Arbeitsblatt: Wasserpflanzen am Bach kennenlernen

Material-Details

Steckbriefe zu Wasserpflanzen vervollständigen mithilfe von Beschreibungstexten
Biologie
Pflanzen / Botanik
6. Schuljahr
26 Seiten

Statistik

190374
44
1
08.09.2019

Autor/in

Zarina Laager
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

Downloads Arbeitsblätter / Lösungen / Zusatzmaterial

Die Download-Funktion steht nur registrierten, eingeloggten Benutzern/Benutzerinnen zur Verfügung.

Textauszüge aus dem Inhalt:

Schwarzerle Die Blätter von diesem Baum erkenne ich sofort, weil sie keine richtige Zipfelspitze haben. Im Gegenteil, sie haben oben eine Delle. Die Rinde junger Bäume ist grünlich braun, glänzend, glatt. Sie entwickelt sich bei älteren Bäumen zu einer dunkelgrauen bis schwarzbraunen und rissigen Borke. Als Bauholz taugt die Erle nicht viel. Erlenholz wird aber bei der Befestigung von Bach- und Flussufern benutzt, weil man die Bäume schnell und billig aufziehen kann und das Holz unter Wasser fast unbegrenzt haltbar ist. Die Erle wächst an feuchten, sumpfigen Orten und mag es gern kühl. Die Erle ist der einzige Baum, dessen Wurzeln gitterartig unter dem Wasserspiegel wachsen, während andere Bäume oberhalb des Wasserspiegels flache Wurzeln ausbilden. Hierdurch entstehen wertvolle Verstecke und Aufenthaltsräume für Fische und andere Gewässerorganismen. Besonders spezialisierte Insektenlarven sind auf Erlenwurzeln angewiesen und können ohne nicht existieren. Das Wurzelnetzwerk stabilisiert die Ufer effektiv und begrenzt die Erosion. Da das Wurzelvolumen etwa dem Kronenvolumen entspricht, kann eine einzige Erle über 50 Boden festhalten. Die Blätter beschatten das Gewässer und fördern so das Leben im sommerkühlen Bachoberlauf. Erlenblätter sind für Gewässerorganismen die wichtigste Nahrungsquelle. Die Bachflohkrebse beginnen als sogenannte „Schredder, die Blätter zu zerkleinern und so für nachfolgende Ernährungstypen zugänglich machen. Naturnahe, altersgestufte Erlenbestände entwickeln einen lichten Schatten, der übermäßiges Wachstum von Wasserpflanzen auch in nährstoffreichen Gewässern begrenzt. Erlen werden bis zu 120 Jahren alt und bis zu 30m hoch. Brennessel Uferrandpflanzen wachsen im Übergangsbereich zwischen dem Gewässer und dem trockenen Ufer. Viele dieser Arten haben eine große Bedeutung für das Fließgewässer. Die hohen Gräser und Röhrichte bilden ein dichtes Wurzelnetzwerk aus, das einen guten Uferschutz bewirkt. Zum Sommer hin bewirken die Pflanzen des Gewässerrandes eine Beschattung des Wasserlaufes und verringern so übermäßiges Wachstum der Wasserpflanzen. Insbesondere für Insekten und Vögel spielen die Randpflanzen eine bedeutende Rolle. Nicht alle Randpflanzen sind jedoch erwünscht. Reine Brennesselflure werden nicht gern gesehen. Neben der unangenehmen Auswirkung auf die Haut bei Berührungen bestehen auch für das Gewässer wegen der nur kleinen Wurzelmasse Probleme: Uferverletzungen und Erosion sind an vielen Stellen vorprogrammiert, weil die Wurzeln die Erde nicht festhalten. Brennesseln werden bis zu 2m hoch. Ihre Stängel sind oft vierkantig. Ihre grünen Blätter sind mit Brennhaaren besetzt. Berührt man eine Brennessel, dringen die Härchen in die Haut ein, brechen ab und entlassen eine Säure in die Haut, die das Brennen auslöst. Brennesseln sind für über 50 Schmetterlingsarten eine wichtige Futterquelle. Fädige Grünalgen Fädige Grünalgen fühlen sich recht weich und locker an. Teilweise zerfallen diese direkt, wenn man probiert, ein Büschel zu zerteilen. Sie können zu verschiedenen Algenarten zählen. Fadenalgen wachsen nicht an Material fest und verankern sich dort mit speziellen Haftorganen, sondern bilden eher buschige Polster. In starker Strömung treiben einzelne Fäden durchs Wasser und bleiben dann an Gegenständen oder Pflanzen hängen, um dort weiter zu wachsen. Solche Algen vermehren sich besonders gut, wenn sie viele Nährstoffe zur Verfügung haben. Nährstoffe oder auch Dünger sind beispielsweise Fischkot, abgestorbene Tierchen, aber auch Düngemittel aus der Landwirtschaft, die oft Nitrat enthalten oder manche Waschmittel, die Phosphat enthalten und heute grösstenteils verboten sind. Nitrat und Phosphat sind beides Gift für Fische, aber Nahrung für Algen und Abwasserpilze. Abwasserpilz Abwasserpilz ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine Lebensgemeinschaft aus diversen Bakterien, die in sehr stark verschmutzten Gewässern wächst und dabei lange Fäden oder fellartige Überzüge bildet. Abwasserpilze können ganz verschiedene Formen und Farben haben, wobei sie meist braun bis grau oder rötlich sind. Sie fühlen sich schleimig an. Fische und andere Lebewesen können in Wasser, in dem es Abwasserpilze hat, nicht überleben. Die Verschmutzung des Wassers kommt meist von Kläranlagen oder Düngemittelquellen. Diese Abwässer gelangen über Rohrleitungen oder nach starken Regenfällen durch Abschwemmung von der Oberfläche in das Gewässersystem. Sobald keine Abwasser mehr ins Gewässer laufen, weil beispielsweise die Überschwemmungen zurückgehen, oder das Leck in der Kläranlage repariert wurde, bildet sich der Pilz zurück und verschwindet. Wasserpest Die Wasserpest heisst so, weil sie sich rasch ausbreitet «wie die Pest». In kurzer Zeit wuchert sie Bäche und Teiche zu und aus jedem ausgerissenen Stängel wächst wieder ein neuer Wasserpest-Teppich heran. Wenn du einmal sehen willst, wie schnell sie wächst, reisse ein Stängel aus und stelle ihn in ein Wasserglas. Nach kurzer Zeit wird er sich vermehrt haben. Diese Pflanze kannst du unproblematisch ausreissen, da sie sich schnell vermehrt. Achte aber darauf, dass du sie nicht in ein Gewässer gibst, weil sie diesen sonst schnell zuwuchert. Die Wasserpest hat bis zu 3m lange Stängel, die kleine längliche Blättchen rundherum tragen. Sie ist relativ häufig in langsam fliessendem Wasser anzutreffen. Fadenwürmer und Fische fressen die Wasserpest und helfen mit, dass diese nicht die Oberhand gewinnt. Die Wasserpest verdrängt nämlich andere Wasserpflanzen, wie das Laichkraut. Was man der Wasserpest lassen muss ist, dass sie ein sehr guter Sauerstoff-Produzent ist. Pflanzen wandeln nämlich verbrauchte Luft in frische, sauerstoffreiche Luft, um. Zudem legen manche Fische ihre Eier an die Wasserpest. Krauses Laichkraut Das Krause Laichkraut ist eine untergetauchte Wasserpflanze und kann 30 cm bis 2 lang werden. Die Pflanze bildet unterirdische Ausläufer, der vierkantige Stängel ist häufig seitlich zusammengedrückt. Sie bildet längliche Blätter aus, die am Rand gewellt und deutlich gezähnt sind. Das Krause Laichkraut bietet als untergetauchte Wasserpflanze einen hohen Stellenwert als Sauerstofflieferant, als Schattenspender und Versteckmöglichkeit für Jungfische. Die Wasserpflanze ist oft in stark belasteten oder verschmutzen, stehenden oder langsam fließenden Gewässer anzutreffen. Ein Vorteil dieser Pflanze ist, dass sie Phosphate und Nitrate aufnimmt und so das Algenwachstum hemmt und das Wasser säubert. Flutender Hahnenfuss Der Flutende Wasserhahnenfuss hat nur Unterwasserblätter, die sehr lang und sehr kräftig sind. Bestände in Bächen und Flüssen können so dicht sein, dass die Blätter wie ein Teppich auf dem Wasser liegen. Charakteristisch sind die grossen weissen Blüten, die sich oberhalb der Wasseroberfläche befinden und Flüsse in ein weisses Blütenmeer verwandeln können. Insbesondere ist der Flutende Wasserhahnenfuss gut an schwankende Wasserstände angepasst. Obwohl er bei geringem Wasserstand auch eine Landform entwickeln kann, findet man ihn nur in fließenden, sauerstoffreichen und kühlen Gewässern. Er überlebt relativ gut unter verschiedenen Bedingungen, sowohl in leicht verschmutzen, wie in sauberem Wasser.