Arbeitsblatt: Weihnachten rund um die Welt

Material-Details

Weihnachtsbräuche in unterschiedlichen Ländern und Kulturen.
Lebenskunde
Feste / Traditionen
klassenübergreifend
11 Seiten

Statistik

200492
123
2
14.01.2022

Autor/in

Sarah Meister
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Weihnachten in unserem heutigen Sinn gab es im alten Rom nicht. Im alten Rom feierte man dagegen die Wintersonnwende. Das ist der 21. oder 22. Dezember nach unserer heutigen Zeitrechnung, wenn die Tage wieder länger werden. Am 25. Dezember wurde die Geburt des Sonnengottes Sol Invictus gefeiert. Jesus ist das „Licht der Welt Papst Julius, der in Rom von 336 bis 352 nach Christus regierte, beschloss, diese Feierlichkeiten durch ein christliches Fest zu ersetzen. Das ist urkundlich erwähnt. Julius legte den 25. Dezember als den Geburtstag von Jesus Christus fest. Die Christen waren davon überzeugt, dass Jesus Christus die wahre Sonne ist. Deshalb haben sie wohl das Fest des Sol Invictus vom 25. Dezember schließlich für sich beansprucht. Schriftlich überliefert ist das erste christliche Weihnachtfest in Rom durch eine Weihnachtspredigt des Johannes Chrysostomos am 25. Dezember 386. auf die Weihnachtszeit ein. Vom 17. bis 20. Dezember feierten die Römer die Saturnalien, ein beliebtes Fest zu Ehren des Landbau-Gottes Saturn. Viel Wein, gutes Essen und Würfelspiele bestimmten den Tagesablauf. Auch der Austausch kleiner Geschenke war üblich. Besonders beliebt waren Dinge, die Licht in die dunkle Jahreszeit brachten wie Öllampen und aufwändig gestaltete Kerzen. Weihnachten in aller Welt Weihnachten in aller Welt Zwar hat das Weihnachtsfest einen gemeinsamen Ursprung, aber nicht in allen Ländern wird es am gleichen Tag gefeiert. Meistens ist es der 25. Dezember manchmal aber auch erst der 6. Januar. Die erste Feier des Weihnachtsfestes ist 354 n. Chr. in Rom dokumentiert worden. Der 25. Dezember war bereits den Ägyptern, Syrern, Griechen und Römern als Geburtstag des Sol invictus, des unbesiegten Sonnengottes, heilig. Bei den Germanen wurde zu dieser Zeit die Wintersonnenwende, das Julfest gefeiert. Ob am 24. bzw. 25. Dezember oder erst im Januar gefeiert wird, hängt von den verschiedenen Kalendern ab, nach denen die Länder die Zeit bestimmen. Während bei uns in Westeuropa der gregorianische Kalender gilt, rechnen Teile Osteuropas nach dem julianischen Kalender. So bringt Väterchen Frost beispielsweise den russischen Kindern erst am 7. Januar die Geschenke. Im deutschsprachigen Raum und in Polen ist der Heilige Abend, der Abend des 24. Dezember, der wichtigste Weihnachtstag. Zu keiner anderen Zeit im Jahr sind die Kirchen voller als zu den Mitternachtsmessen. Der 25. Dezember ist in folgenden Ländern der wichtigste Weihnachtsfeiertag: England In der Nacht vor dem eigentlichen Weihnachtstag kommt der Weihnachtsmann und stopft die Geschenke in die vor dem Kamin aufgehängten Strümpfe. Das Weihnachtsessen aus Truthahn und Plumpudding hat bei den Engländern einen Hauch von Karneval: Die Familien setzen sich Papierhütchen auf und lassen Knallbonbons platzen. Um 15 Uhr versammelt sich die Familie vor dem Fernseher und lauscht der alljährlichen Weihnachtsansprache der Queen. Frankreich Père Noël, der Weihnachtsmann beschenkt an diesem Tag die Kinder. Das Festessen steht hier im Mittelpunkt des 25. Dezembers. Es gibt regional unterschiedliche Speisen, traditionell ist die Gänsestopfleber und als Dessert: Buche de Noel, eine Schokoladen- Biskuitrolle. Die Heilige Nacht ist bei unseren Nachbarn weniger besinnlich. Am Vorabend des Weihnachtstages wird gegessen und getanzt. Italien Die Geburt Christi wird auch in Italien am 25. Dezember gefeiert. Statt eines Weihnachtsbaumes steht in den Wohnzimmern der Häuser eine prachtvolle Krippe. Afrika (Ghana, Kenia) In einigen afrikanischen Ländern sorgen die Kinder für die weihnachtliche Dekoration des Hauses. Am Morgen des 25. Dezember wird eine Ziege geschlachtet, die als Festmahl dient. Am Nachmittag ziehen die Menschen von Haus zu Haus, beschenken sich gegenseitig und wünschen einander eine frohe Weihnacht. Philippinen Auf den Südseeinseln beginnt das Weihnachtsfest mit einer Mitternachtsmesse am 25. 12. Das Weihnachtsessen besteht normalerweise aus einer Reissuppe und einem Buffet aus Fischgerichten und Früchten. Die Kinder werden von ihren Großeltern beschenkt. USA Wie in England bringt auch hier der Weihnachtsmann die Geschenke in der Nacht, so dass die Kinder am Weihnachtsmorgen schon früh aufstehen, weil sie so aufgeregt sind. Das traditionelle Weihnachtsessen in Nordamerika ist der Truthahn. Wintersonnenwende und die Geburt des Lichts Die Wintersonnenwende am 21. Dezember war schon lange vor Christi Geburt ein wichtiges Datum: Es ist die längste Nacht des Jahres. Danach geht es wieder bergauf. Die Tage werden wieder länger, die Nächte kürzer. In vielen europäischen Kulturen wurde der Mittwinter festlich begangen: zum Beispiel im Römischen Reich mit den Saturnalien, einem Fest zu Ehren des Gottes Saturn, und in Skandinavien beim Julfest. Die kraftvolle Symbolik des Datums – die Geburt des Lichts mitten in der Dunkelheit des Winters – machten sich die römischen Päpste und Kaiser zunutze, als sie das Christentum im 4. Jahrhundert zur Staatsreligion erklärten. Statt der Geburt des Sonnengottes Mithras am 25. Dezember feierte man in Rom fortan die Geburt Jesu – der ja von sich sagte: Ich bin das Licht der Welt. Umdeutung heidnischer Bräuche? Wurden also heidnische Rituale einfach umgedeutet? Der theologische Grund für die Wahl des Datums war ein anderer: Der Geburtstag Jesu entstand aus der Rechnung Verkündigung des Engels Gabriel an Maria plus neun Monate. Der 25. März gilt als Datum der Verkündigung und damit der Zeugung. Daraus ergibt sich der 25. Dezember als Geburtstermin. Dieses konstruierte Weihnachtsdatum zeigt auch ein gewandeltes Glaubensverständnis: Ursprünglich waren Tod und Auferstehung des Messias an Ostern für die Christen sehr viel wichtiger als seine Geburt. Erst im 4. Jahrhundert gewann das Wunder der Menschwerdung Christi an Bedeutung. Zugleich wurde die Verehrung von Maria als der Mutter Gottes intensiver. In den folgenden Jahrhunderten bildete das neue Ritual eigene Formen und Symbole aus, sodass unser heutiges Weihnachtsbrauchtum kaum noch etwas mit den alten Winter-Kulten zu tun hat. Der erste Weihnachtsbaum Ein grüner Zweig mitten im Winter: Das war schon im Mittelalter ein Zeichen für Hoffnung und neues Leben. Man hängte Misteln, Tannen- oder Eibenzweige auf, um die Weihnachtszeit zu feiern – und auch, um böse Geister zu vertreiben. Erst 1419 wurde erstmals ein Weihnachtsbaum erwähnt. Er stand, mit Äpfeln, Nüssen und Lebkuchen behängt, im Freiburger Heilig-GeistSpital und durfte an Neujahr geplündert werden. Bunt geschmückter Weihnachtsbaum Die meisten Weihnachtsbäume wurden im Mittelalter, ähnlich wie Maibäume, im Freien aufgestellt – sie hießen auch Weihnachtsmaien. Erst um 1800 setzte die Mode ein, sich einen Tannenbaum ins Wohnzimmer zu holen – und zwar vor allem in protestantischen Familien. Für Katholiken war die Krippe das wichtigste Weihnachtsrequisit. Damals hing der Baum übrigens von der Decke herunter. Und Weihnachtsbaumkerzen gab es auch noch nicht, denn Wachs war teuer. Erst im 19. Jahrhundert brachten die Ersatzstoffe Stearin und Paraffin Kerzenlicht und glänzende Kinderaugen in jeden Haushalt. Viele Bräuche sind nicht so alt, wie man denkt Althergebrachtes Brauchtum gilt uns heute als etwas Ursprüngliches, Volkstümliches. Doch das stimmt nicht immer: Das Christkind zum Beispiel ist nicht aus einem Volksbrauch entstanden. Es wurde von Martin Luther als Weihnachtsfigur erfunden, die statt des Heiligen Nikolaus die Weihnachtsgeschenke bringt. Die Protestanten lehnten die katholische Heiligenverehrung ab. Meist stellt ein verschleiertes Mädchen in weißem Kleid das Christkind dar. Noch sehr viel jünger als das Christkind ist der Weihnachtsmann. Allerdings weiß man nicht genau, wer diesen abgewandelten Nikolaus erfunden hat. Als erster erwähnte ihn Hoffmann von Fallersleben in seinem bekannten Lied Morgen kommt der Weihnachtsmann (1835). Seitdem steht er als Gabenbringer in starker Konkurrenz zum Christkind und hat es vielerorts ersetzt. Mit dem Santa Claus aus den USA bekam er seit 1863 wirksame Unterstützung. Die Adventszeit – Warten auf Weihnachten Auch die heute beliebten Bräuche der Adventszeit sind relativ neu. Den Adventskranz gibt es erst seit 1839: Damals baute der Hamburger Erzieher Johann Hinrich Wichern einen Holzkranz mit 23 Kerzen, um seinen Zöglingen im Rauhen Haus das Warten auf Weihnachten zu verkürzen. Jeden Morgen wurde ein neues Licht angezündet. Der Adventskranz verkürzt das Warten auf Weihnachten Erst um 1900 hatte sich der Kranz – jetzt nur noch mit vier Kerzen und aus grünen Zweigen hergestellt – in ganz Deutschland verbreitet. Eine weitere wichtige Weihnachtserfindung ist der Adventskalender. Die Idee stammt von einem Münchner Unternehmer. Er druckte 1903 den ersten Adventskalender mit 24 Feldern, auf die Kinder bunte Bilder kleben konnten. Jahrzehnte später bekam der Kalender Türchen mit Schokolade dahinter. Weihnachten als Familienfest Im Mittelalter wurde Weihnachten öffentlich gefeiert: Weihnachtsmärkte, Festumzüge und Krippenspiele fanden auf den Straßen und in der Kirche statt. Die Familienweihnacht mit Tannenbaum und Festessen gibt es erst seit etwa 150 Jahren. Verschiedene Entwicklungen hatten dazu geführt: Die öffentlichen Umzüge und auch das Aufstellen von Krippen wurden zur Zeit der Aufklärung vielerorts verboten – die Obrigkeit sah darin ein Zeichen von Aberglauben. So wurden die Weihnachtsbräuche im privaten Umfeld weiter gepflegt. Zugleich entwickelte sich die Familie seit dem 18. Jahrhundert zum Ort der vertrauten Geselligkeit. Weihnachten wurde ihr wichtigstes Fest, an dem sich alle in Harmonie zusammenfinden sollten. Im Zentrum standen die Kinder. Sie wurden reich beschenkt, aber auch zum Wohlverhalten ermahnt. Das spiegelt sich bis heute in unseren Weihnachtsbräuchen: Die vielen süßen Belohnungen der Adventszeit gibt es eigentlich nur dann, wenn die Kinder in den Wochen vor Weihnachten schön brav und artig sind. Ob am 24. oder 25. Dezember oder erst im Januar Weihnachten ngefeiert wird, hängt von den verschiedenen Kalendern ab, nach denen die Länder die Zeit bestimmen. Während bei uns in Westeuropa der gregorianische Kalender gilt, rechnen Teile Osteuropas nach dem julianischen Kalender. So bringt Väterchen Frost beispielsweise den russischen Kindern erst am 7. Januar die Geschenke. Im deutschsprachigen Raum und in Polen ist der Heilige Abend, der Abend des 24. Dezember, der wichtigste Weihnachtstag. Zu keiner anderen Zeit im Jahr sind die Kirchen voller als zu den Mitternachtsmessen. Der 25. Dezember ist zum Beispiel in Frankreich, England, Italien und in den USA der wichtigste Feiertag: Frankreich Père Noël, der Weihnachtsmann, beschenkt an diesem Tag die Kinder in Frankreich. Das Festessen steht hier im Mittelpunkt des 25. Dezembers. Es gibt regional unterschiedliche Speisen, traditionell ist die Gänsestopfleber und als Dessert: Buche de Noel, eine SchokoladenBiskuitrolle. Die Heilige Nacht ist bei unseren Nachbarn weniger besinnlich. Am Vorabend des Weihnachtstages wird gegessen und getanzt. England In der Nacht vor dem eigentlichen Weihnachtstag kommt der Weihnachtsmann in England und steckt die Geschenke in die vor dem Kamin aufgehängten Strümpfe. Das Weihnachtsessen mit Truthahn und Plumpudding hat bei den Engländern einen Hauch von Karneval: Die Familien setzen sich Papierhütchen auf und lassen Knallbonbons platzen. Um 15 Uhr versammelt sich die Familie vor dem Fernseher und lauscht der alljährlichen Weihnachtsansprache der Queen. USA Wie in England bringt auch hier der Weihnachtsmann die Geschenke in der Nacht, so dass die Kinder am Weihnachtsmorgen schon früh aufstehen, weil sie so aufgeregt sind. Wer einen Kamin hat, stellt Kekse und Milch davor. Denn der Weihnachtsmann kommt durch den Schornstein und hat sich Zwischendurch eine Erholungspause verdient. Das traditionelle Weihnachtsessen in Nordamerika ist der Truthahn. Dänemark und Schweden Fröhlich geht es zu Weihnachten in skandinavischen Ländern zu. In Dänemark und Schweden wird traditionell rund um den Christbaum getanzt bevor es Geschenke gibt. In beiden Ländern wird ein spezieller Weihnachts-Milchreis serviert, in dem eine ganze Mandel versteckt ist. Wer die Mandel in seiner Portion findet, für den wartet ein Geschenk extra. Island Einen ganz besonderen Brauch zur Weihnachtszeit gibt es in Island. Hier bringen gleich 13 Weihnachtsmänner die Geschenke. Dort heißen sie Weihnachtskerle. Ab dem 12. Dezember kommt jeden Tag einzeln einer von ihnen aus den Bergen zu den Städten und Dörfern und steckt braven Kindern Geschenke in bereitgestellte Schuhe. So gibt es für die Kinder in Island zu Weihnachten nicht alle Geschenke auf einmal, sondern auf 13 Tage verteilt. Afrika (Ghana, Kenia) In einigen afrikanischen Ländern sorgen die Kinder für die weihnachtliche Dekoration des Hauses. Am Morgen des 25. Dezember wird eine Ziege geschlachtet, die als Festmahl dient. Am Nachmittag ziehen die Menschen von Haus zu Haus, beschenken sich gegenseitig und wünschen einander eine frohe Weihnachten. Australien In Bikini und Badehose feiern dagegen viele Australier Weihnachten. Dort treffen sich die Menschen am 25. Dezember traditionell zur Grillparty am Strand. Nicht verwunderlich, denn am andern Ende der Welt findet Weihnachten mitten im Hochsommer statt. Weihnachtsbäume, Deko und Beleuchtung gibt es aber trotzdem. Warum und seit wann es den Adventskranz gibt? Der Erzählung nach zog der evangelische Erzieher Johann Hinrich Wichern (1808–1881) mit einigen sehr armen Kindern in ein altes Bauernhaus ein und betreute sie dort. Da die Kinder während der Adventszeit immer fragten, wann denn endlich Weihnachten sei, baute er 1839 aus einem alten Wagenrad einen Holzkranz mit 19 kleinen roten und vier großen weißen Kerzen. Jeden Tag der Adventszeit wurde nun eine weitere Kerze angezündet, an den Adventssonntagen eine große Kerze mehr, sodass die Kinder die Tage bis Weihnachten abzählen konnten. Warum nimmt man eine Tanne als Weihnachtsbaum und seit wann schmückt man ihn? Schon vor Christi Geburt war der 24. Dezember für Völker aus Nordeuropa der Tag der Wiedergeburt der Sonne. Die Kelten zum Beispiel schmückten als Zeichen des Lebens eine Rottanne oder eine Fichte mit Früchten, Blumen oder Weizen. Im 11. Jahrhundert führte man Inhalte aus der Bibel auf. Sehr beliebt zur Adventszeit war die Geschichte von Adam und Eva im Paradies. Eine Tanne stellte den Baum des Paradieses dar und wurde deshalb mit roten Äpfeln geschmückt. 1419 dekorierte ein Bäcker aus Freiburg einen Baum nicht nur mit Äpfeln, sondern auch mit Nüssen, Gebäck und Zuckerzeug. Das Baumschmücken mit Süßigkeiten verbreitete sich im Lauf des 15. Jahrhunderts erstmal in Deutschland und dann in ganz Europa. Erst seit 150 Jahren benutzt man Glasschmuck und Lametta. Einer Legende zufolge stammt die Idee, farbige Kugeln aus Glas für den Christbaumherzustellen, von einem armen Glasbläser, der sich in 1847 die teuren Walnüsse und Äpfel nicht leisten konnte. Wo kommt das Wort Noël her? Das Wort Noël kommt vom Lateinischen natalis (« die Geburt betreffend »). Der Gesamtausdruck lautet Natalis Domini oder Dies Natalis und bedeutet Geburtstag des Herrn und bezieht sich auf Christi Geburt. Auf Portugiesisch natal auf Italienisch natale Das englische Christmas kommt von Christ und Mass (Messe). Es ist also der Tag der Christmesse. Wo kommt das Wort „Weihnachten her? „Weihnachten beruht auf einem alten Dativ Plural aus dem Deutschen des Mittelalters zwischen 1050 und 1350: zu wihen nahten (in den heiligen Nächten). Damit waren ursprünglich die Nächte um das Wintersonnenwendfest gemeint. Die Nacht vom 21. zum 22. Dezember ist die längste des Jahres, danach werden allmählich die Tage wieder länger. Diese Nächte wurden schon vor Christi Geburt als heilig gefeiert, sowohl von den Germanen als auch von den Römern. Gelten überall in Europa dieselben Feiertage zu Weihnachten? Der 26. Dezember ist ein Feiertag in den folgenden europäischen Ländern: Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich, Zypern sowie in Liechtenstein. In den übrigen europäischen Ländern ist es kein Feiertag. In Frankreich ist der zweite Weihnachtstag ein Feiertag nur in den bis 1918 zu Deutschland gehörenden Regionen Elsass und Lothringen. Auch der 24. Dezember ist kein Feiertag in Frankreich. Er ist ein ganz normaler Arbeitstag. Wann findet die Bescherung in Frankreich statt? Der Weihnachtsbaum wird in Frankreich schon ein paar Tage vor Weihnachten aufgestellt und mit den Kindern zusammen dekoriert. Am Heiligabend, bevor die Kinder ins Bett gehen, legen sie ihre Schuhe unter den Tannenbaum. Am nächsten Tag, am 25. Dezember, finden sie dort Geschenke. Man sagt, dass der Weihnachtsmann nachts durch den Kamin kommt. Warum kommt der Weihnachtsmann durch den Kamin? Die Legende des Weihnachtsmannes beruht auf der Geschichte vom Sankt Nikolaus. Er war Bischof in Kleinasien und lebte im 4. Jahrhundert. Er war für seine Hilfe an armen Menschen bekannt. Damals konnte man in bestimmte Behausungen nur durch ein Loch im Dach gelangen. Dies diente sowohl als Kamin als auch als Eingang. Dorthin kam man über eine Leiter. Der einzige Zugang zu diesen Häusern war also der Kamin. Warum isst man in Frankreich einen Kuchen, der wie ein Holzscheit aussieht? Nach einem heidnischen Brauch sollte bei der Wintersonnenwende ein riesiger Holzscheit zur Ehre der Sonne verbrannt werden. Jahrhundertelang hielt diese Tradition an. Der Holzscheit sollte möglichst vom 24.Dezember bis zum Neujahr durchbrennen. Er brachte Wärme und Licht im Haus und auch alle Mitbewohner um den Kamin herum zusammen. Um diesen Brauch weiterleben zu lassen, erfand 1945 ein französischer Konditor einen holzscheitförmigen Weihnachtskuchen. Der Holzscheit (auf Französisch „la bûche) gehört zum festen Bestandteil eines Weihnachtsessens in Frankreich. Hier könnt ihr spenden. Zum Text für Lese-Anfänger Weihnachten Weihnachtsbäume sind ein Zeichen für Weihnachten. Im Freien sieht man sie vor allem oft in einer Altstadt, wie hier in Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg. An Weihnachten feiern die Christen die Geburt von Jesus Christus vor gut 2000 Jahren. Vor etwa 1700 Jahren gab es zum ersten Mal dieses Weihnachtsfest, also erst 300 Jahre später. In vielen Ländern ist heute der 25. Dezember der wichtigste Festtag an Weihnachten. In Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen Ländern ist auch der 26. Dezember ein Feiertag. An beiden Tagen müssen die allermeisten Leute nicht zur Arbeit gehen. Sie haben frei, damit sie Zeit mit ihren Familien und Freunden verbringen können. Viele Familien singen gemeinsam Weihnachtslieder. Zum Weihnachtsfest gehört auch, dass die Menschen sich gegenseitig Geschenke machen. Man packt sie oft bereits am 24. Dezember aus, also an Heiligabend. Diesen Brauch gibt es erst seit rund 500 Jahren, seit Beginn der Neuzeit. Davor war das nur am 6. Dezember üblich, dem Nikolaustag. Auch der Weihnachtsbaum stammt aus dieser Zeit. Dazu kamen noch die beliebten Gabenbringer: der Weihnachtsmann oder das Christkind. Die Kirchen feiern Weihnachten mit zusätzlichen Gottesdiensten, Konzerten und Krippenspielen. Im Krippenspiel wird die Weihnachtsgeschichte nachgespielt. Viele Menschen gehen nur noch an diesem besonderen Tag zur Kirche. Früher war es in vielen Familien üblich, nach der Weihnachtsfeier am späten Abend noch zum Gottesdienst zu gehen. In der katholischen Kirche heißt dieser Anlass Mitternachtsmesse. An welchem Tag Jesus wirklich geboren wurde, weiß man nicht genau. In der Bibel steht dazu nichts. Vielleicht wurde der 25. Dezember aus einem bestimmten Grund gewählt: Schon die Römer im Altertum haben an dem Tag das Fest zur Wintersonnenwende gefeiert. Nach dieser werden die Tage wieder länger und die Nächte kürzer. Die Wintersonnenwende galt auch als der Geburtstag des römischen Sonnengottes. Heute ist Weihnachten für viele Menschen vor allem ein wichtiges Familienfest. Deshalb feiern auch Menschen Weihnachten, die sich nicht oder nicht unbedingt als Christen fühlen. Den Advent feiern die katholischen und die evangelischen Christen ab dem vierten Sonntag vor Weihnachten.