Arbeitsblatt: Klimawandel und dessen Folgen

Material-Details

Fächerübergreifendes Dossier à la "Pfannen-Fertig" mit Arbeitsmaterial, Lösungen, Lehrplan 21-Bezug und Lehrerkommentar zum Thema Klimawandel und dessen Folgen. Für 1.-3. Sekundar-/Oberstufen geeignet. Mit Hilfe des Dossiers kann im Unterricht folgenden Fragen nachgegangen werden: • Was sind Treibhauseffekt und Klimawandel? Wie hängen sie zusammen? • Einige Menschen behaupten, der Mensch habe einen Einfluss auf den Treibhaus- effekt und beeinflusse so den Klimawandel. Stimmt das? Und falls ja, wie beein- flusst das menschliche Handeln den Treibhauseffekt? • Weshalb und wie könnte der Klimawandel auch für Menschen in der Schweiz zum Problem werden? • Wie handelt die Schweiz in Bezug auf Klimaschutz? • Was könnte ich konkret tun, falls ich das Klima schützen möchte? • Was versteht man überhaupt unter nachhaltiger Entwicklung? • Ist Klimaschutz mit (Wirtschafts)-Wachstum auf lange Sicht vereinbar? Ziele, die SchülerInnen durch die Bearbeitung erreichen sollen: • Du kannst erklären, was der natürliche Treibhauseffekt ist und wie er zustande kommt. • Du kannst erklären, wie der Mensch durch sein Handeln den Treibhauseffekt ver- stärkt. • Du kennst Folgen des Klimawandels und denkst darüber nach, inwiefern dich diese Folgen persönlich treffen werden. • Du analysierst, wie sich die Schweiz in Bezug auf Klimaschutz verhält. • Du bildest dir Anhand von Fakten eine eigene Meinung zum Thema Klimaschutz und kannst deine Haltung begründen. • Du kennst einige Handlungsmöglichkeiten, die du hättest, falls du zum Klimaschutz beitragen möchtest.
Geographie
Gemischte Themen
8. Schuljahr
17 Seiten

Statistik

195853
246
15
03.12.2020

Autor/in

Romanus Marxus
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Fächerübergreifend – Modul „Klimawandel und dessen Folgen 0. Modul Klimawandel und dessen Folgen Modul Klimawandel und dessen Folgen Fragen: • • • • • • • RM Was sind Treibhauseffekt und Klimawandel? Wie hängen sie zusammen? Einige Menschen behaupten, der Mensch habe einen Einfluss auf den Treibhauseffekt und beeinflusse so den Klimawandel. Stimmt das? Und falls ja, wie beeinflusst das menschliche Handeln den Treibhauseffekt? Weshalb und wie könnte der Klimawandel auch für Menschen in der Schweiz zum Problem werden? Wie handelt die Schweiz in Bezug auf Klimaschutz? Was könnte ich konkret tun, falls ich das Klima schützen möchte? Was versteht man überhaupt unter nachhaltiger Entwicklung? Ist Klimaschutz mit (Wirtschafts)-Wachstum auf lange Sicht vereinbar? 1 Fächerübergreifend – Modul „Klimawandel und dessen Folgen 0. Modul Klimawandel und dessen Folgen Ziele: • • • • • • Du kannst erklären, was der natürliche Treibhauseffekt ist und wie er zustande kommt. Du kannst erklären, wie der Mensch durch sein Handeln den Treibhauseffekt verstärkt. Du kennst Folgen des Klimawandels und denkst darüber nach, inwiefern dich diese Folgen persönlich treffen werden. Du analysierst, wie sich die Schweiz in Bezug auf Klimaschutz verhält. Du bildest dir Anhand von Fakten eine eigene Meinung zum Thema Klimaschutz und kannst deine Haltung begründen. Du kennst einige Handlungsmöglichkeiten, die du hättest, falls du zum Klimaschutz beitragen möchtest. LP21-Kompetenzen: Schülerinnen und Schüler können. • • • • • • • • • • • RM Wetter und Klima analysieren. (RZG 1.2) natürliche Ressourcen und Energieträger untersuchen. (RZG 1.4) (Bevölkerungswachstum und -bewegungen erkennen und einordnen (RZG 2.1)) natürliche Systeme und deren Nutzung erforschen. (RZG 3.1) wirtschaftliche Prozesse und die Globalisierung untersuchen. (RZG 3.2) die Positionierung der Schweiz in Europa und der Welt wahrnehmen und beurteilen. (RZG 8.3) Einflüsse des Menschen auf regionale Ökosysteme erkennen und einschätzen. (NT 9.3) die Nachhaltigkeit naturwissenschaftlich-technischer Anwendungen diskutieren. (NT 1.3) Stoffe als globale Ressource erkennen und nachhaltig damit umgehen. (NT 3.3) bei Kauf und Nutzung von Produkten ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Zusammenhänge erkennen. (TTG 3.B.1) globale Herausforderungen der Ernährung von Menschen verstehen. (WAH 4.5) 2 Fächerübergreifend – Modul „Klimawandel und dessen Folgen 1. Der „natürliche Treibhauseffekt Der „natürliche Treibhauseffekt A1 Ergänze mithilfe des Textes das Bild «der natürliche Treibhauseffekt», indem du die vier fehlenden Wörter in die Lücken schreibst. A2 Überlege dir, was wohl passieren wird, wenn mehr Treibhausgase in der Atmosphäre vorhanden sind. Halte deine Überlegungen stichwortartig fest. RM 3 Fächerübergreifend – Modul „Klimawandel und dessen Folgen 2. Der Kohlenstoffkreislauf der Erde Der Kohlenstoffkreislauf der Erde Kohlenstoff ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol und somit ein Grundbaustoff (Legobaustein) unserer Erde. Es kommt in der Natur sowohl in reiner Form (beispielsweise als Diamant, Graphit,) sowie chemisch gebunden (beispielsweise in Form von Carbonaten, Kohlenstoffdioxid, Erdöl, Erdgas und Kohle) vor. Aufgrund besonderer chemischer Eigenschaften besitzt es die Fähigkeit zur Bildung komplexer Moleküle und weist von allen chemischen Elementen die größte Vielfalt an chemischen Verbindungen auf. Diese Eigenschaft macht Kohlenstoff und seine Verbindungen zur Grundlage des Lebens auf der Erde. Alle Lebewesen enthalten kohlenstoffhaltige Moleküle. In der Atmosphäre kommt Kohlenstoff beispielsweise als Kohlenstoffdioxid vor. In der Erde ist Kohlenstoff in fossilen Brennstoffen (Kohle, Öl, Gas) oder Kalkgestein gebunden. Im DerKohlenstoff Kohlenstoffkreislauf Wasser wird in Form von Kohlensäure gebunden. Aus Kohlenstoffdioxid und Wasser bilden Pflanzen mit Hilfe der Photosynthese Zucker (Biomasse). Zwei Darstellungen des Kohlenstoffkreislaufs: Name: Klasse: Kopiervorlage 40 Der Kohlenstoffkreislauf 1. RM Beschreibe mindestens zwei Teilkreisläufe des Kohlenstoffkreislaufs. Gib, soweit wie möglich, die Reaktionsgleichungen für die ablaufenden chemischen Prozesse an. Nutze die Abbildung. 4 Fächerübergreifend – Modul „Klimawandel und dessen Folgen 2. Der Kohlenstoffkreislauf der Erde Bearbeite mit Hilfe der Grafiken zum Kohlenstoffkreislauf die folgenden Aufgaben: A1 Beschreibe mindestens zwei geschlossene Teilkreisläufe des Kohlenstoffkreislaufs. A2 Nenne Beispiele, wie der Mensch den Kohlenstoffkreislauf beeinflusst. A3 Überlege dir, wie sich der Kohlenstoffkreislauf durch die menschlichen Einflüsse verändern könnte und was das für die Ökosysteme der Erde bedeuten würde. Zusatzaufgabe für Chemiker: Gib, falls möglich, die Reaktionsgleichen für einige der ablaufenden chemischen Prozesse an. RM 5 Fächerübergreifend – Modul „Klimawandel und dessen Folgen 3. Der menschengemachte Treibhauseffekt Der menschengemachte Treibhauseffekt Der Mensch produziert durch sein Handeln viele Treibhausgase. So wird zum Beispiel bei der Verbrennung fossiler Energieträger wie Öl, Gas und Kohle Kohlenstoff in Form von CO2 freigesetzt und in der Atmosphäre angereichert. Kohlendioxid (CO2) bewirkt, dass das Sonnenlicht zwar noch zu uns auf die Erde strahlt, die daraus entstandene Wärme aber nicht mehr so gut abstrahlen kann. Je mehr CO2 in der Luft ist, desto stärker wirkt der Treibhauseffekt. Neben CO2 sind noch andere Gase für die Klimaveränderung verantwortlich, die durch menschliches Handeln produziert werden. Zum Beispiel Ozon, Methan, Lachgas und FCKWs (Flüchtige Fluor-Kohlenwasserstoffe). Da nicht alle Treibhausgase den Treibhauseffekt gleichermassen verstärken, wurde die CO2- Äquivalente geschaffen. Das ist eine Einheit, mit derer Hilfe die Treibhausgase vergleichbar gemacht werden. So hat zum Beispiel Methan eine Äquivalente von 28, was bedeutet, dass Methan 28 Mal stärker als Kohlenstoffdioxid zum Treibhauseffekt beiträgt. Die Verbrennung der fossilen Energieträger verstärkt den Klimawandel zusätzlich, weil dadurch die in den fossilen Energieträgern gespeicherte, chemische Energie „frei wird. Diese Energie wird über Umwege immer zu thermischer Energie, also Wärme, umgewandelt. Ein Teil dieser Wärme wird ins Weltall abgestrahlt. Der grosse Rest verstärkt die Klimaerwärmung. A1 Was sind die Hauptunterschiede zwischen dem natürlichen und dem vom Menschen verursachten Treibhauseffekt? RM 6 Fächerübergreifend – Modul „Klimawandel und dessen Folgen 4. Analyse der Entwicklung der Emissionen Analyse der Entwicklung der Emissionen Analysiere die Grafiken. Lies dazu die Überschriften der einzelnen Grafiken. Beachte die Beschriftungen der Achsen. Welche Informationen können wir aus den Grafiken herauslesen? Als „Emissionen wird übrigens der Ausstoß bezeichnet, also wie viel Treibhausgase vom Menschen produziert werden. Versuche folgende Fragen zu beantworten: A1 Wie haben sich die Treibhausgase in der Vergangenheit entwickelt? A2 Welche Gründe könnte diese Entwicklung haben? A2 Inwiefern hat diese Entwicklung wohl einen Einfluss auf den Treibhauseffekt und die durchschnittliche Jahrestemperatur auf der Erde? RM 7 Fächerübergreifend – Modul „Klimawandel und dessen Folgen 5. (Wahrscheinliche) Folgen des Klimawandels (Wahrscheinliche) Folgen des Klimawandels Schau den ersten Teil des Films „Klimawandel – die Fakten. Notiere, die Folgen des Klimawandels, die im Film genannt werden. RM 8 Fächerübergreifend – Modul „Klimawandel und dessen Folgen 6. Soll der Mensch auf den Klimawandel reagieren? Soll der Mensch auf den Klimawandel reagieren? Gründe, die dagegensprechen, unser Handeln zu ändern und weniger Treibhausgase auszustoßen Nenne Gründe, die dafür sprechen, nichts gegen den Klimawandel zu unternehmen. Gründe, die dafürsprechen, unser Handeln zu ändern und weniger Treibhausgase auszustoßen Nenne Gründe, die dafürsprechen, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. RM 9 Fächerübergreifend – Modul „Klimawandel und dessen Folgen 7. Ein paar Zahlen zur Situation in der Schweiz. Ein paar Zahlen zur Situation in der Schweiz. RM 10 Fächerübergreifend – Modul „Klimawandel und dessen Folgen 7. Ein paar Zahlen zur Situation in der Schweiz. Quelle: Fleischinformation Proviande 2010 Quelle: Bundesamt für Umwelt BAFU, April 2020 Hinweis: Bei der Wasserkraft (auch eine erneuerbare Energieform) ist die Schweiz jedoch mit Österreich zusammen Vorreiter (Liegt auch an den Alpen)! RM 11 Fächerübergreifend – Modul „Klimawandel und dessen Folgen 7. Ein paar Zahlen zur Situation in der Schweiz. Umweltbelastung der vermeidbaren Lebensmittelverluste der Schweiz: Abbildung 1 zeigt die Umweltbelastung der Lebensmittelverluste entlang der Schweizer Lebensmittelwertschöpfungskette in Billionen Umweltbelastungspunkten (UBP). Darin berücksichtigt sind die Verluste in den ausländischen Lieferketten von in der Schweiz konsumierten Lebensmitteln (Konsumperspektive). Die Prozentwerte zeigen die Beiträge der einzelnen Stufen der Lebensmittelkette auf. Abbildung 2: Umweltbelastung in Umweltbelastungspunkten (UBP) pro Kilogramm Food Waste in Haushalten und in der Gastronomie. Je weiter oben die Lebensmittelkategorie in der Abbildung aufgeführt ist, desto grösser die Umweltbelastung pro Kilogramm. Wenn Food Waste weiterverwendet wird, kann bspw. Tierfutter oder Kompost eingespart werden. Der Umweltnutzen dieser Einsparungen wurde bei der Berechnung und in der Abbildung berücksichtigt. Quelle: RM 12 Fächerübergreifend – Modul „Klimawandel und dessen Folgen 8. Was könnte man tun, um den Klimawandel zu verhindern und die Ökosysteme zu schützen? Was könnte man tun, um den Klimawandel zu verhindern und die Ökosysteme zu schützen? Um den Klimawandel zu stoppen, müssten sich zwei Faktoren ändern: 1. Wachstum der Weltbevölkerung 2. Ausstoß von Treibhausgasen Wie kann es gelingen, das Wachstum der Weltbevölkerung zu stoppen? Wie wir bereits im Modul „Ökologie gesehen haben, hat das Wachstum der Bevölkerung in Ländern, die folgende Dinge umzusetzen vermocht haben, aufgehört: a. b. c. d. Einigermassen funktionierendes Gesundheitswesen Minimale soziale Absicherung (Altersvorsorge, Invaliden-Rente, etc.) Bessere Bildung (Wissen um Bevölkerungswachstum, Stoffkreisläufe, etc.) Minimum an Wohlfahrt (!Die Ländern müssen nicht gleich reich sein, wie die Schweiz, aber genug Wohlfahrt besitzen, damit Grundbedürfnisse der Menschen gedeckt sind) Es ist wahrscheinlich, dass das Wachstum der Bevölkerung auch in weiteren Ländern aufhört, wenn diese Punkte umgesetzt werden könnten. Wie die Umsetzung dieser Punkte in den Ländern umgesetzt werden könnte, ist umstritten. Mögliche Ideen auf höherer Ebene wären: Entwicklungshilfe (Gelder oder aber besser „Know-How in Form von Experten in entsprechende Ländern schicken); Steuersysteme so reformieren, dass Steuern dort gezahlt werden, wo sie erwirtschaftet werden; Leute vor Ort ausbilden/Lehren, Kleinkredite, Versuche mit bedingungslosen Geldhilfen an Arme, etc. Die Entwicklungen der letzten Jahre lassen hoffen. Die Weltbevölkerung wird vermutlich bei 10-12 Milliarden Menschen zu wachsen aufhören. Wenn es nicht gelingt, das Wachstum der Weltbevölkerung abzubremsen, ist es wahrscheinlich, dass sich die Natur selbst regulieren wird. Sprich, nicht genug Nahrung für alle Menschen zu Verfügung stellen kann. Was du konkret tun könntest: Überlege dir, was du auf persönlicher Ebene tun könntest, um dazu beizutragen, das Wachstum der Weltbevölkerung zu minimieren? RM 13 Fächerübergreifend – Modul „Klimawandel und dessen Folgen 8. Was könnte man tun, um den Klimawandel zu verhindern und die Ökosysteme zu schützen? Wie kann es gelingen, den Ausstoss von Treibhausgasen zu minimieren? Für die Herstellung und den Vertrieb jedes Produkt, dass wir kaufen oder konsumieren, wird Energie benötigt („Graue Energie). Je mehr wir konsumieren, desto höher ist also der Energieverbrauch. Solange diese verbrauchte Energie nicht aus erneuerbaren Energien stammt, führt unser Konsum zum Ausstoss von Treibhausgasen. Eine effektive Art, Treibhausgase zu minimieren ist also, unser Konsum einzuschränken. Leider ist das heutige Wirtschafts- und politische System so ausgestaltet, dass es auf Wachstum beruht und deshalb Konsum fördert. Dieses Wirtschaftssystem ist jedoch kein Naturgesetz und kann von Menschen verändert werden – ganz im Gegensatz zu Prozessen in der Natur (beispielsweise den Stoffkreisläufen Wasserkreisläufen in Ökosystemen)! Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass ein Wirtschaftssystem mit Arbeitsplätzen, Firmen, finanziellen Anreizen usw. ohne Wachstum möglich ist. Bis ins 19 Jahrhundert ist die Weltwirtschaft praktisch nicht gewachsen. Für die Zukunft sind aus Sicht der Nachhaltigkeit sehr wahrscheinlich neue Wirtschaftsmodelle gefragt. Die Idee der Kreislaufwirtschaft oder „Donut-Ökonomie sind Beispiele für solche neuen Modelle. Was du konkret tun könntest: Grundsatz: Jeder noch so kleine Schritt bewirkt in der Summe (8-12 Milliarden Menschen) etwas! Viele Massnahmen kosten mehr, aber die Folgekosten des Klimawandels würden noch höher werden. Mit dem Kauf und Konsum von Produkten unterstützt man indirekt auch immer die „Ideen dahinter. A1 Überlege dir, was du auf persönlicher Ebene tun könntest, um den Treibhausgas-Ausstoss zu reduzieren. A2 Teile deine Ideen in die folgenden Kategorien ein: Ernährung, Mobilität, Einkaufverhalten, Wohnen, Haltung RM 14 Fächerübergreifend – Modul „Klimawandel und dessen Folgen 9. Was versteht man überhaupt unter nachhaltiger Entwicklung? Was versteht man überhaupt nachhaltiger Entwicklung? unter Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Lebensqualität der gegenwärtigen Generation sichert und gleichzeitig zukünftigen Generationen die Wahlmöglichkeit zur Gestaltung ihres Lebens erhält. Heute so zu handeln, dass die Menschen von morgen dieselben Chancen auf ein erfülltes Leben haben wie wir das ist der Kerngedanke der Nachhaltigkeit. Damit sich die Welt nach diesem Prinzip entwickelt, müssen wir wirtschaftlichen Fortschritt mit sozialer Gerechtigkeit und dem Schutz der Umwelt verbinden. Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit ist Bildung sehr wichtig. Denn alle Menschen können dazu beitragen wenn sie wissen, was Nachhaltigkeit bedeutet und wie wir nachhaltig handeln. Nur, wenn möglichst viele Menschen mitmachen, gelingt nachhaltige Entwicklung. A1: Schau dir die Grafik oben rechts an. Versuche einem Kollegen mit Hilfe der Grafik zu erklären, was nachhaltige Entwicklung bedeutet. RM 15 Fächerübergreifend – Modul „Klimawandel und dessen Folgen 10. Exkurs: „Wie Wohlstand gemessen wird und was das mit Wirtschaft und nachhaltiger Entwicklung zu tun hat. Exkurs: „Wie Wohlstand gemessen wird und was das mit Wirtschaft und nachhaltiger Entwicklung zu tun hat. Wie wird Wohlstand gemessen? Unter Wohlstand versteht man, wie gut es einer Bevölkerung geht. Vereinfacht: Wie gut wir leben. Wohlstand wird zurzeit in den meisten Ländern mit der Höhe des Bruttoinlandprodukts in Verbindung gebracht. Das Bruttoinlandsprodukt (offizielle Abkürzung: BIP; englisch gross domestic product, GDP), wurde in den 1950er-Jahren eingeführt. Es gibt den Gesamtwert aller Güter (Waren und Dienstleistungen) an, die während eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft nach Abzug aller Vorleistungen als Endprodukte hergestellt wurden. Das BIP ist ein Maß für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum. Es dient als Grundlage zur Berechnung des Wirtschaftswachstums und ist damit die wichtigste Größe der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Je höher das BIP eines Landes ist, desto höher seine Wirtschaftskraft. Und je grösser die Wirtschaftskraft desto grösser der (theoretische) Wohlstand der Gesellschaft in diesem Land – etwas vereinfacht ausgedrückt, sagt diese Theorie aus: „Je besser es der Wirtschaft geht, desto besser geht es auch der Bevölkerung. Zu Grunde liegt eine Weltsicht, die auf der Überzeugung beruht, dass Wohlstand abhängig von materiellen Gütern ist. Also davon, wie viel wir besitzen und konsumieren können. In der Logik der Bruttoinlandsprodukt-Theorie muss die Wirtschaftskraft eines Landes immer weiterwachsen, damit der Wohlstand erhalten werden kann. Da aber Wachstum häufig mit Konsum zusammenhängt und Konsum mit dem Ausstoss von Treibhausgasen, führt Wachstum meistens auch zu mehr Umweltzerstörung. Das BIP wird in gewissen Wirtschaftskreisen wie ein Naturgesetz angesehen, ist es aber nicht. Das BIP ist eine menschengemachte Wirtschaftstheorie, die in der Vergangenheit dazu beigetragen hat, Wohlstand in Länder zu bringen. Da sie eine Theorie ist, kann sie auch neu erfunden, abgeändert oder sogar verworfen werden. Ganz im Gegensatz zu Naturgesetzen wie Stoffkreisläufen, Nahrungsnetzen, Wasserkreisläufen, Klimaeffekten, die naturgegeben und somit unabänderbar sind. In der Vergangenheit gab es bereits einige Versuche, einen neuen Standard für die Bestimmung der Wohlfahrt von Ländern zu finden. Diese Bemühungen scheiter- RM 16 Fächerübergreifend – Modul „Klimawandel und dessen Folgen 10. Exkurs: „Wie Wohlstand gemessen wird und was das mit Wirtschaft und nachhaltiger Entwicklung zu tun hat. ten jedoch an wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Haltungen. So gab es zum Beispiel die Idee, statt nur Wirtschaftskraft auch Umweltfaktoren (Luftverschmutzung, Wasserverschmutzung, etc.) oder Faktoren wie Wohnqualität und Glück bei der Berechnung von Wohlfahrt zu berücksichtigen (Siehe auf Wikipedia: Fragile State Index, Social Progress Index, Happy Planet Index, usw.) Gibt es überhaupt nachhaltige Wirtschaftstheorien? Natürlich! Der Mensch ist schließlich kreativ und fähig, nach Lösungen für Probleme zu suchen! Ein Beispiel einer solcher Theorie der Kreislaufwirtschaft hat die britische Ökonomin Kate Raworth erarbeitet: Die „Donut-Ökonomie (Siehe Bild rechts). Diese Theorie beinhaltet folgende Grundsätze. • • • • • • • • • Das leere Loch in der Mitte des Donuts steht für die Gesellschaft und deren Bedürfnisse, Nahrung, Wasser, Obdach, politische Mitbestimmung. Der äußere Kreis des Donuts versinnbildlicht unsere ökologischen Grenzen: begrenzte Ressourcen, Klimawandel, Umweltverschmutzung. Diese Grenzen dürfen nicht überschritten werden, gleichzeitig aber müssen die Bedürfnisse innerhalb des Donuts, also der Gesellschaft, erfüllt werden. Der Grundsatz der Donut-Ökonomie lautet: Weg von dem aktuellen Wirtschaftssystem, das Wachstum, Materialismus und Kapitalismus als Grundsatz hat und keine Rücksicht auf ökonomische Krisen wie den Klimawandel nimmt. Dafür präsentiert die Autorin mehrere Ansätze: Die Ziele der Wirtschaft müssen neu definiert werden. Vor allem die Natur und Ihre Ressourcen müssen mehr in den Fokus rücken. Die Wirtschaft soll nicht mehr als abgekapseltes System betrachtet werden, sondern im Einklang mit der Umwelt. Nach Raworth muss ein Kernpunkt der Wirtschaft angegangen werden. Das Streben nach Gewinn muss der Verantwortung einen positiven Beitrag zur lebenden Welt zu leisten weichen. Damit gemeint ist auch eine gerechtere Umverteilung von Ressourcen, die die Schere zwischen arm und reich verringern soll. Diese Theorie geht einher mit einer Abwende von der Messung des Wohlstands mit Hilfe des BIPs. Dinge wie Arbeitsplätze, Firmen, finanzielle Anreize, Konkurrenz etc. können also durchaus Teil einer nachhaltigen Wirtschaftsform sein. Für WeltenversteherInnen: (Achtung: Vielleicht (noch) zu komplexe Thematiken, aber etwas, dass dich in Zukunft interessieren könnte.) RM • Kurzdokumentation: Warum sich unser Wirtschaftsmodell ändern muss VPRO • Artikel Migros-Magazin: Abschied vom ständigen Wachstum 17