Arbeitsblatt: Posten Sagen

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Postenblätter (Auftrag- + Arbeitsblätter
Deutsch
Anderes Thema
5. Schuljahr
20 Seiten

Statistik

189707
229
8
14.07.2019

Autor/in

s d
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

7 Die Sage der Teufelsbrücke Vor vielen hundert Jahren wollten die Urner in der Schöllenen eine Brücke über die wilde Reuss bauen. Angesichts der grausigen Schlucht rief einer verzweifelt: „Da soll doch der Teufel eine Brücke bauen! Kaum waren die Worte verklungen, stand auch schon der Leibhaftige vor ihnen und sagte: „Einverstanden, meine Herren, wenn der erste, der darüber geht, mir gehört! Die Urner willigten ein, denn jeder dachte: „Kommt Zeit, kommt Rat. Nach drei Tagen wölbte sich die Brücke in kühnem Bogen über die schäumende Reuss. Am jenseitigen Ufer sass der Böse und wartete auf den versprochenen Lohn. Die listigen Urner aber schickten als ersten einen kriegerischen Geissbock hinüber. Der geprellte Teufel zerriss den Bock und schrie: „Euch Urner soll alle der Teufel holen! Er wollte mit einem haushohen Stein sein neu geschaffenes Werk zertrümmern, doch im letzten Augenblick konnte ein frommes Mütterchen ein Kreuz auf den Felsen kritzeln. Wie er auch riss und zerrte, der Felsblock liess sich nicht mehr von der Stelle rühren. In einer Wolke von Pech und Schwefel verschwand der Teufel wutschnaubend und wurde im seitdem im Urnerland nicht mehr gesehen. (nach Urner Lesebuch) Von dieser bekannten Sage gibt es zahlreiche Variationen. So wird in einigen der Bock durch einen Hund ersetzt, der mit einem Stück Fleisch über die Brücke gelockt wurde. Oder eine andere besagt, dass der Teufel aus Wut dem Ziegenbock den Schwanz abriss. Seither haben alle Ziegen kurze Schwänze. In noch anderen Variationen verscheucht der kriegerische Bock den Teufel, der erst später zurückkam um die Brücke zu zerstören. Versetze dich in die Rolle irgendeiner Hauptperson und schreibe die Geschichte in der Ich-Form in dein Heft. Einfacher: Schreib nur einige wichtige Sätze. Schwieriger: Erfinde spannende Details dazu. 8 Die Drachenfels Sage oo Bereits im Mittelalter setzte sich die Sage um den Drachen am Drachenfels durch. Der volkstümliche Mythos ist weit in der Region verbreitet und handelt von einem furchteinflößenden, prachtvollen Drachen, der auf dem Drachenfels hauste, in einer Zeit in der am Rhein noch Heiden lebten. Die Bewohner des Siebengebirges hatten große Angst vor dem Drachen auf dem Berge und lebten in ständiger Furcht. Sie brachten der feuerspeienden Bestie tagtäglich ein Menschenopfer, um sie zu besänftigen. Meist handelte es sich hierbei um einen armen Kriegsgefangenen, der zur falschen Zeit am falschen Ort war. Unweit der Höhle des fliegenden Ungetüms banden die Heiden das Opfer an einen Baum und warteten unruhig auf die Dämmerung. Nie war klar, ob das Opfer den Drachen besänftigen würde oder ob er seine Unzufriedenheit an den Bewohnern des Dorfes auslassen würde. Es verging einige Zeit und der Drache verschlang Tag für Tag ein Opfer des Landes. Eines Tages brachten die Bewohner eine ganz besondere Gefangene aus dem Krieg mit. Es handelte sich um eine christliche Jungfrau von unbändiger Schönheit. Die Herren des Landes fingen an, um sie zu streiten und jeder beanspruchte ihre Jugend für sich. Um den Streit zu schlichten, beschlossen die Männer, die Jungfrau dem Untier zu opfern. Ganz in Weiß gehüllt, wie auf einer Hochzeit, wurde die Jungfrau – als die letzten Sonnenstrahlen des Tages verschwanden dem brüllenden Drachen präsentiert. Die junge Christin stand ganz ruhig und lies sich von der Bestie trotz Gebrüll nicht einschüchtern. Mit glühendem Atem war der Drache kurz davor, die mutige Jungfrau zu verschlingen, als diese ihr Kreuz empor hob, welches sie um den Hals trug. Das Ungeheuer wich schlagartig zurück, taumelte und fiel brüllend und kreischend den Drachenfels hinab in den Rhein – und starb. Die Landbewohner waren so voller Dankbarkeit und Freude, dass sie die Jungfrau in ihre Heimat entließen und um einen Priester baten, der ihnen das Christentum bringen sollte. Gehe mit deinem Partner zusammen und überlegt euch: Wieso konnte die Christin den Drachen besiegen? Weshalb ging die Geschichte so aus? Haltet eure Ergebnisse in eurem Heft fest. 1 Das Rathaus von Rothenburg 1 oo Als das Rathaus zu Rothenburg mit seinem hohen, schlanken Turme fertig gebaut war, fand sich auch bald ein Paar Störche ein, das sich auf der Spitze des Turmes ein Nest errichtete; denn von dieser Höhe aus ließ es sich leicht in die weite Luft hinausschwingen. Sooft nun der eine der beiden Turmwächter auf den Steinkranz des Turmes stieg, um nach Feinden und Gefahren auszuspähen, hatte er seine Freude an den Tieren. Der andere Wächter hatte ein rohes, zänkisches Weib, das mit ihrem Mann zu oberst auf dem Turme wohnte. Die Frau ärgerte sich über die Unreinlichkeit der Tiere, und als sie erst Junge ausgebrütet hatten, die zuweilen eine halbe Schlange oder Kröte auf den Turmkranz fallen ließen, da verlangte sie von ihrem Mann mit keifenden Worten, er möge die jungen Tiere aus dem Nest stoßen, was dieser auch tat. Aber es dauerte nicht lang, so kam der alte Storch mit einem Feuerbrand im Schnabel geflogen, den er in sein Nest warf. Das Feuer griff vom Nest auf den Turm über, und das dürre Holzwerk geriet schnell in Flammen. Der böse Wächter vermochte nicht zu entrinnen und verbrannte samt seinem Weibe; der gute hingegen stieg auf eines der alten Steinbilder hinaus, die man heute noch sieht, und rettete mit Mühe sein Leben. Das Innere des Turmes brannte gänzlich aus, doch blieben die festgefügten Mauern stehen bis auf den Steinkranz, an dessen Stelle später ein eiserner kam. (Quelle: Besprecht zu zweit Welches Ereignis versucht der Text zu erklären? Vergleicht den Text mit einem Märchen. Was sind Unterschiede. Haltet wichtige Punkte in eurem Heft fest. 2 Die Weiber von Weinsberg 1140: Der König belagerte eine Burg des Herzogs Welf von Bayern namens Weinsberg und brachte sie zur Kapitulation, wobei er den Ehefrauen und übrigen Weibern, die sich hier vor-fanden, mit königlichem Edelsinn die Erlaubnis gab, dass jede forttragen dürfe, was sie auf ihren Schultern vermöchte. Diese aber, ebenso auf die Treue zu ihren Männern wie auf die Rettung der Übrigen bedacht, ließen das Hausgerät beiseite und stiegen herab, indem sie ihre Männer auf den Schultern trugen. Als Herzog Friedrich widersprach, dass man solches hingehen lasse, erklärte der König, der die List der Weiber nicht übelnahm, es schicke sich nicht, an einem Königswort zu deuteln. Kölner Königschronik (um 1170) Streiche Wörter an die dir unbekannt sind. Suche im Internet oder in einem Wörterbuch danach und halte deine Ergbnisse im Heft fest. Schreibe in deinen eigenen Worte in dein Heft, wie die Frauen den König ausgetrickst haben. Glaubst du, dass sich diese Geschichte wirklich so zugetragen hat? 3 Der Rattenfänger 1 oo Im Jahre 1284 ließ sich zu Hameln ein wunderlicher Mann sehen. Er hatte einen Rock von vielfarbigem, buntem Tuch an und gab sich für einen Rattenfänger aus, indem er versprach, gegen ein gewisses Geld die Stadt von allen Mäusen und Ratten zu befreien. Die Bürger sagten ihm diesen Lohn zu, und der Rattenfänger zog sein Pfeifchen heraus und pfiff. Da kamen alsbald die Ratten und Mäuse aus allen Häusern hervorgekrochen und sammelten sich um ihn herum. Als er nun meinte, es wäre keine zurückgeblieben, ging er aus der Stadt hinaus in die Weser; der ganze Haufen folgte ihm nach, stürzte ins Wasser und ertrank. Als aber die Bürger sich von ihrer Plage befreit sahen, reute sie der versprochene Lohn, und sie verweigerten ihn dem Mann, so dass dieser verbittert wegging. Am 26. Juni kehrte er jedoch zurück in Gestalt eines Jägers, erschrecklichen Angesichts, mit einem roten, wunderlichen Hut und ließ, während alle Welt in der Kirche versammelt war, seine Pfeife abermals in den Gassen ertönen. Alsbald kamen diesmal nicht Ratten und Mäuse, sondern Kinder, Knaben und Mägdlein vom vierten Jahre an in großer Anzahl gelaufen. Diese führte er, immer spielend, zum Ostertore hinaus in einen Berg, wo er mit ihnen verschwand. Nur zwei Kinder kehrten zurück, weil sie sich verspätet hatten; von ihnen war aber das eine blind, so dass es den Ort nicht zeigen konnte, das andere stumm, so dass es nicht erzählen konnte. Ein Knäblein war umgekehrt, seinen Rock zu holen und so dem Unglück entgangen. Einige sagten, die Kinder seien in eine Höhle geführt worden und in Siebenbürgen wieder herausgekommen. Es waren ganze 130 Kinder verloren. Male die zwei Erscheinungsarten des Rattenfängers in dein Heft. Einmal als wunderlicher Mann (1.Abschnitt) und einmal als Jäger (3.Abschnitt). Vergleicht die Bilder zu zweit. Verstze dich in die Lage des Rattenfängers. Wie hättest du dich gefühlt, wenn du nicht bezahlt worden wärst und was hättest du dann unternommen? Besprecht zu zweit. 9 Der Rattenfänger 2 Im Jahre 1284 ließ sich zu Hameln ein wunderlicher Mann sehen. Er hatte einen Rock von vielfarbigem, buntem Tuch an und gab sich für einen Rattenfänger aus, indem er versprach, gegen ein gewisses Geld die Stadt von allen Mäusen und Ratten zu befreien. Die Bürger sagten ihm diesen Lohn zu, und der Rattenfänger zog sein Pfeifchen heraus und pfiff. Da kamen alsbald die Ratten und Mäuse aus allen Häusern hervorgekrochen und sammelten sich um ihn herum. Als er nun meinte, es wäre keine zurückgeblieben, ging er aus der Stadt hinaus in die Weser; der ganze Haufen folgte ihm nach, stürzte ins Wasser und ertrank. Als aber die Bürger sich von ihrer Plage befreit sahen, reute sie der versprochene Lohn, und sie verweigerten ihn dem Mann, so dass dieser verbittert wegging. Am 26. Juni kehrte er jedoch zurück in Gestalt eines Jägers, erschrecklichen Angesichts, mit einem roten, wunderlichen Hut und ließ, während alle Welt in der Kirche versammelt war, seine Pfeife abermals in den Gassen ertönen. Alsbald kamen diesmal nicht Ratten und Mäuse, sondern Kinder, Knaben und Mägdlein vom vierten Jahre an in großer Anzahl gelaufen. Diese führte er, immer spielend, zum Ostertore hinaus in einen Berg, wo er mit ihnen verschwand. Nur zwei Kinder kehrten zurück, weil sie sich verspätet hatten; von ihnen war aber das eine blind, so dass es den Ort nicht zeigen konnte, das andere stumm, so dass es nicht erzählen konnte. Ein Knäblein war umgekehrt, seinen Rock zu holen und so dem Unglück entgangen. Einige sagten, die Kinder seien in eine Höhle geführt worden und in Siebenbürgen wieder herausgekommen. Es waren ganze 130 Kinder verloren. Die Hamelnerzeitung eröffnet nach der Entführung der Kinder einen Artikel. Verfasse diesen und denke die eine spannende Überschrift aus. 1 Rübezahl-Sage oo 0 Sage auf Arbeitsblatt! Löse die Aufträge auf dem Arbeitsblatt 1 1 Die Steine der Riesen Man sagt, dass in der Lüneburger Heide vor vielen hundert Jahren drei Riesen hausten. Sie waren so groß, dass Sie Bäume als Zahnstocher nahmen. Sie waren launisch und trieben mit den Menschen aus der Heide ihr Spiel. Besonders wenn die Riesen hungrig wurden, ging es den Metzgern, Bäckern und Müllern schlecht. Die Riesen kamen einfach zur Windmühle und hielten die Mühlenflügel an, bis der Müller sein Mehl herausgab. Oder sie legten sich mit dem Gesicht in den Fluß, öffneten den Mund und tranken das ganze Wasser, so dass der Müller in der Mühle keinen Antrieb mehr für sein Mühlrad hatte. Bei den Bäckern bliesen sie mit vollen Backen durch das Fenster in die Backstube, so dass das ganze Mehl sich in der Luft zerstäubte. Erst wenn die Bäcker ihre Brote abgeliefert hatten, ließen die Riesen sie in Ruhe. Die Tiere jedoch mochten sie. Wenn sie die Mühen der Pferde vor den schweren Karren sahen, die die Lasten durch die Sandwege trugen, schnappten sie sich so manches Pferd samt Last und trugen es bis auf festen Grund. Aber irgendwann wurde es den Riesen langweilig und sie überlegten, ob sie nicht ein sinnvolleres Werk tun konnten, als Menschen zu ärgern. Beim nächsten Blick auf ein armes Zugpferd hatten sie die Idee: Wir bauen eine feine Steinstraße durch die Lüneburger Heide, dann haben die Pferde ein leichtes Leben. Jedoch fehlte es an Material, denn für eine Strasse braucht man Steine. Die Riesen wanderten nach Norden, bis sie genug Steine fanden. Sie trugen soviel die Hände hergaben und schichteten die riesigen Steine fein säuberlich in der Heide auf. In der Zwischenzeit hatte aber ein fleißiger Heide-Imker seinen Bienenzaun dort hin gesetzt und der wurde nun von den Riesen mit Steinen bedeckt. Da wurden die Bienen wütend und zerstachen die Riesen. Wild schreiend schlugen die Riesen nach den Bienen, doch die wurden immer wütender und holten Verstärkung. Zu Tausenden machten sie sich über die Riesen her, die keinen anderen Ausweg sahen, als mit den Steinen nach den Bienen zu werfen. Tief rammten sich die Steine in die Heide, wo man sie bis heute sehen kann. Die Riesen konnten sich nicht gegen die Bienen wehren und nahmen Reißaus. Sie wurden nie wieder in der Heide gesehen. Aber die Bienen und die Steine sind bis heute da. Die Heidebauern müssen heute noch zahlreiche Feldsteine beim Pflügen der Felder beseitigen. Und immer wieder neu. Die Steine wachsen aus dem Boden, heißt es in der Lüneburger Heide. Beantworte folgende Fragen in ganzen Sätzen in dein Heft. Hättest du die Riesen gemocht? Begründe. Was taten die Riesen wenn sie hungrig und durstig waren? Weshalb mochten die Tiere die Riesen? Was war der neue Plan der Riesen? Wieso konnte ihr Plan nicht durchgesetzt werden? Wie wehrten sich die Riesen gegen die Bienen? *Wie stellst du dir vor, dass die Steine aus dem Boden wachsen? *Was könnte deiner Meinung nach an der Geschichte wahr sein? 4 Der Mäuseturm von Bingen Vergeiche die beiden Fassungen. Was ist gleich was ist anders. Erstelle eine Tabelle in deinem Heft. Was hälst du von Hattos Strafe? Ist sie gerecht? Begründe in deinem Heft. 1 2 Das Rathaus zu Rothenburg 2 oo Als das Rathaus zu Rothenburg mit seinem hohen, schlanken Turme fertig gebaut war, fand sich auch bald ein Paar Störche ein, das sich auf der Spitze des Turmes ein Nest errichtete; denn von dieser Höhe aus ließ es sich leicht in die weite Luft hinausschwingen. Sooft nun der eine der beiden Turmwächter auf den Steinkranz des Turmes stieg, um nach Feinden und Gefahren auszuspähen, hatte er seine Freude an den Tieren. Der andere Wächter hatte ein rohes, zänkisches Weib, das mit ihrem Mann zu oberst auf dem Turme wohnte. Die Frau ärgerte sich über die Unreinlichkeit der Tiere, und als sie erst Junge ausgebrütet hatten, die zuweilen eine halbe Schlange oder Kröte auf den Turmkranz fallen ließen, da verlangte sie von ihrem Mann mit keifenden Worten, er möge die jungen Tiere aus dem Nest stoßen, was dieser auch tat. Aber es dauerte nicht lang, so kam der alte Storch mit einem Feuerbrand im Schnabel geflogen, den er in sein Nest warf. Das Feuer griff vom Nest auf den Turm über, und das dürre Holzwerk geriet schnell in Flammen. Der böse Wächter vermochte nicht zu entrinnen und verbrannte samt seinem Weibe; der gute hingegen stieg auf eines der alten Steinbilder hinaus, die man heute noch sieht, und rettete mit Mühe sein Leben. Das Innere des Turmes brannte gänzlich aus, doch blieben die festgefügten Mauern stehen bis auf den Steinkranz, an dessen Stelle später ein eiserner kam. (Quelle: Lerne die Abfolge dieser Sage auswendig. (nicht Wort für Wort!) Erzähle sie einer Lehrperson. (nicht vorlesen!) 1 3 Eine Sage weiterschreiben o/oo Sagen im Sprachstarkenbuch oder auf beigelegtem Blatt. Wähle aus den Seiten 32/33 im Sprachstarkenbuch 4 oder auf dem beigelegten Blatt einen Geschichtsanfang aus. Schreibe die Geschichte weiter und lese sie danach deinem Partner vor. Lass verschiedene Elemente und Personen, die du in den bisher gelesenen Sagen kennengelert hast darin einfliessen. 5 Merkmale von Sagen Löse die Seite 30 im Sprachstarkenheft oder das beiliegende Blatt. 6 Das Hügeliloch bei Schöftland oo Im Suhrental am Abhang des Stübisbergs liegt das Hügeliloch, eine geheimnisvolle Höhle. Sie ist von Felsen umgeben und ein Nagelfluhblock steht dicht vor ihrem Eingang, als wolle er ihn versperren. In alten Zeiten stand beim Hügeliloch ein Schloss. Ein prunksüchtiges, stolzes Adelsfräulein bewohnte allein die ganze weite Burg. Jedermann fürchtete ihren Hochmut und ihr hartes Wesen. Gleichwohl gewann einmal ein armer Mann aus dem Dorf das Schlossfräulein als Taufpatin für sein neugeborenes Kind. Damit sie sich nicht in sein bescheidenes Haus bemühen musste, brachte er ihr am Tauftag das Kleine aufs Schloss hinauf. Es war Zeit zum Kirchgang und die Glocken begannen zu läuten. Im Schlosshof warteten die Burgmägde, um ihre Herrin ins Dorf zubegleiten. Doch das eitle Fräulein stand immer noch vor dem Spiegel. Schliesslich mahnte eine Magd, es läute in Schöftland schon das dritte und letzte Zeichen. „So läute es denn in Teufels Namen! schimpfte die eitle Herrin. Sie liess sich verdriesslich den Täufling auf den Arm geben und stieg den Berg hinab. Als sie beim Steg über den Hungerbach angelangt war, hatte das Läuten aufgehört. Welche Schande für ein Rittersfräulein, ohne Sang und Klang mit einem Bauernkind auf dem Arm in die Kirche einzutreten! Von plötzlichem Zorn auf den Bauern gepackt, vergass sie sich und warf das Kind in den Bach. Ohne sich noch einmal umzublicken, eilte sie aufs Schloss zurück. In diesem Augenblick verhüllte sich die Sonne und über dem Schlossberg brach ein fürchterliches Krachen los. Als der Sturm sich gelegt hatte, waren Burg und Schlossfräulein verschwunden. Erst lange Zeit später erfuhr man, sie sei ins unterste Verlies ihrer Burg versunken und warte dort auf Erlösung. Besprecht zu zweit und haltet in eurem Herft fest: Wofür wurde das Burgfräulein bestraft? Wisse: früher wurden unehelich geborene Kinder ohne Geläute in die Kirche gebracht. Wie denkst du über diese Sage? Vergleiche sie mit heute. Wäre dieses Verhalten heute noch denkbar? 1 4 Das Gespenst im Drachenloch (Eine Fantasiegeschichte) Ich bin sicher, du hast auch schon Angst gehabt. Oder etwa nicht? Mir ist einmal so richtig die Angst in die Knochen gefahren und das Herz ist mir fast in die Hose gefallen: Ich war mit meiner Freundin im Wald. Wir wollten unbedingt Pilze suchen für eine gefährliche Hexensuppe. Also schlichen wir gebückt durch den Wald und legten alle Pilze, die wir finden konnten in ein Körbchen, so wie richtige Hexen. Uns gefielen die Pilze am meisten, die ein wenig verwunschen aussahen. Plötzlich schrie meine Freundin Lisa laut auf: „Iiiiiiiiiih! Da ist eine Höhle und da drin raucht es ganz gefährlich! Siehst du? Da wohnt bestimmt ein Drache! Komm schnell wir rennen weg! Wir wollten eben davonhuschen, da hörten wir einen schrecklichen Lärm und als wir uns zur Höhle umdrehten, sahen wir zwei fürchterliche Augen aus dem Rauch auftauchen. „Ein Gespenst! Schnell weg! schrie ich laut. Wir rannten ganz verstört durch den Wald dem Weg zu und wollten möglichst schnell zuhause sein. Da kam auf dem Weg ein Auto dahergerollt. Es hielt an und am Steuer sass meine Mutter. „He Mädchen, was ist denn mit euch los? fragte sie freundlich, „ich wollte euch im Wald abholen und ihr seid einfach schreiend davon gerannt. Da mussten wir ganz laut lachen, denn plötzlich war uns klar, welches Gespenst im Drachenloch geraucht, gebrummt und böse geschaut hatte. Es war Mamis VW Käfer! Was könnte daran aus einer Sage stammen, was ist Fantasie, also frei erfunden. Halte deine Erkenntnisse in einer Tabelle in deinem Heft fest. 1 5 Lückentext Sagen Volkssagen sind aus alten Zeiten. Sie wurden über mündlich weitererzählt, weil es ja noch kein Radio und kein gab. Erst später wurden sie aufgeschrieben. Meistens erklären sie uns eine , ein Bauwerk oder eine Besonderheit aus einer Region oder ein, das man sich nur schwer erklären kann. Etwas Unheimliches, Seltsames oder gar . So könnte man glauben, dass sie wahr sind, wenn sie nicht zu wären. Oftmals kommen darin nämlich Hexen, Drachen und vor, der Teufel oder Ritter und. Wichtig sind in der Sage meistens, in der die Geschichte gespielt haben soll. Setze die untenstehenden Wörter richtig in die Lücken. Naturerscheinung, fantastisch, Geschichten, Fernsehen Jahrhunderte, Ereignis, Ort und die Zeit, Zwerge, Bedrohliches, Heilige