Arbeitsblatt: Alte Eidgenossenschaft - Helvetische Republik

Material-Details

Aufbau und Geschichte der alten Eidgenossenschaft und der helvetischen Republik
Geschichte
Schweizer Geschichte
8. Schuljahr
18 Seiten

Statistik

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425
20
20.10.2019

Autor/in

Walter Risi
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Geschichte Schweiz 2. KOST AB2 Geschichte der Schweiz im 19. Jahrhundert 1 Geschichte Schweiz 2. KOST AB2 Alte Eidgenossenschaft Kompetenzen/Lernziele • • Ich kann die Entstehung und Entwicklung der Schweiz erklären. Ich kann die Entstehung und Entwicklung der Schweiz als Bundesstaat schildern und in einen europäischen Zusammenhang stellen. Rückblick Die französische Besetzung – die alte Eidgenossenschaft Die Grundidee der Französischen Revolution, die für Freiheit, Brüderlichkeit und Gleichheit plädierte, wurde in vielen (unterdrückten) Gebieten der Schweiz enthusiastisch aufgenommen. In den frühen 1790er Jahren kam es denn auch zu verschiedenen Protesten gegen die Machteliten. Vor 1797 hatte die Französische Revolution jedoch keine ernsthaften Auswirkungen auf die Schweiz. Die Franzosen annektierten die Schweiz zunächst vorsichtig: 1793 besetzten sie einige Grenzgebiete, die zum Bistum Basel gehörten. 1797 schloss Napoleon das Bündner Untertanengebiet Veltlin der soeben gegründeten Cisalpinen Republik (heute gehört dieses Gebiet zu Norditalien) an. Im Januar 1798 bat der Verwalter der Waadt, Frédéric César de la Harpe, Frankreich um Unterstützung bei der Vertreibung der Berner Machthaber aus ihrem Gebiet. So hatte Frankreich einen Vorwand, um in Eidgenössisches Territorium einzudringen. Bern war der einzige Kanton, der den Franzosen bewaffneten Widerstand leistete. Nach anfänglichen Erfolgen wurden die Berner Truppen jedoch im März 1798 in der Schlacht im Grauholz geschlagen. Mit der Niederlage Berns war denn Eidgenossenschaft besiegelt. 2 auch das Ende der alten Geschichte Schweiz 2. KOST AB2 Fragen zur alten Eidgenossenschaft 1. Was war die Grundidee der franz. Revolution? 2. Was bedeutet der Leitspruch der franz. Revolution «Liberté, Egalité et Fraternité»? 3. Welche Gebiete besetzten die Franzosen vor 1797? (s. Karte) 4. Weshalb sind die Franzosen schlussendlich in die Schweiz einmarschiert? 5. Was geschah in der Schlacht im März 1798? 6. Nenne alle souveränen Kantone der alten Eidgenossenschaft. (s. Karte) Was heisst «souverän»? 7. Nenne alle zugewandten Orte der alten Eidgenossenschaft. (s. Karte) Was bedeutet «zugewandt»? Die Wappen der eidgenössischen Orte und der wichtigsten Zugewandten 1507. 8. Betrachte das obige Wappen. Was siehst Du? Beschreibe. 3 Geschichte Schweiz 4 2. KOST AB2 Geschichte Schweiz 5 2. KOST AB2 Geschichte Schweiz 2. KOST AB2 Fragen zum Film «Alte Eidgenossenschaft» 1. Aus was bestand die Alte Eidgenossenschaft? 2. Was war die Schweiz vor 1798? 3. Wie lassen die 13 alten Orte unterteilen? 4. Wer regierte in den städtischen Orten? Was geschah bei Kritik? 5. Wer regierte in den Ländern? 6. Wer war für die Verwaltung eines Untertanengebietes verantwortlich? 7. Wo haben sich die alten und zugewandten Orte ein- bis zweimal pro Jahr getroffen? 8. Was wurde dort bestimmt? 6 Geschichte Schweiz 2. KOST AB2 Fragen zum Film «Alte Eidgenossenschaft» (Antworten) 1. Aus was bestand die Alte Eidgenossenschaft? 13 alte Orte, zugewandte Orte, Untertanengebiete 2. Was war die Schweiz vor 1798? Lockerer Staatenbund 3. Wie lassen die 13 alten Orte unterteilen? Städtische Orte und Länder 4. Wer regierte in den städtischen Orten? Was geschah bei Kritik? Grosser Rat, kleiner Rat und geheimer Rat, Bestrafung 5. Wer regierte in den Ländern? Landsgemeinde 6. Wer war für die Verwaltung eines Untertanengebietes verantwortlich? Landvogt 7. Wo haben sich die alten und zugewandten Orte ein- bis zweimal pro Jahr getroffen? Tagsatzung 8. Was wurde dort bestimmt? Wahl der Landvögte, Entscheide/Entschlüsse fällen 7 Geschichte Schweiz Einstieg Betrachte die untenstehenden Münzen. Worum geht es? Welche Unterschiede gibt es? Aussage: «Die Schweiz verdankt ihren Franken den Franzosen.» Stimmt diese Aussage? Wieso ja, wieso nein? 8 2. KOST AB2 Geschichte Schweiz 2. KOST AB2 Die Helvetische Republik Lies die drei Texte auf Seite 86 aufmerksam durch. Markiere Wörter, die dir nicht klar sind und schaue sie im Duden nach oder frage die Lehrperson. Anschliessend beantwortest Du in Zweiergruppen die folgenden Fragen ins RZGHeft: 1. Was stellt Q1 dar? Beschreibe. 2. Nenne verschiedene Gründe für das Interesse Frankreichs an der Eidgenossenschaft (VT2, Q1). 3. Vergleiche Q4 und Q5. Liste Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf. 4. Arbeite Unterschiede zwischen dem Staatenbund der Alten Eidgenossenschaft und dem Einheitsstaat der Helvetik heraus (VT1, VT3). Bannerträger Freiheitsbaum und Abtransport des Geldes in Zürich 9 Geschichte Schweiz 2. KOST AB2 Lies nun die beiden Texte auf Seite 87 aufmerksam durch. Markiere Wörter, die dir nicht klar sind und schaue sie im Duden nach oder frage die Lehrperson. Anschliessend beantwortest Du in Zweiergruppen die folgenden Fragen ins RZGHeft: 5. Was könnte in Q1 die Schweizer Frau, die ein Kind an der Hand hält, zum französischen Soldaten sagen? Verfasse ein kurzes Gespräch zwischen den beiden. 6. Stelle die Hauptargumente von General Brune (Q2) und Pfarrer Lavater (Q3) in je einem Satz gegenüber. Wem stimmst Du eher zu? 7. Vergleiche Q1 und Q2. Was fällt dir auf? Nenne und begründe die Unterschiede. Januar 1798: Die Invasion 10 Geschichte Schweiz 2. KOST AB2 Antworten zu den Seiten 86 und 87 1. Die Karikatur veranschaulicht die Schäden des sogenannten Franzoseneinfalls. Soldaten, in Farben der französischen Flagge (Tricolore) gekleidet, transportieren mit zwei Wagen eidgenössischen Besitz ab: im vorderen Geldsäcke, also den Staatsschatz, im hinteren Korn. Die Truppen sind bewaffnet. Im Vordergrund treiben französische Soldaten Vieh vor sich her. 2. Strategische Verbindung zwischen Frankreich und Italien, gefüllte Staatskassen der Kantone. 3. Gemeinsamkeiten: Werteangabe mit Ziffer und Jahreszahl, Lorbeerkranz, Figur mit zentralem Motiv und Umrandung. Unterschiede: andere Aufschriften, andere Figuren (Fahnenträger – Helvetia) 4. Alte Eidgenossenschaft: keine Einheitlichkeit, lockerer Staatenbund, innenpolitisch zerstritten, Herrschaft durch einige wenige Familien, Untertanen Helvetische Republik: zentralistischer Einheitsstaat, Untertanenverhältnisse abgeschafft, individuelle Freiheitsrechte eingeführt, einheitliche Währung, Handel- und Warentransport vereinfacht, neue Einteilung in Kantone 5. Mögliche Aussagen der Frau: Französische Soldaten entziehen ihr die Lebensgrundlage, indem sie das Vieh mitnehmen. Sie behaupten, dass sie Freiheit und Gleichheit bringen, jedoch handelt es sich aber hauptsächlich um einen Raubzug. 11 Geschichte Schweiz 2. KOST AB2 Mögliche Aussagen des französischen Soldaten: Aufgabe, die Revolution auch in die Eidgenossenschaft zu bringen. Revolution bringt neue Freiheiten und Vorteile, Rückständigkeit der Eidgenossenschaft muss von aussen behoben werden. 6. Brune: «Wir bringen euch die Freiheit!» Lavater: «Mit Gewalt kann man keine Freiheit bringen!» 7. Q1: Eidgenössischer Besitz wird abtransportiert, französische Soldaten sind bewaffnet Q2: Französische Republik will sich keinen eidgenössischen Besitz aneignen, gewährleistet persönliche Sicherheit, Glaubensfreiheit, Glaubensfreiheit, politische Unabhängigkeit und Integrität des Gebiets 12 Geschichte Schweiz 2. KOST AB2 Napoleon und die Franzosen Napoleon Bonaparte und die Franzosen beseitigten alle bestehenden Regierungen und Verfassungen und restrukturierten das ganze Gebiet vollständig neu. Mit Hilfe der französischen Besatzer schrieben Schweizer Revolutionäre eine neue Verfassung für die zentralistische Helvetische Republik, die im April 1798 in Kraft trat. Die Kantone (bisher selbständige Staaten) wurden zu Verwaltungseinheiten degradiert und nach dem Vorbild der französischen Départements neu eingeteilt. Während der «Helvetik» wurden die Kantone Léman, Oberland, Aargau, Waldstätte, Säntis, Linth, Thurgau, Bellinzona, Lugano, Rhätien, Baden und Fricktal neu geschaffen. Genf, Mülhausen und der Jura mit Biel kamen zu Frankreich; Neuenburg blieb preussisch, stand aber in keiner Verbindung mehr mit der Schweiz. Hauptstadt des Einheitsstaates war vorerst Aarau. Der Unterschied zwischen Kantonen, Untertanengebieten und gemeinen Herrschaften wurde abgeschafft. Die Eidgenössische Tagsatzung wurde durch ein Zweikammer-Parlament mit indirekt gewählten Abgeordneten ersetzt und als Regierung amtete ein fünfköpfiges Direktorium. Obwohl die Regierung in Schweizer Hand war, musste das Land einige Massnahmen der Franzosen akzeptieren, auf die man in der Schweiz lieber verzichtet hätte. Dazu gehörte die Verpflichtung, die französischen Soldaten zu beherbergen und mit Nahrungsmitteln zu versorgen sowie ihnen zu erlauben, die Schweiz als Transitland zu nutzen. Die Schweiz war ausserdem gezwungen, ihre Neutralität zu Gunsten eines Bündnisses mit Frankreich aufzugeben. Die Helvetische Republik folgte dem Modell der Aufklärer des 18. Jahrhunderts. Die Aufklärer wehrten sich gegen das autokratische System, in dem alle Macht in den Händen einiger weniger Herrscher lag. 13 Geschichte Schweiz 2. KOST AB2 Die neue Republik gründete auf der Gewaltentrennung: · Legislative (Parlament) · Exekutive (Regierung) · Judikative (für die Auslegung der Gesetze zuständig) Fragen zur alten Eidgenossenschaft: 1. Was beseitigten die Franzosen beim Einmarsch in die Schweiz? 2. Was geschah mit den bisherigen Kantonen bzw. wurde abgeschafft? 3. Durch was wurde die Tagsatzung ersetzt? 4. Welche Dinge mussten die Schweizer von den Franzosen akzeptieren? 5. Was ist ein «Transitland»? 6. Was ist ein «autokratisches System»? 7. Wie heissen die drei Formen der Gewaltentrennung? 14 Geschichte Schweiz 2. KOST AB2 Fragen zum Film «Helvetische Republik» 1. Warum eroberte Frankreich 1798 die Schweiz? 2. Wie war die Schweiz zur Zeit der Helvetik organisiert? 3. Warum scheiterte die Helvetische Republik 1802/1803? 4. Welche Nachwirkungen hatte die Helvetik? Fragen zum Film «Helvetische Republik» (Antworten) 1. Warum eroberte Frankreich 1798 die Schweiz? Strategische Lage zwischen Frankreich und Oberitalien (Verbindung) Gefüllte Staatskassen (3.5 Tonnen Gold und Silber 150 Mio. Fr.) Politische Organisation der Schweiz widersprach den franz. Vorstellungen 2. Wie war die Schweiz zur Zeit der Helvetik organisiert? Gewaltenteilung, Wahlrecht, Religionsfreiheit, Niederlassungsfreit, Pressefreiheit, vollwertige Kantone, etc. 15 Handelsfreiheit, Geschichte Schweiz 2. KOST AB2 3. Warum scheiterte die Helvetische Republik 1802/1803? Schweiz wurde zum Schlachtfeld von Europa Franzosen (westlich) – Russen (östlich) Gewalt und Zwang Schweizer wünschten sich alte Verhältnisse zurück Unitarier (Zentralismus) Föderalisten (Dezentralismus) Unfähigkeit anstehende Probleme zu lösen: Geldmangel 4. Welche Nachwirkungen hatte die Helvetik? Schweiz wurde kräftig modernisiert Untertanengebiete wurden endgültig angeschafft Neue Ideen wurden diskutiert: einheitliche Masse, Gewichte, Währungen Trennung von Staat und Kirche, Aufwertung des Schulsystems 16 Geschichte Schweiz 2. KOST AB2 Zusammenfassung 1798 bis 1803 In der Schweiz gibt es zwei grosse Lager: Die Republikaner, die nach dem Vorbild Frankreichs eine Republik anstreben, und die Eidgenossen, die alles beim Alten belassen wollen. Ein Republikaner holt Hilfe in Frankreich bei Napoleon Bonaparte. Napoleon reist sofort ab in die Schweiz und bewirkt eine Revolution. Ein wenig später zieht Napoleon durch die Schweiz in den Krieg nach Italien. Nach dem siegreichen Feldzug nimmt er auf dem Rückweg alle in der Schweiz stationierten Soldaten wieder mit nach Frankreich. Kaum sind die Franzosen weg, beginnen sich die Schweizer wieder zu streiten. Napoleon verfasst Regeln, wie die Schweizer in Frieden miteinander leben könnten, die so genannte Mediationsakte. Die Mediation beendete die ewigen Streitereien und war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur heutigen Schweiz. 17 Geschichte Schweiz 18 2. KOST AB2