Arbeitsblatt: Keltenwerkstatt 2

Material-Details

Die Texte zur Keltenwerkstatt
Geschichte
Altertum
4. Schuljahr
13 Seiten

Statistik

1915
1505
55
14.09.2006

Autor/in

Astrid Suter-Buchhofer
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Posten 1 Das gepflegte Äußere Die Kelten trugen meist farbenfrohe Trachten aus Leinen und Fellen und die Römer waren erstaunt über deren Sauberkeitsfimmel. Selbst die Armen unter den Kelten achteten auf eine gepflegte Kleidung. Es gab keinen freien Kelten, der in Lumpen herumlief, anders als sonst in der antiken Welt. Vielleicht war auch dies der Grund, warum die Kelten lieber ohne Kleidung in die Schlachten gingen, damit sie sich eben nicht schmutzig machten. Auch das Gold und all das Kupferzeugs sowie der Hof oder die Siedlung machten einen sehr geputzten Eindruck. Für ein Volk, das bevorzugt in dichten Wäldern lebt, macht das ja auch Sinn, aber auch reichlich Arbeit. Besonders die Bartmode der Kelten zeigt dies. Die Kelten hatten sich weitgehendst rasiert, trugen aber einen stolzen Schnurrbart. Die Männer wuschen ihre Haare mit Kalk, so dass diese besser abstehen und etwas wilder aussahen. Die Briten malten sich sogar noch blaue Muster auf den Körpern. Die Iren (Scoten) hatten karierte Muster auf ihren Umhängen. Die Umhänge wurden meist mit einer bronzenen Fibel ähnlich einer Sicherheitsnadel zusammengehalten. Auch die Frauen waren recht ansehnlich gekleidet. Behängt mit Schmuck, und als besonderes Zeichen galt der Fußreif und der Halsreif. Sie trugen geradezu die keltische Schmiedekunst wo immer es ging, an der Kleidung, in den Haaren oder eben am Körper. Die römischen und griechischen Frauen beneideten die keltischen Frauen und dies nicht nur um des Schmuckes wegen, sondern auch weil diese den Männern nahezu gleichgestellt waren und nicht selten auch Kriegerinnen waren. In Rom wurde es sogar zur Mode, wie die britannischen Frauen herumzulaufen, diese nämlich hatten bereits schon kleine Kosmetiktöpfchen und bemalten ihre Gesichter. Die Schönheit der keltischen Frauen hatte sich in der ganzen antiken Welt herumgesprochen. Posten 2 Interview Kleidung war den Kelten sehr wichtig. Sie waren richtig modebewusst. Trotzdem musste die Kleidung in erster Linie bequem, praktisch und wetterfest sein. Die Kelten konnten ihre Kleider nicht kaufen, sondern mussten alles selbst herstellen. Ufff! Wer einen neuen Rock wollte, musste erst mal ein Schaf scheren. Ich frag mal die Keltin da am Webstuhl, was sie macht. Frage: Hallo, macht du neue Kleider? Wie geht das? Keltin: Zuerst muss man die Schafswolle zu Garn spinnen. Das ist eine sehr mühsame Arbeit. Mir schmerzen schon die Hände davon. Dann kann man das Garn färben und Stoff daraus weben. Das mache ich hier gerade. Frage: Und wenn der Stoff fertig ist? Keltin: Dann nehme ich eine Nadel aus Knochen und schneidere die gewünschten Kleidungsstücke -ganz einfach. Frage: Das findet auch nur sie. So und jetzt wollt ihr wahrscheinlich wissen, was für Klamotten die Kelten trugen: Männer trugen lange wollene Hosen – sogenannte Braken und ärmellose Hemden. Darüber eine Tunika, die mit einem Gürtel gehalten wird. Frauen bevorzugten lange lose Kleider, so richtige Sackkleider, und betonten ihre Taille ebenfalls mit einem ledernen Gürtel. Diese Kleidungsstücke gab es in den verschiedensten Farben. Rot war sehr beliebt aber auch lila. Aber eine Gemeinsamkeit hatten sie alle: Karomuster!!! Karo war einfach der allerletzte Schrei. Zur Zeit der Kelten gab es weder Reißverschluss noch Klettverschluss – nicht einmal Knöpfe. Hm. was haben die bloß gemacht, dass ihnen nicht plötzlich die Kleider vom Leib fallen? Clever wie sie nun mal waren – haben sie die Fibel erfunden. Die Fibel funktioniert ähnlich wie eine Sicherheitsnadel. Sicherheitsnadeln sehen natürlich total doof aus – das fanden auch die Kelten. Deshalb haben sie sie verziert: mit Gold und Email; immer ein bisschen schöner und kunstvoller, bis die Fibel plötzlich ein Schmuckstück war. Schmuck liebten die Keltinnen und Kelten. Und sie waren echt eitel. Wenn ein Kelte so dick war, dass ihm sein Gürtel nicht mehr passte, wurde er nicht nur von allen ausgelacht, sondern musste eine fette Geldstrafe an seinen Stamm zahlen. Posten 3 Und die Haare? Wenn man so einen Kelten sieht, kriegt man erst mal einen ordentlichen Schreck. Die sahen nämlich ziemlich wüst und Furcht einflößend aus. Egal, ob Mann oder Frau – sie waren mächtig groß, sehr muskulös und hatten eine wilde Haarmähne. Blond war total in; deshalb versuchten alle Dunkelhaarigen ihr Haar mit Kalkwasser hell zu färben. Meistens hat das nicht so gut geklappt. Stattdessen verklebten die Haare und standen dann in wilden Büscheln vom Kopf ab. Das sieht dann ähnlich aus wie bei meinem Kollegen Pumuckl. Ich frag mal den Kelten da drüben, ob er das echt schick findet. Frage: Sag mal, was hast du denn da für eine schräge Punkfrisur? Kelte: Das ist meine Extra-Kriegsfrisur. Frage: Und warum kämmst du dir alle Haare vom Nacken in die Stirn? Du hast ja nen richtigen Turm auf. Wie hält denn das? Kelte: Da ist Kalkwasser drin. Das hat ungefähr die Wirkung von Klebstoff. Frage: Aber mal ehrlich, ich will dir ja nicht zu nahe tretendas sieht einfach bescheiden aus! Da könnte man sich direkt fürchten. Kelte: Das ist ja auch der Sinn der Sache. Mit der Frisur kann man die Römer vertreiben. Posten 3 Verschiedene Frisuren Ihrem Haupthaar schenkten die jungen Kelten besondere Aufmerksamkeit. Die Frisuren wurden kunstvoll geflochten In Irland galt es sogar als Aufnahmekriterium in den Verband der erwachsenen Krieger daß man weite Strecken mit diesen kunstvollen Flechtfrisuren laufen konnte. Mittlerweile kann man zwischen acht verschiedenen Haarmoden im keltischen Gebiet unterscheiden 1. die Haare liegen an nur eine Locke ringelt sich über die rechte oder linke Schläfe. 2. Eine dem in den 70er Jahren modernen Irokesenschnitt ähnliche Frisur bei dem in der Scheitelgegend ein Haarbüschel aufstand 3. Ein Zopf der aus einem Haarknoten über dem Ohr entstand ähnlich wie der Haarknoten der Sueben während der Völkerwanderung 4. Ein Zopf der erst am Ende des Hinterkopfes ansetzt 5. Alle Haare werden zusammengefasst und über dem Scheitel zusammengebunden, manchmal auch geflochten 6. Die Haare stehen wild vom Kopf und wurden unter Beifügung eines Haarklebers meist Kalk steif und hart gemacht. 7. Offene Haare mit Mittelscheitel 8. Zwei lange Zöpfe die aus dem Mittelscheitel geflochten wurden Wenn ein junger Kelte allerdings auf Brautschau ging trug er seine Haare zu einem Knoten am Hinterkopf geflochten während einzelne manchmal eingefärbte Haarsträhnen hervorschauten Adliges Keltenpaar aus der Gegend vom heutigen England Posten 4 Die Ernährung Die Kelten waren hauptsächlich Bauern, die sich mit der Bestellung des Bodens, dem Hüten der Herden und der Pflege des Waldes beschäftigten. Die Nutztiere der Kelten waren hauptsächlich Schafe, Rinder und Schweine, allerdings andere Sorten als heute, wobei die Schafe wohl mehr der Wolle und der Milch als des Fleisches wegen gehalten wurden. Neben dem Fleisch wurden auch Knochen, Horn, Häute und Sehnen verarbeitet. Hunde waren bei den Kelten sehr beliebt: es gab vielerlei Rassen, von kleinen Schosshündchen bis hin zu grossen Jagdhunden. Auch die Hunde wurden wegen ihrer Häute geschlachtet. Pferde jedoch wurden vor allem als Reit- und Zugtiere für den Ackerbau, den Transport und auch die Kriegführung gebraucht. Dennoch wurden sie ebenso wie Hunde bisweilen auch verspeist. Die Jagd war sowohl bei den Adligen als auch beim Bauernvolk beliebter Sport und diente gleichzeitig der Nahrungsbeschaffung. Es wurden Vögel, Eber, Hasen, Rotund Damwild, aber auch Füchse, Wölfe und Dachse (diese jedoch der Felle wegen) gejagt. Neben der Tierhaltung und der Jagd bauten die Kelten Getreide und Hülsenfruechte wie Erbsen, Bohnen und Linsen an. Man sammelte Wildpflanzen, Obst und Beeren. Die Wälder wurden sorgfältig gepflegt, um kräftige Stämme für Bauzwecke, sowie Schlagholz für Wälle, Zäune und als Brennmaterial zu erhalten. Die Nahrungsmittel mussten über den Winter konserviert werden, damit die Vorräte bis zur nächsten Ernte reichten. Es gab verschiedene Methoden zur Konservierung: das Fleisch wurde eingesalzen oder geräuchert, Gemüse und Getreide wurden, meist in Säcken, trocken gelagert. Posten 4 Interview Frage: Ihr habt ziemlich viele Tiere hier auf dem Hof. Kelte: Ja, wir haben so ungefähr alles: Rinder, Schweine, Hühner, Schafe und Gänse. Die bringen uns den nötigen Fleischvorrat. Außerdem kann man damit auch andere nützliche Dinge herstellen: die Rinderhaut kann man zu Leder verarbeiten und die Schafswolle zu Kleidungsstücken. Frage: Zur täglichen Arbeit gehörte aber auch der Getreideanbau. Das hat zur Zeit der Kelten gar keinen Spaß gemacht. Schließlich hatten sie noch nicht die großen Bulldogs und Mähdrescher wie die Bauern heutzutage. Kelte: Ja, Feldarbeit ist sehr mühsam. Um das Feld bestellbar zu machen, haben wir Pflüge aus Holz mit Eisenspitzen. Wir bauen sehr viel Getreide wie Weizen, Roggen, Dinkel und Hafer an. Und natürlich auch Gemüse. Einen Teil davon legen wir in Salz ein. Das hält sich dann besser für den Winter. Ja, Fleisch haben die Kelten ständig gegessen – sogar schon zum Frühstück! Es gab aber auch genügend andere Leckereien: Obst und Gemüse, Milch und Eier, sogar Käse. Und die Keltinnen verstanden sich auf Kochen. Zu dumm bloß, dass es keine Süßigkeiten gab Das einzig Süße, was die Kelten hatten, war Honig und der wurde natürlich für besondere Tage aufgehoben. Posten 5 Die keltische Gesellschaft Bei den keltischen Stämmen wusste jeder ganz genau, wohin er gehörte: Am meisten Macht hatte das Stammesoberhaupt, meistens ein Fürst gefolgt von den Adligen. Dann kamen die freien Bauern und Krieger, sodann die grosse Masse des halbfreien Volks (das Gesinde) und zuletzt die Unfreien (Sklaven). Die Druiden (Priester und Richter) standen neben oftmals sogar über dem Adel. Die Adligen Mächtige Fürsten beherrschten das Land, reich geworden durch Handel, einer geschickten Heirat oder Eroberungspolitik oder dadurch das ihrer Burgen, günstigerweise endlang der Handelsrwege lagen. Mächtige Stämme oder Sippen und deren Anführer scharten eine ihnen gegenüber zu Dienstleistungen und Abgaben verpflichtete Gefolgschaft um sich. Das Volk Oft werden die Kelten als blutrünstig abgetan. Dabei wird oft vergessen das sie handwerklich sehr begabt waren. An dem Hof eines Fürsten arbeiteten Schmiede, Keramiker, Schmuckhersteller, sowie die mit der Produktion von Lederwaren und Stoffen beschäftigten Personen. Nicht zu vergessen die Kunsthandwerker die aus importiertem Bernstein, aus Hirschhorn und Knochen Schmuck fertigten. Diese Handwerker waren sehr begabt und ihre Arbeiten wurden auch von den Griechen und Römern sehr geschätzt. Ein hoher Arbeitsaufwand musste von den Leuten erbracht werden. Die Adligen lebten auf grossem Fuss, sie benötigten eine grosse Menge dieser Produkte für den Eigenbedarf und für Tauschgeschäfte. In einiger Entfernung zu den Burgen gab es Aussensiedlungen. Man nimmt an, dass dort die Leute lebten, die in der Landwirtschaft tätig waren, also Bauern und Hirten. Diese versorgten die Bewohner der Burg mit ihren Erzeugnissen. Posten 6 Der Druide In der keltischen Gesellschaft standen die Druiden ganz oben, manchmal noch vor dem König oder dem Fürsten. Ihr Wort war Gesetz, die Sprache der Götter. Wer sich dem nicht beugte, wurde aus der Gemeinschaft ausgestossen. Für die Kelten die schlimmste Strafe überhaupt, zumal man diesen Menschen dann mied wie die Pest oder ihn gar bei nächster Gelegenheit umbrachte, da er als rechtlos galt. Also hatten die Druiden eine unheimliche Macht, aber eine genauso grosse Verantwortung. Der mächtigste Mann im Land war der Oberdruide. Wenn er donnerte, rannte alles. Einmal im Jahr versammelten sich alle Druiden um zu beraten und um Recht zu sprechen, wenn sie Menschen, denen eine Ungerechtigkeit widerfahren war, sich hilfesuchend an sie wandten. Ausserdem waren sie in Astromonie und Pflanzenheilkunde, der Dichtkunst, Philosophie und dem Deuten der Zeichen der Natur wahre Meister. Auch schreiben konnten sie, was sie aber nur anwandten, wenn es Verträge zu erstellen gab. Man musste bis zu20 Jahre lernen, bis man zum Druiden wurde. Dennoch bleibt sehr Vieles im Verborgenen. Leider weis man nicht viel über sie und so ist ihnen in Laufe der Zeit viel angedichtet worden. Das Bild vom weißhaarigen Greis, der mit einer goldenen Sichel, die Mistel von der Eiche holt und in einem großen Topf einen Zaubertrank kocht, ist in Comics in Ordnung, hat aber kaum etwas mit der Realität zu tun. Die Ausbildung zum Druiden Noviziat. Das Noviziat dauert drei bis fünf Jahre und endet mit der ersten Initiation. (Mond) Erste Prüfung Die erste Prüfung erfolgt nach circa 3 Jahren und beinhaltet den allgemeinen Wissensgrad. (Erster Stern) Zweite Prüfung Die zweite Prüfung erfolgt nach circa fünf Jahren und beinhaltet den spezifischen Wissensgrad. (Zweiter Stern) Dritte Prüfung (Grosses Mysterium) Die dritte Prüfung wird nach zehn Jahren abgelegt und ist die letzte Prüfung. Diese letzte Prüfung endet mit der Ernennung als Lehrer. (Dritter Stern) Mond und Sterne sind ein äußeres Zeichen der Verantwortung und Liebe. Sie werden bei Zusammenkünften und Zeremonien zwischen den Brauen getragen. Ansonsten erkennt man die Zugehörigkeit an silbernen Broschen oder Anhängern. Posten 7 Wie die Kelten waren Persönlicher Mut war eine Selbstverständlichkeit. Durch kriegerisches Können erreichte man Ansehen, Macht, Gefolgschaft und Reichtum. Da jeder Macht, Reichtum und Gefolgschaft wollte, gab es eine anfällige Rangordnung. Jeder Adlige war ständig bemüht sein Ansehen noch zu vergrössern und auf der gesellschaftlichen Treppe nach oben zu fallen. Auch die Gastfreundschaft war eine Selbstverständlichkeit. Feierlichkeiten waren oft wilde, trinkfreudige und tödliche Veranstaltungen, aber in erster Linie waren sie wichtige gesellschaftliche Zusammenkünfte, bei denen mitunter auch Zeremonie und Religion mit einflossen. Die Adligen saßen beispielsweise in der normalen Rangfolge und wurden von ihren Gefolgsleuten bedient. Bei solchen Anlässen gab es reichlich zu essen und zu trinken. Unterhaltung, Lobesgesänge und Geschichtenerzählen gehörten einfach dazu. Mitunter kam es zu Duellen, wenn zuviel Alkohol konsumiert worden war, die dann auch tödlich enden konnten. Reichtum erlangte man in dieser Gesellschaft durch Krieg. In der späteren Eisenzeit war dann eine weitere Möglichkeit die Kontrolle über die Landwirtschaft und den Handel. Als mächtig galt auch, wer viele Klienten hatte. Klienten waren dem Adligen zu Dienst und Unterstützung als Gegenleistung für dessen Schutz verpflichtet. Je mehr Klienten, desto weiter reichte der Einfluss über Land und Reichtum der Gemeinschaft. Es war sogar möglich sich Klienten aus anderen Stämmen zu holen und mit Adelsfamilien von Nachbarvölkern Bündnisse zu schließen. So nahm die Anzahl der armen Freien immer mehr zu, zunehmend gerieten sie in die Abhängigkeit. Gründe für ihr Klientelverhältnis waren vermutlich häufig Missernten, Hungersnöte und andere Probleme, die sie in die Arme der Reichen trieben. Die gesellschaftliche Stellung der Frau Auch wenn die Frau nicht auf der gleichen gesellschaftlichen Stufe wie die Männer standen, waren sie hochgeehrt und hatten große Freiheiten, wie sie in anderen Kulturen nur schwerlich vorhanden waren. Auch bei gemeinschaftlichen Entscheidungen hatten die Frauen Mitbestimmungsrechte. Die keltische Frau arbeitete auch schwer auf dem Felde und es wird sogar vermutet, dass sie mit in den Krieg zog, da Frauen sich im Rausch des Kampfes in der Verteidigung von Haus und Hof als gnadenlose Gegner erwiesen. Im Allgemeinen hatte der Mann das „Hoheitsrecht in der Familie, wobei im Adel der Titel usw. stets von Vater zu Sohn übergeben wurde. Jedoch gab es auch keltische Stämme, wo die „Blutlinie von Mutter auf Tochter übergeben wurde. Posten 8 Die keltischen Feiertage Die Kelten lebten noch nicht nach demselben Kalender wie wir. Naturobjekte wie Berge, Höhen, Quellen oder Flussmündungen oder besondere Bäume waren Gegenstand der Verehrung und des Kultes. Sie kannten weder den Begriff von Teufel und Hölle, auch der Begriff der Sünde oder der ewigen Verdammung war ihnen unbekannt. Für Verstösse wurde im irdischen Leben bezahlt und dieses im wahrsten Sinne des Wortes. Nach keltischem Recht hatte der Täter das Opfer oder die Familie des Opfers zu entschädigen. Religion und Kult der verschiedenen keltischen Volksgruppen waren weitgehend gleich. Dort, wo es ein Königtum gab, hatte der König die Pflicht rituelle Handlungen auszuführen. Die keltischen Hauptgötter waren Lug, Grannus, Belenus, Esus, Teutates Taranis und Ogma Zu den in der ganzen keltischen Welt bekannten Göttern kamen noch örtliche Gottheiten, die nur von einzelnen Stämmen oder nur an einzelnen heiligen Stätten verehrt wurden. Die hohe soziale Stellung der Frau spiegelte sich in der großen Zahl weiblicher Gottheiten wider. Die Druiden waren die Priester der keltischen Gesellschaft. Zu ihren Aufgaben gehörten Traumdeutung und Weissagung aus dem Vogelflug oder den Eingeweiden von Opfertieren sowie die Darbringung von Opfern und die Leitung der Rituale bei religiösen Festen. Die Kultstätten der Kelten waren in der Regel eingefriedete Heiligtümer; es wurden aber auch einige komplexere Anlagen entdeckt. Die britischen Druiden hatten ihr Kultzentrum auf der Insel Anlesey vor der walisischen Küste. Wie bei den Römern galten auch bei den Kelten Bäume als heilig. Die Druiden waren nicht nur Priester, sondern auch Ärzte, Richter und politische Berater. Sie genossen hohes Ansehen und gaben ihre Kenntnisse mündlich weiter. Die Kelten feierten viele religiöse Feste: Die Hauptfeste: Samhain Totenfest, Nacht zum 1.November Imbolc 1. Februar Beltane 1. Mai Lughnasad 1. August Die Nebenfeste: Alban Arthuan Mittwinter ca. 21. Dezember Alban Eiller Frühlings Tagundnachtgleiche ca 21. März Alban Heruin Mittsommer ca 21. Juni Alban Eluen Herbst Tagundnachtgleiche ca. 21. September Samhain – Totenfest Nacht zum 1. November Fest der Toten und der Anderswelt Symbole: Kürbis, Mais, Schädel Das vielleicht unheimlichste Fest, aber auch ein sehr interessanter Tag: am November -Vorabend ist der Schleier der unsere Welt von der Anderswelt trennt am dünnsten (besonders im Nebel). Die Bewohner der Anderswelt, Feen und Elfen, kamen manchmal zu uns und nahmen Menschenkinder, die sie für würdig befanden, mit in ihre Welt. Die Eltern hatten Angst und höhlten Kürbisse aus (höchstes druidisches Symbol für Schutz). Dann wurde der Kürbis ans Fenster gestellt, um die Feen und Elfen abzuschrecken. Zu Samhain steht die Anderswelt offen, Vergangenheit und Gegenwart verbinden sich, die Geister der Ahnen werden wach. Durch das rituelle Gedenken leben sie in unserem Geist weiter. Wir werden uns bewusst, dass sie ein Teil von uns und wir ein Teil von ihnen sind und der Tod ein Teil des Lebens und das Totenreich ein Teil der Welt ist, ohne den es kein Leben gibt. Samhain ist das Fest, an dem Mutter Erde sich zur Ruhe begibt. Imbolc Kerzenfest Abend des 1. Februar Fest der Reinigung und der Fruchtbarkeit Symbole: Kerze und Herdfeuer Imbolc (auch als Tag der Heiligen Brigid bekannt) ist der Tag zwischen der Wiedergeburt des Lichts und der Manifestation des Lebens an sich. Er ist auch bekannt als Candlemas oder, in Deutschland, als Lichtmess, was bedeutet, dass man wieder ohne Kerzen leben kann, man kann das (künstliche) Licht wieder missen. Die Tage werden länger, doch die Nacht ist immer noch länger als der Tag. Es ist Zeit, das Heranwachsen des Sonnengottes und das damit verbundene Versprechen neuen Lebens zu feiern. Imbolc ist der Beginn des Frühlings. Imbolc bedeutet im Schoss: Das neue Leben ruht noch im Schoss der Erde, beginnt sich aber schon zu zeigen. Das erste Frühlingslicht wird mit Fackeln und Kerzen begrüsst und verstärkt. Imbolc ist der Göttin des neuen Lichts, der Quellen und der Dichtung, Brighid geweiht. Die irische Heilige Brigitta von Kildare, die am 1. Februar gefeiert wird, ist unhistorisch ein Pseudonym für die Göttin, der die Quelle Kildare heilig war. Auch hier ist wieder einmal ein heidnisches Fest von der Kirche vereinnahmt worden, eben Lichtmess. Beltaine Feuerfest Nacht zum 1. Mai Fest des Feuers und der Blumen. Symbole: Feuer, Blumen, Maibaum In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai gingen unsere Vorfahren in eine Waldlichtung und entzündeten ein grosses Feuer. Sie tanzten die ganze Nacht um das Feuer herum, sangen und tranken. Gegen den Sonnenaufgang verschwanden Pärchen und solche, die sich gefunden hatten im Wald und liebten sich. In Deutschland ist dieses Fest auch als Walpurgisnacht bekannt, wo die Hexen im Hain halbnackt ums Feuer tanzen. Beltaine ist der Übergang vom Frühling zum Sommer und bedeutet so was wie leuchtendes Feuer oder Feuer des Bel (Belenos). Es ist ein Fest der Reinigung und Fruchtbarkeit, der Zeit der Stärke und Reife. Belenos ist der keltische Lichtgott, der Baldur entspricht. Der Gang zwischen zwei Beltaine Feuern reinigt und hält Seuchen fern. Viele Beltaine Riten leben in bäuerlichen Maibräuchen fort. Der Maibaum ist zugleich Fruchtbarkeitssymbol und Repräsentant des Weltbaums, an dem der Schamane durch die Welten reist. Denn wie zu Samhain, das am Jahresrad gegenüber liegt, steht zu Beltaine die Anderswelt offen. Daher ist der Vorabend, die Walpurgisnacht, ein magisches Datum bekanntlich das Fest der Hexen.