Arbeitsblatt: Multikultureller Unterricht: Meine Sprache - Deine Sprache
Material-Details
Die Kinder begegnen verschiedenen Sprachen und Kulturen. Sie erkennen, das ihre Klasse aus Kindern verschiedener Herkunft zusammengestellt ist und werden in diesem Bereich sensibilisiert.
Deutsch
Anderes Thema
6. Schuljahr
10 Seiten
Statistik
20231
818
5
24.05.2008
Autor/in
Gillian Schmidhalter
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Unterricht in multikulturellen Gruppen Meine Sprache – Deine Sprache Sensibilisierung für das Anderssein Schmidhalter Gillian Brig, 18.06.2007 Schmidhalter Gillian 40 BM Unterricht in multikulturellen Gruppen PH Wallis 4. Sem./2007 Inhaltsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis 4 1. Zielsetzung der interkulturellen Aktivität . 5 1.1. Themenwahl und Begründung der Themenwahl 5 2. Theoretischer Bezugsrahmen. 6 2.1. Bilinguale Identität: Leben in und zwischen zwei Sprachen 6 2.2. Stärkung der bilingualen Identität 7 2.3. Kernpunkte sprachbezogen interkulturellen Unterrichts . 7 2.4. Erstsprache . 7 2.5. Muttersprache 7 2.6. Zweitsprache . 8 2.7. Fremdsprache . 8 2.8. Mehrsprachigkeit: 8 2.9. Bilingualismus 8 2.10. Wichtige Aspekte des Zweitsprachenerwerbs. 9 2.11. Sprachenerwerbsverlauf für die Zweitsprache 9 3. Lernvoraussetzungen . 11 3.1. Motivatonale Voraussetzungen: 11 3.2. Emotionale Voraussetzungen: 11 3.3. Sprachliche Voraussetzungen: 11 3.3.1. Darstellung 1: Die verschiedenen Sprachen in der Praktikuklasse 12 3.4. Gruppale Voraussetzungen: 13 3.5. Schulische Voraussetzungen: . 13 3.6. Sachstrukturelle Voraussetzungen:. 13 4. Sachanalyse. 14 4.1. Muttersprache (Definition): 14 4.2. Sprachen der Welt: 14 4.3. Bedeutsamkeit des Unterrichtsgegenstandes. 15 4.4. Was müssen die Kinder nach der Stunde wissen?. 16 4.5. Welche Anwendungsmöglichkeiten bietet der Stoff? 16 5. Didaktische methodisches Vorgehen 17 5.1. Lernvoraussetzungen der Schüler: . 17 5.2. Welche Schwierigkeiten könnten entstehen: 17 5.3. Welche Schülerinteressen sind zu erwarten: 17 5.4. Was soll der Schüler durch dieses Thema lernen: 17 5.5. Methodisches Vorgehen:. 18 6. Unterrichtsvorbereitung 19 Literaturverzeichnis 21 -2- Schmidhalter Gillian 40 BM Unterricht in multikulturellen Gruppen -3- PH Wallis 4. Sem./2007 Schmidhalter Gillian 40 BM Unterricht in multikulturellen Gruppen Abkürzungsverzeichnis PS Primarschule Lp Lehrperson SCH Schüler/Schülerinnen AA Arbeitsauftrag Plp Praktikumlehrperson BG Bildnerisches Gestalten -4- PH Wallis 4. Sem./2007 Schmidhalter Gillian 40 BM Unterricht in multikulturellen Gruppen PH Wallis 4. Sem./2007 1. Zielsetzung der interkulturellen Aktivität 1.1. Themenwahl und Begründung der Themenwahl Die von mir gewählte Aktivität befasst sich mit der Mehrsprachigkeit in einer Schulklasse. Ich habe dieses Thema gewählt, weil sich dieses Thema durch die Gegebenheiten in der Praktikumklasse angeboten hat. Die Klasse umfasst 21 Schüler und Schülerinnen. Davon sind 8 Kinder anderer Muttersprache als Deutsch. Durch diese Fakten erschien es mir als interessant, eine Lektion in diesem Bereich zu gestalten und mit der Klasse durchzuführen. In der Klasse wurde bis zu diesem Zeitpunkt noch nie konkret über das Thema der Mehrsprachigkeit in der Klasse gesprochen. Kinder die mit derselben Muttersprache aufgewachsen sind, wie ihr soziales Umfeld spricht, d.h. Schule, Vereinsmitglieder, Nachbarn, etc. machen sich nur selten oder eher gar nie Gedanken darüber wie es ist, wenn man Zuhause mit einer anderen Sprache aufwächst. Kinder welche jedoch eine andere Sprache als die übliche Umgangsprache sprechen, werden sich sehr früh bewusst, dass sich Personen ausserhalb des Familienkreises sprachlich anders verhalten. Die Daheim erworbenen sprachlichen Kompetenzen, können nicht übernommen werden. Diese Kinder müssen in der Schule einen neuen Sprachprozess beginnen. Da sich diese Kinder an den Schulalltag anpassen müssen, ist den anderen Kindern meist nicht bewusst, welche Herausforderung die Anpassung für die anderssprachigen Kinder sein kann. Die Lektion welche ich mit den Kindern durchführen möchte, befasst sich mit dieser Thematik. Das Ziel ist, dass sich die Kinder mit der Mehrsprachigkeit ihrer Klasse auseinander setzen. Die einheimischen Kinder sollen mit der sprachlichen und kulturellen Vielfalt um sie herum vertraut werden und diese bewusster wahrnehmen. Ein weiterer Aspekt der durch diesen Austausch der Sprachenvielfalt entstehen soll, ist die Motivation andere Sprachen zu lernen und die Kinder zu ermutigen in Kontakt mit anderen Kulturen zu treten. Meine Lektion habe ich im Rahmen des Mensch und Umwelt Unterrichts durchgeführt und unter folgende Ziele gestellt: Grobziel: Arbeitsfeld: Schule/Familie/Mitmenschen: Sich und die Mitschülerinnen und Mitschüler in ihrer Verschiedenheit erfahren und akzeptieren. Lektionsziele: • Die Kinder präsentieren in einem kleinen Kurzvortrag ihre Muttersprache und deren Herkunftsland. • Die Kinder erkennen die Vielsprachigkeit unserer Welt und sehen, dass diese auch in der eigenen Klasse präsent ist, sie verstehen die Probleme die in mehrsprachigen Klassen entstehen können und sie kennen Handlungsmöglichkeiten die diese Problemsituationen erleichtern. -5- Schmidhalter Gillian 40 BM Unterricht in multikulturellen Gruppen PH Wallis 4. Sem./2007 2. Theoretischer Bezugsrahmen In unseren gehaltenen Stunden geht es um die Sensibilisierung für das Anderssein durch den Bereich der Sprachen. Deswegen wählen wir auch die Theorien zu SPRACHE als theoretischen Hintergrund unserer Lektionen. „Unsere Gesellschaft wird zunehmend multilingual d.h. mehrsprachig, das merken wir alle! [] Auf der ganzen Welt leben die Menschen mehrheitlich im Kontakt mit zwei oder mehr Sprachen. Menschen, die nur eine Sprache können, sind weltweit in der Minderheit. Das sind Tatsachen (Nodari, 2000, S.2.). Mit dem Begriff „multilinguale Gesellschaft meint Nodari nicht, dass mehrere Sprachen nebeneinander leben oder in der Arbeitswelt gesprochen werden. Die multilinguale Gesellschaft zeichnet sich für Nodari „vielmehr dadurch aus, dass viele Sprachen im täglichen Leben gleichzeitig und z.T. vermischt vorkommen. Das hat in der Schweiz Tradition. Das schweizerische Hochdeutsch ist seit alters her durchsetzt mit französischen Begriffen, das Sprechen über Computer kommt heute nicht ohne englische Begriffe aus, Mischsprachen sind längst keine Phänomene, die man nur an Sprachgrenzen wie z. B. in Fribourg oder im Elsass beobachten kann (Nodari, 2000, S.2f.). Migranten vermischen die Ortsprache und mit der Herkunftssprache (Il Lehrer ha detto, che devo fare le Ufzgi). Vermischt werden zudem auch zwei Migrantensprachen wie Italienisch und Spanisch (man spricht dann von Itagnolo oder Spagnolano) (vgl. Nodari, 2000, S.3). 2.1. Bilinguale Identität: Leben in und zwischen zwei Sprachen Ein auch äusserlich markantes Merkmal der Identität ist die Sprache. Sie gibt Aufschluss über die regionale und ethnische Zugehörigkeit. Migrantinnen und Migranten leben in und zwischen zwei oder mehreren Sprachen, so wie in und zwischen zwei Kulturen. Wie hoch das Niveau in der Erstsprache ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Folgende Faktoren gehören dazu: Motivation, Zukunftsperspektive, Dauer des Aufenthalts, Sozialschicht und Bildungsniveau. Weiter gehören dazu das Ausmass an Input, das jemand überhaupt in Deutsch bekommt, oder die kommunikativen Erfordernisse des Umfelds. Oft sind Verwendungsbereiche von Muttersprache und Deutsch sozialräumlich klar getrennt. Bei Schulkindern kann diese Trennung zur Folge haben, dass gewisse Teile des Vokabulars nur in der Muttersprache, andere Teile nur in Deutsch verfügbar sind. Aus diesem Charakteristikum der bilingualen Identität können Mischgebilde entstehen. Sprachliche Entwicklung und Kompetenz ist von besonderer Bedeutung, sie ist ausschlaggebend für die soziale Orientierung und für die beruflichen Chancen. Für die Schulkinder ist die Beherrschung der deutschen Sprache ein zentrales Kriterium das über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Für die Gesamtpersönlichkeitsentwicklung des Kindes ist es entscheidend, dass beide „Teilidentitäten (Muttersprache und Zweitsprache) gleichermassen ernst genommen und gefördert werden (Schader 2000, S. 34). -6- Schmidhalter Gillian 40 BM Unterricht in multikulturellen Gruppen PH Wallis 4. Sem./2007 2.2. Stärkung der bilingualen Identität Es ist für uns unmöglich den Mundartdialekt von Schweizer Kinder vollständig aus der Schule auszuklammern. Aus diesem Grund, sollten wir auch die Muttersprache fremdsprachiger Schülerinnen und Schülern nicht ausklammern. Das von uns Lp nicht verlangt wird, dass wir Albanisch, Portugiesisch oder Türkisch unterrichten ist hoffentlich klar. Was können wir also tun, um eine Stärkung der bilingualen Identität gerecht zu werden? Folgende Punkte sollten dazu Anregungen geben: • Die Eltern ermutigen, die Muttersprache in der Familie in einem angemessenen Rahmen zu pflegen. (d.h. Bücher vorlesen, Zeitschriften in der Muttersprache vorzulegen.) • Im Unterricht den verschiedenen Sprachen Interesse und Wertschätzung entgegenbringen. Das Interesse der Kinder gegenüber Sprachen wecken. Dazu gehören auch Sprachanregungen zu schaffen (z.B. Fremdsprachige Bibliothek) (Schader 2000, S. 35). 2.3. Kernpunkte sprachbezogen interkulturellen Unterrichts • • • • Sprachbezogene Projekte sprechen das Expertenwissen von fremdsprachigen Kindern in einem Bereich an, in dem sie über dieses wirklich noch verfügen. Sprachbezogne Projekte erlauben, einen wichtigen Teil der bikulturellen Identität in der Schule einzubringen und zu fördern, ohne zugleich die Intimität der Persönlichkeit zu tangieren. Sprachbezogene Projekte können die Stärkung der fremdsprachigen Schülerinnen und Schüler in ihrer muttersprachlichen Kompetenz unterstützen. Sprachbezogene Projekte, interkulturell geöffnet, können allen Kindern einen Wissenszuwachs in einem Unterrichtsbereich von hoher Bedeutung bringen (Schader 2000, S. 56 ff.). 2.4. Erstsprache Mit der Erstsprache ist die erste Sprache gemeint, die ein Mensch erwirbt (vgl. Günther, 2004, zit. nach Bodenmüller, 2007). Die Sprachen können in starke und schwache Sprachen unterteilt werden, wobei die Erstsprache meistens die starke, dominierende Sprache ist (vgl. Kielhöfer Jonekeit, 1983, zit. Bodenmüller, 2007). Es kann aber durchaus der Fall sein, dass wegen den Sozialisationsbedingungen (d.h. wegen den andern Lebensumständen, Zuwanderung ect.) kein Gebrauch dieser Sprache erfolgt und sie somit in Vergessenheit geraten kann (vgl. Günther Günther, 2004, zit. nach Bodenmüller, 2007). 2.5. Muttersprache Die Muttersprache kann quasi als Synonym gebraucht werden für die Erstsprache. Es ist die im primären Spracheerwerb gelernte Sprache des Kindes. Es ist also meist die Sprache, welche die Mutter spricht und die das Kind auf natürliche Weise erlernt (vgl. Brockhaus, 2005 Günther Günther, 2004, zit. nach Bodenmüller, 2007). -7- Schmidhalter Gillian 40 BM Unterricht in multikulturellen Gruppen PH Wallis 4. Sem./2007 Als Muttersprache bezeichnet man die in der frühen Kindheit ohne formalen Unterricht erlernte Sprache. Diese prägt sich in ihrer Lautgestalt und grammatischen Struktur so tief ein, dass Sprecher ihre Muttersprache weitgehend automatisiert beherrschen. Im Allgemeinen kann etwa ab der Pubertät keine andere Sprache mehr diesen Platz einnehmen. Jeder nicht an einer besonderen Sprachschwäche leidende Mensch erlernt in dieser Zeit die in seiner Umgebung vorherrschende Sprache in der gleichen Perfektion wie die vorherige Generation (Wikipedia, 2007). 2.6. Zweitsprache Mit Zweitsprache meint man jede Sprache, die man nach der Erstsprache erlernt hat. Es ist zudem eine Alternativsprache zum Überleben in einer neuen Gesellschaft und Kultur. Häufig wird diese so gut gesprochen, wie die Erstsprache. Diese Zweitsprache ist für den Sprechenden zur Bewältigung von Alltagssituationen existenziell notwendig (vgl. Günther Günther, 2004, zit. nach Bodenmüller 2007). 2.7. Fremdsprache Eine Fremdsprache ist eine Sprache einer anderen Sprachgemeinschaft, die man sich durch bewusstes Lernen aneignet. Fremdsprachen werden nur selten und zudem nicht im Alltag benutzt. Kenntnisse in der Fremdsprache werden erst systematisch und auf schriftlicher Basis nach der Grundschule vermittelt. (vgl. Brockhaus, 2005 Günther Günther, 2004, zit. nach Bodenmüller, 2007). 2.8. Mehrsprachigkeit: Von Mehrsprachigkeit kann gesprochen werden, wenn ein Kind zwei oder mehrere Sprachen täglich als Kommunikationsmittel gebraucht. Der Wechsel von einer zur andern Sprache verläuft bei einem mehrsprachigen Kind ohne Probleme. In der Regel ist die Mehrsprachigkeit für andere Entwicklungsbereiche förderlich. Sicher ist aber, dass die Mehrsprachigkeit keine Belastung oder Überforderung bedeutet für körperlich, geistig und seelisch durchschnittlich entwickelte Kinder. Je mehr Fremdsprachen ein Mensch spricht, desto höher ist der persönliche Aufwand um die Sprachproduktion in Gang zu halten. Sobald eine Sprache nicht mehr gesprochen wird, geht der aktive Wortschatz verloren. Es ist auch so, dass die Sprachen oft unterschiedlich gut beherrscht werden. Die Erstsprache ist der Ausgangspunkt und die Basis für den Erwerb einer weiteren Sprache. Menschen die zwei oder mehrere Sprachen sprechen, sind überlegen im Erwerb einer neuen Sprache als solche, die ungeübt sind (vgl. Bodenmüller, 2007. 2.9. Bilingualismus Mit Bilingualismus meint man den Gebrauch von zwei Sprachen. Es gibt aber sehr unterschiedliche Auffassungen von der Sprachkompetenz eines Menschen der Bilingual ist. -8- Schmidhalter Gillian 40 BM PH Wallis 4. Sem./2007 Unterricht in multikulturellen Gruppen • Beherrschung beider Sprachen wie Muttersprachler (Bloomfeld, 1933, zit. nach Bodenmüller, 2007). • Fähigkeit, sich in zwei Sprachen verständlich auszudrücken (Lewandowski, 1990, zit. nach Bodenmüller, 2007). • Regelmässig im Alltag ohne Probleme zwischen Sprachen wechseln (Franceschini, 2000, zit. nach Bodenmüller, 2007). Man ist sich zudem auch nicht einig, ob man beide Sprachen gleichgut sprechen muss, oder ob es genügt wenn man nicht dasselbe Sprachniveau hat, von Bilingualismus zu sprechen. 2.10. Wichtige Aspekte des Zweitsprachenerwerbs Für Lüdi (1997, zit. nach Bodenmüller, 2007) sind wichtige Aspekte des Zweitsprachenerwerbs die folgenden: Zeitpunkt: • Simultaner Sprachenerwerb oder sukzessiver Sprachenerwerb Modalitäten: • Ungesteuert vs. gesteuert • Natürliche Kommunikation vs. systematische Lehrgänge Grad der Beherrschung beider Sprachen: • Symmetrische vs. asymmetrische Sprachkompetenz Kognitive Organisation: • Koordinierte Zweisprachigkeit: einzelnen Wörtern jeder Sprache im Gehirn unterschiedliche Repräsentationen zugeordnet. • Zusammengesetzte Zweisprachigkeit: Wörter beider Sprachen einem Konzept zugeordnet. 2.11. Sprachenerwerbsverlauf für die Zweitsprache Die hier dargestellten Kurven sind modellhaft, d.h. sie stellen mögliche Spracherwerbsverläufe dar, die unter idealen Umständen und mit einer durchschnittlichen Intelligenz möglich sind. Wichtig ist bei dieser Darstellung lediglich die Beziehung zwischen einem monolingualen und einigen exemplarischen bilingualen Spracherwerbsverläufen. In der Grafik stellt die Kurve den idealtypischen Spracherwerbsverlauf eines monolingual aufwachsenden Kindes dar. Spätestens bei Eintritt in den Kindergarten (d.h. mit 5 Jahren) haben die meisten monolingualen Kinder den Erwerb der Erstsprache in den Grundzügen abgeschlossen, das heisst, sie können -9- Schmidhalter Gillian 40 BM Unterricht in multikulturellen Gruppen PH Wallis 4. Sem./2007 sich in allen kindgemässen Sprachsituationen kommunikativ angemessen verhalten und sie verstehen alles, was dem Alter gemäss formuliert und mitgeteilt wird. Die wesentlichen syntaktischen Strukturen sind aufgebaut und die Aussprache entspricht perfekt den Normen der Erstsprache. Die sprachliche Kompetenz eines „native speakers entwickelt sich kontinuierlich, zumindest während der Schul- und Ausbildungszeit, jedoch nicht mehr in der gleichen Intensität wie in den ersten Lebensjahren. Die Kurve zeigt den Verlauf des Spracherwerbs eines Kindes, dessen Familiensprache eine andere ist als die Ortsprache. Der Erwerb der Ortsprache beginnt mit der zweiten Sozialisation, d.h. frühestens beim Eintritt in eine Spielgruppe (mit 4 Jahren) oder in den Kindergarten (mit 5Jahren). Die meisten hier geborenen oder früh eingereisten Kinder erreichen unter günstigen Bedingungen nach drei bis vier Jahren eine Kompetenz, die der monolingualen sehr nahe kommt. (Günstige Bedingungen sind z.B. gut entwickelte Erstsprache, häufiger Kontakt mit Kindern aus der Umgebung, gute Förderung im Kindergarten.) Zu bedenken ist, dass dieses Kind nicht eine, sondern bereits zwei oder auch mehr Sprachen gelernt hat. Ein Kind, das im ersten Schuljahr in die Schweiz einreist (Kurve c) und die Ortsprache von Null auf lernen muss, hat 5–6 Jahre zur Verfügung, um beim Übertritt in die Sekundarstufe eine Sprachkompetenz zu erreichen, die ihm den Zugang zu einem Schultyp mit erweiterten Ansprüchen ermöglicht. Viele Kinder erreichen dieses sehr anspruchsvolle Ziel, obschon beim Zweitspracherwerb die Erstsprache in der Regel ausgeblendet bleibt. Trifft ein anderssprachiges Kind im Alter von 12 Jahren in der Schweiz ein, so hat es unter den heutigen Umständen durchaus noch eine Chance, vor Abschluss der obligatorischen Schulzeit eine Sprachkompetenz zu entwickeln, die ihm den Zugang zu einer Berufsausbildung ermöglicht. In den wenigsten Fällen kann jedoch ein Übertritt in weiterführende Schulen der Sekundarstufe II erfolgen, denn die Sprachkompetenz kann nach 4 Jahren nicht absolut ‚nativespeaker-like sein. Fehler vor allem im Bereich der Nominalflexion sind immer noch vorhanden. Jugendliche, die nach dem 14. Lebensjahr in die Schweiz einreisen, haben nur in seltensten Fällen die Chance, eine anspruchsvolle Lehre zu absolvieren, auch wenn sie aufgrund ihrer kognitiven Fähigkeiten dazu durchaus in der Lage wären. Bei älteren Lernenden (f) können wir dagegen beobachten, wie der Spracherwerbsprozess zum Stillstand kommt. Man spricht dann von fossilisierter Lernersprache (Nodari, 2000, S.5f.). Der beste Zeitpunkt für den Zweisprachenerwerb ist sehr umstritten. Falls dies sehr früh geschieht, kann dies Vorteile haben für die mündliche Kommunikation, nicht aber für den Erwerb von syntaktischen Fähigkeiten, weil dies kognitive Fähigkeiten erfordert, die noch nicht gefestigt sind. Zudem sollte die Erstsprache gefestigt sein, beim frühen Erwerb der Zweitsprache, ansonsten stösst man auf Probleme. Falls die Zweitsprache spät erlernt wird, kann ein akzentfreies Sprechend er Zweitsprache kaum mehr angestrebt werden, denn das Sprechen ist nun sehr stark von der Erstsprache geprägt. Es besteht zudem die Schwierigkeit, dass die Sprache nicht ohne kognitive Hilfen wie beispielsweise Grammatikregeln gelernt werden können. Ein natürlicher Sprachenerwerb ist zudem ab der Pubertät erschwert (vgl. Bodenmüller, 2007). 10 Schmidhalter Gillian 40 BM Unterricht in multikulturellen Gruppen PH Wallis 4. Sem./2007 3. Lernvoraussetzungen 3.1. Motivatonale Voraussetzungen: Es handelt sich um eine 6. Primarklasse. Das Schuljahr ist bald zu ende, die Schüler sind müde und die Motivation bei den Schülerinnen und Schülern ist eher gering. Es gibt in der Klasse 2-3 dominante Kinder, welche nicht motiviert sind in die Schule zu kommen. Es ist jedoch nicht so, dass sie sich weigern eine Aufgabe zu lösen, sie machen diese aber je nach Lust nur sehr langsam und ungenau. Es ist jedoch nicht der Fall, dass sie wegen der fehlenden Motivation dauernd die Klasse stören. Meistens reicht bei diesen Schülern ein einmaliges Zurechtweisen und dann verhalten sie sich mehr oder weniger ruhig. Ich darf aber die andern knapp zwanzig Schüler nicht vergessen, die gut motiviert sind, auch wenn sie schon lange keine Ferien geniessen durften, und die der Lehrperson grösstenteils ruhig zuhören, wenn sie etwas erzählt oder erklärt. Es ist auch wichtig, dass ich aufpasse, dass die unmotivierten Schüler, die motivierten nicht anstecken und so das gute Klassenklima verschlechtern. 3.2. Emotionale Voraussetzungen: In der Klasse herrscht ein sehr gutes soziales Verhältnis. Die Schüler haben selten Streit untereinander und sind bereit einander zu helfen. Es ist sehr angenehm mit der Klasse zu arbeiten. Im Allgemeinen herrscht ein gutes Lernklima in der Klasse. Das Thema Muttersprache und kulturelle Herkunft ist mit persönlichen Emotionen verbunden. Jeder Schüler besitzt seine eigenen Erfahrungen in diesem Bereich und hat einen anderen Bezug zu seiner kulturellen Herkunft. Die Muttersprache verbindet die Kinder eng mit ihrer eigenen Kultur und ist daher ein sehr persönlicher Aspekt. Gerade bei Kindern die aus Pusch-Faktoren ihre Heimat verlassen mussten, kann es Schwierig sein von ihrer Herkunft, ihrer Kultur und ihrer Muttersprache zu sprechen. Das Thema kann aus diesem Grund durchaus eine emotionale Belastung für manche Kinder darstellen. Auf diese Tatsache muss ich als Lp achten und nötigenfalls reagieren. 3.3. Sprachliche Voraussetzungen: Wie ich bereits erwähnt habe, handelt es sich um eine sehr multikulturelle Klasse. Von 21 Kindern sind 8 Kinder mit einer andren Muttersprache als Deutsch in der Klasse. Wie die Zusammensetzung der Sprachen in der Klasse aussieht, habe ich versucht in der angefügten Tabelle darzustellen. 11 Schmidhalter Gillian 40 BM PH Wallis 4. Sem./2007 Unterricht in multikulturellen Gruppen 3.3.1. Darstellung 1: Die verschiedenen Sprachen in der Praktikuklasse Schüler/in Erstsprache Muttersprache Zweitsprache Andere Sprachen 1 Deutsch (Aargauer Dialekt) Französisch 2 Deutsch Französisch 3 Französisch Deutsch 4 Portugiesisch Deutsch Französisch 5. Deutsch Französisch 6 Deutsch Italienisch Französisch 7 Albanisch Deutsch Französisch 8 Deutsch Französisch 9 Deutsch Französisch 10 Deutsch Französisch 11 Deutsch Französisch 12 Deutsch Französisch 13 Deutsch Französisch Portugiesisch 14 Kroatisch Deutsch Französisch 15 Deutsch Französisch 16 Deutsch Französisch 17 Englisch Deutsch Französisch 18. Deutsch Französisch 19 Italienisch Deutsch Französisch 20 Portugiesisch Deutsch Französisch 21 Deutsch Französisch 12 Schmidhalter Gillian 40 BM Unterricht in multikulturellen Gruppen PH Wallis 4. Sem./2007 3.4. Gruppale Voraussetzungen: Bei Gruppenbildungen muss bei dieser Klasse darauf geachtet werden, dass einzelne Schüler und Schülerinnen nicht gemeinsam eine Gruppe bilden, da diese sich ansonsten nicht auf die Materie konsentrieren, sondern über andere Dinge sprechen (Freizeit, Hobbys.). Auch bei Plenumgesprächen im Kreis auf dem Boden sollte, wenn möglich, verhindert werden, dass diese Kinder nebeneinander Sitzen, weil die Gefahr besteht das sie schwatzen und den Unterricht stören. Wenn auf diese speziellen Paarungen geachtet wird, kann mit dieser Klasse sehr gut in Gruppen gearbeitet werden, da sie sehr selbstständig und verantwortungsbewusst arbeiten. Eine weitere gruppale Voraussetzung ist, dass die Kinder in einer grösseren Gruppe (Plenum) ein Gespräch führen können. 3.5. Schulische Voraussetzungen: Die Schule wurde vor zwei Jahren neu errichtet, das bedeutet, dass sie sich baulich und einrichtungstechnisch auf in einem Topzustand befindet. Die Schuleinrichtung ist so gestaltet, dass die Tische flexibel verschiebbar sind. An den Pulten sind Räder befestigt, so kann in kürzester Zeit die Pultanordnung verändert werden. Die Pulte können auch an den Rand geschoben werden, um in der Mitte des Klassenzimmers Platz zu schaffen. Das Schulzimmer ist geräumig und es gibt ausreichend Licht durch die vollständige Fensterfront auf einer Seite des Raumes. 3.6. Sachstrukturelle Voraussetzungen: Jedes Kind besitzt eine Muttersprache. In meiner Lektion sollen die Kinder über ihre Muttersprache sprechen. Die Voraussetzungen in diesem Bereich ist die Bereitschaft der Kinder über ihre persönliche Muttersprache zu berichten. Die Kinder benötigen auch einige Grundkenntnisse in der Geographie. In der Lektion sollen die Kinder ihre Muttersprache dem Land, in welchem ihre Muttersprache gesprochen wird zuordnen, dazu benötigen sie Kenntnisse im Bereich der geographischen Lage der Länder auf der Europakarte. In der sechsten Klasse kann jedoch davon ausgegangen werden. 13 Schmidhalter Gillian 40 BM Unterricht in multikulturellen Gruppen PH Wallis 4. Sem./2007 4. Sachanalyse 4.1. Muttersprache (Definition): „Als Muttersprache bezeichnet man die in der frühen Kindheit ohne formalen Unterricht erlernte Sprache. Diese prägt sich in ihrer Lautgestalt und grammatischen Struktur so tief ein, dass Sprecher ihre Muttersprache weitgehend automatisiert beherrschen. Im Allgemeinen kann etwa ab der Pubertät keine andere Sprache mehr diesen Platz einnehmen. Jeder nicht an einer besonderen Sprachschwäche leidende Mensch erlernt in dieser Zeit die in seiner Umgebung vorherrschende Sprache in der gleichen Perfektion wie die vorherige Generation (wikipedia. 2007). Die Muttersprache ist ein wichtiges Merkmal der eigenen kulturellen Identität. Sie verbindet verschiedene Kulturgruppen miteinander und gilt als Identifikationsmerkmal der eigenen Persönlichkeit. „Sprachbezogene Projekte bieten Kindern mit Migrationhintergrund den Raum, ein konstituierendes Merkmal ihrer Herkunftsidentität einzubringen und positiv zu leben, ohne sich dabei allzu persönlich zu exponieren. Zugleich tun sie das in einem Bereich, in dem Sonderwissen auch bei Kindern noch vorhanden ist, deren sonstige Verbindung zur Herkunftskultur nur mehr dünn und mittelbar ist (Schader 2000, S. 54). Die Muttersprache kann quasi als Synonym gebraucht werden für die Erstsprache. Es ist die im primären Spracheerwerb gelernte Sprache des Kindes. Es ist also meist die Sprache, die die Mutter spricht und die das Kind auf natürliche Weise erlernt (vgl. Brockhaus, 2005 Günther Günther, 2004, zit. nach Bodenmüller, 2007). 4.2. Sprachen der Welt: In welchem Land werden welche Sprachen gesprochen? Damit abgeklärt werden kann, in welchen Ländern welche Sprachen gesprochen werden, habe ich folgende Internetseite konsultiert: wikipedia. (2007). Amtssprache. [Internet]. Verfügbar unter: [01.05.2007].) Weiter habe ich folgende Informationen aus dem EOLE Band 1: Albanisch Mazedonien, Kosovo, Montenegro, Griechenland, Italien 4 Millionen Deutsch Deutschland, Österreich, Luxemburg, Italien, Lichtenstein, Belgien, Schweiz 100 Millionen Englisch Südafrika, Australien, Kanada, USA, Irland, Neuseeland, Grossbritannien, Jamaika, Antillen, Surinam, Guyana, Belize, Botswana, Kamerun, Fidji, Gambia, Ghana, Indien, Kenia, Kiribati, Lesotho, Liberia, Malawi, Malediven, Malta, Maurizius, Nauru, Nigeria, Uganda, Pakistan, 14 Schmidhalter Gillian 40 BM Unterricht in multikulturellen Gruppen PH Wallis 4. Sem./2007 Papousie, Philippinen, Salomon, Samoa, Seychellen, Sierra Leone, Singapur, Sri Lanka, Swaziland, Tonga, Tuvalu, Vanuatu, Zambie, Zimbabwe 320 Millionen Arabisch Algerien, Arabien, Bahrein, Jemen, Oman, Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwaït, Katar, Irak, Syrien, Jordanien, Libanon, Ägypten, Libyen, Tunesien, Marokko, Maurizius, Sudan, Israel. 170 Millionen Chinesisch: China, Taiwan, Singapur Mehr als eine Milliarde und 400 Millionen (1400000000) Spanisch: Spanien, Lateinamerika, USA 300 Millionen Französisch: Frankreich, Belgien, Kanada, Luxemburg, Schweiz, Italien, Monaco, Benin, Burjina Faso, Burundi, Kamerun, Comores, Kongo, Elfenbeinküste, Dijbouti, Gabon, Haiti, Mauritzius, Madagaskar, Mali, Niger, Ruanda, Senegal, Togo 77 Millionen Italien: Italien, Schweiz, USA, Kanada, Argentinien, Brasilien 60 Millionen Portugal: Angola, Brasilien, Grünen Kap, Mosambik, Portugal, Sao Tome 176 Millionen Serbokroatisch: Serbien, Montenegro, Kroatien, Bosnien Herzigomina 16 Millionen Schweizerdeutsch: deutsche Schweiz 4 bis 5 Millionen 4.3. Bedeutsamkeit des Unterrichtsgegenstandes Durch das Thema Sprache werden die Kinder sensibilisiert mit Mitmenschen anderer Muttersprache umzugehen. Sie können die Situation der betroffenen Personen besser nachvollziehen und ihnen ist es möglich sich in ihre Position hineinzufühlen. Den Kindern wird bewusst, dass es viele verschiedene Sprachen auf dieser Welt gibt und dass wir uns mit diesen Auseinandersetzen müssen. Sei es aus banalen Gründen wie in die Ferien zu fahren oder aus anderen Gründen. Die Multikulturalität und die Sensibilisierung hat eine sehr wichtig Bedeutsamkeit in der Gegenwart, weil die Schüler im alltäglichen Leben immer mehr mit fremdsprachigen Kindern in Kontakt kommen und lernen müssen diese zu akzeptieren und sie so gut es geht zu integrieren. Multikulturalität hat zudem auch eine Bedeutung für die Zukunft, denn nicht nur in der Primarschule und später in der OS sind die Schüler mit ausländischen Schülern konfrontiert, sonder auch in der 15 Schmidhalter Gillian 40 BM Unterricht in multikulturellen Gruppen PH Wallis 4. Sem./2007 späteren Ausbildung und dann vor allem auch im Arbeitsleben. Es ist deshalb von grosser Bedeutung, dass die Schüler schon sehr früh auf das Anderssein durch eine anderer Sprache sensibilisiert werden, denn im Berufsleben kann man den fremdsprachigen Mitmenschen nicht aus dem Weg gehen, man ist gezwungen mit ihnen zu kooperieren. Dies soll aber Schritt für Schritt bereits in frühen Lebensjahren erlernt werden. 4.4. Was müssen die Kinder nach der Stunde wissen? Die Schüler sollen nach diese zwei Stunden unter dem Motto „MEINE SPRACHE – DEINE SPRACHE folgende Dinge wissen: Lektion1: • Was bedeutet Muttersprache. • Wie stehe ich zu meiner eigenen Muttersprache und was für andere Sprachen kann ich sonst noch sprechen oder verstehen. • Welche Sprachen sprechen meine Mitschüler. • Welche Bedeutung messe ich den einzelnen Sprachen zu, die ich spreche. Lektion 2: • Wenn man uns in Sprachen ausgedrückt anschaut, kann man erkennen, dass wir alle anders sind, wegen der unterschiedlichen Sprachen. • Eine Sprache beeinflusst einen Menschen, weil sie eine ganze Kultur mit sich bringt • Das Wort Kultur erklären können. • Zwei Sätze in einer anderen Sprache sprechen können. 4.5. Welche Anwendungsmöglichkeiten bietet der Stoff? Durch die Lektion sollen sich die Kinder bewusst werden, welche Bedeutung die eigene Sprache hat und wie sie persönlich zu anderen Sprachen stehen. Die Kinder erkennen die Sprachenvielfalt der Klasse und die damit verbundenen Schwierigkeiten. Durch die Sensibilisierung auf das Anderssein soll, wie schon erwähnt, ein akzeptablerer Umgang mit Fremdsprachigen Mitmenschen im späteren Leben erzielt werden. Dort kann also eine direkte Anwendung vorgenommen werden. 16 Schmidhalter Gillian 40 BM Unterricht in multikulturellen Gruppen PH Wallis 4. Sem./2007 5. Didaktische methodisches Vorgehen 5.1. Lernvoraussetzungen der Schüler: • • • • • In der Klasse gibt es Kinder verschiedener Muttersprachen (Sprache Dialekt). Die SCH sind motiviert über ihre Muttersprache zu sprechen. (Die Muttersprache ist sehr persönlich und hat emotionale Verbindungen zur eigenen Herkunft) Die SCH benötigen ein geografisches Vorwissen, um verschiedene Länder auf den Landkarten zu finden. Die Klasse kann in einer grossen Gruppe ein Gespräch führen. (Diskussion) Die Kinder sind geübt Kurzvorträge vor der Klasse zu halten. 5.2. Welche Schwierigkeiten könnten entstehen: • • • • Ein oder mehrere Kinder möchten nicht über ihre Muttersprache sprechen da sie eventuell emotional blockiert sind. Sie finden das Land auf der Landkarte nicht. (ungenügende geografische Kenntnisse) Die Kinder kennen sich bereits recht gut untereinander und es langweilt sie diese Informationen erneut zu hören. Die Kinder zeigen keine Bereitschaft in der Plenumdiskussion mitzusprechen. 5.3. Welche Schülerinteressen sind zu erwarten: Den SCH macht es Spass über ihre Muttersprache zu sprechen, sie können dadurch etwas über ihre Herkunft und ihre Kultur erzählen. Sie interessieren sich für die anderen Mitschüler und sind neugierig mehr über sie zu erfahren. Vielleicht erfahren sie etwas Neues über ihre Mitschüler, was sie bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten. 5.4. Was soll der Schüler durch dieses Thema lernen: • • • • • Die Kinder sollen sensibilisiert werden auf die verschiedenen Sprachen, welche in unserer Klasse gesprochen werden. Sie sollen erkennen, dass es Kinder gibt, für welche Deutsch nicht die Muttersprache ist. Die SCH können sich in die Situation solcher Kinder hineinversetzen und sie verstehen besser, wie sich Kinder mit Sprachschwierigkeiten fühlen. Die SCH entwickeln mehr Akzeptanz für Kinder anderer Muttersprache. Begegnung mit verschiedenen Sprachen, nicht nur mit der Schulsprache Französisch oder dem allgegenwärtigen Englisch, sondern auch mit kleineren unbekannteren Migrationsprachen wie Albanisch, Kroatisch, Portugiesisch. Die Kinder werden sensibilisiert auf das Anderssein. 17 Schmidhalter Gillian 40 BM • • Unterricht in multikulturellen Gruppen PH Wallis 4. Sem./2007 Die Kinder treten in gegenseitigen Kontakt mit der sprachlichen und kulturellen Vielfalt um sie herum und es eröffnet ihnen eine ermutigende Perspektive für das Sprachenlernen und die Begegnung von Kulturen. Die Kinder realisieren, dass die Sprache ein wichtiger Aspekt ist, um mit anderen Kulturen und Menschen anderer Länder oder Sprachregionen in Kontakt zu treten. 5.5. Methodisches Vorgehen: Um ein angenehmes Lernklima zu schaffen entscheide ich mich dafür, die Pulte mit Hilfe der Räder an den Rand des Klassenzimmers zu schieben. Dadurch entsteht in der Mitte des Zimmers ein grosser Platz indem wir gemeinsam Arbeiten können. Ich möchte damit ein wenig das Zusammengehörigkeitsgefühl anregen. Es soll ein gemeinsam Projekt entstehen. Zu Beginn der Lektion entscheide ich mich für eine Einzelarbeit. Der Sprachensteckbrief ist für jeden Schüler persönlich und soll alleine gemacht werden. In dieser Phase der Lektion ist jedes Kind für sich. Der Arbeitsplatz kann jedoch im Klassenzimmer frei gewählt werden. Hier ist zu achten, dass ich aufpasse das gearbeitet wird. In einer zweiten Phase werden diese Steckbriefe zusammengetragen. Dazu gestalten wir gemeinsam in der Klasse ein grosses Plakat. Jedes Kind stellt der Klasse seinen Steckbrief vor und klebt diesen auf das vorbereitete Plakat. Seinen Steckbrief verbindet das Kind mit einem roten Faden mit den Landkarten, welche bereits von der Lp auf das Plakat geklebt wurden. Es soll ein Netz entstehen, welches die Steckbriefe mit den Landkarten verbindet. Das entsehende Netz soll die gemeinsame Verbindung darstellen. In diese Phase entschied ich mich für die Arbeit im Plenum, da ein gemeinsames Plakat entstehen sollte. In einer letzten Phase wird in Kleingruppen über die Sprachenvielfalt und deren Probleme diskutiert und es wird versucht Lösungsvorschläge auszuarbeiten. Ich entschied mich hier für die Methode der Kleingruppen, da eine kleinere Gruppenzahl der gemeinsame Ideenaustausch besser stattfindet und jedes Kind seine Äusserungen einbringen kann. Es soll auch eine Gruppendiskussion stattfinden und gemeinsame Lösungsvorschläge, auf die vorgegebenen Fragen, gefunden werden. 18 Schmidhalter Gillian 40 BM PH Wallis 4. Sem./2007 Unterricht in multikulturellen Gruppen 6. Unterrichtsvorbereitung Verlaufsplanung Zeit Medien Material Inhalt Methoden Einstieg: 5 An der Wandtafel hängt eine Europa- und eine Schweizer Europa- und Schweizerkarte Landkarte. Die Lehrperson beginnt mit einem Kurzvortrag. Beispiel: „Ich möchte euch Heute etwas über meine Muttersprache erzählen. Ich komme aus Ried-Brig und bin daher mit der deutschen Sprache aufgewachsen. Mein Vater und meine Mutter sprechen beide auch Deutsch. In Ried-Brig wird jedoch nicht Standartsprache gesprochen sondern Walliserdialekt. Mein Lieblingswort in meinem Dialekt ist „Strafful. Dies bedeutet Heuschrecke. Weiter spreche ich Französisch und ein wenig Englisch. Beide Sprachen habe ich hauptsächlich in der Schule gelernt. Ich möchte eines Tages unbedingt Schwedisch lernen, weil mich diese Sprache sehr interessiert und ich sehr gerne mal nach Schweden reisen möchte. Nach dem Kurzvortrag hängt die Lehrperson ihren Steckbrief zu Steckbrief den Landkarten und verbindet den Steckbrief mit dem Ort in dem Garn seine Muttersprache gesprochen wird. Dies macht er auf Europaund der Schweizerkarte. Es wird abgeklärt, ob die Kinder wissen was als Muttersprache Plenum bezeichnet wird. Erarbeitung: AA: Jedes Kind gestaltet auf einem bunten A4 Blatt seinen eigenen Sprachensteckbrief. Ihr schreibt dazu auf welches eure Muttersprache ist, was ihr über diese wisst, was ihr für andere Sprachen sprecht, was eure Eltern für Sprachen sprechen, was euer Lieblingswort in eurer Muttersprache ist, einfach alles was wichtig ist. Dazu habt ihr 10 Zeit. 19 Schmidhalter Gillian 40 BM 10 PH Wallis 4. Sem./2007 Unterricht in multikulturellen Gruppen Die SCH haben nun Zeit ihren persönlichen Sprachensteckbrief zu Einzelarbeit gestalten. Jedes Kind erhält ein buntes A5 Blatt, auf dem die Farbige Blätter wichtigsten Punkte aufnotiert werden. Die Kinder gestalten dieses Blatt mit ihren persönlichen Daten. Von jedem Kind wird ein Foto gemacht, das auf den Steckbrief geklebt wird. (Die Fotos sind bereits gemacht und können nur zugeschnitten werden) Die Kinder, welche ihre Steckbriefe schneller beendigt haben als Garn die restlichen Kinder, können sich bereits überlegen was für Sprachen sonst noch in Europa gesprochen werden und wo diese gesprochen werden. 15 Jedes Kind präsentiert seinen Sprachensteckbrief. Es darf seinen Steckbrief bei der Karte befestigen und mit der Landkarte, mit Hilfe eines Garns, verbinden. 5 Nachdem alle Kinder ihren persönlichen Sprachensteckbrief bei Plenum der Landkarte befestigt haben, wird das Gesamtbild gemeinsam betrachtet und besprochen. Folgende Fragen sollen die Diskussion anregen. • • • 15 Gibt es Sprachen, die in mehreren Ländern gesprochen werden? Welche Sprachen werden in den Ländern gesprochen, aus denen niemand von der Klasse stammt? Welche Sprache wird auf der Welt am meisten gesprochen? Ergebnissicherung: In der Gruppe werden folgende Fragen gemeinsam besprochen: • Wie man sehen kann, gibt es in der Klasse viele Kinder mit anderer Muttersprache als Deutsch. Warum ist das so? • Was für Schwierigkeiten kann es geben, wenn wir die Sprache des Landes nicht sprechen können? • Wie können wir den Menschen in unserem Land helfen, die unsere Sprache nicht sprechen? AA: Diskutiert in der Gruppe die drei Fragen am Flipchart, zu der letzten Frage sammelt ihr Vorschläge und schreibt diese gross mit einem dicken Stift auf ein farbiges Blatt. Diese Vorschläge präsentiert ihr anschliessend vor der Klasse. Ihr habt zehn Minuten. 20 Gruppenarbeit Fragen am Flipchart Schmidhalter Gillian 40 BM Unterricht in multikulturellen Gruppen PH Wallis 4. Sem./2007 Jede Gruppe notiert auf farbigen Blättern Vorschläge zur letzten Farbige Blätter Frage. Die Gruppen werden gebildet, indem immer fünf Kinder (1 Gruppe 6 Kinder) zusammen eine Gruppe ergeben. Die Gruppen werden von der Lehrperson bestimmt. (Immer die, die gerade zusammen an den Bänken sitzen) 5 Jede Gruppe präsentiert ihre Vorschläge und kleben diese auch auf das Plakat. Literaturverzeichnis Schader, B. 2000. Sprachenvielfalt als Chance. Zürich: Orell Füssli Verlag AG. Perregaux, C. 1998. Odyssea Ansätze einer Interkulturellen Pädagogik. Zürich: Lehrmittelverlag des Kanton Zürich Nertinger, E. 2002. Interkulturelle Kommunikation im Fremdsprachenunterricht (Auszug). München: Max Hueber Verlag. Nodari, C. 2000. Sprachdidaktik: Weder Assimilation noch Ausgrenzung. In: Integration oder ReIntegration? Fremdsprachige Lehrlinge und Lehrfrauen im Spannungsfeld zwischen Beruf und Zurückkehren. Dokumentation zur Tagung vom 8./9. Dezember 2000. Zürich: Institut für interkulturelle Kommunikation. wikipedia. (2007). Muttersprache. [Internet]. Verfügbar unter: [01.05.2007].) wikipedia. (2007). Amtssprache. [Internet]. Verfügbar unter: [01.05.2007].) 21