Arbeitsblatt: Aviatik

Material-Details

Theoriedossier, welches parallel zum Explore-it Bausatz "Der Traum vom Fliegen" verwendet wird. Experimente und Forscheraufträge sind im Dossier enthalten.
Physik
Gemischte Themen
6. Schuljahr
22 Seiten

Statistik

191001
25
2
09.10.2019

Autor/in

Matthias Weidmann
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Aviatik 6. Klasse Staufen 2019 Holdener Weidmann Name: Inhaltsverzeichnis Einführung – Geschichte . 1 Vorwort . 1 Pioniere der Luftfahrt . 1 Hubschrauber 4 Die Rotoren . 4 Die Steuerung. 4 Einsatzgebiete 5 Experiment Spickhelikopter. 6 Forscherfragen: . 6 Gleitflugzeug 7 Das Wetter – die Entstehung von Wind (Repetition) . 7 Bernoulliprinzip – Die Entstehung von Auftrieb . 8 Gleitflug 9 Experiment Spickflugzeug .10 Forscherfragen: .10 Motorflugzeug 11 Kräfte 11 Steuerungsachsen 11 Doppel- und Mehrdecker 12 Experiment Motorflugzeug 13 Forscherfragen: .13 Das Triebwerk 14 Umweltbelastung .14 Flughäfen in der Schweiz.15 Lernziele . 16 Einführung – Geschichte .16 Hubschrauber .16 Gleitflugzeug .16 Motorflugzeug .17 Anhang . 18 Links zu spannenden Kurzvideos 18 Quellenverzeichnis 18 Aviatik 6. Klasse Primarschule Staufen 2019 Einführung – Geschichte Vorwort Bist du schon einmal in den Urlaub geflogen? Vielleicht hast du dich dann am Flughafen beim Anblick eines Flugzeuges gefragt: Wie kann es sein, dass so eine schwere Maschine überhaupt vom Boden abhebt und in der Luft bleibt? Schliesslich wiegt ein Flugzeug wie beispielsweise ein Airbus A380 beim Start 600 Tonnen (60000 kg) – so viel wiegen mehr als 100 Elefanten zusammen. Im folgenden Dossier findest du viele spannende Einblicke in die Luftfahrt. Begleitet wird die Theorie von Experimenten mit deinen eigenen, selbstgebauten Flugzeugen. Wir wünschen dir im folgenden Quartal viel Freude und Lust am Tüfteln, Forschen und Entdecken. «Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter» Buzz Lightyear Pioniere der Luftfahrt Jahrtausende lang konnte der Mensch vom Fliegen nur träumen. Er wünschte sich Flügel um sich pfeilschnell wie ein Vogel durch die Luft bewegen zu können. Vielleicht kennst du die griechische Sage, nach der Dädalus mit seinem Sohn Ikarus aus dem Gefängnis des Königs Minos von Kreta fliehen wollte. Um zu entkommen fertigte Dädalus für sich und seinen Sohn Flügel aus Federn und Wachs. Doch beim Flug in die Freiheit kam Ikarus der Sonne zu nahe. Das Wachs schmolz und er stürzte ins Meer und ertrank. Ikarus stürzt vom Himmel, als er Dädalus Warnung ignoriert hatte. Im Laufe der Jahrhunderte gab es viele waghalsige Abenteurer, die sich mit Flügeln, die denen von Vögeln nachgebildet waren, von hohen Felsen oder Kirchtürmen herabstürzten. Leonardo da Vinci (1452 – 1519) Zu den ersten Konstrukteuren, die Flugapparate entwickelten, gehörte Leonardo da Vinci. Er war einer der bedeutendsten Maler, Bildhauer, Baumeister und Erfinder des Mittelalters. So versuchte er als Erster mit naturwissenschaftlichen Methoden der Technik des Fliegens auf S. Holdener M. Weidmann Seite: 1 Aviatik 6. Klasse Primarschule Staufen 2019 die Spur zu kommen. Zu seinen bekanntesten Konstruktionen gehörten Flugapparate wie Fallschirm, Hubschrauber und sogar Schwingenflugzeuge, die aber allesamt nicht gebaut wurden. Er hinterliess Skizzenbücher mit über 2000 Zeichnungen und Entwürfen zu vielfältigen technischen Studien. Wie viele andere Erfinder war er seiner Zeit weit voraus. Einige von Da Vincis Ideen als nachgebaute Modelle Otto Lilienthal (1848 – 1896) Fast 400 Jahre nach Leonardo da Vinci erkannte Otto Lilienthal, dass der Gleitflug der Vögel genau studiert werden musste, um die Gesetzmässigkeiten des Fliegens zu erforschen. Er beobachtete zunächst die seiner Heimat. Zusammen mit seinem Bruder Gustav baute er Flugmodelle, deren Flügel eine Spannweite von 6 bis 11 Meter hatten. Es waren Eindecker mit gewölbten Flügeln und einem festen Leitwerk. Von 1891 bis 1896 unternahm Lilienthal von einem künstlichen Berg in Berlin mehr als 1000 Gleitflüge. Am 9. August 1896 stürzte er bei einem Testflug aus 15 Metern Höhe ab, brach sich das Rückgrat und starb am nächsten Tag. «Opfer müssen gebracht werden», sollen seine letzten Worte gewesen sein. Otto Lilienthal bei einem seiner Gleitversuche S. Holdener M. Weidmann Seite: 2 Aviatik 6. Klasse Primarschule Staufen 2019 Die Gebrüder Wright Angeregt von Lilienthals Erfolgen und mit Hilfe der inzwischen erfundenen leichten und zugleich leistungsstarken Verbrennungsmotoren wurde 1903 das erste Motorflugzeug gebaut, das längere Zeit in der Luft bleiben und Menschen transportieren konnte. Es waren die Amerikaner Orville und Wilbur Wright, die den ersten Doppeldecker bauten. 1908 konnten sie mit ihrem 30 PS starken «Flyer» rund 80 km weit fliegen. Der Flyer der Gebrüder Wright hatte etwa einen gleichstarken Motor wie der Hippiebus von Herr Weidmann Heute können Grossflugzeuge 500 Menschen auf einmal über weite Entfernungen schnell und sicher transportieren. Bei modernen Verkehrsmaschinen wird jedes Triebwerk ständig vollautomatisch vom Bordcomputer überwacht. Drehzahl, Vibrationen, Druck, Temperatur – eine Fülle von Messdaten muss ständig kontrolliert werden. Eine häufige Wartung der Triebwerke gewährleitet weiterhin, dass sie mehr als 16000 Stunden laufen, ehe sie in die Werkstatt müssen. S. Holdener M. Weidmann Seite: 3 Aviatik 6. Klasse Primarschule Staufen 2019 Hubschrauber Erst in diesem Jahrhundert gelang es, Hubschrauber zu bauen. Mit ihren Rotorblättern können sie sich senkrecht nach oben schrauben. Hubschrauber (Helikopter) können nicht so schnell und auch nicht so hoch fliegen wie Flugzeuge. Sie haben dagegen andere Vorteile. Sie können vorwärts-, rückwärts- und seitwärtsfliegen, in der Luft stehenbleiben und auf kleinstem Raum starten und landen. Die Rotoren Auf- und Vortrieb werden bei Hubschraubern nicht von fest montierten Tragflächen erzeugt, sondern von sich drehenden Flügeln, den Rotoren. Der waagerechte Hauptrotor sitzt über dem Rumpf. Am Heck des Hubschraubers ist ein Ausgleichsrotor angebracht. Ohne ihn würde der Hubschrauber durch die Drehbewegung des Hauptrotors ständig im Kreis drehen. Der Heckrotor (grüner Pfeil) hält den Hubschrauber gerade, wirkt als Gegenkraft zur Rotation des Hubschraubers (roter Pfeil). Diese Rotation wird durch den Hauptrotor erzeugt (blauer Pfeil). Der Hauptrotor schafft Auftrieb und bringt den Hubschrauber so in die Luft (siehe Bild rechts). Die Steuerung Mit einem Steuerknüppel (Cyclic) kippt der Pilot den Hauptrotor und bewegt den Hubschrauber damit nach links, rechts, vorn oder hinten. Mit einem zweiten Steuerhebel verändert der Pilot den Anstellwinkel der Rotorblätter. Dadurch sinkt oder steigt der Hubschrauber. Mit den Füssen bedient er noch Pedale, die den Heckrotor steuern und verhindern, dass sich der Hubschrauber dreht (siehe oben). S. Holdener M. Weidmann Seite: 4 Aviatik 6. Klasse Primarschule Staufen 2019 Wird der Hauptrotor mit dem Steuerknüppel nach vorne geneigt, neigt sich der ganze Hubschrauber und es entsteht ein Vortrieb, der Hubschrauber bewegt sich vorwärts. Einsatzgebiete Bei Hubschraubern gibt es unterschiedliche Modelle und Einsatzmöglichkeiten. Sie werden etwa für Lastentransporte in den Bergen, bei der Polizei, zur Waldbrandbekämpfung oder zur Rettung auf hoher See oder in den Bergen eingesetzt. Die grössten Transporthubschrauber können schwere Lkws, militärische Grossgeräte oder Hilfsgüter in Katastrophengebiete transportieren. Hubschrauber im Einsatz gegen einen Waldbrand Der Einsatz eines Rettungshubschraubers hängt immer auch stark vom Wetter ab. Ein Hubschrauber kann nur bei guter Sicht und bei einem Rettungseinsatz nur bei Tageslicht fliegen. Dafür macht ihm Strassenglätte z.B. nichts aus. Der grösste Vorteil eines Hubschraubers ist aber seine Schnelligkeit. Mit Tempo 240 km/h, ohne Stau und Ampeln ist er schneller am Unfallort und im Krankenhaus als ein Rettungswagen. Ausserdem kann er in schwer zugänglichen Gegenden landen und er fliegt ruhig und sehr vibrationsarm. Der Rettungshubschrauber ist also eine sinnvolle Ergänzung der Rettungsfahrzeuge. S. Holdener M. Weidmann Seite: 5 Aviatik 6. Klasse Primarschule Staufen 2019 Helikopter der REGA (Schweizerische Rettungsflugwacht) können auch in schwierigem Gelände landen. Experiment Spickhelikopter Beantworte die Forscherfragen in dein Forscherheft Forscherfragen: Was passiert mit einem Helikopter, wenn der Motor ausfällt? Benutze deinen Spick Helikopter um es herauszufinden. Erkläre mit Hilfe einer Skizze. Ändere die Stellung der Flügel, indem du an den Gummiseilen ziehst (anziehen oder lösen). Wie verändert sich der Flug deines Helikopters? Zusatzauftrag: Experimentiere mit zusätzlichen Flügeln. Wie viele und welche Form von Flügeln eignen sich für einen guten Flug? S. Holdener M. Weidmann Seite: 6 Aviatik 6. Klasse Primarschule Staufen 2019 Gleitflugzeug Ein Gleitflugzeug kann ohne Hilfe von Motoren stundenlang in der Luft bleiben. Es benötigt dabei nur Wind und Auftrieb. Im Folgenden wird die Entstehung von Wind noch einmal repetiert. Daraufhin wird erklärt, wie durch die Form der Flügel Auftrieb erzeugt wird, der das Flugzeug nach oben drückt, bzw. hochsaugt. Das Wetter – die Entstehung von Wind (Repetition) Wind entsteht vor allem durch die Kraft der Sonne. Wenn die Sonnenstrahlen den Erdboden aufheizen, erwärmt sich darüber auch die Luft. Die Warmluft dehnt sich aus und wird dadurch dünner und leichter: die Luftmasse steigt nach oben. In Bodennähe entsteht so Tiefdruck. Wo es kalt ist, sinkt die Luft dagegen ab und am Boden bildet sich Hochdruck. Um den Druckunterschied zwischen benachbarten Luftmassen auszugleichen, strömt kältere Luft dorthin, wo warme Luft aufsteigt. Das geschieht umso schneller, je größer der Temperaturunterschied zwischen den Luftschichten ist. So gerät die Luft in Aktion – es weht ein mehr oder weniger starker Wind. Warme Luft steigt über dem Land auf und senkt sich über dem Wasser wieder, weil sie abkühlt. Besonders gut lässt sich die Entstehung von Wind am Meer beobachten. Tagsüber erwärmt sich die Luft über dem Land schneller als über dem Wasser. Die warmen Luftmassen steigen nach oben und saugen die kühle und schwere Luft über dem Meer an: Der Wind weht vom Meer zum Land. Nachts ändert der Wind seine Richtung. Weil das Wasser die Wärme länger speichert als das Land, ist auch die Luft darüber noch wärmer und steigt auf. Dann bläst der Wind vom Land zum Meer. S. Holdener M. Weidmann Seite: 7 Aviatik 6. Klasse Primarschule Staufen 2019 Bernoulliprinzip – Die Entstehung von Auftrieb Bevor du die Entstehung von Auftrieb untersuchst, machst du einen kurzen Versuch: Halte einen Streifen Papier an seiner schmalen Seite mit Zeigefinger und Daumen fest. Halte das Blatt nun an deinen Mund und puste darüber. Das Blatt müsste sich nun wie von Zauberhand anheben. Was da passiert, wird dir nun genauer erklärt. Das Geheimnis des Fliegens liegt in der Luft, die die Tragflächen eines Flugzeugs umströmt. Wenn du dir eine Tragfläche genauer anschaust, erkennst du, dass sie nicht ganz waagerecht, sondern leicht gekippt am Flugzeug angebracht ist. Sie zeigt hinten ein wenig nach unten. Die Luft, die an der Unterseite entlangströmt, drückt die Tragfläche deshalb nach oben. Je mehr und je schneller die Luft auf die Unterseite des Flügels trifft, desto stärker ist die Kraft, die ihn nach oben drückt. Das ist wie beim Autofahren, wenn man die Hand aus dem Fenster hält: Je stärker man die Handfläche kippt, desto mehr Luft trifft auf die Hand – sie wird nach oben gedrückt. S. Holdener M. Weidmann Seite: 8 Aviatik 6. Klasse Primarschule Staufen 2019 Zusätzlich verursacht die Form des Flügels einen Unter- bzw. Überdruck, der zusätzlich das Flugzeug in die Luft drückt: Der Luftstrom, welcher auf den Flügel trifft wird an diesem zweigeteilt. Der Luftstrom, der oberhalb der Tragfläche durchströmt, folgt einem gekrümmten, also längeren Weg. Der Luftstrom, der unterhalb der Tragfläche durchströmt, folgt einem geraden, also direkten Weg. Da der Luftstrom oben einen längeren Weg hat, muss er sich schneller bewegen, als der Luftstrom unten. Dies führt zu einem Unterdruck, welcher den Flügel nach oben zieht, bzw. unterhalb des Flügels zu einem Überdruck, der den Flügel nach oben drückt. Gleitflug Jedes Flugzeug braucht, abhängig von Gewicht und tragender Fläche, eine gewisse Mindestgeschwindigkeit. Beim Unterschreiten dieser Geschwindigkeit wird der Flügel nicht mehr glatt umflossen und die Strömung reisst ab. Das Flugzeug hat dann nicht mehr genügend Auftrieb und fällt wie ein Stein vom Himmel. Manchmal werden die Strömungsverhältnisse auch absichtlich verändert. Dies ist zum Beispiel während der Landung üblich, um die Landegeschwindigkeit zu verringern. Zum einen kann der Pilot durch das Ausfahren der Landeklappen praktisch die Wölbung des Flügels verstärken und bei manchen Flugzeugtypen auch die Fläche des Flügels vergrössern. Beide Massnahmen erhöhen den Auftrieb und ermöglichen dadurch das Absenken der Landegeschwindigkeit. S. Holdener M. Weidmann Seite: 9 Aviatik 6. Klasse Primarschule Staufen 2019 Experiment Spickflugzeug Beantworte die Forscherfragen in dein Forscherheft Forscherfragen: Ändere die Stellung der Flügel, indem du sie verschiebst (nach vorne, hinten, links, rechts). Wie verändert sich der Flug deines Flugzeuges? Erkläre mit Hilfe einer Skizze. Versuche die Stellung der Flügel so zu verändern, dass dein Flugzeug verschiedene Kunststücke fliegt (Kurve, Salto, Sturzflug, Rolle). Was musst du beachten? Zusatzauftrag: Versuche dein Flugzeug durch zusätzliche Materialien (Flügel, mehr Gewicht, ) zu verändern. Beschreibe, wie sich der Flug deines Flugzeuges verändert. S. Holdener M. Weidmann Seite: 10 Aviatik 6. Klasse Primarschule Staufen 2019 Motorflugzeug Kräfte Auf ein fliegendes Flugzeug wirken vier Hauptkräfte: Das Gewicht (die Schwerkraft), der Vortrieb, der Auftrieb (siehe Bernoulliprinzip) und der Luftwiderstand. Am Boden wirkt nur die Schwerkraft. Den Vortrieb (auch Schub genannt), also die Bewegung nach vorn, erreicht das Flugzeug durch den vom Motor angetriebenen Propeller oder durch das Triebwerk. Um Abheben zu können, braucht das Flugzeug vor allem Auftrieb. Den erhält es – wie bereit gelernt – durch die Lage und die Form der Tragflächen. Als vierte Kraft kommt noch der Luftwiderstand dazu. Er wirkt der Vorwärtsbewegung entgegen. Ihn spürt man zum Beispiel, wenn man bei Sturm gegen den Wind läuft. Die vier Kräfte, die auf ein Flugzeug wirken. Steuerungsachsen Ein Auto kann man in zwei Richtungen bewegen: seitlich, also nach links und rechts und entlang der Längsachse, das heisst vor und zurück. Bei Flugzeugen gibt es eine zusätzliche dritte Bewegungsrichtung: vertikal, nach oben und unten. Ein Flugzeug kann sich in alle drei Richtungen bewegen. Die drei Bewegungsachsen des Flugzeugs S. Holdener M. Weidmann Seite: 11 Aviatik 6. Klasse Primarschule Staufen 2019 Klappen und Ruder Damit der Pilot das Flugzeug in diese drei Richtungen steuern kann, ist es mit Klappen und Rudern ausgerüstet. Sie lenken den Luftstrom so ab, dass sich das Flugzeug neigt oder dreht. Die Klappen und Ruder sind hinten am Heck und an den Tragflächen angebracht. Die Querruder steuern die Drehung um die Längsachse, das Rollen. Die Höhenruder regulieren die Neigung nach vorn und hinten, das Nicken und Kippen. Das Seitenruder dient der Seitensteuerung, dem Wenden. Kurven fliegen Um eine Kurve zu fliegen, bedient der Pilot meist das Seiten- und das Querruder gleichzeitig, denn ein Flugzeug «biegt» in einer leichten Schräglage ab. Doppel- und Mehrdecker Viele der ersten Flugzeuge waren Doppeldecker. Sie hatten zwei übereinanderliegende Tragflächen. Es wurden sogar Flugzeuge mit drei und mehr Tragflächen gebaut. Vorteile Doppeldecker hatten gegenüber einem Eindecker, also einem Flieger mit einer Tragfläche, zwei Vorteile: Die beiden Tragflächen konnten stabil miteinander verbunden werden. So war ein Doppeldecker – bei gleichem Gewicht – stabiler als ein Eindecker aus demselben Material. Bei gleicher Flügelfläche benötigte ein Doppeldecker ausserdem nur etwa die halbe Spannweite eines Eindeckers. Dies war von Vorteil bei der Handhabung des Flugzeugs am Boden, da es wendiger war. Nachteile Zwei Tragflächen haben jedoch trotz der grösseren Stabilität einen Nachteil: Die Luft kann an beiden nicht optimal vorbeiströmen, sie wirbelt dazwischen. Auch die Streben zwischen den beiden Tragflächen erhöhen den Luftwiderstand. Die Aerodynamik ist nicht so gut wie bei S. Holdener M. Weidmann Seite: 12 Aviatik 6. Klasse Primarschule Staufen 2019 einem Eindecker. In den 1930er-Jahren wurden moderne Baumaterialien wie das leichte Aluminium entwickelt. Seitdem baut man Hochleistungsflugzeuge nur noch als Eindecker. Am Boden praktisch zum Manövrieren, in der Luft aber den normalen Flugzeugen unterlegen – Der Doppeldecker Experiment Motorflugzeug Beantworte die Forscherfragen in dein Forscherheft Forscherfragen: Verschiebe die Antriebseinheit nach vorne und nach hinten. Was passiert mit deinem Motorflugzeug? Erkläre mit Hilfe einer Skizze. Vergleiche den Flug deines Motorflugzeugs mit dem deines Gleitflugzeuges. Stelle den Unterschied, falls es einen gibt, mit einer Skizze dar und überlege dir, weshalb die beiden Flugzeuge unterschiedlich fliegen. Zusatzauftrag: Nimm den Antrieb deines Motorflugzeuges und suche andere Gegenstände, die du damit antreiben könntest. Überlege dir drei neue Ideen. S. Holdener M. Weidmann Seite: 13 Aviatik 6. Klasse Primarschule Staufen 2019 Das Triebwerk Bereits lange vor dem Zweiten Weltkrieg stiessen die Ingenieure bei herkömmlichen Propellerantrieben auf ein Problem: Die Propellerspitzen näherten sich der Schallgeschwindigkeit an und verursachten dadurch schier unüberwindbare Schwierigkeiten. Eine andere Antriebstechnologie musste her. Und so erinnerte man sich an Gasturbinen. Die grundlegende Technik ist schnell erklärt: Angesaugte Luft wird komprimiert, es wird Treibstoff eingespritzt. Der verbrennt und der Abgasstrahl tritt hinten wieder aus. Der technische Trick besteht darin, dass im Abgasstrahl ein Rad mit Schaufeln angetrieben wird die eigentliche Turbine, die wiederum den Kompressor am Triebwerkseingang antreibt. Die Skizze zeigt, wie Luft angesaugt und zusammengepresst (verdichtet) wird. Danach wird Kerosin (Treibstoff) beigemischt und verbrannt. Die meisten Flugzeuge fliegen heutzutage mit einer Turbine (siehe oben). Dies hat zwei Vorteile. Das Flugzeug kann mit Turbine schneller und höher fliegen. Frachttransporte und Militärtransportflugzeuge sind jedoch sehr oft mit Propellern ausgestattet. Die Propellermaschinen brauchen erheblich weniger Treibstoff und können auch bei einer kurzen Startbahn gut abheben – Düsengetriebene Flugzeuge brauchen eine längere Startbahn. Umweltbelastung Global hat sich der Flugverkehr seit 1990 fast verdreifacht und legt weiterhin Jahr für Jahr um fünf Prozent zu. Schweizerinnen und Schweizer sind extreme Vielflieger. Im Vergleich zu unseren Nachbarländern besteigen wir doppelt so häufig ein Flugzeug. Denn fliegen ist extrem günstig geworden, und immer mehr Menschen können es sich leisten. Für das Klima hat diese Art der Mobilität jedoch einen sehr hohen Preis. Die Fliegerei ist weltweit für knapp fünf Prozent des menschengemachten Klimaeffekts verantwortlich, in der Schweiz sogar für über 18 Prozent. Geht die Entwicklung so weiter wie bisher, wird dieser Anteil bis 2020 auf fast 22 Prozent anwachsen. Grund dafür ist das Kerosin, der Treibstoff auf Erdölbasis, der für die Düsenmotoren verwendet wird. Dieser verursacht bei seiner Verbrennung Kohlenstoffdioxid (CO2). Auf einem kurzen Flug verbraucht man ungefähr gleich viel Treibstoff pro Passagier, wie wenn S. Holdener M. Weidmann Seite: 14 Aviatik 6. Klasse Primarschule Staufen 2019 man dieselbe Strecke zu zweit mit dem Auto zurücklegen würde. Ein Wochenend-Trip mit dem Flieger in eine europäische Stadt in 1500 km Entfernung belastet die Atmosphäre enorm – man könnte ebenso gut zwei Tage lang nonstop im Auto herumfahren. Flughäfen in der Schweiz Der Flughafen Zürich ist zwar der bekannteste Flughafen der Schweiz, aber beileibe nicht der Einzige. Auch aus anderen Ecken der Schweiz können Reisende komfortabel starten. Wer weiss wo? 1. Ab Zürich Am meisten Betrieb mit rund 29,2 Millionen Passagieren im Jahr herrscht am Flughafen Zürich. Von hier aus starten über 60 Airlines zu Destinationen weltweit. 2. Ab Genf Im Genève Aéroport geben sich jährlich rund 17,1 Millionen Passagiere die Klinke in die Hand. Direktflüge gibt es hier seit neustem nach Ljubljana in Slowenien oder Pula in Kroatien. 3. Ab Basel Immer noch 7,6 Millionen Passagiere fliegen über den EuroAirport Basel Mulhouse Freiburg. Sie zieht es zum Beispiel nach Tel Aviv in Israel, auf die Kanarischen Inseln oder nach Bordeaux in Westfrankreich. 4. Ab Bern Über den Flughafen Bern reisen im Jahr rund 13700 Passagiere. Zum Vergleich: Das ist so viel, wie in Zürich an einem geschäftigen Wochenende alleine. Von Bern aus geht es nach Frankreich, Italien, Griechenland oder Spanien. Eben erst machte der Flughafen Schlagzeilen, als die Fluggesellschaft Skywork ihren Betrieb einstellte. Skywork galt als grösste Kundin, die Existenz des Flughafens sei jedoch nicht gefährdet, teilte der Flughafenbetreiber mit. 5. Ab Lugano Von und nach Lugano Airport fliegen jährlich gut 13500 Passagiere. Verbunden ist der Flughafen mit Zürich sowie saisonbedingt mit Elba und Kroatien. 6. Ab St. Gallen Jetzt wird es unbekannter. Wer ist schon am Peoples Airport St.Gallen-Altenrhein gestartet oder gelandet? Jährlich tun das rund 10900 Passagiere. Ziele sind Destinationen wie Wien, Ibiza oder Neapel. 7. Ab Sion Der zahlenmässig kleinste Flughafen mit Linienverkehr liegt in Sion. Nur rund 1184 Passagiere fliegen dort im Jahr. Vom «Flughafen im Herzen der Alpen» werden so exotische Destinationen wie Porto oder St. Tropez angesteuert. S. Holdener M. Weidmann Seite: 15 Aviatik 6. Klasse Primarschule Staufen 2019 Lernziele Einführung – Geschichte Lernziele Ich kenne die Flugpioniere Da Vinci, Lilienthal und Wright und kann in kurzen Sätzen beschreiben, inwiefern sie bei der Entwicklung des Fliegens beteiligt waren. Hubschrauber Lernziele Ich kann die Rotoren und deren Funktionsweise am Hubschrauber erklären. Mit einer Skizze kann ich die Rotoren und deren Wirkung zeigen. Ich kann grob erklären, wie ein Hubschrauber gesteuert wird. Ich kenne die Vor- und Nachteile eines Hubschraubers, gegenüber einem Flugzeug. Ich kenne mögliche Einsatzgebiete von Hubschraubern (Pistenrettung, Waldbrände, etc.) Gleitflugzeug Lernziele Ich kann mit Hilfe einer Skizze erklären wie Wind entsteht. Ich kann einen Flügel im Querschnitt zeichnen und mit Hilfe dieser Skizze das BernoulliPrinzip auf einfache Weise erklären. Ich kann beschreiben, wie sich eine Gewichtsveränderung vorne an der Flugzeugnase auf den Gleitflug auswirkt. S. Holdener M. Weidmann Seite: 16 Aviatik 6. Klasse Primarschule Staufen 2019 Motorflugzeug Lernziele Ich weiss, welche Kräfte auf ein Flugzeug in der Luft einwirken. Ich kenne die drei Steuerungsachsen, in welche sich ein Flugzeug bewegen kann und weiss, welche Achse beim Auto fehlt. Ich weiss, welches Ruder für welche Bewegung verantwortlich ist und an welcher Position am Flugzeug es sich befindet. Ich weiss, was ein Doppeldecker ist und kann seine Vor- und Nachteile, gegenüber einem Eindecker, beschreiben. Ich kann die Funktion eines Flugzeugtriebwerks grob beschreiben und kenne Vor- und Nachteile gegenüber einem Propellerantrieb. Ich weiss, dass der Luftverkehr die Luft mit Kohlenstoffdioxid (CO2) versetzt und dies der Umwelt schadet. Ich kenne mindestens drei Flughafenstandorte der Schweiz und kann sie der Grösse nach ordnen. S. Holdener M. Weidmann Seite: 17 Aviatik 6. Klasse Primarschule Staufen 2019 Anhang Links zu spannenden Kurzvideos • Rotorentechnik, Auftrieb und Steuerung eines Hubschraubers • Löwenzahn, im Rausch der Lüfte • Pixi Wissen – Fliegen und Flugzege Quellenverzeichnis • Was ist was? – Der Traum vom Fliegen • www.rclineforum.de • www.energie-umwelt.ch • www.wwf.ch • www.nzz.ch • www.airliners.de • www.deutsches-museum.de • www.hubschrauberflug.at • www.davincimuseumberlin.com S. Holdener M. Weidmann Seite: 18