Arbeitsblatt: Buddhismus - Broschüre

Material-Details

Broschüre mit Lernaufgaben. Thema: 1. Lebensstationen Buddhas 2. Edler Achtfacher Pfad 3. Glossar
Lebenskunde
Religionslehre / Bibel
7. Schuljahr
10 Seiten

Statistik

192853
74
3
14.01.2020

Autor/in

Monika Werner
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Buddhismus 1 1. Nenne die wichtigsten Lebensstationen Buddhas 2. Fünf Charaktermerkmale Buddhas 3. Buddha wurde motiviert durch 2 Der Edle Achtfache Pfad Der Edle Achtfache Pfad ist eine der bekanntesten Lehren des Buddha. Er entspricht der vierten Edlen Wahrheit, also dem Weg zum Aufhören des Leidens. In der Vorstellung der Buddhisten befinden sich alle Lebewesen in einem leidvollen Kreislauf der Wiedergeburten. Ursachen für unser Leiden sind Gier, Hass und Unwissenheit. Das Ende des Leidens kann erreicht werden, indem die Begierde überwunden wird. Grundvoraussetzung dafür ist ein Leben nach bestimmten Regeln (Edler achtfacher Pfad). Die Einsicht in diese Zusammenhänge ist eine grosse individuelle Eigenleistung. Wer sie gewonnen hat, wird schliesslich als einer beschrieben, der die Erleuchtung (Sanskrit: Bodhi) gefunden hat. Das Symbol für den Pfad ist ein achtspeichiges Rad, genannt Dharmachakra oder Rad des Dharma. Es ist gleichzeitig ein Sinnbild für den Buddhismus. Die acht Speichen stehen für die einzelnen Schritte des Edlen Achtfachen Pfades. Alle Buddhisten sollten sich bemühen, dem Edlen Achtfachen Pfad zu folgen. Und das sind die acht Schritte des Edlen Achtfachen Pfades: Rechte Ansicht – verstehen, dass das Leben immer Veränderung mit sich bringt, was wir oft als leidvoll erfahren. Erkennen, dass der Weg, um Leiden zu überwinden und glücklicher zu werden, im Befolgen des Achtfachen Pfades liegt. Rechter Entschluss – sich selbst verpflichten, dem Pfad mit ganzem Herzen zu folgen. Rechte Rede – in positiver und hilfreicher Weise reden, die Wahrheit sprechen. Rechtes Verhalten – ein Leben anhand der ethischen Vorsätze führen. Rechter Lebensunterhalt – einer Arbeit nachgehen, die anderen nicht schadet, sondern ihnen hilft. Rechte Anstrengung – freundlich und positiv gesinntes Denken üben. Rechte Achtsamkeit – sich selbst, anderer Menschen und seiner Umwelt völlig gewahr sein. Rechte Meditation – geistiges Training für eine ruhige und positive innere Haltung. 3 Aufgaben: 1. Beschrifte jede Speiche des abgebildeten Rades mit je einem Schritt des Edlen Achtfachen Pfades. 2. Erkläre mit eigenen Worten, was jeder Schritt bedeutet. 3. Suche dir einen Schritt heraus, den du besonders wichtig findest und schreibe auf, wie er in der heutigen Zeit zum Ausdruck kommen könnte 4 5 Glossar Asket Dies ist die Bezeichnung für einen Menschen, der auf weltliche Dinge wie Besitz und Familie verzichtet, um als Bettelmönch höhere religiöse Ziele zu erreichen. Ein Asket übt sich oft im Fasten und in der Meditation. Bodhisattva (Sanskrit: BodhiErleuchtung; sattvaWesen) Ein Bodhisattva ist ein «Erleuchtungswesen», d.h. er trägt die Erleuchtung in sich. In den alten Texten wird der historische Buddha vor der Erleuchtung so genannt. Später kam die VorstellungErleuchtung so genannt. Später kam die Vorstellung auf, dass ein Bodhisattva aus Mitgefühl mit anderen Lebewesen auf das eigene, vollständige Verlöschen (Nirvana) verzichtet, um anderen Lebewesen auf dem Weg zur höchsten Erkenntnis zu helfen. Budai/Hotei Wörtlich bedeutet der chinesische Name Budai (auf Japanisch Hotei) «Hanfsack». So nennt man die Figur des fröhlich lachenden Mönchs mit seinem kugelrunden Bauch und grossen Sack. Es wird erzählt, Budai habe im 10. Jahrhundert als Bettelmönch in China gelebt. Er sei immer fröhlich und zufrieden gewesen. Für sich selber nahm er nichts, aber aus seinem Sack verteilte er Kindern und armen Leuten Geschenke. Er gilt auch als Manifestation von Maitreya, dem Buddha der Zukunft. In der Schweiz findet man solche Figuren manchmal in chinesischen Restaurants, aber auch auf Tee-Schachteln oder Jeans-Labels. Buddha Dieses Wort ist ein Ehrentitel und bedeutet «Erwachter». Oftmals sagt man auch «Erleuchteter». Beim Prinzen Siddhartha Gautama spricht man vom historischen Buddha oder von Buddha Shakyamuni. 6 Dalai-Lama Dalai-Lama bedeutet „Lehrer, dessen Weisheit so groß ist wie der Ozean. Der Dalai-Lama ist für viele Buddhisten in Tibet deshalb der wichtigste Mensch der Welt. Sie glauben, dass niemand so weise ist wie er und dass seine Seele immer wieder neu geboren wurde und er schon seit vielen Jahrhunderten ihr Oberhaupt ist. Zurzeit lebt nach dem Glauben der Buddhisten der 14. Dalai-Lama. Er heißt Tenzin Gyatso und wird auf der ganzen Welt als großer Botschafter des Friedens verehrt, denn er reist immer wieder durch alle Länder und setzt sich überall ein für mehr Toleranz, Respekt und ein Leben ohne jede Gewalt. 1989 erhielt er den Friedensnobelpreis für seinen Kampf um Frieden und Menschlichkeit. Lange Zeit lebte der Dalai-Lama als politisches Oberhaupt in Tibet. Im Jahr 1959 übernahm China jedoch die Kontrolle über das Land. Damit waren die Tibeter nicht einverstanden und der Dalai-Lama musste fliehen. Seither lebt er in Indien. Trotzdem blieb er das Oberhaupt der Tibeter. 2011 legte er sein Amt jedoch nieder und erklärte, dass es nach seinem Tod keinen Dalai-Lama mehr geben wird. Das hat die Tibeter sehr geschockt. Die meisten von ihnen verehren ihn trotzdem bis heute als ihren „Leiter. Karma (Sanskrit: KarmaTat, Handlung) Jede Tat – positiv wie negativ – hat Folgen für den weiteren Lebensweg und auch für die nächste Wiedergeburt. Karma, also eine Tat, ist nach alter buddhistischer Lehre gedanklich, sprachlich und körperlich zu verstehen. Kreislauf der Wiedergeburten Nach buddhistischem Verständnis ist jedes Lebewesen dem Kreislauf der Wiedergeburten unterworfen: Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt Diesen Kreislauf nennt man «Samsara» und er wird als leidvoll angesehen. Ziel ist es, aus diesem leidvollen Kreislauf ausbrechen zu können. Wer dies schafft, ist 7 im Zustand des Nirvanas. Meditation Der Begriff Meditation wird im religiösen wie im weltlichen Kontext verwendet. Er bezeichnet unterschiedlichste Übungen zur Konzentration und Sammlung des Geistes. Die Meditation ist ein wichtiges Hilfsmittel auf dem Weg zur Erleuchtung so genannt. Später kam die VorstellungErleuchtung. Mudra Die Buddha-Statuen halten ihre Hände nach festgelegten Regeln. Diese Gesten werden Mudras genannt. Die Mudras haben eine symbolische Bedeutung, das heisst die Figuren teilen den Betrachtern etwas mit. Es gibt mehr als 100 verschiedene Mudras. Hier werden vier erklärt: Geste der Ermutigung abhaya-mudra Durch diese Geste wird Schutz ausgedrückt, und die Gläubigen werden aufgefordert, furchtlos dem Weg Buddhas zu folgen. Ausserdem steht sie für Frieden. Geste der Meditation dhyana-mudra Die aufeinandergelegten Hände sind eine Haltung der Konzentration und Meditation. Geste der Erdberührung 8 bhumisparsha-mudra Wenn Buddha die Erde berührt, ist der Moment seiner Erleuchtung dargestellt. Wie in seiner Lebensgeschichte beschrieben, hat er die Erde als Zeugin dieses wichtigen Moments angerufen. Geste der Weisheit dharmacakra-mudra Diese Geste symbolisiert das Drehen des Rads der Lehre. Man kann daran erkennen, dass die so dargestellte Figur eine Predigt hält. Nirvana Das Wort bedeutet wörtlich «Verlöschen». Es ist ein Zustand des Loslassens. Damit ist das Aufhören aller Leid verursachenden Leidenschaften und damit das Ausbrechen aus dem Kreislauf der Wiedergeburten gemeint. Rad der Lehre Durch das Symbol des Rades – ein altes Herrschafts- und Sonnensymbol – wird die buddhistische Lehre dargestellt. Stupa Ursprünglich waren Stupas Grabmonumente und enthielten einen Teil der Asche des historischen Buddha. Heute gibt es in allen buddhistischen Ländern unzählige solcher Bauwerke, 9 die alle eine Reliquie, also ein Andenken, an den Buddha, einen grossen religiösen Meister oder die buddhistische Lehre enthalten. Als Verehrungsobjekte werden sie von den Gläubigen im Uhrzeigersinn umschritten Swastika Der (oder auch die) Swastika ist ein uraltes Symbol, das in vielen Kulturen verbreitet war. Als altindisches Glückssymbol, das auch als Sonnenrad bekannt ist, findet es sich auf der Brust oder den Fusssohlen des Buddhas wieder. Im 20. Jahrhundert haben die Nationalsozialisten den Swastika, das «Hakenkreuz», für ihre Zwecke umgedeutet und missbraucht. Vier edle Wahrheiten Die vier edlen Wahrheiten formulieren vier Erkenntnisse, die Voraussetzungen für das Durchbrechen des Kreislaufs der Wiedergeburten sind. Die erste Wahrheit besagt, dass alles Leben Leiden ist. Die zweite benennt die Ursachen für das Leiden: Hass, Gier und Unwissenheit. Die dritte Wahrheit besagt, dass durch das Überwinden der Ursachen des Leidens das Leiden selbst beendet werden kann. Und die vierte Wahrheit besagt, dass es einen Weg zur Überwindung allen Leidens gibt, den edlen achtfachen Pfad Zeichen auf Stirn Das Zeichen auf der Stirn des Buddhas wird als eines der 32 Merkmale eines grossen Mannes aufgezählt und als Haarlocke beschrieben. Im übertragenen Sinne verkörpert es Glanz und Licht. Die Stelle zwischen den Augenbrauen ist nach alter indischer Vorstellung ein wichtiger Energie- punkt (Sanskrit: Chakra) im Körper. Im Hinduismus und Vajrayana-Buddhismus stellt man sich diesen Punkt als drittes Auge vor. 10