Arbeitsblatt: Die vier Seiten einer Nachricht

Material-Details

Kommunikationsmodell Schulz von Thun - Theorie und Praxis
Lebenskunde
Kommunikation / Medien
9. Schuljahr
16 Seiten

Statistik

187595
65
2
13.03.2019

Autor/in

Franziska Meier
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Die vier Seiten einer Nachricht Einleitung Das Kommunikationsquadrat ist das bekannteste und inzwischen auch weit verbreitete Modell von Friedemann Schulz von Thun. Bekannt geworden ist dieses Modell auch als Vier-Ohren-Modell. Die vier Ebenen der Kommunikation haben nicht nur Bedeutung für das private Miteinander, sondern auch und vor allem für den beruflichen Bereich, wo das Professionelle und das Menschliche ständig miteinander verzahnt sind. Was bedeutet für dich dieser Satz: Gehe und hole mir einen Stift! Diskutiert die Bedeutung des Satzes kurz zu zweit! Wie funktioniert unsere Kommunikation? Wenn ich als Mensch etwas von mir gebe, bin ich auf vierfache Weise wirksam. Jede meiner Äußerungen enthält, ob ich will oder nicht, vier Botschaften gleichzeitig: Was haben diese vier Eben für eine Bedeutung? Sachebene Appellseite Beziehungsseite Selbstsicht Beispiel: Aussage der Mutter eine Sachinformation (worüber ich informiere) blau eine Selbstkundgabe (was ich von mir zu erkennen gebe) grün, einen Beziehungshinweis (was ich von dir halte und wie ich zu dir stehe) gelb, einen Appell (was ich bei dir erreichen möchte) rot. Lösung: Übungen: Arbeitet zu zweit. Jede Gruppe erhalte einer Nachricht. Vier Seiten dieser Nachricht sollt ihr dann wie im Beispiel (er)finden. Schreibt vier Aspekte dieser Nachricht auf. Übt dann einen kleinen Dialog ein. Die Klasse muss anschliessend erraten, auf welcher Ebene der Empfänger die Nachricht verstanden hat. Beispiel Nachricht: „Die Ampel ist auf grün! Sachebene: Die Ampel ist auf grün. Beziehung: Du brauchst meine Hilfe. Selbstoffenbarung: Ich habe es eilig. Appell: Gib Gas. Mögliche Lösungen: „Der Kaffee ist stark. Der Kaffee ist stark. Du kannst nicht Kaffee kochen. Ich mag den Kaffee lieber etwas weniger stark. Koch den Kaffee gefälligst weniger stark! Lerne Kaffee kochen! „Deine Hausaufgaben sind nicht in Ordnung. Die Hausaufgaben sind schlecht/ falsch/ nicht gelöst. Du bist unzuverlässig. Es nervt mich, dass du deine HA ständig so schludrig löst. Mach deine HA gefälligst korrekt! „Ich verstehe schon, dass du keine Zeit hast. Ich verstehe, dass du keine Zeit hast. Du hast nie Zeit für mich. Ich würde es schön finden, wenn du für mich Zeit hättest. Nimm dir endlich mal Zeit für mich! „Ihr habt im Durchschnitt 5 Fehler mehr gemacht als die Klasse 1c. Die Klasse 1c war besser. Ihr seid viel schlechter als die Klasse 1c. Ich mach mir Sorgen um eure Leistungen. Strengt euch mehr an! „Wer füttert heute das Kaninchen? Wer füttert heute das Kaninchen? Ihr seid unzuverlässig. Ich möchte nicht immer der Einzige sein, der sich darum kümmert. Es soll sich gefälligst jemand freiwillig melden! Kümmert euch um eure Viecher! „Bist du Raucher? Bist du Raucher? Ich mag Nichtraucher besser. Ich mache mir Sorgen um deine Gesundheit. Hör auf zu rauchen! „Ich schaue gerade einen Film im Fernsehen. Ich schaue fern. Du nervst immer wenn ich mich entspannen will. Ich möchte auch einmal Zeit für mich haben. Stör mich nicht. „Der Kaffee ist stark. „Deine Hausaufgaben sind nicht in Ordnung. „Ich verstehe schon, dass du keine Zeit hast. „Ihr habt im Durchschnitt 5 Fehler mehr gemacht als die Klasse 1c. „Wer füttert heute das Kaninchen? „Bist du Raucher? „Ich schaue gerade einen Film im Fernsehen. Weiter Übungen: Tamiana zu Florian: Du schreibst überhaupt nicht schön! Floh zu Lea: Du kannst aber sehr gut rudern! Burcu und Steffi stehen auf der Treppe im Schulhaus: Wann gehen wir endlich ins Turnen? Remo und Tim schreien am FCL Match aufs Spielfeld: Schiri, pfeife doch endlich mal richtig! Larissa sagt zu Herr Koller: Ich verstehe überhaupt nichts in Mathe! Er Zimmermann meint in der Musik am Ende der Lektion: Ihr alle singt wirklich toll! Das dominante Ohr und die damit verbundenen Probleme Er geht davon aus, dass der Sender in seiner Botschaft eine oder mehrere Seiten stärker betont. Diese Betonung drückt der Sender durch nonverbale Kommunikationsmittel wie Mimik, Gestik, Tonfall oder durch die Art der Formulierung aus. Grundsätzlich hat nun jeder Empfänger die freie Wahl, mit welchem Ohr er die Nachricht aufnimmt. Dies führt zu den bekannten Störungen in der zwischenmenschlichen Kommunikation, weil der Empfänger die Botschaft auf einer anderen Seite empfangen kann, als der Sender sie ursprünglich gemeint hat. In der Realität ist es jedoch meist so, dass jeder Empfänger ein besonders stark ausgeprägtes Empfänger-Ohr hat, mit welchem er die Nachricht bevorzugt aufnimmt. Überlegen Sie sich, welche Probleme ein dominantes Ohr mit sich bringen kann. „Herr Lehrer, die Andrea hat ihren Atlas einfach in die Ecke gepfeffert Lehrer P. hat ein dominantes Sachohr Lehrerin M. hat ein dominantes Beziehungsohr Lehrer L. hat ein dominantes Appellohr Lehrerin I. hat ein dominantes Selbstoffenbahrungsohr Übung 1: Warum ist die Kommunikation gescheitert? Analysieren Sie mit Hilfe des Kommunikationsmodells von Schulz v. Thun. Frau: „Liebst Du mich noch? Mann: „Ja, weisst Du, da müssten wir erst einmal den Begriff ,Liebe‘ definieren, da kann man ja nun sehr viel darunter verstehen Frau: „Ich mein doch nur, welche Gefühle Du mir gegenüber hast Mann: „Nun, Gefühle – das sind ja zeit-variable Phänomene, darüber gibt es keine generellen Aussagen Übung 2: Die Mutter und die Tochter. Tochter, 16 Jahre, schickt sich an, die Wohnung zu verlassen, um sich mit Freunden zu treffen. Es ergibt sich folgender Dialog Mutter: «Und zieh dir ne Jacke über, ja! Es ist kalt draußn Tochter: (in etwas «patzigem» Tonfall): «Warum denn? Ist doch gar nicht kalt!» Die Mutter ist nun ein bißchen ärgerlich; nicht nur über den patzigen Ton, sondern auch über soviel Unvernunft der Tochter, und ist mehr denn je davon überzeugt, daß sie dafür sorgen muß, daß sich die Tochter vernünftig verhält: Mutter: «Aber Moni, wir haben nicht einmal 10 Grad, und windig ist es auch.» Tochter: (heftig) «Wenn du mal aufs Thermometer geguckt hättest, dann wüßtest du, daß es sehr wohl 10 Grad sind es sind sogar 11 1/2!» Die Mutter ist denn auch sehr verärgert über den «unverschämten» Ton und über den «Trotz» und über die kleinliche Rechthaberei der Tochter. Sie beschließt, der «unfruchtbaren Diskussion» ein Ende zu setzen: Mutter: «Du hörst ja, was ich dir sage: Du ziehst jetzt die Jacke an!» Tochter: (Ist stark empört über einen derartigen Befehlston und verläßt in hochgradigem Zorn die Wohnung natürlich ohne die Jacke.) Auftrag: Warum ist diese Kommunikation gescheitert? Warum konnte sich in so kurzer Zeit eine derartige Klimavergiftung einstellen? Analysieren Sie den kleinen Vorfall mit Hilfe unseres Kommunikationsmodells. Übung 2b: Auftrag: Warum ist diese Kommunikation gescheitert? Warum konnte sich in so kurzer Zeit eine derartige Klimavergiftung einstellen? Analysieren Sie den kleinen Vorfall mit Hilfe unseres Kommunikationsmodells. Übung 3: Das Sachohr Führen Sie zu zweit ein kurzes Gespräch. Was auch immer sagt, hört nur die sachlichen Anteile heraus und reagiert auf dieser Sachebene. Wie wirkt sich dieses auf das Gespräch aus? Kommt Ihnen das „irgendwie bekannt vor? Ab besten sprechen Sie über etwas Persönliches (Ängste, Peinliches, emotionale Erlebnisse). Übung 4: Das Beziehungsohr Verteilen Sie Rollen. Der Sender hat die Aufgabe, den Empfänger anzusprechen und harmlose Dinge zu sagen. Der Empfänger soll auf der „Beziehungslauer liegen und in jeder Nachricht eine gegen Ihn gerichtete Gemeinheit wittern. Wie wirkt sich dieses auf das Gespräch aus? Übung 5: Das Appellohr Ähnlich wie Übung 4. Nur dass der Empfänger diesesmal auf der „Appell-Lauer liegt. Wie wirkt sich dieses auf das Gespräch aus? Übung 7: Selber ein Beispiel erfinden! Wähle mindestens eine „kritische problematische Stelle in der „Loriot-Diskussion (Text) und zeige auf, wo die Probleme liegen (z.B. welches „Ohr wird überbewertet?). Aussage: Die Zeitung ist noch nicht da. Situationsbeschrieb: (Wer sagt das wann zu wem?) Sache: Aufforderung: Beziehung: Selbstoffenbarung: Aussage: Die Ampel steht auf grün. Situationsbeschrieb: (Wer sagt das wann zu wem?) Sache: Aufforderung: Beziehung: Selbstoffenbarung: Aussage: Die Geschirrspülmaschine ist fertig durchgelaufen. Situationsbeschrieb: (Wer sagt das wann zu wem?) Sache: Aufforderung: Beziehung: Selbstoffenbarung: Aussage: Es ist schon spät. Situationsbeschrieb: (Wer sagt das wann zu wem und wieso?) Sache: Aufforderung: Beziehung: Selbstoffenbarung: Aussage: Die Suppe ist versalzen. Situationsbeschrieb: (Wer sagt das wann zu wem?) Sache: Aufforderung: Beziehung: Selbstoffenbarung: Aussage: Der BMW ist teurer, hat aber mehr PS. Situationsbeschrieb: (Wer sagt das wann zu wem?) Sache: Aufforderung: Beziehung: Selbstoffenbarung: