Arbeitsblatt: Lebende Fossilien - Gruppenarbeit

Material-Details

SchülerInnen erarbeiten sich selbständig drei verschiedene lebende Fossilien (Perlboot, Pfeilschwanzkrebs und Quastenflosser) und stellen sich gegenseitig die verschiedenen Dauerformen vor. Anschließend werden die Ergebnisse in Form einer Tabelle gesichert.
Biologie
Evolution
7. Schuljahr
5 Seiten

Statistik

194960
59
2
03.09.2020

Autor/in

Martina Philippi
Land: Deutschland
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Die Pfeilschwanzkrebse Pfeilschwanzkrebse werden als lebende Fossilien bezeichnet. Die Pfeilschwanzkrebse sind entfernt mit den Spinnentieren verwandt. Sie besiedeln seit 540 Millionen Jahren die Erde und hatten ihre Hochphase vor etwa 440 Millionen Jahren. Sie haben sich in diesen Millionen von Jahren kaum verändert. Heute schwimmen noch vier Arten durch das Flachwasser tropischer und subtropischer Meere: Eine an der nordamerikanischen Atlantikküste, drei weitere in Südostasien. Für den Namen „Pfeilschwanzkrebs ist der spitze, bewegliche Schwanzstachel verantwortlich. Zur Fortbewegung dienen fünf Beinpaare, die abwechselnd bewegt werden. Ihre Färbung reicht von dunkel-rotbraun bis schwarzbraun. Pfeilschwanzkrebse werden ca. 85 cm groß. Sie leben auf Sand- und Schlickböden, wo sie sich von Krebstieren, Pflanzenteilen und Aas ernähren. Bei Gefahr graben sie sich schnell durch wiederholtes Zusammenrollen und Auseinanderklappen in den Sand ein. Sie können aber auch mit der Bauchseite nach oben schwimmen. Die Tiere laichen an Land und liefern damit vielen Wattvögeln eine energiereiche Mahlzeit. Die Weibchen legen ihre 200 bis 1000 Eier in eine flache Sandmulde, wo sie dann vom Männchen besamt und zugedeckt werden. Bis zur Geschlechtsreife der Jungtiere dauert es 9 bis 12 Jahre. Pfeilschwanzkrebse werden in der Medizin genutzt, weil mit ihrem blauen Blut Bakteriengifte nachgewiesen werden können es gerinnt dann zu einem Gel. Wegen der Zerstörung ihrer Laichgründe und wegen des Fanges zur Erzeugung des Nachweismittels ist der Atlantische Pfeilschwanzkrebs gefährdet. Normalerweise beträgt seine Lebenserwartung bis zu 20 Jahren. Der Quastenflosser Der Klassiker unter den lebenden Fossilien ist sicherlich der Quastenflosser: Seit im Jahre 1938 erstmals ein Tier vor Südafrika im Indischen Ozean gefangen wurde, fasziniert der Fisch die Evolutionsbiologen. Ist der Quastenflosser womöglich das Bindeglied zwischen den Fischen und den Landlebewesen? Quastenflosser bilden in sehr frühen Lebensstadien eine Lunge aus, was auf ihren ursprünglichen Lebensraum im Übergang vom Meer zum Land hindeutet. Die ersten Fossilien eines quastenflosserartigen Fischs finden sich vor 400 Millionen Jahren, die bislang letzten stammen von vor ca. 70 Millionen Jahren. Dazwischen klaffte eine Lücke bis zum Jahre 1938. Damit sind Quastenflosser fast doppelt so alt wie die Dinosaurier. Heute kennt noch man zwei lebende Arten. Quastenflosser erreichen eine Körperlänge von maximal 2 Metern und können 100 kg schwer werden. Die Lebenserwartung der Quastenflosser wird anhand von Funden auf maximal hundert Jahre geschätzt. Die zahnartigen Erhebungen auf den groben bläulichen bis gräulichen Schuppen des Quastenflossers schützen ihn in der Dunkelheit vor Verletzungen durch scharfe und spitze Felsenkanten. An felsigen Hängen besiedeln Quastenflosser Höhlen, die ihnen tagsüber als Verstecke dienen. Da die Bauch- und Brustflossen des Quastenflossers eine beinartige Knochenstruktur aufweisen, kann er sich am Meeresboden regelrecht gehend fortbewegen. Im Zuge seiner nächtlichen Spaziergänge erbeutet er nur das, was ihm direkt ins Maul schwimmt (z.B. Fische, kleinere Haie und Aale). Als einzige Fressfeinde der Quastenflosser gelten große Haie. Funde von weiblichen Quastenflossern zeigen, dass die Eier der Fische mit dem Durchmesser eines Tennisballs auffallend groß sind. Man weiß heute, dass Quastenflosser Eier entwickeln, die Jungtiere jedoch im Mutterleib heranwachsen und lebend geboren werden. Die Perlboote Seit 500 Millionen Jahren existieren die so genannten Nautiliden, wie dieses Perlboot, auf der Erde. Sie gehören zu den ursprünglichsten Formen der Kopffüßer, zu denen außerdem die Kraken und Tintenfische gehören. Fossilfunde deuten an, dass die Nautiliden vor 450 Millionen sehr vielfältig waren. Davon sind heute noch sechs Arten übrig, die jedoch leider alle bedroht sind. Die gewundenen Schalen, in denen sie durchs Meer schwimmen, sind als Souvenirs sehr begehrt. Wie zahlreich die Tiere dagegen früher waren, zeigt sich im Gestein: Manche Gebirge bestehen zu einem großen Teil aus ihren versteinerten Schalen. Die Perlboote unterscheiden sich von den anderen heute lebenden Kopffüßern durch eine Reihe von Merkmalen. Das auffallendste Merkmal ist die aufgerollte Schale, deren Innenraum gekammert ist. Die Kammern sind durch Zwischenwände voneinander getrennt. Bildet das Tier eine neue Kammer, so ist diese um den Faktor 1,08 größer als die Vorige. So entstehen unter anderem die eleganten Spiralen. Das Tier selbst „bewohnt immer nur die letzte Kammer, die zugleich auch die jüngste ist. Durch die Schale ist eine schnelle Fortbewegung ausgeschlossen. Sie bewegen sich immer wippend und sehr langsam fort. Darüber hinaus besitzen die Tiere eine so genannte Haube, mit der sie das Gehäuse verschließen können. Perlboote besitzen weit mehr Tentakel als alle anderen Kopffüßer. Die Männchen besitzen dabei etwa 60, Weibchen 90 Fangarme. Die Tentakel sind nicht mit Saugnäpfen versehen; sie sondern ein klebriges Sekret ab, um Beute festzuhalten. Die Größe der ausgewachsenen Perlboote liegt zwischen 16 und 20 cm, einige Arten erreichen eine Größe von bis zu 28 cm und eine durchschnittliche Lebenserwartung von vier Jahren. Die heute noch existierenden Arten leben alle im westlichen Pazifik und in einigen Bereichen des Indischen Ozeans, ausschließlich im tropischen Bereich und vor allem in der Nähe von Riffen. Gewöhnlich halten sich die Tiere in Tiefen von etwa 400 Metern auf, sie können bis zu 650 Meter tief tauchen und kommen nachts bis in eine Tiefe von 100 Metern herauf. Sie ernähren sich als nächtliche Räuber vor allem von kleinen Krebsen, aber auch von Aas und selten von kleinen Fischen. Tagsüber verstecken sich die Tiere in der Regel. Lebende Fossilien Als „lebende Fossilien bezeichnet man gegenwärtig noch lebende Tier- und Pflanzenarten, die in gleicher oder ähnlicher Form schon in weit zurückliegenden Erdzeitaltern existierten und die damals weit verbreitet und sehr häufig waren. Heute besiedeln sie dagegen nur noch kleine Gebiete und kommen mit wenigen Arten vor. Der Begriff „lebendes Fossil geht bereits auf den berühmten Evolutionsforscher Charles Darwin (1809 – 1882) zurück. Statt von „lebenden Fossilien spricht man auch von Dauerformen. Diese Dauerformen sehen oft sehr urtümlich aus. Man kennt heute viele solcher Dauerformen. Manche Dauerformen galten als ausgestorben und wurden erst vor ein paar Jahren wiederentdeckt. Als Ursachen, warum diese Organismen eine so unfassbar lange Zeitspanne nahezu unverändert überstanden haben, kann man anführen: Die Lebensräume, in denen die „lebenden Fossilien existieren, blieben über sehr lange Zeiträume nahezu unverändert erhalten; Konkurrenz zwischen verschiedenen Arten oder Fressfeinde sind kaum vorhanden; betreffende Pflanzen- oder Tierart lebten weitgehend isoliert von verwandten Arten, sodass ein Durchmischen von Erbmaterial nicht stattfand. Arbeitsaufträge: 1) Erkläre, was man unter „lebenden Fossilien versteht. 2) Begründe, warum der Begriff „lebendes Fossil eigentlich einen Widerspruch beinhaltet. 3) Gib Gründe an, warum sich Lebewesen über viele Millionen Jahre nicht oder nur sehr gering verändert haben. Arbeitsaufträge: 1. Lies dir den Infotext von „deinem lebenden Fossil durch und fülle anschließend die entsprechende Spalte der nachfolgenden Tabelle aus. 2. Tauscht euch anschließend über die lebenden Fossilien aus. Vervollständigt die euch fehlenden Spalten der Tabelle. Quastenflosser Vorkommen seit Lebensraum Größe Aussehen Ernährung Lebenserwartun Besonderheiten Perlboot Pfeilschwanzkrebs