 9 700 Tonnen! Die Massenproduktion von Gütern begann. Diese Mengen konnten aber nicht mehr nur im Inland abgesetzt, d.h. verkauft werden. Schweizer Fabrikanten und Kaufleute reisten in alle Welt; gerade in Asien konnten sie ihre Produkte gut verkaufen, wenn die Qualität den hohen Preis rechtfertigte. So exportierte die Schweiz bereits im 19. Jahrhundert teure, qualitativ gute Produkte. Konkurrenz Die Schweizer Unternehmen mussten sich gegenüber der Konkurrenz behaupten: Grossbritannien, Deutschland oder die USA hatten in der industriellen Produktion einen Vorsprung. Auch in der Schweiz selbst standen die Unternehmen untereinander im Wettbewerb. Sie mussten deshalb günstig produzieren – und das ging zulasten der Arbeiter: Obwohl ihre Arbeitszeiten lang waren, verdienten sie nur Hungerlöhne. Industrialisierung Umstellung auf Massenproduktion in Fabriken mithilfe von Fremdenergie (z.B. Strom). 8 LEBEN MIT TECHNISCHEN REVOLUTIONEN Die Fabrikarbeit schafft Probleme 3 Zwei Dinge hat die Schule von der Fabrikarbeit übernommen: Sie verlangt, dass man pünktlich erscheint und dass alle ungefähr dasselbe lernen. Aber sonst gibt es doch beträchtliche Unterschiede. Familienleben In den Bauern- und Heimarbeiterfamilien 9 LEBEN MIT TECHNISCHEN REVOLUTIONEN arbeitete man dort, wo man wohnte. Als die Bevölkerung in Europa um 1800 stark anwuchs, suchten Frauen, Männer und Kinder in den Fabriken Arbeit. Doch nun trennte ein Arbeitsweg Arbeitsort und Heim. Das brachte verschiedene Nachteile mit sich: Der Arbeitsweg raubte Zeit, kleine und kranke Kinder waren nicht mehr versorgt, die Hausarbeit blieb liegen und musste von der Mutter nach dem strengen Arbeitstag erledigt werden. Fürs Kochen und Essen blieb wenig Zeit, sodass man sich einseitig mit Kartoffeln und billigem Kaffee ernährte. Ausbeutung der Arbeiter In den Fabriken konnten die Unternehmer den Familien ihre Bedingungen diktieren: lange Arbeitstage, tiefe Löhne, schlechte Sicherheitsvorrichtungen. Sie wollten möglichst hohen Gewinn erzielen und standen in Konkurrenz zueinander. Für die Arbeiter stellte die Fabrikarbeit eine massive Umstellung dar: Die Fabrikuhr bestimmte den Tagesablauf auf die Minute genau. Kinderarbeit In den Fabriken ersetzte die Maschine die Körperkraft der Männer. Bei den Frauen waren ihre Geschicklichkeit und Genauigkeit gefragt, bei den Kindern ihre Beweglichkeit. Weil für den Lohn aber immer noch die körperliche Leistung zählte, bezahlten die Unternehmer den Frauen und den Kindern weniger. Die Familien waren aber nicht nur auf den Lohn der Männer, sondern auch auf das Einkommen der Frauen und Kinder dringend angewiesen. Diese verschiedenen negativen Folgen der Industrialisierung für die Fabrikarbeiter bezeichnen wir als „Soziale Frage. Soziale Frage Sammelbegriff für die sozialen Probleme, die mit der Industrialisierung entstanden: Kinderarbeit, lange Arbeitszeiten, schlechte Wohnverhältnisse sowie Verelendung der Arbeiterschicht. Kinderarbeit Erwerbsarbeit von Kindern, wobei die Altersgrenze je nach Land unterschiedlich angesetzt ist. Es wird zwischen ausbeuterischer und gesetzlich geregelter Kinderarbeit unterschieden. 10 LEBEN MIT TECHNISCHEN REVOLUTIONEN Die Zweite Technische Revolution 4 Was wir jeden Tag benutzen, verdanken wir der Zweiten Technischen Revolution in der Zeit ab etwa 1850: elektrisch betriebene Geräte, viele Medikamente und erstaunlich viele Lebensmittel. Wissenschaft 11 LEBEN MIT TECHNISCHEN REVOLUTIONEN Praktiker hatten Dampf-, Spinn- und Webmaschine durch Experimentieren entwickelt. Seit etwa 1850 bestimmten forschende Wissenschaftler die technische Entwicklung: Sie entdeckten, wie sie Erdöl zu einem Treibstoff für bewegliche Motoren verarbeiten konnten. Sie entdeckten die nicht sichtbare Elektrizität als Antrieb für handliche Geräte, die elektromagnetischen Wellen für den Funkverkehr sowie die Verfahren zum Speichern von Tönen (Grammofon) und Bildern (Filmbilder). Mithilfe von Röntgenstrahlen und chemischen Modellen erforschten sie den lebenden Körper sowie seine Krankheiten, und sie entwickelten Medikamente gegen diese. Zu den natürlichen Lebensmitteln kamen solche hinzu, die chemisch verarbeitet oder gar neu konstruiert wurden. Für die Schweiz hiess dies: Neben der Maschinenund Textilindustrie in der Ostschweiz blühten die chemische Industrie in Basel und die Lebensmittelindustrie in der West- und Zentralschweiz auf. Ein Beispiel: Schokolade Schokolade wurde vor über 500 Jahren von Kolumbus nach Europa gebracht. Sie war ein Luxusprodukt, das die Reichen als Getränk schätzten. Im 19. Jahrhundert wurde entdeckt, wie sich Kakaobohne und Milch mechanisch zerlegen liessen. Aus beidem konnte Milchschokolade in fester Form und in grossen Mengen hergestellt werden. Damit wurde sie auch für untere Bevölkerungsschichten erschwinglich. Die milchreiche Schweiz exportierte dank der Eisenbahnen ihre Milch in Form von Milchpulver oder Milchschokolade. Beides liess sich leicht transportieren. Aktiengesellschaft Die Schokoladenfirma des Alexander Cailler in Broc im Greyerzerland zählte 188 gerade acht Angestellte, 1905 schon 1373. Der rasche Aufschwung verlangte nach neuen Fabrikationsanlagen und Niederlassungen im Ausland. So wandelte Cailler seine Privatfirma in eine Aktiengesellschaft um. Nun konnten vermögende Personen Wertpapiere (Aktien) der Firma kaufen; damit stellten sie Geld zur Verfügung und waren am Gewinn der Firma beteiligt. Viele Unternehmen wurden jetzt Aktiengesellschaften. Später, vor allem während Krisenzeiten, übernahmen noch grössere Firmen die Aktienmehrheit; so wurde auch die Firma Cailler 1929 eine Tochterfirma des Nestlé-Unternehmens. Aktie Wertpapier, das belegt, dass man am Kapital (Vermögen) einer Firma beteiligt ist. 12 LEBEN MIT TECHNISCHEN REVOLUTIONEN Aktiengesellschaft Ein Zusammenschluss von Personen, die ihrem Unternehmen Kapital (Geld) zur Verfügung stellen und dafür an dessen Ertrag (Gewinn) beteiligt sind. Suche nach einem besseren Leben 5 Die Schweiz ohne Zürich, Basel, Genf und Bern? Mehr Menschen, als diese vier grössten Städte im Jahr zählten, verliessen zwischen 1845 und 1918 die Schweiz: gut 400 000. Die meisten waren Wirtschaftsflüchtlinge. Verbreitet Armut und fehlende Chancen 13 LEBEN MIT TECHNISCHEN REVOLUTIONEN Vor 150 Jahren lebten die meisten Menschen noch nicht im Überfluss. Im Gegenteil, sie konnten sich kaum etwas sparen. Wirtschaftskrisen bedeuteten für sie Mangel, Hunger und Krankheit. Besonders schlimm war dies in den Jahren um 1850 und um 1880. Bauern hatten immer weniger Land zur Verfügung, Handwerker wurden durch die Industrie konkurrenziert. Für diese Menschen bot die Auswanderung einen Ausweg aus der Sackgasse. So wanderten zwischen 1845 und 1918 im Schnitt 5500 Menschen pro Jahr aus der Schweiz aus. Auswanderung In Amerika, insbesondere in den USA, waren Land und Arbeit leichter zu finden. Briefe von erfolgreichen Auswanderern motivierten die Menschen, Geld für die Überfahrt zusammenzusuchen, ihre Habe zu verkaufen und oft mit der ganzen Familie den Weg über den Atlantik zu wagen. Wirtschaftsflüchtling Anna Barbara Keller Jemand, aus wirtschaftlichen Motiven Anna Barbara Keller der (geb. auf eigene Initiative 1813) aus Hottwil (AG) musste in ein anderes Land Im Gegensatz zum in der Heimat nach dem frühen Tod ihrer Mutter dem Vaterzieht. auf dem verfolgten oder bedrohten Flüchtling hat er Bauernhof helfen – ohne Lohn. Zwei Brüder wanderten 1854 Recht auf Aufnahme (Asyl). und 1860 in die USA aus. Als der Vater starb,kein erbte sie etwas Geld, dreimal so viel wie die Überfahrt kostete. Aber als Frau konnte sie nicht frei darüber verfügen. Erst nach hartnäckigen Nachfragen bewilligte der Gemeinderat ihr die Ausgabe. Anna Barbara steckte ein weiteres Drittel ihres Vermögens ihrer Freundin vor, damit sie die Reise zusammen hätten unternehmen können. Bei ihrer Abschiedstournee durchs Dorf erhielt die Freundin allerdings ein Heiratsangebot – und blieb. Anna Barbara reiste also 1861 allein ab und fand Arbeit bei ihrem Bruder in Fremont. 1864 heiratete sie und erhielt endlich den Rest ihres Erbes vom Gemeinderat ausbezahlt. Drei ihrer fünf Söhne starben allerdings früh und der vierte betrog die Eltern. Anna Barbara Keller erkrankte mit 53 Jahren und verbrachte die Zeit bis zu ihrem Tod 1898 in einer Anstalt für Geisteskranke in den USA. Einwanderung Schon während die Auswanderung allmählich zurückging, nahm die Einwanderung in die Schweiz zu. Die Einwanderung aus Südeuropa zogen vor allem in die Städte, wo sie Fabrikarbeit und Arbeit auf dem Bau verrichteten. Inzwischen ist die Schweiz vom Auswanderer- zum Einwandererland geworden. 14 LEBEN MIT TECHNISCHEN 15 REVOLUTIONEN LEBEN MIT TECHNISCHEN REVOLUTIONEN Erst der Anfang? 6 An den Computer musst du dich immer noch setzen. Das Smartphone ist „mobil, du kannst es jederzeit zur Hand nehmen. Doch die Forschung versucht es uns noch einfacher zu machen. „Internet der Dinge Die elektronische Datenverarbeitung „schlüpft in Alltagsgegenstände, die auf diese Weise mit uns „kommunizieren. Die Verkehrsampel schaltet nicht mehr nach einem festen Rhythmus von Rot auf Grün, sondern „erkennt mit Sensoren im Asphalt, von wo der meiste Verkehr anrollt und wer schon am längsten wartet. Dahinter steckt eine komplexe Programmierung, die eine optimale Lösung für alle „sucht. Ja, die Alltagsgegenstände sollen sogar selbständig miteinander „kommunizieren können, etwa Autos beim Einparken, um einen Zusammenstoss zu vermeiden. Oder wir selber sollen Geräte nicht mehr mit unseren Händen bedienen, sondern mithilfe der Spracheingabe. Diese Entwicklung wird „Internet der Dinge genannt. Roboter werden Alltag Eine Vorstellung davon, wie sich Lebewesen und Elektronik miteinander verbinden, vermittelt die moderne Landwirtschaftstechnik: Ein Navigationssystem steuert den Traktor bei der Bestellung der Felder. Sensoren stellen für jede Fläche Düngerbedarf und Schädlingsbefallsrisiko fest, und ein Programm steuert die Dosierung der entsprechenden Mittel. Früher hatte im Stall die Melkmaschine das Melken übernommen. Nun ersetzt der Melkroboter die ursprüngliche Muskelarbeit des Landwirts. Er kann sich via Computer oder Smartphone über das Leben seiner Tiere informieren lassen. Sein Beruf wandelt sich. Robotik Technik, welche die Datenverarbeitung in die Geräte und Maschinen so zu integrieren versucht, dass diese möglichst selbständig funktionieren. Berufe verändern sich Die Fähigkeit, sich mit elektronisch gesteuerten Systemen zurechtzufinden, wird immer wichtiger. Einzelne Berufe sind inzwischen schon ausgestorben, wie 16 LEBEN MIT TECHNISCHEN REVOLUTIONEN etwa derjenige des Setzers. Der Setzer hatte den Text für den Druck vorbereitet. Heute kann jeder Computerbenutzer dank elektronischer Datenverarbeitung seine Texte weitgehend selbst gestalten. Die Dritte Technische Revolution hat erst begonnen und verändert viele Berufe. Dies gilt auch für Berufe, die sich mit Menschen befassen, wie im Gesundheitswesen, in der Ausbildung oder in der Seelsorge. Wie wird unser Alltag in zwei, drei Jahrzehnten aussehen, sei dies zuhause, im Beruf oder in der Freizeit? Statistiken auswerten Woher wissen wir das? 17 7 LEBEN MIT TECHNISCHEN REVOLUTIONEN Mit der Zweiten Technischen Revolution begann es den Menschen besserzugehen. Woher wissen wir das? Es gibt ja keine Dokumente, in denen die Menschen massenhaft geschrieben haben: „Es geht mir nun besser. Eine solche Erkenntnis wird möglich, wenn wir Zahlenreihen interpretieren, sogenannte Statistiken, die über verschiedene Lebensbereiche Auskunft geben. Sie werden oft als Tabellen oder Diagramme, siehe D1-D3, dargestellt. Haushaltsstatistiken Eine besonders wertvolle Quelle sind die Haushaltsstatistiken. Sie enthalten Zahlen zu Ausgaben und Einnahmen im Haushalt einer Familie. Vor allem die Frauen begannen im 19. Jahrhundert diese Zahlen in ihren Haushaltsbüchern genau aufzuschreiben. Sie wollten ihre Familien damit vor unüberlegten Ausgaben und vor Armut schützen. Statistiker errechneten aus solchen Zahlen zum Beispiel, welchen Anteil an den Lebenserwartung Ausgaben die Nahrungsmittel ausmachten. Lebensdauer, mit der ein Mensch in Wir können die Daten mit der heutigen einem bestimmten Alter im Situation vergleichen, siehe D2 und D3. Durchschnitt rechnen kann. 18 LEBEN MIT TECHNISCHEN REVOLUTIONEN Die industrielle Revolution und die sozialen Folgen 19 LEBEN MIT TECHNISCHEN REVOLUTIONEN Zu Beginn der Neuzeit: Dadurch erhöhte Nachfrage nach Produkten aller Art Produktion zu «langsam», darum zu teuer -- Absatzschwierigkeiten 17. Jahrhundert Auswanderung Beginn der industriellen Revolution (zuerst in England) Entstehen viele Personenarbeiten an einem Produkt (Handfabrik) Mit der Erfindung von Maschinen u. a. die Dampfmaschine (James Watt, 1969), die Spinn- und Webmaschine entsteht die Handwerker Mit Massenproduktion Bauern 19. Jahrhundert Ohne Eigentum, ohne Rechte, nur Muskelkraft ist gefragt, er wird ausgebeutet. Soziale Folgen wegen: Schlechte Arbeitsbedingungen Schlechte Lebensbedingungen Streik und Aufstände 20